PSpsmmg23 Beiträge · seit 200611. Okt. 2006 · #21danke für dein angebot - das ich auch gleich aufgreife. hast du irgendwelche speziellen schlangenbißtipps?
bei neurotoxin absaugen oder nicht?
bei anderen toxinen ja/nein?
DWDwarfAdder13 Beiträge · seit 200611. Okt. 2006 · #22Hi ''psmmg''
Also das ist nicht ganz so simpel wie's manchmal in den Crocodile Hunter- Pseudoserien rüber kommt.
Aber ich versuch's mal:
Ist man in Namibia unterwegs, und wird dummerweise von einer Schwarzen Mamba (Dendroaspis polylepis),oder einer Kapkobra (Naja nivea) gebissen, dann ist ein schwaches abbinden absolut angebracht - denn beide Kandidaten verfügen über extrem starke und reine Neurotoxine. Es geht hier nicht darum dass Blut zu stauen, wie viele meinen würden, darum auch der nur ''lockere'' Stauverband ( Pressure Immobilisation Technique). Man will damit nämlich nur den Fluss der Lymphflüssigkeit abschwächen, denn genau dot findet man nach einem Biss sicherlich rund 80% des Giftes, also NICHT im Blut......
Dann heisst es ruhig liegen bleiben, nicht zu sehr bewegen, viel Wasser, Cola, oder auch Tee trinken ( Keinen Alkohol!) und ab in die nächste Klinik. Im Normalfall zögert man so die ersten ernsten Vergiftungserscheinungen cirka 1-3 Stunden hinaus........meist genug Zeit um ins Spital zu kommen. Dort kriegst du dann das SAIMR Antivenin (polyvalent) als Infusion über einen Tropf mit physiologischer Kochsalzlösung...........
Bei einem Biss einer Schlange mit Cytotoxischen, bzw Hämatotoxischen Giftbestandteilen wie der Puffotter zum Beispiel, empfiehlt sich das Abbinden definitif NICHT - dein Bein oder Arm würde aufquellen und vermutlich unter dem immensen Ödemdruck fast platzen. Schmerzen wären unerträglich.......
Es empfiehlt sich alle Fingerringe, Armbänder, Ketten und Uhren etc abzuziehen - da alles extrem anschwillt in der nähe der Bissregion ! Dann betroffene Glied ruhig lagern......... und so rasch als möglich ins Spital - nur das SAIMR- Antiserum kann wirklich entscheiden zwischen Tod- oder Leben, Arm weg oder Arm bleibt drann. Ein weiser Satz ist hier: ZEIT = Gewebe, sprich je mehr Zeit vergeht, desto mehr Gewebe wird zerstört.
Was in der Reiseapotheke nicht fehlen sollte ist eine EPI-Pen gegen einen Anaphylaktischen Schock, Exodurex (oder was ähnliches) gegen Wasseransammlungen in den Extremitäten und Prednisolon, oder ein anderes Kortikosteroid. Dieses Prednisolon kann etwas gegen die entzüdnlichen Prozesse bei einem Puffotterbiss helfen, ist aber keinesfalls die Rettung oder eine echte Lösung.
Wenn sonst noch Fragen sind, einfach stellen.........versuche sie so gut als möglich zu beantworten.
MfG Marco
PSpsmmg23 Beiträge · seit 200611. Okt. 2006 · #23Danke Marco-
entspricht ungefähr dem, was ich dachte.
Leider wirds nicht immer möglich sein, in 1-3 Stunden irgendwohin zu kommen....
SAIMR Antivenin dabie zu haben... wär halt fein, obwohl mir völlig klar ist, daß es wichtiger wäre, eine kleine mobile Unfallc hirurgie dabei zu haben, da vom verstauchten Knöchel bis zur Schädelbasisfraktur alles wahrscheinlicher ist, als die Schlange.
Trifft halt eine Urangst...
PSpsmmg23 Beiträge · seit 200611. Okt. 2006 · #24wo war das, joachim?
hat die schlange reagiert?
Annette387 Beiträge · seit 200611. Okt. 2006 · #25Hallo Psmmg,
das war letztes Jahr im Khama Rhino Sanctuary Botswana. Als mein Fuß nicht mehr über ihr schwebte machte sie pffff, oder so. Danach zog sie sich zurück.
