Unsere erste Namibia Reise - ein Reisebericht

50 Antworten · 22,3k Aufrufe · gestartet 07. Okt. 2009 von crossfire
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Themenstarter67 Beiträge · seit 200907. Okt. 2009 · #1
Hallo Namibiafreunde,
wie manche von euch wissen waren meine Frau (Inge) und ich (Peter) vom 13. bis 28. September das erste mal in Namibia. Hier ein kleiner Reisebericht in mehreren Etappen.

13.09.
Flughafen Düsseldorf: Wir sitzen bei "Leonardo" und genießen die unverschämten Preise auf deutschen Flughäfen.
Noch eine Stunde bis zum Check In für die 2. Etappe (die erste war die S-Bahn fahrt zum Flughafen) nach München.
Bis jetzt hat alles geklappt. Keine Beanstandungen was das Handgepäck angeht, nur mein 10kg. schwerer Fotorucksack wurde auf Sprengstoff untersucht. Ergebnis: Negativ!

Der Flieger (Air Berlin) nach München hat 45 Minuten Verspätung.
Also wird aus dem kurzen Aufenthalt in München nichts, sondern im "Laufschritt" gehts von einem Flieger zum anderen.
Recht pünktlich verlässt unser Air Berlin Airbus A330/300 deutschen Boden und der Nachtflug beginnt.

14.09.
Pünktlich setzt die Maschine auf dem Hosea Kutako Flughafen auf. Wir haben fast nicht geschlafen, wie immer bei einem Nachtfflug, und sind totmüde als wir das erste mal namibischen (Beton)Boden betreten..
Warum sind eigentlich alle Beamten auf der Welt die die Einreisekontrolle machen so sprachfaul und schauen immer so "grimmig"? Hier in Namibia machen sie leider keine Ausnahme.

Nach den üblichen Formalitäten und dem wechseln des Geldes gehts zum Mietwagenschalter. Wir haben einen Nissan X-Trail 2x4 über Sunny Cars bei "Budget Rent A Car" gebucht. Alles klappt ohne Probleme und wir können nach kurzer Zeit unseren Wagen übernehmen. Das Übernahmeprotokoll ist schnell erledigt und es kann los gehen.

Links fahren Peter!!! Ich hab mir extra einen DIN A4 Zettel gemacht wo ganz dick und fett "links" draufsteht und lege ihn aufs Armaturenbrett.
Bis auf das "verkehrt herum" schalten und das schauen bei Einmündungen klappt es aber erstaunlich gut. Ok. noch sind wir nicht in der Stadt.

Als wir Windhoek erreichen und in die Jan Jonker Street einbiegen klappt es aber immer noch. Das läßt hoffen!!
Unsere Pension "Moni" ist schnell gefunden und wir werden freundlich begrüßt. Unser Zimmer ist schon bezugsfertig (es ist jetzt ca. 9.30 Uhr) und ein kleines Frühstück gibts auch noch - klasse!!
Nach dem auspacken des Autos legen wir uns erst mal etwas hin, denn für 14.30Uhr ist eine drei stündige Stadtrundfahrt, die wir schon in D bei Carsten Möhle gebucht hatten, angesagt.

Pünktlich wie wir Deutschen nun mal sind stehen wir um 14.30 Uhr an der Strasse.
Wir warten und warten und endlich gegen 14.50 Uhr kommt ein alter offener Land Rover mit einem "schwarzen" (sagt man das eigentlich? Oder farbigen? Ich weis es nicht) angefahren. „Ist er das?“ fragen wir uns gegenseitig. Und tatsächlich, er hält an und springt aus dem Wagen.
"Hallo ich bin Martin, und sorry für die Verspätung. Da ist im Büro was schief gelaufen. Wir dachten ihr kämt zu uns".
Ich bin ganz ehrlich, über das perfekte Hochdeutsch das er spricht, schon sehr überrascht. Aber das sollte sich während der Stadtrundfahrt noch alles klären.
Nach der gegenseitigen Vorstellung ging es dann los. Mittlerweile tränten meine Augen fürchterlich und die Hälfte der Tour hab ich kaum mitbekommen – schade und sehr ärgerlich diese Mistallergie die mich plötzlich in Windhoek erwischte.
Martin ist ein total netter Typ und scheint über Windhoek und Namibia alles zu wissen.
Aus der gebuchten drei Stunden Fahrt incl. Katutura wo Martin aufwuchs und ihn jeder zu kennen schien wurden dann gute vier, und zum Schluss brachte er uns noch zu „Joe’s Beerhouse“, besorgte uns mit viel Charme einen Tisch (obwohl ohne Vorbestellung da normalerweise nix läuft) und wir verabschiedeten uns.
Ein toller Tag fand ein tolles Ende, denn das Essen war auch gut und das eiskalte Bier schmeckte ebenfalls.

