Botswana April 2010 - Nachlieferung

47 Antworten · 9'334 Aufrufe · gestartet 23. Juni 2011 von Sanne
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Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200623. Juni 2011 · #1
Ihr Lieben,
eigentlich arbeite ich ja gerade an meinem Bericht für 2011, dann fiel mir auf, dass ich Euch noch einen Bericht unserer Reise nach Botswana letztes Jahr "schulde". Das hole ich hiermit nach und hoffe, dass Ihr unsere Reise mögen werdet.


Reisebericht Botswana 03.04. – 23.04.2010

Flug mit Air Namibia:
Frankfurt – Windhoek – Victoria Falls und zurück Maun – Windhoek – Frankfurt
Fly-In-Safari
Organisiert und unterstützt von Afri-Reisen
Victoria Falls – Chobe – Savuti – Okavango Delta/ Moremi – Central Kalahari
..und eine Woche Namibia als Gestrandete aufgrund des Vulkanausbruchs in Island… 😛

Seit wir auf einer kurzen Stippvisite ins Dauerflutgebiet im Okavango Delta vor ein paar Jahren waren, stand eigentlich fest, dass es Botswana für einen längeren Urlaub sein sollte. Die Planung war das aufwändigste, wobei das nicht ganz richtig ist, die meiste Zeit verbrachten wir damit, zu entscheiden, ob wir nun selbst fahren wollten oder eine Fly-In machen sollten. Eine geführte Reise in einer Gruppe kam für uns beide nicht in Frage, dafür verbinden wir Afrika einfach mit zu viel Einsamkeit und Ruhe - beides beinhaltet für uns oft nur zwei Menschen am selben Ort. Und natürlich sollen wir diese beiden Menschen sein.
Selbst zu fahren und zu campen, wäre wohl Ruhe und Einsamkeit pur, aber ich sorgte mich über mögliche Reifenpannen, tagelanges Warten auf Hilfe, im Dachzelt schlafen und nicht urlaubsmäßig lecker zu essen. Leider reichen meine Kochkünste nur fürs Grillen und Salate anrichten 😊 – wollte ich jetzt aber 14 Tage im Urlaub auch nicht haben.

Nach monatelangem Hinundher entschieden wir uns dann für eine Fly-In, sozusagen zum Bekommen eines Überblicks, wir kommen in Afrika ja eh immer wieder, so dass wir uns grundsätzlich nur auf ein paar Ziele beschränken und uns andere für das nächste Mal aufheben. Allerdings wusste ich damals nicht, dass wir nicht einmal 12 Monate später im gemieteten 4x4 Hilux wieder nach Botswana fahren würden und mein Mann zukünftig nie wieder eine Fly-In machen wollen würde, solange er „noch in der Lage ist, eine Schaltung zu bedienen“! 😗

Bislang haben wir Unterkünfte immer selbst gesucht und direkt gebucht. Dank Internet und dem wunderbaren hilfreichen Namibia-Forum hatten wir schnell einen guten Überblick, was wir sehen wollten und welche Unterkünfte es sein könnten. Aber wie von A nach B kommen, sollten wir die Transfers selbst buchen und hoffen, dass alles klappt? Oder doch über einen Anbieter Angebote einholen? Mein Mann war vom zweiten nicht so überzeugt, aber ich dachte, einen Versuch ist es wert. Also habe ich zig Anbieter angeschrieben, unsere grob geplante Route vorgestellt und um Hilfestellung gebeten. Und so kamen wir dann zu Herrn Gündisch von Afrireisen http://afri-reisen.de/ Im Wesentlichen entscheiden wir solche Dinge immer danach, wie nett der Kontakt ist und nett ist Herr Gündisch allemal, zu welchem Schatz und zu welcher unglaublichen Hilfe er sich noch entpuppen würde, wussten wir damals natürlich noch nicht (gell, Du unbeherrschter Vulkann Eyjafjallajökull??)
http://de.wikipedia.org/wiki/Ausbruch_des_Eyjafjallaj%C3%B6kull_2010


In unserer eigenen ursprünglichen Planung war Victoria Falls eigentlich nicht vorgesehen, aber unser Reiseagent redete uns gut zu, die Fälle mitaufzunehmen. Bei Nichtgefallen wollte er den Reisepreis mindern und dies Angebot erschien uns dann doch verlockend. Die Wochen bis zum Reisestart wollten so gar nicht vergehen und zwei Tage vor der Abreise erhielten wir einen Anruf, dass unsere erste gebuchte Unterkunft (Siankaba Islands) vollständig unter Wasser stünde und man uns auf eine andere hätte umbuchen müssen. Was für ein Start – schade, auf diese Unterkunft hatten wir uns sehr gefreut. Aber wenigstens gings jetzt bald los.


TAG 1 +2 Anreise und River Club Sambia:
Mit der Bahn reisten wir nach Frankfurt und pünktlich hob der Flieger von Air Namibia in Richtung Windhoek ab. Micha bedauerte sehr, dass kein A380 zur Flotte gehört, aber dies ist ja nicht der letzte Flug mit Air Namibia, vielleicht wird das ja noch etwas. Dafür hatten wir Sitze auf der rechten Seite in der Business Class und die Hoffnung auf eine schöne Sicht von Etosha. Zu diesem Zeitpunkt waren wir überzeugt, dass wir von Namibia dieses Mal nicht viel mehr sehen würden – wie man sich irren kann.