Joachim
Ps.: für was steht Psmmg?<br><br>Post geändert von: Annette, am: 11/10/2006 19:57
Neuerscheinung:
"Sieben Monate Afrika - ein Reisebericht". 470 Seiten, 494 Farbbilder
http://www.ja-louis-verlag.de
Reiseberichte: http://www.afrika-2005.de PSpsmmg23 Beiträge · seit 200611. Okt. 2006 · #26ach, das ist ein kürzel, das ich auch in der arbeit verwende und mir dort automatisch zugeteilt wurde (aus name und abteilung zusammengesetzt).ich bin es einfach gewohnt....
ich heisse moritz.
Annette387 Beiträge · seit 200611. Okt. 2006 · #27Hallo Moritz!!
Neuerscheinung:
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http://www.ja-louis-verlag.de
Reiseberichte: http://www.afrika-2005.de PSpsmmg23 Beiträge · seit 200611. Okt. 2006 · #28noch eine frage: wie FEST beissen zB puffottern oder mambas?
kommen die durch festeren stoff (zB jeans) gut durch?
DWDwarfAdder13 Beiträge · seit 200611. Okt. 2006 · #29@ Moritz ( Hi 😛 )
Puffottern besitzen schon als Babies mit 35-40cm Länge, Giftzähne die locker gross genug sind, eine Jeans zu durchbohren - sie sind nadelspitz und richtige gebogene Injektionsspritzen. Von adulten Tieren mit 120-170cm Länge gar nicht erst reden, die besitzen teilweise Hauer von bis zu 4-5cm, je nach der Quelle der man glauben möchte.
Meine Puffottern zuhause besitzen alle Giftzähne zwischen 2-3cm Länge, sind aber auch erst 4 jahre alt, und noch lange nicht ausgewachsen.
Puffottern kommen sogar durch einen guten Wander- oder Trekkingschuh hindurch, wenn sie ihn richtig erwischen. Der Biss ist blitzschnell, und sehr sehr kraftvoll - Pitbull lässt grüssen. Nur lassen die Schlangen eigentlich sofort wieder los, sprich oft sieht man den Biss gar nicht, sondern spührt es nur......spreche da leider aus eigener einmaliger Erfahrung.
Mambas und auch Kobras kommen normalerweise auch durch eine Jeans hindurch - kein Problem. Auch deren Giftzähne sind 4-max.10mm Lang
Also Kleidung ist gut gegen Spinnenbisse, Skorpionstiche und Co. aber gegen Giftschlangen in den meisten Fällen nicht unbedingt wirkungsvoll.
MfG Marco
Naukluft1'910 Beiträge · seit 200611. Okt. 2006 · #30Hallo zusammen,
was die Bisse der beiden Gattungen betrifft hat Marco alles erzählt...
CORTISON 20-30mg (mitunter mehrmals) ist und bleibt zur Erstversorgung das Mittel !
Auch wegen des möglichen Allergieschocks!!!!
Nur sollte man dann schleichend wieder aussteigen, so über 10 Tg.
Ein Mediziner sollte aber trotzdem unbedingt und umgehend aufgesucht werden!!!
Gruss, Klaus
Gruss, der K l a u s
Nicht behindert zu sein ist ein Geschenk, welches einem schnell genommen werden kann....... In einem Augenblick! ......
Wer einen Fehler macht und ihn nicht korrigiert, begeht schon den zweiten...
PSpsmmg23 Beiträge · seit 200611. Okt. 2006 · #31das raubt einem illusionen.
in meiner gruppe von 4 leuten sind gleich drei selbst ärzte - was uns aber überhaupt nichts nützt ohne antiserum.
cortison haben wir mit - eh klar.
Naukluft1'910 Beiträge · seit 200611. Okt. 2006 · #32psmmg schrieb:das raubt einem illusionen.
in meiner gruppe von 4 leuten sind gleich drei selbst ärzte - was uns aber überhaupt nichts nützt ohne antiserum.
cortison haben wir mit - eh klar.