Nun zu Martin von Lüttichau (ja so heißt er!!!): Sein Urgroßvater war Deutscher und kam als Rinderfarmer in die einstige Deutsche Kolonie Südwestafrika. Mit der Tochter eines Stammeshäuptlings zeugte er einen Sohn, Martins Großvater.

Martin kämpfte mit der SWAPO gegen die Apartheid, die er am eigenen Leib täglich zu spüren bekam, wurde aber denunziert und als angeblicher Spion für Südafrika zu 20 Jahren Gefängnis in Lubango (Angola) verurteilt.
Der Zufall wollte es, daß sein Name in einer Münchener Zeitung zu lesen war. Dort wurde ein Lüttichau stutzig, erinnerte sich an seinen einst ausgewanderten Großonkel und führte nach längerer Suche die adlige Familie zusammen.
So kam Martin nach 9 Jahren 1989 raus aus dem Loch in Lubango und wir hatten einfach ein Riesenglück diesen geschichtsträchtigen, gebildeten und phantastischen Menschen an unserer Seite zu haben.

Eine der vielen Fragen und die Antwort die wir ihm auf unserer Tour gestellt habe möchte ich hier aber noch schreiben.
Natürlich nur Sinngemäß: "Wie sieht es denn heute aus in Namibia mit der ehemaligen Apartheid. Gibt es sie noch die ewig gestrigen die meinen nur weil sie eine weiße Hautfarbe haben die besseren Menschen zu sein? Mir scheint das hier im Land, wenn ich das überhaupt beurteilen kann, ganz gut zu funktionieren."
Er lächelte mich nur an und sagte dann: "Peter, wir warten nur darauf das die alle einfach Sterben weil sie alt geworden sind. Und dann sehen wir weiter."

Ich denke mal das einige hier Martin auch kennen und unsere Einschätzung über ihn teilen.

Fortsetzung folgt!! Bilder sind in meinen Alben zu sehen!
Liebe Grüße Peter
zuletzt bearbeitet 08. Okt. 2009
245 Beiträge · seit 200907. Okt. 2009 · #2
Hallo Peter,

ein sehr vielversprechender Anfang. Ich freue mich auf mehr und hoffe, dass es schnell weiter geht.

Liebe Grüße
Lio
86 Beiträge · seit 200908. Okt. 2009 · #3
Hallo Peter!

Ich kann mich der Meinung von Lio nur anschließen: Vielversprechender Beginn, macht Appetit auf mehr! Besonders wenn man selbst auch gerade aus NAM kommt, ist es spannend zu lesen, was andere erlebt haben.

Mit lieben Grüßen,
Viktor
Gruss, Viktor http://www.TickerFactory.com/
8'054 Beiträge · seit 200808. Okt. 2009 · #4
Hallo Peter,

Ich finde den Anfang auch sehr interessant! 😎

Die Geschichte vom Martin kannte ich auch nicht.

Ich freue mich auf jeden Fall für die Fortsetzung. Die Bilder in deinen Alben sind auch gelungen!

Es grüsst
Annick
Südafrika 2014 http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/281763-miam-miam-und-mamamia.html Namibia 2014 [http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/283810/-die-frenchies-in-namibia.html] Tansania 2015 [http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/285247-tansania-auf-jeden-fall-wieder.html] Uganda/Ruanda 2015 {http://namibia-forum.ch/forum/160-diverses/286948-uga,html} Tanzania 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/288428-rei,html} Südafrika/Simbabwe 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/290185.html} Südafrika Garden Road 2018 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/295032-the-garden-road-ein-bisschen-anders.html Malawi 2018{http://namibia-forum.ch/forum/154-diverses/296097-reisebericht-malawi-august-2018.html}
Themenstarter67 Beiträge · seit 200908. Okt. 2009 · #5
Weiter gehts!

