Ihr habt (zumindest bisher) die gleichen Unterkünfte gewählt wie wir im vergangenen Jahr.
Anib-Lodge: da geb ich Dir völlig Recht, auch für uns die ersten so fremenden Tiere in einem so fremden Land. Das war KLASSE !!!
Canon-Lodge: die Häuschen - einfach eine Schau, und der Pool ... Was uns dort auch sehr gut gefallen hat war das Farmhouse. Gutes Essen und sehr nette Leute.
Klein Aus Vista: tja - da hast Du (zumindest aus unserer Sicht) schon Pech gehabt. Zwar kennen wir "Dein" Häuschen nicht, aber wir hattten "The Rock" und waren restlos begeistert. Und das Bett ... Und das Braai ... Und der Wind - der war nämlich bei uns genauso fürchterlich. Aber bei einem knisternden Kaminfeuer lässt sich´s schon gut aushalten. Das Frühstück haben wir vorne im Haupthaus eingenommen. Uns hat die Kaffeesahne auch nicht grad so gut gefallen ...
So - jetzt sind wir mal gespannt wie´s bzw wo´s bei Dir weitergeht. Ich tipp einfach mal auf Desert homestead. Mal schauen ...
Dein Pech mit Eagles Nest hat doch auch Vorteile. Wie oft darfst Du wieder kommen, bis Du eine Chance auf Dein Wunschhäuschen hast...:)
Herzliche Grüße Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheitwww.butterblume-in-afrika.de
Champagner8'678 Beiträge · seit 201031. Mai 2011 · #64
@Alex
Klasse mal wieder!
Du schreibst:
>>>25 wunderschöne Pferde kommen zur Wasserstelle. Manche schwarz, andere braun mit blonder Mähne, Fohlen dabei. Sehr energiegeladene Pferde. Sie wälzen sich, galoppieren, springen und wiehern. Man merkt sofort, dass es Wildpferde sind. Es macht Spaß ihnen zuzuschauen. Nach 15 Minuten ist das Schauspiel vorbei. Sie verschwinden wieder nach und nach in der Wüste. Als wir zurück zur Straße fahren, kommt uns ein Auto entgegen, sie werden die Pferde vielleicht gerade noch in der Ferne verschwinden sehen.<<<
Falsch, gaaaanz falsch! Die sind auf Rollen und werden immer an die Tränke gefahren, wenn ein Auto kommt! Frag meine Schwester! Wir hatten Pech: weil Sonntag war hatten die meisten Kulissenschieber frei und es gab nur 3 Pferde.
Ach, und noch eine Frage hab ich: welches Häuschen hattest du gleich noch mal in Klein Aus Vista reserviert??? *duck* und *weg* 🤪
Alex0807Themenstarter351 Beiträge · seit 201001. Juni 2011 · #65
Hi,
@ Mariana ich glaube unsere nächst Reise geht nicht nach Klein Aus Vista 😈 Nein, im Ernst. Ich häte gern mal den Caprivi, dann müssen wir leider nen Süden weglassen, oder mindestens 6 Wochen bleiben. Da speilt dann der Chef emiens Mannes nicht mit 😐
@Champus achso ist das mit den Pferdchen, irgendwie hab ich mir gleich gedacht : Wie komisch sie kommen,wenn auch wir kommen....? Achja: Eagles Nest hat niocht genug Platz für Busreisen 😁 😉 und *duck und wech* 😛 War en Spaß
LG und einen schönen Tag Alex
Alex0807Themenstarter351 Beiträge · seit 201001. Juni 2011 · #66
DI.3.5.
Als wir aufwachen, wird es schon langsam hell. Es ist 5.10 Uhr. Wir kochen uns einen Kaffee und setzten uns vor das Haus. Es herrscht eine atemberaubende Stille. Um 6.55 Uhr verlassen wir Mountain View
und fahren zum Desert Horse Inn zum Frühstück. Es gibt wie schon gewohnt leckeres Frühstück. Ich sage meinem Mann, dass das kein Vergleich mit den Frühstücken ist, die wir in den USA mehr oder weniger genossen haben. Muss ja mal anfangen vorzubauen, wie unsere zukünftige Urlaubsplanung aussehen könnte 😗 😗 . Ein paar Tische entfernt sitzen die Mädels aus München. Wir werden sie heute zum letzten Mal sehen.
