Hallo zusammen, hier ist Teil 7 meiner Erzählung.
Bitterpan ist der Hit
Wir sind schon früh wach und genießen vom Dachzelt aus den Blick in die Weite der Savanne. Rooiputs ist ein wundervoller Ort, immer wieder. Wir wollen weiter nach Bitterpan. Einige Wildernesscamps kennen wir schon von früheren Aufenthalten, Bitterpan bisher nur von Fotos und Berichten hier im Forum. Die Vorfreude ist groß. Die nächsten zwei Tage sollen Höhepunkte unserer Reise werden. Wir wollen früh los, um viel Zeit dort zu verbringen.
Nach dem Frühstück packen wir zusammen. Auf geht’s, Bitterpan, wir kommen. Denkste: Der Landrover springt nicht an. Wir setzen auf das Rezept des Vortages und warten einfach eine Stunde. Für das obligatorische Reset ist es eh noch zu früh, die Nachbarn . . .
Auch nach einer Stunde tut sich nichts. Nach mehreren Startversuchen macht der Wagen keinen Mucks mehr. Die Batterie ist jetzt auch noch leer.
Irgendwie müssen wir nach Twee Rivieren kommen, dort haben wir Mobilfunk-Empfang. Wir besuchen unsere Nachbarn. Uli aus Kapstadt ist mit Frau, Tochter, Schwiegersohn und Enkeln dort. Wir haben uns am Vorabend kennen gelernt. Uli bietet spontan an, mit uns nach Twee Rivieren zu fahren und Hilfe zu organisieren - nach dem Frühstück. Eine Stunde später geht es los. Toll, diese Hilfsbereitschaft. In Deutschland stehst du drei Tage an der Straße und kein Schwein hält an . . . Uli ist fassungslos, als wir von unserer Auto-Odyssee berichten. Er kennt Deutschland von einigen Messebesuchen für seine Firma. Heute ist er im Ruhestand und genießt das Leben.
Herr Lehmann von Kwenda Safari beziehungsweise Bushlore ist nicht zu erreichen, nur die Mailbox, auf die wir sprechen müssen und um Rückruf bitten. Nach einer halben Stunde starten wir einen weiteren Versuch, dann noch einen und noch einen und noch einen. Nichts. Herr Lehmann ist nicht zu erreichen. Wir fragen bei der Parkverwaltung nach Hilfe und werden zur Werkstatt auf der anderen Seite hinter dem kleinen Supermarkt geschickt. Eine Batterie gibt es hier auch nicht, aber die Zusage, „so schnell wie möglich“ nach Rooiputs zu kommen, um zu sehen, was geht. Wir kaufen noch schnell kühle Getränke und fahren zurück. Nach langem Bitten lässt Uli sich zu Cola und Tonic Water einladen.
Nur wenige Minuten nach uns erreicht das Werkstattteam Rooiputs. Der Mechaniker und sein Helfer haben es voll drauf. Die Batterie wird aufgeladen, im Motorraum und im Relais-Kasten unter dem Fahrersitz analysiert und herumhantiert. Nach einer halben Stunde läuft der Landrover, und sogar die Scheibe auf der Beifahrerseite ist wieder in der Hebe- und Senkvorrichtung montiert. Eine Rechnung gibt es nicht, die Mechaniker haben keinen Quittungsblock dabei. Sie wird nach Nossob durchtelefoniert, wir sollen dort bezahlen.

Es Mittag, als wir endlich loskommen. Wir sagen Uli noch mal Dankeschön und er wünscht uns viel Glück. Fünf bis sechs Stunden werden wir laut T4A bis Bitterpan benötigen. Unterwegs halten wir nur wenig an, zu kurzen Fotostopps, den Motor abzuschalten, riskieren wir bis Nossob nicht. Weil wir auch dort keinen Mobilfunkempfang haben, dürfen wir vom Festnetz der Parkverwaltung bei Herrn Lehmann anrufen: wieder nur die Mailbox. Wir bitten erneut um eine neue Batterie, sagen, dass wir jetzt zwei Tage in Bitterpan sind, danach nach Twee Rivieren kommen könnten, um die Batterie zu übernehmen. Er könne sie aber auch nach Nossob schicken lassen, da kämen wir ohnehin vorbei. Er soll uns einfach über die Parkverwaltung benachrichtigen.
Über den Nossob-Campingplatz geht es zum Gate nach Bitterpan. Die Fahrt durch die Dünen ist einsam und schön. Die Geruchsentwicklung aus dem Batteriekasten hält sich in Grenzen. Wir sind zufrieden. Außer einem Oryx sehen wir aber keine Tiere. Am frühen Abend erreichen wir Bitterpan. Die Fans dieses Camps haben nicht zuviel versprochen. Es ist wunderschön. Wir bekommen zwei der kleinen Häuschen auf der einen Seite des Küchenzeltes, auf der anderen wohnen zwei südafrikanische Paare. Wir machen es uns in unseren Campingstühlen bequem, beobachten das Wasserloch, lesen, machen jede Menge Fotos. Unser Sohn darf mit dem großen Tele auf die Jagd gehen.


Wir genießen den Sundowner. Den Plan für den nächsten Tag haben wir geändert. Wir wollen nicht unnötig mit dem Auto fahren, verzichten deswegen auf die fünfzehn Kilometer lange Rundfahrt. Vielleicht verlieren wir dann für ein paar Stunden die quälenden Gedanken an das Problem, das doch so einfach zu lösen wäre. Wir hoffen auf eine Nachricht von Herrn Lehmann oder von Bushlore. Vielleicht bringen die uns ja eine Batterie nach Twee Rivieren. Der Umweg wäre verkraftbar.
Wir genießen unseren Faulenzertag in Bitterpan, backen einen Schokokuchen (fertige Backmischung, aus Deutschland), Schakale und ein einsamer Oryx besuchen das Wasserloch. Am Abend taucht eine Braune Hyäne auf, trinkt und kühlt sich im Wasser ab. Wir sitzen am Lagerfeuer, backen ein Brot im Potje und quatschen mit den anderen Reisenden.
Am nächsten Morgen wollen wir nach Polentswa. Von unserem Autovermieter gibt es keine Nachricht. Vielleicht gibt es in Nossob Neuigkeiten für uns. Hoffentlich kommen wir dort hin. Wird der Landrover anspringen? (Fortsetzung folgt)