SerengetiThemenstarter354 Beiträge · seit 201003. Juli 2011 · #81
Aua, erwischt. Hab mich tatsächlich missverständlich ausgedrückt. Leo der Leopard. Das Gebrüll kann ich leider nicht imitieren. Aus eigener "Hör" Erfahrung kann ich nur sagen, daß das Löwengebrüll, zumindest mir, fast das Blut in den Adern hat gefrieren lassen. Das ging durch "Mark und Bein". War vor 2 Jahren im Krüger in der Nähe des Zaunes am Satara Camp.
LG Serengeti
SerengetiThemenstarter354 Beiträge · seit 201003. Juli 2011 · #82
Hi Bele, noch zu Deinem edit "Luxuslodge".
Wir hatten 3 sehr hochpreisige Lodges auf unserer Reise. Grootberg, Aoba und Aloegrove. Zu Aoba und Aloegrove komme ich noch. Das Preis Leistungsverhältnis hat in keiner der Lodges gestimmt.
Ich denke, auf Grootberg wirde erst einmal jeder Gast bzgl. Lage und Ausblick "gefangen". Wir waren am ersten Tag absolut begeistert (bis auf Dinner!). Am zweiten Tag relativierte es sich ein wenig. Wenn ich nämlich für den Drive sehr viel Geld bezahle und dann einen Pappkarton mit Apfel, zerdrücktem Sandwich und Schokoriegel in die Hand gedrückt bekomme und schauen muss, dass ich schnell im Stehen diese "Mahlzeit" mir einverleiben muss, dann werde ich "etwas unleidig".
Also Luxus hatte sich am ersten Tag auf Lage und Aussicht bezogen und relativiert sich mit dem Aufenthalt.
LG serengeti
eggitom1'247 Beiträge · seit 200903. Juli 2011 · #83
Champagner schrieb: P.S. Leo der Löwe oder Leo der Leopard???? Und wie unterscheidet sich deren Gebrüll? Muss mich mal kundig machen...!
Da kann ich vielleicht helfen - aus der Afrika DVD, die seit Urzeiten im Forum unterwegs ist:
Armin2'346 Beiträge · seit 200603. Juli 2011 · #84
@ Serengeti, Champagner
Ist ja wirklich schade, was ihr bzgl. Verpflegung in der Grootberg Lodge erlebt habt. Dabei gehörte diese Lodge zu den wenigen Unterkünften, über die man in diesem Forum bislang keinerlei negative Äußerungen vernommen hat. Da jeder die jeweiligen Umstände ja augenblicksbezogen und noch dazu subjektiv erlebt, ist es schon außergewöhnlich, wenn keinerleit Kritik von irgendeiner Seite kommt. In zweieinhalb Monaten werden wir auch erstmals in der Grootberg Lodge sein. Bin mal gespannt, wie wir das mit der Verpflegung vorfinden.
Wir haben schon öfters erfahren, dass bei "schwarzen Projekten" sehr schnell der Schlendrian einzieht und der Servicegedanke den Bach hinunter geht. Wäre wirklich sehr schade, wenn sich dies auch in der Grootberg Lodge bewahrheiten würde - und das nur nebensächlich wegen der EU-Gelder, die dort drinstecken, sondern viel eher wegen des Personals, dessen Zukunft bei einer anhaltend negativen Entwicklung auf dem Spiel steht.
Das erinnert mich übrigens an eine Geschichte, die wir vor zwei Jahren im Camp Kwando erlebt haben. Wir haben dort (nicht zum ersten Mal) drei Nächte verbracht. Am ersten Abend war der Service zwar nett, aber recht unaufmerksam und das Essen mehr schlecht als recht. Am zweiten (und dritten) Abend war alles wie ausgewechselt: mehr Personal draußen, aufmerksamste Bedienung, liebevolle Tischdekoration und ein Essen, das wir hier nicht für möglich gehalten hätten. Die Erklärung dafür saß am Nebentisch und wohnte seit dem Nachmittag im Chalet neben uns: Die Schweizer Eigentümerin mit ihrem "Gefolge" war eingetroffen.