Von Windhoek aus flogen wir weiter nach Victoria Falls. Wir würden zwar in Simbabwe einreisen, aber letztlich nur einen kurzen Transfer auf die sambische Seite der Fälle ha-ben, da wir in den River Club umgebucht worden waren. Die Einreise nach Simbabwe war denkbar einfach, danach wurden wir von einem Mitarbeiter vor Ort abgeholt und in Rich-tung Grenze gefahren. Gleich zu Beginn konnten wir wieder einmal sehen, dass europäi-sche Geduld den Namen gar nicht verdient. Auf einer einspurigen Brücke ging es nur sehr schleppend voran, wir waren müde, uns war zu heiß und dreckig fühlten wir uns auch. Unserer Fahrer Joseph war die Ruhe selbst und ließ gern einheimische Autos vor – er lachte dann immer und sagte: You’re on holiday! Ich wollte aber zu gern eine DUSCHE!! An der Grenze selbst waren wir froh, Unterstützung zu haben – hier ein Stempel abholen, dort ein Formular ausfüllen… Sonst kümmert uns das in Afrika nicht, gehört auch irgend-wie dazu, aber an diesem Tag waren wir so gar nicht entspannt – dankbar wackelten wir hinter ihm her, sofern unsere Anwesenheit notwendig war, ansonsten lachte Joseph im-mer wieder und bedeutete uns, im Wagen zu warten. Da war es auch nicht so unsäglich heiß.

Nach der Einreise nach Sambia verließ uns Joseph, zeigte auf ein anderes Fahrzeug und bat uns dort einzusteigen. Irgendwie war mir zu diesem Zeitpunkt mulmig. Es gab keine offiziellen Aufkleber an dem Auto und das Einzige, das wir wussten war, dass unser „neu-er“ Fahrer Kyle heiße und er ebenfalls über ein strahlendes Lächeln verfügt. Micha brummte, ich solle einsteigen, mein Kontrollzwang brächte ihm Kopfschmerzen ein - un-dankbarer Kerl, ich mach das ja nicht nur für mich…. So tuckerten wir in unserem Minibus vor uns hin, Kyle berichtete, dass er aus Livingstone stamme und sich die nächsten Tage unserer annehme. Er bedauerte, dass wir nicht länger als zwei Nächte in Sambia seien und dann nach Botswana reisen wollten. Bei unserer Abreise waren wir uns dann auch sicher, Sambia sieht uns wieder, dann vielleicht doch mit Dachzelt?

Die Fahrt in den River Club dauerte nicht sehr lang und die Unterkunft überstieg all unsere Erwartungen. http://www.theriverclubafrica.com/about.htm







Die Lage am Sambezi ist spektakulär, ich hätte da Tage nur auf den Fluss starren können. Die Unterkünfte sind luxuriös und sehr liebevoll eingerichtet. Peter, Teilhaber und Manager, war während unseres Aufenthalts ein wunderbarer Gastgeber, der sich die Mühe machte, uns die Sterne zu erläutern und abends mit uns stundenlang über Afrika, Sambia, Individualtourismus und seine geschäftliche Verbindung zu Wilderness Safaris zu diskutieren. Wir haben uns so wohl gefühlt, es war eine Urlaubsunterkunft und gleichzeitig ein Zuhause. Zwei Nächte war definitiv zu wenig, aber wir werden versuchen, wieder zu kommen.
Abends fielen wir todmüde in die Betten – überglücklich, wieder in Afrika zu sein und ge-spannt, was der morgige Ausflug zu den Fällen für uns bereithalten würde.
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200623. Juni 2011 · #2
TAG 3 Ausflug zu den Victoria Fällen:
Wir wurden morgens zeitig geweckt und nach einem tollen Frühstück ging es los. Man hatte uns vorher geraten, möglichst wenig Klamotten anzuziehen und offene Schuhe zu tragen, durch die Fälle würde man sehr nass und das war ganz sicher nicht übertrieben. Trotz Regenponcho war ich wohl noch nie im Leben so durchnässt. Aber riesigen Spaß hat es gemacht!
Die Fahrt zu den Fällen war kurz und schon aus der Entfernung hört man das Grollen des Wassers und kann den Dunst am Himmel sehen. Ich hätte nie geglaubt, wie herrlich und beeindruckend die Fälle sein könnten. Zunächst wanderten wir am Ufer etwas entlang, immer auf die Abbruchkante zu, der „Krach“ wurde immer lauter, ein riesiger Regenbogen spannte sich über den Himmel.
Der „Donnernde Rauch“ zeigte sich von seiner schönsten Seite, wie Sprühregen kam die Gischt vom Himmel herab. Kyle fragte: Ready to get really wet?? Und dann ging es über die Brücke, war man vorher nicht schon dankbar für den Flipflop-Tipp, dann spätestens jetzt. Klatschnass kamen wir auf der anderen Seite an, wir haben wohl ewig nicht so über unser Äußeres gelacht, wir kamen uns vor wie Kinder, die im Pool planschen.



Der Besuch der Fälle war unglaublich schön und ich danke unserem Reiseberater sehr, dass er diesbezüglich so hartnäckig war. Es war wirklich ein einmaliges Erlebnis!

