Unsere erste Namibia Reise - ein Reisebericht

50 Antworten · 22,3k Aufrufe · gestartet 07. Okt. 2009 von crossfire
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Themenstarter67 Beiträge · seit 200911. Okt. 2009 · #21
Silvy schrieb:
Die Hammerstein Lodge habe ich genauso empfunden wie Du. Ich bevorzuge die Lodges, in denen man diesen herrlichen Blick auf die Dünen hat, aber die sind dann natürlich auch etwas höher im Preis.
Silvy
Hallo Silvy,
erst mal vielen Dank für die Blumen.
Ja die Hammerstein Lodge haben wir in unserer eigenen Benotung der Unterkünfte die ich ganz am Ende mal reinsetze ganz klar an die letzte Stelle gesetzt und für spätere Reisen sozusagen in unseren Köpfen schon gelöscht.
Sie war leider in unserem vorgegebenen Reiseplan mit drin.


So ein Mist, der heutige Tag war fast fertig geschrieben da schmiert mir der PC ohne Vorwarnung ab. Muss alles nochmal schreiben - aber später. Hab jetzt keine Lust mehr. SORRY!!!
Liebe Grüße Peter
245 Beiträge · seit 200911. Okt. 2009 · #22
crossfire schrieb:

So ein Mist, der heutige Tag war fast fertig geschrieben da schmiert mir der PC ohne Vorwarnung ab. Muss alles nochmal schreiben - aber später. Hab jetzt keine Lust mehr. SORRY!!!
Wie ärgerlich. Nachdem mir so etwas einmal passiert ist arbeite ich grundsätzlich mit Worddokument.

Aber Hauptsache wir müssen nicht bis morgen warten. Bin schon gespannt, wie es weiter geht.

LG
Lio
Themenstarter67 Beiträge · seit 200911. Okt. 2009 · #23
So es geht weiter:


19.09.
Heute geht es nach Swakopmund, von der wir im Vorfeld gelesen haben das es die "Deutsche Stadt" in Namibia sein soll.
Nachdem wir die 60km die wir schon von gestern kannten, aber heute ganz anders empfanden, hinter uns gebracht haben wechselt die Landschaft sehr oft und manchmal auch abrupt. Von Steppe/Savanne zu seltsamen identischen ineinander verschachtelten Hügeln die in etwas so aussahen wie Berliner Ballen (ein besserer Vergleich ist mir dazu nicht eingefallen), Schluchten und Hochland im Bereich der beiden Pässe Gaub und Kuiseb die wir heute befahren.

Doch vorher passieren wir ja noch Solitaire, was sich aber anders darstellt als wir dachten.

Als wir von der C19 auf die C14 stießen war uns klar das irgendetwas nicht stimmte. Solitaire hatten wir schlicht und einfach verpasst weil wir:
1.dachten das wir da durchfahren müssen, und
2. das Solitaire mehr ist als nur eine kleine Ansammlung von Häusern die aus einer Tankstelle, einer kleinen KFZ Werkstatt, ner Bäckerei, einem Restaurant, nem kleinen Einkaufsladen und noch zwei oder drei Häusern sowie einigen gut in Szene gesetzten Oldtimerwracks besteht. Da hatte(n) man uns/wir uns falsch informiert – hahaha!!
Also die paar hundert Meter wieder zurück und siehe da, (jetzt) rechts liegt das ersehnte Glück mit den oben genannten Bauten.
Wir tanken also und dabei „laufen“ uns zwei Ehepaare die schon in Hammerstein neben uns wohnten mit ihrem Toyota Hilux über den weg. Sie wollen heute auch nach Swakopmund und beziehen dort doch tatsächlich auch noch die gleiche Unterkunft wie wir. Im laufe der Fahrt heute werden wir sie noch zweimal an „fotogenen Plätzen“ treffen.
Im kleinen Laden füllen wir unsere Tanks auch noch mit Flüssigkeiten auf und dabei fällt mir auf wie lecker in solch einer Hitze doch eine eiskalte Coca Cola schmecken kann!!
Hier in dieser Einöde an einer Tankstelle, im Niemandsland sozusagen, ist uns dann noch bewusst geworden was uns auf der ganzen Reise begleitete: Saubere Toiletten!!! Egal wo wir waren, die Toiletten waren immer sauber. Die Menschen hier scheinen sich besser zu benehmen als bei uns – was das angeht.
Gut weiter gings über den Gaub und den Kuiseb Pass Richtung Walvis Bay. Nach passieren des Kuiseb Pass öffnete sich das weite Land wieder und der erste Blick auf die Savanne, die durch ein unendliche scheinendes horizontales Band aus Bäumen mit saftigen grünen Blättern in zwei Hälften getrennt wurde sah einmalig schön aus.
Danach wurde es dann allerdings mit jedem Kilometer eintöniger und die Landschaft machte langsam aber sicher ihrem Namen alle Ehre.
Eine schreckliche Einöde mit einem Pad der bis zum Horizont schnurstracks geradeaus verlief.
Hier nun kam es zur schon gestern von mir angekündigten Begegnung:
Ein Fahrradfahrer auf seinem MTB (war es glaub ich) mit einem kleinen Anhänger kam uns entgegen.
Inge und ich sahen ihn erst an und danach mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln die ein Auto so bietet auch noch hinterher, dann uns an, und fast gleichzeitig sagten wir in etwa so was wie: „Das glaub ich jetzt nicht, was war das denn? Ein Radfahrer? - Hier?“
Irgendwie waren wir so was von baff, das uns erst viel später einfiel das wir eigentlich hätten anhalten müssen um den „Weltenbummler“ nach seinem Weg zu fragen, bzw. ihn einfach mit hunderten von Fragen zu bombardieren. Aber leider haben wir diese Chance dank unseres Unglauben über das gesehene vertan.
Nach einer endlos scheinenden Fahrt taucht dann etwas auf was wir gestern schon zur Genüge gesehen hatten. Dünen, Sand und nochmals Dünen. Die Sandwüste hatte uns wieder.
Die einzigen Tiere die wir gesehen hatten waren etliche Springböcke und eine handvoll Strauße, mehr nicht.
Das bleibt bis zum Stadtrand von Walvis Bay so, dem einzigen Tiefseehafen Namibias. Wir streifen die Stadt nur am Rand und fahren über die B2 Richtung Swakopmund. Alles ist so irreal, das Asphaltband geradeaus bis zum Horizont, links der Atlantische Ozean und rechts die sich auftürmenden, scheinbar endlosen Dünen. So etwas haben wir beide noch nie gesehen.
Die Temperatur die vor Stunden noch bei konstant 35°C lag ist hier schlagartig auf 15°C gesunken, dazu weht ein kräftiger Wind von der Seeseite.
Unser erster Eindruck von Swakopmund: Sehr geordnet und sauber alles. Breite Straßen, hübsche bunte Häuser (keine Hochbauten außer dem Leuchtturm und dem Woermann-Turm!!),wenig Fahrzeuge und noch weniger Menschen die zu fuß unterwegs sind.
Ok wir haben Samstagnachmittag!
Das Hotel Rapmund in der Bismarck Street ist schnell gefunden und hier treffen wir später auch die vier „Hilux Leute“ wieder.
Klamotten aus dem Auto, etwas frisch gemacht und ab ins benachbarte „Kaffee Anton“.
Das ist ja mal ne Kuchenauswahl hier. Wir sündigen mit je einem Stück dicker fetter Torte und trinken dazu Kaffee, der auch hier wie überall in Namibia gut schmeckt.
Danach laufen wir noch etwas zum und am Strand entlang, sehen uns die „Jetty“ an und fallen ohne Abendessen (der Kuchen hat uns gereicht) todmüde ins Bett.