Wie war das noch mit der Katze, die nicht im Haus ist......? 🙁
Mit nachdenklichen Grüßen Armin
SerengetiThemenstarter354 Beiträge · seit 201003. Juli 2011 · #85
Hallo Armin,
ich weiß nicht, ob es nur am sogenannten Schlendrian lag. Man gab sich nämlich in der Lodge (zumindest bei uns) sehr große Mühe. Das Personal war sehr freundlich und der service beim Dinner in Ordnung. Oft haben wir in Namibia erlebt, dass das schwarze Personal überhaupt nicht angelernt war, vernünftig zu servieren oder auch zu agieren, wenn Teller und Besteck abzuräumen waren. Auf Grootberg merkte man, dass eine Schulung in der Vergangenheit vorhanden gewesen sein musste.
Bei uns war die Verpflegung ein wirklich Riesenproblem. Die Produkte waren schlecht und die Zubereitung ebenfalls. Das lässt den Schluß auf schlechtes Personal in der Küche zu. Dies war aber leider auf unserer Reise keine Seltenheit. Ich hatte das Preis/Leistungsverhältnis in teuren Lodges schon angesprochen. Vielleicht ist man, aufgrund des großen Booms bzgl. Namibiareisen in der jüngsten Vergangenheit ein klein wenig "unsensibler" in der Bewirtung von Gästen geworden. "Wenns denn läuft könnte man evtl. hier und da noch einsparen" . Einerseits wohl eine unglaubliche Preisentwicklung nach oben bei andererseits wohl auch sinkendem Qualitätsangebot. Ist aber auch bei uns in Europa ähnlich. Wenn z.B. in unser Süddeutschen Zeitung ein Lokal in München oder Umgebung gut bewertet wird, kann man nach einigen Monaten dann nicht mehr hingehen. Die Qualität hat nachgelassen. Man sieht das Ganze dann quasi als Selbstläufer und meint nicht große Mühen walten lassen zu müssen
Gruß Serengeti
SerengetiThemenstarter354 Beiträge · seit 201007. Juli 2011 · #86
Tag 15
Die Nacht war angenehm kühl und es war ruhiger Schlaf. Margit hörte etwas am Bungalow gegen morgen „vorbeihuschen“. Die Guides erklärten uns dann am Morgen die Spuren des Leoparden neben unserer Hütte. Etwa 20 Meter neben unseren Köpfen lief der Leopard auf seiner Jagd vorbei. Nun, gehört haben wir ihn dann schon mal. Sehen wird schwieriger, obwohl in dieser nächtlichen Situation ich ihm auch nicht begegnen wollte. Die Guides hatten ja auch davor gewarnt.
Nach dem Frühstück konnte man 2 verschiedene Touren buchen. Eine Pirschfahrt zu den Wüstenelefanten und eine 6 stündige Tour zu den Himbas. Da wir die Elefanten bereits live gesehen hatten als sie in Twyvelfontein auftauchten, entschlossen wir uns für die Himbatour. Die Lebensweise der Himbas wird auf dieser Fahrt vorgestellt sowie ihre Kunstfertigkeit bei Herstellung der Farben und der bekannten Frisuren. Wir fuhren mit einem Jeep, 2 Guides (ein Guide war ein Himba) und einem älteren schweizer Ehepaar in das Kaokaveld hinein.
Wir kamen in ein Flussbett an dem über Kilometer lang dicht an dicht Palmen wuchsen. Es waren nur die Vögel zu hören. Papageien in verschiedenster Färbung bevölkerten die Palmen Wir pausierten immer wieder und die Guides erklärten uns Flora und Fauna sowie Tierwelt. Nach langer Fahrt entdeckten wir das Dorf. Die Männer waren nicht im Dorf. Sie hüteten das Vieh. Die Frauen und Kinder begrüßten uns freundlich. Die Guides munterten uns auf Fotos zu machen. Da waren wir doch sehr zurückhaltend. Es liegt mir irgendwie gar nicht, wie ein typischer Touri (was wir allerdings ja sind) aufzutreten und Menschen in ihrem Lebensumfeld abzulichten. Aber wir konnten erkennen, dass die Frauen und Kinder ganz wild darauf waren, dass wir fotografierten und diese Fotos sofort herzeigten. Ich musste Videoaufnahmen machen und diese dann sofort den Frauen zeigen. Erst dann waren sie zufrieden. Sie lachten über sich selbst und waren glücklich, wenn wir Alles erfahren hatten. Die Zeit scheint hier stehen geblieben zu sein. Wir haben uns mehrmals überlegt, ob dies Alles reine „Tourimasche“ ist oder ob wir es tatsächlich mit Menschen zu tun haben, die fernab der Zivilisation ihr eigenes Leben führen. Wir haben es nicht weiter hinterfragt und nahmen einfach Letzteres an.
