Etosha: Korruption und Nötigung

68 Antworten · 24,7k Aufrufe · gestartet 05. Feb. 2010 von lioba
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Themenstarter22 Beiträge · seit 200905. Feb. 2010 · #1
Durch langes hartes Arbeiten und sparen über Monate konnten wir – ein Dipl.-Ingenieur und eine Informatikerin aus Deutschland - endlich unseren Traum, eine Reise ins wundervolle Tierreich von Namibia und Botswana, erfüllen. Unsere Reise begann Anfang Dezember 2009 in Botswana, wo wir 2 Wochen lang einzigartige Erlebnisse mit Tieren hatten, z.B. konnten wir unser Abendessen zubereiten, während wir im Camp von ca. 50 Elefanten umringt waren (in Botswana sind die Camps nicht eingezäunt und man kann dort die wilde Natur hautnah geniessen). Weiter ging es dann über den Caprivi-Streifen zum Etosha-Nationalpark.
Im Etosha-Nationalpark hatten wir 6 Tage gebucht und bezahlt. Wir trafen uns dort mit einer befreundeten Ärztin und ihrem Freund und unternahmen gleich am ersten Tag eine gemeinsame Tierbeobachtungsfahrt. Als wir in ca. 300m Entfernung eine Elefantenherde sahen, stiegen wir kurz aus, um die Elefanten zu fotografieren, blieben aber direkt beim Auto. Dies war völlig ungefährlich, da der Etosha-Nationalpark aus grossen Ebenen besteht (Etoshapfanne), wo man eine Sicht von mindestens 500 Meter in jede Richtung hat und das Gras nur knöchelhoch wächst. Wir waren kaum ausgestiegen da kam mit sehr schneller Geschwindigkeit (ca. 80km/h) ein Auto auf uns zugerast und der Ranger ... stürmte sehr aufgeregt auf uns zu und schrie uns an, dass wir das Auto nicht verlassen dürften. Auf unsere Erwiderung, dass hier keine Gefahr besteht, da wir direkt am Fahrzeug stehen mit einer Rundsicht von 500 Meter und nur knöchelhohem Gras, ging er überhaupt nicht ein. Er sagte nur aufgeregt, dass er unser Permit sehen will. Nachdem unsere Freunde das Permit geholt hatten, riss er es ihnen aus der Hand und ging davon (das Permit war der Nachweis, dass wir bezahlt hatten und wir brauchten dieses wieder für die Ausreise aus dem Etosha-Park). Als er nochmals kurz zurück kam fragten wir nach unserem Permit, doch er meinte nur lapidar, wir könnten dieses abends an der Rezeption in Namutoni abholen. Nach unserer Tour gingen wir am Abend wie abgemacht zur Rezeption. Als wir das Permit abholen wollten, war zu unserem grossen Erstaunen der Ranger nicht da, und auf die Frage wo dieser sei, war nicht die geringste Hilfsbereitschaft von Seiten des Rezeptions-Personals vorhanden. Stattdessen wurden wir auf den nächsten Morgen vertröstet.
Auch am nächsten Morgen war der Ranger ... nicht anzutreffen. Da unsere Freunde bereits an diesem Morgen den Park zur Weiterreise verlassen mussten, brauchten sie dringend das Permit für die Ausreise aus dem Park. Wir warteten ca. 1,5 Std. bis der Ranger endlich kam. Dieser ignorierte uns jedoch völlig und meinte nur wir sollten warten. Nach einer weiteren halben Stunde kam dann plötzlich ein Typ mit Sonnenbrille auf uns zu, der aussah wie ein Mafiosi oder Drogendealer und wollte uns für das Aussteigen aus dem Auto eine Strafe von 500 N$ abkassieren. Auf unsere Nachfrage, wo denn geschrieben steht, dass im Etosha-Park das Aussteigen aus dem Auto eine Strafe von 500 N$ zur Folge hat (auf dem Permit ist dies lediglich als Empfehlung formuliert) konnte er uns wie erwartet kein offizielles Dokument zeigen und auch nicht sagen wo diese Strafandrohung öffentlich ausgehängt ist. Wir vermuteten, dass die Strafgelder, die er den Touristen abnahm in seine eigene Tasche flossen, da es weder eine gesetzliche Grundlage noch offizielle Vorschriften gab. Aus diesem Grund weigerten wir uns die „Strafe“ zu bezahlen. Unsere Freunde nahmen ihm anschliessend das Permit aus der Hand und verliessen umgehend den Park. Wir beide gingen zum Campingplatz und packten unser Gepäck zusammen, da wir diesen Ort schnell verlassen und in das nächste Camp Halali fahren wollten. Plötzlich stand besagter Mafiosi wieder vor uns (der sich später als ..., angestellt bei Ministry of Environment and Tourism, herausstellte) und