DAS waren wir ! Unser 2. Geburtstag am 08.10.2010

51 Antworten · 30,3k Aufrufe · gestartet 04. Jan. 2011 von Magnum
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Themenstarter15 Beiträge · seit 200706. Jan. 2011 · #21
Hallo Leute,

vielen Dank für Eure Anteilnahme !!!

Eine Idee, diesen Bericht hier reinzustellen, war u.a. auch, dass ich vor allem die Afrika-Vielfahrer wieder sensibilisieren wollte. Ich selber habe nach vielen, vielen Urlauben auch vergessen, dass man teilweise in der totalen Wildnis Urlaub macht, wo einem keiner helfen kann. Und nicht nur die Tierwelt, sondern auch ein "normaler" Autounfall zwischen Rundu und Grootfontein, kann im südlichen Afrika durch die Einsamkeit schwerwiegender sein, als bei uns in Europa.

Der ganze Unfall ist zwar erst 3 Monate her, langsam verschwimmen aber auch die Erlebhnisse (auch ein Grund, warum ich alles aufschreibe). ich glaube im nachinein nicht, dass der Elefant das Zelt einfach so angegriffen hat. Ich habe schon manchmal gedacht, ob er nicht aus Versehen das Zelt gestreift bzw. niedergetreten hat und nur durch unsere Schreie auf das Zelt losging. Wir hatten auf jeden Fall nichts im Zelt, was ihn hätte interessieren können (kein Citronella, keinen Saft.....).

So, ich hoffe, dass ich heute noch die Fortsetzung ins Forum reinstellen kann.

LG und einen schönen Tag

Frank


Helmar: liebe Grüße an Louw !!!!!!!
3'175 Beiträge · seit 200606. Jan. 2011 · #22
Hallo Frank!

Was meinte denn der Lodge besitzer warum dies passieren konnte??
Gruss Joerg Es gibt NIX, das es nedd gibt
Themenstarter15 Beiträge · seit 200706. Jan. 2011 · #23
Hi Joerg,

er hatte die Vermutung, dass es in der näheren Umgebung noch einen Baby-Elefanten gab, der sich über irgendetwas erschreckt hat. Und Mama dachte wohl, das Zelt wäre schuld.

Auf jeden Fall soll soetwas im Senyanti Camp noch nicht passiert sein.

Im Hospital in Kasane (und auch später in Joburg) erklärte man mir, dass es aber sehr regelmäßig zu "Unfällen" mit Elefanten kommt. Auch viele Touristen sind jedes Jahr davon betroffen !!!!! Von dieser Regelmäßigkeit hatte ich in den letzten Jahren noch nie gehört.

LG
Frank
3'175 Beiträge · seit 200606. Jan. 2011 · #24
Hallo Farnk !

Danke fuer die info, aber so was habe ich auch das erste mal gehoert und dass das oft passieren soll hab ich auch noch nie gehoert.
WO sollen diese Vorfaelle denn immer sein??
Gruss Joerg Es gibt NIX, das es nedd gibt
Themenstarter15 Beiträge · seit 200706. Jan. 2011 · #25
Also: die Unfälle sollen vor allem in Nord-Botswana und Nord-Zimbabwe erfolgen. Aber meistens werden die Menschen wohl niedergetrampelt, wenn wild gecamt wird. Der Unfall mit dem Zelt war "einmalig".
LG
Frank
46 Beiträge · seit 200906. Jan. 2011 · #26
Hallo Frank,

