Ein Ersttäterbericht... ;-)

108 Antworten · 41,7k Aufrufe · gestartet 19. Aug. 2010 von Iven
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43 Beiträge · seit 201020. Aug. 2010 · #21
Hallo Cécile,

vielen Dank für die Aufstellung, werden wir im Oktober sicher auch benötigen! 🙂

Viele Grüße,
Gerti
4'451 Beiträge · seit 200820. Aug. 2010 · #22
Hallo Christian,
Danke für den Hinweis, ich werde es sofort ändern.
LG
Cécile 🙂
"I never knew of a morning in africa when I woke up and was not happy". Ernest Hemingway Reisebericht:2010 "Nach 4 Anläufen als Selbstfahrer in Namibia" http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/140297-nach-4-anlaeufen-als-selbstfahrer-in-namibia.html Reisebericht 2011 Eine neue Erfahrung.... http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/187663- eine-neue-erfahrung.html 2007 ,2008 ,2009 2mal ,2010,2011 Namibia Botswana. 2011 Shanghai, 2012 Florida Virgin islands Karibik. 2012 Namibia und KTP 2013 Das erste Mal Südafrika Kruger NP 2014 Kapstadt und Kruger NP 2015 Kruger National Park 2016 kruger National Park 2017 Kruger National Park 2 KLICKS auf die "SONNE" und man liest den Reisebericht OHNE Kommentare !!!!!
192 Beiträge · seit 200620. Aug. 2010 · #23
Hallo Iven,
das ist aber nun nicht fair... 1 Tag und dann schon Pause 🙁
Du darfst dir paar Tage Zeit nehmen und dafür bissi mehr schreiben 🤩
Da sieht man wieder das Werkzeug machts! Auch tolle Bilder 😎
LG Kessie
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795 Beiträge · seit 200720. Aug. 2010 · #24
Hi Cecile unsd Silberadler,

vielen Dank für die engl.-deutsche Zusammenstellung - kann man gut gebrauchen!!

Und Kessie:
lass doch den Iven seine wohlverdiente Ruhe - du weißt in der
Ruhe liegt die Muse.Gut Ding will Weile haben! Er hat immerhin schon 2 Bilder dazugefügt in den Text.Das macht die Sache anschaulicher.
Aber gespannt sind wir alle auf die Fortsetzung.....!

Hallo Iven, lass dir die Zeit, die du brauchst!

Liebe Grüße, Goldmull
133 Beiträge · seit 200920. Aug. 2010 · #25
Hallo Iven,
kann mich nur anschließen: als Ersttäter Note 1 für den Bericht, da kommt wieder mal Heimweh nach Afrika auf. Mach weiter so, ich bin gespannt.

Cecile: was für eine wundervolle Liste 🙂

LG Ute
3'700 Beiträge · seit 200920. Aug. 2010 · #26
Liebe Cécile, lieber Mike,

herzlichen Dank für die hilfreiche Liste! geht in 8 Tagen mit auf Reisen!
Haben ja auf dem Flieger 9 Stunden Zeit, um die Vokabeln zu paucken, damit wir unseren Test bei Europcar auch mit Note 1 bestehen!

Liebe Grüße
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit www.butterblume-in-afrika.de
Themenstarter86 Beiträge · seit 201020. Aug. 2010 · #27
Hallo Mutsel,
wir waren diesmal nur zur Aufklärungsrunde hier ich hatte nur die Kletterschuhe mit. Besonders um die Spitzkoppe herum sah es aber sehr lohnend aus! Ein umfassender Informationspool verspricht vielleicht www.spitzkoppe.eu zu werden.
Gib jedem Tag die Chance der schönste deines Lebens zu werden! Fotos und mehr: eissner-dresden.de / gipfelbuch.de
Themenstarter86 Beiträge · seit 201020. Aug. 2010 · #28
Hallo Cécile,
gute Idee, solche Liste gleich mal zu posten, bei der Einweisung brauch man das Meiste wohl nur, wenn man auf sichtbare Probleme hinweisen will und da kann man ja auch mit dem Finger drauf zeigen. Sollte man aber mal unterwegs Probleme haben, kann es schon wirklich helfen wenn man schon am Telefon oder weg vom Fahrzeug sein Problem schildern kann! Erfahrungsgemäß fällt einem ja auch genau dann das blöde Wort nicht ein! 🤨
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5'538 Beiträge · seit 200820. Aug. 2010 · #29
Hallo Cecil und Mike,

