Afrika mit Mercedes G-Klasse

28 Antworten · 18,3k Aufrufe · gestartet 13. Apr. 2011 von Peter Mock
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Themenstarter109 Beiträge · seit 200713. Apr. 2011 · #1
Hallo zusammen,

Vor 6 Wochen hatte ich ein Frage bezüglich "Afrika mit 9 Tonnen Expeditionsfahrzeug" im Forum. Ich habe kritische, ehrliche, konstruktive und motivierende Antworten erhalten. Erfahrene Afrika offroad Fahrer haben mich immer von einem Fahrzeug mit Elektronik gewarnt, was auch ein Grund für einen alten MB 917 war. Was mich noch davor zurück hält ist das Gewicht. Was, wenn ich abgelegen im Sand stecken bleibe und ohne fremde Hilfe nicht mehr herauskomme! Und dann all dies Kosten!

Nun habe ich eine echte Alternative gefunden. Ein Mercedes der G-Klasse, der seit kurzem wieder als Fahrgestell lieferbar ist. Dieses Fahrzeug hat zwar Elektronik, soll jedoch mit einem Notfallprogramm immer noch mit eingeschränkter Geschwindigkeit zu fahren sein. Das Fahrzeug kann ein Gewicht bis 4.5 Tonnen haben und ein grosszügiger Koffer mit Alkoven kann darauf montiert werden.

Meine Fragen an euch:
- hat jemand Erfahrungen mit einem Mercedes G-Klasse?
- was meint Ihr zum Thema Elektronik?
- alle weiteren Inputs sind willkommen.

Herzliche Grüsse,

Peter
728 Beiträge · seit 200613. Apr. 2011 · #2
Hallo Peter,
hier kannst du die Meinung eines kompetenten Experten finden. Musst etwas nach unten blättern.
http://www.4xforum.com/category/faq
Sie ist durchweg positiv.
Gruß
Reinhard
0
3'766 Beiträge · seit 200613. Apr. 2011 · #4
Hallo Peter,

millionen Autos fahren mit Elekronik, auch in Afrika - frag dich mal im Freundeskreis rum wer in den letzten Jahren mit einem Elekronikschaden liegen blieb. Ich kenne jedenfalls niemanden der in den letzten 10 Jahren Probleme hatte. Der Vorteil an Elektonik ist aus meiner Sicht das sie gleich zu Anfang den Geist aufgibt oder eben dann funktioniert. Ein paar wichtige Elektronikteile bezw. Haupt und Nebenrelais hat man dabei.

Um zum G-Punkt zu kommen - Erika hier im Forum und ihr Göttergatte fahren schon seit gefühlten Jahrhunderten mit einem G in Afrika umher - ich denke sie werden dir viele Fragen beantworten können - wenn ich mich nicht irre kommen sie auch an den Tri-Regio Stammtisch - so wie auch Vertreter der grösseren Gilde zB Tobias und mir den Zebraflüsterer.

Ich denke mit 4.5 Tonnen Nutzlast lässt sich in (Leicht) Bauweise etwas Vernüftiges basteln.

Grüsse Kurt
www.Kurt-und-Heidi.ch Reiseberichte - Bilder und noch mehr wir freuen uns über jeden Besuch
zuletzt bearbeitet 13. Apr. 2011
3'766 Beiträge · seit 200613. Apr. 2011 · #5
Nochmals ich,

das mit dem Alkoven muss sehr gut überlegt sein, auf Rüttelpisten ist der Ueberhang zum Dach das schwächste Glied.

Grüsse Kurt
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1'223 Beiträge · seit 201013. Apr. 2011 · #6
Hallo,
der G in der Ausführung 350 GD mit Turbodiesel in Langversion ist m.E. das beste Fahrzeug das man sich für Expeditionen vorstellen kann. Der stellt nahezu jeden Landcruiser in den Schatten.

Aber mach das Fahrzeug nicht kaputt mit Aufbauten, die Dir auf den Rüttelpisten eh kollabieren.

Baue einen ordentlichen Gepäckträger und ein nach vorn klappbares Dachzelt drauf, dann hast Du genug Platz für Reservereifen, Spritkanister und Sandbleche. Rücksitzbank raus für Staufläche. Hinten ins Fahrzeug ein Schubladensystem mit Kühlbox/ Freezer.
Die wichtige Elektronik für Differentialsperre u.s.w. ist völlig unproblematisch.
Der Spritverbrauch liegt natürlich höher als beim Landcruiser, dafür hast Du aber eine erheblich höhere Zuladung.