Morgen steht die "Living Desert Tour" an und wir werden um 8 Uhr vom Hotel abgeholt. Also nix mit ausschlafen am Sonntag.

Dann sag ich mal bis morgen!!

Hier ist der Link zu meinem Fotoalbum (klick mich)
Da ich im Dienst bin konnte ich nur 2 neue Bilder hochladen.
Liebe Grüße Peter
zuletzt bearbeitet 11. Okt. 2009
221 Beiträge · seit 200811. Okt. 2009 · #24
Hallo Crossfire!

Dein Bericht gefällt mir sehr gut und ich finde ihn auch deshalb sehr interessant weil wir um die selbe Zeit in der Nähe waren. Am 18.9. abends war der Wind an der Düne 45 noch nicht so arg. Aber am 19.!! Da hätten wir die Fahrt ins Dead Vlei vorgehabt. Es hat die ganze Nacht gestürmt und am Morgen ist uns bei diesem Wind, der schon den Sesriem-Campingplatz von der Toilette bis zu den Waschräumen mit Sand überzogen hat, die Lust vergangen. Sei froh dass du einen Tag früher dran warst! Wir haben es auf ein anderes Jahr verschoben. Bin schon neugierig wie es bei dir weitergeht.

Liebe Grüsse
Inimu
Themenstarter67 Beiträge · seit 200911. Okt. 2009 · #25
Hallo Inimu,
danke für das positive Feedback.

Ja der Wind, der machte uns im Sossusvlei ordentlich zu schaffen. Im Deadvlei wars dann nicht mehr schlimm, fast windstill "da unten".
Liebe Grüße Peter
Themenstarter67 Beiträge · seit 200913. Okt. 2009 · #26
So es geht nun - leider mit Verspätung - weiter.

20.09.
Heute steht unsere "Living Desert Tour" an!

... und ich kann jetzt schon sagen das sie ein Highlight unseres Namibia Urlaubs war!!!
Pünktlich um 8 Uhr werden wir am Hotel von Chris Nell mit seinem Land Rover abgeholt. Zum Glück spricht er ganz passabel deutsch, so das unser Schulenglisch, das schon jahrzehnte zurück liegt (wir sind ja schließlich nicht mehr die jüngsten), nur selten gebraucht wird.
Chris ist ein absolut gut gelaunter und lustiger Typ so um die 40 (hoffe das stimmt - hehe), der nur ernst wird wenns um die Quadfahrer in der Wüste geht (nicht die geführten Touren!!!) die "alles" auf Jahre zerstören.
Er hat viele, viele Luftaufnahmen gemacht wo man alles genau erkennen kann und geht mit seinem Anliegen den zuständigen Stellen auf den Nerv!!! Man merkte ihm richtig an das dieses Thema ihn emotional berührte. Ich glaube er liebt diese Wüste!
Nachdem wir noch vier andere Deutsche und einen US Amerikaner (Jeremy, ein total netter Typ der schon seit Monaten in Afrika rumreist) abgeholt hatten gings richtig los.
Was da sozusagen vor den Toren von Swakopmund alles lebt ist schon erstaunlich.
Leider spielte das Wetter die ersten zwei bis drei Stunden überhaupt nicht mit. Es war richtig kalt, windig und die Luftfeuchtigkeit ganz schön hoch.
Keine guten Bedingungen um die kleinen Lebewesen der Namib zu finden. Chris versuchte auf seine lockere Art und Mut zu machen und erklärte uns alles, bis zum Winkelverhältnis einer Düne was die Wind - und die Leeseite angeht, sowie die Verdichtung des sandes auf der jeweiligen Seite.
Ich denke schon das alle eine Menge gelernt haben an diesem Vormittag.
Mal sehen ob ich noch alles auf die Reihe bekomme was da so passiert ist in den Stunden 😐
An Tieren (den "Little Five") hatten wir: Chamäleons, eine Schlange (Namen vergessen), Dancing White Lady (Spinne), Skinks, Skorpion, "Klopfkäfer" Tok-tokkie (die Schwarzen die man überall in der Namib findet), Eidechsen aller Art, Geckos, Silberfische und versch. andere Käfer.
Mit dem Chamäleon beim verspeisen eines Käfers ist mir wohl das Tierfoto des Urlaubs gelungen, hatte ich gedacht. Leider stellte sich dann zu hause am heimischen PC heraus das es leider etwas unscharf geworden ist.
Das hört sich jetzt nicht gerade berauschend an, war aber eine recht gute Ausbeute wenn man bedenkt das wir in einer Wüste waren und dieses Tiere nur in der Namib zu finden sind.
Durchnittlich 10mm Niederschlag nur als Tau fällt hier im Jahr, und das letzte mal geregnet hat es laut Chris vor drei Jahren.
Chris erkannte, bzw. fand die meisten Tiere anhand der Spuren die sie im Sand zurückließen. An einem der Dünenhänge sagte er uns folgendes und zeigte auf die Düne: "This is our newspaper", soll heißen: hier kann man an den Spuren erkennen was hier passiert ist, wer hier alles lebt und wo.
Erstaunlich wie zielsicher er die Tiere fand, obwohl wie schon gesagt das Wetter am Anfang nicht so gut dafür geeignet war.
Die Dancing White Lady fand ich am interessantesten.
Während sie sich tagsüber unter der Sandoberfläche in einer Wohnröhre hinter einer Art Tür aufhält, geht sie nachts am Dünenhang auf Jagd. Muss sie fliehen, kann sie eine kugelige Gestalt annehmen und in rasantem Tempo die Sanddüne hinabrollen, um dann, unten angekommen, schnell weiter zu fliehen. Aber wehe unten wartet ein Feind auf sie, dann fängt sie an nervös vor dem Angreifer zu tanzen, was aber nur äußerst selten zum Erfolg führt.
Die Geckos und Eidechsen leben eher auf der weichen Seite der Dünen, denn hier werden Samen und Gräser (Chris nennt es Dünen Müsli) angeweht die den Silberfischen als Nahrung dienen und damit den Anfang der Nahrungskette bilden. Die Käfer fressen die Silberfische, Echsen die Käfer und die Schlangen die Echsen. So schließt sich der Kreislauf - wenn der Mensch nicht eingreift!!
Das Auffinden der Schlange war für uns der Hit schlechthin. Sie lag in einem sehr kleinen Busch und man konnte nur die Augen von ihr sehen. Genauer gesagt hat diese Schlangenaugen von uns niemand gesehen - außer Chris. Auch nachdem er uns darauf aufmerksam gemacht hatte sah niemand was. Die Augen sahen auch bei ganz genauem hinschauen so aus wie die millionen Sandkörner die drumherum lagen. Erst als er vorsichtig anfing den Sand etwas wegzupusten konnten wir langsam den Schlangenkörper entdecken. Ganz großes Kino!!
Es war eine wahre Freude Chris bei seiner "Arbeit" zu zusehen.
Den "Trick" mit dem Magneten hat er uns natürlich auch vorgeführt. Erstaunlich wie eisenhaltig der Sand ist!!!