Wir kauften noch ein wenig Kunsthandwerk ein. Hier hatten uns die Guides gewarnt. Wir müssen handeln. Nur dann sind die Frauen zufrieden. Das taten wir dann auch und die Guides achteten darauf, dass keine der Parteien „über den Tisch gezogen wird“. Wir ließen dann noch Maismehl, Zucker und andere wichtige Lebensmittel zurück, verabschiedeten uns und nahmen noch zwei junge Frauen mit zu einer 2 Kilometer entfernten Flussfurt. Diese mussten dort auf die Palmen, um Blätter mit einer Machete zu „ernten“. Man benötigte diese zum Ausbessern der Hüttendächer.
Nach Rückkehr haben wir nun am Bungalow in der Lodge noch ein wenig relaxt, werden jetzt duschen und zum Dinner gehen. Auch heute versprechen wir uns nicht viel davon. Übrigens, das Pärchen, welches heute die Tour zu den Wüstenelefanten gebucht hat, kam sehr enttäuscht zurück. Keine Sichtung trotz intensiver Suche. Puh, dafür ist dann der Preis für den Drive auf Grootberg ganz schön „happig“. Überhaupt sind die Preise der Touren auf Grootberg bislang m.E. mit Abstand fast schon als exorbitant hoch zu bezeichnen. (Anmerkung bei Einstellen des Berichtes: Dem Pärchen hatte man erzählt, dass eine Nichtsichtung der Wüstenelefanten ausgesprochenes Pech sei und man dies in den letzten Wochen nicht erlebt hätte. Wenn ich mir nun den Bericht von Champagner ansehe, war die Auskunft der Guides eine glatte Lüge. )
Später geht es dann zum Dinner. Oje, ich möchte dann hierüber auch keine Worte mehr verlieren. Da wäre die Zeit für das Schreiben zu schade und die Angst vor Hyperventilation zu groß. Im Ergebnis ging fast das gesamte Dinner (nicht identifizierbare Lammrippen) zurück. Wiederum nicht nur bei uns. Heute mussten wir zum Essen das erste Mal Malarone schlucken, da es morgen in die Etosha geht. Das Risiko Malaria ist uns bei den aktuellen Verhältnissen zu groß. Wir entschließen uns diesmal Malarone nicht als stand by sondern schon vorab zu nehmen. Wenn ich mir das so überlege, war die Tablette fast die einzig feste Nahrung heute Abend. Wir kamen noch etwas länger ins Gespräch mit den Schweizern, die uns zu den Himbas begleitet hatten. Nach diversen Weltreisen war nun der afrikanische Kontinent an der Reihe. Ich hatte ja im Vorfeld unserer Reise viel geplant und gelesen und kannte deshalb diverse Lodges in Namibia und Botswana aus Berichten und Bewertungen. Aber die Schweizer hatten wirklich überall die absolut besten Luxuslodges auf Ihrer Reise gebucht. Sie fahren 3 Wochen durch Namibia dann 1 Woche nach Botswana incl. Inlandsflug ins Okavango. Zum Ausklang haben sie zur Erholung noch eine Woche Mauritius drangehängt. Ein absoluter Traum! Zur Situation in Etosha wurden wir immer wieder „vorgewarnt“. In dieser schwierigen Zeit nach dem Starkregen hätten sich überall Pfützen und Wasserstellen gebildet. Die Tiere sind somit im Park bzw. „weg von der Strasse“ im Park verteilt. Fast niemand sah Katzen oder mehrmals Elefanten. Sehr große Enttäuschung machte sich bei den Besuchern der Etosha breit. Na das kann ja was werden.