das ist wirklich unfaßbar und ich finde es wichtig, das Du Deinen Beitrag hier einstellst. Ich meine trotz all der wichtigen Verhaltenshinweise im Falle eines Falles, kann man doch trotzdem nie wissen, wie ein wildes Tier reagiert. Es freut mich sehr, das ihr beide doch lebend aus dieser Situation raus gekommen seid, was schon fast unglaublich ist, nachdem, was Du erzählst.
Wir hatten eine ähnliche, wenn auch weniger gefährliche Situation im letzten Oktober.
Da waren Geräusche auf dem Campingplatz (Aabadi-Mountain Camp bei Twyfelfontein)und ich lugte aus dem Zelt und sah diese graue Wand im Dunkeln in 5m Entfernung auf uns zu kommen. Zu spät um ins Auto zu hüpfen. Da saßen wir, in unserem kleinen Bodenzelt mit offenem Zelteingang und ich wußte jetzt gilt es die Klappe zu halten, selbst der Zipper vom Zelteingang schien zu laut zu sein, um ihn zu schließen. Er kam seitlich zu unserem Zelt und beulte es mit seinem Rüssel ein. Ich hielt die Hand vor dem Mund und brach in unkontrolliertes Zittern aus, angesichts der Tatsache, das ein Schritt von ihm weiter vorwärts mein Tod sein könnte - das Gefühl in einer Falle zu sitzen war übermächtig - ich schaffte es irgendwie nicht zu schreien. Er lies Gott sei Dank bald von dem Zelt ab. Ich hatte solche Angst, und kann mir kaum vorstellen, um wieviel schlimmer ihr Euch gefühlt haben müsst! Hinzu kommt, das wir die Wahl hatten, im Bodenzelt, oder im Dachzelt zu übernachten - ich hielt mich für unglaublich dumm in diesem Moment!Laut Jeroen (Campbesitzer) war es das erste Mal in der Saison, das sie auf den Campingplatz kamen. Andere Camper, die weiter von uns weg waren sprangen panisch auf dem Campingplatz mit Lampen herum und machten Lärm - ist auch eine Art sie zu vertreiben, oder endgültig sauer zu machen...

Ich wünsche Euch von Herzen alles Gute und das ihr vollkommen gesundet! Die Lust auf Afrika hat es Euch nicht genommen, was ich sehr schön finde!

Alles liebe
Gruß Andrea
zuletzt bearbeitet 06. Jan. 2011
105 Beiträge · seit 200806. Jan. 2011 · #27
Lieber Frank,
was für ein Bericht. Beim lesen stockte mir der Atem. Was habt ihr doch für ein Glück gehabt. Ich wünsche Olga weiterhin gute Besserung und finde es sehr schön, dass ihr noch Lust auf Afrika habt.

LG
Themenstarter15 Beiträge · seit 200706. Jan. 2011 · #28
3. Teil (der 4. wird dann aber richtig kurz !!!):

Dort angekommen sollte ich mich auf einen Stuhl vor einem großen Schreibtisch setzen und ich suchte hilflos den Officer, der mich endlich zum Camp bringen sollte. Schließlich kam ein Mann rein, der durch sein Auftreten sofort als der Chef der Polizeistation zu erkennen war: er sagte nicht hallo, er lächelte nicht und war in seiner ganzen Art einfach nur arrogant. Auf meine Frage, ob er mich fahren würde, erwiderte er, dass zuerst ein Protokoll aufgenommen werden müsste. Ich erklärte ihm, dass ich so schnell wie möglich zum Camp müsste, aber er fing gleich an: wo, wann, wie ist es passiert, wer ist verletzt ………… es war schrecklich. In meiner Unterhose, den dreckigen Händen und dem blutigen T-Shirt kam ich mir wie auf der Anklagebank vor. Dauernd wurde unser „Gespräch“ von irgendwelchen Funksprüchen unterbrochen, die der Officer jedes Mal lautstark beantworte. Mein Flehen, daß wir doch auch später alles machen können, wurde gar nicht beachtet. Alles in allem dauerte die Aufnahme des Berichtes eine ganze Stunde.

Dann durfte ich endlich ins Auto steigen. Leider fuhren wir wieder nicht Richtung Camp, sondern zurück Richtung Kasane. Mir wurde erklärt, dass das Hospital angerufen hätte und wir sofort zurückkommen sollten. Was passiert war, konnte der Officer mir auch nicht beantworten. Mir war in diesem Moment klar, dass Olga gestorben war. Ich hatte sie verloren. Ich fing das erste mal an diesem Tag so richtig an zu weinen. Die ganze Fahrt über konnte ich mich nicht beruhigen.

Im Krankenhaus angekommen wurde ich zitternd in ein kleines Büro geführt, in dem bereits der Arzt vom morgen, der Campingplatz-Besitzer Louw, ein anderer Herr (an den ich mich aber gar nicht mehr erinnern kann) und einer Ärztin, die hinter einem Schreibtisch saß, befanden. Die Ärztin sprach gleich auf mich ein, aber ich fragte nur: „ist Olga tot ?“ „Lebt sie noch ?“ „Was ist passiert ?“ Die Ärztin lächelte und sagte nur: "Olga lebt !!!!!!!!!!!!!!!!!!" Ich war so glücklich, so unendlich glücklich. Louw war zurückgekehrt, weil er beim Aufräumen der „Unfallstelle“ merkte, dass noch meine Klamotten und vor allem ein kleiner Rucksack mit den Handys und einigen Papieren in den Zelttrümmern lagen. So hatte ich wieder Schuhe, ne Hose und ein sauberes T-Shirt…….. aber vor allem die Telefone und die wichtigen Telefonnummern.