schrieb unsere Autonummer auf. Als wir dann aus dem Camp raus fahren wollten, wurde uns die Ausfahrt durch eine Absperrkette verweigert (Nötigung!) und erneut mussten wir 3 Stunden warten (worauf, das wussten wir allerdings nicht!). Allmählich bekamen wir Angst und fragten uns wie das noch enden würde. Nach insgesamt 5 Stunden kam I. Kapofi mit 3 Polizisten angefahren. Wir schilderten den Polizisten (1 kleiner schmächtiger Mann in Zivil, 2 Frauen - eine ältere gut gebaute und eine junge, schlanke Polizistin - in Uniform) den Vorfall und fragten nach einer Grundlage unseres Vergehens. Es stellte sich jedoch sehr schnell heraus, dass Ranger, Regierungsvertreter ... und Polizei zusammenarbeiten. Als wir die Namen der Polizisten verlangten, entfernten diese blitzschnell ihre Namensschilder von den Jacken und steckten diese in die Tasche. Kein Polizist, der überzeugt ist, dass seine Handlung gesetzeskonform ist, wird seine Identität verbergen, d.h. den Polizisten war es vollkommen klar, dass ihr Verhalten gesetzeswidrig ist. Uns war somit endgültig klar, dass wir es hier mit einem korrupten Haufen zu tun haben. Es wurde uns aber auch klar, dass wir gegen diesen korrupten Haufen keine Chance haben, woraufhin wir uns entschlossen die „Strafe“ zu bezahlen. Wir mussten anschliessend dem Auto von ... und den 3 Polizisten in die 40 km weit entfernte Stadt Oshivelo folgen. ... fuhr - in seinem eigenen Park - mit ca. 80 km/h, statt den vorgeschriebenen max. 60 km/h, voraus und musste in diesem Tempo 3 Giraffen und 2 Steinböcken ausweichen. Da fragt man sich doch, wie dieser Mensch zu seiner Postion gekommen ist; durch seine „Liebe zur Natur“ oder durch Leistung sicherlich nicht. (Dies riecht doch förmlich nach Günstlingswirtschaft = Korruption). Auf der Polizeiwache von Oshivelo wurden dann 1 Stunde lang - ... benötigte 4 Minuten um anhand des Geburtsjahres mit dem Telefontaschenrechner (!) mein Alter auszurechnen - mehrere Formulare ausgefüllt, wo wir auf Nachfrage keine Kopie erhielten (!). Stattdessen wurde die Strafe auf 600 N$ erhöht (!), uns ein Etosha-Verbot erteilt und uns angedroht, dass wir in Gewahrsam genommen werden. (Wir hatten bereits für 4 weitere Tage Eintritt und Übernachtung bezahlt im Etosha.)
Sollte jemand denken, dass es hier doch bloss um die Sicherheit der Touristen geht, so sei erwähnt, dass beispielsweise die Toiletten im Park, welche sich im Hauptlöwengebiet befinden, von Büschen und momentan ohne Schutz durch einen Zaun sind, denn der Zaun liegt schon lange unrepariert am Boden. Wo bleibt da die Sicherheit?
Das waren unsere Erfahrungen in diesem angeblich so demokratischen Staat! Für uns ist klar, dass wir nie wieder in diesen, am eigenen Leib erlebten, korrupten Staat reisen und den Etosha Nationalpark sicherlich auch nicht weiter empfehlen werden. Der hart erarbeitete Urlaub war somit für uns zu Ende (obwohl wir noch 10 Tage Zeit hatten), wie sich sicherlich jeder vorstellen kann. Wir haben in Namibia viel Geld, Zeit aber auch Illusionen verloren. Es geht nicht darum, dass wir im Etosha-Park ausgestiegen sind, sondern wie wir aufgrund dessen (was sicherlich nur ein Vorwand war) in Zusammenarbeit von Vertretern des Ministeriums für Tourismus und der Polizei behandelt wurden.
Jetzt wünschen wir uns nur noch, dass sich andere Touristen diese zutiefst verachtenswerte Behandlung auch nicht gefallen lassen, dass beim Ministerium für Tourismus viele Proteste eingehen und Kapofi und seine Handlanger bei der Polizei ihr Amt verlieren und bestraft werden.
zuletzt bearbeitet 05. Feb. 2010
545 Beiträge · seit 200605. Feb. 2010 · #2
Ihr habt definitiv einen Fehler gemacht, man darf in den NP nicht aus dem Auto aussteigen.
Ob man nun subjektiv für sich persönlich meint genau in dieser Situation das Aussteigen für nicht gefährlich ansieht, macht die Sache nicht besser.
Wenn man solch einen Unfug macht, dabei erwischt wird, sollte man das ganze sportlich sehen, seine Strafe (500,-N$ finde ich angemessen!)bezahlen, dabei freundlich Lächeln und gut ist`s.