gute Zusammenstellung. Habe ich mir gleich ausgedruckt und werde sie meinen Freunden mitgeben. Und für mich lege ich sie ins Auto, weil es bei den technischen Ausdrücken ja doch immer wieder hapert.

Liebe Grüße von der neblig-trüben Atlantikküste
Gerd
652 Beiträge · seit 200720. Aug. 2010 · #30
Hallo Iven,
ja dort wirst du fündig. Unter "Pontoks" findest du u.a. die Station Spitzkuppe mit dem Weg "Langer Ritt". Den Gipfel haben wir 2009 erstbestiegen. Infos findest du auch unter der Brutscher-Seite. Er hat nicht nur Belogradschik und Adrspach sondern auch Namibia mit allen Gebieten, die es bisher gibt bekannt gemacht.Jedenfalls wird Namibia auch für Sportkletterer immer lukrativer. Ameib ist auch ein heißes Eisen. Dort ist bis jetzt am meisten erschlossen. Wunderbare Wege in allen Schwierigkeiten. Ich will nicht für irgend etwas Reklame machen. Es lag nur nahe,wegen deiner Homepage.
Viele Grüße
Mutsel
Themenstarter86 Beiträge · seit 201020. Aug. 2010 · #31
Teil II
Nördlich von Reoboth biegen wir von der Teerstraße ab, etwas später, die Piste, sorry Pad, aus rotem Sand hohes gelbes Gras ... jetzt fühle ich mich angekommen -in Afrika!



Da ist es, dieses leise Gefühl wenn man Orte in sich aufnimmt, Orte die zu einem gehören werden, Orte, die man wiedersehen will. Viel Ehre für eine unbedeutende staubige Piste nördlich eines unbedeutenden Nestes namens Uhlenhorst? Sei es drum, ich habe meine Freude an der langen roten Staubfahne die wir hinter uns herziehen, am weichen Straßenbelag, an der Grasflächen, den Farben…
Die ersten Termitenbauten am Straßenrand werden interessiert in Augenschein genommen (Zugegebe, hier sind sie ja noch vergleichsweise mickrig und etwas Besonderes sind sie ja nun eigentlich auch nur für den frischangereisten Europäer…), die ersten Webervogelnester fotografiert und eigentlich ist da nichts besonderes an der Strecke aber für uns, als die (gefühlt) ersten Kilometer echtes Afrika, bleibt ein schöner tiefer Eindruck. War der Erwartungsdruck an diesen Urlaub irgendwie besonders hoch, jetzt fällt das alles erst mal ebenso ab, wie all die kleinen Bedenkten… alle? Nein, mein Sohn fängt den ersten, von väterlicher Sorge getragenen, Anschiß, als er all zu forsch im Gras verschwindet. ‚Hab ich nicht tausendmal gesagt, langsam, deutlich treten, nicht rennen…’ 😉 Er trägts mit Fassung. (Das Mantra ist bei uns nicht afrikatypisch sondern kommt eher von den Klapperschlangen anderswo – seinerzeit lagen die aber auch da rum wo niemand damit gerechnet hätte und ein anderes Mal wäre ich fast reingelatscht, mit dem Auge am Sucher, rückwärtsgehend beim Fotografieren) Begeistert wird jedes Tier (eigentlich sind es ja nicht viele) am Wegesrand durchs Fahrzeug gemeldet.
Die Bagatelle Game Rench ist unser erstes Ziel außerhalb Windhoeks.
Als wir das Tor zur Ranch erreichen und sich dahinter die sandige rote Fahrspur schmal dem Haupthaus zuwindet ist es endgültig vorbei, nun sind wir endgültig im Afrikagefühl. Die freundliche Begrüßung mit Eistee in hohen Gläsern mit gezuckertem Rand stimmt uns gut ein, die Anmeldung ist schnell erledigt, ein wenig smalltalk mit den Angestellten, dann eine Führung übers Gelände.
Die Hütten stehen nett verteilt ein Stück vom Haupthaus entfernt. Strohballen Charlet war gebucht. Das hatte ich dann eher mit dem Dach asoziiert, das Wellblechdach der Hütten irritiert mich dann ein wenig. Skeptisch treten wir ein... und sind begeistert. Die Einrichtung ist originell und geschmackvoll, einfach toll, die Familie ist begeistert.