Wir checken aus und eigentlich haben sie es hier nicht verdient 😠 , aber ich kaufe ein ganz tolles Lederarmband und eine CD mit traditionellen Nama Liedern. Die hören wir jetzt im Auto. Wir fahren in Aus tanken, zur Tankstelle gehört ein kleiner Laden, in dem man sich mit allem Nötigen versorgen kann. Nötig ist für mich vor allen Dingen ein neuer Notizblock für meine Aufzeichnungen (und neuer Rotwein, man weiß schließlich nie was kommt 😎 ). Vor der Tankstelle steht ein zerdellerter Wagen. Wir beschließen vorsichtig zu fahren, weil wir so nicht enden wollen.
An der Commonwealth Kriegsgräberstätte halten wir an. Mein Mann schaut sich immer mal ganz gerne Grabsteine an. Dabei hat er eigentlich noch Zeit, sich einen auszusuchen 🤪 . Wir fahren die C13 Richtung Norden,
biegen aber dann auf die D707 ab.
Heute haben wir keinen langen Weg und so halten wir mitten auf der Straße an. Wir klappen die Ladeklappe herunter, holen uns 2 Bier, setzen uns auf die Ladeklappe und machen Frühschoppen.
Nebenan auf der Wiese stehen 2 Strauße. Autos kommen keine. Wir sind mal wieder völlig allein. Wir genießen unser Bier, die Stille, die tolle Landschaft, die Straße aus feuerrotem Sand. Zwischendurch baut Reimund das Stativ mitten auf der Straße auf und wir machen ein Foto mit Selbstauslöser. Mittlerweile sind fast 45 min vorbei und immer noch kommt niemand. Dann fahren wir weiter, man gewöhnt sich sonst so leicht an die Einsamkeit.
Wir erreichen unser Tagesziel, die Namtib Farm, um 11.30 Uhr. Wir sprechen eine Weile mit Linn Maulhardt, der Frau des Farmers. Auf dem Farmgelände leben unter anderem Geparden, Leoparden, Hyänen, Schakale und diverse Antilopen(Kudu, Oryx, Steinböckchen ). Die Farmers greifen aber erst ein, wenn mehr als 10% der Nutztiere Raubtieren zum Opfer fallen, sagt Linn. Ansonsten erzählt sie uns, dass jedes Jahr 45 deutschsprachige Touristen Namibia im Zinksarg verlassen. Nicht wegen Überfällen oder Tieren. Sondern wegen überhöhter Geschwindigkeit und dadurch resultierende Autounfällen auf Namibias Straßen.
Nachdem wir unser Zimmer bezogen haben, erklimmen wir kurz die Aussichtsterrasse. Es sind nur ein paar Stufen bis dort hinauf, man hat abe einen tollen Blick.
Auf dem Rückweg durch die Botanik, erwähne ich laut, dass es jetzt doch wirklich an der Zeit ist, mal ein paar Spinnen zu sehen. So quasi um den Ekelfaktor zu erhöhen. Die Rechnung für mein vorlautes Mundwerk folgt auf dem Fuße 😮 : eine gelb-grünliche größere Spinne zwischen den Blättern der Aloe. Ups, und davon nicht nur eine! Die Geister die ich rief…!Naja, eigentlich sehen sie ganz interessant aus, solange sie sich nur nicht bewegen 😵 . Wir glauben, dass es sich hierbei um Brutnetzspinnen handelt(Wer es besser weiß, bitte Bescheid geben).
Wir sitzen gerade vor unserem Zimmer auf der Veranda und essen ein paar Chips, als wir eine Kanne Kaffee gebracht bekommen. Wie nett. Danach entscheiden wir uns, den Naturlehrpfad, den Linn angelegt hat, zu gehen. Wir sind heute die einzigen Gäste auf der Namtib. Wir gehen davon aus, dass sonst keine Aktivitäten stattfinden. Der Namtib Botanical Hiking Trail führt circa 1,5 Stunden um die Farm herum. Über Stock und über Stein, bergauf und bergab. Verschiedene Pflanzen werden in einer "tragbaren Kartei" beschrieben , samt ihrer Bedeutung oder auch Verwendung. Uns gefällt das sehr gut. Die Farm liegt landschaftlich wirklich schön.
