Schlangenbisse et al.

44 Antworten · 20,6k Aufrufe · gestartet 25. Mai 2006 von Riedfrosch
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260 Beiträge · seit 200703. Dez. 2007 · #41
Lieber Kai

Puffotterbisse sind relativ ein grossen Problem, und zwar in ganz Afrika, da sie von ganz nördlich bis in den tiefen süden überall fast vorkommen.

Bisse bei Kindern sind naturgemäss viel schwerwiegender als bei Erwachsenen und müssen SOFORT und KORREKT behandelt werden. Theoretisch hast du nach einem Biss viele Stunden Zeit um ein Hospital aufzusuchen, da der Biss einer Puffotter nur sehr sehr langsam zum Tode führen würde, wenn überhaupt. Soviel mal zum positiven, dass negative aber überwiegt in der Form dass man sagen kann ZEIT = GEWEBE !
Was heissen soll je mehr Zeit zwischen Biss und Serumgabe und Behandlung vergeht, desto mehr Gewebe (Fleisch) um die Bissstelle herum wird laienhaft ausgedrückt ''enzymatisch zerfressen'' und abgebaut. Dies kann ganze Gliedmassen zerstören, so dass Amputationen von Fingern bis ganzen Armen oder Beinen nötig werden können - im Worst Case !

Sollte sowas tragisches passieren, was ich bezweifle und dir ganz bestimmt nicht wünsche, dann musst du folgendes beachten:

1: Das Kind wird schwere Schmerzen haben, die du aber mit gängigen normalen Hausmitteln in den Griff bekommen kannst (zumindest noch im Anfangsstadium) - nach Möglichkeit kein Aspirin verwenden, da der Hauptwirkstoff Acetylsalicylsäure Blutverdünnend ist, und dies ist Puffotterngift tendenziell häufig auch!

2: Sofort Armreifen, Fussketten, Fingerringer, Uhren etc vom gebissenen Gliedmass entfernen - denn die Bissstelle schwillt unweigerlich ganz massiv an !!

3: Kind beruhigen und sagen dass dies nur ein kleiner Kratzer ist und es keine Angst zu haben braucht, ich weiss dass ist schwer, aber in so einem Moment muss man stark sein für dass Kind ! Die Wahrheit zu sagen kann manchmal eben auch konraproduktiv sein....

3.1: Wenn möglich Hospital oder Arzt anrufen und telefonisch auf dass Eintreffen eine Bissopfers vorbereiten. Wenn nicht möglich die nächste grössere Stadt aufsuchen und sich nach einem RICHTIGEN Arzt erkundigen !!

4: Gliedmass immobilisieren mit einer Schlinge oder einem zerrissenen T-Shirt oder sonst was - möglichst wenig bewegen ! Bei Biss ins Bein/Fuss, NICHT laufen wenn NICHT unbedingt nötig = Kind tragen so gut es geht.

4.1: Gliedmass oberhalb der Bisswunde ganz sachte abbinden, keines falls quetschen oder gar abschnüren - dies wäre absolut kontraindiziert. Nur der Lymphfluss soll gestoppt, bzw verzögert werden, NICHT der Blutfluss.

Anmerkung: Ist ein gute Arzt oder ein Spital in der Umgebung welchen/es man innert maximal 60 Minuten aufsuchen könnte, dann GAR NICHT ABBINDEN - nur immobilisieren!!

5: Trinken, das Kind soll massiv WASSER trinken, auch Tee, Cola etc sind ok. Aber Wasser ist zu bevorzugen. KEIN Alkohol logischerweise.....

6: Im Spital Serumgabe, angepasst auf den Zustand und dass Körpergewicht des Kindes. Serum ist dass SAIMR polyvalent Antivenin.....flüssig in Ampullenform. Cirka 8-15 Ampullen sind vermutlich von nöten, je nach Situation.

7: Bei Serumgabe auf Anzeichen eine beginnenden Anaphyllaxie achten, die Ärzte müssten dass wissen und sollten die Symptome kennen, aber es kann NICHT schaden sie darauf hinzuweisen !!

