Zimbabwe "Bad Reports"

21 Antworten · 5'942 Aufrufe · gestartet 03. Mai 2010 von Tomcat
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Themenstarter1'155 Beiträge · seit 200603. Mai 2010 · #1
Nach den vielen "Bad Reports" die ich nun über Zimbabwe gelesen habe, schein es angebracht auf einen Besuch zu verzichten.

Grenzschikanen, Überfälle etc ....

http://www.4x4community.co.za/forum/showthread.php?t=50960


Das 4*4 Forum aus RSA kommt mir einges kompetenter rüber, als das Namibia Rundreiseforum.

Gruss Beat
3'766 Beiträge · seit 200603. Mai 2010 · #2
Tomcat schrieb:
Nach den vielen "Bad Reports" die ich nun über Zimbabwe gelesen habe, schein es angebracht auf einen Besuch zu verzichten.

Grenzschikanen, Überfälle etc ....

http://www.4x4community.co.za/forum/showthread.php?t=50960


Das 4*4 Forum aus RSA kommt mir einges kompetenter rüber, als das Namibia Rundreiseforum.

Gruss Beat
Hallo Beat,

ich kenne www.4x4community.co.za auch, es hat da wirklich zu vielen Dingen sehr gute Infos, keine Frage!

Ein kleines Manko aber besteht jedoch schon, die Erfahrungen die ein Südafrikaner mit seiner südafrikanischen Mentalität mit den Behörden in Zimbabwe macht, dürften gelegentlich nicht die selben sein, wie sie ein Oversea-Tourist macht.

Ich stelle nicht in Frage das in Zimbabwe einiges im Argen liegt, doch Aussagen von Südafrikanern (auch meiner Freunde) bedürfen gelegentlich einer Hinterfragung.

Gruss Kurt
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zuletzt bearbeitet 03. Mai 2010
Themenstarter1'155 Beiträge · seit 200603. Mai 2010 · #3
Hallo Kurt einverstanden.

Ich weiss wie die Springbocks ticken, oft nicht sehr Afrikakompatibel.

Aber wenn sie wiedergeben wie die Grenzformalitäten , mit stundenlangem warten
und Bestechung und Willkür abläuft, dann bin ich geneigt ihnen zu glauben.

Viele Reports sind aber von Zimbabwern geschrieben und die sind auf jeden
Fall interessant, gerade was Kriminalität angeht.

Gruss Beeat
41 Beiträge · seit 200903. Mai 2010 · #4
Hallo Beat,

danke für Deinen Beitrag, aber das kann ich so wirklich nicht stehen lassen.

Ja die Grenze Beitbridge ist zur Zeit wieder einmal chaotisch. Und ja, es ist nicht ratsam, die Rastplätze auf der Hauptstrecke Richtung Harare anzufahren und dort zu halten.

Deswegen aber das ganze Land zu verdammen und zu meiden halte ich für falsch. Ich bin letztes Jahr im September/Oktober 5 Wochen allein mit einem Mietwagen in Zimbabwe herumgefahren: von Chobe kommend über die Grenze nach Victoria Falls, dann Hwange, Bulawayo, Matopos, Gonarezhou, Chimanimani, Vumba, Nyanga, Marondera, Harare, Kariba, Chizarira und zurück nach Victoria Falls.

Auf dieser Strecke habe ich an unzähligen Polizeiposten und Toll Gates gehalten, es wurde mir nur Freundlichkeit entgegen gebracht, auch die Polizei war freundlich und korrekt. Der Grenzübergang bei Victoria Falls war wirklich problemlos und wiederum ist alles korrekt und mit rechten Dingen zugegangen. Auch der Grenzübergang Plumtree nach Botswana ist vollkommen in Ordnung.

Wer sagt, ich habe nur Glück gehabt, dem kann ich nur entgegnen, dass ich seit 1990 regelmäßig nach Zimbabwe fahre und sogar 2008 mehrmals allein im Land war, ohne dass ich auch nur im Geringsten Schwierigkeiten hatte.

Wenn Du die Antworten auf den Beitrag liest, zu dem Du verlinkt hast, dann wirst Du sehen, dass da auch einige so antworten, wie ich das hier tue. Ich persönlich halte Südafrika für wesentlich gefährlicher als Zimbabwe. Bis auf wenige Ausnahmen ist die Gewaltkriminalität, von der man in Südafrika tagtäglich liest, in Zimbabwe noch lange nicht so weit verbreitet, insbesondere auch nicht gegen Touristen gerichtet.