Wenig später kommen die Farmpferde zu Besuch ... gut erzogen warten sie aber an der Veranda 😉
Zum Fotografieren findet sich vor der Hütte wenig, wir (namentlich mein Sohn) entschließen uns zu dem angeboten Game-Drive - für den ersten Überblick gewissermaßen 😉
Dabei fällt mir auf, dass geführte Safari fürs Fotografieren (wie erwartet) eine Katastrophe ist. Das hört sich natürlich schlimmer an als es ist und es werden auch ein paar brauchbare Bilder, zumal das Licht zum Abend richtig gut wird und eine paar der Tiere auch echt so nett sind, ihre Position nicht nut passend einzunehmen, sondern auch solange zu halten, bis ich mit der Kamera soweit bin. Der Guide erklärt gut was es zu sehen gibt und das ist allemal spannender, als im Handbuch jedes Tier nachzuschlagen. Irgendwo auf einem Dünenkamm (naja, die Kalaharidünen sind hier nicht wirklich hoch und der Sand liegt auch nur an wenigen Stellen frei) halten wir an. ‚Die Kalahari Bar ist eröffnet’ verkündet der Fahrer und tafelt auf. Dann sitze ich nun wenig später mit einem kalten (und zugegeben echt guten) Bier irgendwo in der Kalahari, das Licht wird kurz richtig gut und ich suche verzweifelt nach einem guten Motiv… da ist aber auch nichts, was passt… zum Verzweifeln ist die Landschaft natürlich trotzdem zu schön.


Motiv verzweifelt gesucht

Und so geht zwar wieder eine Sonne unter ohne dass das große-rote-Sonne-geht-neben-Schirmakazie-unter-vor-rot-glühendem-Himmel-Foto auf einer der Speicherkarten landet aber man kann auch nicht alles haben 🙂 Was wir andererseits auf jeden Fall haben ist eine immer noch sehr schöne Rückfahrt, die sich schon deshalb entspannter gestaltete, weil ich, wegen des fehlenden Lichts, die Kamera gleich im Rucksack lassen kann und statt dessen einfach nur in die Landschaft und auf die Tiere schauen kann. Als hätten sie’s geahnt bieten beide, also Landschaft und Tiere, noch mal ihr Bestes.
Das Haupthaus der Lodge ist sehr gemütlich, eigentlich ja zu schade um nicht ein wenig in der Lounge am Kamin herum zu lungern aber das Essen ist auch schon soweit und wenn ich die Wahl habe wen ich warten lasse…
Es gibt ein gut betreutes Büfett mit verschiedenem Wild, gefüllte Kürbisse, deren Namen ich zwar auf der Reise noch mindestens drei Mal beim Essen hören sollte, ich mir aber trotzdem nicht gemerkt habe und ein Dessert, dass in mir die Befürchtung der Spätfolgen eines Urlaubes mit regelmäßigen guten Menüs deutlich aufkeimen lässt.
Früh werde ich zum Sonnenaufgang wach (nein, das ist nicht der jahrelang antrainierte Instinkt des Fotografen, im Südwinter geht die Sonne nun mal einfach erst so spät auf) und wandere ein Stück in Richtung nächster Düne für ein paar Fotos. Der Sand ist zu wenig, die Grasbüschel nett aber nicht passend zum Sand, die Strauße zu weit weg aber dann… keine 20 Meter von mir entfernt nährt sich eine Antilope, von der hätte eigentlich inzwischen wissen müssen, dass es ein Springbock ist. Gut im Licht steht er, noch 15 Meter. Bei 10 ist die erste Bildserie gut im Kasten, und ich beginne mich zu wundern warum das Vieh nicht mal weglaufen will… bei 5 Metern sehe ich es dann: es ist der Farmbock mit seinen Gartenschläuchen auf dem Gehörn.