Die Ärztin klärte mich in einer wirklich sehr netten Art auf, dass Olga in diesem Krankenhaus nicht bleiben könnte und so schnell wie möglich in eine Spezialklinik in Joburg ausgeflogen werden müsste. In diesem Hospital könne keiner feststellen, welche inneren Verletzungen vorhanden waren. Da unser Landrover in Windhoek „stationiert“ ist und wir dort einige Freunde haben, wäre die Hauptstadt von Namibia für mich die bessere Alternative gewesen; aufgrund der fehlenden Spezialklinik für Olgas Verletzungen kam dies aber leider nicht in Frage. Die fliegenden Ärzte seien bereits informiert und bereiten in Joburg alles vor. Damit diese starten können, benötigen sie aber eine Deckungsbestätigung meiner Auslandsreise-Versicherung. Ich solle so schnell wie möglich Kontakt aufnehmen (das Telefonnetz in Kasane schien wohl wieder zu funktionieren).

Diese Ärztin war sowieso der Hammer ! Ihre liebevolle, aber auch sehr fröhliche Art war richtig ansteckend und hat ab und zu mal die schrecklichen Gedanken vertrieben. Dazu kam noch, dass sie vor vielen Jahren u.a. auch in Russland studiert hatte und immer noch die russische Sprache beherrschte. Als die Ärztin und ich zu Olga (gebürtige Weißrussin) gingen, sah ich heute ihr erstes Lächeln, als sie russisch angesprochen worden wurde. Für einige Sekunden waren die Schmerzen, die furchtbare Angst, die Hilflosigkeit und das ganze überfüllte Krankenzimmer vergessen.

Ich erklärte Olga, was als nächstes geschehen würde. Sie schaute mich verständnislos an, immer noch zusammengekrümmt liegend, und meinte mit schwacher Stimme, dass wir doch noch ein paar schöne Tage in Swakop verbringen wollten. Sie möchte nur ein bisschen schlafen, dann können wir wieder zum Campingplatz zurück. Ich verstand die Welt nicht mehr.

Ich suchte mir im Hospital ein ruhiges Plätzchen, um zu telefonieren. Ich hatte zwar meinen „Notfall-Ordner“ mit den wichtigsten Telefonnummern, Passwörtern Adressen usw. nicht hier (der war ja noch im Auto), aber ich wusste, auf der Kreditkarte gibt es eine 24 Stunden-Hotline. Und da unsere Reisekranken-Versicherung irgendwie in dem Kreditkarten-Vertrag enthalten ist, müsste es ja klappen. Zu meinem Entsetzen sah ich, dass mein Handy beim Unfall zerstört wurde, Olgas Handy war aus. Ich bin wieder zurück zu Olga, aber nicht ohne mich in diesem kleinen Krankenhaus zu verlaufen. Ich musste sie wecken. „Hallo Schatz, ich bin es.Alles wird gut. Ich liebe Dich. Wie ist denn Deine PIN ?“. Ihr Handy funktionierte wieder.

Über die hotline, einigen Warteschleifen und Weiterstellungen meldete ich den Schaden und fragte, was jetzt zu tun sei. Benötigt wurde die Kreditkartennummer, eine Durchschrift unseres Flugtickets und meine Handynummer für Rückrufe. Die Kreditkartennummer gab ich durch, für die Flugtickets benötigte ich erst mal ein Faxgerät und die Handynummer von Olga ……. hatte ich natürlich nicht im Kopf. Ich rannte zurück zu Olga, weckte sie erneut und fragte nach der Telefonnummer. Wie sie da so lag in Ihren blutigen Schlafsachen hätte ich am liebsten laut schreien können, Tränen kullerten mir aus den Augen. Und die ganze Zeit hatte ich den Gedanken, warum ich da nicht mit all den Schmerzen liegen könnte. Warum sie.

