Taschendiebe in Windhoek

73 Antworten · 21,3k Aufrufe · gestartet 11. Jan. 2010 von Südgolf
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26 Beiträge · seit 200914. Jan. 2010 · #41
janet schrieb:
Hallo!


VM schrieb:
Was aber machen, wenn man mit einem Camper einen kurzen Zwischenstopp in Windhoek einlegen möchte? Die Wertsachen im Auto lassen? Doch in den Rucksack?
bei kurzem Zwischenstopp: einer bleibt im Auto, der andere hüpft schnell ins Geschäft.
Wir werden uns Windhoek aus Sicherheitsgründen im Urlaub nicht ansehen 🙁
sorry, aber das ist doch albern!
Danke für die Antworten, aber meine Fragen hat niemand beantwortet 😕

Mit Zwischenstopp meine ich, dass ich mir mit meiner Frau die Stadt anschauen möchte. Da geht es wohl schlecht, wenn einer im Auto sitzen bleibt. 😄

Also, Wertsachen im Auto lassen auf bewachten Parkplatz oder doch im Rucksack mitnehmen?

Trotz guter Vorbereitung sind wir mal in Buenos Aires ausgeraubt worden. Das möchten wir nicht noch mal erleben. Also versuchen wir "gefährliche Orte" zu meiden. Ist das nicht verständlich? Ich muss ja auch nicht in die Bronx fahren, wenn ich mir New York anschauen möchte 😉
5'538 Beiträge · seit 200814. Jan. 2010 · #42
Hallo VM,

wenn Du Dir Windhoek "auf der Durchreise" ansehen willst, ist das m. E. kein Problem. Fahre mit Deinem Wagen in das Parkhaus des Wecke-Voigt-Centers und parke auf der Etage, wo die Hotelgäste Ihren Wagen abstellen. Sage dem Guard dort, dass er von Dir bei Rückkehr 10 N$ (oder auch etwas mehr bekommt), wenn alles in Ordnung ist. Er wird sich neben Deinen Wagen stellen und aufpassen.

Das mache ich immer mit dem vollen Wagen. Wertsachen nicht sichtbar im Auto lassen. Deine Kamera und Dein Geld hast Du so wie so dabei. Der Rucksach ist überflüssig, weil er den Eindruck erweckt, dass es da was zu holen gibt.

Ich wünsche Dir viel Spaß und verkrampfe nicht. "Et kütt wie et kütt" und " "Et hät noch immer jot gegange" - zwei Aussprüche, die zwar nicht Deine Vorsicht, aber Deine Angst einschläfern sollten.

Lieben Gruß
Gerd
26 Beiträge · seit 200914. Jan. 2010 · #43
Danke Gerd.

Das sind doch mal konkrete Hinweise, mit denen ein Erstbesucher etwas anfangen kann 😉

Viele Grüße
Volker
Gast14. Jan. 2010 · #44
Hallo Wolfgang,
BikeAfrica schrieb:
... Quelle? ...
Wenn Du eine konkrete Kriminalitätsstatistik mit Vergleich zu Deutschland erwartest, dann kann ich damit nicht dienen. Es gibt in Namibia keine Kriminalitätsstatistik, die qualitativ der jährlichen BKA-Statitik vergleichbar wäre. Die wenigen Zahlen, die veröffentlicht werden, sind teilweise völlig absurd. Siehe z.B.:
http://www.republikein.com.na/politiek-en-nasionale/dta-responds-to-crime-statistics.95529.php


Es gibt für mich genug indirekte Indikatoren, die ein deutlich höheres Kriminalitätsniveau anzeigen:

Die Leute verbarrikadieren ihre Häuser mit Fenstergittern und Stacheldraht- oder gar Elektrozaun.
In Deutschland kann ich das nicht beobachten.

Hotels werben teilweise mit Elektrozäunen und bewaffnetem Sicherheitspersonal.
In Deutschland kann ich das nicht beobachten.

Viele Geschäfte, Supermärkte und Einkaufszentren haben bewaffnetes Sicherheitspersonal.
In Deutschland kann ich das nicht beobachten.

Der Präsident von Namibia thematisiert Kriminalität als eines der größten Probleme des Landes.
In Deutschland kann ich das nicht beobachten.

In Namibia sieht man die Notwendigkeit, Polizei-Sondereinheiten zum Schutz von Touristen zu schaffen.
In Deutschland kann ich das nicht beobachten.