Der Reifendruck wurde übrigens nach einiger Zeit auf 1 bar reduziert und so kamen wir (auf vorgegebenen Routen) in Verbindung mit dem Allradantrieb auch durch tiefsten Sandboden.

Insgesamt gesehen eine super Führung mit einem super Guide der uns auf seine spezielle lockere Art das Leben in der Wüste näher gebracht hat.
Den Abschluss bildete eine grandiose Sicht von einem Dünenkamm über die Weite der Wüste auf der einen und dem dunkelblauen Atlantischen Ozean auf der anderen Seite.

Wir können nur sagen: Sehr zu empfehlen ==> http://www.living-desert-adventures.com/index-de.htm

Den Nachmittag verbrachten wir in Swakopmund. Sind mal rausgefahren zum "Martin Luther", da war aber leider geschlossen, obwohl die Öffnungszeiten was anderes sagten.

Zum Museum das die Geschichte der Stadt und Namibias wiederspiegelt kamen wir leider erst 10 Minuten bevor es zu machte.
Ein kleines Tip in die Kasse und wir durften im Eiltempo durch die erstaunlich vielfältigen und großen Räume "flitzen".
Um Punkt 17 Uhr schlug jemand eine Glocke und man gestattete uns noch etwas länger zu bleiben.
Am Eingang war dann noch etwas Zeit für ein kleines Gespräch mit einer älteren Dame (an der Kasse) deren Eltern nach Namibia auswanderten wo Sie dann in Swakopmund geboren wurde.

Zu Abend gegessen haben wir in Kücki's Pub Fisch und Suppe (bin mir jetzt mit der Suppe nicht so sicher). Aber lecker und preiswert.

Morgen wollen wir nach dem Auschecken dann erst noch nach Walvis Bay um Wasservögel zu beobachten.

Neue Bilder gibt es erst morgen, bin im Dienst!
Liebe Grüße Peter
zuletzt bearbeitet 13. Okt. 2009
245 Beiträge · seit 200914. Okt. 2009 · #27
Jetzt ist es Morgen 🙂
1 Beiträge · seit 200914. Okt. 2009 · #29
Hallo zusammen
Wir waren vom 26.09.09 - 12.10.2009 auf einer Selbstfahrertour durch Namibia. Es war absolut super toll. Wir waren mit unserern Kindern ( 11 und 13 jährig) mit dem Offroader und dem Dachzelt unterwegs. Ich liess die Camps von EXPLORE NAMIBIA in Windhoek vorreservieren und hab auch das Auto über denselben Reiseanbieter reserviert.Der Wagen kam von ASCO HIRE. Die Betreuung durch das Reisebüro war absolut perfekt, sämtliche Reservationen klappten und auch das Auto konnten wir nach 2500 km Fahrt über Pisten und Schotterstrassen ohne irgendeine Panne wieder in Windhoek zurückgeben. Ich kann diese Firmen zur Planung und Reservierung einer Selbstfahrer Safari durch Namibia nur empfehlen. 😎 🤩 🙂 😛
Themenstarter67 Beiträge · seit 200915. Okt. 2009 · #30
So wir fahren weiter ...