In vielen Dingen mag das südafrikanische Forum kompetenter sein, als dieses hier. Foren leben von der Kompetenz ihrer Mitglieder. Hier scheinen mir einige Mitglieder zu sein, die sich sehr wohl gut auskennen und vor allem in der Lage sind, spezielle Fragen zu beantworten, die europäische Reisende betreffen, z.B. Visa- Anfragen.

Eine weitere Anmerkung: besonders was Grenzübergänge und Polizeiposten betrifft, kommt es sehr auf den Ton an, mit dem man in den Wald hinein ruft, wenn ich hier mal zwei stehende Redewendungen durcheinander würfeln darf. Wenn man also völlig genervt auf die Menschen zugeht, was ich oft besonders bei eiligen/hektischen südafrikanischen und europäischen Reisenden beobachte, dann braucht man sich wirklich nicht zu wundern wenn man kein Lächeln als Antwort bekommt. Wer entspannt und freundlich ein Schwätzchen hält während die Papiere gestempelt werden und den Beamten hinter dem Schalter oder am Straßenrand zeigt, dass man sie als Mitmenschen betrachtet, die einen anstrengenden Job machen, dann sieht die Welt gleich ganz anders aus.


Viele Grüße und noch einen schönen Tag,

Sabine
3'766 Beiträge · seit 200603. Mai 2010 · #5
Hallo Beat,

ich gehe davon aus das ich nicht zu den Tagträumern dieser Welt gehöre. Des weitern bin ich (so hoffe ich) in der Lage good ans bad news kritisch zu hinterfragen.

Es wäre sehr interesannt für mich mit dir mal einen plaudertag zu halten ich denke wirlich mal einen Stammtisch nähe Basel abzuhalten zu müssen.

Zu den Springbocks und den Buren.

ich war des öfteren schon dabei wenn wir mit einheimischen Weissen an einer Polizeikontrolle angehalten wurden.

Mann o Mann, die haben einen Blick drauf (selbstverständlich nicht alle) das kannst du dir nicht antrainieren, das ist angeboren, will sagen der Beamte weiss ohne Worte was gedacht wird

🤩

Nur ich als Touri, der nicht im südlichen Afrika leben muss, bin ich vorsichtig mit einem (Vor)urteil.

Gruss Kurt
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Themenstarter1'155 Beiträge · seit 200603. Mai 2010 · #6
Hallo Sabine

Danke für die Info

Ich verdamme das Land nicht. Ich provoziere nur etwas mit solchen Beiträgen um Reaktionen wie
von Dir zu bekommen. Die Grenzen von Zimbabwe nach Botswana oder Zambia scheinen
ja relativ easy zu funktionieren

Ich schätze die Menschen aus Zimbabwe, die kommen sehr freundlich und aufgeschlossen rüber. Viele arbeiten in Südafrika und sind dort gerne gesehen, weil sie motivierte Mitarbeiter sind.

@Kurt ... ich kenne die weisse Arroganz dort unten, voll daneben : -(... Plaudertag wird eher schwierig....mal sehen, bin selten hier... muss einmal mein Profil ändern ...

Gruss Beat
365 Beiträge · seit 200603. Mai 2010 · #7
Kann mich Sabine nur anschliessen!

Wir hatten ebenfalls KEINERLEI Probleme-egal ob an den Grenzen, an toll gates oder sonst irgendwo! ALLE waren immer total aufgeschlossen und super freundlich zu uns! Von Schikane oder Willkür keine Spur.


Aber auch dies sind nur subjektive Erfahrungen die wir in einem wunderbaren Land gemacht haben wo sicherlich "einiges im Argen liegt" (Kurt).