Ob das Verhalten des Rangers/der Polizei in Ordnung war kann ich nicht Beurteilen, allerdings ist man Gast in einem fremden Land und sollte sich dort an Gesetze/Regeln halten, dann hat man nicht solche Probleme wie ihr.

Einträchtliche Grüße
8'054 Beiträge · seit 200805. Feb. 2010 · #3
Hallo Lioba,

Es tut mir Leid was euch da im Etosha Park passiert ist. Aber aus dem Auto aussteigen war wirklich keine gute Idee! 🤩

Wir waren auch en 2008 im Park und mein Mann ist auch mal kurz ausgestiegen denn er war überzeugt einen Platten zu haben. Auch zu uns kam ein Officer und brüllte uns an. Mein Mann konnte Ihn aber beruhigen indem er mehrmals sich entschuldigte und Ihm den Grund erklärte. Nach einer Weile konnten wir einfach weiter fahren....

Ihr habt falsch gehandelt. Ihr ward im Unrecht. Auf dem Etosha Permit steht klar und deutlich:
Stay in your vehicle. Wildlife is dangerous and can be well camouflaged. For your safety do not open doors.....usw

Mit einem bisschen Takt hättet Ihr die Situation besser meistern können....

Liebe Grüsse
Annick
Südafrika 2014 http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/281763-miam-miam-und-mamamia.html Namibia 2014 [http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/283810/-die-frenchies-in-namibia.html] Tansania 2015 [http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/285247-tansania-auf-jeden-fall-wieder.html] Uganda/Ruanda 2015 {http://namibia-forum.ch/forum/160-diverses/286948-uga,html} Tanzania 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/288428-rei,html} Südafrika/Simbabwe 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/290185.html} Südafrika Garden Road 2018 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/295032-the-garden-road-ein-bisschen-anders.html Malawi 2018{http://namibia-forum.ch/forum/154-diverses/296097-reisebericht-malawi-august-2018.html}
179 Beiträge · seit 200905. Feb. 2010 · #4
Hallo
was Annick schrieb ist vollkommen richtig. Ihr habt einen groben Fehler begangen. Man darf nunmal das Auto nur an besonders gekennzeichneten Stellen verlassen und das hat man zu akzeptieren; egal ob einem das plausiebel erscheint oder nicht. Ausserdem wirst Du am Tor beim Eintritt belehrt, dass Du das Auto nicht verlassen darfst. Ich nehme an, dass Dich mehr die Reaktion des Officers empört hat. Aber ich glaube, es ist in keinem Land empfehlenswert sich mit den Ordnungskräften anzulegen. Und in der Etosha kann es u.U. auch um Dein Leben gehen.
Nacktmull
1'419 Beiträge · seit 200905. Feb. 2010 · #5
Moin,

wir sind im Etosha auch zweimal ausgestiegen. Einmal um Bekannten zu helfen, die mit einem Platten liegengeblieben sind, und einmal weil wir selbst einen Motorschaden hatten.