21.09.
Naja das mit den Wasservögeln beschränkte sich zum allergrößten Teil auf Flamingos, die aber auch nicht besonders hübsch anzusehen waren weil das Wetter nicht mitspielte. Es war sehr bewölkt, diesig und sogar einige Tropfen kamen aus der Himmelssuppe herab, also ein äußerst mieses Licht um mein extra für den Urlaub gekauftes Tele-Objektiv von Sigma (120-400 HSM OS) hier das erste mal zu gebrauchen.
Ok, neben Flamingos haben wir natürlich auch noch ein paar andere Vögel gesehen aber keine Pelikane obwohl wir weit hinter die Salzgewinnungsfabrik gefahren waren. An einige Strandläufer und Graureiher? kann ich mich noch erinnern.
Auf dem Rückweg hockte ein Cojote? am wegesrand, der sich aber schnell wegtrottete als wir anhielten um ihn zu beobachten.
Nach dem Einkaufen und Geld wechseln in Swakopmund gings dann weiter Richtung Cape Cross, immer der Küste entlang.
Wenig spektakulär bis auf ein Schiffswrack auf ca. halber Strecke und einem kleinen Salzsee mit einem Hügel aus purem Salz kurz vor Cape Cross, das auf gut deutsch gesagt "am Arsch der Welt" liegt 😊
Nichts, aber auch garnichts drumherum zum ansehen. Mitten in der Einöde am Meer die einzige 4 Sterne Unterkunft auf unserer Rundreise.
Top Zimmer mit Terasse zum Meer hin (Bagatelle war aber gemütlicher und mehr Afrika eben), modern eingerichtet. Sehr nette Leute und am Abend ein wirklich hervorragendes Dinner!!!
Die unmittelbare Umgebung war nicht so schön, es wurde gebaut und das merkte man auch.
In der ganzen Lodge (Lodge?, eher ein Hotel) waren incl. uns insgesamt 3 Paare und eine italienische Reisegruppe mit ca. 8 Personen - mehr nicht.
Kurz nach 16 Uhr fuhren wir dann noch zum Highlight des heutigen Tages (mal abgesehen vom Dinner, aber das wussten wir da ja noch nicht): Die "Seal Colony". Zigtausende von Zwergpelzrobben und Seehunde haben es sich hier "gemütlich" gemacht.
Nachdem wir den Eintritt bezahlt hatten und wir mal wieder feststellen mussten das wir spät dran waren (geöffnet bis 17 Uhr), die Frau an der Kasse uns aber deutlich sagte das die Zeit reichen würde gings weiter zum Parkplatz an der Stelle wo der portugisische Seefahrer Diogo Cao im Januar 1486 diese Land betrat und für Portugal in Besitz nahm.
Noch war alles ok, denn die Autotüren waren noch geschlossen und die Luft normal. Wir hatten zwar schon eine kleine Warnung von dem englischen Pärchen das wir in der Bagatelle kennengelernt hatten erhalten, aber als wir die Türen unseres Nissan öffneten schlug uns ein unglaublicher Gestank entgegen , der im ersten Moment wie eine Keule wirkte. Leute das war wirklich ganz schön ätzend, wobei ich mich relativ schnell daran "gewöhnt" hatte. Inge aber noch viel später als sie sich unter der Dusche die Haare wusch meinte den Gestank eimerweise mit aus den Haaren gewaschen zu haben.
OK, meine Haare sind extrem kurz und ihre sehr lang, evtl. war das der Grund 😄
Ich lese gerade in meinem Tagebuch wortwörtlich folgendes:
Eine Geräuschkulisse hoch drei und ein Gestank der einem auf der Zunge brannte. Man sollte endlich Geruchsfernsehen einführen 😉
Aber schon sehr imposant was da so alles los war. Einige Tiere erfrischten sich im Meer, viele lagen einfach nur rum wie deutsche Urlauber an der Adria, und andere wiederum schienen pausenlos unterwegs zu sein um mit jedem der ihnen nicht gefällt einen Streit anzufangen.
Wir haben auch einige tote Babys da liegen sehen um die sich Möwen stritten wer wohl das Beste davon abbekommt.
Und ein Bulle versuchte mit vollem körperlichen Einsatz etwas für den Nachwuchs der Kolonie zu tun.

Nachdem wir die Nase im wahrsten Sinne des Wortes gestrichen voll hatten, und uns noch kurz das Kreuz und die Gedenksteine angesehen hatten gings gegen 17.20 Uhr (man ließ uns mal wieder etwas mehr Zeit!!) zurück zur Lodge.
Ich gebe jetzt gerne zu das auch ich die Dusche danach sehr genossen habe 🙂
Das Abendessen war absolute Spitze (hatte ich ja schon geschrieben), nur habe ich mir seltsamerweise nicht aufgeschrieben was es gab. Wir haben allerdings die Karte fürs Dinner noch zu hause und ich reiche es evtl. morgen nach, da ich mal wieder vom Dienst aus schreibe.

Nach dem Essen haben wir dann noch gemütlich bei einigen Gläsern Wein mit den beiden Pärchen zusammengesessen und einen netten Abend bis ca. 24 Uhr ausklingen lassen.

Morgen gehts dann nach Twyfelfontein!

Lio ich versuchs zumindest 😉
Liebe Grüße Peter
zuletzt bearbeitet 15. Okt. 2009
Themenstarter67 Beiträge · seit 200916. Okt. 2009 · #31
Heute gehts also nach Twyfelfontein ...

22.09.