Wir finden einen dicken Haufen „Granulat“ mitten auf dem Weg 🤩 . Eigentlich wissen wir, was es ist. Wir kommen schließlich vom Land. Aber mein Mann muss ein Kikki zwischen den Fingern zerbröseln 🤢 , um zu sehen , ob es das auch wirklich ist. Ich sage nur Sagrotan. Thorsten Theile (Farmer)erklärt uns später, dass die Klippspringer sowas wie eine Toilette haben und sich nur an bestimmten Stellen entleeren. Als wir von unserer Botanikrunde zurückkommen, bringt Thorsten uns ein kühles Bier! Zum Sonnenuntergang gehen wir wieder auf die Aussichtsterrasse. Sehr schön sieht es aus, wie die Sonne hinter den Bergen verschwindet.
Zum Abendessen gehen wir ins Farmhaus. Essen gibt es zusammen mit Familie Theile am Tisch. Thorstens Schwester ist mit ihren beiden Kindern zu Gast. Außerdem die beiden Söhne von Thorsten und seine Eltern. Thorstens Schwester erzählt, dass sie seit 30 Jahren in Namibia lebt und noch nie eine Vogelspinne gesehen hat. Bei mir keimt so etwas wie Hoffnung: warum soll dann mir eine begegnen. Überrascht erfahren wir, dass Osama bin Laden tot ist. Uns war gar nicht aufgefallen, dass wir vom Weltgeschehen nichts mitbekommen. Und es stört uns überhaupt nicht, dass das so ist. Man kann auch ganz gut leben, ohne ständig von irgendwelchen Nachrichten bombardiert zu werden. Zum Abendessen gibt es Gulaschsuppe, gemischten Salat, Spaghetti und Qryxbolognese. Zum Nachtisch ganz leckere Schokoladencreme mit Birnen. Herr Theile Senior erzählt uns von einem Nachbar, der seit Jahrzehnten Wetteraufzeichnungen macht. Dieser hätte ihn eines Tages völlig aufgelöst angerufen. Es gebe da am Himmel eine Wolkenbildung 🙄 , die hätte er noch nie gesehen, er wüsste so gar nicht, was das zu bedeuten hätte. Herr Theile hat sich fast nicht getraut dem Mann zu sagen, dass es sich hierbei um die Kondensstreifen eines Flugzeugs handelt 😁. In Namibia sieht man so gut wie nie ein Flugzeug am Himmel. Das ist uns auch schon aufgefallen. Wir die 60 km von Frankfurt leben, kennen besagte Wolkenbildung nur zu gut. Uns gefällt der namibische Himmel besser. Später draußen fragen wir Thorsten noch nach dem Kreuz des Südens. Und es ist genau dort, wo wir es vermutet hatten.
Um 20.45 Uhr liegen wir im Bett,ich vollgestopft mit ACC akut, Grippostad und Halstabletten. So versuche ich unter meinem Schnupfen nicht zu sehr, zu leiden.
Wieder haben wir Afrika einen Tag Leben abgerungen! Wir fühlen uns schon fast wie Helden.
eggitom1'247 Beiträge · seit 200901. Juni 2011 · #67
Hallo Alex
auf die Gefahr, mich zu wiederholen: Einer der schönsten Berichte, die ich hier schon gelesen habe!
Aber eines habt ihr verpasst, nämlich die Dünenwanderung mit Lynn. Aber die macht sie, glaube ich, erst ab einer bestimmten Anzahl Personen. Wenn's dich interessiert, schau in mein Tagebuch (Link unten) und suche den 12. September 2009.
Sorry Alex, das ist eigentlich deine Seite 😉 freue mich auf deinen weiteren Reisebericht und die Bilder sind einfach wunderschön 🙂 ich will nach Namibia 😈 Gruss Fahamu
Alex0807Themenstarter351 Beiträge · seit 201002. Juni 2011 · #70
Guten Morgen!
@eggitom
Danke 😊 😊
Ja, wir hatte eigentlich vor auf Namtib die Dünentour zu machen. Aber wie gesagt, wir waren leider alleine da....