Arbeitsschutz namibisch

Warum die keinesfalls so albern sind wie ich sie gestern Abend bei der Erklärung fand, merke ich dann ein paar Minuten später, als er nachdrücklich mit mir Spielen will und mir die Gartenschläuche in die Kniekehlen haut.
Die Fahrt geht weiter nach Süden, in Mariental halten wir zum Einkaufen. Dann folgen wir wieder der Asphaltstraße nach Süden. Interessante Passagen wechseln sich mit öden Landschaften ab. Letztlich gewinnen letztere deutlich die Oberhand und wir sind froh als es kurz vor Keetmanshoop wieder spannender wird. Wir wollen zunächst die Pension Gessert ansteuern und dann in Richtung Köcherbaumwälder fahren. Ketmanshoop macht keinen sonderlich einladenden Eindruck aber die Nebenstraße der Pension mach aber immerhin einen viel entspannteren Eindruck als in Windhoek, kein Stacheldraht, keine Elektrozaun... und keiner am Tor. Sind in Namibia eigentlich Warnschilder vor freilaufenden Hunden üblich? Es dauert natürlich am Ende nicht lange die Betreiber zu finden und der Hofhund wird binnen einer halben Minute Keetmanshoops größte Attraktion und Namibias spannendstes Tier – zumindest für meinen Sohn. Das arme Tier hält sogar tapfer eine gute halbe Stunde durch mit dem Ball durch den Garten gehetzt zu werden. Wir bekommen unterdessen unsere Zimmer gezeigt und den (Reiseführerleser wissen: namibisch legendären) Frühstücksraum gezeigt. Sehr freundliche Gastgeber hübscher Garten nette Zimmer und auch noch Zeit für ein paar Minuten entspannten Reisetagebuchschreibens bis wir wieder los wollen.
Gib jedem Tag die Chance der schönste deines Lebens zu werden! Fotos und mehr: eissner-dresden.de / gipfelbuch.de
zuletzt bearbeitet 20. Aug. 2010
5'479 Beiträge · seit 200920. Aug. 2010 · #32
Hallo Iven,

die Erfahrung das der beste Platz zum fotografieren vorne rechts ist, habe ich bei meiner letzten Reise auch oft gemacht. Bedingt durch die Art der Reise mussten wir viele geführte Gamedrives mitmachen und häufig hatte ich die Situation, dass man ein super Foto verpasste, weil der Wagen mal wieder 10m zu früh oder zu spät angehalten hatte.
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
5'479 Beiträge · seit 200920. Aug. 2010 · #33
Hallo Mutsel,
wir waren diesmal nur zur Aufklärungsrunde hier ich hatte nur die Kletterschuhe mit. Besonders um die Spitzkoppe herum sah es aber sehr lohnend aus! Ein umfassender Informationspool verspricht vielleicht www.spitzkoppe.eu zu werden.
Ich bin begeisterter Kletterer und verbringe den größten Teil meiner Freizeit mit klettern. In Namibia hat es mich aber noch nie gereizt, Hand an den Fels zu legen. Viel zu heiß und der Fels hat auch keine so tolle Qualität. Das man dann bei der Hitze häufig noch nicht einmal Magnesia benutzen darf, macht es auch nicht gerade besser.

Wer in Afrika Klettern will sollte lieber nach Südafrika reisen. Dort gibt es einige Topgebiete.
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zuletzt bearbeitet 20. Aug. 2010
1'737 Beiträge · seit 201020. Aug. 2010 · #34
Hallo Iven,

Es macht großen Spaß, Deinen Bericht zu lesen. Tolle Fotos! Danke, dass wir nun mit reisen dürfen. Nun habe ich auf Deiner Homepage gesehenen, dass Du von 2002 USA-Dias mit sehr guter Qualität digitalisiert hast. Darf man erfahren, wo, wer oder wie Du es gemacht hast. Ich habe von zwei Afrika-Touren noch Negative, die ich gern digitalisieren würde.

