Hallo Namibiafreunde,
wie manche von euch wissen waren meine Frau (Inge) und ich (Peter) vom 13. bis 28. September das erste mal in Namibia. Hier ein kleiner Reisebericht in mehreren Etappen.
13.09.
Flughafen Düsseldorf: Wir sitzen bei "Leonardo" und genießen die unverschämten Preise auf deutschen Flughäfen.
Noch eine Stunde bis zum Check In für die 2. Etappe (die erste war die S-Bahn fahrt zum Flughafen) nach München.
Bis jetzt hat alles geklappt. Keine Beanstandungen was das Handgepäck angeht, nur mein 10kg. schwerer Fotorucksack wurde auf Sprengstoff untersucht. Ergebnis: Negativ!
Der Flieger (Air Berlin) nach München hat 45 Minuten Verspätung.
Also wird aus dem kurzen Aufenthalt in München nichts, sondern im "Laufschritt" gehts von einem Flieger zum anderen.
Recht pünktlich verlässt unser Air Berlin Airbus A330/300 deutschen Boden und der Nachtflug beginnt.
14.09.
Pünktlich setzt die Maschine auf dem Hosea Kutako Flughafen auf. Wir haben fast nicht geschlafen, wie immer bei einem Nachtfflug, und sind totmüde als wir das erste mal namibischen (Beton)Boden betreten..
Warum sind eigentlich alle Beamten auf der Welt die die Einreisekontrolle machen so sprachfaul und schauen immer so "grimmig"? Hier in Namibia machen sie leider keine Ausnahme.
Nach den üblichen Formalitäten und dem wechseln des Geldes gehts zum Mietwagenschalter. Wir haben einen Nissan X-Trail 2x4 über Sunny Cars bei "Budget Rent A Car" gebucht. Alles klappt ohne Probleme und wir können nach kurzer Zeit unseren Wagen übernehmen. Das Übernahmeprotokoll ist schnell erledigt und es kann los gehen.
Links fahren Peter!!! Ich hab mir extra einen DIN A4 Zettel gemacht wo ganz dick und fett "links" draufsteht und lege ihn aufs Armaturenbrett.
Bis auf das "verkehrt herum" schalten und das schauen bei Einmündungen klappt es aber erstaunlich gut. Ok. noch sind wir nicht in der Stadt.
Als wir Windhoek erreichen und in die Jan Jonker Street einbiegen klappt es aber immer noch. Das läßt hoffen!!
Unsere Pension "Moni" ist schnell gefunden und wir werden freundlich begrüßt. Unser Zimmer ist schon bezugsfertig (es ist jetzt ca. 9.30 Uhr) und ein kleines Frühstück gibts auch noch - klasse!!
Nach dem auspacken des Autos legen wir uns erst mal etwas hin, denn für 14.30Uhr ist eine drei stündige Stadtrundfahrt, die wir schon in D bei Carsten Möhle gebucht hatten, angesagt.
Pünktlich wie wir Deutschen nun mal sind stehen wir um 14.30 Uhr an der Strasse.
Wir warten und warten und endlich gegen 14.50 Uhr kommt ein alter offener Land Rover mit einem "schwarzen" (sagt man das eigentlich? Oder farbigen? Ich weis es nicht) angefahren. „Ist er das?“ fragen wir uns gegenseitig. Und tatsächlich, er hält an und springt aus dem Wagen.
"Hallo ich bin Martin, und sorry für die Verspätung. Da ist im Büro was schief gelaufen. Wir dachten ihr kämt zu uns".
Ich bin ganz ehrlich, über das perfekte Hochdeutsch das er spricht, schon sehr überrascht. Aber das sollte sich während der Stadtrundfahrt noch alles klären.
Nach der gegenseitigen Vorstellung ging es dann los. Mittlerweile tränten meine Augen fürchterlich und die Hälfte der Tour hab ich kaum mitbekommen – schade und sehr ärgerlich diese Mistallergie die mich plötzlich in Windhoek erwischte.
Martin ist ein total netter Typ und scheint über Windhoek und Namibia alles zu wissen.
Aus der gebuchten drei Stunden Fahrt incl. Katutura wo Martin aufwuchs und ihn jeder zu kennen schien wurden dann gute vier, und zum Schluss brachte er uns noch zu „Joe’s Beerhouse“, besorgte uns mit viel Charme einen Tisch (obwohl ohne Vorbestellung da normalerweise nix läuft) und wir verabschiedeten uns.