Zurück in der Unterkunft nahmen wir eine Dusche, aßen zu Mittag und erfreuten uns an der Aussicht. Während wir da so sitzen, kommen zwei Damen auf uns zu und erklären, dass sie von der ursprünglich gebuchten Unterkunft Siankaba Islands seien und nachfra-gen wollten, ob es uns gut gehe. Sie bedauerten sehr, dass wir umgebucht werden muss-ten und hofften, dass dies keine zu großen Umstände machen würde. Wir waren echt gerührt, dass man sich um uns solche Gedanken machte. Schließlich hatte man uns ja nicht irgendwo, sondern in dieser wunderschönen Unterkunft einquartiert. Was sollte man da noch zu meckern haben?

Nachmittags wollten wir noch eine Bootstour mit Peter auf dem Sambezi machen. Die Hippos, die nachts so herrlich Krach machten, konnten wir da aus der Nähe betrachten.

Nachdem wir den ersten Abend noch mit einer sehr lustigen skandinavischen Reisegruppe verbrachten, waren wir heute ganz allein mit Peter und seiner Lebensgefährtin. Auch dieser Abend war unglaublich nett und interessant – wir kommen wieder oder hatten wir das schon gesagt?















Morgen fahren wir nach Chobe. Auch wenn wir bedauern, Sambia und diese tolle Unter-kunft verlassen zu müssen, freuen wir uns riesig auf den National Park.
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
zuletzt bearbeitet 23. Juni 2011
Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200623. Juni 2011 · #3
TAG 4 und 5: Chobe und Muchenje Safari Lodge
Mit einem Road Transfer wurden wir zur nächsten Unterkunft gebracht. Diese liegt etwas außerhalb des Chobe Nationalparks, so dass man leider immer morgens rein und abends wieder herausfahren muss. Die Muchenje Safari Lodge verfügt über 10 Chalets, die einen unvergesslichen Ausblick in die Wildnis bieten.
http://www.muchenje.com/
Die Unterkünfte sind sehr klein, wir hatten hier zwei Nächte gebucht und waren eh immer auf Game Drive, dafür war es okay. Aber zum längeren Verweilen sind die Chalets nicht geeignet, von der eigenen Terrasse hat man aber einen herrlichen Blick und ein Empfangskomitee gibt es auch. Leider haben wir keine Bilder von den eigentlichen Chalets, nur von der Lapa.















Die Unterkunft war nicht ausgebucht, es gab nur noch drei weitere Paare aus Australien, mit denen wir auch die Game Drives machten. Die sechs waren furchtbar nett, wir ver-standen uns auf Anhieb sehr gut, aber die Australier sind ja auch unkompliziert. Als Mit-fahrer auf dem Jeep waren die wirklich toll – leise, wenn es um Tiersichtungen ging, be-geistert wie wir und abends durchaus zum wiederholten Sundowner aufgelegt. Allerdings waren wir Damen am nächsten Tag etwas angeschlagen, die Männer lachten sich kaputt, reichten aber tröstend viel Wasser an uns weiter.
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
zuletzt bearbeitet 23. Juni 2011
Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200623. Juni 2011 · #4




















Tja, was soll man zu Chobe sagen? Uns fehlten die Worte und so ist es immer noch. Die Landschaft ist so schön und die Tiere sind es noch viel mehr. Wir haben bei unserem Aufenthalt nicht die legendären tausende von Elefanten gesehen, aber zum Begeistertsein hat es allemal gereicht. Erstmalig sahen wir Water Monitore, bei uns – wenn ich nicht irre – Bindenwaran genannt. Die sind ganz schön groß und erstaunlich schnell zu Fuß. Einem haben wir beim Buddeln entdeckt und konnten in Ruhe die wirklich sehr schöne Zeichnung bewundern.



Zwei Nächte waren auch hier sicher zu wenig, aber da wir eh immer in den Park hinein-fahren mussten, fanden wir das dann letztlich nicht so schlimm. Für den ersten Eindruck war es perfekt. Die Unterkunft war sicher nicht so luxuriös, aber sehr bemüht geführt und von der Lage her ein Highlight. Mit unserem Guide hatten wir einen sehr netten und sehr engagierten Guide bekommen, der alles versuchte, um uns einen unvergesslichen Aufenthalt zu bescheren, z.B. diesen Sundowner mit dieser Spitzenkulisse….



"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
zuletzt bearbeitet 23. Juni 2011
4'129 Beiträge · seit 200823. Juni 2011 · #5
Hallo, Sanne!

Da zupfst du mal eben einen Reisebericht aus der Schublade...

Sehr vielversprechend und interessant.
Vielen Dank dafür und für die schönen Bilder.

Gruß lilytrotter
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200623. Juni 2011 · #6
Beim Sundowner konnte ich den Tracker nicht davon überzeugen, dass mir der gestrige Abend noch etwas in den Knochen steckte, auch mein Weißweinbecher wurde bis zum Rand gefüllt. Die australischen Damen hatten sich aber wieder gefangen und nahmen mir den Rest ab – die Australier können echt was am Glas…. Das Dinner und der Abend waren wieder sehr nett, aber lange nicht so weinlastig wie am Vortag.







