Reisebericht Desert to Delta

Reisebericht 70 Antworten · 62,6k Aufrufe · gestartet 04. Juni 2010 von Topobär
6'152 Beiträge · seit 200621. Sept. 2010 · #41
Hallo Topobär,

schöner Bericht -- vor allen Dingen wenn man einige Unterkünfte
kennt. Uns hat Musdhara Outpost auch sehr gut gefallen.
Liebe Grüsse Hanne
8 x Südafrika,1x Zimbabwe, 22x Namibia, 4x Botswana, 1x Lesotho, 1 x Swasiland
956 Beiträge · seit 200921. Sept. 2010 · #42
Hallo Topobär!

Muss dich endlich mal für den tollen und ausführlichen Bericht loben. Der macht richtig Vorfreude auf meinen Namibia-Trip und das obwohl ich nicht die selbe Route fahre. Auch die Bewertung der Unterkünfte finde ich super, obwohl die eher nicht in meiner Preisklasse liegen. Danke auch für die Bebilderung, die macht einfach jeden Bericht lebhafter.

Noch eine Frage zu den Zebramangusten in Namutoni: Wie groß sind die Chance, die Tierchen zu sehen? Stolpert man fast drüber oder ist es eher Glückssache, sie zu sehen. Ich weiß, Tiere sind nicht vorherzusagen, aber es gibt doch Sichtungen die wahrscheinlicher sind als andere. Wir planen im Oktober eine ausführliche Mittagspause im Camp und die Kleinen würde ich liebend gerne sehen 🙂

Liebe Grüße aus Österreich,

Tanja
108 Beiträge · seit 200921. Sept. 2010 · #43
Hallo Tanja,

wir waren letzten Freitag in Namutoni und sind förmlich über die Zebramangusten gestolpert. Jede Menge von ihnen waren gleich am Parkplatz zu sehen. Sehr putzige Tierchen, machte Spaß ihnen zuzuschauen und es war wirklich schwer, sich von diesem Anblick zu trennen.

Gruß

Petra
Themenstarter5'479 Beiträge · seit 200922. Sept. 2010 · #44
Hallo Tanja,

Auf dem Gelände von Namutoni lebt permanent mindestens eine große Gruppe Zebramangusten. Glücklicherweise sind die Tiere tagaktiv, so dass sie sich auf Nahrungssuche befinden, wenn Ihr Mittags dort seit. Allerdings ist das Gelände nicht klein und die Zebramangusten recht mobil, so dass Ihr vielleicht etwas rumsuchen müsst.
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237 Beiträge · seit 201022. Sept. 2010 · #45
Hallo Topobär, habe gerade Deinen Reisebericht gelesen. Super geschrieben und sehr viele Infos.Danke für die Mühen.
In 4 Wochen gehts bei uns los, und man kann sich die Zeit noch ein bischen verkürzen beim lesen solcher Berichte.
Gruß aus Bayern
Dieter
Nur im Vorwärtsgehen gelangt man ans Ende der Reise. (Ovambo)
Themenstarter5'479 Beiträge · seit 200927. Sept. 2010 · #46
14.05.2010 (15.Tag)
Mushara Outpost - Susuwe Island Lodge

793km

Das Kapitel für den heutigen Tag wird eher kurz, da es sich um eine reine Überführungs-Etappe handelt.

Die Strecke ist lang und so wählten wir die schnellste Verbindung über die B1 und die B8. Die Straßen sind durchgehend asphaltiert und in sehr gutem Zustand. Da es auch so gut wie keine Kurven gibt, hätte ich auch einen Ziegelstein auf's Gaspedal legen können, wenn nicht unser Wagen ab 130km/h sehr penetrant zu piepen angefangen hätte. So war ich die ganze Zeit beschäftigt, möglichst schnell voranzukommen, ohne aber einen Tinitus zu bekommen.

Haben heutzutage eigentlich alle Mietwagen solch einen Scheiss Geschwindigkeitswarner?

Eine kleine Abwechslung bot der Veterinärzaun. Wir hielten brav neben dem Beamten, um uns dafür gleich einen Rüffel einzufangen, weshalb wir nicht am 3m weiter vorne stehenden Stopschild gehalten haben. Man gebe einem kleinen Menschen etwas Macht und sie wird im zu Kopf steigen. 😠

Mit passieren des Veterinärzaunes ist man wieder in Schwarzafrika. Vorbei die Zeit, in der man kilometerweit an Zäunen entlangfährt und nur hin und wieder ein einsames Farmhaus sieht. Hier wird das Vieh noch von Hirten gehütet und alle Paar Kilometer sieht man ein kleines Dorf unweit der Straße.

In Rundu ist Halbzeit. Wir tanken und stocken unseren Reiseproviant auf.

Mit Überquerung des Okavango erreichen wir den Bwabwata Nationalpark. Ein wahrer Schilderwald warnt den Autofahrer vor Elefanten, nur lassen sich diese leider überhaupt nicht blicken.

Am Kwando angekommen biegen wir zunächst nach Norden zur Bumhill Rangerstation ab, um ein Permit für das Susuwe Triangel zu erwerben. Nett werden wir darauf hingewiesen, das wir als Gäste der Susuwe Island Lodge ein solches nicht benötigen.

Die Zufahrt zur Susuwe Island Lodge geht genau gegenüber des Weges nach Bumhill von der B8 ab. Ausgeschildert ist sie allerdings nicht. Auch das GPS wollte uns einen anderen Weg schicken. Lt. T4A erfolgt die Zufahrt von der Ostseite des Kwando, was definitiv falsch ist. Nur meine Google Earth Recherche im Vorfeld des Urlaubs bewarte uns vor einem längeren Umweg.

Von der B8 aus sind es dann noch 16km tiefsandiger Track entlang des Kwando - zunächst auf dem Hochufer und später auf der Überschwemmungsebene.

Wir erreichen den Parkplatz der Lodge, von dieser selbst ist aber noch nichts zu sehen.



Da uns nichts besseres einfällt hupen wir kurz, worauf uns aus dem Dickicht des gegenüber liegenden Ufers zugerufen wird, dass das Boot für unsere Überfahrt gleich kommen wird, was dann auch der Fall ist.

Es ist spät geworden. Wir haben gerade noch Zeit für einen Sundowner, dann wird es auch schon dunkel.

Susuwe Island Lodge

Die Lodge liegt auf einer kleinen Insel im Kwando und ist nur per Boot zu erreichen. Die Insel ist ist dicht mit tropischen Pflanzen und Bäumen bewachsen, so dass man die Lodge schon vom nur 50m entfernten Parkplatz nicht mehr sehen kann.

Es gibt nur 6 Unterkunftshütte, so dass es in Susuwe nie voll wird. Die Hütten selbst sind riesig. Vor den einzelnen Hütten gibt es jeweils eine schöne Veranda mit Blick auf den Fluss und einem Mini-Pool.



Der Zentralbereich besteht aus einem großen freien Platz mit Feuerstelle, der von einem kreisförmigen Arkadenbereich umgeben ist. Hier ist alles offen, es gibt keine geschlossenen Räume. Man ist immer inmitten der Natur.



Überragt wird der Zentralbereich von vielen großen Bäumen. Auf einem von Ihnen befindet sich eine Aussichtsplattform von der aus man sehr schön den Sonnenuntergang beobachten kann.

Das Essen ist mir nicht mehr in Erinnerung, was dafür spricht, dass es weder außergewöhnlich gut noch außergewöhnlich schlecht war.