HaHa willst Du es herausfordern suchst Du den Nervenkitzel... bevor Du in der freien Wildbahn möglicherweise eine zu Gesicht bekommst is se schon längst weg bis Du überhaupt in Ihrer Nähe bist...
Habe schon einige Tage in NAM unter freiem Himmel auf dem Boden geschlafen hab noch keine gesehen... Skorpione wohl und für solch einen Stich hilft inallererster Linie CORTISON als Erstversorgung!!!
allerbester Gruss, Klaus
Gruss, der K l a u s
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Wer einen Fehler macht und ihn nicht korrigiert, begeht schon den zweiten...
Crazy Zebra3'766 Beiträge · seit 200611. Okt. 2006 · #33Hallo Moritz,
vielen Dank für die Erklärungen von Dir!
Es sei mir als Laie gestattet ein paar Fragen zu stellen?
Zweifels ohne geht ein Biss durch Jeans, jedoch glaube ich das sehr weite Hosenbeine zu empfehlen sind, mE besteht die Möglichkeit das sie beim ersten Biss in die Stofffalten beisst oder nur mit einem Zahn trifft, was die Giftmenge entscheidend verringern kann?
Ist es auch Richtig das sehr oft bei der ersten Verteitigung , was so ein Biss in der Regel ist, ein "Trockenbiss" statt findet?
Ist es auch richtig, das entgegen langläüfiger Meinung, eine Schlange dieser Grösse ein Giftresevoir hatr das zig Bisse zulässt, zudem auch kleine Schlangen durch hohe toxisch wirksame Gifte auch mehrmals "tödlich" zubeissen können.
Auch habe ich geschrieben das Todwirkende und erst kurz "verstorbene" Schlangen noch zubeissen können, letzter Behauptung bassierend auf der Annahme das die Nerven noch funktionieren und den Bissreflex auslösen.
Auch empfehge ich immer soweit möglich nicht in Panik zu geraten, in abgelegenen Gegenden ein Sat Telefon dabei zu haben ist nützlich ,sehr oft kann man einen Flying-Doc herbeirufen, die Nummer sollte man aber schon vorher organisieren. Seren sind ja äusserst heikel und zT schwer in genügender Menge zu erhalten, von daher sage ich immer lieber Mal auf ein Foto verzichten, es könnte sonnst das Foto "des Lebens" werden.
Viele Fragen ich weiss, Gruss Kurt<br><br>Post geändert von: VirusAfricanum, am: 11/10/2006 20:39
www.Kurt-und-Heidi.ch Reiseberichte - Bilder und noch mehr wir freuen uns über jeden Besuch
DWDwarfAdder13 Beiträge · seit 200611. Okt. 2006 · #34Wo Klaus recht hat, hat er recht......:P
Aber eben es ist KEINE Lösung für die ganzen pharmakologischen und toxikologischen Vorgänge im Menschlichen Organismus - es ist lediglich besser als warten und rumsitzen, oder an sich rum zu saugen oder schnippeln - dies alles ist klar zu unterlassen. Es sei denn man hat fundierte medizinische Kenntnisse und weiss was man tut, dann können unter Umständen Inzisionen durchaus den einen oder anderen positiven Effekt haben..... aber BITTE NIE à la Cowboy mit dem grossen Messer 😵
Yepp Cortison hat ganz klar auch eine Wirkung bezüglich des allergischen Schocks, ist aber meist nur in Tabletten Form vorhanden, Flüssigkeiten halten sich nicht lange unter Namibia Bedingungen - Cortison sowieso schlecht. Und leider wirken Tabletten nur sehr sehr langsam, sprich innert 15-30 Minuten etwa. Eine Anaphylaxie aber kann innert 2-5 Minuten durchaus tötlich sein...........also wenn man NICHT präventiv nach Cortison greifen möchte, dann empfiehlt es sich den EPI - PEN (Epinephrin) dabei zu haben, der wirkt innert 1-2 Minuten, da flüssig injiziert und meistens besser haltbar auch im Kühlschrank des Wagens.
Aber ganz klar, Korticosteriode gehören in die Reiseapotheke, NICHT nur wegen Schlangenbissen, auch sonst ein gutes Medikament.