Auf Parkplätzen empfiehlt jeder zur Sicherheit Wächter für das Fahrzeug zu engagieren.
In Deutschland kann ich das nicht beobachten.

Reiseveranstalter für Namibia machen das Thema Kriminalität zum Hauptthema bei Branchenveranstaltungen.
In Deutschland kann ich das nicht beobachten.

Fast alle Länder haben langjährig erfahrenes Botschaftspersonal vor Ort. Aufgrund deren Einschätzungen warnen die für Auswärtige Angelegenheiten zuständigen Behörden vieler Länder vor der Kriminalität in Namibia, insbesondere in Windhuk und Swakopmund. Für Deutschland, die Schweiz oder Österreich finde ich solche Warnungen nicht.

Die Liste ließe sich fortsetzen. Entweder haben zigtausende in Namibia lebende Menschen behandlungsbedürftige psychische Probleme, weil sie sich vor etwas fürchten und schützen, was nach Meinung einiger gar nicht existiert oder die Kriminalität ist dort höher als bei uns. Ich halte letzteres für plausibler.

Jetzt aber bitte nicht wieder falsch verstehen: Ich will absolut keine Panik verbreiten. Ich will die Kriminalität nicht dramatisieren. Ich will keinesfalls die Nachfolge von Apokalypse-Yoshi antreten. Der übergroßen Mehrheit der Namibiareisenden passiert rein gar nichts und die Kriminalität ist nicht so hoch, das man von Namibia-Reisen abraten müsste. Das habe ich hier auch schon x-mal geschrieben und ich werde selbst weiter ins südliche Afrika reisen. Die immer wieder zu hörenden verharmlosenden Aussagen wie "Ist genauso wie in München, Hamburg oder Düsseldorf" sind meines Erachtens aber einfach unzutreffend.

Beste Grüße

Guido
7'296 Beiträge · seit 200614. Jan. 2010 · #45
... die offiziell veröffentlichtenen Zahlen als absurd zu beurteilen und die subjektiven Einschätzungen und Beobachtungen hochzurechnen und als "objektiv" darzustellen, ist aber nicht gerade der richtige Weg.

Wenn Du persönlich Windhoek oder Namibia als gefährlicher einschätzt, ist das ok. Aber um von einer objektiv höheren Gefahr zu sprechen, braucht es Daten, Fakten und Zahlen und nicht nur Einschätzungen und Beobachtungen.

Gruß
Wolfgang
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5'538 Beiträge · seit 200814. Jan. 2010 · #46
Hallo Zusammen,

@Volker: Ich habe vorhin vergessen, Dir den Namen des Hotels zu geben. Es
ist das Kalahari Sands auf der Independence Ave. Einfahrt von der
Independence oder von der Talstraße und dann immer hoch.

@Guido: Jetzt aber bitte nicht wieder falsch verstehen: Ich will absolut
keine Panik verbreiten.

Das tust Du aber. Wie Du aus den Beiträgen anderer Fomis gelesen
hattest, waren die wegen der früheren Threads total verunsichert.
Und das wollen wir doch nicht erreichen.

Liebe Grüße
Gerd
Gast15. Jan. 2010 · #47
Hallo Wolfgang,
und die subjektiven Einschätzungen und Beobachtungen
Wenn Behörden in verschiedenen Ländern vor der Kriminalität in Namibia warnen, dann ist das nicht meine subjektive Beobachtung oder Einschätzung. Aber egal.

Ich lerne gern dazu. Vielleicht kannst Du mir dann eine andere Erklärung als Kriminalität für die 8 oben aufgeführten Indizien nennen?