Abends am Lagerfeuer sitzt man zusammen mit dem Lodge-Management und den Guides. Eine sehr familiäre Athmosphäre.

3.480,-N$ full inclusiv p.P
Note: 2+
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zuletzt bearbeitet 18. Juli 2013
140 Beiträge · seit 200927. Sept. 2010 · #47
Topobär schrieb.

Susuwe Island Lodge
3.480,-N$ full inclusiv p.P
Note: 2+

Hallo Topobär !

Danke für Deinen spannenden Bericht- schildert er doch eine ganz andere Art, das wunderbare Namibia zu bereisen.

Aber sag mal:
hast in dieser Lodge tatsächlich € 365,- pro Person und Nacht gezahlt ? (= > € 700,- für eine Nacht) 😮
Alle Achtung - da kommt auf so einer Reise ganz schön was zusammen!

Da bin ich ja richtig froh, dass wir eine andere Reiseart bevorzugen, sonst hätten wir niemals 4 Wochen in diesem schönen Land verbringen können.

Martin
Namibia ist wunderbar - wir kommen sicher wieder www.stonestours.at
Themenstarter5'479 Beiträge · seit 200927. Sept. 2010 · #48
Hallo Martin,

Du hast richtig gerechnet.

Im allgemeinen sind wir auch mit dem Zelt in Afrika unterwegs. Die Lodgereise war einfach mal eine andere Erfahrung die wir machen wollten.

Bin schon voll bei der Planung der nächsten Afrikareise und die wird auch wieder mit Zelt stattfinden.
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Themenstarter5'479 Beiträge · seit 200901. Okt. 2010 · #49
15.05.2010 (16.Tag)
Susuwe Triangle

18km

Das Frühstück fällt heute bewusst kurz aus. Wir wollen den Tag mit einer Bootstour auf dem Kwando beginnen und da natürlich die Morgenstunden mit Ihrem schönen Licht auskosten.



Nur selten ist das Ufer so frei, wie auf dem Bild. Meist ist es dicht mit Papyrus und Schilf bestanden. Wir sahen einige Lechwe Antilopen und eine größere Gruppe Klaffschnäbel.

Das Highlight der Tour sind aber eindeutig die Hippos. Bislang hatte ich bei Bootstouren Hippos immer als recht aggressiv erlebt und die Bootsführer hatten dem entsprechend auch einen gehörigen Respekt vor den Tieren und großen Abstand gehalten. Ich fragte mich also, wie dass auf diesem max. 10m breiten Fluss funktionieren soll.



Schon bald tauchte das erste Hippo vor uns auf und genauso schnell wieder unter. Die Hippos hier sind ziemlich scheu. Man hätte also nicht allzu viel von den Hippos gehabt, wäre das Wasser des Kwando nicht glasklar. So aber hatten wir das außergewöhnliche Erlebnis zu sehen, wie diese massigen Tiere, graziös wie Ballerinas, über den Grund des Flusses laufen; teilweise direkt unter unserem Boot hindurch.

Als auf der Rückfahrt dann der Gaszug unseres Bootes riss, war ich umso dankbarer für das friedliche Naturell der Hippos im Kwando. Die Lösung dieses Problems war typisch afrikanisch. Unser Guide lag den Rest der Tour bäuchlings über dem Motor und bediente den Gasregler per Hand auf Zuruf des Bootsführers. So kamen wir zwar problemlos zurück, hätten aber einem aggressiven Hippo niemals ausweichen können.

Auf den Lodges scheint es üblich zu sein, die Zeit zwischen Vormittags- und Nachmittags-Aktivität auf dem Lodgegelände zu relaxen. Das ist nicht so unsere Welt und so verbrachten wir die Mittagszeit indem wir mit unserem Auto zum Horseshoe fuhren, einer weiten und landschaftlich sehr schönen Flussschleife des Kwando.

Die Lodge zeigte sich bezüglich unserer Planung sehr flexibel. Anstelle des Mittagessens bekamen wir gleich nach der Bootstour einen leckeren Brunch und nach unserer Rückkehr sollte es Kuchen geben.

Von der Lodge aus sind es nur 9km bis zum Horseshoe und der Weg verläuft die ganze Zeit auf den Überschwemmungsflächen des Kwando. Immer wieder hat man schöne Blicke auf den Fluss sowie die noch überschwemmte Bereiche.



Nur wenig südlich der Lodge trafen wir auf die ersten Elefanten und ab dort konnten wir keine 300m am Stück fahren, ohne hinter der nächsten Herde zu stehen. Ständig gingen welche zum Fluss bzw. kamen von dort. Viele Elefanten sahen wir auch beim Baden im Fluss.



Sehr wohl war mir die ganze Zeit nicht. Derart von Elefanten umgeben zu sein, hatte ich auch noch nicht erlebt. Normalerweise kann man sich ja im Rückwärtsgang zurückziehen, wenn Elefanten Ihren Unmut über uns Menschen äußern. Hier war das nicht möglich, denn hinter uns befanden sich ebenfalls Elefanten. Und es handelte sich nicht nur um Herden, wir sahen auch Bullen in der Must.

So brauchten wir 2h für die 9km bis zum Horseshoe. Obwohl der Sandstrand am Ufer mit den Spuren und sonstigen Hinterlassenschaften zahlreicher Tiere übersäht war, sahen wir zu unserer Verwunderung kein einziges. Das machte aber nichts. Nach der Fahrt bis hierher, war es mir ganz recht, die landschaftliche Schönheit genießen zu können, ohne auf der Hut zu sein, wo der nächste Elefant auftaucht.



Wollten wir rechtzeitig zur Sundowner-Tour zurück auf der Lodge sein und möglicht auch noch etwas vom Kuchen ergattern, mussten wir den Rückweg schneller schaffen als den Hinweg.

Ich erinnerte mit eines Threads hier im Forum, in dem jemand gepostet hatte, dass sich Elefanten durch in die Hände klatschen vertreiben lassen. Das wollte ich mal ausprobieren.

Ihr werdet es nicht glauben, aber es funktioniert tatsächlich. Das allerbeste ist, dass die Elefanten auf das Klatschen nicht etwa hektisch oder aggressiv reagiert haben. Es schien eher so, als würde es sich um ein Geräusch handeln, das Elefanten nicht mögen und ihm aus dem Wege gehen. Da konnte eine Herde seit 5 Minuten an den Büschen links und rechts des Weges gefressen haben; kaum klatschte man ein paar mal kräftig in die Hände, machte sie sich gemächlich von dannen.



Trotzdem gab es auch wieder einige Momente, wo mir doch ein wenig mulmig wurde. Vor allem wenn sich mal wieder ein Elefant so versteckt hatte, dass man ihm näher kam, als ihm lieb war.



Wir schafften es dann noch rechtzeitig zum Kuchen und zum Sundowner-Gamedrive. Unser Guide hatte vor, uns das in dem Gebiet lebende Löwenrudel zu zeigen. Rasch fand er auch die Spuren und wir konnten das Gebiet in dem sich die Löwen aufhielten eingrenzen. Leider befand sich das Rudel aber in einem sehr dicht bewachsenem Areal zu dem es keinerlei Zugang gab, so dass wir keine Katzen zu Gesicht bekamen.

Sundowner machten wir dann auf einem kleinen Hügel direkt am Ufer des Kwando. Da wir uns am Westufer des Kwando befanden ging die Sonne aber leider nicht über dem Fluß unter.