Nach dem Essen und der netten Unterhaltung sitzen wir dann noch vor unserem Bungalow am Rande des Canyons bei einem Gläschen Amarula auf Eis. Das Eis hat uns der nette Barkeeper mitgegeben. Der kennt uns mittlerweile.
Es herrscht absolute Stille. Nein, nicht ganz. Rechts in der Steilwand brüllt der Pavian seine Herde in der Dunkelheit zusammen. Links hört man die Grillen Afrikas und der warme Wind wirbelt im Canyon hoch. Darüber ein dichter Sternenhimmel, der sich über die gesamte Szenerie spannt. Das ist kein Wunschdenken oder Lesestoff eines alten Kitschromans, sondern es ist live erlebt. Wir sind tatsächlich mitten drin. Völlig unfassbar. Zwicken bitte Dann geht’s in die Federn und wir träumen von weiteren Erlebnissen in diesem wunderschönen Land. Sleep well, good night.
Topobär5'479 Beiträge · seit 200907. Juli 2011 · #87
Es stimmt mich traurig, hier schon zum wiederholten Male zu lesen, dass es mit der Grootberglodge anscheinend bergab geht. Ich habe diese Lodge noch immer als eine der besten Unterkünfte in Namibia in Erinnerung, auch bei der Verpflegung. Wir waren 2005 dort, also nicht allzu lange nach Eröffnung. Damals wurde die Lodge noch von einem italienischen Paar gemanagt, die die Ausbildung des Personals und die Übergabe der Verantwortung in die Hände der Community übernahmen.
SerengetiThemenstarter354 Beiträge · seit 201007. Juli 2011 · #88
richtig. Nach Auskunft des Personals musste allerdings darauf folgend eine schweizer Gesellschaft das "Ausbildungsprogramm" übernommen haben. Dieses war ca. 6 Monate vor unserer Ankunft beendet. (so zumindest mein Kenntnisstand)
danke für deinen aufschlussreichen Bericht! Toll gemacht!
Habe im August auch die Grootberg Lodge gebucht und freu mich schon sehr darauf.
In kulinarischer Sicht mache ich mir aber mal keine allzu großen Hoffnungen... 😉
Etosha und Swakpomund bzw. Walvis Bay stehen ebenfalls noch auf meinem Programm. Die Kombi-Tour von Küste und Düne habe ich auch schon gebucht (Sandwich Harbour). Wird bestimmt toll.
Gruss Jochen
Letzte Reise:
Namibia August 2011 - Etosha, Grootberg, Walvis Bay, Durban (SA)
Foto-Reisebericht!Insgesamt: 6x Südafrika, 2x Namibia, 1x Botswana, 1x Kenia
13 Nächte Krüger Park - Fotos!Nächste Reise - wohin???
SerengetiThemenstarter354 Beiträge · seit 201007. Juli 2011 · #90
Hi Jochen,
ich beneide Dich. Die Lage und die Aussicht von G. ist absolute klasse. Evtl hast Du ja auch Glück mit der Verpflegung. Da sehr viele unzufriedene Gäste vor Ort waren könnte es ja sein, dass man "reagiert".
Und die Kombi Tour in Swakop, insbesondere die 4X4 Tour am Nachmittag war sensationell. Schade, daß bei uns das Wetter nicht so mitgespielt hat.
Gruß Serengeti
Gerd19425'538 Beiträge · seit 200807. Juli 2011 · #91
Hallo Serengeti,
danke für die wiederum sehr guten Fortsetzungen. Ich hoffe fest, dass das mit der Grootberg Lodge ein Ausrutscher war, denn ich kenne sie wirklich nur von ihrer besten Seite. Sowohl das Personal wie auch die angebotenen Leistungen haben mich immer überzeugt, wobei die Ausflüge tatsächlich nicht zu den preiswertesten zählen.
Bei meinem vorletzten Besuch eines Himbadorfes habe ich nach einer Postadresse gefragt und dann von allen Bildern, die ich gemacht hatte, einen Abzug dahin geschickt. Die Bilder sind auch dort angekommen und die Frauen haben sich sehr darüber gefreut.
Liebe Grüße Gerd
SerengetiThemenstarter354 Beiträge · seit 201007. Juli 2011 · #92
Hallo Gerd,
dann scheint dies tatsächlich keine, wie ich es formulierte, "Tourimasche" zu sein. Somit "reut es mich auch nicht, dort einiges an Geld beim Einkauf gelassen zu haben.
