TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200906. Aug. 2010 · #21
@janet:
Danke für die Blumen. Ich hoffe Dein nächster Urlaub geht, wenn schon nicht nach Namibia, dann in ein anderes afrikanisches Land.
@ANNICK:
Auch an Dich vielen Dank für das Lob. Ich werde mich bemühen auch die restlichen Tage in absehbarer Zeit zu posten.
Die Entscheidung zwischen Erongo Wilderness und Mowani Moutain ist schwer zu treffen. So als würde man sich zwischen BMW und Mercedes entscheiden müssen.
Die Landschaft bei beiden Lodges ist ähnlich. Allerdings liegt Erongo in einem Tal und Mowani auf einem Hügel. Trotzdem sind in Mowani nicht alle Unterkünfte View Tents.
In Erongo ist alles etwas rustikaler, in Mowani eher etwas edler.
Das Personal ist in Mowani noch professioneller als in Erongo, dafür aber sehr förmlich. In Erongo sehr freundliches Personal.
Wenn man bei all dem bedenkt, das Mowani annähernd doppelt so teuer ist wie Erongo, ohne aber das Doppelte zu bieten, würde ich als Kaufmann (der ich nun mal bin) Erongo empfehlen. Verkehrt machst Du aber bei beiden Unterkünften garantiert nichts.
vielen Dank für Deinen tollen Reisebericht und vor allem auch für die ausführlichen Beschreibungen und persönlichen Bewertungen der Unterkünft.
Zwei Fragen habe ich noch dazu. Weißt Du noch welche Zeltnummer Ihr in der Sossusvlei Lodge hattet?
Außerdem schreibst Du, dass Ihr beim nächsten Mal wieder campen werdet. Bedeutet das, dass Euch Camping besser gefallen hat als die Tour mit Lodgeübernachtung?
Hallo Topobär, auch von mir ein grosses Lob für den schönen Reisebericht. Ich kann es kaum erwarten bis wir Ende September auch im Flieger sitzen. Wir werden auch jeweils 2 Nächte in der Sossusvlei Lodge, der Erongo Wilderness Lodge und im Mowani Mountain Camp übernachten. Ich freue mich auf die Fortsetzung deines Berichtes. Liebe Grüsse aus Luxembourg Lil
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200909. Aug. 2010 · #24
Hallo Lio,
wenn ich mich recht entsinne waren wir in der Sossusvlei Lodge in Zelt 21. Bin mir aber nicht mehr ganz sicher.
Ich habe jetzt zwei Lodge Reisen in Afrika gemacht und möchte sie nicht missen. Eine in Namibia/Botswana und eine in Kenia/Tanzania. Vor allem in der Refexion nach den Reisen ist mir aufgefallen, dass die Unterkünfte einen immer stärkeren Anteil der Aufmerksamkeit eingenommen haben und der Rest (Länder, Menschen und Natur) dabei immer stärker in den Hintergrund getreten ist. So schön wie die meisten Unterkünfte in Afrika sind, sicherlich verständlich.
Mit dem Zelt ist man viel näher an der Natur, reist eigenverantwortlicher und das Ganze hat auch wieder einen Hauch von Abenteuer. Ich habe für mich festgestellt, dass es kaum etwas entspannenderes gibt, als nach Einbruch der Dunkelheit am Lagerfeuer zu sitzen und den Geräuschen der Nacht zu lauschen.
Ein weiterer nicht außer Acht zu lassender Grund ist natürlich auch das Liebe Geld. So fantastisch die meisten Unterkünfte auch sind, sie verlangen auch ein entsprechendes Budget.
Hallo Lil,
ich hoffe, es wird Dir in den Lodges genauso gut gefallen wie uns. Solltet Ihr auf Erongo geführte Aktivitäten mitmachen, kann ich Euch den Guide Coolis nur wärmstens empfehlen. Sehr kompetent und einfühlsam bei allem was er macht.
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200910. Aug. 2010 · #26
08.05.2010 (9.Tag) Okahirongo Elephant Lodge - Opuwo Country Hotel 248km
Glaubt man T4A, wäre die heutige Strecke überhaupt nicht zu schaffen. Karte und Navi sagen knappe 15h Fahrzeit voraus. Glücklicherweise wußte ich, dass diese Angaben vorn und hinten nicht stimmen. Trotzdem war es natürlich eine ordentliche Strecke, die wir da vor uns hatten und so starteten wir gewohnt früh.
Da wir die letzten beiden Tage schon reichlich im Hoarusib unterwegs waren, wählten wir diesmal die Parallelstrecke, welche am östlichen Ufer entlang führt. Diese ist erheblich besser zu fahren, Tiere sahen wir aber leider nicht.
Schon nach einer Stunde Fahrzeit verlassen wir das Tal des Hoarusib um über den Pass am Haifischzahn ins Tal des Khumib zu wechseln. Oben von der Paßhöhe genießen wir noch einen letzten Blick zurück zum Hoarusib.
Hier im Bereich des Passes wird auch die Tierwelt wieder reichhaltiger obwohl die Umgebung deutlich karger als die Flußtäler ist. Sehr nahe kommen wir einer großen Gruppe Springböcke, halten an, beobachten und fotografieren.
Nicht mehr weit und wir erreichen in der Nähe einiger verlassener Himba-Hütten den Flußlauf des Khumib.
Der Khumib präsentiert sich als ware Oase in der ansonsten trockenen Umgebung. Wir sehen viele Tiere (Strauße, Springböcke, Zebras und Giraffen), was mir hier aber fast noch besser gefällt sind die farbenprächtigen Blütenteppiche, die überall den Boden bedecken.
Obwohl ich das Fahrzeug schonend gefahren bin und wir reichlich Zeit mit fotografieren und schauen verbracht haben, erreiche ich in der Hälfte der bei T4A angegebenen Zeit die D3707, 15km östlich von Orupembe. Ich hatte mir die D3707 als gute Kaokoveld-Piste vorgestellt; was wir hier antreffen ist aber ein gut gegradeter Pad, wie man ihn auch in allen anderen Teilen Namibias vorfindet. Der Pad soll anscheinend auch dauerhaft gewartet werden, den man ist gerade auch dabei, reichlich Verkehrsschilder aufzustellen - mehr als an einer deutschen Landstraße.