Sonnige Grüße aus Sachsen

Botswanadreams
www.botswanadreams.de "Alles, was ich jetzt wollte, war nach Afrika zurückzukommen. Ich hatte es noch nicht einmal verlassen, aber wenn ich nachts aufwachte, lag ich lauschend da, bereits voller Heimweh danach." Ernest Hemingway
Themenstarter86 Beiträge · seit 201020. Aug. 2010 · #35
kleiner Firma in Dresden ... näheres per PM
Gib jedem Tag die Chance der schönste deines Lebens zu werden! Fotos und mehr: eissner-dresden.de / gipfelbuch.de
zuletzt bearbeitet 20. Aug. 2010
160 Beiträge · seit 200921. Aug. 2010 · #37
Hi Iven,
schließe mich den Vorschreibern an. Reiseberichte hier zu lesen macht einfach süchtig. Und Deine Art zu schreiben, gefällt mir wunderbar. Ist halt wie ein Fortsetzungsroman. Wenn es spannend wird, muss man plötzlich warten. 😉
Abwarten fällt mir heute aber leicht, denn wir starten in 5 Stunden nach Windhoek. 🙂 🙂
Wir reisen durch Namibia, Botswana und den Norden Südafrikas in einer organisierten Kleinstgruppe von 6 Personen und hoffen, nach Rückkehr Mitte September auch viel berichten zu können.

Habe Deinen Bericht als Favorit gespeichert, um dann schnell weiterschmökern zu können.
LG
uschisiggi
Mein Motto: Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen. (Hermann Hesse)
42 Beiträge · seit 200921. Aug. 2010 · #38
Hallo Iven,

wenn ich über deine ersten Afrika-Tage so lese, fühle ich mich auch in meinen ersten Namibia-Urlaub zurückversetzt!
Ich freu mich auf die Fortsetzung und viele Bilder, die übrigens super genial sind...

LG Nina
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Themenstarter86 Beiträge · seit 201021. Aug. 2010 · #39
Teil III