Zum Grusse
Marco
Naukluft1'910 Beiträge · seit 200611. Okt. 2006 · #35Marco, klar ist Cortison in Tablettenform, auch klar das es mindestens 20Min. dauert, noch klarer dass Cortison Nebenwirkungen hat...NUR was ist in solch einem Fall wichtiger, wenn man sonst nie welches bräuchte!??
ABER !!! die Tabletten werden zerstampft eingenommen mit viiiiiel Wasser eingenommen oder man zerkaut sie gut, dann wirken sie sehr viel schneller auch wenn es n bissel bitter schmeckt...
Auch kann man etwas Cortisonbrei auf die Bisswunde schmieren, denn die tut bekanntlich auch weh.
So nun genug, bis bald, Klaus
Gruss, der K l a u s
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Wer einen Fehler macht und ihn nicht korrigiert, begeht schon den zweiten...
PSpsmmg23 Beiträge · seit 200611. Okt. 2006 · #36nein, herausfordern nun wirklich nicht.
bin froh, wenn ich gar keine zu gesicht bekomme und brauch auch kein foto davon....
wir waren in namibia, botswana und tanzania unterwegs und haben keine gesehen.
doch halt, einmal schon, in tanzania....
werd mal schauen, ob ich ein foto raufladen kann, würd mich auch interessien, was das für eine war.
PSpsmmg23 Beiträge · seit 200611. Okt. 2006 · #37schade, kanns nicht hochladen, ist zu groß....
Post geändert von: psmmg, am: 11/10/2006 21:04
vielleicht geht es so:

<br><br>Post geändert von: psmmg, am: 11/10/2006 21:11
DWDwarfAdder13 Beiträge · seit 200611. Okt. 2006 · #38@ Klaus
Ja klar, verstampfen von Tabletten mag etwas bringen, da es besser resorbiert wird.....ist aber immer noch langsamer als im Moment wo die Symptome eintreten die typisch sind für einen AS, einfach den EPI-PEN rausnehmen und einen kleinen ''Tack'' ins Bein machen - basta.....
Da kannst du dir auch die Probenvorbereitungszeit für deine zerrubbelten Tabletten und den Brei sparen................wobei die Sache mit dem Brei auf der Wunde ganz klar seinen Reiz hat. Auch wenn es nicht die übliche darreichungsform darstellt ...lol
Zudem, was will ich bei einem Naja nivea Biss mit Cortison anfangen ??? Die Schmerzen halten sich da in Grenzen, die Schwellung bis auf kreisrund ein par Zentimeter um die Bissstelle herum auch.
Bei einem wahrscheinlicheren Unfall mit der viel häufigeren Puffotter, stimmer ich dir zu 100% zu, die eigentlich geringen Nebenwirkungen die Cortison hat, sollten es einem locker wert sein, es sofort zu konsumieren - egal ob verrieben und in viel Wasser gelöst, oder aber als ganze oder halbe Tablette - in solch einer Situation ist dies kein Thema.
Gruss an alle
Marco
KAKai2 Beiträge · seit 200703. Dez. 2007 · #39Hallo Marco,
ich wollte am 24.12. mit meiner Frau und meiner sechsjährigen Tochter nach SA fliegen und dort im Norden von Joh-berg (150 Meilen/Vaalwater etc.) ein paar Tage auf einer Farm im Busch verbringen. Da es dort Puffs hat, sorge ich mich enorm um die Kleine. Was tin, wenn eine Puff zubeisst? Wieviel Zeit bleibt bei einem Kleinkind, ein Antidot zu injizieren? Welches und wie?
Kannst Du mir beruhigend helfen ? 🙂
Vielen Dank schon mal
Gruß
Kai
CHcheeta155 Beiträge · seit 200703. Dez. 2007 · #40hi marco,
ich habe gehört, dass die himbas, wenn sie von schlangen gebissen wurden, sich dick honig goßzügig und weiträmig um den biss auf den körperteil schmieren. das soll das gift rausziehen. meine freundin sagt, sie hätte es schon mal gesehen, als eine himbafrau gebissen wurde. es entetehen dann weiße blasen mit dem gift im honig. ob alles gift vom honig absorbiert wird, kann ich nicht sagen.
wie ist deine meinung dazu?
gruß
wolfgang