Und Dein Reisebericht ist auch toll geschrieben, werden ihn mir mal komplett durchlesen, wenn ich mein Drama 😁 hier beendet habe.
@fahuma auch Dir Danke
allen einen schönen Vatertag LG Alex
Alex0807Themenstarter351 Beiträge · seit 201002. Juni 2011 · #71
MI.4.5.
Die Dusche heute Morgen ist etwas kalt, aber das wusste ich vorher. Das Wasser wird von der Sonne aufgeheizt, und die scheint nachts ja bekanntlich nicht. So geduscht fühlt man sich noch einen Tick frischer als sonst 😁 . Um 7 Uhr gehen wir zum Frühstücken, ein Teil der Familie ist schon da, der Rest trudelt nach und nach ein. Wir bewundern, mit welcher Ruhe hier gefrühstückt wird. Ganz im Gegensatz zu der Hektik, die morgens früh bei uns herrscht. Da ist noch nicht mal Zeit für ein gemeinsames Frühstück , sonst müssten wir um 5 aufstehen, und selbst dann wäre Frühstück in Ruhe nicht möglich 😠 .
Wir verabschieden uns von Familie Theile und fahren um 8.15 Uhr weiter über die D707,
später die C27.Um 10.38 Uhr fällt uns auf, dass außer einem am Straßenrand stehendem Auto und 2 Radfahrern (ich weiß nicht, wie die dass machen auf diesen „Straßen“) kein Zeichen menschlichen Lebens zu sehen war. Nur wunderschöne Natur. Wir erreichen Beta, Im Tank ist noch genug Benzin, also fahren wir weiter.Zwischendurch frage ich mal meine Mann, ober denn glaubt, dass wir richtig sind. Ja klar 🙂 ! Doch irgendwas haben wir falsch gemacht. Plötzlich sehen wir Duwisib Castle mitten in der Wüste auftauchen 🙄 . Nein, da wollten wir doch gar nicht hin, wir sind in Beta falsch abgebogen. Wir drehen um , ohne uns Duwisib Castle anzuschauen. Es sieht schon aus der Entfernung sehr klein aus, wir glauben nicht, dass das sich für uns lohnt. Als wir zurück nach Beta kommen, tanken wir jetzt doch und gehen noch ein paar Kleinigkeiten einkaufen u.a. sehr leckere gefüllte Schokokekse, mmhhh. Wir fahren weiter, nun in die richtige Richtung. Oryxe kreuzen die Straße, Strauße und Springböcke stehen im Gras. Immer wieder leuchtet zwischendurch der rote Kalahari Sand. Die Berge sind zart begrünt. Zwischendurch goldgelbes Gras. Es ist eine traumhaft schöne Landschaft. An einer Stelle gefällt es uns besonders gut und wir legen eine Pause ein. Ich versuche den Fußraum vom Auto vom Sand und Kies zu befreien. Das nächste Mal nehme ich zusätzlich zum Waschbrett noch einen Akkusauger mit 🤪 , beschließe ich.
Im weiteren Verlauf ist die C27 sehr schlecht. Wir holpern und hoppeln und holpern und hoppeln 😄 um 14.15 Uhr ins Desert Camp bei Sesriem. Wir bestellen gleich für den nächsten Morgen einen Breakfast Basket, den wir um 5.30 Uhr an der Sossuvlei Lodge abholen können. Wir haben ein schönes Zelt mit einem riesengroßen Bad. Die Zelte sind so im Halbkreis angeordnet, dass man die nächsten Nachbarn nicht sieht. Schön. Wir setzen uns vors Zelt und trinken etwas, dazu knabbern wir Studentenfutter. Schon kommen ganz viele Vögelchen und haben auch Hunger. Sie fressen sogar aus der Hand. Sie werden hier wohl tagtäglich gefüttert.