Ein toller Tag fand ein tolles Ende, denn das Essen war auch gut und das eiskalte Bier schmeckte ebenfalls.
Nun zu Martin von Lüttichau (ja so heißt er!!!): Sein Urgroßvater war Deutscher und kam als Rinderfarmer in die einstige Deutsche Kolonie Südwestafrika. Mit der Tochter eines Stammeshäuptlings zeugte er einen Sohn, Martins Großvater.
Martin kämpfte mit der SWAPO gegen die Apartheid, die er am eigenen Leib täglich zu spüren bekam, wurde aber denunziert und als angeblicher Spion für Südafrika zu 20 Jahren Gefängnis in Lubango (Angola) verurteilt.
Der Zufall wollte es, daß sein Name in einer Münchener Zeitung zu lesen war. Dort wurde ein Lüttichau stutzig, erinnerte sich an seinen einst ausgewanderten Großonkel und führte nach längerer Suche die adlige Familie zusammen.
So kam Martin nach 9 Jahren 1989 raus aus dem Loch in Lubango und wir hatten einfach ein Riesenglück diesen geschichtsträchtigen, gebildeten und phantastischen Menschen an unserer Seite zu haben.
Eine der vielen Fragen und die Antwort die wir ihm auf unserer Tour gestellt habe möchte ich hier aber noch schreiben.
Natürlich nur Sinngemäß: "Wie sieht es denn heute aus in Namibia mit der ehemaligen Apartheid. Gibt es sie noch die ewig gestrigen die meinen nur weil sie eine weiße Hautfarbe haben die besseren Menschen zu sein? Mir scheint das hier im Land, wenn ich das überhaupt beurteilen kann, ganz gut zu funktionieren."
Er lächelte mich nur an und sagte dann: "Peter, wir warten nur darauf das die alle einfach Sterben weil sie alt geworden sind. Und dann sehen wir weiter."
Ich denke mal das einige hier Martin auch kennen und unsere Einschätzung über ihn teilen.
Fortsetzung folgt!! Bilder sind in meinen Alben zu sehen!
wie manche von euch wissen waren meine Frau (Inge) und ich (Peter) vom 13. bis 28. September das erste mal in Namibia. Hier ein kleiner Reisebericht in mehreren Etappen.
13.09.
Flughafen Düsseldorf: Wir sitzen bei "Leonardo" und genießen die unverschämten Preise auf deutschen Flughäfen.
Noch eine Stunde bis zum Check In für die 2. Etappe (die erste war die S-Bahn fahrt zum Flughafen) nach München.
Bis jetzt hat alles geklappt. Keine Beanstandungen was das Handgepäck angeht, nur mein 10kg. schwerer Fotorucksack wurde auf Sprengstoff untersucht. Ergebnis: Negativ!
Der Flieger (Air Berlin) nach München hat 45 Minuten Verspätung.
Also wird aus dem kurzen Aufenthalt in München nichts, sondern im "Laufschritt" gehts von einem Flieger zum anderen.
Recht pünktlich verlässt unser Air Berlin Airbus A330/300 deutschen Boden und der Nachtflug beginnt.
14.09.
Pünktlich setzt die Maschine auf dem Hosea Kutako Flughafen auf. Wir haben fast nicht geschlafen, wie immer bei einem Nachtfflug, und sind totmüde als wir das erste mal namibischen (Beton)Boden betreten..
Warum sind eigentlich alle Beamten auf der Welt die die Einreisekontrolle machen so sprachfaul und schauen immer so "grimmig"? Hier in Namibia machen sie leider keine Ausnahme.
Nach den üblichen Formalitäten und dem wechseln des Geldes gehts zum Mietwagenschalter. Wir haben einen Nissan X-Trail 2x4 über Sunny Cars bei "Budget Rent A Car" gebucht. Alles klappt ohne Probleme und wir können nach kurzer Zeit unseren Wagen übernehmen. Das Übernahmeprotokoll ist schnell erledigt und es kann los gehen.
Links fahren Peter!!! Ich hab mir extra einen DIN A4 Zettel gemacht wo ganz dick und fett "links" draufsteht und lege ihn aufs Armaturenbrett.