Zunächst führt der Pad durch eine sehr gebirgige Landschaft...
...bevor man dann noch einmal den Hoarusib in seinem Oberlauf quert. Man kann von Purros auch bis hierhin im Hoarusib bleiben, eine Tour die ich in absehbarer Zeit auch auf jeden Fall einmal fahren möchte.
Wir machen unter den Palmen am Ufer Lunch. Man merkt, dass die Okahirongo Elefant Lodge keine Selbstfahrer gewohnt ist. So spitzenmäßig die Verpflegung in der Lodge ist, so schlecht sind die Lunchpakete. So etwas braucht man halt nicht auf einer Flugsafari; da ist man pünktlich zum Mittagessen in der nächsten Unterkunft.
Je näher wir Opuwo kommen umso dichter bevölkert wird die Gegend. Es ist viel Vieh auf der Piste und diese ist vom Zustand auch eher schlechter als im Kaokoveld.
Um 15:00Uhr erreichen wir das Opuwo Country Hotel. Wir checken schnell ein, beziehen unser Zimmer und fahren danach noch einmal nach Opuwo rein, um zutanken, den Wagen zu überprüfen, einzukaufen und vor allem, den quirligen Ort zu erleben. Es mögen wahrscheinlich nur die wenigsten Leser nachvollziehen können, aber uns ist Opuwo der liebste Ort in ganz Namibia.
Danach geht's zum Sundowner. Dafür muss man sich im Opuwo Country Hotel noch nicht einmal aus der Poolliege bewegen, denn von hier aus hat man den besten Blick. Während wir im trockenen sitzen gehen rings umher zum Teil kräftige Schauer nieder. Dies sorgt für eine ganz besondere Stimmung und den bislang schönsten Sonnenuntergang des Urlaubs.
Opuwo Country Hotel
Ein recht großes Hotel auf dem Hügel nördlich der Stadt.
Man wohnt in reetgedeckten Mehrparteien-Häusern. Bei den Luxuszimmern 4 Zimmer je Haus und mit Klima-Anlage. Bei den Standard-Zimmern teilen sich 6 Zimmer ein Haus. Die Zimmer sind von der Einrichtung her nichts besonderes, aber sauber und ordentlich.
Das Haupthaus ist riesig und ebenfalls mit Reet gedeckt. Hier befinden sich neben der Rezeption auch ein Souvenir-Shop, das Restaurant und die Bar.
In der sehr gut bestückten Bar bekommt man zu seinen Getränken auch kostenlos die Spezialität des Kaokovelds gereicht - gekochte Mopane-Raupen. Normalerweise bin ich ja lokalen Spezialitäten gegenüber recht aufgeschlossen, aber die Raupen sehen dermaßen ekelig aus, dass ich mich nicht überwinden konnte.
Das Highlight des Opuwo Country Hotels ist unzweifelhaft der Pool. Groß und direkt an die Hangkante gebaut bietet sich von ihm aus ein fantastischer Blick über die Landschaft.
Zum Dinner gibt es Buffet. Wir waren sowohl von der Vielfalt, als auch von der Qualität begeistert. Dazu noch sehr freundliches Personal, das in seinem Job voll aufgeht und einen erst fort lässt, wenn man kurz vorm platzen ist.
Da das Hotel ca. 80 Gästen Platz bietet, sind hier auch regelmäßig Busgruppen.
lilytrotter4'129 Beiträge · seit 200810. Aug. 2010 · #27
Hallo, topobär! Sehr interessanter und schöner Bericht, und informativ (wie immer!), vielen Dank. Auch wenn wir ja nicht wirklich Lodges buchen (genaugenommen: nie), so sehe ich mir doch immer sehr gerne die exzellente Architektur der Lodges an, die ist oft absolut Klasse! Nach deinem Bericht ist man gar geneigt, doch einmal in einer dieser Lodges zu nächtigen, ganz besonders reizvoll finde ich die Khowarib Lodge und die Okahirongo Elefant Lodge. Aber das muss noch’n bisschen warten, denn zur Zeit kriegen wir bei den Preisen immer ’n Krampf im Portemonnaie. Also, - weiterhin Camping... denn eigentlich mögen wir das Campen sowieso am Liebsten.
Grüße lilytrotter
Gruß lilytrotter
Always look on the bright side of life... :-)
Walvisbay boomt
stein1101140 Beiträge · seit 200910. Aug. 2010 · #28
lilytrotter schrieb:
Also, - weiterhin Camping... denn eigentlich mögen wir das Campen sowieso am Liebsten.
Auch wir buchen keine Lodges
Übernachten in der freien Natur ziehe ich ganz eindeutig vor! Ich möchte einfach nicht nach einem tollen Tag in der fantastischen Landschaft und Einsamkeit Namibias abends in die Luxuswelt einer solchen Lodge mit Pool Bar und Dinner abtauchen.
lilytrotter4'129 Beiträge · seit 200810. Aug. 2010 · #29
... ooch, - mal könnt ich das schon gut ab, so'ne schöne Lodge, - bei ner längeren Reise ...
aber wir sehn nach ner Weile auch immer so verlottert aus, dass man uns vielleicht garnicht reinlassen würde ...
Gruß lilytrotter
Always look on the bright side of life... :-)
Walvisbay boomt
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200911. Aug. 2010 · #30
Hallo Lilytrotter und Stein1101,
ich kann mich selbst in Eurer beider Aussagen gut wiederfinden. Architektur, Lage und Service der Lodges sind oftmals schon ein Erlebnis für sich und jeder der die Möglichkeit hat, sollte es mal erleben. Gleichzeitig lenkt dieser geballte Angriff auf die Sinne aber auch von Afrika ab, geht die Romantik und das Abenteuer einer Safari verloren.
Deshalb bin sehr glücklich die Lodgereisen gemacht zu haben, werde bei unserer nächsten Reise im Januar aber wieder mit dem Zelt unterwegs sein.