LG Serengeti
P.S. Die Preise der Drives, ich hab es mir nochmals angesehen, sind wirklich hefig.
marimari2'240 Beiträge · seit 201107. Juli 2011 · #93
😎 Hallo interessante Fortsetzung-Danke..Grootberg habe ich nicht gebucht..bei uns wird's die Ai Aiba u. Vingerklip werden. geht es nacher weiter in die O-Lodge? LG Mari
SerengetiThemenstarter354 Beiträge · seit 201008. Juli 2011 · #94
Hi Mari,
falls Du das Okaukuejo Restcamp meinst, liegst Du richtig
LG Serengeti
SerengetiThemenstarter354 Beiträge · seit 201010. Juli 2011 · #95
Tag 16
Heute soll es in die Etosha gehen. Es war hier am Grootberg eine fantastische Nacht unter einem gigantischen Sternenhimmel. Wir konnten vom Bett aus über den Canyon in den Himmel blicken. Ich habe deshalb nicht viel geschlafen, bin aber dennoch total relaxt und ausgeruht.
Wir packen bereits um 6 Uhr. Dann um kurz vor 7 zum Frühstück. Heute habe ich mir ein „Gesundheitsfrühstück“ bestellt. Müsli, Obst und Brot mit Marmelade. Gestern hatte ich Farmer Frühstück. Eier mit Speck und Bohnen. Nun, auch beim Frühstück gäbe es durchaus Grund zu klagen hier in Grootberg. In allen bisherigen „günstigeren“ Unterkünften bekamen wir ganz normal Müsli und Eier mit Speck. Daneben Wurst und Käse etc. Da gab s nirgendwo „Auswahlkriterien“. Also kulinarisch war Grootberg gar nix. Eine Qualitätsschulung müsste mal her, um die richtige Balance zwischen tollem Ambiente und Verköstigung herzustellen. Wir wurden dann wieder mit privatem Chauffeur zu Tal gebracht. Der nette Gateöffner erwartete uns bereits unten und half die Koffer im Auto zu verstauen. Stolz präsentierte er uns sein Werk. Blitzblank hat er gestern Nachmittag unser Wägelchen geputzt und gewienert. Kein Staubkörnchen mehr am Fahrzeug. Und dies nach der Schlammschlacht in Swakopmund. Das war tolle Arbeit von dem Knaben. Er bekam ein fürstliches Trinkgeld, über das er sich immens freute.
Dann ging es wieder auf die Pad C40, 75km durch die Bergwelt bis Kamanjab. Kamanjab ist ein kleines Kaff bereits wieder in einer steppenreichen Gegend in Höhe Etosha. Allerdings muss man, um in die Etosha zu gelangen erst 150 km nach Süden und dann wieder 120 km nach Norden fahren. Eine Querverbindung existiert nur über ganz schlechte Farmstrassen. Das wollten wir uns nicht antun. Insbesondere nicht nach dem Regen und den Unwettern. Also erstmals seit 5 Tagen wieder auf Teer Richtung des Städtchens Outjo. Die Fahrt war sehr eintönig und ermüdend. Das ist auf dieser Straße eben das Gefährliche. Die ermüdende Eintönigkeit von 1,5 Stunden Fahrt. Hinzu kommt, dass bis zum Fahrbahnrand halber Meter hoher Grasbewuchs vorherrscht. Alles mögliche Getier kommt somit direkt aus dem nicht einsehbaren Gras auf die Fahrbahn. Und wenn einem so ein Warzenschwein in den Kühler brummt, ist das kein Spaß mehr. Nun, es ging gut und wir kamen in dem netten Städtchen Outjo wohlbehalten an. Outjo kann man als „Knotenpunkt“ bezeichnen. Viele Straßen laufen hier zusammen, um dann in die Etosha durch das südliche Anderson Gate zu gelangen. Man kauft hier nochmals größer Vorräte ein. Es gibt einen Supermarkt, Post, deutsche Bäckerei, Metzgerei sowie Reparaturwerkstatt. Alles sehr „deutsch und sauber“ hier.