Eine Krankenschwester kam, um mich noch mal zur Ärztin zu bringen. Sie meinte, der Pilot hätte eben angerufen, dass das Flugzeug vollgetankt in Joburg stehe, die Ärzte bereit sind und alle auf die Bestätigung (Übernahme der Kosten) der Versicherung warteten. Ich erklärte ihr, dass ich noch etwas an die Versicherung faxen müsse. Im Krankenhaus war das Faxgerät seit Tagen kaputt. Ich solle irgendwo in Kasane faxen.

Als ich auf die Strasse rannte, kam mir wieder Louw entgegen. Er hatte unseren Landrover hergebracht, damit ich die wichtigsten Sachen rausholen kann, bevor wir ausgeflogen werden. Ich überlegte einige Zeit, fand es aber besser, wenn ich „in Ruhe“ im Senyanti Camp alles packen würde (und nicht in der Hitze und an der Hauptsrasse). Der Wagen und der Kühlschrank waren ja auch noch voll mit Essen und Trinken, welche ich unbedingt ausräumen musste; ich würde ja einige Zeit nicht wiederkommen.

Ich stieg in den Wagen (Louw wurde von einen seiner Angestellten mitgenommen) und fuhr zur ersten Lodge, wo ich faxen wollte. Leider hatte ich die Faxnummer falsch notiert und war bei den Fax-Fehlermeldungen schon am verzweifeln. Außerdem erhielt ich einen Anruf vom Piloten, dass er noch immer keine Bestätigung der Versicherung erhalten hätte. Ich erklärte ihm, dass ich vorab noch was faxen müsste. Ich fuhr zur nächsten Lodge, um dort mein Glück zu versuchen. Nach einigen Fehlerberichten rief ich nochmals bei der Versicherung an, um mir die richtige Fax-Nummer geben zu lassen. Bis ich zu „meinem“ Sachbearbeiter durchgestellt war, verging wieder einige Zeit. Das Fax ging nun durch und ich fuhr ängstlich zum Hospital zurück. Immer die Angst, ob es Olga gut ging. Auf der Strasse sah man all die Safari-Fahrzeuge, die Mietwagen und die Touristen. Ich beneidete diese Menschen so sehr !!!

Zurück im Krankenhaus rannte ich zuerst zu Olga (ich verlief mich natürlich wieder), die aber schlief, und dann zur Ärztin. Dort war die Info schon angekommen, dass das Flugzeug mit den fliegenden Ärzten bereits gestartet war und in ca. 3 Stunden in Kasane landen würde. Ich musste noch einigen Papierkram ausfüllen und ging noch mal zurück zu Olga. Sie war erwacht und stöhnte vor Schmerzen im Rücken. Und sie hatte solchen Durst, durfte aber nichts trinken (ich glaube, wegen den möglichen inneren Verletzungen. Ich erklärte ihr, dass ich jetzt zum Campingplatz zurückfahren würde, den Wagen ausräumen und eine Tasche packen würde. Ich würde mich aber beeilen.

Ich stieg ins Auto und musste wieder so doll weinen, als ich zum Senynati Camp fuhr. Angekommen wurde mir von Louw und einigen Angestellten beim Kühlschrank-Ausräumen, beim Tasche-Packen und beim Einräumen der Tische und Stühle geholfen. Ich nahm noch einige Papiere (Carnet-de-Passage, Führerschein usw.) aus dem Auto und wurde zurück zum Hospital gefahren. Der Landrover sollte die nächste Zeit auf dem Camp stehen bleiben (Louw hatte den Schlüssel bekommen), ich wollte unbedingt mit Olga nach Joburg fliegen).

Zurück im Krankenhaus meldete ich mich bei der Ärztin zurück, verschenkte noch viele Süßigkeiten und Lebensmittel und ging zurück zu Olga. Das Warten ging wieder los und war unerträglich. Aber ich konnte bei Olga sein, ihr die Hand halten und ihr aufgrund der Hitze „frische“ Luft zufächeln.

Als die fliegenden Ärzte kamen hatte ich das erste mal den Eindruck am heutigen Tag, dass Profis kommen und ich atmetet auf. Die beiden hatten viel Gepäck, Gerätschaften und Taschen mit. Olga wurde für den Flug vorbereitet, an einige Geräte angeschlossen und auf eine besondere Bahre gelegt. Es ging langsam los. Obwohl ich in diesem Moment alles getan hätte, um Olga aus diesem Hospital rauszubekommen, hatte ich so ein schlechtes Gewissen, als ich die anderen Patienten sah. Alle schauten uns an. Keiner von diesen Menschen wird wohl das Glück oder die Möglichkeiten wie wir haben, in eine Spezialklinik mit allen nötigen, medizinischen Versorgungen ausgeflogen zu werden. Trotzdem lächelte man uns zu und rief uns sogar noch „viel Glück“ hinterher.