Warum kommt man nach Namibia? Ich jedenfalls auch wegen der Fotomotive und zu den wichtigsten geplanten Höhepunkten zählte für mich auf jeden Fall der Köcherbaumwald. Aber welcher? Der gut informierte Forenleser bevorzugt Mesosaurus Fossil Park. Das war eigentlich nun auch mein Ziel. Wir fahren also gegen 14:00 Uhr los. Zurück in Richtung B1.
Da ist es wieder, beim Fahren auf dem Asphalt in der Stadt, das starke Vibrieren auf der Vorderachse. Gut, ab 60 - 65 ist weg aber wenn ich langsamer Fahre ist es wieder deutlich zu spüren – oder bilde ich mir das doch ein? Die Pad (Ist Pad eigentlich weiblich?) in Richtung Köcherbäume lässt dann aber keine Gelegenheit sich darum zu kümmern es rüttelt heftig, die Piste ist deutlich schlechter als das bisher gefahrenen und es ist auch ungewohnt viel Gegenverkehr. Das ganze zieht sich auch deutlich weiter als es auf der Karte aussah (typischer Anfängerfehler 😉 ) Wir fahren am „offiziellen“ Wald vorbei – die Ufo-Hütten sind ja nun wirklich nicht mein Geschmack =8-/ am Spielplatz (der Riesen) vorbei – sieht eigentlich gut aus und das Licht wird langsam besser… die Piste ist immer noch anstrengend zu fahren und bald taucht mit den Gemini Hills zwar interessante Motive auf aber wenn die darauffolgende Weite und die Fläche auf der Karte mit der Entfernung zum Mesosaurus Park korrelieren, dann ist das Licht wahrscheinlich schon weg ehe wir recht da sind und die Rückfahrt im Dunkeln wird noch länger. (Und davor warnt ja nun ausnahmslos jeder Reiseführer 😉 ) OK Plan B, inzwischen steht für mich ohnehin fest, dass ich hier noch einmal hin muss und dann natürlich auch in fußläufiger Entfernung zu den besten Motiven übernachten will. Der Mesosaurus Park wird also für die nächste Namibia Tour vorgemerkt und wir drehen um. Dummerweise muss man natürlich erst zum Haupthaus mit dem amtlichen Wald um ein Permit auch für den Spielplatz der Riesen zu holen. Diesen Teil der Strecke lernen wir also intensiver kennen. Der Spielplatz selbst ist dann eine großflächige Ansammlung von Granitblöcken in teils spannender Schichtung in wunderbarem Kontrast zu dem goldgelben Gras und den verstreuten Köcherbäumen. Ein Weg ist zunächst markiert, verliert sich zwischendurch aber immer wieder etwas im Beliebigen. Das Areal lohnt auf jeden Fall einen Besuch und bietet auch fotografisch ein reichhaltiges Betätigungsfeld. Noch rechtzeitig vor dem Sonnenuntergang fahren wir dann zum Zeltplatz am amtlichen Köcherbaum. Der macht für mich allerdings einen eher kargen Eindruck aber wir sind ja ohnehin nicht mit dem Zelt unterwegs und beim nächsten Mal… aber das schrieb ich ja schon. Der Köcherbaumwald, gelegentlich als übererschlossen und überfüllt verschrien zeigte sich von seiner besten Seite. Sieht man mal von dem Ziegen (?) Hirten ab, der die ganze Zeit der Dämmerung seine Herde zurück trieb (dabei schien er gefühlt jedes Tier einzeln zu rufen, jedenfalls war die Geräuschkulisse zwar authentisch aber doch ein klein wenig nervig - aber davon ist auf den Fotos ja nichts zu hören), war niemand da und es war doch sehr beschaulich. Während ich mich also mit dem Stativ zentimeterweise vorankämpfte machte meine Familie unbeschwert ihre eigenen Fotos (und wenn ich ehrlich bin vielleicht sogar die besseren 😉 Der Sonnenuntergang in Namibia bereitete mir übrigens ohnehin Schwierigkeiten. Zunächst läuft die Sonne ja verkehrt herum (also zumindest hat man den Eindruck da sie ja im Norden steht und von dort aus nach Westen zu untergeht) und die besten Momente bieten sich oft erst nach dem eigentlichen Sonnenuntergang.



Dummerweise ist es nach diesen Momenten dann aber wirklich auch ziemlich finster 😉 Wir jedenfalls finden den Weg zum Auto zurück ganz gut, nur bei der Ausfahrt über den Zeltplatz bin ich sehr vorsichtig denn irgendwo hatte ich doch eine Wäscheleine vorhin gesehen… .
Nach dem Essen zurück in der Pension folgt noch das allabendliche Ritual der Akkuladungen (Wenigstens ein Vorteil der festen Unterkunft, Steckdosen so viel man will 😉 ) Nach zwei Tagen wäre es an der Zeit die Karten der Kameras mal zu sichern denke ich. Dazu habe ich bei längeren Reisen ein oder zwei mobile Festplatten und ein kleines Nettop dabei um die Daten auf die Festplatten zu kopieren. „Das Gerät kann eine höhere Leistung erreichen“ meldet Windows beim Einstecken der Platte. Das kann jetzt nicht war sein! Allen Mist hab ich im Vorfeld geplant und geprüft, die neue Festplatte eingeschlossen und geprüft - nur nicht an diesem Nettop. Das etwas in die Jahre gekommene Ding habe ich schon oft dabei gehabt und noch nie hatte es sich so zickig! Das Kartenlesegerät bringt die gleiche Meldung und was dann als Gesamtzeit für das Kopieren der CF und SD Karten prognostiziert wird, passt grade in die Zeit bis zum Frühstück. Alles abgebrochen, alle Einstellungen durchgesehen, USB Controller neu erkennen lassen – nichts, stur weigert sich das Gerät die Platte in der vollen Geschwindigkeit anzusprechen. Wohl oder über lasse ich die ganze Prozedur die Nacht durchlaufen, das munter vor sich hinblinkende Gerät mit einem T-Shirt abgedeckt um meine Frau zu besänftigen 😉