Wir kauften in der Bäckerei ein, die sogar ein Internetcafe angeschlossen hatte. Hier konnte ich das Notebook anschließen und den 2.Teil unseres Berichtes verschicken. Danach noch getankt und weiter die letzten 100 km zu meinem Highlight des Urlaubs, Etosha. Endlich wieder Tiersafaris, ähnlich wie im Krüger. Margit meint, ich solle mir nicht zu viel erwarten. Die Enttäuschung wäre möglicherweise zu groß. Weshalb denn? Die Etosha wird noch vor dem Krüger als bester Tiernationalpark beschrieben. Große Herden tummeln sich hier. Wir kommen endlich im Okaukuejo Rest camp in Etosha an und checken in unser Chalet ein. Das Camp wurde vor einigen Jahren restauriert und sieht m.E. klasse aus. Es ist zwar sehr groß, doch verlaufen sich die Gäste sehr gut. Wir haben ein sehr geräumiges Bushchalet. Riesenschlafzimmer, getrennter Ess- und Küchenbereich mit kleiner Terrasse und Grillplatz.
Schnell Koffer ausladen und auf die erste Pirschfahrt bis zum Sonnenuntergang. Aber was war das denn? Die Etoshapfanne, welche mitten im Park normalerweise fast ausgetrocknet ist, war durch den starken Regen fast voll gelaufen. Überall im Park Wasserpfützen. Damit sind die Tiere nicht mehr auf die Wasserstellen angewiesen und sehr schwer zu finden. Daneben ist das Gras sehr hoch. Ebenfalls der Strauchwuchs. Die Beobachtung ist sehr, sehr schwierig.
Wir sichten lediglich ein paar Oryxe, Springbockherden, Zebraherden, Giraffen. Eine schwache Ausbeute. Uns fällt auf, dass uns die Landschaft des Krüger sehr viel besser gefallen hat. Diese ist abwechslungsreicher und nicht so monoton wie die Etosha (zumindest im Bereich Okaukuejo). Möglicherweise fällt uns dies deshalb so auf, da auch keine Tiere zu sehen sind. Mit Tierherden auf der weiten Steppe mag sich das ganz anders darstellen. Sehr schade. Margit hatte recht. Wir beeilten uns dann, um noch vor Sonnenuntergang zurück ins Camp zu kommen und sahen plötzlich eine Schlange mitten auf der Fahrbahn liegen. Sie wollte sich nicht so richtig fotografieren lassen und zischte uns böse an.
Im Camp angekommen war es dann schon dunkel. Wir sahen noch schnell zum beleuchteten Wasserloch des Camps. Aber auch hier Fehlanzeige. An der Bar des Camps trafen wir dann noch 2 Österreicher, die wir auch schon in der Grootberg Lodge kennen gelernt hatten. Auch sie waren ziemlich „angefressen“. Nur einige Zebras heute. Wollen mal sehen, was der Osten des Parks die nächsten Tage hergibt. Zu essen gab es heute „Schmalkost“. Das Camp ist „berühmt“ für schlechtes Buffet. Zumindest waren dies im Forum die „Vorschusslorbeeren“. Das Geld geben wir nicht aus und haben deshalb Wurst, Käse und Brot in Outjo eingekauft. Wir hatten aus dem Forum erfahren, dass es wohl keine Grillmöglichkeit vor den Chalets gäbe. Deshalb wurde auch kein Grillfleisch eingekauft. Schade, denn die Möglichkeit zum Grillen ist vorhanden. (Anmerkung bei Einstellen des Berichts in das Forum: Augenscheinlich hat sich die Qualität des Buffets in Okaukuejo sehr gebessert. Insoweit siehe andere Reiseberichte). Auf unserer Terrasse wird gespeist. Die Moskitos sind auch schon da. Gut, dass wir die Malariaprophylaxe eingeworfen haben. Zum Nachtisch gab es die zweite Pille. Da wir morgen wieder zeitig auf die Pirsch wollen, geht es nun in unser Quarantänezelt. Über dem Bett ein riesiges Moskitonetz. 4x4 Meter um das Bett und oben als Zeltdach. Sieht super aus. Na dann Gute Nacht.