Nach der Verabschiedung von unseren Ärzten wurden wir zum kleinen Flughafen gebracht, auf dem der Flieger mit den 2 Piloten stand, und Olga wurde in das Flugzeug gebracht. Wir mussten noch auf eine Zollbeamtin warten, damit ordnungsgemäß unsere Reisepässe abgestempelt werden, und dann starteten wir gegen 15 Uhr. Auch im kleinen Flieger war es unerträglich heiß und ich war am Fächeln, Fächeln und Fächeln, um es Olga erträglicher zu machen. Schluckweise durfte ich ihr Wasser geben, aber sie hatte trotzdem solchen Durst. Die Flugzeit verging gar nicht.

Nach der Landung mussten wir noch 15 Minuten auf den Krankenwagen warten und wurden dann in einer 2 stündigen Fahrt (der Krankenwagen war im übrigen besser ausgestattet als das gesamte Hospital in Kasane) zum Milpark Hospital gebracht. Dort wurde Olga bereits erwartet und gleich für die Not-OP vorbereitet.
4'451 Beiträge · seit 200806. Jan. 2011 · #29
Hallo Frank,
vielen Dank für dieser dritter Teil, der Horror Geschichte. Darin sind aber soviel wichtige Hinweiße, die zu beachten sind. Ich hoffe sie aber nie so gebrauchen zu müssen.
Lieben Gruß auch an Olga von
Cécile 🙂
"I never knew of a morning in africa when I woke up and was not happy". Ernest Hemingway Reisebericht:2010 "Nach 4 Anläufen als Selbstfahrer in Namibia" http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/140297-nach-4-anlaeufen-als-selbstfahrer-in-namibia.html Reisebericht 2011 Eine neue Erfahrung.... http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/187663- eine-neue-erfahrung.html 2007 ,2008 ,2009 2mal ,2010,2011 Namibia Botswana. 2011 Shanghai, 2012 Florida Virgin islands Karibik. 2012 Namibia und KTP 2013 Das erste Mal Südafrika Kruger NP 2014 Kapstadt und Kruger NP 2015 Kruger National Park 2016 kruger National Park 2017 Kruger National Park 2 KLICKS auf die "SONNE" und man liest den Reisebericht OHNE Kommentare !!!!!
zuletzt bearbeitet 06. Jan. 2011
1'680 Beiträge · seit 200706. Jan. 2011 · #30
Hallo Frank, Hallo Olga,

ich klebe förmlich an deinen Lippen und wäre es ein Abenteuerroman, so könnte ich beruhigt das Buch beiseite elegen, wissend es ist "nur" Fiktion - umso mehr freue ich mich für euch (und für Olga insbesondere)dass ihr bei allem Unglück noch derartiges Glück hattet - weiterhin gute Besserung an Olga, aber auch an dich, denn diese Traumatisierung muss erst einmal ver - bearbeitet sein.

Und vllt eine Spitzfindigkeit, nein, nicht wirklich, denn im vorliegendem Fall ein wichtiger Unterschied 😁 ... Olga wurde *gottseidank* auf eine Trage gelegt, keine Bahre - Krankentrage - Totenbahre 😉
lG und bleibt gesund! M@rie M@rie's on the road again - Namibia-Botswana 2012 "Es kommt nicht darauf an, ob du gewinnst oder verlierst, es kommt nur darauf an nicht aufzugeben!" ~ "It always seems impossible until it is done." Nelson Mandela ~
zuletzt bearbeitet 06. Jan. 2011
2'610 Beiträge · seit 200706. Jan. 2011 · #31
Hi Frank + Olga,

ich habe wieder mit angehaltenem Atem gelesen - mein Gott, man kann sich hier ja gar nicht vorstellen, wie verbohrt dort die Polizei doch gewesen ist. Ich werde nie wieder über unsere Polizeibeamten schimpfen! Und auch der ganze Kram mit Übernahme der Kosten usw. - das trotzdem alles noch gut ausgegangen ist grenzt an ein Wunder.