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200918. Aug. 2010 · #31
09.05.2010 (10.Tag) Opuwo Country Hotel - Epupa Falls Lodge 184km
Es ist 14 Jahre her, dass wir an den Epupa Fällen waren viele Berichte ließen erahnen, dass sich seit 1996 einiges getan hat.
Bereits die Anreise unterscheidet sich deutlich. War die C43 damals noch ein echtes Abenteuer, dass ich ohne Allrad niemals angegangen wäre, kann man heutzutage auch mit einem robusten 2x4 die Fälle erreichen. Die bessere Straße bringt auch ein erheblich höheres Verkehrsaufkommen mit sich. Damals waren wir allein, diesmal haben wir doch locker 20 Fahrzeuge getroffen. 😎
Trotz des guten Zustandes ist die Strecke aber extrem staubig. Ein Abstand von einem Kilometer zum vorausfahrenden Fahrzeug ist Minimum.
Viele Reviere weisen noch Wasser auf und so sehen wir viele Himbas mit Ihren Herden auf dem Weg zu diesen Tränken.
Die gebirgige Landschaft wechselt ständig und so kommt nicht im mindesten Langeweile auf.
Dort wo der Pad hinunter zum Kunene führt biegen wir links auf eine Fahrspur ab, die steil hinauf zu einem Aussichtspunkt führt. Der Ausblick von dort oben ist überwältigend. Der Kunene führt Hochwasser und wir erkennen erstmals welche Ausmaße die Epupa Fälle haben. 1996 war Niedrigwasser und die Fälle ergossen sich einzig auf 50m Breite in eine kleine Schlucht.
Von Hier oben zeigt sich aber auch welche Veränderung hier an den Fällen sonst noch vor sich gegangen ist. Gab es 1996 einzig das kleine Community Camp, reiht sich jetzt am Flußufer eine Anlage an die Nächste.
Wir genießen noch eine Zeit lang die Aussicht (immerhin haben wir 10N$ pro Person an die Himba-Gemeinde zahlen müssen) bevor wir dann gegen Mittag zu unserer Unterkunft fahren.
Nach Bezug unserer Zelte suchen wir für die nächsten Stunden erst einmal Zuflucht im Schatten, denn es ist extrem heiß und sehr schwül. Rückblickend war dies der heißeste Tag der Reise. Einmal sehe ich kurz einen Nilwaran neben unserem Zelt, der aber leider sofort ins Wasser flüchtet als er mich sieht.
Als die Hitze etwas nachlässt machen wir uns noch einmal auf zu den Fällen. Diesmal möchten wir sie aus der Nähe erleben. Um zu den Hauptfällen vorzudringen müssen wir dafür zunächst einige kleine Bäche durchwaten, die sich aufgrund des Hochwassers gebildet haben und jetzt einen beliebten Badeplatz der örtlichen Kids ergeben. Direkt an den Fällen ist es dann sehr angenehm, da die Gischt kühlt. Für's fotografieren ist die Gischt weniger gut. Wasser und Elektronik wollen einfach nicht zueinander passen.
Eigentlich wollten wir zum Sundowner noch einmal zum Aussichtspunkt fahren. Die Hitze macht uns aber so träge, dass wir uns bei der Lodge nicht von der schönen Sitzecke am Wasser lösen können und hier die Dämmerung über uns hereinbrechen lassen.
Nach dem Abendessen beobachten wir noch lange die vielen Fledermäuse, welche die von den Scheinwerfern, die den Fluss anstrahlen, angelockten Insekten jagen.
Epupa Falls Lodge
Um es gleich vorweg zu sagen, die Epupa Falls Lodge war die schlechteste Lodge dieser Reise. Für sich genommen wäre das Vorgefundene sicherlich noch akzeptabel, aber nicht zu dem Preis, der dort verlangt wird. Das Preis-Leistungs-Verhältnis bei dieser Unterkunft war unverschämt.
Die Zelte sind für ein Tented Camp eher klein aber ausreichend ausgestattet. Sie sind sauber und haben das übliche angebaute Bad. Die Lage der Zelte direkt am Fluß ist traumhaft. Allerdings stehen die Zelte gerade einmal 5m auseinander und somit für meinen Geschmack viel zu dicht beieinander. Glücklicherweise rauscht der Fluss so laut, dass er etwaige Geräusche aus der Nachbarschaft übertönt.
Strom gibt es nur abends.
Ein wirkliches Hauptgebäude gibt es nicht, nur einen Unterstand. Dafür ist der zentrale Platz am Wasser sehr schön. Hier werden auch die Mahlzeiten gereicht. Anscheinend vertraut man hier voll auf gutes Wetter. Wir wurden in dieser Beziehung nicht enttäuscht.
Das Abendessen war nicht wirklich schlecht, aber man ist in Namibia natürlich verwöhnt. So war das mit vielen Knochen durchsetzte Stück Huhn eher enttäuschend. Das Frühstücks-Buffet war Standard wie in den meisten Unterkünften.
Bier und Wein kamen aus dem selben Kühlschrank was zur Folge hatte, dass Kathrins Rotwein zu kalt und mein Bier zu warm war. 😠
Immer wieder schaue ich vorbei und freu mich riesig über die Fortsetzung in Eurem Bericht. Auch die Beschreibung und Bewertung der Lodges finde ich prima und sehr gelungen. An den Epupafällen hattet Ihr ja richtig viel Wasser drin. Dorthin wollten wir auch unbedingt mal wieder. Wir kennen die Straße dorthin nur vom Bau und sind sie auch noch nicht gefahren. Auch die Strecke bis nach Opuwo hört sich super an. Schade, dass unsere nächste Reise schon geplant ist. 🤪 Liebe Grüße und ich freue mich schon auf die Fortsetzung, Andrea
peter 081'927 Beiträge · seit 200820. Aug. 2010 · #34
Schöner Bericht, @ Topobär. Im Februar war der Wasserstand in Epupa ähnlich.