15.09.
Nach einer durchgeschlafenen Nacht und dem Frühstück fahren wir erst mal in die nur ca. 1km entfernte "Merua Mall" zum einkaufen.
Alles was auf unserem Einkaufszettel steht, bis auf "Peacefull Sleep", bekommen wir im Supermarkt. Das und Cetirizin gegen meine Allergie bekommen wir preiswert in der Apotheke.
Ein Junge packt uns alles in den Einkaufswagen und geht mit uns sogar bis zum Auto wo er die Sachen auch noch einläd, ein Trinkgeld war ihm gewiss!!! An so etwas müssen wir uns auch noch gewöhnen!
Bei der Abreise von der Pension unterhalten wir uns noch kurz mit einem älteren Ehepaar aus der Nähe von Hamburg und die Reise geht weiter.
Raus aus Windhoek Richtung Süden die B1 entlang, durch eine eigentlich trostlose aber interessante Gegend mit einer Strasse die schnurstracks geradeaus bis zum Horizont führt, über Rehoboth bis Kalkrand. Hier gehts das erste mal auf unbefestigtes Terrain, die C21.
Nach etlichen Kilometern mit einer nicht enden wollenden Staubfahne hinter uns müssen wir rechts abbiegen und dann erscheint irgendwann das Schild "Bagatelle Kalahari Game Ranch". Rote Erde begrüßt uns nach der Tordurchfahrt und nach 3 Kilometern ist das Tagesziel erreicht.
Wir werden mit einem kühlen Drink begrüßt, und alles ist "wie immer". Freundliche Menschen, eine kurze Erklärung, die Vorstellung der allgemeinen Räumlichkeiten und wir können unser Stroh Chalet beziehen.
Das Zimmer ist einfach ganz große klasse. Sehr schön "afrikanisch" eingerichtet. Hier gefällt es uns auf Anhieb und der Kühlschrank hält kalte Getränke für uns bereit!!
Nach einem kleinen Spaziergang auf dem Kamm einer kleinen roten Sanddüne gibt es Kaffee und Gebäck. Dabei können wir schon eine menge Tiere die hier frei rumlaufen sehen und zwei Geparden im weitläufigen Gehege lassen sich auch kurz blicken.
Wie wir später erfahren ist die Zucht von Raubtieren in Namibia verboten und alle Tiere die in Lodges oder Gästefarmen gehalten werden sind sog. Findelkinder und teilweise wurden sie mit der Flasche großgezogen.
Um 17 Uhr steht ein Game Drive über einen Teil der Farm (7000 Hektar) an. Wir sehen Gnus, Springböcke, Oryx Antilopen, Strauße und ein Paar Wildhunde. Auf dem Gelände befindet sich ein riesengroßer ausgetrockneter See.
Zum Sundowner gabs dann Sekt, Wein, Bier, Savanna und Gebäck. Wir unterhielten uns unter anderem mit einem italienischen Pärchen dem wir noch zweimal auf unserer Reise begegneten, und einem Paar aus Köln also direkte Nachbarn von uns - hehe.
In meinem Tagebuch steht daß das Abendessen nicht so doll war. Es gab glaub ich Oryx und Rindfleisch sowie Gemüse und Reis. Immerhin saßen wir draußen und der phantastische Sternenhimmel entschädigte für alles!!

16.09.