Später fahren wir zum NWR holen uns ein Permit für den nächsten Tag ins Sossusvlei. Anschließend setzen wir uns an die Bar, bestellen ein Bier. Im Fernseher läuft das Champignon League Spiel Schalke gegen ManU 🤩 . Einige Leute sitzen an der Theke und schauen das Spiel. Wir sind allein unter Schwarzen 😎 . Haben gar kein ungutes Gefühl und fühlen uns wohl. Unser Pfefferspray haben wir längst nicht mehr griffbereit. Später beobachten wir noch den tollen Sonnenuntergang von unserem Zelt aus. In der Ferne sieht man es blitzen, die Wetteraussichten scheinen nicht allzu vielversprechend zu sein.
Um 18.00 Uhr gehen wir in die Sossusvlei Lodge zum Abendessen. Gegessen wird unter freiem Himmel mit Kerzenschein. Das Buffet ist toll! Fleisch wird nach Wunsch gegrillt. Die Nachspeisen finde ich am allerbesten 🙂 . Es ist wirklich schön, dort zu essen, wir haben einen Tisch ganz am Rand, am Wasserloch. Nach und nach kommen sehr viele Leute. Ob es an dem Kerzenschein liegt? Ich weiß es nicht. Aber ich finde, trotz der vielen Menschen ist es sehr ruhig und gemütlich. Das dicke Ende für uns kommt allerdings noch. Wir verlassen das Lokal. Gehen zum Auto. Es ist ganz dunkel. Reimund lässt das Auto an. Er parkt rückwärts aus. Wir wollen den Parkplatz verlassen, als wir im Scheinwerferlicht eine Gestalt auf uns zu laufen sehen 🙄 . Sie wedelt mit den Armen, scheint völlig aufgeregt. Ich denke, ach, wir haben was vergessen! Wie nett, sie bringen es uns 😁 . Ich weiß nur nicht so genau, was das sein soll 🙄 . Ich lasse die Scheibe herunter und da steht ein Mädchen. Sie ruft : OH MY GOD!!! OH MY GOD!!! You didn´t pay the bill!“ Hups! Ach das haben wir vergessen. AHA! Ach Du Schande 😗 😣 . Bis jetzt war es immer so, dass alles was wir konsumiert haben auf das Zimmer geschrieben wurde, und wir die Rechnung bei der Abreise bezahlt haben. Auch hier haben sie immer nach der Zimmernummer gefragt, also dachten wir, das läuft genauso ab. Wohl doch nicht! Ich erkläre das dem Mädel. Sie sagt: “Sossuvlei Lodge and Desert Camp are not the same”. Schon klar 😁 ! Aber frühstücken tun wir auch hier. Es ist ein Schauspiel. Eigentlich schäme ich mich ja 😊 . Aber die Kleine ist so aufgelöst, dass ich grinsen muss. Immer wieder ruft sie : Oh My God!!! Und immer wieder schlägt sie die Hände dabei über dem Kopf zusammen, in allen nur erdenklichen Winkeln. Das sieht wirklich zum Schießen aus 😄 . Sie fragt : Will you pay the bill? Now? Ja natürlich werden wir bezahlen. Wir entschuldigen uns tausendmal. Reimund geht mit ihr zurück und bezahlt. Na prima denke ich, jetzt wo das lustige Mädchen weg ist und rutsche ganz tief in meinen Sitz 😊 .
Zurück am Zelt lachen wir noch eine Weile über diese peinliche Situation. Sind aber dann sooo furchtbar müde, dass wir um 20.30 Uhr ins Bett fallen. Draußen fängt es leise an regnen. Wie romantisch….gähn…!
Hallo Alex, soooo vielen Dank für Deinen Bericht! Medizin gegen die Afrika-Sucht. Hast Du endlich die Behörde gefunden, will mich auch über den ungewollten Geburtsort beschweren!😠
Liebe Grüße und bitte weiter schreiben!!!
immer wieder finden sich eskimos, die den bewohnern des kongo sagen wollen, was sie zu tun haben....
stanislaw jerzy lec
eggitom1'247 Beiträge · seit 200902. Juni 2011 · #73
Alex0807 schrieb:Wir erreichen Beta, Im Tank ist noch genug Benzin, also fahren wir weiter.Zwischendurch frage ich mal meine Mann, ober denn glaubt, dass wir richtig sind. Ja klar 🙂 ! Doch irgendwas haben wir falsch gemacht. Plötzlich sehen wir Duwisib Castle mitten in der Wüste auftauchen 🙄 . Nein, da wollten wir doch gar nicht hin, wir sind in Beta falsch abgebogen. Wir drehen um , ohne uns Duwisib Castle anzuschauen. Es sieht schon aus der Entfernung sehr klein aus, wir glauben nicht, dass das sich für uns lohnt.