Ich dachte bisher, Du bist nur mit dem Motorrad im Koakoveld unterwegs, oder habe ich da was verwechselt..
Gruss Peter
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200920. Aug. 2010 · #35
Da hast Du tatsächlich was verwechselt. Mit dem Motorrad war ich bei unserer vorherigen Reise im Kaokoveld unterwegs, welche in diesem Reisebericht von mir gepostet wurde:
Es passte ins Bild der Epupa Falls Lodge, dass man vergessen hatte unsere am gestrigen Tag bestellten Lunch-Pakete zu packen. Wir hatten eine lange Strecke vor uns und keine Lust zu warten bis die fertig sind. Wir werden unterwegs schon was zu essen finden. Rechnung gekürzt und los ging's.
Zunächst erst einmal 100km auf der von gestern noch gut bekannten C43 zurück und dann auf der D3701 wieder an den Kunene bei Swartbooisdrift. Bis zum Fluss ist diese Straße ebenfalls problemlos mit jedem PKW zu befahren. Am Kunene angekommen sind wir zunächst Vortrekker-Denkmal hochgefahren. Das Denkmal selbst ist nichts besonderes, aber die Aussicht von dem schön über dem Fluss gelegenen Hügel lohnt den Abstecher allemal.
Am Kunene wechseln wir auf die D3700 Richtung Osten. Bis zur Kunene River Lodge ist die Strecke dann sehr schlecht. Es geht durch felsiges Gelände mit vielen Absätzen und Stufen. Das sind aber nur ein paar Kilometer. Danach wird der Weg etwas besser und ist zur Trockenzeit sicherlich sehr einfach. Wir haben aber noch mit den Nachwirkungen der Regenzeit zu tun.
Immer wieder verschwand die Strecke in Schlammlöchern. Zum Teil musste man durch, was ich zur Sicherheit lieber mit Differenzialsperre machte, da man nicht erkennen konnte, wie tief die Löcher sind und wie weich der Untergrund ist. Bei den meisten Schlammlöchern gab es aber eine Umfahrung. Die führte zwar so manches mal abenteuerlich am Hang entlang, aber da sieht man wenigstens was auf einen zukommt.
Entlang des Weges ist das Tal dicht besiedelt. Hier muss man auch sein Klischee von den Himbas als nomadiesierende Rinderzüchter überdenken, denn im Tal haben sich viele Himbas niedergelassen und betreiben Ackerbau; vor allem Mais.
Ca. 20km vor Ruacana stehen wir plötzlich auf einer neuen guten Schotterpiste. Allem Anschein nach wird die D3700 von Ruacana aus nach Westen ausgebaut. Schneller voran kommen wir allerdings zunächst nicht, da vor uns eine riesige Rinderherde die Straße entlang getrieben wir. Es dauert einige Kilometer bis wir passieren können.
Angesichts des hohen Wasserstandes hatte ich schon die ganze Zeit über gehofft, dass die Ruacana Falls Wasser führen und wir scheinen Glück zu haben, denn schon von weitem kann man deutlich eine Gischtwolke erkennen. Den Aussichtspunkt zu finden ist dann aber gar nicht so einfach. Man muss zum Grenzübergang nach Angola fahren und sogar schon den namibischen Grenzposten passieren. Dort wird man aber einfach durchgewunken, wenn man nur zu den Fällen will.
Die Fälle sind noch um einiges beeindruckender als die Epupa Falls, da sie nicht so zergliedert sind. Ich kann unser Glück gar nicht fassen, die Fälle einmal mit Wasser zu sehen.
Im Ort Ruacana tanken wir erst einmal nach und da die Tanke auch einen Imbiss zu bieten hat, löst sich auch das Problem unserer fehlenden Lunchpakete.
Was dann folgt sind 200km Langeweile auf der C35. Beim Wettbewerb um die ödeste Strecke Namibias wäre diese Straße ganz vorne mit dabei.
Zur Hobatere Lodge führen dann noch einmal 16km Farmpad. Endlich wieder Kurven. Das Lenkrad war schon fast festgerostet.
Wir sind um 15:00Uhr an der Lodge. Genau richtig, denn in einer halben Stunde beginnt der Nachmittags-Gamedrive. Da es sich bei Hobatere um ein privates Wildschutzgebiet handelt, ist es nicht möglich mit dem eigenen Fahrzeug zu fahren, weshalb wir die Tour buchten und den Nacht-Gamedrive gleich mit dazu.
Unser Guide hieß Martin. Im Laufe der Jahre hatte er sich, nach eigenem bekunden autodidaktisch, einen recht guten deutschen Wortschatz angeeignet, den er gerne praktizierte. So erfuhren wir bei manchen Tieren, bei denen wir bislang nur die englischen Bezeichnungen kannten, erstmals die deutschen Namen.
Auf Hobatere spielt sich das Tierleben hauptsächlich am Wasserloch und auf einer großen, mit unzähligen Termitenhügeln gespickten Grasebene ab. Am Wasserloch war zunächst tote Hose, weshalb wir gleich zu Grasebene weiterfuhren.
Zunächst war das Licht noch sehr hart, so dass es nicht allzusehr zum fotografieren reizte. Da sich dies aber mit fortschreitender Zeit garantiert ändert, war das kein Problem, wir mussten nur etwas Geduld haben. Schwieriger war da schon die recht große Fluchtdistanz der Tiere. Da war ich dann schon sehr dankbar für das große Tele meiner neuen Kamera.
Kurz vor Sonnenuntergang verwandelte sich dann die Grasebene in ein goldenes Meer und wie auf Bestellung schritt eine große Gruppe Oryx gemächlich an uns vorbei.
Auf dem Rückweg zur Lodge machten wir noch einmal einen Abstecher zum Wasserloch. Zunächst sah es so verlassen aus wie vor zwei Stunden, aber dann entdeckte Kathrin am gegenüber liegenden Ufer Löwen. Es war ein großes Rudel mit zahlreichen Halbwüchsigen. Leider war es schon recht dunkel und die Tiere weit entfernt im hohen Gras, so dass man sie meist nur erahnen konnte.