Ich hoffe das wir Ende des Jahres wieder nach Zimbabwe reisen können! 😉

VG Jörg
Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, war vor 20 Jahren; die zweitbeste Zeit ist: HEUTE "Afrika hat seine Geheimnisse und selbst ein weisser Mensch wird diese nie verstehen. Er kann sie aber respektieren." Miriam Makeba One elephant is killed every 15 minutes www.iworry.org
Gast03. Mai 2010 · #8
Hallo,
ich hab so festgestellt: je zivilisierter das Nachbarland, je gesitteter die Grenzabfertigung. Je afrikanischer das Nachbarland, je chaotischer (afrikanischer) die Grenzabfertigung.

zb. Zim - Bots: super
Zim - Mozabmik 2005 Katastrophe

PS: Die Südafrikaner sind halt in vielen Ländern nicht soooo gern gesehen. Hab mal einen getroffen,der war mir ner Truppe von einigen Autos in Angola.(war 2006)Denen haben die die Autos bis auf die kleinste Plastikschachtel kontrolliert - haben wohl 15 Std. an dem Grenzübergang zugebracht. (10 Autos...)

Gruß

Aber soll man nicht auch in Nam die Rastplätze vermeiden?
2'338 Beiträge · seit 200703. Mai 2010 · #9
Hallo zusammen

Was ich in diesen Forum vor allem vermisse, ist das Mitgefühl für die vielen enteigneten und geschundenen weissen Farmer. Es wird immer nur über die armen, hungernden aber auch wahnsinnig netten Schwarzen berichtet. Aber schließlich waren es ja sie , welche Mugabe unbedingt wollten. Es gab sogar mal ein Lied “Bobby Mugabe, King of Zimbabwe”, welches auch bei uns anfangs der 80er Jahre endlos im Radio zu hören war.

Man muss sich im Klaren sein, dass Mugabe auch heute noch sehr viele Anhänger hat. Man hat den Schwarzen jahrelang eingeredet, dass die Weissen an ihrer Armut Schuld seien. Sie sind “obrigkeitshörig” und haben kaum eine eigene Meinung. Ausgenommen natürlich diejenigen, welche in der Tourismusbranche arbeiten, da sie dadurch ein Einkommen haben. Also ich habe ganz ehrlich gesagt mit den Weissen mehr Mitleid als mit den Schwarzen.

Wir sind vor einigen Jahren mal in Mosambik in einen fürchterlichen Zyklon geraten. Irgendwann konnte niemand mehr weiterfahren, da bis zum Horizont die gesamte Gegend unter Wasser war. Es stauten sich immer mehr Fahrzeuge und allen war klar, dass man hier übernachten musste. Wir suchten uns neben der Strasse ein kleines, ebenes Plätzchen und ein Weisser, welcher zwei Schwarze dabei hatte gesellte sich zu uns. Es war ein Farmer aus Zimbabwe, welcher gerade enteignet und von seiner Farm vertrieben worden war. Seine Frau war mit den beiden Töchtern nach England geflüchtet und er wollte völlig mittellos zusammen mit seinen treuen Mitarbeitern in Mosambik etwas Neues aufbauen. Der einzige Lebensmittelproviant, den sie dabei hatten, war ein Sack Maismehl. Da wir zufällig 3 Stück Fleisch und etwas Salat dabei hatten, luden wir ihn zum Essen ein. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie hungrig er war. Zum Schluss hat er sogar noch die Salatsauce getrunken. Dieses Erlebnis und auch seine traurige Geschichte, die er uns erzählte, hat uns zutiefst erschüttert. Wir haben ihn nie mehr vergessen können. Zum ersten Mal erlebten wir hautnah, wie einem Menschen zumute ist, der alles, aber auch gar alles verloren hat. Bei einem späteren Besuch in Mosambik suchten wir ihn sogar, da er uns erzählt hat, dass er um Vilanculos ein Stück Land sucht, konnten ihn aber leider nicht finden.