Für den nächsten Urlaub habe ich die Telefonnummer unserer Auslandskrankenversicherung in unseren Unterlagen ergänzt: sie steht jetzt mehrfach im Tagebuch, Handy usw.

Hoffentlich könnt ihr euch beim nächsten Urlaub erholen und Afrikas Schönheit genießen.

Jambotessy
Nur im Vorwärtsgehen gelangt man ans Ende der Reise. (Sprichwort der Ovambo) 1x Togo + Benin (mit TUI), 1x Ruanda + Zaire ( mit Explorer Reisen), 3x Kenia (in Eigenregie mit dem Bodenzelt), 23 x südl. Afrika (in Eigenregie Namibia, Botswana, Zimbabwe, Sambia, Südafrika/ 17x mit dem Dachzelt und 6x ohne Dachzelt)
842 Beiträge · seit 201006. Jan. 2011 · #32
Hallo Frank,

zunächst einmal wünsche auch ich vor allem Olga weiterhin gute Besserung - und Euch beiden, dass Ihr Euch Eure künftigen Urlaubsfreunden dennoch nicht nehmen lasst! Hoffentlich könnt Ihr diese Horrorerlebnisse gut verarbeiten - mir selbst fehlen die Worte und ich kann mich nur meinen Vorrednern anschließen: Es ließt sich wie ein Horror-Thriler - und ist doch eine reie Erlebnisschilderung! Auch wenn es in dem Moment des Verlassens des Krankenhauses in Kasane wahrscheinlich wirklich komisch war gegenüber den anderen Patienten - seid froh, dass Ihr die Möglichkeit hattet, in eine Spezialklinik geflogen zu werden, wo für Olga dann wahrscheinlich die richtigen ärztlichen Maßnahmen ergriffen wurden. Ich bin auch auf den Schluss noch gespannt und danke Dir, dass Du uns Deine Zeilen lesen lässt!

Liebe Grüße & Euch beiden für die Zukunft alles, alles Liebe & Gute !!!
Antje
843 Beiträge · seit 200806. Jan. 2011 · #33
Hallo Frank,

da fehlen mir die Worte - erst die Elefantenattacke, dann die Szenen im Krankenhaus in Kasane und das Verhalten der dortigen Polizei - Mann-o-Mann - da haben Eure Schutzengel aber ganze Arbeit geleistet!

Vielen Dank auch dafür, dass Du so ausführlich geschildert hast, wie bzgl. Flugrettung für Olga alles abzulaufen hatte - ein Lehrstück dafür, dass man sich für den evtl. Notfall grundsätzlich viel vertrauter mit solchen Prozessen machen muss. Und, Du warst ja schon ziemlich gut präparariert! Da einen klaren Kopf bzgl. Formalitäten zu bewahren ist sicher eine gar nicht hoch genug zu bewertende Leistung!

Ich wünsche Euch alles Gute und einen erholsamen nächsten Urlaub in Namibia (finde ich ziemlich tough)!

LG

Dirk
0
78 Beiträge · seit 200706. Jan. 2011 · #34
Hallo Ihr beiden,
nachdem Kerstin nach der Spätschicht Euren Bericht gelesen hat, zeigte sie ihn mir. Auch ich habe mit großem Interresse gelesen und wünsche Olga gute Besserung.
Auch mir fehlen die Worte.
Danke das Du uns teilhaben lässt. Finde auch ganz stark das Ihr wieder nach Afrika fliegt.
Warten schon ganz gespannt auf den nächsten Teil.
Als ich im Oktober 2010 im Swaziland die Begegnung mit einer Giftschlange hatte (es ist nichts passiert), dachte ich, was wäre wenn Im dunkeln, auf einem fast leeren Campsite ohne Orts und Sprachkenntnisse.
Wünschen Euch alles Gute, und möge Euch das Glück bei Eurer nächsten Reise begleiten.
Gruß kul (Kerstin und Lothar)
zuletzt bearbeitet 06. Jan. 2011
Themenstarter15 Beiträge · seit 200707. Jan. 2011 · #35
Der letzte Teil.