Um 20:00Uhr brachen wir dann auf zur Nacht-Safari. Wir hatten uns warm angezogen, aber nichts im Vergleich zu Martin und seinem Helfer, der den Such-Scheinwerfer bediente. Die sahen mit Ihren Winterjacken und den Motorrad-Sturmhauben aus, als wollten sie zu einer Polarexpedition aufbrechen.
Zunächst gab es eine kurze Einweisung zum Verhalten bei einer Nachtsafari. Man würde nur nachtaktive Tiere anleuchten und nur diese dürfen auch mit Blitz fotografiert werden. Dazu zählen auch alle Raubkatzen. Tagaktive Tiere (vor allem die großen Grasfreser) werden nicht angeleuchtet und dürfen auch nicht geblitzt werden, da sie im Gegensatz zu den nachtaktiven Tieren mit der Blendung nicht klar kommen und so eine leichte Beute für ihre Fressfeinde währen. Interessant war in diesem Zusammenhang auch, dass die Antilopen fasst alle lagen, ein Verhalten dass man tagsüber nur selten sieht.
Dann ging es los. Zunächst zum Wasserloch, wo aber von den Löwen nichts zu sehen war. Bei der Weiterfahrt tauchte dann im Licht des Autoscheinwerfers ein großer Kudubulle auf. Er humpelte und hatte blutige Schrammen auf der Hinterhand. Anscheinend war er nur knapp einem Löwenangriff entkommen. Als wir jedoch genauer hinsahen, konnten wir erkennen, wie schwer der Kudu verletzt war: Der eine Hinterlauf war ca. 10cm über dem Huf mit einem offenen Bruch abgeknickt und schwang nur noch von Haut und Sehnen gehalten umher. Allem Anschein nach war er zwar den Löwen entkommen, hatte sich dann aber bei der Flucht im Dunkeln in unwegsamen Gelände das Bein gebrochen. Noch nie habe ich so gehofft, das die Löwen ihr begonnenes Werk doch noch erfolgreich beenden.
Nachdem uns die Natur ihre Grausamkeit so überdeutlich vor Augen gehalten hat, war die Stimmung zunächst etwas gedrückt. Als dann aber in rascher Folge eine Tiersichtung nach der anderen folgte besserte sich das rasch. Innerhalb kürzester Zeit sahen wir eine Afrikanische Wildkatze, eine Weißgesicht-Eule, eine Puffotter, einen Springhasen mehrere Ginsterkatzen und als Höhepunkt ein Erdferkel.
Leider waren die meisten Tiere zu weit entfernt oder verschwanden alsbald im Unterholz, dass es nicht möglich war sie zu fotografieren. Einzig eine Ginsterkatze hatte es sich auf einem Stein gemütlich gemacht, so dass zumindest ein halbwegs akzeptables Nachtfoto dabei herauskam.
Hobatere Lodge
Bei der Hobatere Lodge handelt es sich um eine alteingesessene Unterkunft inmitten des gleichnamigen privaten Schutzgebietes.
Das Lodgegelände ist zwar umzäunt, da es in der Zufahrt aber kein Tor gibt, hat der Zaun wohl eher symbolischen Charakter.
Unser Zimmer befand sich zusammen mit drei weiteren Zimmern in einem Gebäude, welches in die Umzäunung integriert war. Die Einrichtung der Zimmer war sauber und ordentlich, aber nichts besonderes. So konnte man von der Terasse zaunfrei nach draußen blicken.
Darüber hinaus gab es noch Einzelhütten innerhalb der Umzäunung.
Es gibt nur abends Strom. Für die stromlose Zeit findet sich auf jedem Zimmer eine sehr gute Batterielampe. Aber Achtung - das Teil sieht aus wie ein Kofferradio und wird dadurch häufig nicht erkannt.
Das Hauptgebäude ist ein imposanter zweistöckiger Bau mit Strohdach. Umgeben von einem sehr schönen tropischen Garten lässt es sich hier angenehm entspannen.
Die Atmosphäre ist sehr familiär.
Abends gab es ein kleines Buffet mit zwei Hauptgerichten und morgens das für Namibia übliche gute Frühstücks-Buffet.
Ich kann mir gut vorstellen, dass die Hobatere Lodge aufgrund Ihrer Lage sehr von der Öffnung des Westeingangs des Etosha Nationalparks profitieren wird. Wie sich das auswirkt bleibt abzuwarten.
Unser Frühstück genossen wir auf der Veranda mit Blick auf das Treiben der Vögel und anderer Kleintiere im tropischen Garten welcher das Hauptgebäude umgibt.
Der Weg Richtung Etosha war nicht weit und wir hatten ausreichend Zeit weshalb wir nicht die übliche Strecke über Asphalt nahmen, sondern uns für die kleinen Pads durch das Farmland südlich des Nationalparks entschieden. Über D3248 und D2695 ist der Weg mit Sicherheit abwechslungsreicher. Dafür sorgten bei Kathrin schon die zahlreichen Farmtore die sie an diesem Tag öffnen und schließen musste.
Die bestimmende Farbe hier in der Gegend war Gelb. Ich weiss nicht welcher hier häufig vorkommende Baum in dieser Farbe blühte, aber es gab der ansonsten doch recht herben Landschaft einen lieblichen Touch.
Ebenfalls auffallend war die große Population an Singhabichten. Auf jedem zweiten Strommast saß einer dieser eleganten Greifvögel.
Mittags standen wir am Eingang des Ongava Wilderness Reserve, einem privaten Schutzgebiet, welches direkt westlich des Anderson Gates an den Etoscha Nationalpark angrenzt. Am bewachten Eingang ins Ongawa Reserve erhielten wir eine Zufahrtsskizze zu unserer Lodge, denn das Gebiet ist groß und es befinden sich noch drei weitere Unterkünfte auf dem Areal.
Die heißen Stunden des Tages verbrachten wir auf der Veranda unserer Hütte, wo wir erst einmal unser Lunchpaket plünderten und dann die Antilopen am nahen Wasserloch beobachteten, welches keine 50m von unserer Hütte entfernt lag. Das typische harte Licht von Etosha lies aber keine Ambitionen zum fotografieren aufkommen.