Dem sagt man bei uns ein "Déjà-vu-Erlebnis": bei mir klingt das so: Bei Betta biege ich zwar auf die D826 ab, aber in der falschen Richtung, so dass wir Richtung Duwisib fahren, welches uns eigentlich gar nicht interessiert, haben wir in der Schweiz doch viele und vermutlich wesentlich authentische Schlösser. Der damit eingekaufte Umweg führt über den Tsarispass: Anfahrt geradeaus über eine Hochebene, dann geht's steil und kurvenreich runter wie an der Maloja. Ruth ist am Steuer und meistert die Sache sehr gut, ist aber dann doch müde, so dass Fabian mal wieder ein Stück ans Steuer darf.
Ich möchte nur zu gerne wissen, wieviele Touristen dort schon falsch abgebogen sind - wahrscheinlich ist Duwisib Castle nur deshalb so bekannt 😉
ein sehr spannender Reisebericht mit tollen Fotos (vor allem das Foto mit dem Bier auf der Ladeklappe hat es mir angetan *g*)
Sanne2'462 Beiträge · seit 200602. Juni 2011 · #75
Ein wirklich sehr schöner Bericht und wenn man die Strecken selbst schon einmal gefahren ist, hat man das Gefühl, man wäre wieder dort - lieben Dank dafür!
Viele Grüße Sanne
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
Alex0807Themenstarter351 Beiträge · seit 201002. Juni 2011 · #76
Hallo,
@kokok ich bin noch am recherchieren...wenn ich das richtige Amt gefunden habe,nehm ich Dich mit 😁
@ ich bin beruhigt, dachte schon wir wären allein so furchtbar doof 😛
@spoony wir haben noch mehr so Bierflaschenbilder! Die sind cool. Aber den Inhalt find ich auch gut 😊
@Sanne auch beim Schreiben ist es so, als wäre man wieder dort...........heul!!!
Marco_1311126 Beiträge · seit 200702. Juni 2011 · #78
Hallo Alex,
ich habe mich beim Lesen Deines Berichtes gerade köstlich amüsiert. Wir wurden auf der C27 von mehreren Autos überholt und durften eine zeitlang in deren Staubwolke fahren. Gerade an dem beschriebenen Abzweig trafen wir die Autos wieder und die Insassen schauten etwas ratlos drein. Wir haben, dank unserer genialen Tracks4Africa-Karte, sofort links geblinkt und sind in die richtige Richtung weitergefahren 😛
Alex0807Themenstarter351 Beiträge · seit 201003. Juni 2011 · #79
@Lil wir lachen auch sehr oft über uns selbst.... 😗 😄
@ Marco
Ja! Die Tracks4Africa Karte haben wir auch und die KnowHow und noch dazu ein Navi.Alles im Auto dabei.... Aber alles nicht benutzt 😄
LG Alex
Alex0807Themenstarter351 Beiträge · seit 201003. Juni 2011 · #80
DO.5.5
Guten Morgen! Der Wecker klingelt um 4.45 Uhr. Nein, ein guter Morgen ist das nicht 😐 ! Es hat die ganze Nacht gestürmt, gedonnert, geblitzt und geschüttet, als wenn es ab dem nächsten Morgen nie mehr Gewitter geben würde. In der Nacht hat uns ein Donnerschlag beinahe die Trommelfelle zerrissen, so laut war er. Der Sturm hat an unserem Zelt gerüttelt, als wenn er es mitnehmen wollte, damit er bei dem unglaublichen Regen selbst im Trockenen sitzt. Licht gab es keins. Ein Problem war das nicht, für die Erleuchtung sorgten schon die unzähligen Blitze. Aus unserem Zeltdach muss zwischenzeitlich ein Swimming Pool geworden sein, in dem sich der Sturm von Zeit zu Zeit so gesuhlt hat, dass sich der Pool mit einem Schwall in die Wüste ergoss.