Unser Guide hatte gerade liebevoll den kleinen Tisch mit Getränken und Knabbereien gedeckt, da hörten wir den ersten Warnruf von Pavianen. Bald darauf hörte man es im Gebüsch kräftig knacken - eine Elefantenherde war im Anmarsch. Die Herde war weit verstreut und befand sich rings um uns verteilt. Hin und wieder sah man einen grauen Rücken aus dem Gebüsch ragen. Als sich die ersten Tiere bis auf 10m genähert hatten, hielt es unser Guide für angebracht, dass wir uns alle ins Auto verziehen. Die Elefanten kamen immer näher und es wurden immer mehr. Wir waren regelrecht umzingelt und die Tiere waren bis auf 5m an uns herangekommen. In dem offenen Safariwagen war das noch einmal eine ganz andere Nummer, als in unserem Wagen. Auch dem Guide war das Ganze nicht mehr geheuer. Er war ebenfalls sehr angespannt und hatte die Hand die ganze Zeit am Zündschlüssen um notfalls sofort durchstarten zu können. Glücklicherweise blieb die Herde aber die ganze Zeit über sehr relaxt.

Für normale Fotos war es natürlich schon viel zu dunkel und ich hoffe auf Euer Verständnis, dass ich keine Blitzlichtaufnahmen machen wollte.

Auf der Rückfahrt im dunkeln lief uns dann noch ein Hippo in den Scheinwerferkegel des Autos.

Abends in der Lodge fragte mich der Lodge-Manager sehr vorsichtig und höflich, ob uns vielleicht nicht bekannt sei, dass der Caprivi in einer anderen Zeitzone als der Rest Namibia liegt. Das hatten wir in der Tat nicht gewußt und waren somit zu allen Mahlzeiten und Aktivitäten zu spät gekommen. Glücklicherweise sehen die Afikaner solch zeitliche Dinge sehr locker.
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zuletzt bearbeitet 18. Juli 2013
Themenstarter5'479 Beiträge · seit 200908. Okt. 2010 · #50
16.05.2010 (17.Tag)
Susuwe Island Lodge - Sussi & Chuma Lodge

316km

Heute geht's an die Victoria Fälle. Erstmals aber nicht nach Zimbabwe, sondern nach Zambia.

Kurz nach Sonnenaufgang starteten wir bereits und konnten wie erhofft die noch tief stehende Sonne über dem Khwai genießen.



Die B8 war schnell erreicht und auf guten Asphalt waren wir bald darauf in Katima Mulilo, wo wir aber nur kurz zum tanken hielten.

Der Grenzübergang mit der neuen Zambesi-Brücke befindet sich gleich am Stadtrand von Katima und kann nicht verfehlt werden. Auf namibischer Seite unterscheidet sich das Prozedere in keiner Weise von den Grenzübergängen nach Botswana.

Am anderen Ufer ist dann der typische afrikanische Behörden-Marathon angesagt. Immigration, Zoll, Fahrzeugregistrierung, Roadtax und KFZ-Versicherung wollen erledigt werden. Alles läuft sehr betulich ab, aber dafür wenigstens korrekt. Trotzdem kein billiges Vergnügen, aber zumindest kann man entgegen anders lautender Aussagen alles in Namib-Dollar zahlen.

Glücklicherweise ist so gut wie nichts los und so haben wir die zambische Einreise in gut einer Stunde erledigt.

Jetzt geht es direkt auf der gut ausgebauten Straße nach Livingstone. Es ist Sonntag und die Gottesdienste sind gerade zu Ende. So sind unzählige Menschen links und rechts der Straße unterwegs; alle in ihrer feinsten Garderobe und prächtig anzusehen. Vor allem die kleinen Mädchen sind vielfach herausgeputzt wie kleine Prinzessinnen.

Rechtzeitig zum Mittagessen sind wir in der Lodge.

Nachmittags geht es dann selbstverständlich zu den Fällen. Es herrscht absolutes Hochwasser. Bei diesem Wasserstand gefällt mir die zambische Seite der Fälle erheblich besser, da man die Fälle viel besser sehen kann. Auf der zimbabwischen Seite sieht man bei Hochwasser nur noch Gischt.



Nur ein schmaler Bergrücken trennt die Fälle von der anschließenden Schlucht des Zambesi.



Auf diesem Bergrücken entlang führt der wahrscheinlich nasseste Wanderweg der Welt. Man läuft die ganze Zeit durch die Gischt der Fälle. Wenn der Wind die Gischt einmal für kurze Zeit zurückdrängt sieht man kurz blauen Himmel, bevor das Wasser wieder über einem zusammenschlägt. Teilweise strömt mehr Wasser auf einen nieder, als unter einer Dusche. Selbst mit den sehr guten Ponchos der Lodge waren wir total durchnässt, aber zumindest den Fotoapparat konnte ich unter ihm trocken verwahren.



Auf dem Rückweg zur Lodge sehen wir dann direkt am Stadtrand von Livingstone eine Herde Elefanten. So am Rande einer Großstadt auch in Afrika ein ungewöhnlicher Anblick.

Zurück in der Lodge haben wir gerade genug Zeit uns trocken zu legen, bevor wir zum Sundowner-Cruise auf dem Zambesi starten. Es ist nur eine kleine Gruppe im gut motorisierten Lodge eigenen Boot.

Der Fluß ist gewaltig, die Strömung reißend und vielfach finden sich große Strudel und Wellen. Umso mehr bin ich erstaunt über die vielen Nilpferde im Fluß.



Als sich die Sonne dem Fluß nähert suchen wir uns einen ruhigen Bereich. Der Motor wird ausgeschaltet, es werden Sundowner und Knabbereien gereicht. Hier kann man sich mal so richtig treiben lassen.



Sussi & Chuma Lodge

Die Lodge liegt im Mosi oa Tunya Nationalpark direkt am Ufer des Zambesi. Da sich die Fälle ebenfalls in diesem Nationalpark befinden, zahlen Gäste der Lodge keinen Eintritt bei den Fällen.

Alle Verbindungswege der Lodge verlaufen auf Bohlenwegen in 4m Höhe. Es gibt zahlreiche Meerkatzen auf dem Gelände, die anscheinend sehr erfolgreiche Diebe sind. Jedenfalls sieht man viele Affen mit Dingen umherlaufen, die eigentlich nicht in Affenhände gehören.

Menschen mit Spinnenphobie werden sich dieser auf dem Lodgegelände stellen müssen. Zwar sind die Gebäude absolut ungezieferfrei, wie man es bei einer Unterkunft dieser Kategorie erwarten kann - in der Natur sieht es aber anders aus. Überall befinden sich riesige Gemeinschaftsnetze mit zum Teil Dutzenden Spinnen darin, welche die Größe einer menschlichen Hand erreichen. Auf den Walkways läuft man nur knapp unter den Netzen hindurch.

Als Unterkünfte fungieren aufgeständerte Rundhütten direkt am Ufer. Die Einrichtung ist perfekt und lässt keine Wünsche offen. Vor der Hütte eine sehr gemütliche Veranda unter großen Bäumen, mit Blick auf den Zambesi.



Sehr großes zweigeschossiges Hauptgebäude im Stil einer Rundhütte. Im Erdgeschoß das Restaurant, darüber die Bar mit Lounge.



Direkt am Flußufer befindet sich noch eine Sonnen-Terasse. Abends wird hier ein Lagerfeuer entzündet.



Das Personal ist überaus freundlich und gut ausgebildet. Das Essen lässt keine Wünsche offen.