Zum Morning Drive stand Löwen suchen auf dem Programm. Guide und Tracker wollten uns acht nicht fahren lassen, ohne dass wir in Chobe Löwen gesichtet hätten. Für Katzen jeder Art sind wir immer zu haben, dafür quälen wir uns auch gern morgens um 5 Uhr aus dem Bett und das im Urlaub.
Anfangs sah es nicht so aus, als wäre eine Löwensichtung in Reichweite, allerdings er-freuen wir uns ja auch immer an Kudus, Giraffen und hier hatten wir schon so schöne Geier gesehen, eigentlich waren wir schon vollends glücklich mit unserer Ausbeute. Wir waren ja auch erst am Beginn unserer Reise und hatten noch viel Zeit zum Suchen. BG sah das ganz anders und suchte in unseren Augen zunehmend dringlicher. Wir glauben immer noch, es war eher Zufall – aber wie heißt es so schön: Der Erfolg hat viele Väter! Versteckt im Busch an einem Hügel durften wir dann eine Löwin mit ihrem Jungen be-wundern, beide faulenzten in der beginnenden Hitze und interessierten sich für uns kaum. Die Mutter blinzelte nicht einmal und behielt uns gar nicht im Blick. Für das Jungtier waren wir wohl spannender, die großen Augen fixierten uns immer wieder. Wir mochten uns gar nicht trennen, aber natürlich hatte BG Recht, als er sagte, wir müssten ihnen nun auch etwas Ruhe von den neugierigen Touristen gönnen.







Chobe und die Muchenje Safari Lodge haben uns gut gefallen und auf eigene Faust kom-men wir gern wieder. Wunderschön ist die Lage der Unterkunft und der sehr herzliche und bemühte, manchmal etwas chaotische Service hatte auf uns seinen eigenen Charme. Hier geht es noch weniger „durchprofessionalisiert“ zu und wir fanden das ganz erfrischend.

Am selben Tag sollte es noch in den Savuti Channel gehen und wir mussten uns von Muchenje verabschieden.







"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200623. Juni 2011 · #7
TAG 6 und 7: Savuti Channel und Savuti Safari Lodge
Nach einem kurzen Transfer zum Flugfeld warteten wir dort auf den Piloten, der uns mit seiner Cessna nach Savuti bringen sollte. Da es nicht unser erster Flug mit einer solch kleinen Maschine war, wussten wir, was auf uns zukommen würde. Anfangs gefielen uns die relativ kurzen Flüge ganz gut, aber diese Flugzeuge sind doch ganz schön laut und diese Mickymäuse gab es nur für die Piloten. Außerdem drücken die auch ganz ordentlich. Da man recht niedrig fliegt, sieht man aber eine ganze Menge: schnurgerade, sehr wenige Sandpisten, manchmal sogar Elefanten. Interessant war es allemal, zum Ende der Reise waren diese Flüge aber auch anstrengend, die diversen Luftlöcher mochte mein Magen zunehmend gar nicht mehr. Aber nach Savuti war es nicht weit und schnell waren wir wieder am Boden – auf einem ziemlich verregneten Boden! 😐 Hitze und Kälte machen uns im Urlaub wenig, Regen kommt nicht so gut an. Wir fühlen uns dann immer an unsere Reise in den Kruger Park erinnert, da regnete es 10 Tage lang durch.😠

Noch ein kurzer Transfer zum Camp und wir waren in der Savuti Safari Lodge angekommen. http://www.desertdelta.com/lodges/lodge/18/savute-safari-lodge
Diese von Desert&Delta betriebene Lodge ist die zweite, die wir von diesem Anbieter besuchen. Die Xugana Island Lodge hatte uns vor Jahren ebenfalls gut gefallen.
Die Suiten in der Savuti Safari Lodge sind riesig und haben große Glasschiebetüren zu einer Terrasse hin. Unsere Terrasse war direkt drei Meter von einem Wasserloch entfernt, dadurch hatten wir während unseres gesamten Aufenthalts regen Besuch von Elefanten. Sehr schön, sehr beeindruckend, nachts mit lauten Fress- und Planschgeräuschen verbunden. Auch hier hatten wir zwei Nächte gebucht.

Mit uns reiste eine französisch-sprachige Familie an, die sehr nett war und ausschließlich französisch sprach. Bei der Einweisung durch den Guide kamen wir mit denen ins Gespräch und trotz meines sehr brachliegenden Französisch war ich als Dolmetscher so übel nicht. Während der Regen nachließ, wurden uns die obligatorischen Verhaltensregeln im Busch nahe gebracht. Leider mussten wir auch hören, dass Walking Safaris zurzeit zu gefährlich seien, das Gras war einfach zu hoch und das durchschnittliche Raubtier laufe halt immer noch schneller als so ein Tourist mit schwerem Fotogepäck – muss man glauben!😃
Mit unserem Willkommensgetränk waren wir für eine kurze Zeit in unsere Unterkunft entlassen, bald sollte aber der Game Drive starten.

Unser Game Drive war anfangs von Vögeln geprägt, aber Kudu und Zebra durften natürlich auch nicht fehlen. Das Wetter war inzwischen wieder sehr schön geworden, sonnig, sehr heiß, aber auch etwas schwül.















