stinuThemenstarter92 Beiträge · seit 200727. Apr. 2009 · #1Wie in meinem letzten Beitrag erwähnt, ist uns ja letzten Freitag ein Rucksack mit den Kameras und den Pässen aus dem Auto gestohlen worden. Auf euren Wunsch fasse ich das Ereignis noch kurz zusammen, vielleicht hilft es ja, weitere Diebstähle in dieser Art zu vermeiden:
Wir sind letzten Freitag vom Etosha nach Windhoek direkt in unsere Pension gefahren (Zeit unserer Ankunft in Windhoek so halb vier Uhr am Nachmittag). Da wir das erste Mal in dieser Pension waren (unsere Stamm-Pension war leider schon ausgebucht) sind wir etwas langsamer gefahren, weil wir den Standort nicht genau wussten. Der Besitzer der Pension hat uns aber schon gesehen und hat uns angedeutet, dass er das Tor für uns öffnen kommt. So sind wir vor das Tor gefahren und der Besitzer lief ums Haus, um das Tor zu öffnen.
Plötzlich sind von beiden Seiten her zwei Schwarze aufgetaucht und haben versucht, die hinteren Türen unseres Autos zu öffnen. Wenn wir durch die Stadt fahren, haben wir aber aus Sicherheitsgründen immer die Türen geschlossen. Bevor wir irgendwie reagieren konnten (ging alles so schnell) hat der eine Täter bei der hinteren Beifahrerseite auch schon die Scheibe eingeschlagen (notabene wir sassen noch im Auto), hat sich den auf dem Rücksitz liegenden Rucksack gegriffen und die beiden sind damit abgehauen. Auf der anderen Strassenseite wartete bereits ein weisses Taxi in dem sie eingestiegen sind davongefahren sind.
Das ging alles so schnell, dass gar keine Zeit zum Reagieren blieb. Ich habe die beiden zuerst gar nicht gesehen, da ich mich auf das Eingangstor konzentriert habe. Das Taxi ist uns auch nicht auffällig vorbekommen, es fahren ja hunderte von weissen Taxis durch Windhoek. Mein Mann (er sass am Steuer) hat gerade aus den Augenwinkeln beobachtet, als der eine Täter die Scheibe einschlug. Er hat sich noch kurz überlegt, rückwärts wegzufahren. Er hat das aber in Sekundenbruchteilen wieder verworfen. Einerseits fehlt die Zeit um den Rückwärtsgang einzulegen, andererseits wusste er ja nicht, ob noch jemand hinter dem Auto stehen könnte. Wir wollten ja auch nicht gerade jemanden umbringen.
Für uns besonders dreist war es, dass dies am hellichten Tag vor vielen Zeugen passiert ist. Wir haben sogar die Autokennzeichen notieren können (welche gemäss Polizei aber gefälscht sind – die Täter resp. wenigstens das Auto sind der Polizei bereits bekannt). Die Polizei war etwa eine Stunde später vor Ort, hat sich alles schön aufgeschrieben. Ob auch was unternommen wird, ist schwer zu beurteilen.
Während der Diskussion mit dem Besitzer haben wir vernommen, dass solche „Taxi-Diebstähle“ sich besonders im letzten Monat gehäuft haben. Oft wartet das Taxi auf ein vorbeifahrendes Touristenauto (unser Auto mit Dachzelt ist natürlich schon etwas auffällig) und folgt diesem bis zu ihrem nächsten Ziel. Sobald das Auto anhält, wird dann entweder direkt auf dem Rücksitz entwendet was entwendet werden kann. Oder sie warten, bis die Touristen ausgestiegen sind. Dann wird das Auto in Ruhe ausgeräumt. Die Täter seien auch bereits über einige Mauern geklettert und haben Autos ausgeräumt, während sich die Touristen das Zimmer anschauten. Gemäss Polizei ist in solchen Fällen meistens ein weisses Taxi im Spiel, welches die Touristen verfolgt.
Ich denke, wir hatten einfach auch sehr viel Pech. Die normalen Vorsichtsmassnahmen (nicht viel Geld auf sich tragen, teure Kameras nicht zur Schau stellen, Nachts nicht durch die Stadt laufen, Auto in der Stadt abschliessen, keine Wertgegenstände im Auto stehen lassen…) haben wir immer berücksichtigt.
Übertriebene Angst ist sicher fehl am Platze und wird uns auch nicht vor weiteren (Namibia)Reisen abhalten. Neu werden wir sicher auch während der Fahrt alle Taschen so platzieren, dass sie nicht „einfach so“ entwendet werden können. Vorsicht sollte man auch walten lassen, wenn man das Gefühl hat, man wird von einem Auto (insbesondere weisses Taxi) verfolgt. Allenfalls sollte man das Auto auch immer so parken, dass immer noch ein Fluchtweg gegen vorne offen ist (sofern man dann überhaupt so schnell reagieren kann, das ging ja alles in Sekundenbruchteilen).