Es geht heute wieder zurück ins Landesinnere. Die Fahrt war am Anfang recht langweilig und öde wie wir fanden. Erst die C34 zurück bis kurz vor Henties Bay, da gings dann links auf die C35 Richtung Uis.
Nach ca. 150 Km wurde die Landschaft aber langsam schöner und abwechslungsreicher. In Uis haben wir getankt und in Vicky's Coffeeshop einen (mal wieder) leckeren Kaffee getrunken.
Rund um Uis werden einem am Strassenrand überall "Edel"steine angeboten.
Ca. 50km hinter Uis hatten wir dann eine Begegnung auf die wir schon den ganzen Urlaub gewartet hatten: Direkt am Strassenrand stand er, unser erster Elephant in Namibia. Ein echt großes Tier, das sich zuerst überhaupt nicht von uns stören ließ, aber nach einer gewissen Zeit wohl genug von deutschen Urlaubern hatte und langsam im Buschwerk verschwand.
immer wieder schön diese Tiere einfach so in freier Wildbahn, wie man so schön sagt, zu sehen.
Nach einer scheinbar endlosen Fahrt kamen wir gegen 15 Uhr in der Lodge an.
Schon auf den ersten Blick gefällt es uns hier in dr Twyfelfontein Country Lodge. Richtig schön gelegen, die einzelnen Gebäude passen sich der Landschaft gut an und wenn man auf der Terasse des Haupthauses steht hat man einen wunderbaren Blick über diese Landschaft.
Nachdem wir unser Willkommensgetränk getrunken hatten kam das übliche an die Reihe. Nissan zur Unterkunft fahren und auspacken was heute morgen erst eingepackt wurde.
Beim "schleppen" der Klamotten half uns jemand der natürlich wissen wollte wo wir gerade und im allgemeinen herkommen unsd so weiter.
Das Zimmer ist absolut in Ordnung, kommt aber an die Bagatelle nicht heran.
Nachdem wir geduscht und uns wieder frisch gemacht hatten sind wir noch etwas herumgelaufen und haben dabei ein paar Eidechsen und diese typischen Mäuse/Ratten (ich weiss es nicht mehr, hab es im TB nicht vermerkt) und einen Greifvogel gesehen.
Eine original Felszeichnung ist direkt rechts vor dem Eingang zu sehen, aber für mehr reicht uns die Zeit mal wieder nicht - schade!
Das Abendessen war ok. aber fast so wie in Hammerstein (nur hier war das Ambiente viel schöner und es war auch bedeutend wärmer), viel zu viel people. Da fällt das "persönliche" wie z.B. in der Bagatelle leider etwas unter den Tisch auch wenn die Bediensteten (auch hier) sehr bemüht und außerordentlich nett waren.
Wir haben hier auch die vier deutschen, die bei der "Living Desert Tour" mit in unserem Land Rover saßen wiedergetroffen.

Morgen gehts nach Okaukuejo in den Etosha National Park !

Originalzitat aus meinem TB als heutigen Abschluss: "Einziges Manko - Zu wenig Zeit!!!"

Neue Fotos sind hier zu sehen ==> http://www.namibia-forum.ch/community/photos/album.html?userid=7481&albumid=11345
... und wer wissen möchte wer wir sind und wie wir so aussehen beim trinken von kaltem namibischen Bier der sollte die Gelegenheit unbedingt nutzen 😄
Liebe Grüße Peter
zuletzt bearbeitet 16. Okt. 2009
541 Beiträge · seit 200716. Okt. 2009 · #32
hey ihr Zwei, toller Bericht!

Mann, da kommt das schlechte Gewissen auf.. ich hatte auch vor einen Bericht zu machen... hab noch keine Zeile geschrieben.. und ihr seid fast drei Wochen nach uns gestartet...

Ich freu mich darauf, weiteres von Euch zu lesen!

Grüßle
Anja
Intelligent people discuss ideas. Fools discuss how people should behave. (Paulo Coelho)
Themenstarter67 Beiträge · seit 200918. Okt. 2009 · #33
Hallo Anja,
vielen dank für dein positives Feedback.
Das macht Mut weiter zu schreiben, was ich jetzt tun werde!

Wir freuen uns übrigens über jeden Kommentar (egal ob + oder -) zu unserer Reise und dem Reisebericht, nur daraus können wir lernen!!