Beste Grüße

Guido
1'130 Beiträge · seit 200615. Jan. 2010 · #48
Das ist doch eins der Reizthemen hier, ähnlich 4x4, Malaria, Versicherungen usw.
Ständig wird darauf hingewiesen, dass Namibia nicht mit Hamburg, München us. nicht verglichen werden kann/ darf. M.E. sollen aber diese "Vergleiche" den potentiellen Urlauber nur darauf hinweisen, das es überall passieren kann, woran er aber gar nicht denkt. Diese Aussage führt dann sofort zu heftigen Reaktionen. Wir in D. haben uns doch daran gewöhnt und sehen es doch gar nicht mehr oder verdrängen es. Wer Überwachungskameras, Elektrozäune usw. sehen möchte dem empfehle ich einen Spaziergang durch bestimmte Stadtteile in München, Wiesbaden, Hamburg, Potsdam, Königsstein/ T. Wobei dieser Spaziergang schon zu einer Kontrolle durch die Sicherheitsbehörden führen kann.
Wer Sicherheitskräfte/ Videokameras vor/in Hotels oder Supermärkten sehen möchte, da gibt es genügend an bestimmten Plätzen in München, Frankfurt, Berlin, Hamburg, Cottbus, Dresden, vor den örtlichen Sozial und ARGE Häusern oder in den U-Bahnen. Wer mal Kontakt mit der Nachbarschaftshilfe bekommen möchte, da reicht ein nächtliches "herumstreunen" in manchen Gegenden Bayerns als Ortsfremder. Bei den großen Festen und Weihnachtsmärkten in D. werden starke Polizeipräsenzen aufgeboten, chinesische, japanische und amerikanische Urlauber werden vor Reiseantritt von ihren Reisebüros mit Sicherheitsbooklets für D. ausgestattet. Wie sieht eigentlich ein potentieller Besucher D´s das Sicherheitsrisiko, wenn seine "einzige" Vorbereitung das tägliche Lesen von Bild online usw. ist? Wieviele Morde z.B., Verkehrstote am Tag findet er da? Ich kann mich an einen Besuch in einem SA Township Ende der 90´erinnern, als mir ein Schwarzer sagte, er würde nie nach D. fahren, da werden "Leute wie er" verbrannt und der nach einiger Zeit zusätzlich fragte, ob ich auch bei der SS währe, solche "Figuren" wie meine würde er immer in den Fernsehfilmen sehen.
Es ist wichtig und richtig, potentielle Gefahrenpunkte, Erfahrungen und Hinweise zu posten, damit sollte es aber dann auch genug sein. Wenn jemand auf ein ein Risiko auf einer Pad hinweist oder auf Probleme mit Tieren auf Camps heißt es dann auch nicht " fahr halt woanders hin", "kann dir in Kenia, Mallorca, usw." auch passieren, sondern "Danke für den Hinweis, dann werden wir darauf achten".
Ich bin immer für geteilte Meinungen, Hauptsache man teilt meine. "The Only Easy Day Was Yesterday"
zuletzt bearbeitet 15. Jan. 2010
5'538 Beiträge · seit 200815. Jan. 2010 · #49
Hallo Axel,

DANKE!!!!!!!

Liebe Grüße

Gerd
Themenstarter82 Beiträge · seit 200815. Jan. 2010 · #50
Damit hast Du den Nagel auf den Kopf getroffen Axel! Dankbar bin ich übrigens auch der Polizistin, die uns bereits beim Aussteigen darauf hingewiesen hat, aufmerksam zu sein - und den Rucksack nicht auf dem Rücken zu tragen. Da diese aber nicht jeden erreichen kann, wollte ich Euch davon gerne in Kenntnis setzen.
Grüße
Jürgen
7'296 Beiträge · seit 200616. Jan. 2010 · #51
Guido. schrieb:
und die subjektiven Einschätzungen und Beobachtungen
Wenn Behörden in verschiedenen Ländern vor der Kriminalität in Namibia warnen, dann ist das nicht meine subjektive Beobachtung oder Einschätzung. Aber egal.

Ich lerne gern dazu. Vielleicht kannst Du mir dann eine andere Erklärung als Kriminalität für die 8 oben aufgeführten Indizien nennen?
Hallo Guido,

Du hast mich überzeugt.
Und zwar davon, dass Deine Meinung genauso fest steht wie meine und wir es daher einfach dabei belassen sollen, unsere gegensätzlichen Meinungen einfach gegenseitig zu respektieren.

Als Beispiele für die hierzulande "grassierende Kriminalität" aber noch:
Mein Anfang der 60er Jahre gebautes Elternhaus in Deutschland hatte teilweise vergitterte Fenster.
Bereits Anfang der 70er Jahre gab es 150 Meter weiter ein privates Wohnhaus, das mit Kameras überwacht wurde.
Verschiedene Straßenzüge meiner Heimatstadt wurden schon vor 15 Jahren täglich mit Panzerwagen ähnlich wie diesem ( http://www.revolution-austria.at/images/fotos/8mai/img/Polizei-Panzerwagen.jpg ) auf Streifenfahrten kontrolliert. Da konnte der zufällige Betrachter auch den Eindruck gewinnen, es sei gefährlich dort.