Beim Sundower waren gerade alle Getränke eingeschenkt, man hatte sich zugeprostet und die wunderschöne Umgebung gerade begonnen aufzunehmen. Dann die Frage des Guides: wollt Ihr hier in Ruhe den Wein trinken oder lieber Löwen mit Jungtieren sehen? Was für eine Frage… so schnell wir konnten, enterten wir das Fahrzeug und unser Guide zeigte, dass man auch zügig mit so einem Landrover unterwegs sein kann. Es schaukelte wie wild, in einer Hand hielten wir die Drinks („lieber den Magen verrenken, als…“), mit der anderen umklammerten wir irgendeine Stange des Fahrzeugs – nicht, dass man hier noch verloren geht. Dann wurde der Guide ganz langsam, wir näherten uns den Katzen. Leider waren alle Game Drives bei dieser Unterkunft davon geprägt, dass unglaublich rüde (zumindest empfanden wir das so) auf die Tiere „draufgefahren“ wurde. Ich verstehe das immer nicht. Die Touristen (wir auch) zahlen ja richtig Geld für das Fotoequipment, ohne Zoom fährt doch kaum einer nach Afrika, oder? Und eine Entfernung von 5-8 Metern kann man wahrscheinlich auch mit einer Klick-und-Fertig-Kamera überbrücken. Dennoch waren die Löwen sehr schön anzuschauen – die können ja auch nichts dafür. Aber wir haben sie wohl verjagt, denn sie waren sehr schnell wieder verschwunden. Schade und ärgerlich zugleich.









Abends saßen wir in großer Runde an einem wunderschön gedeckten Tisch mit Blick auf das Wasserloch. Uns gegenüber nahmen ein Paar aus Süddeutschland Platz. Es war ein sehr netter Abend, der Mann arbeitet als Übersetzer im Wirtschaftsressort der EU und hatte allerhand Anekdoten zu berichten. Hat man von deutscher Politik schon nicht die beste Meinung, konnte man seinen Geschichten nur mit Verzweiflung begegnen.

Unsere vermeintlichen Franzosen entpuppten sich am Abend als Schweizer, die zwar kein Wort Englisch sprachen oder verstanden, aber er sprach ausgezeichnet Hochdeutsch. Obwohl mein Mann aus dem Südschwarzwald und die Schweizer Grenze weniger als 10 km entfernt ist, tut er sich mit dem Alemannischen schwer und mir als Nordlicht bleibt eh immer nur der ratlose Blick zu ihm.
So hatten wir um uns herum sehr interessante und amüsante Gesprächspartner und der Abend verging im Flug. Wir sind ewig nicht so lange aufgeblieben in Afrika.
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
zuletzt bearbeitet 23. Juni 2011
Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200623. Juni 2011 · #8
Der nächste Morgen kam sehr schnell, das frühe Wecken stört uns aber immer weniger, wir sind wohl doch schon ganz gut erholt, obwohl wir abends ganz gegen unsere Tradition in Afrika recht lang aufbleiben. Gerade in Südafrika nach schönem Grillen sind wir oft vor 20 Uhr tief und fest eingeschlafen.

Da das Wetter so herrlich ist, macht der Game Drive gleich doppelt Spaß. Ich finde ja, es gibt kaum etwas Schöneres, als in Afrika durch den Busch zu fahren, sich über die Landschaft zu freuen, gelegentlich anzuhalten, um Tiere und Pflanzen genauer anschauen zu können und in der Sonne zu sitzen.

Unser Guide erzählt uns auf der Fahrt von seiner Familie in Kasane und der anstehenden Hochzeit seines Bruders. Er selbst möchte keine Einheimische heiraten, er träumt von einer blonden Deutschen, da er gehört haben will, dass die alle gut kochen und putzen können. 😮 Mein Mann raunt mir zu, ich wäre ja nun leider durch sein Beuteschema gefallen, nur das mit dem blonden Haar würde ich wohl kurzfristig hinbekommen.😈 Natürlich bekommt er dafür einen feministischen Vortrag in Kurzform. Dem Guide halte ich diesen aber nicht, vielleicht ist er sonst eingeschnappt. 😉







Zurück in der Lodge machen wir es uns auf unserer Terrasse bequem. In kurzer Entfer-nung baden zwei Elefanten im Wasserloch und wir schauen ihnen fasziniert zu. Dieser Ort ist wirklich sehr schön. Zufällig läuft ein anderer Guide an unserem Häuschen vorbei und fragt, ob wir nicht einen Drink wollen. Unsere Antwort, er möge sich keine Umstände machen, stellt ihn nicht zufrieden und er lässt sich nicht davon abbringen, uns ein Getränk zu organisieren. Wir geben nach und kurze Zeit später kommt eine junge Angestellte mit Wein, Gläsern und etwas Obst. Leben wie Gott in Frankreich oder halt in Afrika… herrlich!!

Die Zeit bis zum nächsten Game Drive vergeht wie im Flug. Kurz vor dem Start hören wir, dass wir am nächsten Morgen recht früh abgeholt werden, denn es geht morgen in den Moremi per Flugtransfer. So traurig sind wir nicht darüber, wir werden den angebotenen verkürzten Game Drive am Morgen ausfallen lassen und mal etwas ganz Verrücktes machen: bis 8 Uhr ausschlafen im Urlaub in Afrika!