Jetzt mache ich es auch kurz:

Die ganze Nacht wurde Olga operiert und das ganze Glück im Unglück wurde deutlich:

der Stosszahn drang nur knapp unter dem Herzen durch ihren Körper, zertrümmerte 2 Rippen, ließ den linken Lungenflügel kollabieren, verletzte Milz, Magen, Bauchspeicheldrüse und Nieren , zertrümmerte bei Austritt im Rücken erneut einige Rippen und verfehlte die Wirbelsäule nur um Millimeter. Einer dieser Fortsätze der Wirbelsäule wurde abgerissen und aus dem Körper geschleudert. Wäre nur ein Organ schwerwiegender verletzt gewesen, hätte Olga die Wartezeit in Kasane oder den Transport nicht überlebt. Leben und Tod hingen nur von wenigen Millimetern ab.

Olga lag noch 2 Wochen im Koma und die Ärzte konnten mir in dieser Zeit keine Hoffnung machen. Als sie dann aufwachte, war sie noch eine Woche ziemlich „verwirrt“, machte aber schon große Fortschritte. In der vierten Woche konnte sie die Intensivstation verlassen und wurde in ein normales Krankenzimmer verlegt. Nach weiteren 10 Tagen wurden wir in Begleitung eines Arztes von Joburg nach Deutschland geflogen.

Außer den großen Narben werden keine weiteren Beeinträchtigungen bleiben und unser Leben geht auf erschreckende Weise schon wieder ganz normal weiter. Im März wollen wir Namibia unsicher machen und gaaaaaaaaaaanz langsam wieder „reinkommen“. Mal sehen, ob wir unbeschwert den Urlaub geniessen können. Versuchen wollen wir es aber auf jeden Fall.

In dieser schweren Zeit haben uns viele Leute geholfen und wir werden denen für immer zu Dank verpflichtet sein. Eine Geschichte möchte ich aber noch kurz hervorheben:

unser Landrover steht seit vielen Jahren mit Carnet in Namibia; voll ausgestattet und mit all unserem „Zeug“ (also kein Mietwagen). Als wir aus Kasane ausgeflogen worden sind, war Olga natürlich das aller wichtigste und der Wagen egal. In den 2 Wochen meiner totaler Hilflosigkeit (als Olga im Koma lag, ich sie nur 3 mal am Tag für je eine Stunde besuchen durfte und ich nur warten und hoffen konnte) machte ich mir dann doch einige Gedanken wegen dem Landrover, sah aber keine Möglichkeit, den Wagen jetzt aus Kazungula abzuholen. Ich musste bei Olga bleiben.

Freunde von uns, die auch seit vielen Jahren ihren eigenen Wagen „unten“ stehen haben, Helga und Axel, hatten aber eine Idee. Sie wussten, dass 2 andere „Afrikaverrückte“ (Karin und Werner) gerade in Livingstone waren und noch ein paar Tage in Kasane verbringen wollten. Die beiden wurden von Axel kontaktiert und erklärten sich bereit, unseren Wagen zurück nach Namibia zum Grimm (den Standort, wo der Landy in unserer Abwesenheit steht) zu bringen. Die erste Zeit konnte die Kommunikation (Telefonat und SMS) sogar nur über Helga und Axel in Deutschland laufen, da der Direktkontakt zwischen Kasane und Joburg aus irgendwelchen Gründen nicht funktionierte. Dummerweise hatte ich alle Kfz-Papiere (Carnet, internationale Zulassung usw.) mitgenommen. Werner kam aber auf die Idee, dass ich alle Unterlagen und eine Vollmacht in die Chobe Safari Lodge (deren Standort in Kasane) durchfaxen soll, damit er zumindest etwas in der Hand hat. Zusätzlich sind die beiden noch mit Louw zur Polizei gegangen, um eine „offizielle Genehmigung“ (eigentlich nur ein Stempel) zu erhalten.

Und Karin und Werner haben es wirklich gewagt. Sie haben es geschafft, mit einem fremden Wagen ohne Originalpapiere über eine Landesgrenze und durch einigen Roadblocks den Landy zurückzubringen. Von den vielen „Baustellen“, die ich zur der Zeit hatte, wurde mir durch die beiden eine große Last von den Schultern genommen.

Ende



Viele glückliche Zufälle haben uns geholfen, das alles zu überleben und auch durchzustehen. Was werden wir jetzt aber im nächsten Afrikaurlaub anders machen ? Keine Ahnung. Auf jeden Fall werden wir jetzt einige Riesenzettel mit allen wichtigen Telefonnummern, PIN`s, Geheimzahlen usw. anfertigen und von vielen Dingen eine Kopie machen. Für den Fall der Fälle .... der hoffentlich nie wieder eintretetn wird.