Nach einer geruhsamen Nacht gehts zum leider nicht berauschenden Frühstück. Mir fehlt jetzt schon ein ordentliches Brot, aber das wusste ich ja vorher.
Danach machen wir uns mit allem "technischen Gerät" auf den ca. 6 km langen Rundweg über einen Teil der Farm.
Vorher entdecken wir aber direkt auf dem Weg vor unserem Chalet ein Schlange (keine Ahnung was für eine, Bild ist im Album) die sich dort sonnt.
Was ist das hier für eine grandiose Landschaft, diese Weite, diese Ruhe, das ist wie Balsam für die Seele.
Wir sehen Springböcke, Antilopen, eine Straußenfamilie mit drei Kindern, sehr viele verschiedene Vogelarten und den, wie uns Ben gestern beim Game Drive versicherte, kleinsten Falken der Welt: Den sogenannten "Picme" Falken (hoffe das ist richtig wiedergegeben) der nur max. 20cm groß wird.
Als wir zu unserem Chalet zurückkommen "parkt" ein Pferd vor unserer Terasse die leicht im Schatten liegt.
John Wayne scheint uns einen Besuch abzustatten war mein erster Gedanke. Nach kurzer Zeit hat sich die Anzahl der Pferde verfünffacht und es fehlen jetzt noch zwei um die "Glorreichen Sieben" zu vervollständigen. Inge kommt auf die Idee ihnen ein paar Kekse zu geben. Jetzt werden wir sie erst recht nicht mehr los - haha!!
Es war sehr heiß ab Mittag, staubig die ganze Zeit aber einfach schön in dieser Ruhe seinen Gedanken freien Lauf zu lassen und einfach zu entspannen - trotz der Hitze.

Vor dem Abendessen unterhielten wir uns noch mit einem englischen und einem deutschen Ehepaar die beide schon mehrmals in Namibia waren. Die Engländer waren einfach klasse. Sehr lustig und wir haben uns gegenseitig mit Fussball auf den Arm genommen, da beide richtig heftige Fussballfans waren. Außerdem wurde so manche Anekdote erzählt und wir konnten einiges für unseren weiteren Weg mitnehmen.

Heute war das Dinner bedeutend besser als gestern. Es gab u.a. lecker Springbock der ganz anders schmeckte als in Joe's Beerhouse (dort hatte er einen ganz leichten Lebergeschmack). Habe Ben darauf angesprochen und er fragte sofort wo ich denn Springbock gegessen hätte?
Na in Windhoek, und bevor ich es aussprechen konnte kam die knappe aber präzise Frage: Joe's Beerhouse?
Ja genau da.
Er lächelte ein wenig und meinte dann nur: Naja Tourikneipe eben.
Ob ich wirklich Springbock bei Joe's hatte? Ich werde es wohl nie erfahren. Geschmeckt hatte es ja trotzdem.
Den Rest des Abends haben wir dann bei Wein, Weib und Gesang ... ne quatsch nur bei Wein und einer regen Unterhaltung mit den beiden Ehepaaren verbracht.

Fortsetzung folgt. Bilder siehe oben!
Liebe Grüße Peter
2'732 Beiträge · seit 200608. Okt. 2009 · #6
Hier ist mal der Link zu deinem Fotoalbum (klick mich)


Wenn ich die Schlange richtig sehe - ist das eine Puffotter

Ein Gast bin ich im fremden Land geworden.
zuletzt bearbeitet 08. Okt. 2009
Themenstarter67 Beiträge · seit 200908. Okt. 2009 · #7
Ich danke dir Andreas 😉
Liebe Grüße Peter
245 Beiträge · seit 200908. Okt. 2009 · #8
Du schreibst, dass es sehr heiß war. Was hattet Ihr denn für Temperaturen? Und wurde es nachts sehr kalt?

LG Lio
Themenstarter67 Beiträge · seit 200908. Okt. 2009 · #9
Hallo Lio,
die höchste Temperatur war wohl in Sossusvlei. Habe aber keine Ahnung wie hoch sie war.
Gemessen (Autoanzeige) haben wir am höchsten in der Etosha Pfanne mit 39°.
Die niedrigste Temp. war morgens in der Hammerstein Lodge mit 3°C.
Liebe Grüße Peter
zuletzt bearbeitet 08. Okt. 2009
3'700 Beiträge · seit 200908. Okt. 2009 · #10
Hallo Peter,

mich würde interessieren, ob Ihr mit dem Nissan X-Trail 2x4 / Vermieter gut zurecht gekommen seit und welche Kameraausrüstung Ihr mitgenommen habt.

Herzliche Grüße
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit www.butterblume-in-afrika.de
Themenstarter67 Beiträge · seit 200909. Okt. 2009 · #11
Hallo Marina,
wir hatten null Probleme mit Budget Ren A Car. Die Rückgabe des Fzg. war auch eine total entspannte Angelegenheit.
Der Wagen hat uns zweien allemal gereicht und wir hatten auch mit dem Fzg. selber keinerlei Probleme, zum Glück nicht mal ne Reifenpanne.