Und, in Windhoek hast Du für das G-Modell einen Top-Spezialisten, wenn Du mal Probleme haben solltest:
Orion Motors. Das sind wirklich Mercedes-Spezialisten der Premiumklasse, wogegen Du die örtliche MB-Vertretung echt vergessen kannst. Die arbeiten aber nicht an LKW, sondern nur an PKW und G-Klasse (auch für die GTZ). Es gibt aber an der europäischen Version kleinere Umrüstungen, um das Fahrzeug für Afrika-Einsatz fit zu machen.

Kaufe Dir aber weder den alten 250GD (untermotorisierter Saugdiesel) und auch nicht den 280GE (elektronische Einspritzung, Spritfresser).

Weiterhin viel Spaß bei den Vorbereitungen.

BadBoy
*Wer einen Fehler begeht und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten! (Konfuzius)
931 Beiträge · seit 200613. Apr. 2011 · #7
Hallo Peter,

nun bin ich etwas verwirrt - ich dachte du hättest den 917 schon gekauft?!

Zu deinen Fragen:

Auch wenn sich der G nie in so durchgesetzt hat wie Landcruiser etc. so ist es doch zweifellos ein klasse Auto - wenn du das richtige kaufst. Für den europäischen Schickimicki-Markt sind etliche Modelle produziert worden, mit denen ich nicht in Afrika rumfahren wollte. Entsprechend differenziert muss man wohl auch Erfahrungsberichte beurteilen. Das von dir erwähnte Modell ist neu, damit kann keiner Erfahrungen haben...

Wegen der Elektronik würde ich mir nicht solche Sorgen machen. Auch wenn es, etwas anders als Kurt es erwähnte, dabei nicht um ein paar Relais geht, sondern um die Motor- und Getriebesteuerung. Das aber sind Prozessrechner, da gibt es nichts zu reparieren und auf Vorrat hat die auch keiner dabei. Allerdings gehen die im Normalfall auch nicht kaputt. Wenn Probleme auftreten, sind das fast immer an die Rechner angeschlossene Sensoren, die ganz den Geist aufgeben oder etwas falsches melden. Aber zumindest aus dem LKW Bereich kann ich dich beruhigen: in ganz Afrika, selbst im hintersten Winkel, fahren inzwischen Mercedes und MAN neuerer Baureihen durch die Gegend. Die haben seit 10 Jahren alle ähnliche Elektronikkomponenten wie PKW und fahren trotzdem unter diesen Bedingungen problemlos.

Gedanken machen würde ich mir eher über den Preis. Einen neuen G mit professionellem Aufbau dürfte es kaum unter 100K Euro geben... Da kannst du in der 4.5 to Klasse auch über einen Bremach nachdenken. Ich kenne jemanden, der auch dazu was sagen könnte 😉

Gruss

Ulli
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2'338 Beiträge · seit 200713. Apr. 2011 · #8
Hallo Peter

BadBoy schrieb:
Und, in Windhoek hast Du für das G-Modell einen Top-Spezialisten, wenn Du mal Probleme haben solltest:
Orion Motors. Das sind wirklich Mercedes-Spezialisten der Premiumklasse, wogegen Du die örtliche MB-Vertretung echt vergessen kannst. Die arbeiten aber nicht an LKW, sondern nur an PKW und G-Klasse (auch für die GTZ). Es gibt aber an der europäischen Version kleinere Umrüstungen, um das Fahrzeug für Afrika-Einsatz fit zu machen.
Dieser Aussage kann ich voll zustimmen.