Grüessli Erika
Meine Reiseberichte: 1971: Mit dem VW-Bus von Kapstadt bis Mombasa http://www.namibia-forum.ch/forum/132-reiseziele-tipps/197270-unterwegs-in-den-1970er-jahren.html?start=120 2013: Durch den wilden Westen Tansanias (Am Anfang war die Hülle) http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/278559-am-anfang-war-die-huelle.htm 2013: Nordmosambik, mal schön - mal hässlich + ein Stück Südtansania http://www.namibia-forum.ch/forum/150-diverses/279223-reisebericht-nordmosambik-mal-schoen-mal-haesslich.html 2014: Auf bekannten und unbekannten Pfaden durch Tansania http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282862-auf-bekannten-unbekannten-pfaden-durch-tansania.html 2015: Eine Reise wird zum Alptraum/Kenia http://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/285693-eine-reise-wird-zum-alptraum.html
499 Beiträge · seit 200603. Mai 2010 · #10
@Erika:
hatten die beiden Schwarzen, die bei ihm waren, keinen Hunger?
Ich bin ebenfalls nicht mit dem Rassismus, der den Weissen plötzlich entgegengeschlagen ist, einverstanden. Auch ich habe einen Freund, dessen eltern in Simbabwe enteigenet wurde und der mit seiner Familie nach Neuseeland geflüchtet ist.
Sowas ist furchtbar, egal wer wen enteignet oder umbringt. Machtpolitik läuft überall auf der Welt nach dem gleichen Schema ab. Man muss nur nach Südamerika schauen...
Aber man sollte nicht vergessen, dass wir Weissen in Afrika nicht die Ersten Eingeborenen waren...
Tobias
3'766 Beiträge · seit 200603. Mai 2010 · #11
Erika schrieb:
Zum ersten Mal erlebten wir hautnah, wie einem Menschen zumute ist, der alles, aber auch gar alles verloren hat. Grüessli Erika

Ahmmm... sorry liebe Erika,

aber wie ist es mit den Schwarzen die gar nie etwas besassen das sie hätten verlieren können???

Ich möchte nun wirklich nicht einzelne weisse Schiksale abtun,
aber für viele Schwarze war's unter den Weissen auch nicht besser, oder?

Und nun lassen wir der kommenden Diskussion freien lauf

Gruss Kurt
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Gast03. Mai 2010 · #12
Hallo zusammen,
ich muss Sabine voll und ganz recht geben,
die Ton und der Wald.

Auch uns wurde am jeder offiziellen
(Tollgates gabs im Juni 09 noch nicht)
und inoffiziellen Stelle nur Freundlichkeit
und Toleranz und viel Neugier entgegengebracht.

Nehmt die kleinen Grenzübergänge wie Pandamatenga und Kazungula,
und alles ist i.O.

SUPPORT ZIMBABWE!

Viele Grüße,

Beate
658 Beiträge · seit 200703. Mai 2010 · #13
Southerndreams schrieb:
SUPPORT ZIMBABWE!

Viele Grüße,

Beate
Ja, Beate,
unterstütze den brutalsten Diktator. Der seine eigenen Landleute foltert und versklavt, von den Weißen gar nicht zu sprechen.
Der das reichste Land Africas in den Bankrott getrieben hat.
Jetzt wundert mich nix mehr, daß du nix mitkriegst, was in RSA um dich herum passiert !!!
Unterstütze das nur !!
Wer das tut, ist meiner Meinung nach, Mitschuld am Tod tausender.
Mitschuld an Mord und anderen Greueltaten.
Ich kann nur den Kopf schütteln, mir fehlen die Worte.

Wünsche Dir nur, daß dir auf deinen Reisen nix passiert.

Wie war das doch gleich noch mit den Bauern und den Kartoffeln ??

Grüßle

Ralf
Grüßle Ralf
zuletzt bearbeitet 03. Mai 2010
2'338 Beiträge · seit 200703. Mai 2010 · #14
Tobias
Auf diese Frage hab ich richtig gewartet. Da ich nicht allzu ausschweifend werden wollte, hab ich in meinem Beitrag auch nicht erwähnt, dass die Schwarzen zusätzlich die Ration Maismehl von ihrem weissen Boss bekommen haben. Sie waren sehr zufrieden und haben die ganze Nacht lang ein Feuer in Gang gehalten und uns bewacht. Am Morgen bekamen sie von uns auch noch ein grosses Stück Brot (unser letztes), reicht dir diese Erklärung ? Ich möchte hier nämlich keine Romane schreiben.

Kurt
Es ist allgemein bekannt, dass es zehntausenden von Schwarzen unvergleichlich viel besser ging, als die Weissen noch funktionierende Farmen besassen. Als die Farmer enteignet wurden, mussten auch die vielen Arbeiter mitsamt ihren Familien die Grundstücke verlassen. Sie standen nun ohne Einkommen auf der Strasse. Klar haben sie materiell gesehen nicht so viel verloren wie die Weissen, aber sie hatten ein Daheim und nun haben sie und ihre Familien gar nichts mehr.

So, nun warte auch ich auf eine angeregte Diskussion.