Bis auf das "verkehrt herum" schalten und das schauen bei Einmündungen klappt es aber erstaunlich gut. Ok. noch sind wir nicht in der Stadt.
Als wir Windhoek erreichen und in die Jan Jonker Street einbiegen klappt es aber immer noch. Das läßt hoffen!!
Unsere Pension "Moni" ist schnell gefunden und wir werden freundlich begrüßt. Unser Zimmer ist schon bezugsfertig (es ist jetzt ca. 9.30 Uhr) und ein kleines Frühstück gibts auch noch - klasse!!
Nach dem auspacken des Autos legen wir uns erst mal etwas hin, denn für 14.30Uhr ist eine drei stündige Stadtrundfahrt, die wir schon in D bei Carsten Möhle gebucht hatten, angesagt.
Pünktlich wie wir Deutschen nun mal sind stehen wir um 14.30 Uhr an der Strasse.
Wir warten und warten und endlich gegen 14.50 Uhr kommt ein alter offener Land Rover mit einem "schwarzen" (sagt man das eigentlich? Oder farbigen? Ich weis es nicht) angefahren. „Ist er das?“ fragen wir uns gegenseitig. Und tatsächlich, er hält an und springt aus dem Wagen.
"Hallo ich bin Martin, und sorry für die Verspätung. Da ist im Büro was schief gelaufen. Wir dachten ihr kämt zu uns".
Ich bin ganz ehrlich, über das perfekte Hochdeutsch das er spricht, schon sehr überrascht. Aber das sollte sich während der Stadtrundfahrt noch alles klären.
Nach der gegenseitigen Vorstellung ging es dann los. Mittlerweile tränten meine Augen fürchterlich und die Hälfte der Tour hab ich kaum mitbekommen – schade und sehr ärgerlich diese Mistallergie die mich plötzlich in Windhoek erwischte.
Martin ist ein total netter Typ und scheint über Windhoek und Namibia alles zu wissen.
Aus der gebuchten drei Stunden Fahrt incl. Katutura wo Martin aufwuchs und ihn jeder zu kennen schien wurden dann gute vier, und zum Schluss brachte er uns noch zu „Joe’s Beerhouse“, besorgte uns mit viel Charme einen Tisch (obwohl ohne Vorbestellung da normalerweise nix läuft) und wir verabschiedeten uns.
Ein toller Tag fand ein tolles Ende, denn das Essen war auch gut und das eiskalte Bier schmeckte ebenfalls.
Nun zu Martin von Lüttichau (ja so heißt er!!!): Sein Urgroßvater war Deutscher und kam als Rinderfarmer in die einstige Deutsche Kolonie Südwestafrika. Mit der Tochter eines Stammeshäuptlings zeugte er einen Sohn, Martins Großvater.
Martin kämpfte mit der SWAPO gegen die Apartheid, die er am eigenen Leib täglich zu spüren bekam, wurde aber denunziert und als angeblicher Spion für Südafrika zu 20 Jahren Gefängnis in Lubango (Angola) verurteilt.
Der Zufall wollte es, daß sein Name in einer Münchener Zeitung zu lesen war. Dort wurde ein Lüttichau stutzig, erinnerte sich an seinen einst ausgewanderten Großonkel und führte nach längerer Suche die adlige Familie zusammen.
So kam Martin nach 9 Jahren 1989 raus aus dem Loch in Lubango und wir hatten einfach ein Riesenglück diesen geschichtsträchtigen, gebildeten und phantastischen Menschen an unserer Seite zu haben.
Eine der vielen Fragen und die Antwort die wir ihm auf unserer Tour gestellt habe möchte ich hier aber noch schreiben.
Natürlich nur Sinngemäß: "Wie sieht es denn heute aus in Namibia mit der ehemaligen Apartheid. Gibt es sie noch die ewig gestrigen die meinen nur weil sie eine weiße Hautfarbe haben die besseren Menschen zu sein? Mir scheint das hier im Land, wenn ich das überhaupt beurteilen kann, ganz gut zu funktionieren."
Er lächelte mich nur an und sagte dann: "Peter, wir warten nur darauf das die alle einfach Sterben weil sie alt geworden sind. Und dann sehen wir weiter."
Ich denke mal das einige hier Martin auch kennen und unsere Einschätzung über ihn teilen.
Fortsetzung folgt!! Bilder sind in meinen Alben zu sehen!
Liebe Grüße Peter