Und das Auswärtige Amt warnt ja fast vor dem Besuch jeden Landes bzw. innerhalb der Länder vor irgendwelchen Gebieten. Im Ausland warnen entsprechende Behörden vor dem Besuch Deutschlands oder bestimmter Gebiete. 2006(?) überlegte ein Musiker aus dem berüchtigten Johannesburg lange, ob er die Einladung, auf dem Afrikafestival in Würzburg aufzutreten, annehmen sollte. Als es sich dann dazu entschloss, die Reise ins "gefährliche Deutschland" anzutreten, erklärten ihn seine Freunde für verrückt. Aus hiesiger Sicht würde man denken, die sind in Johannesburg doch wohl Kriminalität gewöhnt. Aber in der Fremde scheint wohl alles zunächst gefährlicher.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
7'296 Beiträge · seit 200616. Jan. 2010 · #52
BikeAfrica schrieb:
Guido. schrieb:
und die subjektiven Einschätzungen und Beobachtungen
Wenn Behörden in verschiedenen Ländern vor der Kriminalität in Namibia warnen, dann ist das nicht meine subjektive Beobachtung oder Einschätzung. Aber egal.

Ich lerne gern dazu. Vielleicht kannst Du mir dann eine andere Erklärung als Kriminalität für die 8 oben aufgeführten Indizien nennen?
Hallo Guido,

Du hast mich überzeugt.
Und zwar davon, dass Deine Meinung genauso fest steht wie meine und wir es daher einfach dabei belassen sollen, unsere gegensätzlichen Meinungen einfach gegenseitig zu respektieren.

Als Beispiele für die hierzulande "grassierende Kriminalität" aber noch:
Mein Anfang der 60er Jahre gebautes Elternhaus in Deutschland hatte teilweise vergitterte Fenster.
Bereits Anfang der 80er Jahre gab es 150 Meter weiter ein privates Wohnhaus, das mit Kameras überwacht wurde.
Verschiedene Straßenzüge meiner Heimatstadt wurden schon vor 15 Jahren täglich mit Panzerwagen ähnlich wie diesem ( http://www.revolution-austria.at/images/fotos/8mai/img/Polizei-Panzerwagen.jpg ) auf Streifenfahrten kontrolliert. Da konnte der zufällige Betrachter auch den Eindruck gewinnen, es sei gefährlich dort.

Und das Auswärtige Amt warnt ja fast vor dem Besuch jeden Landes bzw. innerhalb der Länder vor irgendwelchen Gebieten. Im Ausland warnen entsprechende Behörden vor dem Besuch Deutschlands oder bestimmter Gebiete. 2006(?) überlegte ein Musiker aus dem berüchtigten Johannesburg lange, ob er die Einladung, auf dem Afrikafestival in Würzburg aufzutreten, annehmen sollte. Als es sich dann dazu entschloss, die Reise ins "gefährliche Deutschland" anzutreten, erklärten ihn seine Freunde für verrückt. Aus hiesiger Sicht würde man denken, die sind in Johannesburg doch wohl Kriminalität gewöhnt. Aber in der Fremde scheint wohl alles zunächst gefährlicher.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
387 Beiträge · seit 200916. Jan. 2010 · #53
Also ich sehe es so:

Das vor dem das Auswärtige Amt in Argentinien warnte, ist uns in ganz ähnlicher Form passiert, obwohl wir vorher davon wussten. Vielleicht waren wir einfach zu naiv und dachten an nichts Böses... Aber alle sagten ja vorher, dort ist es auch nicht schlimmer als in europäischen Großstädten... Was nicht heißen soll, dass ähnliches auch in anderen Städten passieren kann.

Mag sein, dass man sich sicher fühlt, wenn einem noch nie was passiert ist, aber das kann eine sehr trügerische Sicherheit sein.

Trotzdem frage ich mich manchmal, ob einem die Vorfreude auf Namibia nicht etwas verdorben wird, wenn man immer wieder hört, wie gefährlich es doch dort ist. Als wir 2002 in Südafrika waren, haben wir uns bis auf Johannesburg und Kapstadt auch nirgendwo unsicher gefühlt. Aber vielleicht war es gut so, dass damals noch nicht so sehr in den Foren vor den Gefahren gewarnt wurde, so konnte man das ganze etwas unbefangener angehen.