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Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200623. Juni 2011 · #9
An diesem Nachmittag haben wir wieder Glück mit Löwen, ein Paar liegt faul im Schatten und lässt es sich gut gehen. Leider sind mit uns noch vier andere Fahrzeuge vor Ort und nicht alle Touristen sind wirklich leise. Vielleicht liegt es daran, dass die Mehrheit Fotos macht und nicht wie ich einen Videofilm erstellt. Ich hasse das, wenn ich dann immer das Gequassel auf dem Band habe. 😠 Allerdings werden die quatschenden Touristen noch von einem Paar aus Südafrika übertroffen, die ein Fahrzeug mit Schiebedach haben und sich nur ein paar Meter neben dem Löwen platziert haben. Zu unserer aller Entgeisterung steigt der junge Mann durch das Schiebefenster aufs Dach, um von dort aus Fotos zu machen. 😮 Guides einer anderen Unterkunft sind sofort neben seinem Fahrzeug und bringen ihn dazu, wieder ins Auto zu steigen. Leute gibt’s…












Irgendwie sind wir an diesem Abend für längeren Small Talk zu müde und gehen daher früh zu unserem Häuschen zurück. Eigentlich wollte ich dort noch etwas draußen sitzen, aber es war so duster draußen und die Elefanten klangen so unglaublich nah, dass ich Hasenfuß entschied, ins Bett zu gehen. Moremi, wir kommen!
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Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200623. Juni 2011 · #10
TAG 8-10: Okavango Delta, Moremi – Little Kwara Camp
Unser Pilot erwartet uns bereits am Rollfeld – er entspricht jedem Klischee, das ich mir vorher von Aussteigern in Form von Piloten gemacht habe. Die Frontscheibe ist so dreckig und die Sonneneinstrahlung so ungünstig, dass er kurz entschlossen aus dem Seitenfenster schaut, während er startet. Ich frage mich, ob man aus 30 Meter beim Absturz tot sein wird…😊 Mein Mann rollt die Augen, als ich ihn nach seiner Meinung dazu frage. Während des Flugs löst unser Pilot Sudokus. 😗 Mein Mann erklärt mir, dass auch Cessnas über Autopiloten verfügen können und der Typ wahrscheinlich im Schlaf fliegen kann. Ich wende meinen Blick von dem Sudoku lösenden Piloten ab und versuche, Elefanten auszumachen. Erfreulich schnell landen wir auf dem Flugplatz, der zu Little Kwara gehört.

Bei affiger Hitze steigen wir aus, nehmen unser Gepäck entgegen und laufen zu dem wartenden Landrover. Guide Hobbs und sein Tracker sind bereits da. Der Tracker strahlt, Hobbs gehört eher zur Fraktion „supercool“. Um meinen Mann wegen seines sexistischen Spruchs vom Vortag etwas zu ärgern und auch weil es der Wahrheit entspricht, lasse ich ihn wissen, dass Hobbs ja wirklich eine Augenweide sei. Kwando Safaris denkt da vielleicht mehr an die weiblichen Gäste als andere und dafür muss man ihnen auch dankbar sein. 😉 Micha brummelt irgendwas von „alberne Frauen“ und „Botswana sei zu teuer, nur um die Guides anzuhimmeln“.

Vom Flugfeld geht’s in Richtung Camp über eine wahnwitzige Brücke. Die alte Brücke ist genau daneben, hat wohl 15 Jahre gute Dienste verrichtet, wurde dann aber zu morsch, um Gäste von hysterischen Zuständen abzuhalten (O-Ton Hobbs). Daher habe man sich gemüßigt gefühlt, eine neue zu bauen. Über diese fahren wir jetzt. Die Baumstämme sehen noch gut aus, die ganze Konstruktion ist aber enorm schmal. Hobbs findet die ganze Brückenbauerei eh überflüssig und nur den Touristen geschuldet, irgendwie kommt man immer durch den Busch und durchs Wasser. Wie man hier eindrucksvoll sehen kann:





"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200623. Juni 2011 · #11
Als wir in Little Kwara ankommen, sind wir begeistert. Nur 10 Gäste können hier unter-kommen, das Schwestern-Camp Kwara ist deutlich größer. Little Kwara liegt in einer pri-vaten Konzession und grenzt direkt an den Moremi. Durch die private Konzession sind nicht nur Nachtfahrten, sondern auch Off-Road-Fahrten möglich. Wir werden feststellen, dass aber auch letzteres nur möglichst schonend für Natur und Tiere durchgeführt wird.
Das Camp liegt auf einer bewaldeten Insel und ist dauerhaft von Wasser umgeben. Neben Game Drives werden auch Mokoro-Trips und Walking Safaris angeboten. Schnell ist aber klar, dass Wanderungen aufgrund des hohen Grases auch hier nicht möglich sein werden. Die Zelte sind sehr schön, liegen weit auseinander und garantieren neben absoluter Privatsphäre auch einen wunderschönen Blick in den Busch. Die Einrichtung in den Zelten gefiel uns ebenso gut wie die in dem Hauptzelt. Hier werden wir uns sicher die nächsten drei Nächte sehr wohlfühlen.

Hobbs liefert uns an unserem Zelt ab und bittet uns, uns zu beeilen. Schließlich gelte es den Game Drive bald zu beginnen. Wir wären zwar nicht gänzlich allein im Camp – es gibt noch vier weitere Gäste – aber wir wären ja hier, um Tiere zu gucken. Wir nicken zustimmend und geloben, eine sehr schnelle Dusche zu nehmen.