490,-US$ p.P. full inclusive
Note: 1
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zuletzt bearbeitet 18. Juli 2013
1'309 Beiträge · seit 200908. Okt. 2010 · #51
Hallo,

ich fühl mich hier so richtig schön in Stimmung versetzt! Erst die Elefanten und dann die Victoria Fälle ......

Wir haben uns im Okavango-Delta auch die Elefanten mit Klatschen und Aneinanderschlagen von Ästen fern gehalten.
Unser Guide sagte uns, dass viele Tiere (auch Löwen) das Geräusch mit Gewehrschüssen in Verbindung bringen.
Wir haben fünf Löwen erlebt, die ein platzender Reifen in die Flucht geschlagen hat.

Viele Grüße und immer schön weiterschreiben,
Nenette
Il n'y a pas un atome de cette poussière que je n'aime infiniment. Es gibt kein Atom in diesem Staub, das ich nicht unendlich liebe. (Elizabeth Riollet über Voi/Tsavo) Botswana 2010: http://nenette-f.over-blog.de/categorie-11610665.html Mein anderes Hobby: http://lauter-schoene-saetze.over-blog.com/
Themenstarter5'479 Beiträge · seit 200901. Nov. 2010 · #52
17.05.2010 (18.Tag)
Sussi & Chuma Lodge - Kubu Lodge

81km

Zum Abschied von der Lodge gab's noch eine kleine Geschichts-Lektion. Sussi und Chuma waren die Namen der beiden schwarzen Führer, die Livingstone zu den Viktoriafällen brachten.

Unsere Einreise nach Botswana erfolgte via Kazangula-Ferry, die sich von Livingstone aus rasch auf guter Teerstraße erreichen lässt. Die letzten Kilometer fährt man an einer schier endlosen LKW-Schlange entlang, die sich vor der Grenze staut. Glücklicherweise muss man sich als PKW-Fahrer dort nicht anstellen, sondern kann direkt bis zur Grenze durchfahren.

Bei der von uns beobachteten Abfertigungsgeschwindigkeit und der Fährkapazität von nur einem Sattelschlepper je Fähre gehe ich von einer Wartzeit von mindestens einer Woche aus. Da frage ich mich schon, weshalb die Fahrer nicht den weniger als zwei Fahrstunden entfernten Grenzübergang bei Katima nutzen und weiter über Ngoma Bridge nach Botswana einreisen.

Auch an der Grenze selbst ist es das genaue Gegenteil zum Grenzübergang unserer Einreise nach Sambia. Hier herrscht quirrliger Trubel und es ist nicht leicht, den Überblick zu behalten. Vor allem die Geldwechsler gehen einem gehörig auf die Nerven und versuchen einen zum Narren zu halten, dass man in Botswana nur reingelassen wird, wenn man die Grenzgebüren in Pula zahlen kann.

Ist alles Bullshit. Bis auf die Fähre kann man alle Gebühren sowohl in Zambia, als auch in Botswana mit Namib$ oder US$ bezahlen. Für die Fähre braucht man Rand oder Pula. Bei den Geldwechslern muss man kräftig handeln. Die ersten angebotenen Kurse sind eine Unverschämtheit.

Die Grenzformalitäten selbst gingen korrekt über die Bühne. Man darf sich halt durch die Menschenmassen nicht aus der Ruhe bringen lassen.

Die Fähren selbst sind auch etwas besonderes. Es gibt zwei Stück und zumindest unsere war in solch einem desolaten Zustand, dass man sie mit einem normalen PKW nicht mehr hätte benutzen können. Ein Großteil der Beplankung fehlte und so fährt man teilweise direkt über die Spanten, die Zwischenräume mit lockeren Holzabfällen aufgefüllt.



Von der Fähre aus war die Kubu-Lodge schnell erreicht.

Für den Nachmittag buchten wir eine Boots-Safari auf dem Chobe. Die Zeit bis dahin verbrachten wir im Park der Kubu-Lodge und mit Einkäufen, Geldwechsel und tanken in Kasane.

Der Chobe führte ebenso wie der Sambesi Hochwasser, so dass alle Inseln überflutet waren und man sich eher wie auf einem See, denn auf einem Fluss vorkam. Diese Situation hatte zur Folge, dass die Tiere den Fluß nicht querten und wir somit auf den Anblick schwimmender und den Fluss durchquerender Elefanten verzichten mußten.

So konzentrierte sich unsere Boots-Safari denn auch auf den Uferbereich des Chobe Nationalparks, wo wir hinsichtlich Tierbeobachtungen dann auch nicht enttäuscht wurden.

Zunächst ging es gemächlich los. Wir sahen die typischen Uferbewohner, vor allem reichlich Krokodile und Kingfisher.



Die Tiere sind hier am Ufer alle sehr relaxt. Wir kamen mit dem Boot sehr dicht heran. So konnte ich auch erstmals sehen und fotografieren, wie schön die Innenseiten von Kudu-Ohren gezeichnet sind. So schnell wie diese scheuen Antilopen sonst flüchten, ein sehr schwieriges Unterfangen.



Elefanten gab es natürlich auch reichlich. Einzeln, in Gruppen und häufig mit Jungtieren, kann ich die Dickhäuter stundenlang beobachten, ohne dass es langweilig wird.



Im schönsten Abendlicht zeigte sich dann noch ein Seeadler, bevor wir hinaus in Flussmitte fuhren um dort den Sonnenuntergang zu genießen.



Beim Abendessen auf der Terrasse der Kubu-Lodge tauchte dann noch ein Busch-Baby im Geäst des unseren Tisch überragenden Baumes auf. Es beobachtete uns eine Zeit lang und sprang dann in großen Sätzen über den Rasen davon. Mein erstes Busch-Baby - ein weiteres Highlight dieser Reise.

Kubu-Lodge

Die Lodge liegt nicht direkt in Kasane, sondern in der Mitte zwischen Kazungula und Kasane. Das parkartige Lodge-Gelände liegt direkt am Ufer des Sambesi. Überall auf dem Gelände laden Sitzgelegenheiten zum verweilen ein.



Vom hoch am Uferhang liegenden Restaurant bietet sich ein schöner Blick über Fluss und Park. Die Küche bietet regionale Einschläge.



Man wohnt in kleinen, rustikalen und mit Reet gedeckten Hütten, die leider ziemlich dicht beieinander stehen. Der Sanitärbereich könnte besser sein, so war es beispielsweise kaum möglich, die Temperatur der Dusche zu regulieren.



327,-US$ p.P. DBB
Note: 3+
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
zuletzt bearbeitet 18. Juli 2013
Themenstarter5'479 Beiträge · seit 200905. Nov. 2010 · #53
18.05.2010 (19.Tag)
Kubu Lodge - Savuti


Was wir gestern von der Wasserseite gesehen hatten, wollten wir heute noch einmal vom Land aus betrachten. So war der erste Programmpunkt des Tages die Chobe Riverfront.

Es zeigte sich aber auch hier, was ich schon zur gestrigen Boots-Safari schrieb: Die Chobe Riverfront ist bei Niedrigwasser wesentlich interessanter als jetzt zum Hochwasser. Die Loops am Ufer waren ausnahmslos unter Wasser und nicht zu befahren. So gab es nirgends freie Flächen und man bewegte sich die ganze Zeit im Buschland, was die Tierbeobachtung entsprechend schwierig machte.

So waren die Tiersichtungen auch nicht sehr ergiebig. Wir waren schon froh über jede Antilope, die wir sahen.