Unsere Ausrüstung bestand aus - ich Liste mal auf:
Nikon D50
Nikon D80
2 Teleobjektive Nikkor AF-S 70-300 VR u. Sigma HSM 120-400 OS
Weitwinkel Tamron 17-35 2.8-4
Lichtstarkes Zoom von Tamron 28-75 2.8
Ein "Immerdrauf" Nikkor AF-S 18-105 VR
1 Polfilter
1 Graufilter
Div. Speicherkarten
Div. Akkus
Div. Ladegeräte
Beanbag (Füllung hab ich vor Ort gekauft)
1 Fernglas
1 Digicam (Mini DV)
Reinigungszeug
1 Digikamera
Alle Teile der DSLR habe ich in Toppits Ziploc Gefrier-Beutel verpackt.
Liebe Grüße Peter
4'129 Beiträge · seit 200809. Okt. 2009 · #12
Hallo, crossfire!
Dein kleiner Falke ist ein „Pygmäe“ …
Du hattest es schon phonetisch genau richtig verstanden, es ist der Pygmy Falcon.
Schönes Bild. Und vielen Dank für Deinen interessanten Reisebericht.
Gruß Lilytrotter
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
245 Beiträge · seit 200909. Okt. 2009 · #13
Hallo Peter,

danke für die Info. Trotzdem noch eine Nachfrage. Hattet Ihr tagsüber T-Shirt-Wetter und konnte man abends noch draußen essen oder war es zu kalt?

Und noch eine Frage: wann geht es weiter? 😉

LG
Lio
Themenstarter67 Beiträge · seit 200909. Okt. 2009 · #14
Hallo Lilytrotter,
vielen Dank für die Aufklärung des Falkennamens. Kein Wunder das ich unter Picme nichts gefunden habe 😄


Lio schrieb:
Hallo Peter,
Und noch eine Frage: wann geht es weiter? 😉

LG
Lio
Hi Lio!
Das mit den Temperaturen war total unterschiedlich, jenachdem wo wir waren.
Insgeamt am kühlsten war es eindeutig an der Küste (Swakopmund und Cape Cross), und am wärmsten im Etosha Nationalpark.
Allein zwischen Inges und meinem Empfinden der Temperatur lagen manchmal Welten 😎

Jetzt 😄

17.09.
Nach dem Auschecken gehts gegen 9 Uhr ab Richtung Sossusvlei. In Marienthal tanken wir das erste mal (ca.74 Cent/Liter Diesel), und wie selbstverständlich werden alle unsere Scheiben gereinigt.
Zwischen Marienthal und Maltahöhe hätte ich beinahe eine Cobra? überfahren. Im Rückspiegel konnte ich noch erkennen wie sie sich aufrichtete und dann schnell rechts im Gras verschwand. Keine Chance für ein Bild - schade!!
Danach gings über Maltahöhe und den Tsaris Pass zur Hammerstein Lodge.
Die Fahrt über den Pass war richtig schön und klasse, sagenhafte Ausblicke über eine Landschaft die teilweise an die USA erinnerte wo einsame Cowboys in tausenden von Western tagelang durch die Weiten reiten um dann im ersten Saloon zuerst den Staub mit einem oder mehreren Whiskey's runterzuspülen.
Dazwischen fuhren wir einmal durch ein grünes Tal das mit gelbem Gras durchzogen war, ein wunderschöner Anblick.
Die Hammerstein Lodge erscheint uns auf den ersten Blick etwas "schmuddelig und unaufgeräumt".
Unser zweiter Blick erfasste aber genau das nochmals.
Überall liegt Schutt und anderes Zeugs (kein Müll!!) herum. Es ist nicht wirklich hübsch gemacht das Umfeld hier.
Aber auch hier werden wir mit einem kühlen Getränk empfangen und uns wird erst mal alles erklärt.
Das Zimmer finden wir absolut daneben. Inge meint nach ein paar Minuten das es den Charme eines Krankenhauszimmers hätte, und ich musste ihr recht geben. Zwar alles sauber (wie übrigens alle Zimmer die wir auf der Reise hatten), aber nichts deutete auch nur ansatzweise darauf hin das wir uns in Afrika befinden. Die spärlichen Möbel sahen aus wie schlechte Ikea Kopien und an der Decke hing echt eine Leuchtstoffröhre. Hier hatten wir auch das einzigste Zimmer ohne Deckenventilator (den gabs in Okaukuejo auch nicht, dafür aber ne Klimaanlage).
Und kurz nach unserer Ankunft kam dann der von (Otjikoko) Chris schon im Vorfeld "angekündigte" Reisebus mit deutschen Rentnern. Nein das ist nicht abwertend gemeint mit den Rentnern, und Touris sind wir ja eigentlich auch!!!
Leider sollte es aber nicht der letzte Reisebus sein.