Da es sich bei Ongawa wie gesagt um ein privates Wildschutzgebiet handelt war ein Gamedrive auf eigene Faust nicht möglich und so hatten wir uns für den nachmittäglichen Gamedrive mit Sundowner angemeldet.
Dabei merkten wir vor allem, wie groß das Ongawa Reserve ist, denn wir waren reichlich unterwegs, hatten aber das Pech, dass sich die Tiere einfach nicht zeigen wollten oder sich zwischen den vielen Büschen verbargen. Aber das gehört halt auch mit dazu, wenn man Tiere in freier Wildbahn beobachten will - ist eben kein Zoo. Deshalb gibt es von diesem Nachmittag auch nur ein einziges präsentables Tierfoto.
Die Sonne sank immer tiefer und unser Guide hatte es plötzlich immer eiliger. Wir dachten uns, dass er uns als Ausgleich zu den spärlichen Tiersichtungen zu einem besonder schönen Sundownerplatz bringen will. Bald sahen wir auch andere Lodgefahrzeuge, deren Gäste schon mit einem Drink in der Hand Richung Westen schauten. Wir fuhren weiter - die Sonne sank weiter - die Sonne versank und wir fuhren noch immer. Unser Guide allmähliche in Rallye-Manier. Wir saßen ganz hinten und konnten wegen des ganzen Geklappers und Gescheppers des Wagens auch nicht fragen, was das alles soll.
Schließlich hielten wir in fortgeschrittener Dämmerung auf einer großen Wiese. Von der Sonne war schon nix mehr zu sehen. Wir stiegen aus und fragten etwas verständnislos unseren Guide, was das alles auf sich hätte. Der grinste breit und deutete auf einen grauen Fleck in der Ferne. Mit dem Fernglas konnte ich es dann erkennen - Nashörner. Es handelte sich um eine Kuh mit riesigem Horn und Ihrem schon recht großen Kalb. In der Zwischenzeit hatte unser Guide dann auch schon unsere GinTonic fertig und so standen wir dann mitten auf dieser Wiese in einem kleinen Tischchen mit Drinks und Snacks, während die Nashörner in aller Seelenruhe nur 30m an uns vorbeizogen. 10 Minuten später wiederholte sich das ganze Schauspiel noch einmal mit einer weiteren Nashorn-Kuh incl. Kalb.
Für gute Fotos war natürlich schon viel zu dunkel. Ich sehe das Bild eher als Beweis an, dass wir nicht angesichts des GinTonics unsere Wunschträume für Realität gehalten haben.
Wir brauchten dann im stockdunkeln noch eine halbe Stunde für den Rückweg zur Lodge und waren froh, dass es in dem offenen Safariwagen reichlich Decken gab.
Zum Dinner hatten wir einen Tisch auf der Aussichtsterasse ergattern können und hatten so die ganze Zeit das beleuchtete Wasserloch im Auge. Hier gaben sich dann erst einmal die Nashörner die Klinke in die Hand. Zum Dessert erschien dann eine Löwin, die zunächst ebenfalls Ihren Durst stillte und sich danach hinter in der Nähe befindlichen Büschen auf die Lauer legte.
Das wollten wir aus der Nähe sehen und so begaben wir uns direkt nach dem Essen, bewaffnet mit einem Schlummertrunk zu unserer Hütte. Die Guides meinten nämlich, wir könnten trotz der Löwin auf der Veranda unserer Hütte sitzen. Zu Anfang war mir ein wenig mulmig, denn es dauerte eine ganze Weile, bis ich den Standort der Löwin ausmachen konnte. Sie lag nur 30m - 40m von uns entfernt, aber wenn man die potentielle Gefahr erst einmal im Auge hat fühlt man sich schon viel besser.
Plötzlich bewegte sich ein größerer Schatten direkt unterhalb unserer Veranda. Nachdem der erste Schreck überwunden war, konnten wir erkennen, dass es sich um eine braune Hyäne handelte. Sie wollte wohl zum Wasserloch, steuerte aber geradewegs auf die Löwin zu. Erst wenige Meter vor der Löwin erkannte Sie die Gefahr und nahm reißaus.
Als es der Löwin dann irgendwann zu langweilig wurde und sie sich den Hang hinauf Richtung Hauptgebäude entfernte konnten auch wir uns aufraffen, zu Bett zu gehen.
Ongawa Lodge
Die Lodge liegt im Herzen des gleichnamigen privaten Wildschutzgebietes am Hang eines Kalksteinhügels. Vom Eingang in das Wildschutzgebiet, welcher sich direkt neben dem Anderson Gate befindet sind es noch 16km bis zu Lodge.
Man erreicht die Lodge von der Rückseite des Hügels und betritt Sie so am höchsten Punkt, was gleich einen tollen Eindruck von der Anlage erlaubt. Oben am Hang befindet sich das Hauptgebäude. Unterhalb davon verteilen sich die Hütten weitläufig am Hang. Alles ist durch Treppenwege miteinander verbunden. Für Fußkranke oder gar Behinderte ist die Lodge absolut ungeeignet.
In der Dunkelheit darf man sich zwischen den Hütten und dem Hauptgebäude nur in Begleitung eines Guides bewegen. Fanden wir erst ein wenig nervig, dann aber berechtigt, als wir sahen, wie die Löwin mitten durch das Lodgegelände lief.
Die Hütten in denen man wohnt sind riesig. Die Außenwände bestehen überwiegend aus Canvas, das Dach ist mit Stroh gedeckt. Zusätzlich zum Bad gibt es noch eine Außendusche auf der Veranda, welche ich nach unserer Ankunft am Mittag gleich ausgiebig nutzte. Es ist schon Klasse, im freien unter der Dusche zu stehen und dabei die Tiere am nahegelegenen Wasserloch zu beobachten.