Vielen Dank an alle für die lieben Worte und vielleicht sieht man sich mal im südlichen Afrika.

Liebe Grüße

Frank (und natürlich auch von Olga)
557 Beiträge · seit 200907. Jan. 2011 · #36
Hallo und guten Tag Olga und Frank,

ich bedauere das tragische Ereignis und alles, was damit zu tun hat, sehr und beglückwünsche Euch gleichzeitig für die positive Entwicklung hin zu einem guten Ende.

Alles Gute für Euch und herzliche Grüße

Eto
Reisebericht: Nördliches Tansania u. Sansibar 2010 http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/153776-reisebericht-noerdltansania-usansibar-febr-2010.html
886 Beiträge · seit 200707. Jan. 2011 · #37
Es ist schon alles gesagt worden, mir bleibt eigentlich nur zu sagen "Herzlichen Glückwunsch" zu Eurem 2. Geburtstag und möge soetwas oder ähnliches nie wieder passieren.

Danke auch für den, in meinen Augen, sehr ehrlichen Bericht. Alles Gute Euch Beiden.

LG
lisolu
94 Beiträge · seit 200907. Jan. 2011 · #38
Hallo Olga und Frank,
ich habe eben euern Bericht sehr bewegt gelesen und bin froh, dass es nicht schon Abend ist.
Auch von mir Herzliche Glückwünsche zu euerm 2. Geburtstag. Treffender kann man es nicht ausdrücken. Für Olga weiterhin Gute Besserung und für Euch Beide für die Zukunft weiter sehr fleißige Schutzengel.
Ich habe großen Respekt, dass Ihr trotz dieses Erlebnisses so schnell wieder nach Nam fliegt. Ich wünsche Euch einen ausnahmslos schönen Urlaub! 😎
Wir fliegen ebenfalls im März nach Nam und werden sicher nach diesem Bericht wichtige Tel-Nr greifbar haben. Vor lauter Glück in der Vergangenheit vergißt man einfach zu schnell, dass es wirklich noch Wildnis ist, in der wir leben oder Urlaub machen.
LG an Euch Beide
562 Beiträge · seit 200907. Jan. 2011 · #39
Hallo Frank

Vielen Dank für Deinen bewegenden Bericht der unser Verhalten auf den kommenden Reisen im südlichen Afrika nachhaltig beeinflussen wird, uns sensibler macht für die Gefahren, die in diesen wunderschönen Ländern stets präsent sind.

Ich wünsche Dir und Olga weiterhin ein gutes Verarbeiten dieses unglaublichen Erlebnisses und hoffe Eure nächste Reise wird eine erholsame.

Ein Gutes Neues Jahr
Lumela
2'048 Beiträge · seit 200707. Jan. 2011 · #40
Hallo Frank und Olga,
wir haben Euren Bericht verschlungen. Das wichtigste ist der relativ gute Ausgang. Ich wünsche Olga recht schnelle Genesung.
Ich bin überzeugter Bodenzelt-Nutzer. Wir waren selbst im Mai 2010 einige Nächte in Senyanti während einer unserer Landcruiser in der Werkstatt war. Die Elefanten dort waren faszinierend und für uns nie bedrohlich empfungen worden.
In Xakanaxa stand ein junger Elefant nachts direkt vor dem Zelt, pflückte Äste aus dem Baum darüber und strich diese immer wieder über die Zeltplane. Damals hatte ich mehr sorge um meine Zeltplane. Ich hatte den Eingang vorsichtig oben geöffnet und schaute dem Tier auf die Brust. Angst hatte ich nur, dass die Nachbargruppe laut werden könnte und den Eli erschreckt. Natürlich habe ich schon gesehen, wie frustrierte Jungbullen Bäume zerfetzen oder andere Dinge aus Übermut tun. Die kamen aber auch schon so daher, d.h. das entstand nicht so einfach plötzlich. Allenfalls wurden sie von einem älteren Bullen erniedrigt und ließen anschließend Dampf ab.
Sollte das jetzt eine Wildereifolge sein, so fürchte ich, dass die Probleme nicht einfach verschwinden werden sondern wir erst den Anfang davon sehen.

Nachdenkliche Grüße
jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)