In beiden Fällen kamen Ranger vorbei, fragten obs Probleme mit dem Auto gäbe und als wir bejahten versuchte man alles um uns zu helfen, mit der Bitte uns dann aber schnellstmöglich wieder ins Auto zu begeben. Die Ranger waren stets freundlich und sehr zuvorkommend!

Ich möchte nicht wissen wieviele Leute die jeden Tag ins Auto zurückweisen müssen die meinen sie müssten aussteigen um Bilder zu machen. Die Angestellten dort sind nämlich auch in der Verantwortung, wenn dann doch mal was passiert. Und Bilder kann man doch auch prima aus dem Auto machen, das schaffen alle anderen Leute doch auch ....?
Die Regeln sind klar und sollten für alle gleich gelten, egal wie subjektiv die Situation beurteilt wird.

Fakt ist: ihr habt einen Fehler gemacht und anstatt einsichtig zu sein und euch freundlich zu entschuldigen, wolltet ihr partout mit dem Kopf durch die Wand und belehrt sogar noch den Ranger dass keine Gefahr bestünde. Sowas macht man nicht mal im eigenen Land, und schon gar nicht wenn man zu Gast ist.

Das erinnert mich an einen Kumpel den sie auf der Fahrt nach Italien in Österreich mit überhöhter Geschwindigkeit geblitzt und gestoppt hatten und der dann meinte noch rumdiskutieren zu müssen. Die österreichischen Polizisten sind dann erstmal 4 Stunden mit seinem Führerschein und Papieren abgehauen und haben ihn stehen lassen .... 😄
Wie Du siehst kommt so ein Verhalten nirgends gut an^^

Das nächste mal einfach mit mehr Taktgefühl, dann klappts auch und man muss sich dann dadurch auch nicht den Resturlaub vermiesen lassen, was ich auch nicht ganz verstehe. Man hätte es ja auch abhaken können und wenigstens den Rest geniessen.

Gruss
janet

p.s. was ich nicht ganz verstehe ist warum Du euch im Vorfeld als Informatikerin, Dipl. Ing. und Ärztin beschreibst - macht das irgendeinen Unterschied für Dich? Falls ja solltest Du mal Deine Grundeinstellungen überdenken .... und eigentlich seid ihr ja als Urlauber im land, die mal den Job hinter sich lassen wollen 😄 😄 😄

edit: hab noch was vergessen:
Reisebericht: 3 Wochen Namibia 2009 - "suchen und finden *g*" Reisebericht Sao Tomé 2011 Diskutiere niemals mit einem Idioten. Er zieht dich auf sein Niveau herab und schlägt dich dort durch Erfahrung!
zuletzt bearbeitet 05. Feb. 2010
439 Beiträge · seit 200905. Feb. 2010 · #6
@ lioba

Da seht ihr, wozu dummes, rechthaberisches Verhalten führt. Ihr begeht einen Fehler und macht dann noch einen auf „Ich bin im Recht, obwohl ich Unrecht habe“. Wenn ich deinen Text lese, kann ich mir ganz genau vorstellen, wie du gegenüber dem Ranger aufgetreten bist. Wir haben im Etosha stets zuvorkommendes, freundliches und höchst korrektes Personal angetroffen. Auch ich bin schon mehrfach aus dem Auto ausgestiegen (begründet, weil ich einen platten Reifen wechseln musste, aber auch unbegründet, weil ich für mich entschieden hatte, dass ich das jetzt will, obwohl ich wusste, dass es nicht erlaubt ist). Auch ich bin dabei von einem Ranger ertappt und auf mein (Fehl-) Verhalten angesprochen worden. Ich habe den Fehler eingestanden und mich dafür freundlich entschuldigt. Der Ranger hat das ebenso freundlich akzeptiert und wir sind beide unseres Weges gefahren.
781 Beiträge · seit 200705. Feb. 2010 · #7
Ich bin mal wieder über Eure Reaktionen auf liobas Bericht erschüttert!