Als der Wecker jetzt klingelt, wissen wir nicht so richtig, was wir tun sollen 🙄 . Es regnet, stürmt, blitzt und donnert immer noch 🤨 . Okay, wir werden dem Sturm trotzen und ziehen uns bei Taschenlampenlicht an. Als wir neben dem Auto stehen zur Abfahrt bereit, fällt dem garstigen Sturm auf, dass wir nicht geduscht haben. Das holt er sofort nach und kippt das Zeltdach über uns aus. Danke lieber Sturm 🙂 . Wir werden sowieso noch nasser heute und ziehen los. Zum ersten Mal sind wir froh, dass wir ein „Amphibienfahrzeug“ haben. Alles ist überschwemmt. Der Eingangsbereich der Sossusvlei Lodge steht knöcheltief unter Wasser. Reimund geht den Frühstückskorb holen. Ich halte mich dezent zurück, nicht dass es heißt : Vorsicht da kommen die Zechpreller. Doch er kommt mit leeren Händen zurück. Oh Weia, wir haben gestern Abend wohl doch den Bogen überspannt 🤨 . Plötzlich tauchen im Dunkeln 2 Männer auf, die zwischen sich eine große Wäschetruhe tragen. Jeder hat noch eine Thermoskanne in der Hand. AHA, Frühstückskorb! Also ab damit in den Kofferraum.
Wir fahren zum Tor zum Sossusvlei. Wir sind die Ersten. Yep 😁 ! Wir stehen in einer Riesenpfütze.
Es ist 6.00 Uhr. Wir trinken einen Kaffee aus unserem tollen Korb. Wir sind noch immer die Ersten, aber blöderweise auch die Einzigsten 🤩 . Wir überlegen, ob wir am falschen Tor sind 🙄 . Kann eigentlich nicht sein, wäre bei unserer momentanen Pechsträhne aber durchaus denkbar. Um 6.30 Uhr wird das Tor endlich geöffnet. Die Einzigsten sind wir immer noch. Als wir das permit vorzeigen, sagt der nette Herr zu uns : „Very bad weather today.“ AHA! Wir fahren Richtung Sossusvlei in eine dicke, dichte Wolkenwand. Es gießt wie aus Kübeln. Dünen sehen wir nirgendwo, wahrscheinlich sind die alle weggeschwemmt, sollten wir irgendwann mal irgendwo ankommen 🙄 . Jetzt bin ich froh, dass wir unseren faradayschen Käfig dabei haben. Sonst würden wir schon geröstet für die Schakale im Matsch liegen 🤪 . Alles ist völlig überschwemmt. Die Springböcke stehen mit eingezogenem Genick im Wasser.
Noch ein paar Tropfen mehr, und man sieht vor lauter Wasser die Straße nicht mehr.
Als wir am 2x 4 Parkplatz ankommen, sehen wir einen reißenden Fluss, der sich durch die Wüste wälzt. Und zwar genau da, wo sich im Normalfall die Straße zum 4x4 Parkplatz befindet.
Heute gibt es hier kein Durchkommen. Nur zu Fuß. Auch schön. Mein Mann packt das Frühstück aus, wir speisen im Auto. Ich werde mich hier und jetzt nicht näher dazu äußern 😠 . Nach dem Frühstück will er unser Leben, dass wir bis hier so mühsam geschützt haben, aufs Spiel setzen 😮 . Er will die 5 km zum Sossusvlei zu Fuß gehen. In ein Unwetter will er hineinlaufen, wie ich daheim noch nie eins erlebt habe. Nein! Ohne mich, ich laufe doch nicht aufs Geradewohl 5km in die Wüste……obwohl verdursten kann man hier ja heute nicht. Aber ertrinken 🤪 ! Nein, wir lassen das. Es hört auch überhaupt nicht auf, zu regnen. Noch nicht einmal wenigstens ganz kurz.
Nach einer Weile fahren wir deprimiert zurück. Wir fahren zur Düne 45. Um ihren Fuß windet sich ein Fluss 🤩 .
Wir fahren zum Sesriem Canyon, der sieht ja sehr schön aus. Doch auch hier ein reißender Fluss. Auch von oben reißt es nicht ab, zu regnen. Wir fahren zu unserem Zelt, auch hier ein reißender Fluss 😛 . Okay, war übertrieben, aber Pfützen stehen schon im Zelt. Um 11.20 Uhr herrscht bei uns Weltuntergangsstimmung.