Nachmittags gabs auch hier Kaffee, allerdings kein Kuchen oder ähnliches.

Um 17 Uhr gings dann zu den "wilden Tieren". Drei Wüstenhunde, fünf Geparden und ein Leopard haben hier ihre neue Heimat gefunden. Drei der Geparden sind "handzahm" und lassen sich von Menschen streicheln, was wir natürlich auch ausprobiert haben. Wann kommt man schon mal in den Genuss einen Geparden streicheln zu können?
Auch diese Tiere hier sind Findelkinder oder wurden verletzt irgendwo in der Nähe aufgefunden.
Das Abendessen war soweit ok, aber leider nichts afrikanisches. Das fanden wir etwas unverständlich.
Der Speiseraum war riesengroß und sehr gut mit Menschen gefüllt, was wir nur noch einmal erlebten - in Okaukuejo.
Alles etwas unpersönlich obwohl wir eindeutig sagen müssen daß das Personal sehr hilfsbereit, geduldig, locker und zu scherzen aufgelegt war.
Besonders möchten wir hier eine junge Frau, ich glaube sie hieß Sidri oder so ähnlich, hervorheben mit der wir uns von Anfang an sehr gut verstanden und die zu allerhand Scherzen bereit war.
Immerhin konnte ich ihr zwei worte italienisch beibringen da sie auch einen Tisch mit Italienern bediente. "Senza gas", waren die zwei Worte und die Italiener staunten nicht schlecht als sie auf einmal diese Worte gebrauchte. Wie gesagt eine ganz tolle, offene Frau!!
An diesem Abend gingen wir früh zu Bett denn morgen sollte der Wecker um 5 Uhr klingeln.

Morgen dann mehr, dann gehts nach Sossusvlei!
Liebe Grüße Peter
zuletzt bearbeitet 09. Okt. 2009
245 Beiträge · seit 200909. Okt. 2009 · #15
crossfire schrieb:
.
Allein zwischen Inges und meinem Empfinden der Temperatur lagen manchmal Welten 😎

🙂 🙂 🙂

Von daher sollte ich besser Inge befragen. Wir sind nämlich ebenfalls im September unterwegs. Und ich habe immer noch etwas Sorge zu frieren. Fand Inge es angenehm warm (auch abends)?

Dein Bericht gefällt mir richtig gut. Freu mich, dass es morgen weiter geht.

LG
Lio
Themenstarter67 Beiträge · seit 200909. Okt. 2009 · #16
Lio schrieb:
🙂 🙂 🙂

Von daher sollte ich besser Inge befragen. Wir sind nämlich ebenfalls im September unterwegs. Und ich habe immer noch etwas Sorge zu frieren. Fand Inge es angenehm warm (auch abends)?

Dein Bericht gefällt mir richtig gut. Freu mich, dass es morgen weiter geht.

LG
Lio
Danke dir!!
Schön das dir meine Ausführungen gefallen. Ich bin mir selber nicht so sicher ob das gut zu lesen ist für jemanden der nicht dabei war 🙄

Im September? Also 2010 oder?

Inge fand es Abends fast immer zu kühl für nur T-Shirt o.ä.
Aber ich werde sie morgen mal genauer danach fragen.