Das Hochwasser hat aber nicht nur Nachteile. Landschaftlich fand ich den zu einem großen See gewordenen Chobe ausgesprochen reizvoll.



Irgendwie kamen wir dann am Ende unserer Fahrt entlang des Chobe auf die Straße bei Ngoma Bridge. Das war wohl offiziell nicht so vorgesehen, denn wir kamen im Niemandsland zwischen den beiden Grenzabfertigungen auf die Straße und sorgten damit bei den botswanischen Grenzbeamten für ein wenig Verwirrung. Da wir aber alle Unterlagen unserer ordnungsgemäßen Einreise nach Botswana vorweisen konnten, lies sich alles rasch klären.

Bis Kachikau folgten wir dann einer Baustellenpiste die parallel zu der in Bau befindlichen neuen Straße verlief. Nicht sehr schön zu fahren.

Auch wenn damit natürlich wieder ein Stück Afrika-Romantik verloren geht, kann ich schon nachvollziehen, dass Botswana immer mehr Orte an ein modernes Straßennetz anschließen will und den Bewohnern von Kachikau gönne ich diese Verbesserung Ihrer Infrastruktur von ganzem Herzen. Gleichzeitig hoffe ich aber inständig, dass die Straße tatsächlich in Kachikau enden wird und nicht bis Savuti oder gar Maun durchgezogen wird. Wie auch immer, ich werde das nächste Mal auf jeden Fall wieder die Strecke über Nogatsaa nehmen.

Ab Kachkau ist derzeit auf jeden Fall wieder alles beim alten. Schnurgerade zieht sich die schmale Tiefsandpiste durch den Mopane-Busch.



Hier zeigte sich mal wieder die Klasse des Landcruisers. Ohne auch nur ein Quentchen Luft ablassen zu müssen, pflügte sich der Wagen ohne jede Schwierigkeit durch den tiefen Sand. Auch das wieder anfahren nach einem Stop bereitete keinerlei Probleme.

Spannend wurde es, als kurz nach Kachikau plötzlich ein Elefant direkt hinter uns aus dem Dickicht rannte und wütend trompetete. Den hatten wir im dichten Busch überhaupt nicht gesehen und hier auch nicht vermutet. Mit Vollgas brachte ich uns schnell aus der Gefahrenzone.

Kurz vor Savuti galt es dann noch, den Savuti-Channel zu durchqueren, der seit über 20 Jahren erstmals wieder Wasser führte.



Zu unserem Camp war es dann nicht mehr weit. Wir quartierten uns kurz ein, stellten unser Auto ab und begaben uns dann mit Johann, der für die Zeit in Savuti unser Guide war auf abendlichen Gamedrive.

Hier jagte dann ein Höhepunkt den nächsten. Johann hatte, während seine Mannschaft das Camp aufbaute, bereits die Umgebung erkundet und führte uns zunächst zu einem Löwenrudel. Die Jungtiere waren munter am spielen, und so machte es viel Spaß die Tiere zu beobachten. So gut sie sich aber auch beobachten ließen, gute Fotos waren mir nicht vergönnt, da sich alles in den Büschen abspielte. Entweder gab es störende Schatten, oder es verdeckten Pflanzenteile zu viel von den Löwen. Von den Schwierigkeiten mit dem Autofocus, wenn ständig irgendwelche Äste davor ragen, mal gar nicht zu Reden.

Danach fuhren wir in das Revier eines Leoparden und hatten auch tatsächlich das Glück, ihn dabei anzutreffen, wie er selbiges markierte, wie es sich für männliche Leoparden gehört. Leider lief auch dieser Leopard die ganze Zeit vor uns her, so dass es wieder nur Rückenansichten gab.



Abschließend hatten wir dann noch im schönsten Licht des ausklingenden Tages das Vergnügen, einem Elefantenbullen ganz nah zu kommen. Ich finde es immer wieder faszinierend, wie entspannt die Elefanten hier in Savuti sind.



Während des Abendessens kamen öfters Elefanten in Sichtweite des Camps vorbei. Als wir dann schon im Zelt waren und gerade zu Bett gehen wollten, fing es plötzlich an, im direkt neben unserem Zelt stehenden Busch zu rascheln. Keine 2m neben unserem Zelt stand ein Elefant und war am futtern. Durch die Zeltfenster konnten wir ihn vom Bett aus bestens beobachten.

Mobiles Zeltcamp von "Pride of Africa"

Bevor ich auf unser Zeltcamp selbst eingehe, möchte ich kurz die Umstände schildern, wie es überhaupt dazu kam, dass wir dort übernachteten.

Ursprünglich hatten wir zwei Nächte im Savuti Elephant Camp gebucht. Einen Monat vor Reisebeginn erhielten wir über unser Buchungsbüro die Nachricht, dass das Savuti Elephant Camp in der Zeit unseres geplanten Aufenthaltes wegen Maintenance geschlossen sei und wir deshalb auf die zum gleichen Unternehmen gehörende Khwai River Lodge umgebucht worden sind. Damit konnten wir uns natürlich überhaupt nicht einverstanden erklären. Zum einen wäre die Anreise von Kasane eine derart lange Strecke, dass wir diesen Tag komplett mit Fahren verbracht hätten. Zum anderen handelt es sich bei dem Gebiet am Khwai um eine ganz andere Landschaft als bei Savuti. Die Landschaft am Khwai ist viel eher mit dem Okavango-Delta zu vergleichen und dorthin geht es ja eh noch.

Nach langwierigen Verhandlungen unseres Buchungsbüros mit den zuständigen Stellen vor Ort, präsentierte man uns als Lösung, für uns ein mobiles Zeltcamp in Savuti zu errichten. Damit wurde die Firma "Pride of Afrika" beauftragt.

Einen faden Beigeschmack hatte die ganze Sache dadurch, dass weder die Ranger vor Ort, noch unser Guide Johann etwas von einer Schließung des Savuti Elephant Camps wussten und wir auch diverse Safari-Fahrzeuge des Lodge-Betreibers "Orient-Express Safaris" mit Gästen antrafen. Mir drängt sich da ein ganz anderer Verdacht auf...

Für all diese Probleme konnte aber "Pride of Afrika" nichts und so will ich jetzt auf deren mobiles Zeltcamp eingehen.

Insgesamt hatte man eine Mannschaft von 4 Personen für uns nach Savuti geschickt. Neben Johann, dem Guide noch Grace als Camp-Chefin und ihre zwei Helfer.

Gewohnt haben wir in einem großen dreiteiligen Safarizelt mit Stehhöhe (sogar für mich, mit meinen 1,96m). Im Sanitärbereich standen Chemietoilette und Eimerdusche zur Verfügung. Selbstverständlich gab es warmes Duschwasser.



Darüber hinaus gab es noch gab es noch ein nach drei Seiten offenes Zelt in dem die Mahlzeiten serviert wurden. Das Campfire war direkt davor.



Das Essen war vorzüglich. Ich war immer wieder erstaunt, was Grace mit einfachsten Mitteln aus frischen Zutaten gezaubert hat. Auch Brot und Brötchen wurden zu jeder Mahlzeit frisch gebacken.

Ein kleiner Wermutstropfen war, dass wir die erste Nacht auf der Savuti-Campsite verbrachten, da für diese Nacht keine HATAP-Campsite mehr verfügbar war.