Als wir losfahren, fragt Hobbs nach unseren Wünschen – was wollen wir sehen? Tja, das ist keine einfache Frage. Eigentlich freuen wir uns über jedes Tier und so beginne ich zö-gernd: Kudus wären toll. Hobbs lacht. Ich insistiere, dass dies meine Lieblingsantilopen wären. Er lacht wieder. Micha hilft mit Elefanten. Hobbs macht ein Gesicht, als wären wir die bescheidensten aller Touristen. Was sei denn mit Raubtieren? Micha erklärt, dass Lö-wen immer gut sein und ich füge zaghaft an, dass ich noch nie Geparden in freier Wild-bahn gesehen hätte. Hobbs nickt, wir scheinen endlich etwas Sinnvolles von uns gegeben zu haben. Er verspricht, ich würde nicht abreisen, ohne einen Geparden gesehen zu ha-ben. Schon allein für diese Hoffnung liebe ich ihn, auch wenn ich zu diesem Zeitpunkt noch glaubte, es sei eben wirklich nur eine Hoffnung.

Hobbs entpuppt sich als etwas eigenbrötlerisch und taut nur langsam auf. Dahinter er-kennen wir aber einen unglaublich interessierten, engagierten und willensstarken Men-schen. Er liebt sein Land, die Tiere und Natur und je länger wir mit ihm zusammen sind, umso stärker färbt seine Begeisterung auf uns ab.

Seine Game Drives laufen offensichtlich immer unter einem Projektnamen ab und unser erstes hieß: Löwen mit Jungen!









"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200623. Juni 2011 · #12
Die Elterntiere entspannten nach einer guten Mahlzeit und die Zwerge turnten auf diesen rum. Die Erwachsenen waren offensichtlich zu erschöpft oder zu nachgiebig, um dem Treiben ein Ende zu setzen. Für uns ein wunderbarer Moment… alle, einschließlich der männlichen beeindruckenden Tiere hatten hier etwas von „Zum Knuddeln“. Und durch die vielen Bilder muss der Leser jetzt leider durch! 😉 😊



















"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200623. Juni 2011 · #13
Nach diesem wunderschönen Erlebnis entschieden wir, dass wir darauf anstoßen müssten und die Zeit für den Sundowner war eh gekommen. In der Nähe eines „Hippo-Pools“ machten wir Rast – fast vergaß mein Mann seinen Captain Morgan zu trinken, denn der Sonnenuntergang war einer der schönsten, die wir je gesehen haben. Ich glaube, dies war der Abend, an dem wir wieder wussten, wir kommen wieder!

Das Dinner war sehr schön, das Essen lecker, der Service exzellent. Eine schüchterne junge Dame präsentierte das Menü, das ausgezeichnet war. Leider bewegen wir uns tagsüber zu wenig, um abends so viel zu essen. Meine Creme Brulee musste mein Mann für mich übernehmen. Ein wunderschöner Tag ging zu Ende, wir fielen todmüde ins Bett und freuten uns auf weitere tolle Erlebnisse in Little Kwara. http://www.kwando.co.za/lkwara.html







"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200623. Juni 2011 · #14
Am nächsten Tag weckt uns Hobbs sehr früh. Auf dem Weg zu Tee und Muffin zeigt er uns frische Spuren von Leoparden im Camp der letzten Nacht. Wir sind beeindruckt und ich beschließe, in der Dunkelheit nicht mehr auf der Terrasse noch eine Zigarette zu rauchen.
Am morgentlichen Feuer gibt Hobbs die Marschrichtung für den Game Drive vor. Da wir die gesamten drei Tage und Nächte allein mit ihm auf der Pirsch verbringen, will er jetzt das Projekt „Geparden“ umsetzen. Projektmanager mit seiner Erfolgsquote, so werden wir abends beim Wein überlegen, würden sich in der Wirtschaft eine goldene Nase verdienen. Hobbs ist in seinem Element. Als er und sein Tracker das erste Mal vom Auto springen, um Spuren zu suchen, sich wild gestikulierend unterhalten und in unterschiedliche Richtungen deuten, glauben wir, Teil eines wunderbar inszenierten Dramas zu sein. Wir irren so sehr, dass wir später fast verlegen sind. Die beiden sind ein so wunderbares Team, es macht Spaß, ihnen zuzusehen und noch mehr ihre Begeisterung zu spüren. Hobbs wird bei uns als der Guide des „Hold On! Bumpy!“ eingehen – ich habe keine Idee, wie oft er das rief und dabei so zufrieden aussah. Oft riefen er und sein Trecker auch anfangs noch: „Cheetahs, Lions, Leopards“, gefolgt von „Hold on!“. Dieser Tag sollte der Tag der Katzen werden und der Tag, an dem ich endlich die wunderschönen Geparde in freier Wildbahn sehen konnte. Zudem handelte es sich um ein weibliches Tier mit fast ausgewachsenen Jungtieren. Und so schön waren sie… die drei lagen etwas faul in der Sonne und waren zufrieden mit sich und der Welt. Hin und wieder ließen sie sich neben einem Familienmitglied fallen, leckten diesen ab und schnurrten so laut wie unsere Plüschtiger zuhause. Geparden sind so schön und elegant, dabei gleichzeitig so offen-sichtlich viel schwächer als Löwen und Leoparden. Mich faszinieren sie sehr und ich habe mich sehr gefreut, dass Hobbs uns diese, aber auch andere in den nächsten Tagen immer mal wieder gezeigt hat. Die lange Fotostrecke muss daher sein.















Nach diesen wunderschönen Tieren gab es aber auch noch ein paar andere sehr interes-sante zu sehen!









"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200623. Juni 2011 · #15
Aber Hobbs war für den heutigen Tag noch lange nicht fertig. Kurze Zeit später hopsten beide wieder aus dem Auto und verfolgten Spuren im Sand, sprangen ins Auto und riefen das obligatorische „Hold on!“. Mit einem ersten Lächeln befand Hobbs, es sei an der Zeit für einen Leoparden vor dem Sundowner und was für ein schöner!!!!