Mag ja sein, dass es in solch einer Situation besser gewesen wäre sich zu entschuldigen statt herunzudiskutieren - aber rechtfertigt das etwa für Euch die völlig überzogenen Reaktionen der auch für mich offensichtlich korrupten Etosha-Angestellten und der Polizei? Es wurde ja schließlich kein Kapitalverbrechen begangen!

Schön, dass es im Forum nur so von guten Vorschlägen wimmelt, wie man mit Namibiern umgehen sollte - aber wer bringt eigentlich den dort im Tourismus Arbeitenden bei, wie man mit gut zahlenden Gästen aus aller Welt umzugehen hat?!?

Ich wäre jedenfalls auch nicht bereit, mich für kleinere Missverständnisse (und um mehr ging es hier ja auch nicht!) triezen und finanziell schädigen zu lassen - und das auch noch von Leuten, die dafür bezahlt werden, mir als Gast meinen Aufenthalt so schön wie möglich zu machen. Vielen Dank für Deinen Bericht, lioba!
zuletzt bearbeitet 05. Feb. 2010
118 Beiträge · seit 200705. Feb. 2010 · #8
Liebe Leute,

lioba geht es wohl weniger um die Strafe von 500 N$, als vielmehr um das offensichtlich korrupte und nicht nach rechtsstaatlichen Maßstäben korrekte Verhalten der Verwaltungskräfte eines Gastlandes. Behandelt man im Übrigen so seine Gäste? Das Fehlverhalten lag hier mindestens auf beiden Seiten.
Diese Situationen nehmen seit Jahren in Bamibia und Südafrika immer weiter zu. Wohin das führen wird ist klar. Vielleicht solltet ihr dem südlichen Afrika in Südafrika nochmal eine Chance geben?
Uns war speziell in Namibia immer klar, dass dieses Land sehr "bananig" angelegt ist und entsprechendes Fehlverhalten rigoros für die eigene Kasse ausgenutzt wird. Deswegen war euer offensichtliches Fehrverhalten in der Konsequenz beispielhaft und chancenlos hinsichtlich der Folgen.

Offensichtlich scheinen die Parkranger gezielt Ausschau nach solchen Delikten zu halten. Ihr hatten einfach viel Pech. Die Vorschreiber haben im Endeffekt Recht, wenn sie schreiben, dass man letztendlich die 500 N$ einfach zahlen sollte, auch wenn die Art gewisser Parkbediensteter das Letzte ist; auf die Polizei solltet ihr nichts geben. Hättet sagen sollen, dass ihr selbst welche seid, hilft meist im Umgang mit diesen.

Schlimm ist nur die Tolenanz mit der wir hier dieses Fehlverhalten auf Seiten des Staates hinnehmen und sagar billigen und so diesen Staaten und ihrer Zukunft sicher nicht positiv gegenüber stehen. Oder haben die Österreicher auch keine Rechtsgrundlagen für ihr Verhalten?
Ich kann euren Ägerer nachvollziehen. Ihr hättet euch nur vor der Reise im Klaren darüber sein müssen, dass Namibia kein Rechtsstaaat in unserem Sinne ist und die offensichtlich willkürlich festgesetzte Summe als Gebühr einfach zu entrichten ist und Ruhe. Über Sinn und Unsichh oder gar Qualifikationsanforderungen für irgendwelche Jobs ist in diesem Zusammenhang nur zu lächeln. Mitleid ist die einzig angemessene Reaktion auf solche Leute.
Kopf hoch und auf eine Neues

Keimoes
886 Beiträge · seit 200705. Feb. 2010 · #9
lioba, ihr habt Euch schlichtweg falsch verhalten.

Hast du Dich mal gefragt wie es bei Euch, Dipl.Ing. und Informatikerin, ankommt, wenn Euch jemand sagt wie ihr Eure Arbeit zu machen habt? Nichts anderes hat der Ranger gemacht -seine Arbeit.