Am Morgen finden wir uns gespannt im Frühstücksraum ein… landesbekannt gutes Frühstück, stellte der Reiseführer in Aussicht. Der Raum ist eher ein Wintergarten, hell freundlich liebevoll etwas überdekoriert und der Tisch hübsch gedeckt… aber landesweit bekanntes Frühstück? Um ein Haar wäre ich auch abgefahren, ohne dass sich das Geheimnis des gessertschen Frühstücks sich enthüllt hätte, hätte nicht der Rest der Familie dann doch sein scrambled Egg bestell. Was dann serviert wurde, hatte eher die Dimension eines englischen Frühstücks (selbstverständlich ohne die kulinarischen Grausamkeiten eines solchen), eine liebevoll und originell dekorierte Platte, auf der das Rührei am Ende den kleinsten Raum einnahm 😉 (das aber nun keinesfalls, weil es zu wenig Ei gewesen wäre sondern sich zuwischen den Belangen doch etwas verlor 😉 ) Empfehlenswert!

Wir haben uns gegen den Asphalt und für die Piste entschieden und wollen der D 608 folgen, ist schließlich auch eine „Grüne Straße“ (so sind die „scenic routs“ auf der Landkarte des tourism board gekennzeichnet)
Aus der Stadt heraus bringen sich die Vibrationen kurz wieder ins Gedächtnis. Wir tanken und auf der B ist das Gewackel wegen der höheren Geschwindigkeit dann natürlich auch wieder verschwunden und auf der Pad ist von alledem nichts mehr zu merken (da ruckelt es ja soundso), als fühle sich das Auto dort ohnehin wohler!

Die 608 ist eine gute Wahl. Durch den (trockenen) Löwenfluß und die Klein Karasberge ist spannend, die Strecke windet sich (und das horizontal wie vertikal 😉 durch die Berge, die mich stellenweise an den Mittelwesten erinnern.



Eine kleine Wasserdurchfahrt mahnt mit dem darin verborgenen tiefen Schlagloch abrupt und sehr deutlich, auch idyllische Abschnitte ernst – und vor allem langsamer – zu nehmen. Später wird die Landschaft wieder flacher, namibische Weite kehrt zurück und letztlich erreichen wir das Canon Roadhouse. Eine echt nette und gepflegte Anlage, haarscharf am Kitsch vorbei tut sich hier nun nicht das typisch afrikanische auf aber ein Unikum und dazu doch ein liebenswertes ist es ohne Zweifel.