Trotzdem ist es definitv gut zu wissen, welchen Gefahren man im Urlaubsland begegnen könnte, damit man das ganze auch nicht zu unbedacht angeht und in der entsprechenden Situation dann richtig reagiert.

Seit dem Erlebnis in Buenos Aires, werden wir in Zukunft sehr viel misstrauischer sein, wenn jemand etwas von uns will, auch wenn es den Anschein hat, dass sie nur helfen wollen... Was sehr schade ist!

Gruß
Katja
zuletzt bearbeitet 16. Jan. 2010
Gast16. Jan. 2010 · #54
Hallo Wolfgang,

BikeAfrica schrieb:
wir es daher einfach dabei belassen sollen, unsere gegensätzlichen Meinungen einfach gegenseitig zu respektieren.
Ja, natürlich ist es völlig OK, wenn es unterschiedliche Meinungen zu einem Thema gibt. Wenn alle auf diesem Planeten die selbe Meinung hätten, wäre das Leben recht grauenhaft. Ich fände es zwar schön, wenn man da mal zu einer Kompromissformulierung käme, die man ggf. auch in FAQ/Wiki aufnehmen könnte, denn das Thema interessiert ja grundsätzlich viele - gerade Namibia-Neulinge. Aber das bekommen wir halt derzeit wohl nicht hin.
Mein Anfang der 60er Jahre gebautes Elternhaus in Deutschland hatte teilweise vergitterte Fenster.
Naja, es wird von den Relativierern (so will sie mal nennen) in der Diskussion häufig so getan, als wenn irgendjemand behauptet hätte, dass es in Deutschland keine Kriminalität gibt. Und dann werden immer einzelne Gegenbeispiele gebracht. Es hat aber gar keiner behauptet, dass es in Deutschland keine Kriminalität gibt. Natürlich gibt es auch hier Mord, Raub und Diebstahl. In absoluten Zahlen sogar viel mehr als in Namibia. Und es gibt auch vergitterte Fenster an Häusern in Deutschland. Es gibt aber sicher keine einzige Stadt in Deutschland, die nur ansatzweise die Vergitterungsquote von Windhuk hat. Und die Wahrscheinlichkeit, dass mir jemand in Windhuk das Auto aufbricht oder mir Rucksack und Geld abnehmen will, ist einfach größer.
Und das Auswärtige Amt warnt ja fast vor dem Besuch jeden Landes bzw. innerhalb der Länder vor irgendwelchen Gebieten.
Ich sehe beim Auswärtigem Amt schon sehr differenzierte Einschätzungen. Für Namibia gibt es "landesspezifische Sicherheitshinweise" bezüglich der Kriminalität. Für das unmittelbar benachbarte Botswana beispielsweise nicht. Deswegen gibt es natürlich auch in Botswana Kriminalität, aber eben auf einem niedrigeren Niveau, das keine explizite Warnung rechtfertigt.

Beste Grüße

Guido
zuletzt bearbeitet 16. Jan. 2010
387 Beiträge · seit 200917. Jan. 2010 · #55
Ich war schon mehrfach in Rom, Paris, London, aber auch in Madrid, Budapest, Prag, Amsterdam, Brüssel, Dublin sowie in New York, L.A., San Francisco, Sydney, Hongkong, und habe mich nirgendwo veranlasst gesehen, meinen Rucksack auf dem Bauch zu tragen. Was natürlich nicht heißen soll, dass es dort nicht auch zu Taschendiebstählen kommen kann.
Ich wohne in einer deutschen Großstadt und habe auch kein Problem damit, hier nachts durch die Gegend zu laufen. Und auf den Weihnachtsmarkt nehme ich keinen Rucksack mit und achte sehr auf meine Handtasche, und nehme auch möglichst alle Papiere raus.