23.09.
Nach einem guten und vielseitigen Frühstück gehts heute weiter nach Okaukuejo, was bekanntlich im Etosha National Park liegt.
Der Weg ist relativ weit und hält zumindest eine Überraschung für uns bereit, nein eigentlich zwei, aber immer der Reihe nach.
Zuerst mal fahren wir nach der Anweisung unseres Reiseplaners von "Sense of Afrika" (wir hatten unsere Reise bei DerTour gebucht und die arbeiten vor Ort mit denen zusammen) einen wie ich im nachhinein finde Riesenumweg Richtung Khoritax, aber egal denn irgendwo vor Khoritax das wir zum Glück (man/wir hatten da so manch negatives gelesen/gehört)nicht durchfuhren fing es doch tatsächlich richtig heftig an zu regnen.
Zuerst mal war schon der ganze Vormittag so seltsam grau was die Himmelfarbe anging, aber mit der Zeit bildeten sich richtig dunkle Quellwolken die dann irgendwann ihre Schleusen öffneten und ich musste auf der C35 den Scheibenwischer unseres Nissan sogar auf die zweite Stufe stellen.
Zum Glück war es nur ein heftiger Schauer und nach ca. 20 Minuten war es vorbei mit der Dusche. Immerhin sank die Staubentwicklung hinter uns auf null und das Land sah auf einmal auch irgendwie anders aus.
Ok, als wir auf die C39 Richtung Outjo bogen wäre es sowieso egal gewesen denn diese Strasse ist asphaltiert und immer staubfrei.
Die zweite Überraschung hatten wir dann in Outjo selber. Das junge Pärchen welches wir in der Cape Cross Lodge getroffen hatten berichtete uns von einer deutschen Bäckerei in Outjo der wir unbedingt einen Besuch abstatten sollten.
Gehört getan - rein nach Outjo: 1. Zum Tanken und 2. Bäckerei suchen!
Die Bäckerei liegt zum Glück direkt an der Hauptstrasse und ist nicht zu verfehlen.
Direkt davor fanden wir einen Parkplatz an der Strasse und siehe da, gegenüber gabs auch eine Autowerkstatt die (mal wieder) heimische Gefühle aufkommen ließ: Weimann's Garage - Seit 1952!!!
Wir also rein in die Outjo Bäckerei und tatsächlich, da liegen sie in der Auslage: Rumkugeln wovon die zwei so schwärmten. Leider stehen wir zwei nicht so auf dieses Gebäck, aber es war noch genug andere Auswahl für alle, auch für uns, da. Torten aller Coleur, Kuchen in jede Richtung und ganz normale Teilchen wie z.B. Plundertteilchen oder Puddingbrezel und so weiter und so fort, als wäre man beim Bäcker nebenan in D 🙂
Nach langem hin und her fanden wir dann auch was (die Auswahl war einfach zu groß!!) und der Kaffee den wir dabei tranken war auch mal wieder absolute Spitze.
Bilder sind natürlich im Album!!!!
Nach einem kurzen Internet Aufenthalt um den Lieben zu hause eine kurze Wasserstandsmeldung zu schicken und einem lockeren Gespräch mit der (in D würde man sagen) "Bäckereifachverkäuferin" die ich pers. zuerst als Engländerin eingschätzt hatte, sie mir aber sagte das sie Namibierin sei und gerade dabei ist deutsch zu lernen (was sie allerdings in etwa schon so gut konnte wie ich englisch) gings weiter auf der geteerten Stasse bis zum Andersson Gate.
Die üblichen Formalitäten und weiter gehts nach Okaukuejo auf nun wieder Schotter.
Wir staunen dann nicht schlecht als wir an der Rezeption im Camp 500 NAD als Kaution für den Schlüssel hinterlegen müssen. Öfter mal was neues!
Die Häuser sehen auf den ersten Blick aus wie in einer Kaserne, das Zimmer selber ist aber recht groß und absolut ok. Nur das Bad erscheint uns als viel zu duster und ist eine absolute Fehlplanung. Beim Duschen wird so gut wie alles nass und das Waschbecken ist unmöglich angebracht wie wir finden, aber ok. ich hör jetzt auf mit meckern 😄
Nach dem Auspacken der üblichen "Kleinteile" gehts erst mal zum erkunden ans im Vorfeld so hochgelobte Wasserloch.
Aber hallo, das ist doch mal superklasse hier, auf Anhieb sehen wir Giraffen, Elephanten, Zebras, Schakale, Springböcke und so einiges was ich mal unter Gazellen/Antilopen zusammenfassen würde.
Nach diesem positiven Erlebnis gehts zurück unter die schon angesprochenen Fehlplanung und danach zum Abendessen. Es gab alles in Buffet Form und war auch vollkommen in Ordnung, im Gegensatz zu morgen, wo es eine reine Zumutung war weil die "Bude" gerammelt voll war, wir 20 Minuten auf das bestellte Getränk warteten (bis wir bestellen konnten vergingen schon ca. 10 Minuten), die nicht kamen und wir uns dann gedacht haben, ok. hauen wir ab denn gegessen hatten wir bis dahin gerade mal ein Süppchen. Am Fleisch (welches gestern noch frisch für jeden zubereitet wurde) herschten heute Zustände wie wohl damals in der ehemaligen DDR, was das Schlange anstehen anging.
Man möge mir den Vergleich nachsehen!!
Mittlerweile war es stockfinster und wir sind mit zwei Savanna zum nun beleuchteten Wasserloch gegangen.
Und wau, was sahen unsere getrübten Augen? Rhinos, "jede Menge" Rhinos. Naja insgesamt waren es fünf und ein Baby.
Neben den "normalen" Besuchern konnte man sehr gut die Giraffen beobachten, die äußerst vorsichtig zum Wasserloch kamen.
Das war sehr schön anzusehen wie sie am dunklen Horizont zuerst so eben zu erkennen waren und dann gaaaaanz langsam aus der Ebene zum Wasserloch schritten. Ich weiss jetzt nicht wie lange es dauerte, aber es war verging eine lange Zeit bis sie sich trauten zu trinken und dabei die Umgebung sehr wachsam im Auge behielten.
Morgen werde ich mal früh aufstehen und mich hier auf die Lauer legen.

Neue Bilder wie immer hier ==> http://www.namibia-forum.ch/community/photos/album.html?userid=7481&albumid=11345
Liebe Grüße Peter
zuletzt bearbeitet 18. Okt. 2009
245 Beiträge · seit 200918. Okt. 2009 · #34
Hallo Peter,

wieder ein schöner Tag und gleich so ein Glück mit den Tierbeobachtungen.

Die kasernenartigen Hütten waren das die Bushchalets? Hast Du Fotos davon gemacht?

Ich frage jetzt auch nicht, ob Steckdosen vorhanden waren... 🤩

LG
Lio
Themenstarter67 Beiträge · seit 200918. Okt. 2009 · #35
Lio schrieb:
Hallo Peter,

wieder ein schöner Tag und gleich so ein Glück mit den Tierbeobachtungen.

Die kasernenartigen Hütten waren das die Bushchalets? Hast Du Fotos davon gemacht?

Ich frage jetzt auch nicht, ob Steckdosen vorhanden waren... 🤩

LG
Lio
Hallo Lio,
danke dir!!
Ja das waren die Bushchalets. Bild davon? Muss ich mal nachsehen!

Foto ist im Album ==> http://www.namibia-forum.ch/community/photos/album.html?userid=7481&albumid=11345

Gruß
Peter
Liebe Grüße Peter
zuletzt bearbeitet 18. Okt. 2009
86 Beiträge · seit 200919. Okt. 2009 · #36
Lio schrieb:
Hallo Peter,

wieder ein schöner Tag und gleich so ein Glück mit den Tierbeobachtungen.

Die kasernenartigen Hütten waren das die Bushchalets? Hast Du Fotos davon gemacht?

Ich frage jetzt auch nicht, ob Steckdosen vorhanden waren... 🤩

LG
Lio
Ich persönlich dachte beim ersten Anblick der Doppelzimmer-Häuser an Pionierlager im Ostblock (man möge es mir nachsehen, als gebürtiger Ungar hatte ich das Vergnügen solche Sommerlager in der Zeit vor 1989 zu besuchen) - aber auch ich kann zustimmen: der erste Eindruck täuscht, die Zimmer sind innen echt geräumig und gut ausgestattet. Das Badezimmer ist allerdings tatsächlich etwas (hach, VIEL) zu klein geraten und das Fehlen eines Duschvorhanges haben wir auch als negativ vermerkt...
Gruss, Viktor http://www.TickerFactory.com/
Themenstarter67 Beiträge · seit 200919. Okt. 2009 · #37
Danke Viktor!