Das eigentliche Tagesziel ist aber natürlich der Fish-River-Canyon. „…zum Canyon Roadhouse, den Nachmittag können sie zu einem Ausflug nach Ai-Ais nutzen um dann rechtzeitig zum Sundowner zurück am Canyon zu sein“ so oder zumindest so ähnlich habe ich es in der Reisevorbereitung in etlichen Reise-Katalogen gelesen. Oh man, die Typen fahren entweder die Dakar oder waren noch nie hier! Die Stecke allein zum Canyon zieht sich schon ganz schön (zumal die Piste stellenweise heftiges Waschbrett, sorry hier ja Wellblech, bietet). Die Strecke ist mit ihrer Ödnis aber auch auf ihre Art grandios! An der Einfahrt darf man permitten und weiter geht es zum Canyonrand. Mal ehrlich: ganz egal ob es nun der zweitgrößte Canyon ist oder der dritte oder vierte, eindrucksvoll ist er allemal. Derlei vergleiche finde ich ohnehin immer recht albern, ich war immer wieder von den „Kleineren“ Wundern mehr begeistert als von den größten schönsten und kaputturistizitieresten Plätzen der Erde! Allerdings ist der Canyon hier schwer zu fotografieren, dagegen war der Grand Canyon ehr leichte Kost 😉 ich tue mich schwer einen guten Standort und einen Bildaufbau zu finden mit dem ich zufrieden bin. Wir folgen der Randstraße in beide Richtungen und freuen uns über immer wieder tolle Blicke - auch ohne das ultimative Fotomotiv.
Die 4x4 Strecke südlich des Hauptaussichtspunktes will ich mir aber auf jeden Fall noch ansehen. Gut ausgeschildert ist der Abzweig leicht zu finden. Gute Streckenabschnitte wechseln sich mit kurzen unhandlichen oder schlechten Stücken ab. Viel Canyon ist eigentlich nie zu sehen aber der Blick in die Ebenen östlich des Canyons sind großartig. Eine kurze felsige Stufe im Abstieg verlangt dann mehr Aufmerksamkeit vom Fahrer. Wir sind inzwischen schon spät dann. Das Licht wird immer besser zum Fotografieren aber die ja ohnehin kurze Dämmerung rückt immer näher. Da man den gleichen Weg wieder zurück muss müssen wir also auch das Steilstück wieder hoch. Das und eigentlich auch zumindest den Rest des 4x4 Trails würde ich schon noch gern bei Tageslicht schaffen! Die Fotostops werden daher kürzer, leider scheinbar genau in dem Maß wie die Motive und das Licht besser werden. Das richtige Canyon-Motiv war immer noch nicht dabei als wir dann den Rückweg antreten. Der einzelne Köcherbaum, kurz oberhalb der Steilstufe wäre aber noch ein dankbares Motiv, auf der Hinfahrt war das Licht einfach noch nicht gut genug.
Irgendwie (ich glaube beim harten Schlag einer übersehenen Bodenwelle) fällt mir plötzlich auf, das ich mit den Reisetaschen vorhin auch die Gerätetasche ausgeladen habe… da war auch das Telefon mit drin. So wie mit dem Schirm und dem Regen ist es ja manchmal auch mit anderen Dingen, hat man sie mit, braucht man sie nicht, hat man mal nicht… Gut etwa 12 km Strecke bis zum Abzweig, spätestens da kommt spätestens morgen früh wieder jemand vorbei… das ist nicht wirklich beängstigend zumal die Temperaturen nachts zwar unangenehm aber ja nun noch nicht wirklich lebensfeindlich werden. Aber es passiert nichts – warum auch 🙂
Das kleine Steilstück fährt sich berghoch wie erwartet besser als bergab und auch das Licht für meinen Köcherbaum ist noch da.



Einige weitere lockende Motive fallen dann aber dem strengen Kontrollblick zu Uhr zum Opfer aber wir erreichen den Abzweig noch mit Licht, das Roadhouse dann natürlich erst im Stockdunklen.
Das Roadhouse bietet sicher nicht den landschaftlichen Reiz der anderen Unterkünfte im Einzugsbereich aber die mit alten Autos und Teilen dekorierte Werkhalle die die Kulisse des Restaurants hergibt ist doch originell.

Früh erkundigen wir uns nach dem Weg über Rosh Pinah, im vorigen Jahr soll die Brücke ja mal nicht befahrbar gewesen sein… nein, derzeit geht es, das würden jetzt viele Gäste diese Strecke fahren und erst gestern wäre jemand von Süden herauf gekommen erfahren wir neben etwas übrigem Smalltalk. An der winzigen Tankstelle wird Treiböl gebunkert und wir machen uns auf den Weg. Ich hatte lange überlegt, ob ich die deutlich längere Südroute am Oranje entlang nach Aus oder die kürzere Strecke wählen sollte. Etwa 400 km für die Südroute sind doch ganz schön happig und liegen eigentlich überm selbst gesetzten Tageslimit, andererseits sollte die Stecke ja schön sein. Also Südroute!
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zuletzt bearbeitet 21. Aug. 2010
Themenstarter86 Beiträge · seit 201021. Aug. 2010 · #40
PS: ein paar neue Bilder bei mir auf der Seite habe ich inzwischen auch ergänzt.
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zuletzt bearbeitet 21. Aug. 2010