Entsetzt bin ich aber auch über Aussagen wie "Aussehen wie ein Mafiosi" Wie sieht denn ein Mafiosi aus oder ein Korrupter ? Sieht er anders aus als ein Dipl. Ing.? Sorry, aber das einzig positive was ich deinem Beitrag entnehmen kann ist die Aussage, daß ihr wohl nie mehr in dieses Land fahren werdet.

eine kopfschüttelnde lisolu

PS. Ach ja, über den Ton, Art und Weise der Ansprache seitens der Ranger kann ich nicht urteilen, aber wieso nur fällt mir gerade ein "Wie es in den Wald ... usw. ?
5'479 Beiträge · seit 200905. Feb. 2010 · #10
paulimann schrieb:
...und das auch noch von Leuten, die dafür bezahlt werden, mir als Gast meinen Aufenthalt so schön wie möglich zu machen.
Das ist ganz sicher nicht die Aufgabe von Rangern. Das hast Du wohl mit Animateuren verwechselt.
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
781 Beiträge · seit 200705. Feb. 2010 · #11
Keineswegs. Ranger werden nicht zum Anschreien oder Erpressen von Gästen ausgebildet. Die Rangerausbildung beinhaltet nicht nur den Umgang mit wilden Tieren und der Knarre.
3'766 Beiträge · seit 200605. Feb. 2010 · #12
Hallo,

es tut mir leid dass ihr das Erlebte so empfunden habt!

Zur Geschwindigkeit, Parkangestellte und Offiziellen dürfen meines Wissens 80Km/h schnell unterwegs sein, die Diskussion ob dies Sinn macht möchte ich hier nicht führen.

Das Aussteigen ist wirklich strikte verboten und hat auch seinen Grund, selbst in so unscheinbarem Gestrüpp kann sich ein Löwe verstecken und ihr würdet es nicht merken.

Der Beamte war einfach im Recht, und sind wir mal ehrlich, wenn ich auf unseren Autobahnen zu schnell fahre ist es auch keine gute Idee sich mit den Beamten anzulegen, schon gar nicht wenn ich das Gesetz übertreten habe, ob bewusst oder unbewusst spielt dann keine Rolle.

Dann müsst ich vielleicht noch wissen das sich Schwarze Beamte von einem Weisbrot aus Europa nicht gerne Vorschriften lassen machen wenn sie im Recht sind.

Im umgekehrten Fall sind unsere Beamten auch nicht gewillt von einem Arabischen und Reichen
Sheik Abdula-Kalif-Mohamed sich anrüsseln zu lassen wenn er mit seinem Porsche mit 160
Innerorts unterwegs war.

Ob die Strafhöhe rechtens war kann ich nicht beurteilen, jedoch die Aufforderung den Park zu verlassen ist ein legales Mittel.

Ihr hattet einfach einen schlechten Start, deshalb finde ich es nicht gut alle als Korrupt hinzustellen.

In Namibia werden nämlich wirklich Anstrengungen unternommen die Korruption tief zu halten.

Es bleib euch freigestellt Namibia nicht mehr zu bereisen, aber ich möchte euch ans Herzen legen eure Handlungsweise auch ein bisschen in Frage zu stellen. Mit dieser Einstellung gegenüber Autoritäten im Ausland könnte auch die nächste Reise einiges an Überraschungen bereithalten.

Hakt es einfach ab und startet einen neuen Versuch, es lohnt sich.

Freundliche Grüsse Kurt
www.Kurt-und-Heidi.ch Reiseberichte - Bilder und noch mehr wir freuen uns über jeden Besuch
zuletzt bearbeitet 05. Feb. 2010
Gast05. Feb. 2010 · #13
Hallo,

Ich teile durchaus die Einschätzung, dass das Aussteigen an vielen Stellen nicht wirklich gefährlich ist. In den Parks in Botswana kann man auch aussteigen und trotz viel höherer Tierdichte dort, sterben da nicht andauernd Touristen. Es gibt aber noch einen weiteren Grund für das Nicht-Aussteigen-dürfen: Tiere fühlen sich durch herumlaufende Menschen ggf. mehr gestört und beunruhigt als durch Autos.