Und wenn du das Fahrzeug mal vom Links- zum Rechtslenker umbauen lassen möchtest, ist hier die Lösung:



Grüessli
Erika
Meine Reiseberichte: 1971: Mit dem VW-Bus von Kapstadt bis Mombasa http://www.namibia-forum.ch/forum/132-reiseziele-tipps/197270-unterwegs-in-den-1970er-jahren.html?start=120 2013: Durch den wilden Westen Tansanias (Am Anfang war die Hülle) http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/278559-am-anfang-war-die-huelle.htm 2013: Nordmosambik, mal schön - mal hässlich + ein Stück Südtansania http://www.namibia-forum.ch/forum/150-diverses/279223-reisebericht-nordmosambik-mal-schoen-mal-haesslich.html 2014: Auf bekannten und unbekannten Pfaden durch Tansania http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282862-auf-bekannten-unbekannten-pfaden-durch-tansania.html 2015: Eine Reise wird zum Alptraum/Kenia http://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/285693-eine-reise-wird-zum-alptraum.html
30 Beiträge · seit 200913. Apr. 2011 · #9
Hallo Peter,

der G wird aus der neuen ( alten ) Professional Serie sein. Eigentlich ein W461 ausser Motor und die Getriebeeinheit. Meine Meinung : G enial !!!
Also Technisch der Knaller😃
Es gibt glaube ich nichts besseres.😃

Teile aber die Meinung mit " SWAKOP 52 " ich wuerde ihn nicht mit starken Aufbauten verschweren. Das ist ein Auto fuers richtige Off Road fahren.

Dachzelt und / oder innere Umbauten mit Stau.- und Liegeflaechen, etc.

LG,
Heinz
46 Beiträge · seit 201014. Apr. 2011 · #10
Hallo,
was die gebrauchten 250 GD bei der VEBEG kosten findet man hier.
Die sind aber nicht nur billig, sondern auch schwach motorisiert und deshalb als Fahrgestell für einen Aufbau ungeeignet. Für Reisen mit Dachzelt wären sie für den Traveler mit der schmalen Brieftasche schon OK.
Wünsche gesunde Heimkehr von abenteuerlicher Reise Klaus Därr
1'003 Beiträge · seit 200814. Apr. 2011 · #11
vielleicht wäre auch sowas die Lösung - da gibts viele Varianten:



der Buschtaxi Netzmeister hatte dazu was geschrieben : click hier

der HZJ Pickup (79) eignet sich dafür sehr gut - wenn Du genügend Geld hast gibts den auch mit 4.5 Liter V8 Turbo Diesel ....
am Ende ist's immer 'ne Preisfrage

Gruss
Christian
273 Beiträge · seit 200914. Apr. 2011 · #12
Crazy Zebra schrieb:Hallo Peter,

millionen Autos fahren mit Elekronik, auch in Afrika - frag dich mal im Freundeskreis rum wer in den letzten Jahren mit einem Elekronikschaden liegen blieb. Ich kenne jedenfalls niemanden der in den letzten 10 Jahren Probleme hatte. Der Vorteil an Elektonik ist aus meiner Sicht das sie gleich zu Anfang den Geist aufgibt oder eben dann funktioniert. Ein paar wichtige Elektronikteile bezw.
Grüsse Kurt
Also ich bin letztes Jahr auf der Nossob Road liegen geblieben mit "Elektronikschaden". Ein Toyo, BJ 2002. Die Sicherung der Zündung brannte durch und nix ging mehr. Grund war ein durchgescheuertes Kabel. Aber das kann auch bei einem 20 Jahre alten Wagen passieren....

Ne, ohne Schmarrn, nur wegen der Angst, mit einem Elektronikschaden liegen zu bleiben, einen Wagen auszusuchen, ist Blödsinn.

Viele Grüße,

Hans
Reisen können, ist eine der schwierigsten Künste. Eigentlich müßte man es im Hauptberuf betreiben.
5'479 Beiträge · seit 200914. Apr. 2011 · #13
Das war ein Elektrik-Schaden und kein Elektronikschaden. Autos ohne Elektrik gibt es nicht.
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
325 Beiträge · seit 200614. Apr. 2011 · #14
Doch!