Ansonsten gibt's nicht mehr viel was man tun kann, wenn möglich sollten zwischen Biss und Serumgabe nicht mehr als 2h vergehen, alles darüber wird eher kritisch da Serum dass Gewebe nur bei früher Gabe schützt. Was einmal kaputt ist, ist kaputt.

Weiss dass dies dich sicher nicht beruhigt hat, aber so ist die Realität im Worstcase !

Dass euch aber etwas passiert ist extrem unwahrscheinlich glaub mir.

Gruss
Marco
Ich bin ein Wildlife-Fotograf & Photo-Coach aus der ländlichen Ostschweiz im Dreiländereck CH/AT/DE. Mein Fokus liegt auf Wildtieren aus Afrika & dem südwesten der USA, mit dem Spezialgebiet Schlangen bzw. Reptilien
260 Beiträge · seit 200703. Dez. 2007 · #42
@ Wolfgang

Es ist nicht zu erwarten dass Honig auf der Bisstelle etwas bewirkt, mal abgesehen von einem leichten Abschwellen der Bissstelle da der Honig Branwasser oder Lymphe aus der Wunde ''zieht''. Die Giftmenge darin wird so minim sein, dass der Unterschied null ist, ob man's macht oder nicht.

Die einzige effektive Hilfe ist die Serumgabe, alles andere hat nur mit Glauben und Hokuspokus zu tun. Und dass sag ich obwohl ich die Heilmittel und Kräuter der Ureinwohner in vielen Punkten absolut schätze und für wirksam halte...

Doch bei Bissen von Giftschlangen nutzt dieses Zeug absolut rein gar nichts.....die ist meine offene und professionelle Einschätzung der Situation.

MfG

Marco
Ich bin ein Wildlife-Fotograf & Photo-Coach aus der ländlichen Ostschweiz im Dreiländereck CH/AT/DE. Mein Fokus liegt auf Wildtieren aus Afrika & dem südwesten der USA, mit dem Spezialgebiet Schlangen bzw. Reptilien
2 Beiträge · seit 200703. Dez. 2007 · #43
Vielen Dank Marco!

Denke auch, dass es gut gehen wird. Bin nur so besorgt, weil ich mal fast auf eine Puff getreten bin obwohl ich den Blick auf dem Boden hatte. Mein Glück: Es war noch früh (5 Uhr morgens)und die gute noch zu kalt um schnell zuzubeissen...
Nochmals Danke und Gruß
Kai
43 Beiträge · seit 200723. Dez. 2007 · #44
Hi all,
die wahrscheinlichkeit einer schlange zu begegnen ist tatsächlich sehr gering. ich gehe zum ersten mal nach afrika, allerdings war ich viel in mittel, südamerika und fast im ganzen asiatischen raum unterwegs. (viel wald)
Man sieht weniger die schlangen sondern die folgen,vorwiegend in den ländlichen gebieten.(grund dafür ist nicht mal die schlechte ärtzliche versorgung, sondern der mangel an transportmittel)
und gerade von denen haben wir touris wohl genug.

Ich denke im worst case einfach die ruhe bewahren und das nötige tun. (ein autounfall ist wahrscheinlicher)

Mit viel vorfreude auf nam

de fränggiB)


P.S. das mit dem Honig ist gar nicht so falsch, wissenschaftler mögen mir verzeihen.
ich habe immer wieder von indigenen völkern die auskunft bekommen, daß eben honig eine linderne Wirkung auf wunden sowie schlangenbisse haben sollte.

back to the roots

nicht sollte....haben
zuletzt bearbeitet 23. Dez. 2007
83 Beiträge · seit 200723. Dez. 2007 · #45
Und wenn es nicht 5 Uhr früh gewesen wäre und die Schlange noch kalt, dann hättest du sie sicher nie getroffen!
Ist doch eher so selten wie ein Lottogewinn.
Liebe Grüße
Christian
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