Grüessli Erika
Meine Reiseberichte: 1971: Mit dem VW-Bus von Kapstadt bis Mombasa http://www.namibia-forum.ch/forum/132-reiseziele-tipps/197270-unterwegs-in-den-1970er-jahren.html?start=120 2013: Durch den wilden Westen Tansanias (Am Anfang war die Hülle) http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/278559-am-anfang-war-die-huelle.htm 2013: Nordmosambik, mal schön - mal hässlich + ein Stück Südtansania http://www.namibia-forum.ch/forum/150-diverses/279223-reisebericht-nordmosambik-mal-schoen-mal-haesslich.html 2014: Auf bekannten und unbekannten Pfaden durch Tansania http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282862-auf-bekannten-unbekannten-pfaden-durch-tansania.html 2015: Eine Reise wird zum Alptraum/Kenia http://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/285693-eine-reise-wird-zum-alptraum.html
3'766 Beiträge · seit 200603. Mai 2010 · #15
Erika schrieb:
Tobias


Kurt
Es ist allgemein bekannt, dass es zehntausenden von Schwarzen unvergleichlich viel besser ging, als die Weissen noch funktionierende Farmen besassen.

Grüessli Erika
Dieses Argument höre ich oft!

Nur weil weisse Farmer grosszügigerweise den Schwarzen Nahrung zum Überleben gegeben haben, macht es die weissen Farmer noch lange nicht zu Wohltätern der Nation.

Sorry, mit ein Grund das Menschen wie Mugabe an die Macht kommen ist wohl das es den meisten halt doch nicht so gut ging.

Genau dieses Verhalten der ehemaligen Grundbesitzer schafft doch den Nährboden in der Bevölkerung, das die Menschen scharenweise in die Hände dieser ehemaligen Freiheitskämpfer trieb.

Das die einfachen Leute zweimal verarscht wurden und es ihnen unter Mugabe noch schlechter geht ist eine andere eine wirklich traurige Geschichte.

Stell dir bitte mal vor, wir in der Schweiz würden von Hellblauen kolonialisiert, wir hätten nicht ausser etwas Kleidung und regelmässig was zu essen, wie lange würde es dauern bis wir einem Willhelm-Tell nachrennen würden wenn uns dieser eine bessere Zukunft ohne die Besatzer verspräche?

Sorry, die Grosszügigkeit der Weissen bestand mehrheitlich in der eigenen Bereicherung.

Das die jetztigen Machthaber statt hellgrün, dunkerosa sind
macht für den Hungernden leider keinen grossen Unterschied.

Im prinzip haben die weissen einen Mugabe erst möglich gemacht.

Gruss Kurt

PS
siehe Namibia, ein Farmarbeiter bekommt gerade mal ein Almosen für seine Arbeit, er kann sich nichts zur Seite legen und lebt von Monat zu Monat ohne eine Aussicht auf eine bessere Zukunft.

Was glaubst du wie lange es noch geht bis die SWAPO und vor allem die SWAPO-Jugendliga die Schnur zum Pulverfass anzündet?

Und es werden ihnen Viele folgen, auch wenn es ihnen danach noch schlechter ginge.

Gruss Kurt
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zuletzt bearbeitet 03. Mai 2010
499 Beiträge · seit 200603. Mai 2010 · #16
@ Erika:
Ich habe mir sowas gedacht. Das ist ein Detail, dass man bei einer solch hitzigen Diskussion nicht vergessen sollte. Du hast, ob gewollt oder nicht, sehr provokant geschrieben. Man kann bei diesem Thema wahrscheinlich alle in einen Sack stecken, draufhauen und man trifft nie den Falschen...
Ich würde nie etwas gegen die Weissen sagen, die enteignet und vertrieben wurden. Dies begründet sich in einer populistischen und korrupten Politik. Allerdings wiegt das Erbe der Weissen in Schwarzafrika schwer. sonst hätte es nicht so einen Flächenbrand gegeben. Ich erlebe auch heute noch genug Weisse, die ihre Hausangestellten fast wie Sklaven behandeln. Vor zwei Wochen habe ich in Windhoek am Nachbartisch neben alten "Südwestern" gesessen und unfreiwillig deren Hymnen auf die guten alten Zeiten gehört.
Man wird bei diesem Thema immer zwei Lager finden, von dem jedes in Anspruch nimmt, Recht zu haben. Ich wollte Dich jedenfalls nicht persönlich angreifen.