Unter dem Strich gibt es eben einfach die Regel, dass man im Etosha nicht Aussteigen darf. Wenn man es trotzdem macht, muss man die möglichen Konsequenzen akzeptieren. Dass Du die geltenden Regeln nur als "Empfehlung" ansiehst, ist Dein Problem. Die ganze Sache wäre wahrscheinlich einfach zu lösen gewesen. Mit Euren uneinsichtigen und konfrontativen Reaktionen habt ihr das Problem immer weiter eskalieren lassen. Es mag sein, dass Angestellte/Ranger/Polizei dort nicht immer freundlich sind. Es mag auch sein, dass sich das Angestellte/Ranger/Polizei Euch gegenüber teilweise falsch verhalten haben. Mit Deinem Bericht, der voll von Unterstellungen ist und in dem Du von Mafiosis, Günstlingswirtschaft, Korruption etc. faselst, nimmst Du Dir selbst aber die Glaubwüdigkeit.

Beste Grüße

Guido
221 Beiträge · seit 200805. Feb. 2010 · #14
hallo,

ich war zwar noch nicht in Namibia, planen das aber für September. Deshalb lese ich hier schon seit einiger Zeit mit.
Wie gesagt, ich war noch nicht in Namibia, aber mehr als 90 andere Länder habe ich schon bereist und ich habe überall, überall sehr nette, freundliche Menschen getroffen. Wenn ich Deinen Bericht so lese, dann möchte ich Dir vorschlagen: lass das Dipl.Ing. und Informatikerin und auch die Ärztin weg. Und auch die ganzen anderen genannten Titel und Personenbeschreibungen. Nicht jeder Mensch, der eine Sonnenbrille trägt, ist ein Mafiosi.
Begegne ihnen, die sie ihren Job tun müssen/sollen/dürfen einfach als Gast, der dort gerne andere Menschen trifft. Und wenn Du an einem bestimmten Ort darauf hingewiesen wirst, dass das nicht erlaubt ist, was Du tust, dann darf man natürlich auch nachfragen (aber wie gesagt, ohne ihnen dabei zu sagen, dass ein Dipl. Ing. und eine Informatikerin und eine Ärztin viel Geld hierher bringen und deshalb dieses und jenes erwarten).
Probier es einfach beim nächsten mal. Du wirst Wunder erleben.

Liebe Grüße
Georg
6'152 Beiträge · seit 200605. Feb. 2010 · #15
Hallo lioba,

wenn ich trotz verbotes ausgestiegen wäre wir Ihr, so hätte ich
dies für mich behalten und nicht noch einen Bericht hier im
Forum veröffentlicht.
Gruss Hanne
8 x Südafrika,1x Zimbabwe, 22x Namibia, 4x Botswana, 1x Lesotho, 1 x Swasiland
1'086 Beiträge · seit 200905. Feb. 2010 · #16
Leider gibt es immer wieder einige unbelehrbare Menschen, die meinen sie könnten sich alles erlauben.

Wenn ich mich in einem fremden Land befinde, dann halte ich mich gefälligt auch an die dort geltenden Regeln. Wenn ich absichtlich dagegen verstoße und dann noch einen Aufstand mache wenn ich dafür zur Rechenschaft gezogen werde ist das nicht nachzuvollziehen.

Ihr schädigt mit diesem Verhalten auch den Ruf der Touristen die sich in die jeweilige Ordnung fügen.
2'721 Beiträge · seit 200605. Feb. 2010 · #17
Hallo lioba
Also ehrlich, was soll das?
Als ich Deinen Beitrag gelesen habe, bin ich aus dem Schmunzeln nicht mehr raus gekommen. Da wirst Du für einen offensichtlichen Fehler Deinerseits bestraft und Du beschwerst Dich? Sei froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist.
Du schreibst:
Dies war völlig ungefährlich, da der Etosha-Nationalpark aus grossen Ebenen besteht (Etoshapfanne), wo man eine Sicht von mindestens 500 Meter in jede Richtung hat und das Gras nur knöchelhoch wächst.
Wenn Du nur von der Pfanne sprichst stimmt das zum Teil. Aber sonst ist der Busch teilweise so dicht, dass wir Elefanten fast übersehen hätten; geschweige denn z.B. Löwen. Und das ist sicher nicht nur uns passiert.