Wir werden Namibia aber auf jeden Fall trotzdem in schöner Erinnerung behalten. Allenfalls hilft ja unser Beitrag jemandem hier weiter, solches zu vermeiden.
Vielen Dank auch für eure ersten Meldungen bezüglich der verlorenen Fotos, wir freuen uns sehr über eure Hilfe. Alles andere kann ja einfach ersetzt werden und wir sind ja mit dem Schrecken davongekommen.
Liebe Grüsse, stinu
NANambo139 Beiträge · seit 200827. Apr. 2009 · #2Danke für den Bericht! Grüße Nambo
stinuThemenstarter92 Beiträge · seit 200727. Apr. 2009 · #3Vielen Dank für eure lieben Antworten.
Manchmal geht es doch effizienter als gedacht, habe soeben folgende Nachricht vom Besitzer der Pension erhalten:
"Remarkably the police arrested the driver of the car! They are holding him while they try to recover the items and establish who the other assailants were. The chances are nothing will be recovered, but good news that they actually caught someone for a change!!"
Die Kamera mit den Fotos werde ich deswegen wahrscheinlich trotzdem nie mehr wiedersehen, aber immerhin scheinen solche Taten nicht unbestraft zu bleiben. Trotzdem immer Aufpassen 🤨
Liebe Grüsse, stinu
PIPirnaerGast27. Apr. 2009 · #4Hallo,
wichtig in diesem Zusammenhang ist mir, daß lt. AZ v. 17.4.09 der Polizeichef vor einigen Tagen sehr deutlich darauf hingewiesen hat:
Taxen benutzen ist nicht mehr sicher!
Man wird darin ausgeraubt. Sie fahren mit gefälschten Nummernschildern.
Die Frage ist, ohne Polemik, wie soll man sich da noch halbwegs sicher bewegen?
Ich schreibe das, weil unsere Wirtin uns im Frühjahr dringend geraten hat, nicht in der Stadt abends laufen sondern nur mit Taxi fahren.
Axel1'130 Beiträge · seit 200627. Apr. 2009 · #5Die meisten Pensionen haben Telnummern von Fahrern, die Sie kennen. Diese Fahrer lassen sich auch gerne für die Rückfahrt nutzen und kommen nach Anruf übers Mobile zum Abholen. Die paar Dollar mehr, wenn überhaupt, sind dann gut angelegt.
Ich bin immer für geteilte Meinungen, Hauptsache man teilt meine. "The Only Easy Day Was Yesterday"
VOVolker2'612 Beiträge · seit 200727. Apr. 2009 · #6Hallo,
i.d.R. sind die Taxifahrer sehr zuverlässig, die von diversen Autovermietern für den Flughafentransfer benutzt werden. Die risikieren nicht ihre fixen Aufträge durch die Vermieter und dürften die Finger von solchen Überfällen lassen.
Es ist schon hart, wenn man trotz diverser Vorkehrungen ausgeraubt wird - aber die Polizei scheint dem Treiben nicht tatenlos zuzuschauen. Vielen Dank für den Bericht.
Viele Grüße,
Volker
stinuThemenstarter92 Beiträge · seit 200727. Apr. 2009 · #7Das Thema Taxi scheint mir auch wichtig zu sein in diesem Zusammenhang:
Nie irgendwelche Taxis am Strassenrand anhalten. Immer bei der Pension nach einem Taxi des Vertrauens fragen und dieses kommen lassen. Wir haben das auch immer so gemacht, diese Taxis sind in der Regel nicht teuer (ca. N$ 50 für eine Fahrt durch die Stadt).
Wir wurden übrigens ja auch nicht in einem Taxi überfallen, sondern von einem Taxi 😉
Liebe Grüsse, stinu
schnrgl89 Beiträge · seit 200827. Apr. 2009 · #8Am besten verhält man sich wie die lokale Bevölkerung:
Alles so verstauen, dass es nicht einsichtig ist. Während meines 3-jährigen Aufenthalts im südlichen Afrika haben wir alles (wirklich alles) in den Kofferraum getan. Da lag kein Handy rum oder eine Frauenhandtasche, geschweige denn Rucksack oder Kamera.
Ich kenne Fälle, da wurden Autoscheiben wegen eines Pullovers eingeschlagen. Frauen wurde die Handtasche aus dem Fussraum des Fahrers entwendet (Scheibe einschlagen, Tür von Innen aufmachen und öffnen und rausnehmen.)
Ich verstehe die Reaktion, nicht überhastet los zu fahren. Leider kenne ich Fälle (nur in Südafrika), die so vielleicht überlebt hätten. Denn oft ist nicht klar, was der Angreifer will. Die Handtasche ist noch der harmlose Fall, das Auto wird oft unter Waffengebrauch geklaut.
Gruss Schnrgl
MAMaggy93 Beiträge · seit 200627. Apr. 2009 · #9Hallo Stinu,
Schnrgl schreibt:
Ich verstehe die Reaktion, nicht überhastet los zu fahren. Leider kenne ich Fälle (nur in Südafrika), die so vielleicht überlebt hätten. Denn oft ist nicht klar, was der Angreifer will. Die Handtasche ist noch der harmlose Fall, das Auto wird oft unter Waffengebrauch geklaut.
Genau das ist uns Südafrika passiert - es war alles weg und wir standen allein auf der Straße, ich habe hier im Forum darüber berichtet.
Ich kann nachvollziehen, wie es euch geht, aber seid gewiss, es rückt in den Hintergrund. Dass die Fotos weg waren, hat mich auch sehr traurig gemacht und ärgert mich manchmal noch heute.
Bei uns ist nach ein paar Tagen auch einiges wieder aufgetaucht, Pass und Kreditkarte, auch das Auto konnte man noch orten.
Vom Etosha kann ich leider keiner Bilder beitragen - ich war bislang nur im Süden Namibias!
Liebe Grüße
Maggy
Naukluft1'910 Beiträge · seit 200627. Apr. 2009 · #10Hallo, selbst betroffen zu sein ist immer anders... alle Tips von wegen sich wie die lokale Bevölkerung zu benehmen sind lächerlich. Wen's trifft, triffts ob so oder so.
Umsonst sind nicht in jedem Laden Gitter oder Security, dass findet man in den unten Aufgeführten Städten "noch" nicht. Kommt vielleicht noch, wenn die Arbeitslosigkeit weiter steigt...
Zu erzählen "dass kann einem in Frankfurt oder Mannheim ect. auch passieren" sind überhaupt nicht zu dort vergleichbar.
Es hat eine ganz andere "Qualität" zum Glück meistens noch unbewaffnet, es wird der Überraschungsmoment genutzt um zu Kapital zu kommen.
Dann kommt noch die Korruption der Polizei hinzu, es wird zwar seit geraumer Zeit dagegen vorgegangen, aber es bedarf noch viel um da einen Riegel vorzuschieben!
Auch sind sehr oft Taxis im Spiel, immer andersfarbige, die Farbe in WDH war seinerzeit blau mit goldenem Streifen. Wenn da ein rotes mit goldenem Streifen aufeinmal in der Nähe steht ist das vielleicht einem Einheimischen auffällig ABER einem Touristen NICHT, genausowenig wenn die zu 3 oder zu 4 drinne sitzen und da rumstehen.
An der einen Ampel wird ins Auto geschaut an der nächsten Ampel steht solch ein ominöses Taxi neben einem, wird das Auto abgestellt ists passiert...das andere geht blitzschnell UND das passiert AUCH Einheimischen! Das schon 5x
Wem "nur" materielles wegkommt, ist halt ärgerlich und eine Lauferei aber wenn einem noch Körperlich Schaden zugefügt wird ists sehr schlimm, so wie unserem FoMi dieser Tage
im anderen Thread.
Dennoch bin ich wieder hin und werde es auch wieder!!!!!
Gruss, der K l a u s
Nicht behindert zu sein ist ein Geschenk, welches einem schnell genommen werden kann....... In einem Augenblick! ......
Wer einen Fehler macht und ihn nicht korrigiert, begeht schon den zweiten...
Matou66843 Beiträge · seit 200827. Apr. 2009 · #11Na klasse, dass ich hier nochmal rein geguckt habe 🙁 !
Unser Flieger geht heute Abend...und morgen früh wollen wir bei Carsten in WDH noch Unterlagen für Botswana im kommenden August abholen...genau da ist Cora und Gerd letzten Juni der Wagen "ausgeräumt" worden.
Langsam gehen mir diese Themen hier so auf den Zeiger, dass ich mir ernsthaft überlege, nach dem Botswana-Urlaub im August zukünftig die Finger von Namibia zu lassen.
Evtl. wird dann wirklich mal etwas für die Sicherheit getan, wenn die Touristen wegen der sich verchlechternden Sicherheitslage ausbleiben.
Was da bisher lt. AZ passiert an Maßnahmen, ist zwar ein Anfang, aber im Endeffekt doch ein Treppenwitz.
Gerade im Moment habe ich wieder mal gar keine Lust, heute Abend in den Flieger zu steigen. Am liebsten würde ich hierbleiben. Das hat mit Urlaubsgefühlen nichts mehr zu tun, das ist einfach nur noch eine Riesensch.. was man aus Namibia bzgl. Sicherheit liest. Auf so einen Mist habe ich einfach keinen Bock. Wer heute in die AZ geguckt hat, wird auch von dem vereitelten Lodge-Überfall in der Gegend von Omaruru gelesen haben.
Grüße
Dirk
Moni171 Beiträge · seit 200627. Apr. 2009 · #12Hallo,
die geschilderte Art des Überfalls war im September 08 als wir unser Auto bei HH abholten, ebenfalls ein Thema. Er erzählte uns, dass genau das, was euch passiert ist, auch Kunden von ihm - direkt vor seinem Tor - widerfahren ist.
Er hat uns empfohlen - sofern wir Gepäck auf der Rücksitzbank verstauen -dieses miteinander zu verzurren, denn dann hätte der Dieb keine Chance, einzelne Gepäckstücke schnell aus dem Auto zu zeihen. Seiner Erfahrung nach, rennen die Diebe dann weg.
Wir haben es so gemacht, ob es funktioniert kann ich nicht sagen - wir hatten auf unserer Tour viel Glück und keine schlimmen Erlebnisse - und dafür bin ich sehr dankbar.
@Dirk: ich kann dich verstehen und drück die Daumen, dass ihr eine wundervollen Urlaub verbringt!
Liebe Grüße
Moni
SHshanti454 Beiträge · seit 200627. Apr. 2009 · #13Ohne jetzt wieder eine grundsatzdiscussion anzuzetteln, da jeder einzelne ueberfall schlimm ist, hier ein paar links, aus denen deutlich wird, dass es ueberall auf der welt passieren kann. Und wer dann eben die schnauze voll hat von den einzelnen reiselaendern, der soll daheim bleiben und sich im haus einschliessen – dann aber aufpassen, dass kein 15 jaehriger einen ueberfall plant und ihn erschlaegt, wie jetzt erst in deutschland geschehen…
http://www.news.at/articles/0637/92/150932/neapel-wuergegriff-kriminalitaet-stadt-menschenhttp://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,223839,00.htmlhttp://www.abendblatt.de/daten/2005/06/18/448662.htmlhttp://www.mobiletouren.de/Informationen_/Berichte/Unfall_Ausland/Uberfalle_in_Schweden/uberfalle_in_schweden.htmlhttp://www.faz.net/s/Rub77CAECAE94D7431F9EACD163751D4CFD/Doc~EE27A455979B24130BE61AB37F732127F~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_aktuellhttp://www.wallstreet-online.de/diskussion/1104821-1-10/die-gefaehrlichsten-urlaubslaender-der-welt-reiselaender-mit-ueberfaellen-entfuehrungen-und-erpressungPS: Das machst du aber gerade mit deiner provokativen Ausdrucksweise!
Mod.
VOVolker2'612 Beiträge · seit 200727. Apr. 2009 · #14Hallo,
bezüglich offen sichtbarer Gegenstände im Auto habe ich noch folgenden Vorschlag, der uns bisher keine Einbrüche beschert hat:
wir haben auf der Rückbank und im hinteren Fußraum i.d.R. noch Wechselklamotten (Hosen, Hemden etc.), Decken, Verpflegung usw. liegen und verstecken darunter/dazwischen Teile unserer Foto-/Videoausrüstung - manchmal hilft offensichtlich auch die Unordnung, eine Garantie dafür gibt es aber nicht. Speicherkarten haben wir immer "am Mann".
Viele Grüße,
Volker
GUGuido.Gast27. Apr. 2009 · #15Hallo,
shanti schrieb:Ohne jetzt wieder eine grundsatzdiscussion anzuzetteln, da jeder einzelne ueberfall schlimm ist, hier ein paar links, aus denen deutlich wird, dass es ueberall auf der welt passieren kann.
Ich kann mich da nur Klaus anschließen: Die Kriminalität ist in Namibia und Südafrika signifikant höher als in Deutschland. Diese ständigen Relativierungen, dass es in Frankfurt oder sonst überall auf der Welt genau so ist, sind meines Erachtens schlicht lächerlich. Natürlich gibt es auch in Deutschland Kriminalität, aber doch in einem geringeren Umfang. Oder wo sind in Deutschland eigentlich die Wohnviertel mit vergitterten Fenstern, hohen Mauern und Stacheldrahtzäunen? Wo sind die Hotels, die mit Wachpersonal und Elektrozäunen werben? Wo sind die Fahrzeugwächter auf jedem Parkplatz? usw.