@ alle:
Mugabe muss man sicher nicht unterstützen. Er hat die kornkammer afrikas zu einem der ärmsten Länder der Erde gemacht. aber im Rahmen des Tourismus kommt eben doch auch der einfachen Bevölkerung Geld zu. Und denen muss man doch ermöglichen, zu sehen und zu begreifen, dass es auch anders geht. Ohne korruption und Gewalt!
Tobias
2'338 Beiträge · seit 200704. Mai 2010 · #17
Lieber Kurt

Du schriebst:

Sorry, die Grosszügigkeit der Weissen bestand mehrheitlich in der eigenen Bereicherung.

Aha, du gehörst auch zu denen, die behaupten, den Afrikanern gehe es nur deshalb so schlecht, weil sie zuvor von den Weissen ausgebeutet wurden. Die meisten afrikanischen Länder sind vor fast 50 Jahren unabhängig geworden (Zimbabwe vor 30 Jahren). Seit dieser Zeit wurden Milliarden an Entwicklungshilfe in diese Länder gepumpt, mit dem Resultat, dass es praktisch allen noch schlechter geht, als vor der Unabhängigkeit. Du vergisst, dass man ihnen in den meisten Fällen eine relativ gut ausgebaute Infrastruktur, wie Stromversorgung, Staudämme, Strassen, Flugplätze, Häfen, Spitäler, Schulen etc. hinterlassen hat. Mit so viel Unterstützung und nach so vielen Jahrzehnten hätte man doch wirklich hoffen dürfen, dass sie es nun aus eigener Kraft schaffen, aus der immer größer werdenden Misere herauszukommen, aber nein, das Gegenteil ist der Fall. Ich muss dir hoffentlich nicht erklären, dass es in der Zwischenzeit auch viele sehr reiche Schwarze gibt, welche Personal beschäftigen. Glaubst du etwa, dass diese ihre Leute besser bezahlen als die weissen Arbeitgeber? Oder was ist mit Aethiopien? Dieses Land war eigentlich nie eine Kolonie, empfängt Unmengen an Entwicklungshilfe und schafft es einfach nicht, aus der Armut herauszukommen.

Glücklicherweise gibt es nun aber auch immer mehr Afrikaner, welche das Argument, die Kolonialherren seien Schuld an Afrikas Misere, strikt ablehnen. Hoffen wir, dass diese Leute eines Tages an die Macht kommen und dann ihr Schicksal endlich ohne diese ständigen Schuldzuweisungen selbst in die Hand nehmen.

Wir haben in Zimbabwe oft mit älteren Menschen gesprochen, welche sich gut an die Zeiten erinnern konnten, als das Land noch Rhodesien hieß. Alle haben uns gesagt, dass es ihnen damals viel besser gegangen sei als heute. Zimbabwe wurde nach der Unabhängigkeit als Musterstaat, der es nun der ganzen Welt zeigen werde, was die Afrikaner zu leisten fähig seien, angepriesen. Was daraus geworden ist, sieht man ja nun.

Schönen Tag und Grüessli
Erika
Meine Reiseberichte: 1971: Mit dem VW-Bus von Kapstadt bis Mombasa http://www.namibia-forum.ch/forum/132-reiseziele-tipps/197270-unterwegs-in-den-1970er-jahren.html?start=120 2013: Durch den wilden Westen Tansanias (Am Anfang war die Hülle) http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/278559-am-anfang-war-die-huelle.htm 2013: Nordmosambik, mal schön - mal hässlich + ein Stück Südtansania http://www.namibia-forum.ch/forum/150-diverses/279223-reisebericht-nordmosambik-mal-schoen-mal-haesslich.html 2014: Auf bekannten und unbekannten Pfaden durch Tansania http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282862-auf-bekannten-unbekannten-pfaden-durch-tansania.html 2015: Eine Reise wird zum Alptraum/Kenia http://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/285693-eine-reise-wird-zum-alptraum.html
3'766 Beiträge · seit 200604. Mai 2010 · #18
Liebe Erika,

ich bin mir der vielschichtigen Probleme Afrikas sehr bewusst. Eine Bitte, versuchen wir hier nicht mehrere Länder miteinander zu vergleichen, das würde vor allem mein Wissen über Afrika bei weitem übersteigen und wäre wie Grichenland mit Deutschland zu vergleichen 🙂

Erika meinst du den allen Ernstes die Weissen waren alles nachkommen Mutter Theresas?