Über das Verhalten des Officers und des Rangers möchte ich nach Deiner einseitigen Beschreibung keinen Kommentar abgeben. Die Darstellung der Gegenseite wäre da schon interessant. (nicht gleich auf mit einprügeln, ich weiss dass es sehr viele Unregelmässigkeiten gibt und wir haben auch schon einiges erlebt. Die Beschuldigungen sind schon etwas hart). Aber auf Deiner Seite von einem korrupten Haufen und Mafiosi oder Drogendealer zu sprechen entspricht aber auch nicht der feinen deutschen Art.
Meine Empfehlung: lege Dich mal nach einer eindeutigen Verfehlung Deinerseits mit einem deutschen Polizisten an.
Das in anderen Ländern andere Sitten herrschen sollte uns, als gemeinhin gebildete Mitteleuropäer, eigentlich klar sein.
Mein Fazit: hättest Du dich korrekt verhalten wäre der Besuch des ENP sicher ein sehr schönes Erlebnis geworden.
Bazi
148 Beiträge · seit 200905. Feb. 2010 · #18
Sorry. Das habt Ihr verdient.

Aber es gibt ja immer Menschen, für die gelten keine Regeln. Als betonte Akademiker solltet Ihr des Lesens mächtig sein (die Ausrede lasse ich nicht gelten), und wenn dann so ein ungebildeter Schwarzer kommt, das ist schon der Hammer.....

Schade, das man für solche Sachen noch nicht eine Nacht in einem afrikanischen Knast bekommt.

Wo hängt denn in Deutschland an der Strasse aus, daß das zu schnelle Fahren mit xx Euro geahndet wird??

Grüßle
Max
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zuletzt bearbeitet 05. Feb. 2010
208 Beiträge · seit 200705. Feb. 2010 · #19
Wir haben genau das Gegenteil erlebt, meine Frau hatte eine Blasenentzündung und musste dringend pinkeln, aber wir waren zu weit weg von einem Toilettenhäuschen, wo dies erlaubt wäre.

Also, an übersichtlicher Stelle angehalten, schnell raus und erledigt was nicht herausgezögert werden könnte.

Prompt kommt ein Ranger mit seinem Fahrzeug vorbei. Er macht uns aber sehr freundlich darauf aufmerksam, das es nicht nur verboten sei, sondern auch sehr gefährlich, Löwen könnten in unmittelbarer Entfernung lauern und wir, wie auch er keine Chance haben diese zu sehen.

Wir bedankten uns freundlich für den Hinweis, er gab uns noch einen interessanten Tipp betreffend Leopard-Sichtung und gut war's.

Mein Fazit, sei immer freundlich, stell dich etwas dumm und wenn du einen Fehler gemacht hast, trage die Konsequenzen (in diesem Fall halt N$ 500)

Gruss Flipper, noch 12 Wochen 🤩 bis wir wieder in Namibia sind
15 x Namibia / 3 x Südafrika / 2 x Botswana / 2 x Zimbabwe
1'155 Beiträge · seit 200605. Feb. 2010 · #20
Als ich das letzte Mal in Etosha war, ist uns ein Mercedes Cabriolet mit HH Nummer für Hansestadt Hamburg entgegengekommen.

Der Park hat sich so langsam zum Safariland für jeden entwickelt, da ist es schon nötig Regeln aufzustellen, wobei mir diese Reaktion der Ranger und Polizei etwas übertrieben vorkommt, zumal jeder für sich selbst verantwortlich ist und
auch die Tiere so einiges gewöhnt sind, wie etwa der obligate Verkehrsstau, wenn ein Löwenrudel neben der Strasse liegt ...

Gruss Beat
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