Nach all diesen Eindrücken von nicht einmal einem Tag waren wir mehr als überwältigt. Niemals hatten wir geglaubt, so viele so wunderschöne Tiere zu sehen. Aber sicher machte unser Guide auch viel von dieser Faszination aus. Beim Dinner erzählte er dann doch etwas mehr von sich, vielleicht auch weil wir interessiert fragten. Er berichtete, dass er bis zu seinem 18 Lebensjahr Analphabet gewesen sei, sich dank einer Australierin, die sich in einem Projekt in Maun stark machte, langsam an Buchstaben und Schrift heran-gewagt habe, sich autodidaktisch die englische Sprache angeeignet habe, sich vom „Drink-Einschenker“ über Tracker zum Guide hochgearbeitet hätte und nun eine Familie mit drei Kindern in Maun hätte. Er erzählte, dass es in seiner Jugend noch keine Schulpflicht in Botswana gegeben hätte und er jetzt alles daran setze, dass seine Kinder in eine gute, aber teure Schule gehen könnten. In seiner Jugend war er beschäftigt mit dem Hüten der Schafe und Ziegen seines Vaters und Großvaters und auch wenn er wolle, dass seine Kinder die Traditionen kennen würden, so würde er doch alles daran setzen, dass sie später auf die Universität nach Jo’burg gehen könnten. Dafür spare er sein gesamtes Einkommen. Eigentlich könne er sich ein größeres Haus in Maun leisten als er gegenwärtig bewohne, aber diesbezüglich würde er keine Kompromisse machen.

Wir gingen spät zu Bett und stellten fest, dass wir den höchsten Respekt vor ihm haben. Er hatte eine Vision für sein Leben und irgendwie erschien es uns, als wäre das in unserer sogenannten privilegierten europäischen Welt völlig abhandengekommen. Nicht zum ersten Mal mussten wir feststellen, dass wir von Afrika und den Afrikanern sehr viel lernen können. Hobbs hat uns sehr beeindruckt und als wir ein Jahr später seinen Bruder in Nxai Pan kennenlernten, ging es uns ebenso.

"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200623. Juni 2011 · #16
So, Ihr Lieben, ich hoffe, bis dahin hat Euch der Bericht gefallen und Ihr fühlt Euch von den vielen Bildern nicht zu sehr erschlagen. 😊 Den Rest liefere ich morgen und danach starte ich mit unserem Bericht für Botswana 2011 als Selbstfahrer-Tour (nein, das ist jetzt keine Drohung 😉 )

Gute Nacht, liebe Grüße
Sanne
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
8'672 Beiträge · seit 201024. Juni 2011 · #18
Sanne, ich bin begeistert! Und zwar von allem: dem Bericht, den Fotos und deinem Tempo! Wie machst du das - wann schläfst du???

Dein Bericht gibt mir gute Ideen für neue Urlaubsplanungen 😉

Danke schonmal - Gruß Bele
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200624. Juni 2011 · #19
Danke, Ihr Lieben, für Euer nettes Feedback. Ein Stichpunkt-Tagebuch führe ich Gott sei Dank während des Urlaubs, die meiste Zeit nimmt irgendwie das Auswählen der Fotos für diesen Bericht, das Verkleinern und Hochladen in Anspruch.

Außerdem lese ich so gern anderer Leute Reiseberichte - vor allem über Gegenden, in den wir schon waren oder in die wir noch fahren wollen. Vielleicht geht es anderen mit unserer Strecke und unserem Bericht ja auch so. Wenn er für Anregungen dient, freu ich mich sehr.

Viele Grüße
Sanne
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
Themenstarter2'462 Beiträge · seit 200624. Juni 2011 · #20
Hobbs steht morgens wieder früh auf der Matte und beim Tee am morgendlichen Lager-feuer fragt er, ob wir nachmittags den Mokoro-Trip machen wollen. Ich bin sicher, dass ich nicht will. Wir hatten in der Xugana Island Lodge schon einmal eine Mokoro-Fahrt gemacht. Die Stille, mit der man durchs Wasser gleitet, hat mich sehr beeindruckt und landschaftlich war das auch alles sehr schön, aber mir ist das Ganze zu kipplig. Wahre Entspannung kommt da bei mir nicht auf.
Hobbs meint, ich wolle wohl lieber Katzen sehen – und ob ich will. Für den Vormittag ruft unser Guide das Projekt „Katzen satt“ ins Leben. Dann fahren wir los und sind gespannt. Wir sitzen in der Sonne und genießen die Umgebung. Irgendwann fällt mir auf, dass ich an gar nichts denke, ein gutes Zeichen für die Erholung. Offensichtlich sind Kopf und Seele so mit der Entdeckung von Tieren beschäftigt, dass für anderes kein Platz bleibt. Hobbs fragt, ob es uns gut ginge, wir wären so still. Wir lachen, nein, uns geht es super, wir sind einfach nur glücklich!











In der Entfernung sehen wir Geparden, von den uns der Tracker aber berichtet, dass die-se sehr scheu seien, deshalb würde man nicht näher an sie heranfahren und sie in Ruhe lassen. Aber auch aus großer Entfernung sind die Tiere wunderschön anzugucken..











"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo