Ohne Worte.

70 Antworten · 12,4k Aufrufe · gestartet 26. Juli 2010 von YoshikawaNeu
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2'612 Beiträge · seit 200726. Juli 2010 · #21
Crazy Zebra schrieb:
Hallo Volker,

Reicher Weisser Farmbesitzer ermordet Schwarzen aus den Slums wegen eines Handys - diese Schlagzeile wird es wohl selten geben - weshalb?

Es ist doch in allen Gesellschaften so das Menschen am Rande der Gesellschaft diejenigen überfallen und leider auch Morden die etwas haben.

Wären die Farmer und Geschäftsleute mehrheitlich Schwarze so würden wohl auch mehr Verbrechen an diesen ausgeübt, denk ich mal.

Aber ich bin mir auch bewusst das eine Zahl an Morden nicht nur aus Armut verübt werden und das Rassenideologien auch eine entscheidende Rolle spielen.

Rassismus ist nicht nur eine Erfindung der Weissen , dessen bin ich mir auch bewusst.

Gruss Kurt
Ja, es sind häufig die "am Ende der Nahrungskette", die von "Führern" instrumentalisiert und aufgehetzt werden. Gerade schlecht Ausgebildete und Mittellose sind für Hetzkampagnen gegen "Andersartige" empfänglich - ob gegen Weiße oder gegen die große Zahl von unkontrolliert einreisenden schwarzen Immigranten, mit denen Südafrika zurecht kommen muss.

Aber es gilt halt zu differenzieren, im Western Cape kann die weiße Regierung beispielsweise zeigen, wie ernst sie es mit der Bekämpfung der Kriminalität in den Townships meint.

Viele Grüße,

Volker
Bye bye Forum
3'766 Beiträge · seit 200626. Juli 2010 · #22
JABULANI schrieb:
... soll ich am Ende als Weisser dafür verantwortlich sein, wenn sich die Schwarzen in den Township gegenseitig umbringen ?
Unter Umständen?

Wer hat den die Homelands erschaffen und zur gettoisierung beigetragen, ich denke frei von Schuld sind die Weissen nicht ganz, wäre etwas zu einfach.

Ich glaube schon das der Weisse seinen Teil zur heutigen Situation beigetragen hat - aber ich weiss auch von meinen Freunden aus Süsafrika das dies sehr oft und effizient verdrängt wird. Ja gewisse Weisse sehen sich nur in der Opferrolle.

Mal so neben bei gefragt, würde ein einigermassen Wohlstand für die breite Masse der Schwarzen die Kriminalität erhöhen oder reduzieren?

Sind wir mal ehrlich, bei uns verdient jeder Hilsarbeiter so viel das er in den Urlaub fahren kann
und ein Auto, PC, TV gehören zum Leben, dies kann sich ein Farmarbeiter in SA nie leisten.

Gruss Kurt

Hier beende ich meinen Beitrag, ich kann einfach nicht nur pro Weiss contra Schwarz denken und diskutieren.
www.Kurt-und-Heidi.ch Reiseberichte - Bilder und noch mehr wir freuen uns über jeden Besuch
3'766 Beiträge · seit 200626. Juli 2010 · #23
HJH schrieb:
Eine Rechtfertigung, wie Du versuchst sie darzustellen für eine solche tierisch untypische Bestialität, finde ich, gelinde gesagt, ganz schön abwegig.

Hajo
Leider muss ich mich nochmals melden weil mir gezielt etwas unterstellt wird!!!!!

Ich rechtfertige keinesfalls Morde in welcher Form auch immer!!!

Aber was hier einigen nicht gelingt, versuche ich die Ursache zu verstehen, nur wer die Ursachen kennt kann auch etwas dagegen tun.


Gruss Kurt
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2'612 Beiträge · seit 200726. Juli 2010 · #24
HJH schrieb:
Kurt,
sei mir bitte nicht böse, aber hier tritt wieder einmal die ganze Oberflächlichkeit von Foren zutage.

Ich rede nicht von Morden verteilt über ganz Südafrika. Ich rede von gezielten Morden in primär einer Region an primär einer Bevölkerungsgruppe in einer Bestialität, die nicht einmal ein Tier zustande bringt.

Eine Rechtfertigung, wie Du versuchst sie darzustellen für eine solche tierisch untypische Bestialität, finde ich, gelinde gesagt, ganz schön abwegig.

Wenn man Deinen Thesen von Haß folgen würde, dann sollte man die serbischen und kroatischen Angeklagten in Den Haag unverzüglich freilassen.

Was auch das angebliche "Wissen" vieler über die Apartheidszeit anbetrifft, da sollte man sich wirklich mal ehrlich hinterfragen, ob und wie weit man nicht Opfer der Propaganda im damaligen Ost-West-Konflikt oder der Rechtfertigungsorgien der heute Regierenden geworden ist. Die Wahrheit liegt meistens irgendwo in der Mitte, und nicht dort, wo andere es in einen hineinprügeln wollen. Frage Dich mal selbst, wessen "Opfer" Du möglicherweise geworden bist.

Übrigens, was ich als 15- und 16-jähriger im Townshop an meinem Heimatort erlebt habe, damit kann man auch Horrorbücher schreiben. Gewalt der Schwarzen untereinander, Gewalt von Männern gegen Frauen, Gewalt und Macht der Witch Doctors. Wenn ich das hier schildere, werde ich wohl aus dem Forum verbannt. Es gibt Menschen mit Lebenspraxis die man nicht hören möchte, weil sich Propagandatheorien und Rateorgien besser verkaufen lassen.

Daß es auch weiße Opfer der Apartheid gegeben hat: davon wissen die wenigsten der mit Propaganda Vollgestopften. Gemeint sind nicht jene, die heute voll mit Selbstmitleid die Fernsehbilschirme volljaulen, weil sie sich wegen Untergrundaktivitäten verfolgt fühlten, sondern auch jene Weißen, die Ende der 50iger Jahre ohne finanziellen Ausgleich farbige Gebiete verlassen mußten und so viele ihre Existenz verloren. Solche waren zufällig auch meine Eltern, aber das geht unter im Glorifizierungsrausch der angeblichen Sieger der "gerechten Sache".

In diesem Sinne grüßt Dich
Hajo
Ich möchte hier keine Diskussion über die "Wohltaten" der Apartheid aufkommen lassen, ich habe in Gesprächen mit Schwarzen teilweise tatsächlich zu hören bekommen, dass es ihnen unter ihren ehemals weißen Arbeitgebern materiell besser ging, die Bezahlung beispielsweise besser war als unter dem heutigen schwarzeren "Herren". Aber man muss es im Gesamtkontext sehen - und da war es ein Unrechtsregime, offensichtlich auch gegen Weiße.

Die Nazis haben zunächst auch die Massenarbeitslosigkeit in Deutschland bekämpft - aber um welchen Preis???

Hajo, vielen Dank, dass Du mich in einem Gespräch auf das Schicksal Deiner Familie hingewiesen hast, ich wusste von derartigen Landenteignungen unter der Apartheid in Namibia bis dato nichts und lerne gerne dazu. Leider ist ein Forum vermutlich tatsächlich die falsche Plattform für solche Lebensgeschichten. Aber vielleicht kannst und willst Du uns etwas über den zugrunde liegenden Odendaal-Plan berichten.

Viele Grüße,

Volker
Bye bye Forum
2'612 Beiträge · seit 200726. Juli 2010 · #25
Crazy Zebra schrieb:
HJH schrieb:
Eine Rechtfertigung, wie Du versuchst sie darzustellen für eine solche tierisch untypische Bestialität, finde ich, gelinde gesagt, ganz schön abwegig.

Hajo
Leider muss ich mich nochmals melden weil mir gezielt etwas unterstellt wird!!!!!

Ich rechtfertige keinesfalls Morde in welcher Form auch immer!!!

Aber was hier einigen nicht gelingt, versuche ich die Ursache zu verstehen, nur wer die Ursachen kennt kann auch etwas dagegen tun.


Gruss Kurt
Hallo Hajo,

an dieser Stelle tust Du Kurt verdammt unrecht. Ich habe ihn als einen neugierigen Menschen kennen gelernt, der gerne Dinge verstehen möchte und nicht nur die Symptome beobachtet. Vermutlich würdet ihr bei einem Bierchen feststellen, dass Eure Positionen gar nicht so weit auseinander liegen.

Viele Grüße,

Volker
Bye bye Forum
250 Beiträge · seit 201026. Juli 2010 · #26
Hallo Kurt

Sieh es so. Die Weissen haben dem südlichen Afrika einigen Wohlstand gebracht, auch Zimbabwe.

Dort hat Mugabe aber praktisch alle Weisse zum Teufel gejagt, mit den bekannten Folgen. Eine Welle illegaler Immigranten überschwemmt Südafrika seit Jahren, die kommen von Zimbabwe, Nigeria, Mozambique, dem Kongo usw ... und alle wollen am Wohlstand teilhaben.

Sehr viele der Bewohner in den erbärmlichsten Slums sind Illegale. Es gibt aber durchaus auch Township die gepflegt sind, wie Teile von Soweto, wo Mandela und mittelständische Schwarze wohnen…

Gruss Tom
Die ganze Bar kam mir hoch (Charles Bukowski)
2'338 Beiträge · seit 200726. Juli 2010 · #27
Kurt schrieb:
Sind wir mal ehrlich, bei uns verdient jeder Hilsarbeiter so viel das er in den Urlaub fahren kann
und ein Auto, PC, TV gehören zum Leben, dies kann sich ein Farmarbeiter in SA nie leisten.

Gruss Kurt
Hallo Kurt

Die weissen Farmer in Namibia und RSA können sich so viele Arbeiter leisten, weil sie keine so hohen Löhne wie sie bei uns üblich sind zahlen müssen. Das sieht vielleicht auf den ersten Blick so aus, als ob die Leute ausgebeutet werden, was aber nicht zutrifft. Je mehr Menschen einen (halt schlecht bezahlten) Job haben, desto weniger Arbeitslose gibt es. Die Leute und ihre Familien haben ein Daheim und man kümmert sich um sie. Das ist immer noch besser, als nichts zu besitzen und ohne Arbeit auf der Strasse zu stehen. Ausserdem schreiben die Gewerkschaften Mindestlöhne vor.

Diese Verhältnisse mit den Unserigen zu vergleichen, ist unzulässig. In der Schweiz könnte sich wegen der hohen Löhne keine normal verdienende Familie einen Gärtner und zusätzlich auch eine Putzfrau leisten und keinem Bauern käme es in den Sinn, für teures Geld mehrere Knechte zu beschäftigen, die von morgens bis abends im Schneckentempo ihre Arbeit verrichten. Bei uns stellt man an die Angestellten oder Arbeiter in Sachen Arbeitstempo ganz andere Anforderungen, weshalb sie auch höhere Löhne bekommen. Wir haben schon oft gestaunt, wie verständnisvoll und nachsichtig die Weissen gegenüber ihren Arbeitern sind. Sie haben sich an das Arbeitstempo gewöhnt und sind zufrieden damit. Müssten sie soviel bezahlen wie bei uns, müsste wegen der höheren Personalkosten das Arbeitstempo erhöht und das Personal drastisch reduziert werden, und dann wiederum wären noch mehr Menschen ohne Arbeit auf der Strasse.

Gell Kurt, du bist mir nicht böse, aber ich weiss, dass du auch andere Ansichten respektierst. 😘

Grüessli Erika
Meine Reiseberichte: 1971: Mit dem VW-Bus von Kapstadt bis Mombasa http://www.namibia-forum.ch/forum/132-reiseziele-tipps/197270-unterwegs-in-den-1970er-jahren.html?start=120 2013: Durch den wilden Westen Tansanias (Am Anfang war die Hülle) http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/278559-am-anfang-war-die-huelle.htm 2013: Nordmosambik, mal schön - mal hässlich + ein Stück Südtansania http://www.namibia-forum.ch/forum/150-diverses/279223-reisebericht-nordmosambik-mal-schoen-mal-haesslich.html 2014: Auf bekannten und unbekannten Pfaden durch Tansania http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282862-auf-bekannten-unbekannten-pfaden-durch-tansania.html 2015: Eine Reise wird zum Alptraum/Kenia http://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/285693-eine-reise-wird-zum-alptraum.html
Gast26. Juli 2010 · #28
Volker,
der Odendaal-Plan kam erst 6 Jahre später, ca. ab 1964. Unter dem Odendaal-Plan wurden die enteigneten Farmer dann durch den Staat entschädigt. Und, dieser Plan war gar nicht so dumm, denn darunter bekamen in Namibia die südlich der roten Linie ansässigen Schwarzen ihre traditionellen Stammesgebiete vom Staat zugesprochen. Die heute regierenden Ovambo haben niemals südlich der Roten Linie gelebt und sie wurden weder von den Deutschen, noch von den Südafrikanern, von ihrem Land vertrieben.

Ein typische Beispiel eines Ergebnisses aus dem Odendaal-Plan ist das große Gebiet des heutigen Damaralandes. Die Damaras waren in diesem Gebiet bereits ansässig als die Deutschen in die damalige Kolonie kamen, - sie hatten dort Zuflucht gefunden vor den Sklavenjägern der ach so friedfertigen und von den ach so bösen Deutschen verfolgten lieben Herero. Da die Damara in den Bergen lebten, wurden sie auch Klippkaffern genannt. Dort wagten sie sich erst heraus, als sie unter dem Schutz der deutschen Kolonialregierung standen.

Hajo
zuletzt bearbeitet 26. Juli 2010
3'766 Beiträge · seit 200626. Juli 2010 · #29
Erika schrieb:
Gell Kurt, du bist mir nicht böse, aber ich weiss, dass du auch andere Ansichten respektierst. 😘

Grüessli Erika
respektieren ja, verstehen nein 🙁

Dann müssten wir ja im Umkehrschluss alle Löhne reduzieren und hätten dann Vollbeschäftigung in Europa 🙂 oder würde es die Reichen nur noch reicher machen?

Ich stelle mir gerade mal vor wie du bei 40 Grad im Schatten Weidezäune einschlägst, für 3 Malzeiten am Tag, einem Lohn der dir erlaubt einmal im Jahr
eine Secondhand Hose zu leisten, und das natürlich bei voller Motivation.

Dir ist aber schon klar wie eine Binnenwirtschaft funktioniert, Geld haben - Geld ausgeben, das gibt Arbeitsplätze.

Genau diese Mendalität, du Schwarz, du dumm, du faul, ist ein prima Nährboden
um noch einige Zimbawes entstehen zu lassen 🙂 nur weiter so!

Wenn ich ehrlich bin, unter gleichen Bedingungen wurden füher die Leibeigenen in Europa gehalten, mit der Folge das es zu blutigen Revolutionen kam.

Die Könige und Edelleute waren sich damals auch keiner Schuld bewusst, gaben sie ihnen doch grösszüggigerweise Essen und einen Stall zum Wohnen.
Und was hat die arme Bevölkerung getan - sie hat ihnen die Köpfe abgeschlagen.

Genau diese Ueberheblichkeit von uns Weissen erzeugt Mugabes und Co.


Nachdenklich, Kurt
www.Kurt-und-Heidi.ch Reiseberichte - Bilder und noch mehr wir freuen uns über jeden Besuch
zuletzt bearbeitet 26. Juli 2010
250 Beiträge · seit 201026. Juli 2010 · #30
Crazy Zebra schrieb:

Genau diese Mendalität, du Schwarz, du dumm, du faul, ist ein prima Nährboden um noch einige Zimbawes entstehen zu lassen 🙂 nur weiter so!

… Gerade Simbabwe hätte ja die Möglichkeit zu zeigen, dass es auch ohne Weisse geht. Geht aber scheinbar nicht so gut…

…und Afrika mit Europa zu vergleichen ist auch so eine Sache, ohne die Weissen „Imperialisten“ und „Ausbeuter“ gäbe es überhaupt keine Jobs
Die ganze Bar kam mir hoch (Charles Bukowski)
3'766 Beiträge · seit 200626. Juli 2010 · #31
JABULANI schrieb:
Crazy Zebra schrieb:

Genau diese Mendalität, du Schwarz, du dumm, du faul, ist ein prima Nährboden um noch einige Zimbawes entstehen zu lassen 🙂 nur weiter so!

… Gerade Simbabwe hätte ja die Möglichkeit zu zeigen, dass es auch ohne Weisse geht. Geht aber scheinbar nicht so gut…

Nun es gibt auch mal ne Zeit nach Mugabe, abwarten!

Und wie lange hat Europa gebraucht um dorthin zu gelangen wo es heute ist? Und dies nur dank der Rohstoffausbeutung der 3. Weltstaaten!


Und das es nur Jobs gibt dank den edlen Weissen...
soll ich nun lachen oder weinen? Kopfschüttel!

Manch einem hier wünsche ich im nächsten Leben als Schwarzer in Soweto geboren zu werden....

Auch die Weissen scheinen nichts aus Zimbawe lernen zu wollen.
www.Kurt-und-Heidi.ch Reiseberichte - Bilder und noch mehr wir freuen uns über jeden Besuch
Gast26. Juli 2010 · #32
Crazy Zebra schrieb:
JABULANI schrieb:
Crazy Zebra schrieb:

Genau diese Mendalität, du Schwarz, du dumm, du faul, ist ein prima Nährboden um noch einige Zimbawes entstehen zu lassen 🙂 nur weiter so!

… Gerade Simbabwe hätte ja die Möglichkeit zu zeigen, dass es auch ohne Weisse geht. Geht aber scheinbar nicht so gut…

Nun es gibt auch mal ne Zeit nach Mugabe, abwarten!

Und wie lange hat Europa gebraucht um dorthin zu gelangen wo es heute ist? Und dies nur dank der Rohstoffausbeutung der 3. Weltstaaten!


Und das es nur Jobs gibt dank den edlen Weissen...
soll ich nun lachen oder weinen? Kopfschüttel!

Manch einem hier wünsche ich im nächsten Leben als Schwarzer in Soweto geboren zu werden....

Auch die Weissen scheinen nichts aus Zimbawe lernen zu wollen.
Kurt,

so wie Du schreibst klingt es fast so, als seist Du noch nie in Afrika gewesen und von einem anderen Stern. Oder es ist ideologische Fabelwelt, der nachgerannt wird?

Komm mal runter von den Campingplätzen, gehe mal zwischen die Menschen rein.

Oder noch besser:
Ziehe mal 6 Monate nach Hillbrow, ein früher gutes Stadtviertel von Johannesburg, in dem ich noch um 0:00 Uhr nachts unbehelligt Schaufenster anschauen konnte bei sauberen intakten Straßen und Gebäuden. Aber dann bitte nicht in Luxusflats mit unbotmäßiger Security, sondern dort in die Flats, wo mal früher der Mittelstand gelebt hat.

Ich rate Dir nicht mal ein Township an, nein, ziehe doch mal in eines dieser konvertierten Stadtbezirke. Bin mal gespannt, ob Du nach 6 Monaten (falls Du es überhaupt so lange aushälst) noch irgendein Wort Deiner oben Geschriebenen Sätze aufrecht erhälst. Irgendwie klingen Deine Worte doch sehr realitäts- und weltfremd.

Grüße
Hajo
483 Beiträge · seit 200726. Juli 2010 · #33
och nöö, jetzt geht das schon wieder los... 🙁
0
728 Beiträge · seit 200626. Juli 2010 · #34
Liebe Leute,
ich hatte mir vorgenommen, nicht in diese endlosen Grundsatzdiskussionen einzugreifen. Jetzt werde ich diesem Grundsatz untreu.
Kritik an den Zuständen in vielen Ländern Afrikas halte ich für (sehr) berechtigt, zumal die Menschen in diesen Ländern darunter sehr leiden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass hier jemand diese Zustände (Korruption, Kriminalität) schön reden will. Für mich macht es aber einen sehr großen Unterschied, von welcher Position aus jemand diese Zustände kritisiert. Wenn ich den Eindruck habe, dass die Einstellung, die dahinter steht von einem "die Schwarzen kriegen es ohnehin nicht gebacken" getragen ist, also es auf "schwarz schlecht - weiß gut" reduziert, stellen sich mir die Nackenhaare auf, auch wenn man scheinbar diese Diagnose durch viele Ereignisse belegen kann. Trotzdem halte ich die Gegenposition, nach der alles auf der Kolonialzeit beruht und die heutigen Regierungen dafür keine Verantwortung tragen, für nicht richtig.
Klare Kritik ist berechtigt und notwendig, aber nicht aus einer überheblichen, besserwisserischen Position heraus. Ich empfehle in diesem Zusammenhang die Lektüre des Buches "Ach - Afrika" von Bartholomäus Grill, der viele Jahre für die ZEIT in Südafrika lebte und dessen verständnisvolle Kritik ich akzeptieren kann.
Zu beachten ist auch, dass man es in keinem Land schätzt, wenn Ausländer, zu Gast in dem Land, die Zustände dort kritisieren, was eigentlich immer als überheblich und belehrend empfunden wird.
Gruß
Reinhard
0
2'612 Beiträge · seit 200726. Juli 2010 · #35
HJH schrieb:
Crazy Zebra schrieb:
JABULANI schrieb:
Crazy Zebra schrieb:

Genau diese Mendalität, du Schwarz, du dumm, du faul, ist ein prima Nährboden um noch einige Zimbawes entstehen zu lassen 🙂 nur weiter so!

… Gerade Simbabwe hätte ja die Möglichkeit zu zeigen, dass es auch ohne Weisse geht. Geht aber scheinbar nicht so gut…

Nun es gibt auch mal ne Zeit nach Mugabe, abwarten!

Und wie lange hat Europa gebraucht um dorthin zu gelangen wo es heute ist? Und dies nur dank der Rohstoffausbeutung der 3. Weltstaaten!


Und das es nur Jobs gibt dank den edlen Weissen...
soll ich nun lachen oder weinen? Kopfschüttel!

Manch einem hier wünsche ich im nächsten Leben als Schwarzer in Soweto geboren zu werden....

Auch die Weissen scheinen nichts aus Zimbawe lernen zu wollen.
Kurt,

so wie Du schreibst klingt es fast so, als seist Du noch nie in Afrika gewesen und von einem anderen Stern. Oder es ist ideologische Fabelwelt, der nachgerannt wird?

Komm mal runter von den Campingplätzen, gehe mal zwischen die Menschen rein.

Oder noch besser:
Ziehe mal 6 Monate nach Hillbrow, ein früher gutes Stadtviertel von Johannesburg, in dem ich noch um 0:00 Uhr nachts unbehelligt Schaufenster anschauen konnte bei sauberen intakten Straßen und Gebäuden. Aber dann bitte nicht in Luxusflats mit unbotmäßiger Security, sondern dort in die Flats, wo mal früher der Mittelstand gelebt hat.

Ich rate Dir nicht mal ein Township an, nein, ziehe doch mal in eines dieser konvertierten Stadtbezirke. Bin mal gespannt, ob Du nach 6 Monaten (falls Du es überhaupt so lange aushälst) noch irgendein Wort Deiner oben Geschriebenen Sätze aufrecht erhälst. Irgendwie klingen Deine Worte doch sehr realitäts- und weltfremd.

Grüße
Hajo
Hallo Hajo,

Einspruch: es gab im Zuge der WM einige Reporterteams und auch Touristen, die in Hillbrow unterwegs waren und ohne Schaden wieder heraus gekommen sind.

Hier ein Beispiel:

ZDF Mediathek

Es ist nicht für jeden Weißen eine No-Go-Area - den Meisten sollte man aber tatsächlich tunlichst vom unbegleiteten "Besuch" abraten! Nicht alle Bewohner sind dort stumpf gewalttätig und erschießen Dich, bevor Du erklären kannst, dass Du Dich für ihre Lebensumstände interessierst.

Immer wieder interessant die Attribute, die Jemandem entgegen geworfen werden, der sich mit den Gegebenheiten nicht abfinden will und durchaus Chancen auf Veränderung zum Guten sieht

realitätsfremd
weltfremd
Träumer
Rosaroter Brillenträger

Und immer wieder der Verweis auf die afrikanische Geschichte seit der Unabhängigkeit und Zimbabwe im speziellen.

Dazu ein Buchtipp:

The State of Africa

Man kann im Gestern bleiben oder nach Lösungen suchen.

Jetzt sind wir leider wieder genau an der Stelle, wo es kracht!!! Aber nicht in Hillbrow, sondern hier im Forum.

Es bringt mal wieder nichts.

@Thomas, Du hast so recht.
Bye bye Forum
1'247 Beiträge · seit 200926. Juli 2010 · #36
Volker schrieb:@Thomas, Du hast so recht.
Leider, muss ich dazu sagen. Kurt, Volker: Ich wäre dafür, dass ihr hier aufgebt; der Gescheiteren gibt nach 🙁

Ihr könnt euch ja dann bei kiboko noch austauschen...
Für mich ist Denkmal ein lebenslanger Imperativ, der aus zwei Wörtern besteht (Fritz Grünbaum) Reisebericht: 50 Tage NamBots (PDF ganz am Ende)
2'612 Beiträge · seit 200726. Juli 2010 · #37
Reinhard schrieb:
Liebe Leute,
ich hatte mir vorgenommen, nicht in diese endlosen Grundsatzdiskussionen einzugreifen. Jetzt werde ich diesem Grundsatz untreu.
Kritik an den Zuständen in vielen Ländern Afrikas halte ich für (sehr) berechtigt, zumal die Menschen in diesen Ländern darunter sehr leiden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass hier jemand diese Zustände (Korruption, Kriminalität) schön reden will. Für mich macht es aber einen sehr großen Unterschied, von welcher Position aus jemand diese Zustände kritisiert. Wenn ich den Eindruck habe, dass die Einstellung, die dahinter steht von einem "die Schwarzen kriegen es ohnehin nicht gebacken" getragen ist, also es auf "schwarz schlecht - weiß gut" reduziert, stellen sich mir die Nackenhaare auf, auch wenn man scheinbar diese Diagnose durch viele Ereignisse belegen kann. Trotzdem halte ich die Gegenposition, nach der alles auf der Kolonialzeit beruht und die heutigen Regierungen dafür keine Verantwortung tragen, für nicht richtig.
Klare Kritik ist berechtigt und notwendig, aber nicht aus einer überheblichen, besserwisserischen Position heraus. Ich empfehle in diesem Zusammenhang die Lektüre des Buches "Ach - Afrika" von Bartholomäus Grill, der viele Jahre für die ZEIT in Südafrika lebte und dessen verständnisvolle Kritik ich akzeptieren kann.
Zu beachten ist auch, dass man es in keinem Land schätzt, wenn Ausländer, zu Gast in dem Land, die Zustände dort kritisieren, was eigentlich immer als überheblich und belehrend empfunden wird.
Gruß
Reinhard
Hallo Reinhard,

vielen Dank, dass Du Dich einmischt. Du hast Worte für Deine Position gefunden, die sich mit meinem Befinden decken.

Für mich persönlich soll das Thema auch keine ideologische theoretische Grundsatzdiskussion sein, aber leider sind hier im Forum zu wenige Leute an Bord, die mitten aus dem Leben berichten (können). Deswegen kommen wir hier inhaltlich auch nicht wirklich weiter und drehen uns im Kreis.

Der Grill liegt bei mir noch in einem Stapel von etwa 10 Büchern, die ich in den nächsten Monaten lesen möchte - vielen Dank für den Buchhinweis.

Jaw hatte letzte Tage an anderer Stelle die Lektüre von Volker Seitz - Afrika wird armregiert empfohlen, das Buch lese ich gerade und kann es ebenfalls empfehlen. Ebenso als Ergänzung das aktuelle Buch von Jean Ziegler - Das Imperium der Schande. Wenn es um Lösungsansätze, v.a. auch Eigenverantwortung afrikanischer Länder geht, sollte man nach James Shikwati googeln. Solche Leute machen mit Mut. Und wenn man ein wenig Kontakt zur afrikanischen Diaspora in Deutschland sucht, kann man miterleben, dass gut ausgebildete Afrikaner nur darauf warten, die Lebensbedingungen auf ihrem Kontinent eigenverantwortlich zu verbessern.

Viele Grüße,

Volker
Bye bye Forum
zuletzt bearbeitet 26. Juli 2010
2'612 Beiträge · seit 200726. Juli 2010 · #38
eggitom schrieb:
Volker schrieb:@Thomas, Du hast so recht.
Leider, muss ich dazu sagen. Kurt, Volker: Ich wäre dafür, dass ihr hier aufgebt; der Gescheiteren gibt nach 🙁

Ihr könnt euch ja dann bei kiboko noch austauschen...
Nee, da bin ich gespannt auf die persönlichen Geschichten der Fomis 🙂

Viele Grüße,

Volker
Bye bye Forum
Gast26. Juli 2010 · #39
Volker,
daß der Afrikaner es besser kann, sieht man doch am Beispiel Burundi. Wie lange sich der dortige Präsident allerdings an der Macht halten kann, das kann ich leider nicht beurteilen.

Was Hillbrow anbetrifft:

Ja, Hillbrow und Johannesburg Mitte sind wieder erheblich besser geworden, seit die dortigen Geschäftsleute der Polizei das ganze Gebiet mit Kameras ausgestattet haben und Unsummen für Security bezahlen.

Was im Mainstream-ZDF erscheint, ist für mich nicht maßgeblich. Was dort berichtet wurde war doch nur WM-Schau. Die Realität sieht doch anders aus.

Bis vor nicht langer Zeit wohnte mein älterer Bruder hinter riesiger Security verschanzt mitten in Hillbrow. Das Maß war voll, als er neben den ganzen anderen krebsgeschwürartigen Erscheinungen auch noch in einen Shootout zwischen Bankräubern und der Polizei geriet, und nur wie durch ein Wunder keine Kugel abkriegte. Das ist die Realität. Alles andere Wunschdenken.

So wie in den USA 300 Jahre nach der Sklaverei noch heute alles was schief läuft der Sklaverei zugeschrieben wird, so wird sämtliches Versagen in Südafrika wohl für die nächsten 500 Jahre der Apartheid zuzuschreiben sein. Und dafür gibt es dann in Europa die eifrigsten Fürsprecher.

Hajo
zuletzt bearbeitet 26. Juli 2010
415 Beiträge · seit 200826. Juli 2010 · #40
Hajo, Du gibst mir echt ein wenig zu denken. Du kommst mir genau so vor, wie all die vielen Südafrikaner, weisse, welche voll von Hass gegenüber den Schwarzen sind. Diesen Hass habe ich leider zu genüge erlebt. Nicht nur in Südafrika. Die schlimmste Erfahrung habe ich leider in Lusaka gemacht, wo eine Ruggby-Mannschaft, alles weisse, aus Südafrika, in Lusaka ein Spiel gegen eine Mannschaft aus Malawi ausgetragen hat. Etwas menschenverachterendes als dies habe ich noch nie erlebt. Schwarze wurden wie ein Stück Dreck behandelt, bespuckt, geschlagen, verflucht. Und da wundert man sich, dass sich die Schwarzen ihr Land wieder zurück holen.

Übrigens... nach Jahren der Unterdrückung, Fernhaltung von Bildung, Arbeit und sozialem Wohlstand, benötigt gerade Südafrika mind. 20 Jahre, bis die jetzige Generation das Ruder übernehmen kann. Ich jedoch habe viele junge, schwarze kennen gelernt, die auf dem richtigen Weg sind.

Für Dich tut es mir Leid, dass Du so voller Frust bist.
www.hafz.ch / Ein Projekt, welches privat finanziert und transparent ist. Informiert Euch. Für Fragen stehe ich Euch gerne zur Verfügung