Bin heute im Dienst (Berufsfeuerwehr) und sehe sie erst morgen früh wieder 🙁

LG Peter

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So jetzt ist das "T-Shirt Problem" gelöst.
Sie sagte mir das ihr eigentlich nie zu kalt war (außer an der Küste, aber das wars mir abends auch!).
Sie hat halt nur sicherheitshalber etwas dünnes zum drüberziehen dabei gehabt 😄
Liebe Grüße Peter
zuletzt bearbeitet 10. Okt. 2009
3'700 Beiträge · seit 200910. Okt. 2009 · #17
Hallo Peter,

herzlichen Dank für Deine Infos zu Vermieter un Kamera.

Liebe Grüße
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit www.butterblume-in-afrika.de
Themenstarter67 Beiträge · seit 200910. Okt. 2009 · #18
Hallo Marina,
nichts zu danken!!!


Weiter gehts mit der Reise

18.09.
Pünktlich um 5.30 Uhr gehts bei 3°C los nach Sossusvlei. Wir haben ca. 1 Stunde Fahrt vor uns, es ist saukalt und stockfinster.
Wir kommen frühzeitig in Sesriem an und buchen sofort die Fahrt für die letzten km im tiefen Sand die wir mit unserem Nissan nicht schaffen würden.
Als die Tore geöffnet werden steht die Sonne schon relativ hoch, zumindest ist der Sonnenaufgang schon eine Zeit vorbei.
Am Gate zum Park werden wir darauf hingewiesen das wir noch kein Permit gelöst haben. Ups, wir dachten das gibt es am Gate zu kaufen, also wieder zurück und tatsächlich wir haben das Hinweisschild schlicht und einfach übersehen.
Nach dem zweiten Anstellen gehts dann endlich los (scheinbar ist heute nicht so viel los, sieht zumindest nicht so aus).
Erst mal in aller Ruhe die ersten 45km auf Asphalt zurücklegen wobei gut zu beobachten ist wie die Dünen an Anzahl und Höhe immer mehr zunehmen und dann taucht sie auch schon links auf, die berühmte Düne 45.
Auf dem kleinen Parkplatz ist dann doch so einiges los, ich mache erst mal ein paar Bilder und wir trinken und essen eine Kleinigkeit aus unserem Lunchpaket das die Lodge uns heute morgen mitgegeben hat.
Der anschließende Aufstieg auf die Düne gestaltet sich als ein fast hoffnungsloses Unterfangen. Der Wind peitscht dermaßen heftig von der Landseite (glaube ich), daß wir das Gefühl an den (nackten) Beinen haben in einer Sandstrahlanlage zu stecken. Nach ca. der Hälfte geben wir auf, es tut einfach zu weh und Bilder machen ist auch fast unmöglich.
Ok, zumindest habe ich noch etwas Dünensand abgefüllt.
Weiter gehts zum letzten Parkplatz nach 60km wo wir unsere Klamotten zusammen klauben und mit einem dieser Spezialfahrzeuge bis zum Ende fahren. Wir trauen unseren Augen nicht als wir tatsächlich 2 ganz normale PKW sehen die sich im tiefen Sand festgefahren haben - unglaublich!!
Die Dünenlandschaft ist schon beeindruckend, nur stören leider - ok. wir sind selber welche - die sehr vielen Touristen die scheinbar mit zig Bussen zum Parkplatz gefahren worden sind.
Auf gehts zum Deadvlei und als wir es erblicken (enorm was man so an Kraft lässt in diesem tiefen Sand) verschlägt es mir nicht den Atem (ich hatte eigentlich erwartet das es das tut).
Zu unwirklich, zu klein (von weitem und erhöhter Position, das ändert sich aber sobald man in dier Pfanne ist) und zu viel Menschen die überall zu sind lassen das Erlebnis bei mir nicht so recht aufkommen.
Zum Glück ändert sich das als wir unten sind und eigentlich recht schnell die meisten menschen wieder verschwinden (das ging ja echt flott) - haha!
Bald haben wir das Deadvlei fast für uns allein und nach einer ausgiebigen "Begutachtung", btw. Begehung und vielen Fotos die ich da so "schieße" begebe ich mich zum benachbarten Hiddenvlei, wärend Inge in luftiger Höhe meiner Richtung folgt.
Hier sehen wir auch die einzigen "großen" Tiere, zwei Strauß - mehr nicht. Vögel gabs aber doch so einige hier.
Nachdem ich die Düne an einer steilen Stelle später auch erklommen hatte, Inge ging immer schön über den Dünenkamm, wobei ich das Gefühl hatte nach drei kleinen Schrittchen Richtung Dünenkamm wieder zwei zurückzurutschen, machten wir uns langsam auf den Rückweg.
Auf der Rückfahrt zum Parkplatz wo unser Nissan steht sitzt doch tatsächlich das italienische Pärchen aus der Bagatelle Lodge mit im Wagen und das Hallo ist groß. Wie wir erfahren gehts für die zwei morgen auch nach Swakopmund. Dort haben wir sie aber nicht gesehen, aber ... später mehr dazu.
In Sesriem tanken wir noch und der Tankwart bestätigt uns das sie hier seit ein paar Tagen schon mit dem kalten, heftigen Wind zu tun haben.
Die Rückfahrt zur Hammerstein Lodge verläuft ereignislos, außer das ich trotz der teilweise berauschenden Landschaft fast einnicke.
Die Lodge liegt auf ca. 1700m Höhe und heute bläst der Wind richtig kühle Luft aus Süden hierher. Auch ich muss zum Essen tatsächlich ne Jacke anziehen.
Der beste Spruch heute kam von Inge: "Da ist schon wieder eine Ladung Mensch angekommen", als der zweite Bus am späten Nachmittag eintrudelt.
Heute Abend war das Essen viel besser als gestern. Es gab Kudu Hackfleischauflauf und richtig leckeres Oryxfleisch mit einer tollen Soße, leckeres Gemüse, Nudeln, Reis und auch Kartoffeln.
Der Chefkoch kam kurz zu unserem Tisch und erkundigte sich nach unserem Wohlbefinden - schöne Geste!!
Heute Abend ist es richtig kalt hier!!