Was meinst du stand im Vordergrund als die Europäer sich den Kontinent aufteilten, der Wunsch den Afrikanern nur das allerbeste zukommen zu lassen?

Nein es war vorrangig der Wunsch nach Macht und Reichtum nicht mehr nicht weniger.

Dass es in der postkolonialen Zeit schief lief ist eine andere Geschichte, eine Afrikanische, ihre Geschichte.

Noch eine Frage,
denkst du das 480 Rand die ein Farmarbeiter verdient plus etwas Lebensmittel plus eine Wellblechbaracke grosszügig genug sind von den Weissen Farmbesitzern um Söhne wie Mugabe in Südafrika und Namibia in Zukunft zu verhindern. Sind 480 Rand wirklich etwas wofür die Schwarzen auf immer den Weissen dankbar sein müssen? Aber sie haben ja die Strassen die die Weissen bauen, nur zu dumm das sie sich kein Fahrad oder Auto leisten können um diese zu nutzen 😉

Ich finde was die heute Machthaber machen nicht wirklich gut aber so tolle war die Vergangenheit wohl auch nicht 🙂

Gruss Kurt
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zuletzt bearbeitet 04. Mai 2010
71 Beiträge · seit 200804. Mai 2010 · #19
Hallo Kurt,

ich muss dich da ein bisschen korrigieren. Der Monatslohn eines Farmarbeiters liegt nicht bei 480 NamDollar monatlich, sondern bei 1000-1100 NamDollar. Die genaue Höhe hängt von der monatlichen Fleischration ab. Dann möchte ich dich noch darauf hinweisen, dass diese Löhne von der sehr einflussreichen Farmarbeitergewerkschaft mit dem Farmerverband ausgehandelt wurden. Es handelt sich also zweifelsfrei um Tariflöhne für ungelerntes Personal. Hinzu kommt, dass auf vielen Farmen das Wasser sowie der elektrische Strom kostenlos sind. Gerade der Strom ist inzwischen
ein erheblicher Kostenfaktor, seit man zwischen Nampower und Endverbraucher einen Zwischenhändler namens Cenored eingeschaltet hat.
Farmarbeiter ist unter den ungelernten Arbeitern, die arbeiten wollen, ein begehrter Beruf.
Deutlich problematischer ist die Situation der Vielzahl von Ungelernten z.B. bei den Stadtverwaltungen (Müllabführ, Straßenreinigung usw.) Sie haben vergleichbare Löhne, zahlen aber in der Regel Miete, Wasser und Strom. Ihre Arbeitgeber aber sind nicht weiß, sondern in den meisten Fällen schwarz.


Noch nen schönen Abend
kwh
0
3'766 Beiträge · seit 200604. Mai 2010 · #20
Hallo KWH,

danke für die Berichtigung, ich hatte an anderer Stelle schon mehrmals darauf hingewiesen das noch Lebensmittel und Behausung dazu kommen, hier hab ich darauf verzichtet.

Aber gehen wir von 1000 aus, stell dir vor du hast Familie du solltest Schuhe, Kleidung und Hygieneartikel für deine Kinder kaufen, Schulgeld, medizinische Versorgung womit. Dinge wie Fernseher, Fahrad (von Autos schweigen wir mal) oder Urlaub fehlanzeige nicht mal ein Bierchen am Feierabend.

Sorry auch 1000 oder 2000 sind nicht ein Bezahlung die es langfristig verhindern könnte das Despoten unter den Armen gehör finden, und jemand mit weniger Bildung und Einkommen glaubt dann schnell das er der "Auserwählte" ihm eine bessere Zukunft bringt.

Auch in Europa gab es die meisten Revulutionen durch hungrige Bäuche.

Es liegt nicht an mir die Mindestlöhne in afrikanischen Ländern zu bestimmen, aber ich bin mal so Naiv zu glauben das Wohlstand auch in bescheidenem Masse zur sozialen Entspannung führt.

Gruss Kurt

PS zum Nachdenken

Könnten wir uns Vorstellen für
Kost und Logis plus ein paar Euro, Tag für Tag zu arbeiten, ohne Urlaub ohne Luxus?

Ich nehme mich mal aus, ich habe nämlich keinen Lohn sondern nur ein vertraglich geregeltes Schmerzensgeld
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