Die Hütten sind weit voneinander getrennt, so dass man von seinen Nachbarn nicht das Geringste bemerkt. Wir hatten die am weitesten vom Hauptgebäude entfernte Hütte, die ganz am Fuß des Hügels und am nächsten zum Wasserloch lag. Das bedeutete zwar ordentlich Treppensteigen und fehlender Fernblick, wurde aber durch unsere Erlebnisse am Wasserloch mehr als aufgewogen.
Das Hauptgebäude ist eigentlich nur ein riesiges Überdach, welches dann direkt in die Aussichtsterasse übergeht. Der Blick in die Ferne und auf das Wasserloch ist fantastisch. In der Bibliothek finden sich viele Informationen zum Ongawa Reserve, vor allem auch zum sehr erfolgreichen Nashorn-Zuchtprogramm welches hier seit mehr als einem Jahrzehnt betrieben wird.
Das Essen war gut. Zum Frühstück das übliche Buffet und zum Abendessen ein Dreigänge-Menü. Gerade auf einer Lodge wie Ongava hätte ich mir zum Dinner aber etwas besseres als Hähnchenbrustfilet gewünscht, auch wenn es von der Zubereitung her nichts daran auszusetzen gab.
Die beiden jetzt folgenden Tage sollten ganz dem Etosha Nationalpark gewidmet sein. Heute wollten wir vor allem den westlichen Teil des öffentlich zugänglichen Bereiches erkunden.
Doch zuerst mussten wir in Okaukuejo uns registrieren und bezahlen. Danach ging es gleich weiter nach Norden zum Okondeka Wasserloch. Auf den großen Grasflächen die wir auf dem Weg dorthin durchfuhren, waren zahlreiche Zebraherden unterwegs.
Bei Okondeka war reichlich Betrieb. Alle Grasfresser, die auf den umliegenden Flächen reichlich Nahrung finden waren vertreten. Sehr verwunderlich war die sehr große Anzahl von Tieren weit draußen auf der Pfanne. Was wollen die dort?
Leider ist das Wasserloch sehr weit vom Parkplatz entfernt und das Licht war auch schon sehr hart, so dass sich keine präsentablen Fotos ergaben.
Auf dem Rückweg Richtung Okaukuejo entdeckten wir eine Fuchsmanguste direkt am Wegrand, die uns genauso interessant fand, wie wir sie.
Unser nächstes Ziel war das Wasserloch Gemsbokvlakte. Hier hatte sich eine riesige Herde Zebras zusammengefunden. Da war dann reichlich Aktion angesagt, denn obwohl es mehr als ausreichen Wasser für alle gab, versuchten viele Tiere in die Mitte des Pools zu gelangen und traten und bissen dabei heftig um sich. Ich habe bislang noch nie soviel Aggressivität bei Zebras erlebt.
Wir waren so fasziniert von dem Geschehen im Wasserloch, dass wir den Schakal, der sich bis auf wenige Meter dem Auto genähert hatte zunächst gar nicht bemerkten. Ob der hier öfters gefüttert wird?
Bei Olifantsbad hofften wir dann, dass diese Wasserstelle ihrem Namen gerecht würde, da wir hinsichtlich Elefanten in diesem Urlaub noch hinter den Erwartungen zurück lagen. Aber wir hatten Pech - es gab weder Elefanten noch andere Tiere.
Auch bei den Wasserlöchern an der Pfanne (Homob, Charitsaub, Sueda und Salvatora) war absolut Tote Hose. Dafür waren wieder in der Ferne viele Tiere weit draußen auf der Pfanne zu erkennen.
In Rietfontein gab es dann wieder die üblichen Vegetarier zu sehen, bevor wir weiter nach Halali fuhren, wo wir unter einem schattigen Baum auf der Campsite unsere Lunchpakete schlachteten. Das wurde auch gleich von einigen Mitessern bemerkt, die einem die Brotstückchen direkt aus der Hand nahmen, dann aber gleich wieder auf Ihren Baum flüchteten.
Camping auf Halali wäre nicht mein Ding. Zu staubig zu groß und zu ungemütlich, auch wenn die Sanitäranlagen einer recht guten Eindruck machten.
Auch das Wasserloch Goas bot zwar Tiere, aber keine berichtenswerten Highlights, so dass in solch einem Fall schon mal ein neugieriges Erdhörnchen in den Focus meines Interesses und meiner Kamera rücken kann.
Das Licht lud noch immer nicht zum fotografieren ein, und so beschlossen wir uns jetzt auf direktem Wege zu unserer nächsten Unterkunft zu begeben. Vielleicht haben wir ja morgen mehr Glück. Unterwegs konnten wir dann noch sehen, dass im Osten der Pfanne noch Wasser steht. Das könnte morgen interessant werden. Außerdem sahen wir noch eine Löwin im hohen Gras, was bedeutete, dass wir eigentlich nur die Ohren sahen.
So kamen wir rechtzeitig im Mushara Outpost an, so dass Kathrin noch deren Pool nutzen konnte.
Nach dem Lunch gab's dann noch sehr guten Chorgesang der Küchenmannschaft. So kann ein angenehmer Tag ausklingen.
Mushara Outpost
Die Lodge liegt nur wenige Kilometer vom Gate im eher langweiligen flachen Buschland östlich des Etosha Nationalparks, womit auch schon die einzige Schwäche dieser traumhaften Unterkunft genannt ist.
Die Unterkünfte bestehen aus einer Teakholzkonstruktion, deren Außenwände mit Canvas bespannt sind. Sehr gediegen und alles in Topzustand. Bedingt durch die schon genannte Lage im flachen Buschland gibt es leider keinen Ausblick von der Veranda und so viel der Sundowner für heute aus, was nicht heißt, dass ich auf meinen GinTonic verzichtet habe.
Das Haupthaus scheint direkt der Raffaelo-Werbung entsprungen zu sein. Vieles ist in weiß oder hellen Pastelltönen gehalten. Hier durfte sich der Innenarchitekt anscheinend nach Lust und Laune austoben. Es machte einen Riesenspaß durch den großen luftigen Raum zu schlendern und die vielen liebevollen Accessoires zu entdecken die alle perfekt zueinander passen, was sich bis in die Bekleidung des Personals fortsetzt.