Die Welt ist zu groß, um immer nur auf Straßen zu fahren
Gast14. Apr. 2011 · #15
DummiYummi schrieb:
Ne, ohne Schmarrn, nur wegen der Angst, mit einem Elektronikschaden liegen zu bleiben, einen Wagen auszusuchen, ist Blödsinn.
Ich denke da geht es weniger darum dass man liegen bleiben könnte, sondern ob man (oder irgendeine Werkstatt im "Busch") in der Lage ist das Teil reparieren zu können...
Bei Autos mit jeder Menge Elektronik ist das wahrscheinlich nicht ganz so einfach 😉 .
Denk ich mir mal.

lg von
WoMa
deren bessere Hälfte einen 911er fährt 😗
136 Beiträge · seit 200615. Apr. 2011 · #16
Das Thema finde ich sehr spannend. Wir sind auch gerade am schauen, was für ein Fahrzeug für uns passend wäre. Wir werden demnächst 13 Monate unterwegs sein können 🙂

Was haltet ihr vom Iveco Daily 4x4? Scheint mir ein sehr solides Allrad Fahrzeug zu sein. Die Abmaße sind nicht größer als bei einem Mercedes G oder Landcruiser mit Wohnkabine. Der Preis ist aber leider nicht ganz unsere Liga 🙁. Dennoch, könnt ihr was über den Iveco Daily 4x4 sagen?

LG Uwe
"Colors of Africa" - die ersten Fotos unserer Afrikareise 2011 sind online! Uwe Hasubek Photography
1'003 Beiträge · seit 200815. Apr. 2011 · #17
Topobär schrieb:Das war ein Elektrik-Schaden und kein Elektronikschaden. Autos ohne Elektrik gibt es nicht.
also das kann ich nicht so stehen lassen - mein roter Blitz braucht den Strom nur für den Anlasser und das Licht - der Rest ist rein mechanisch - mit Parken am Berg hat man auch das mit den Anlasser gelöst - ohne Licht gehts auch.
nur mal so am Rande ...
Gruss
Christian
zuletzt bearbeitet 15. Apr. 2011
Gast15. Apr. 2011 · #18
Hallo,
fordfahrer schrieb:mit Parken am Berg hat man auch das mit den Anlasser gelöst
Hier noch eine Variante zum Starten des Motors, wenn Anlasser oder Batterie streiken, kein 2. Fahrzeug zum Anschleppen da ist und Anschieben aufgrund des Untergrunds nicht möglich ist: Der menschliche Anlasser
http://www.afritracks.de/htm/landcruiser/saharamythbusters/menschlicher-anlasser/menschlicher-anlasser-result.htm

Beste Grüße

Guido
1'223 Beiträge · seit 201015. Apr. 2011 · #19
uwe1025 schrieb:Das Thema finde ich sehr spannend. Wir sind auch gerade am schauen, was für ein Fahrzeug für uns passend wäre. Wir werden demnächst 13 Monate unterwegs sein können 🙂

Was haltet ihr vom Iveco Daily 4x4? Scheint mir ein sehr solides Allrad Fahrzeug zu sein. Die Abmaße sind nicht größer als bei einem Mercedes G oder Landcruiser mit Wohnkabine. Der Preis ist aber leider nicht ganz unsere Liga 🙁. Dennoch, könnt ihr was über den Iveco Daily 4x4 sagen?

LG Uwe
Warum kaufst Du dann nicht gleich einen Lada?
Im Gegensatz zum Fiat-Iveco ist der Lada wenigstens ein Geländewagen!
Nicht einmal die Italiener kaufen Fiat (genannt in SA: First In All Troubles).

BadBoy
*Wer einen Fehler begeht und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten! (Konfuzius)
2'048 Beiträge · seit 200715. Apr. 2011 · #20
Hallo Uwe,
du hast mehrere Ebenen der Bewertung: Antrieb, Traktion und Motorleistung sind bei den Fahrzeugen von Iveco (aber auch z.B. VW und Mercedes Sprinter) meist völlig ausreichend. Oft bekommst du auch Pakete mit erhöhter Bodenfreiheit und verstärkten Federn. Ich fahre in D so einen T5 mit Seikel-Umrüstung incl. kompletten Unterfahrschutz. Das reicht völlig aus, wenn du dein Auto meistens auf normalen Straßen bewegst und nur zeitweise im Gelände sein musst.
Auf Dauer halten die Fahrwerke, Lenkung und evtl auch der Aufbau aber solche Belastungen nicht aus. Da würde ich schon auf schwerer ausgelegte Fahrzeuge zurückgreifen. Das kann MAN, Bremach, Unimog, Tatra, Toyota oder m.E. eben auch ein Iglhaut sein. Letztere sehe ich im südlichen Afrika immer häufiger. In diesem thread ist er noch nicht erwähnt worden.
Viele Grüße
jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)