575,-US$ p.P. full inclusive
Note: 2-
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zuletzt bearbeitet 18. Juli 2013
Themenstarter5'479 Beiträge · seit 200912. Nov. 2010 · #54
Wo ich jetzt so vor dem Rechner sitze und nach Worten für den nächsten Tagesbericht suche, stelle ich fest, dass es wesentlich einfacher ist, über einen Reisetag zu schreiben, als über einen Tag, an dem man "nur" mit Gamedrives beschäftigt war.

19.05.2010 (20.Tag)
Savuti


Die Nacht war eine der kältesten in diesem Urlaub. Entsprechend dick eingemummelt sitzen wir im offenen Safariwagen.

Auch die Tiere haben anscheinend gefroren und suchen jetzt die ersten wärmenden Sonnenstrahlen. Als erstes halten wir direkt neben einer Gabelracke, die noch ganz aufgeplustert ist. So puschelich sieht man diese ansonsten so eleganten Vögel selten.



Nicht viel später entdecken wir eine Familie Zwergmangusten, die sich auf einem umgestürzten Baumstamm ebenfalls dem Sonnenbad hingibt.



Danach fahren wir kreuz und quer durch die Savuti Area, die heute aber wie ausgestorben ist. Da fragt man sich doch, wo die vielen Tiere von gestern Abend abgeblieben sind. Nach einiger Zeit entdecken wir wenigstens einen Elefanten, der sich ausgiebig seiner Körperpflege widmet.



Zum Lunch kehren wir dann in unser Camp zurück, welches aber in der Zwischenzeit von der Savuti Campsite auf eine einsam gelegene HATAP-Campsite am Savuti Channel umgezogen ist. Das war sicher ein hartes Stück Arbeit, in so kurzer Zeit das gesamte Camp auf- und abzubauen und nebenbei noch den hervorragenden Lunch zuzubereiten.

Bis zum Nachmittag verbringen wir die Zeit im Camp, respektive am nahe gelegenen Savuti Channel.



Der Nachmittags-Gamedrive führt uns zur Savuti-Marsh. Die Marsh selbst ist überschwemmt und nicht befahrbar; die am Rand entlang führende Marsh-Road lässt sich aber problemlos befahren. Wir sehen reichlich Weidetiere, aber ohne spektakuläre Erlebnisse. Auch zum fotografieren bietet sich nichts so richtig an, da die Tiere meist weit draußen in der Marsh sind, wo wir ja nicht hinkommen.

Wir sehen einen Landrover, der es versucht hat und jetzt im Schlamm feststeckt. Ein anderer Guide berichtet uns, dass der Fahrer schon seit Stunden versucht frei zu kommen. Hilfe von außen ist nicht möglich, da auch für die anderen Fahrzeuge das Risiko zu groß wäre. Später erfahren wir, dass die Besatzung die Nacht im Auto in der Marsh verbrachte, bevor es ihr am nächsten Morgen gelang, den Wagen zu befreien.

Als sich die Sonne immer mehr dem Horizont nähert, steuern wir den mit Abstand größten Baobab der Umgebung an um dort stilvoll unseren Sundowner einzunehmen.



Da ich jetzt schon seit drei Wochen ohne Klettern auskommen muss, nutze ich die Risse und Wülste der Rinde um wenigstens ein bisschen meiner Leidenschaft zu frönen.

Während wir Savanna dry und GinTonic genießen, versinkt die Sonne in der Marsh, wie in einem See.



Abends beim Dinner dann plötzlich großes Geschrei aus der Küche. Ein Honigdachs hat die Mülltonne geentert indem er einfach im hohen Bogen hinein gesprungen ist. Nur sehr wiederwillig lässt er sich vertreiben und sorgt auch den restlichen Abend für gute Unterhaltung. Immer wieder schleicht er sich in den Küchenbereich und versucht dort etwas zu stibitzen. Vor allem die Mülltonne ist nirgends vor ihm sicher, da wir keine geschlossenen Fahrzeuge haben, in die wir die Mülltonne stellen können. Vor lauter Verzweiflung wird die Mülltonne dann aufs Autodach gestellt, nur um von dort durch den kleinen Räuber bald darauf heruntergeschubst zu werden.

Das Scharmützel zwischen Honigdachs und Küchen-Crew zieht sich noch die ganze Nacht hin. Immer wieder hört man es scheppern und sieht Taschenlampen aufblitzen.
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zuletzt bearbeitet 18. Juli 2013
Themenstarter5'479 Beiträge · seit 200912. Nov. 2010 · #56
Wenn Du noch weitere Fragen zur Strecke, den Unterkünften o.ä. hast, helfe ich gern.
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Themenstarter5'479 Beiträge · seit 200925. Nov. 2010 · #57
20.05.2010 (21.Tag)
Savuti - Kwetsani Camp


Der Flug ins Okavango Delta ging erst Mittags und so nutzten wir die Zeit bis dahin für einen weiteren Gamedrive. Ziel war diesmal das Gebiet nördlich der Marsh, mit den einzigen Hügeln der Umgebung.

Tiere sahen wir leider kaum, wobei ich fairerweise sagen muss, dass man Antilopen eigentlich immer sieht, aber die zählen irgendwann nicht mehr.

Am Leopard Hill gingen wir zu den Bushman Paintings und nutzten dann die Gelegenheit, den Hügel zu besteigen. Von dieser Seite gar nicht mal so einfach. Ein kleiner Felsriegel musste sogar in leichter Kletterei im 3.Schwierigkeitsgrad überwunden werden. Wieder sollte sich zeigen sich, dass der Aufstieg leichter ist, als der Abstieg.

Oben auf dem Hügel gab es sogar ein "Gipfelkreuz" in Form eines Vermessungs-Signals. Die 360° Rundumsicht war grandios. Direkt unter uns konnten wir den Verlauf des Savuti-Channels in Richtung Marsh verfolgen. Einziger Wehmutstropfen war die starke Bewölkung. Bei Sonnenschein wären die Kontouren sicherlich noch besser herausgekommen.



Wieder zurück am Auto, machten wir uns auf den Weg zum Savuti Airstrip. Hier sollte uns ein Buschflieger einsammeln und ins Delta bringen. Unser Auto würde Johann mit nach Maun nehmen, wo wir es nach dem Aufenthalt im Delta wieder in Empfang nehmen wollten.

Wir mussten auch gar nicht lange warten, bis die kleine Cessna landete und wir einsteigen konnten.



Wir rollen zur Startposition und unser Pilot Felix will gerade Gas geben, da tauchen nach etwas mehr als auf der Hälfte der Startbahn Elefanten auf und überqueren einer nach dem anderen die Piste. Eine riesige Herde mit ca. 40 Tieren. Als die endlich durch sind geht es endlich los. Wir sind sind schon sehr schnell unterwegs, da tauchen plötzlich ca. 100m vor uns 3 Nachzügler auf und rennen über die Startbahn um Anschluß an die Herde zu bekommen. Ich habe das Gefühl, mir setzt kurz das Herz aus, so einen Schrecken bekomme ich, doch Felix bleibt cool und zieht den Steuerknüppel voll zurück. Ich wußte bis dahin gar nicht, dass die kleinen Cessnas solch einen steilen Steigflug hinbekommen.

Auch jetzt noch wird mir mulmig, wenn ich beim Tippen dieser Zeilen daran zurück denke. In keiner anderen Situation in Afrika hatte ich solche Angst. Kathrin hat von alldem nichts mitbekommen, da sie in der zweiten Reihe saß und im Gegensatz zu mir (ich saß auf dem Copiloten-Sitz) nicht nach vorne sehen konnte. Manchmal hat Unwissenheit auch Vorteile.