Wir sind in Sesriem, können nicht ins Sossusvlei und morgen müssen wir weiter. Wir machen nochmal unseren Breakfast Basket auf, wir haben noch Obst und Joghurt. Ich richte jedem von uns eine riesige Schale an. Frustessen. Ich nehme einen Löffel voll…doch igitt, was ist denn das 🤢 ? Das Obst bitzelt, als wenn es in Sekt eingelegt gewesen wäre (schmeckt aber nicht so) und der Joghurt ist wahnsinnig sauer. Mein Mann probiert auch. Pfui verdorben! Bäx! Sowas!? wird bei uns nicht auch die Sahne bei Gewitter sauer, oder ist das ein Gerücht 🙄 ? Der Kaffee in den Kannen ist mittlerweile kalt. JETZT REICHTS! FRÜHSCHOPPEN!😁 Wir trinken Rotwein. Und es regnet und regnet und regnet. Das nächste Mal buchen wir gleich Kongo und Regenwald. Feuchter kann es da auch nicht sein. Kalt ist es im Zelt nun auch. Ich finde das völlig bescheuert 😠 . Ich habe Namibia nach der Regenzeit gebucht und nicht das hier. Wir legen uns ins Bett, haben schließlich die Nacht nicht geschlafen.
Plötzlich finde ich es wird heller. Ich springe aus dem Bett, schaue aus dem Fenster. Und Ja! Da hinten am Himmel ist ein klitzekleines Stück blauer Himmel zu sehen. Nur ganz klein, aber ganz blau 🤩 . Ich wecke hysterisch meine Mann, und sage : Los aufstehen , wir müssen los. Er beugt sich meinem Enthusiasmus und kurz nach 13.00 Uhr fahren wir wieder durchs Tor Richtung Sossusvlei. Wir haben Glück, ein wenig fängt die Sonne an, zu scheinen, ein Teil des Wassers ist abgelaufen. Doch der 4x4 Parkplatz ist nach wie vor gesperrt. Wir laufen ein bisschen durch Gegend, machen chaotische Bilder, von chaotischen Dünen.
Dann fahren wir zurück. Der Fluss an Düne 45 ist verschwunden. Wir laufen ein Stück hinauf. Im nassen Sand lässt sich recht gut laufen, man sinkt nicht ein. Und hier oben auf der Düne bleiben wir geschlagenen 45 Minuten, ohne dass auch nur ein anders Auto sich nähert. Der Sand ist soweit abgetrocknet, dass wir uns setzten können. Wir sind ganz allein, es ist ganz ganz still. Auch wenn alles nass ist, sieht das wunderschön aus. Das ist die Entschädigung für diesen miesen Vormittag. Unten aus der Ebene schallt das Geschnatter der Gackeltrappen zu uns hoch. Man wird ganz ruhig, wenn man hier sitzt. In diesem Moment könnte ich meinen, wir seien die einzigen Menschen auf der Welt.
Auf dem Rückweg zeigt sich uns die Natur noch in einem für uns wunderbaren Licht- und Schattenspiel. Direkt am Straßenrand sehen wir unseren ersten Schakal. Die Strauße und Springböcke scheinen froh, dass der Regen vorüber ist.
Wir holen uns noch ein permit für die Blutkuppe, setzen uns zum Sonnenuntergang vor unser Zelt, dass in der Nacht so mühevoll dem Sturm getrotzt hat.
Später gehen wir in die Sossusvlei Lodge Essen. Heute muss drinnen gegessen werden. Das Essen ist wie am Vorabend gut, aber mir schmeckt es nicht so richtig. Ich habe mir einen leichten Ekel an dem verdorbenen Obst geholt. Wir legen heute sehr großen Wert darauf, unsere Rechnung zu begleichen. Schlafen können wir heute Nacht gut, es ist ganz ruhig draußen. Die Sterne schimmern endlich wieder durch die Wolkendecke.
Ein weiterer Tag in Afrika neigt sich dem Ende, und wir haben uns gegen sämtliche Naturgewalten behauptet. Wir leben!