Überhaupt das Personal. Unter der sorgsamen Hand von Chefin Helena hat sich hier ein Service etabliert, wie man ihn auch in deutlich teureren Unterkünften nicht besser findet. Obwohl man viel weniger Personal sieht, als in anderen Unterkünften, läuft alles ruhig, gelassen und trotzdem perfekt. Hier gilt eindeutig Klasse statt Masse. Nebenbei beweist Helena auch, dass es keineswegs immer eines weißen Vorturners bedarf, damit der Service stimmt.
TopobärThemenstarter5'479 Beiträge · seit 200921. Sept. 2010 · #40
13.05.2010 (14.Tag) Etosha Nationalpark
Nachdem wir gestern den Westteil des Nationalparks erkundet hatten, stand heute der Ostteil auf dem Programm.
Zunächst ging es nach Norden, wobei wir die Fisher Pan im Osten umrundeten. Die Pfanne stand noch in weiten Teilen unter Wasser - ein für uns ungewohnter Anblick. Bei unseren vorherigen Besuchen im Nationalpark waren die Pfannen immer ausgetrocknet.
Wir wunderten uns sehr, dass es trotz des vielen Wassers und des saftigen Grüns in der Gegend relativ wenig Tiere zu sehen gab. Lediglich Kudus gab es etwas häufiger, darunter viele prächtige Bullen. In der Ferne zeigte sich auch einmal kurz ein Löwenkopf im hohen Gras.
Kurz bevor wir das Andoni Wasserloch erreichten, wussten wir auch, weshalb wir bislang noch keinen Elefanten in Etosha gesehen hatten. Die waren alle hier. Zeitgleich konnten wir viele Herden auf der Grasebene und im Buschland ausmachen. Überall gab es reichlich Schlamm- und Sandsuhlen, die von den Elefanten ausgiebig zur Körperpflege genutzt wurden.
So von Elefanten umzingelt, konnten und wollten wir nur sehr langsam vorankommen, und so war es schon Mittagszeit, als wir am Fort Namutoni ankamen. Was bot sich also mehr an, als die ehemalige Festung zu besichtigen und sich dann ein schönes Plätzchen zum Verzehr der Lunchpakete zu suchen.
Das Fort erstrahlte wie immer in blendendem Weiss, ich hatte aber den Eindruck, dass sich hier seit unserem letzten Besuch einiges hinsichtlich Renovierung getan hat. Alles machte einen sehr guten Eindruck.
Nach der Besichtigung machten wir unter dem mit Reet gedeckten Schattendach des Wasserlochs Lunchtime. Hin und wieder ließen sich ein Paar Impalas oder Warzenschweine blicken, ansonsten war es eher ruhig.
Danach begegneten wir dann der für mich größten Attraktion Namutonis - den fast zahmen Zebramangusten. Es war eine große Gruppe von 20-30 Tieren, die einen bis auf wenige Zentimeter an sich heranließ. Über eine Stunde verfolgte ich die Tiere mit der Kamera, ohne dass sie sich an meiner Anwesenheit störten. Die ganze Zeit war was los - nie wurde es langweilig. Solch eine Begegnung ist für mich schöner, spannender und interessanter als das übliche schlafende Löwenrudel, um das sich ein dutzend Safariwagen gruppiert hat.
Es ist aber gar nicht so einfach, auch nur halbwegs gute Nahaufnahmen der Zebramangusten zu machen. Die halten einfach nicht still und sind so wuselig, dass sie einem ständig aus dem Bild rennen und wenn das mal nicht der Fall ist, zumindest den Schärfebereich auf den die Kamera gerade fokussiert hat, verlassen.
Es fiel mir schwer, mich von den Zebramangusten loszureißen, aber vielleicht wartet ja noch ein weiteres Highlight auf uns.
Das nächste Ziel war der Loop entlang der hier noch mit Wasser gefüllten Etosha Pfanne nach Okerfontein. Doch wir hatten die C38 noch gar nicht verlassen, da glaubten wir unseren Augen nicht zu trauen. Am Straßenrand kam uns eine Leopardin mit Jungtier entgegen. Das Jungtier verschwand leider sofort im Unterholz, ehe ich auch nur zur Kamera greifen konnte. Die Leopardin blieb noch kurz auf der Straße und setzte sich dann mit dem Rücken zu uns ins Gebüsch am Straßenrand. Ich vermute, sie wollte unser Interesse auf sich ziehen, bis das Kleine in Sicherheit war.
Sehr angenehm war bei dieser Begegnung, dass wir sie ganz alleine hatten. Trotz dass sie auf der Hauptstraße stattfand war außer uns kein weiteres Auto dort. Manchmal hat es auf Vorteile, wenn man entgegen des allgemeinen Trends auch in der Mittagszeit auf Gamedrive geht. Das schlechte Fotolicht schmälert die Tiererlebnisse an sich ja in keinster Weise; man kann sie nur nicht so schön dokumentieren.
In Okerfontein war dafür überhaupt nicht los. Auch Kalkheuwel verließen wir nach kurzer Zeit wieder.
Dafür boten Chudop und Klein Namutoni, dass was man von Ihnen erwartet - eine Sinfonie der langen Beine. Diese beiden Wasserlöcher sind Giraffenland und wir wurden nicht enttäuscht. Kathrin war überglücklich, so viele Ihrer Lieblingstiere zu sehen.
Wenige Minuten vor Toresschluss verließen wir den Etosha Nationalpark und erreichten bei Sonnenuntergang das Gelände von Mushara Outpost. Hier hatte ich mir schon am Morgen eine schöne Baumgruppe für die typischen afrikanischen Sonnenuntergangsfotos ausgesucht.
Direkt vor der Lodge mussten wir dann noch einen Bogen um eine Puffotter machen, um sie nicht platt zu fahren. Die Viecher sind wirklich verdammt träge.
Das letzte Tiererlebnis des Tages war dann ein sehr schöner und großer Nachtfalter, der sich während unseres Schlummertrunks an der Wand neben uns niederließ.