Aus der Luft konnten wir dann auch erkennen, weshalb es so schwierig war Tiere in Savuti zu sehen. Die letzte Regenzeit muß sehr ergibig gewesen sein und überall im Buschland sah man noch Wasserlöcher, so dass die Tiere nicht auf das Wasser der Savuti Area angewiesen waren.

Dann erreichten wir das Delta. Ich war überrascht, wie abrupt der Übergang vom Buschland zum Delta war - kein allmählicher Übergang.

Das Delta aus der Luft hatten wir natürlich schon in Filmen gesehen, aber Live war das dann doch etwas ganz besonderes. Leider war es mir nicht möglich, präsentable Fotos zu machen. Die waren alle milchig und leicht unscharf, da durch die Fenster des Flugzeugs geschossen.

Dann kam der Jao Airstrip in Sichtweite. Das Wasser stand im Delta so hoch wie schon seit Jahren nicht mehr und hatte sogar die Landebahn zu einem Viertel überschwemmt. Vor der Landung flog Felix aber erst einmal im Tiefflug über die Piste um sich über mögliche tierische Hindernisse zu informieren.

Wir wurden schon von unserem Guide für unseren Aufenthalt in Kwetsani erwartet. Er hieß O.P. und war der beste Guide dieser Reise, was einiges heißt, bei den vielen sehr guten Guides, die wir kennengelernt hatten.

Nur 100m vom Airstrip entfernt lag das Boot, mit dem uns O.P. zum Camp brachte. Die Fahrt dauert etwas über eine halbe Stunde.

Im Camp angekommen gab es zunächst eine Kleinigkeit zu essen, bevor wir unsere Hütte bezogen. Dort hatten wir dann auch unser erstes Tiererlebnis, als ein Elefant direkt bei unserer Hütte unter dem Walkway hindurchmarschierte.



Den Nachmittag verbrachte ich lesend auf der Sonnenterasse des Camps, welche direkt an einer weiten Überschwemmungsebene gelegen ist. Auch hier hatte ich immer wieder Tiererlebnisse. Erst sah ich in der Ferne eine Hyäne durchs Wasser ziehen und dann lief eine Elefant keine 10m an mir vorbei.



Für den späten Nachmittag ist dann noch ein kleiner Gamedrive mit Sundowner auf der Camp-Insel angesagt. O.P. warnt uns vor, dass wir nicht mit allzuvielen Tieren rechnen sollen, da die Insel sehr klein ist. Auf den großen Inseln Hunda und Jao werde man die nächsten Tage deutlich mehr sehen. Doch wie heißt es so schon: Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

Wir sind gerade einmal 200m gefahren, da liegt vor uns ein Löwenpärchen, welches sich anscheinend vom Rest des Rudels auf einer der großen Inseln abgesetzt hat um auf Kwetsani ungestört seine Flitterwochen zu verbringen. Sie machen gerade Pause und O.P. fährt bis auf 3m an sie heran. Ich gebe ganz offen zu, dass ich mich in unserem geschlossenen Landcruiser in solchen Situationen erheblich wohler gefühlt habe, als hier im offenen Safarifahrzeug. Ich fühle mich wie ein Appetithäppchen auf dem Präsentierteller.



Bei der weiterfahrt zum Sundownerplatz springt plötzlich direkt vor uns ein Leopard aus einem Baum - flüchtet aber leider sofort ins dichte Unterholz und ward nicht mehr zu sehen. O.P. ist ganz aus dem Häuschen, da er hier auf der Campinsel noch nie einen Leopard gesehen hat.

Sundowner wie immer lecker mit GinTonic.



Bereits auf dem Weg zum Sundownerplatz hatten wir eine Junggesellenherde Impalas gesehen. Als wir jetzt im Dunkeln zum Camp zurückfahren sind die in heller Aufregung. Den Grund dafür sehen wir sogleich, als plötzlich die Löwen aus den Büschen schießen. Diesmal sind die Impalas schneller, aber die Jagd geht weiter. Die Insel ist sehr klein und die Impalas wollen anscheinend um keinen Preis der Welt ins Wasser. So ist es fast so, als hätte man im Zoo die Löwen ins Antilopengehege gelassen. Wir wissen nicht, wie die Nacht ausgegangen ist, für die Impalas wars zumindest extrem stressig. Noch bis zum ins Bett gehen hörte man die Warnrufe durch die Nacht.

Da dieses Kapitel schon jetzt recht lang ist und mir gerade die Zeit ausgeht, gibt es die Beschreibung des Kwetsani Camps erst im nächsten Kapitel.
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zuletzt bearbeitet 18. Juli 2013
Themenstarter5'479 Beiträge · seit 200902. Dez. 2010 · #58
21.05.2010 (22.Tag)
Kwetsani Camp


Unser morgendlicher Gamedrive fand auf Hunda Island statt. Dazu galt es zunächst eine halbe Stunde mit dem Boot durchs Delta zu fahren. Diese Bootsfahrten sind schon für sich gesehen ein Traum. Es geht durch riesige überschwemmte Reetgrasflächen, die von schmalen Kanälen durchschnitten sind. Diese sind meist schmaler als das Boot und schlängeln sich kreuz und quer durch das Delta. Ein wahres Labyrinth, zumal es in dieser flachen Landschaft an eindeutigen Landmarken fehlt.



Auf Hunda Island angekommen wechselten wir in den Geländewagen, was aber nicht hieß, dass wir viel weniger durchs Wasser fuhren. Durch das Hochwasser waren viele Wege überschwemmt. Ich war beeindruckt von der Wattiefe des Landrovers. O.P. fuhr die ganze Zeit barfuß, da das Wasser mehr als knöchelhoch die Pedale umspülte und so manches mal schwappte das Wasser sogar über die Motorhaube.



Tiere gab es nicht allzu viele zu sehen. Am häufigsten noch Red Lechwe, die aber recht scheu waren und uns nur selten nah heran ließen. Ansonsten eine Menge Vögel.



Für den Nachmittag stand dann eine Mokoro-Tour an. Aus Umweltschutzgründen verwendet das Kwetsani Camp Glasfieber-Mokoros anstelle der traditionellen aus Holz. Optisch ist das Holzdesign aber so gut gemacht dass man den Unterschied kaum wahrnimmt. Sie sind auch genauso kippelig, wie die Originale.

Im Mokoro erlebt man das Delta ganz anders als im Auto oder im Motorboot und das liegt nicht nur an der Stille. Auch die tiefe Sitzposition und die Langsamkeit sorgen dafür, dass man die nähere Umgebung viel intensiver in sich aufnimmt.



Während ich noch damit beschäftigt bin die Seerosen zu fotografieren lässt mich plötzlich einsetzender Lärm fast vor Schreck aus dem Boot fallen. Ich kann die Geräusche nicht zuordnen und durch die tiefe Sitzposition zunächst auch nichts sehen. Aber O.P. beruhigt uns sofort - es ist nur eine Herde Lechwes, die durchs Wasser rennen. Gleich darauf kann ich sie auch sehen.
Ich habe schon häufig Lechwes durchs Wasser laufen sehen, aber bislang nie wahrgenommen, welchen Lärm die Tiere dabei machen.

Danach wird der Blick wieder aufs Detail gelenkt. Ein seeeehr kleiner Frosch besucht uns in unserem Mokoro. In keiner anderen Situation als im Mokoro hätte ich diese winzige Tier bemerkt. Er war noch nicht einmal einen Zentimeter lang.