24.09.
Leider war das Aufstehen um 6 Uhr vollkommen überflüssig. Am Wasserloch war nichts, aber auch garnichts los. Habe eine knappe Stunde da "rumgehangen" und außer ein paar Vögeln die sich piepsend unterhielten keine Tiere gesichtet.
Also um 7 Uhr zurück und meinen Schatz geweckt, frühstücken (war ganz ok.)und was man sonst noch morgens so macht, und dann ab den Etosha Park erkunden.
Eins kann ich vorweg schon mal verraten: In den Nationalparks in Kenia die wir kennen (Tsavo Ost, Amboseli und Masai Mara) gibt/gab es bedeutend mehr Tiere zu sehen!!
Aber weiter gehts ja in Etosha, und am ersten Wasserloch (müsste Nebrownii gewesen sein) haben wir schon Glück und sehen vier Löwen die wohl nur ihren Durst stillen wollen, denn alle anderen Tiere scheinen keine besondere Angst vor ihren Jägern zu haben. Sie verhalten sich eher desinteressiert obwohl ich glaube das die Augen schon an den Löwen hingen.
Leider konnten wir nur an der Strasse halten weil der Platz am Wasserloch schon mit Autos überfüllt war, und so war die Entfernung doch beträchtlich.
An allen Wasserlöchern sehen wir bis auf Rhinos die gleichen Tiere wie in Okaukuejo, und zusätzlich ein paar Warzenschweine (in Kenia werden sie "Kenia Express" genannt und eine Riesentrappe. Ich könnte mich immer wieder halb totlachen über das Schwänzchen das beim laufen kerzengerade in der Luft steht wie eine Radioantenne beim Auto, das sieht einfach sehr, sehr lustig aus.
Das Wetter, bzw. der Himmel sieht den ganzen Tag seltsam grau aus, nur ganz selten mal eine Wolkenlücke.
Also nicht besonders toll zum fotografieren das ganze 🙁
Wir fahren bis zu dem Punkt wo man mit dem Auto ca. 2km in die eigentliche Pfanne reinfahren darf. Was für ein trostloses aber gleichzeitig auch faszinierendes Stück Erde wir hier unter unseren Füssen haben. Wenn ich bedenke wieviele Kilometer absolutes Nichts hier vor uns liegen bekomme ich jetzt beim schreiben hier im Forum noch ne Gänsehaut.
Zurück statten wir dem Halali Camp noch einen kurzen Besuch ab, trinken etwas und fahren dann schön gemütlich über diverse Wasserlöcher zurück. Hier entdecken wir (naja eigentlich nicht wir denn wir hätten sie übersehen, aber es standen zwei Wagen am Wegesrand) drei Löwen die im "Unterholz" nahe am Weg ein Nickerchen hielten und sich wahrscheinlich für die abendliche Jagd ausruhten.
Auf dem weiteren Rückweg kommen wir nochmals am Nebrownii Wasserloch vorbei und sehen das es sich eine große Elefantenherde (ca. 20-25 Tiere) dort gemütlich gemacht hat. Sie beherrschen eindeutig zu diesem Zeitpunkt dieses Revier und alle anderen Tiere müssen hinten anstehen und sich in Geduld üben, was nicht allen so richtig gelingt. Von klein bis groß vergnügt sich alles was Elefant heißt am und im kühlen Nass, und immer wieder wird sich der stark kalkhaltige Schlamm und Wasser über den Körper gespritzt. Schnell sehen sie aus wie (falsche) weiße Elefanten.
Wie schon geschrieben bleibt allen anderen Tieren und auch uns nur die Zuschauerrolle - und das bei 35°C.
Nachdem wir das Camp wieder erreichten zogen sich die Wolken immer dichter zusammen und am Wasserloch war zuerst nicht sehr viel los, aber nach einiger Zeit kam ein Elefant der sich nicht nur innerlich mit Wasser versorgte. Einige Giraffen versuchten auch ihr Glück.
Hier trafen wir auch die zwei Pärchen wieder die mit uns bei der "Living Desert Tour" mit im Land Rover saßen und uns schon in Twyfelfontein das zweite mal begegneten.
Wie klein doch Namibia ist 😊
Doch was war das? Ein Tropfen? Ja tatsächlich ein Wassertropfen der aus dem Wolkenhimmel fiel. Und noch einer, zwei, drei und so weiter.
Naja was solls dachten wir, die Zeit zum Duschen ist eh gekommen und etwas Hunger stellt sich auch langsam ein.
Kaum sind wir im Zimmer angekommen erhellt der erste Blitz das dunkler gewordende Gelände, ein paar Sekunden später ein lauter Donner und dann fängt es schlagartig an zu schütten das wir nur noch staunend aus dem Fenster schauen und uns stumm zu fragen scheinen: "Wo sind wir?" Im Etosha National Park im September (also hier Frühling) und es regnet heftigst.
Wir schaffen es in einer fast Regenpause einigermaßen trocken zum essen zu kommen, welches ja nicht so richtig stattfand (siehe gestern) und sind froh nach relativ kurzer Zeit wieder im Zimmer zu sein. Immerhin war der Barkeeper so nett und hat uns einen Korkenzieher geliehen. So konnten wir wenigstens unsere Flasche Rotwein killen und ...
Original Zitat aus meinem TB: "Wir haben jetzt 21 Uhr, der Strom ist zum x-ten mal ausgefallen und es regnet noch immer wie aus Eimern. Ob in der Etosha Pfanne das Leben erblüht?
Gute Nacht!"