Morgen gehts dann an die Küste. Unsere längste Teilstrecke liegt vor uns und wir hatten eine wundersame Begegnung im Niemandsland - das gibts dann morgen.

Bilder sind in meinem Sossusvlei Ordner!!
Liebe Grüße Peter
zuletzt bearbeitet 10. Okt. 2009
62 Beiträge · seit 200710. Okt. 2009 · #19
Hallo crossfire,

vielen Dank für deinen netten Bericht. Irgendwie erinnern mich deine Schilderungen an die Zeit, als ich das erste Mal in Namibia ankam und mit großen Augen und voller Staunen alles Neue und Unbekannte in mich aufsog. Das war allerdings schon 1994 und seither ist eine ganze Zeit vergangen.
Was mich besonders freut, ist, dass ihr Martin v. Lüttichau kennengelernt habt. Ich habe ihn 1996 auf einer Kneipentour zufällig kennengelernt. Zusammen mit Joerg, der auch hier im Forum rumschwirrt, hatten wir einige echt lustige Abende. Leider habe ich dann den Kontakt zu ihm verloren und bis zu deinem Bericht nicht gewußt, was aus ihm geworden ist. Er ist ja ein recht redseliger und angenehmer Unterhalter, mit dem es nicht so schnell langweilig wird. Seine Geschichten klingen teilweise allerdings so phantastisch, dass ich mir über deren Wahrheitsgehalt nicht so ganz schlüssig bin. Aber zu einem Schönen Christbaum gehört ja auch etwas Schmuck.
Ich freue mich schon auf die Fortsetzung deines Berichts und wünsche euch noch viele schöne Reisen nach Namibia.

Gruß

Ulli
Man hüte sich vor der Weltanschauung derer, die die Welt nie gesehen haben. Alexander v. Humboldt
298 Beiträge · seit 200711. Okt. 2009 · #20
Hallo Crossfire,

danke für Deinen lebendigen Reisebericht. Da ich dieses Jahr nicht nach Namibia komme (meine "alte" Heimat), lese ich immer gerne die neuesten Reisebeschreibungen.
Die Hammerstein Lodge habe ich genauso empfunden wie Du. Ich bevorzuge die Lodges, in denen man diesen herrlichen Blick auf die Dünen hat, aber die sind dann natürlich auch etwas höher im Preis.
Ich freue mich auf die Fortsetzung.

Viele Grüße aus München
Silvy