In Kapstadt wurde uns in unserem B&B geraten, abends außer etwas Bargeld NICHTS mitzunehmen, auch keine Armbanduhr zu tragen. Da dort alle Häuser schwer vergittert waren, haben wir uns wirklich nicht wohl gefühlt, denn man denkt ja, das muss seinen Grund haben. Das soll jetzt nicht heißen, dass es nicht auch in Deutschland zu Wohnungseinbrüchen kommen kann, und vergitterte Fenster kenne ich hier eigentlich nur aus wohlhabenden Stadtvierteln.
In Mexico City wurde uns von einer Einheimischen gesagt, bloß immer alles gut festzuhalten. Und möglichst auch nicht mit Armbanduhr rumlaufen. Wird ja wohl irgendwo seinen Grund haben...
Bezüglich Buenos Aires wurde mir von einer Bekannten, die schon mehrfach dort war, gesagt, "Mach Dir keine all zu große Sorgen wegen Taschendieben. Ich denke, dass keine größere Gefahr besteht wie in jeder europäischen Stadt. Klar, solltet Ihr vorsichtig sein, aber wenn Ihr die nötigen Regeln einhaltet, dann dürfte es keine "Gefahren" geben. ich bin mir sicher, dass Euch die Stadt ebenso gut gefallen wird wie mir." Nach dem Trickdiebstahl direkt am ersten Tag fiel uns dann auf, wie viele Leute dort mit dem Rucksack vor dem Bauch rumlaufen... Habe ich in Deutschland noch nie gesehen. Und als wir auf der Wache der Touristenpolizei saßen, kamen kurz nach uns direkt die nächsten, denen man auf dem Weg vom Taxi ins Hotel den Rucksack geklaut hat, der nur einen Moment aus den Augen gelassen wurde...

Gruß
Katja
zuletzt bearbeitet 17. Jan. 2010
235 Beiträge · seit 200917. Jan. 2010 · #56
Hallo catja999, Ich lebe seit 50 Jahren im suedlichen Africa und da bekommt man ein Gespuer dafuer, wie man mit diesem Land und den Leuten umgeht. So etwas kann man sicher nicht von Touristen erwarten. Da kommt mancher in Situationen die er nicht richtig handhaben kann. Aber wenn es nur Sachschaden ist, dafuer hat man eine Versicherung. Uns ist auf jeden Fall, bis auf einen versuchten Hauseinbruch, nur Gutes widerfahren.
Gruss Hubert
387 Beiträge · seit 200917. Jan. 2010 · #57
Leider zahlt die Hausratversichrung bei einem Raub nur, wenn man dabei persönlich zu Schaden gekommen ist. 🙁

Ich fände es hilfreich, wenn man aufhört, die Tatsachen zu verharmlosen, und in den FAQs die typischen Situationen sammeln würde, in die man als Tourist kommen könnte, wovon man schon mal gehört hat oder was Forenmitgliedern widerfahren ist, und wie man am besten reagieren sollte. Das soll dann keine Panikmache sein, sondern einfach den Dingen ins Auge schauen und Tipps geben, wie man am besten damit umgehen sollte, damit man nicht blauäuig in vermeidbare Situationen hineinrennt...

Gruß
Katja
zuletzt bearbeitet 17. Jan. 2010
1'155 Beiträge · seit 200617. Jan. 2010 · #58
… und irgendwann wir hier jemand kommen und behaupten ein Abendspaziergang in Windhoek oder Johannesburg sei gleich harmlos wie wenn ich in München vom Rathaus ins Hofbräuhaus laufe 🙁
63 Beiträge · seit 200917. Jan. 2010 · #59
Ich denke auch, dass es halt in Swakopmund und Winhoek etwas unsicherer ist als in München oder Bern und dass Frau oder Mann das "Unglück" nicht herausfordern muss indem die Ganze "teure" Fotoausrüstung mitnehmen muss.
Aber irgendwo muss das "Zeug" ja sein!
Wie ist es um die Sicherheit im Hotel wo das "Zeug" zurückbleibt?

LG Walter
0
7'296 Beiträge · seit 200617. Jan. 2010 · #60
Tomcat schrieb:
… und irgendwann wir hier jemand kommen und behaupten ein Abendspaziergang in Windhoek oder Johannesburg sei gleich harmlos wie wenn ich in München vom Rathaus ins Hofbräuhaus laufe 🙁
... zwischen Johannesburg und Windhoek mache ich noch ein paar Unterschiede und München ist in der Vergangenheit ja auch ein wenig ins Gerede gekommen (S-Bahn-Vorfälle). Ich selbst habe mich in München deshalb nicht unsicher gefühlt und ich bin in Windhoek mehrfach zwischen Joe's Beerhouse und der Cardboard Box zwischen 22 und 23 Uhr eine Dreiviertelstunde alleine zu Fuß unterwegs gewesen.

In Johannesburg würde ich sowas nicht tun und in Nairobi auch nicht, aber Windhoek ist damit lange nicht zu vergleichen.

Schönen Urlaub in Namibia wünscht
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...