Morgen die Auflösung!!!

neue Bilder gibt es in meinem Album ==> http://www.namibia-forum.ch/community/photos/album.html?albumid=11345&userid=7481
Liebe Grüße Peter
zuletzt bearbeitet 20. Okt. 2009
Themenstarter67 Beiträge · seit 200921. Okt. 2009 · #38
Sorry das es nicht geklappt hat mit morgen (also gestern). Also weiter gehts:

25.09.
Nach dem Frühstück und Auschecken fuhren wir bei schönem Wetter nochmals zum Wasserloch wo wir gestern zuerst die Löwen gesehen hatten.
Heute Entäuschung pur, nur ein Strauß und die "üblichen Verdächtigen" (weiß jemand aus welchem Film das Zitat stammt?).
Also wieder retour und noch einen kleinen Abstecher zur Pfanne gemacht. hier waren noch die Überreste des gestrigen Regens zu sehen, Schlammm und Wasserpfützen ohne Ende (unser X-Trail war durch den ergiebigen Regen fast wieder sauber, aber nun ...), aber kein blühendes Leben wie ich gewagt hatte zu hoffen. Oberflächlich tot wie gestern. Aber immerhin begegneten uns 4 ausgewachsene Elefanten direkt vor unserer Nase auf dem kurzen Abstecher.
Danach haben wir dann noch kurz die Aussicht vom Okaukuejo Turm genossen, den Tank des Nissan gefüllt und auf gings.
Um ca. 11.30 Uhr trafen wir wieder am Andersson Gate ein, und - tschüss Etosha!
Nach der fast schon üblichen Rast beim Bäcker in Outjo mit Kuchen (ich habe mein Puddingteilchen bekommen) und Kaffee bei 33°C gings weiter über Otjiwarongo zum Waterberg.
Die gleiche Bedienung wie beim ersten mal sagte uns dann das sie uns erwartet hätte, weil wohl so gut wie alle bei der Rückfahrt ein zweites mal hier einkehren. Kein Wunder bei dem Angebot!!!

Am Waterberg haben wir uns dann das erste mal verfahren weil wir die falsche Lodge (in der Wegbeschreibung von DerTour stand die falsche, in der von Sense Of Afrika die richtige) angefahren sind. Also wieder "alles" zurück und den richtigen Weg zum Waterberg Restcamp genommen.
Hier schien es ein paar Schwierigkeiten zu geben, denn es wurde hin und her telefoniert bis alles klar war. Das war auch der einzige Voucher wo etwas handschriftlich eingetragen war, evtl. war das der Knackpunkt.
Wir bekamen ein kleines Häuschen mit 2 Schlafzimmern für uns zwei allein!
Nach dem schnellen Auspacken hab ich mich dann allein (es war mittlerweile schon 16.45 Uhr) auf den "Waterberg Mountain View" begeben.
Was soll ich schreiben? Puh, angeblich ca. 40 Min. Wegdauer, wobei man nach 5 Minuten schon nicht mehr von Weg sprechen konnte. Aufgemalte Füße wiesen einem den Weg und 30 Minuten kam ich auch ganz gut vorwärts. Die Aussicht nach allen Seiten war fantastisch (auch der zum Berg der sich vor einem auftürmte), doch der Weg entpuppte sich immer mehr zu einer kleinen Kletterpartie. Irgendwann bzw. irgendwo hatte ich aber das Gefühl das irgendetwas nicht stimmen konnte. Keine Hinweisfüße mehr, keinerlei Fußabdrücke von meinen Vorgängern mehr im Lehmboden zu sehen. Nach einem Blick nach vorne wo ich beim besten Willen keinen Weg mehr erkennen konnte hab ich mir dann gedacht: Peter es ist schon rel. spät, also was solls, zurück.
Sofort nach den ersten paar Schritten bin ich dann wohl falsch gegangen und stand plötzlich mitten in der "Pläne", umgeben von riesigen Felsbrocken, Sträuchern und Bäumen, aber keinerlei Aussicht auf ein stückchen Weg. Einfach nichts mehr zu erkennen außer der steilen Wand die sich vor mir auftürmte.
Da hab ich erst mal tief Luft geholt und mir gesagt: "Peter jetzt keine Panik", und bin zurück.
Nach einer kurzen Orientierung an der Stelle wo ich annahm das ich ab hier was falsch gemacht hatte, habe ich dann den richtigen Weg gefunden der von dieser Seite durch die riesigen Felsbrocken aber total anders aussah als von der Seite wo ich zuerst herkam.
Alles nahm ein gutes Ende bis auf mein Hemd das nun 2 Blutflecken besitzt weil ich mir irgendwo die Hand verletzt hatte ohne es zu bemerken.
Als ich wieder am Häuschen war konnte Inge mir auch eine Story erzählen. Sie hatte eine am Ende zum Glück gut ausgegangene Begegnung mit einem riesengroßen Pavian.
Man hatte uns ja schon vorher vor den lästigen Tierchen gewarnt. Alles zumachen, kein Fenster offen lassen usw.
Sie war draußen und wollte sich nach dem duschen die Haare vor einem Fenster bürsten als auf einmal ziemlich forsch ein Pavian um die Hausecke auf sie zukam und nicht gerade besonders lieb aussah. Sie hat dann versucht cool zu bleiben und ist ganz langsam zur Tür zurück gewichen, immer den Pavian im Blick.
Sie hatte nur die Fliegentür geschlossen und in der Aufregung nicht sofort das Schloss öffnen können. Der Pavian ließ nicht locker, aber dann wars geschafft und schnell rein in die gute Stube und die richtige Tür schnell verschlossen. Durchs Fenster konnte sie dann noch sehen das er nicht alleine war und die Paviane sich über die Mülltonnen hermachten. Als ich ankam waren sie nicht mehr da, aber ich hatte immerhin ein Dikdik gesehn.
Nach dem duschen sind wir dann zum essen gegangen. Es war nicht viel los und Inge hatte Fisch (Hecht) und ich Oryx Steak. Alles schmeckte wirklich hervorragend mit einem leckeren Rotwein.
Zitat aus meinem TB: "Wärend ich das schreibe ist Inge auf Ameisenjagd. Verlorene Liebesmüh wie ich finde. Achja vergessen: Sagenhaft schön hier!"

Neue Bilder dann morgen!!

Hier sind sie zu sehen ==> http://www.namibia-forum.ch/community/photos/album.html?userid=7481&albumid=11345
Liebe Grüße Peter
zuletzt bearbeitet 22. Okt. 2009
4'129 Beiträge · seit 200822. Okt. 2009 · #39
Casablanca.
LG
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
Themenstarter67 Beiträge · seit 200922. Okt. 2009 · #40
lilytrotter schrieb:
Casablanca.
LG
Richtig lily!!!!!! 🙂
Boogie ist mein Lieblingsschauspieler und Casablanca einer der besten Filme aller Zeiten 😎
Liebe Grüße Peter