SerengetiThemenstarter354 Beiträge · seit 201014. Juli 2011 · #96
Tag 17
Hoffentlich ein gutes Omen dieser Freitag. Nun, wir sind, wie in den Parks üblich, sehr früh auf den Beinen. Um 5.30 Frühstück. Ein großer Tisch mit Heinz Rüdigers (Hey Champagner, oder soll ich Achims sagen?) ist noch nicht ausgeschlafen, so können wir in Ruhe das wirklich gute Frühstücksbuffet genießen. Auch hier werden die verschiedensten Variationen mit Ei vor den eigenen Augen und nach eigenen Wünschen zubereitet. Oh Grootberg Lodge, warum ging das bei Dir nicht?
Der Speiseraum ist ziemlich groß und man kann sich vorstellen, dass hier bei gutem Besuch die Hölle los ist. Wie gesagt, nicht um 5.30 !
Nach dem Frühstück unser erster eigener Morning Game Drive in Etosha. Wir schlagen gleich eine Seitenstraße ein. Danach geht es an eine Kreuzung zu. Gesperrte Straße. Wir haben gehört, dass Straßen gesperrt wurden, wenn sie mit normalem PKW nicht befahrbar sind. Da wir ein höheres Gefährt haben, fahren wir ein. Nach 1 km erspähen wir eine große Hyäne, die mit 4 Schakalen um die Reste einer Antilope kämpft. Eine Zeitlang halten wir uns hier auf und sehen zu. War ja schon ganz viel versprechend für den Anfang.
Danach fahren wir stundenlang die staubigen öden Straßen des Parks ab und finden zwar größere Herden von Impalas und Springböcke, auch einige Oryxe, Zebras und Giraffen, jedoch bei weitem nicht in der Vielzahl, wie wir vermutet hatten. Keine Elefanten und keine Katzen. Bisher waren die bei jedem Game Drive dabei. Hier ist Alles anders. Aber nicht nur die mangelnde Tierwelt, war enttäuschend. Auch die Landschaft (ohne Tierherden) hat uns nicht unbedingt in ihren Bann gezogen.
Obwohl wir es während des Tages nicht aussprechen, am Abend stellen wir fest, dass wir doch des öfteren an den Krüger denken mussten. Wunderbare Landschaften wechseln im KNP. Tolle view points und Picnic sites sind vorhanden. Vielfältige Tierwelt etc.etc. Nun, wir haben jetzt in Etosha nur den Bereich um Okaukuejo gesehen. Morgen wollen wir in Richtung Osten des Parks. Mal sehen ob wir unsere Enttäuschung in Grenzen halten können. Nach 6 Stunden hin und her auf staubiger Straße haben wir erst einmal genug. Immerhin, das sollte noch Erwähnung finden, haben wir 32 Grad bei strahlendem Sonnenschein. Wir fahren zurück ins Camp, essen eine Kleinigkeit und knallen uns an den wirklich sehr schönen Pool. Wir hüpfen auch in das kühle Nass und spülen den Staub ab.
Nach kleiner Siesta im Liegestuhl geht es dann frisch gestärkt nochmals für 3 Stunden bis zum Sonnenuntergang auf Pirsch.
Nur Springböcke und das übliche Löwenfutter zu sehen. Wir waren schon kurz davor das Handtuch für den heutigen Tag zu schmeißen, als wir eine Kurve nahmen und plötzlich standen mitten auf der Fahrbahn sechs ausgewachsene Elefanten und ein kleiner Elefant. Wir stellten das Auto leicht schräg um besser fotografieren zu können. Wir hatten sie ganz für uns alleine. Da kamen sie näher auf uns zu. Mist, Auto wieder gerade stellen und Rückwärtsgang rein. Die Fahrbahn war ca. 5 Meter breit und die Elefanten kamen kerzengerade auf der Fahrbahn uns entgegen. Ich hatte beim besten Willen nicht den Nerv stehen zu bleiben und sie 1-2 Meter am Auto vorbeiziehen zu lassen.
Also immer rückwärts und die Elefanten hinterher. Zeit zum Drehen hatte ich nicht. Wie lange wollen die das so treiben? Uff, endlich bog der Leitbulle in die Lichtung ab und die Gruppe hinterher. War ein ganz schönes Erlebnis. Da tut sich den ganzen Tag nichts und kurz vor Sonnenuntergang so eine Aufregung.