Es bleibt eine Fahrt der Kontraste. Kaum ist der Frosch wieder ins Wasser verschwunden, sehen wir einen Elefanten. Natürlich halten wir im Mokoro viel mehr Abstand als mit einem Auto; trotzdem erscheint er aus der Froschperspektive viel größer als sonst. Wie mag sich der kleine Frosch auf meinem Ärmel gefühlt haben?

Die Zeit war wie im Fluge vergangen und wir machten uns in der einsetzenden Dämmerung auf den Weg zurück und zum Sundowner.



Kwetsani Camp

Das Kwetsani Camp liegt in zentralen Delta in der Jao Konzession Area. Vom Jao Airstrip ist man noch eine halbe Stunde mit dem Boot unterwegs. Während des Hochwassers befindet sich die Lodge auf einer sehr kleinen Insel, die nicht größer als das Lodgegelände ist. Während der Trockenzeit verwandeln sich die überschwemmten Reetgraswiesen in Savanne.

Alle Gebäude der Lodge sind auf Stelzen gebaut und durch Walkways miteinander verbunden.

Es gibt nur 5 Hütten, so das maximal 10 Gäste beherbergt werden können. Die Hütten haben ein Reetdach und Außenwände aus Canvas. Vor den Hütten eine große Veranda.



Die Innenausstattung ist edel und lässt keine Wünsche offen.



Der zentrale Bereich, in dem auch die Mahlzeiten eingenommen werden ist zur Flutebene hin offen, aber durch ein Reetdach geschützt. Hier steht auch ein sehr gutes Teleskop zur Tierbeobachtung. Direkt an der Flutebene Pool und Sonnenterasse.



Das Personal ist sehr herzlich und die Verpflegung lässt keinerlei Wünsche offen. Auch zwischen den offiziellen Mahlzeiten werden immer wieder Häppchen und Appetizer gereicht - ein Schlaraffenland.

Mit O.P. hatten wir den besten Guide dieser Reise.

Das Verwalter-Paar der Lodge kam aus Norddeutschland und so kamen wir häufig auch mal tiefer ins Gespräch und erfuhren so interessante Detail, was es heißt, hier in der Wildnis solch eine Unterkunft am laufen zu halten.

1.580,-US$ p.P. für zwei Nächte incl. Flug und full inclusive
Note: 1-
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zuletzt bearbeitet 18. Juli 2013
Themenstarter5'479 Beiträge · seit 200907. Dez. 2010 · #59
22.05.2010 (23.Tag)
Kwetsani Camp - Ghanzi


Heute ist leider schon wieder Abreisetag aus dem Delta. Unser morgendlicher Gamedrive findet deshalb auf Jao Island statt, wo sich auch der Airstrip befindet. Das bedeutet zunächst einmal wieder eine längere Bootsfahrt, was ich immer sehr genieße.

Zunächst zeigt sich nur wenig Wild - hin und wieder eine Antilope, das war's an Säugetieren. Die Vogelwelt präsentiert sich dafür in voller Pracht, wie man es aus dem Delta gewohnt ist.



Wir sind schon fast am Airstrip angekommen, da entdeckt O.P. ein kleines Löwenrudel. Ein Löwe liegt zusammen mit seinen beiden Frauen tief im Schatten einiger Büsche. Zum beobachten noch OK, zum fotografieren aber leider nicht geeignet. Zum Rudel soll auch ein erst wenige Wochen alter Wurf gehören, die wurden aber anscheinend gut versteckt. Sehr schade!

Unser Weiterflug geht nach Maun. Diesmal haben wir eine etwas größere Maschine. Was aber viel wichtiger ist, dieser Flieger hat deutlich klarere Scheiben, so dass die Luftbilder des Deltas erheblich besser geworden sind, als beim Hinflug (wenn auch noch immer weit entfernt von guter Qualität). Ich kann mich gar nicht satt sehen an diesem Labyrinth aus Kanälen, Wasserflächen, Inseln, Reetgraswiesen und Wildwechseln. Da wir unterwegs noch eine Zwischenlandung machen, fliegen wir die ganze Zeit recht niedrig, so dass man auch die Tierwelt gut ausmachen kann.



Unseren Zielflughafen in Maun kann man schon von weiten erkennen. Dieser ist derzeit eine Großbaustelle. Man baut eine gigantische Start- und Landebahn. Den Ausmaßen nach zu urteilen, reicht sie auch für Interkontinentalflüge. Was hat man hier vor?

Die Übergabe des Autos klappt perfekt, der Wagen ist sogar gewaschen. Jetzt nur noch kurz tanken und dann kann es weiter gehen. Leider wird es aus dem nur mal kurz nichts - es gibt kein Diesel. Auch die nächsten drei Tankstellen haben kein Diesel - was ist denn hier los? Erst auf der letzten Tankstelle werden wir fündig. Keine Ahnung, ob wir mit unserem restlichen Sprit noch bis zur nächsten Tankstelle gekommen wären.

Die Straße nach Ghanzi ist in perfektem Zustand. Trotzdem muss man die ganze Zeit sehr aufmerksam fahren, da ständig Vieh auf der Straße unterwegs ist.

In Ghanzi verlassen wir den Asphalt und fahren noch ca 30km auf dem alten Gravelpad richtung Namibia, bis wir zum Abzweig zu unserer heutigen Unterkunft kommen, der Motswiri Lodge in der Kanana Wilderness.

Doch was hängt dort für ein Zettel am Viehgatter, auf dem groß unser Name steht? Zu unserem erschrecken lesen wir, dass die Lodge durch Starkregen überflutet und erheblich beschädigt wurde. Derzeit sei die Lodge zur Reparatur geschlossen, man habe aber eine Unterkunft für uns organisiert. Wir sollen zunächst zum Farmhaus fahren. Ich war gespannt.

Man hatte dann für uns zwei Häuser und den Speiseraum einer in der Nähe befindlichen und derzeit geschlossenen Lodge aktiviert; der Name war Mekaukau Lodge oder so ähnlich. Muss eine ganz schöne Arbeit gewesen sein, denn das gesamte Interieur incl. Betten musste von Motswiri dorthin gebracht werden. So fehlte natürlich die Gemütlichkeit anderer Lodges, aber alles war sauber und ordentlich, das Personal freundlich und das Essen gut. Am Lagerfeuer unter dem Sternenhimmel der Kalahari, waren dann die Einrichtung der Lodge eh egal.

Aufgrund dieser besonderen Situation verzichte ich bei dieser Unterkunft auf eine detaillierte Beschreibung und Beurteilung und füge lediglich zwei Bilder bei.



Vielleicht erkennt ja jemand die Lodge und kann mir den genauen Namen mitteilen.
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zuletzt bearbeitet 18. Juli 2013
630 Beiträge · seit 200807. Dez. 2010 · #60
Hallo Topobär,

dass der See neben der Motswiri Lodge die Zelte im Frühjahr überschwemmt hatte, ist mir bei unserem Besuch im August schon erzählt worden. Ich wusste aber noch nicht, dass die ganze Lodge geschlossen war.

Der Flughafen von Maun wird massiv erweitert. Ich habe gehört, dass gerade eine neue Start- und Landebahn mit 3,7 km Länge gebaut wird.

Viele Grüße

Klaus
Der Tourist zerstört, was er sucht, indem er es findet. (Hans Magnus Enzensberger)