Wir fuhren zurück ins Camp und genossen noch einen wunderschönen Sonnenuntergang am Wasserloch (ohne Tiere). Dann unter die Dusche und auf der Terrasse in Begleitung unserer zwei Haustiere (mittelgroße Geckos), die sich die Falter schmecken ließen, den Rest vom geräucherten Springbock und Käse einverleibt. Danach waren wir doch ziemlich kaputt und fielen müde in die Federn.
Topobär5'479 Beiträge · seit 200915. Juli 2011 · #97
Serengeti schrieb: Leitbulle
Besserwisser-Modus an: 😉
Elefantenherden haben immer eine Leitkuh, nie einen Leitbullen. Die Bullen leben allein und schließen sich nur kurzfristig einer Herde an, wenn sich dort eine paarungsbereite Elefantenkuh befindet.
Hi Serengeti, schööööön wieder Deinen Reisebericht und die tolle Bilder.😃 Danke das wir wieder "mitfahren" durften.:)
Liebe Grüße Cécile 🙂
"I never knew of a morning in africa when I woke up and was not happy". Ernest Hemingway
Reisebericht:2010 "Nach 4 Anläufen als Selbstfahrer in Namibia"
http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/140297-nach-4-anlaeufen-als-selbstfahrer-in-namibia.html
Reisebericht 2011 Eine neue Erfahrung....
http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/187663- eine-neue-erfahrung.html
2007 ,2008 ,2009 2mal ,2010,2011 Namibia Botswana.
2011 Shanghai, 2012 Florida Virgin islands Karibik.
2012 Namibia und KTP
2013 Das erste Mal Südafrika Kruger NP
2014 Kapstadt und Kruger NP
2015 Kruger National Park
2016 kruger National Park
2017 Kruger National Park
2 KLICKS auf die "SONNE" und man liest den Reisebericht OHNE Kommentare !!!!!
jetzt hab ich (endlich) mal Deinen ganzen Bericht nachgelesen. Vielen Dank dafür, Du hast Dir jede Menge Mühe gemacht und auch ich als Leser hatte ganz schön zu tun ...
Du hast wunderbare Fotos und Deine Berichterstattung ist außerordentlich.
Nicht so gut hat mir der Anfang mit den Busgruppen gefallen. Die hast Du ganz schön in die Pfanne gehauen. Ich versteh Dich zwar ganz gut, aber man muss für diese Gruppen auch eine Lanze brechen. Wir hatten letztes Jahr (natürlich auch angefangen mit der Anib Lodge) gleich am ersten Tag auch eine Gruppe aus Rosenheim. Die waren schon auch etwas lauter, aber wir haben das nicht für so schlimm empfunden.
Auch beim game-drive erging es uns ähnlich wie Dir: jede Menge Leute, ich glaub das waren um die 6 Fahrzeuge, aber das hat sich dann ganz gut verlaufen, weil jedes Auto in eine andere Richtung fuhr. Und den sundowner hatten wir dann mit den Leuten von unserem Jeep ganz allein.
Na ja, wir haben die Rosenheimer immer mal wieder getroffen, die hatten auch einen "Bahee" dabei, und das war ein ganz ein Lustiger. Und ein ganz ein Informativer. Was wir auch bemerkt haben waren diese ewigen Reibereien in dieser Gruppe. Aber so ist das halt, wir haben uns eigentlich ganz gut vertragen - und uns war wieder mal bewusst geworden, warum wir diese Art der Gruppenreise nicht so mögen.
Was man auch nicht vergessen darf: der Preis auf der Anib ist ja enorm günstig. Ich will jetzt grad nicht nachschauen, aber ich mein so um die 80 Euro für 2 Personen. Dass da auch die Busgruppen hinfahren, ist eigentlich logisch. Das muss so sein, da braucht der Reiseveranstalter mal eine Unterkunft, die den Preis ein wenig nach unten drückt.
Wir würden, falls wir jemals wieder in diese Gegend kommen, in die Intu Zebra Lodge gehen. Das ist aber auch eine ganz andere Liga.
Wir freuen uns schon auf die Fortsetzung, bis bald,