Ich bin dankbar für jeden Bericht zu einem Überfall/Diebstahl. Solche Schilderungen helfen anderen, Gefahren und Schäden zu minimieren. Wichtig dürfte auch sein, dass man die Fälle jeweils der Polizei meldet. Das bringt einem persönlich vielleicht nicht viel, aber Handlungsdruck für die Politik dürfte u.a. aus der Polizeistatistik entstehen. Wenn die sinkende Kriminalität ausweist, weil viele Touristen Ihre Fälle nicht melden, dann kann man nicht erwarten, dass die Anstrengungen gegen die Kriminalität verstärkt werden. Insgesamt habe ich durchaus den Eindruck, dass die zuständigen Behörden in Namibia etwas unternehmen. Man kann von einem Entwicklungsland freilich kaum erwarten, dass die morgen ein Patentrezept aus der Tasche ziehen und das Problem damit übermorgen gelöst ist.
Beste Grüße
Guido
klaus63630 Beiträge · seit 200827. Apr. 2009 · #16Hallo zusammen,
ich finde es wichtig, dass Rückkehrende hier ihre Erlebnisse auch Bezug auf Kriminalität berichten. Man kann davon nur lernen. Da nervt es schon etwas, wenn bei jedem Beitrag die reflexartigen Antworten kommen, dass dies doch überall auf der Welt passiert. Thema ist hier ja gerade das südliche Afrika!
Vielen Dank für den Bericht!
Gruß
Klaus
Der Tourist zerstört, was er sucht, indem er es findet.
(Hans Magnus Enzensberger)
RdF54 Beiträge · seit 200927. Apr. 2009 · #17Hallo Guido,
ich stimme Dir zu!
Mir selber wurde letztes Jahr eine Kamera in Grootfontain geklaut. Die Polizei dort versuchte mit mr zusammen 2 Tage lang die Täter zu erwischen und ich hatte wirklich den Eindruck, dass es ihnen sehr leid tat und sie befürchteten, dass ein evtl. Schaden für den Ruf des Landes entstehen könnte.
Ich kann nur jedem raten, der mal in eine solche missliche Situation kommt - und das kann jedem passieren (mir eingeschlossen) - sich an die örtliche Polizei zu wenden. Es kann zwar mühsam sein, aber es hilft auch der Polizei und dem Land.
Jemand, der den Mund hält hilft keinen!
Grüße und allzeit sichere Reise
Robert
http://www.rdf-foto.com - Robert de Flers - Fotografie
NANambo139 Beiträge · seit 200827. Apr. 2009 · #18Hallo Robert,
mir ist in Grootfontain ähnliches passiert: Mein Mann tankt; mir fällt ein, ihn zu erinnern, dass er die Ersatzkanister nicht vergessen soll, steige aus, schließe meine Tür (ohne diese abzusperren), gehe höchstens 2 m von meiner Tür weg, um ihn zu informieren, drehe mich anschließend sofort um (ich kenne die Gefahren an Tankstellen)und sehe gerade noch, wie jemand meine Beifahrertür wieder schließt und meinen Rucksack auf dem Rücken seelenruhig weggehen will... ...
Das ganze hat nur Sekunden gedauert. Meine Reaktion darauf folgte jedoch noch schneller. Ich habe so laut den Namen meines Mannes gebrüllt, dass Hunderte von Menschen an und um die Tankstelle einen Schock bekommen haben durften. Außerdem bin ich dem Dieb sofort hinterher gesprintet, er war ja noch nicht weit gekommen und im 100 m laufen war ich schon immer gut, dass dieser meinen Rucksack ins Gras fallen ließ.
Ja, ich hatte Glück, dass es ein harmloser Gelegenheitsdiebstahl war. Der Wachmann an der Tankstelle stand übrigens keine 5 m von unserem Auto weg und hat den Vorfall sicher gesehen. Seine Reaktion war nur ein dämliches Grinsen; ich bin mir sicher, er kennt die Jungs, die in Grootfontain ihr Unwesen treiben.
Ach ja, ich bin übrigens ein "Abschließfanatiker" und trotzdem ist es mir passiert.
Liebe Grüße
Nambo
a.jorysch457 Beiträge · seit 200627. Apr. 2009 · #19Ich kann mir gut vorstellen, dass nun einige verunsichert sind, vorallem diejenigen unter uns die noch nicht in diesem landschaftlichen wundervollen Land waren.
Dazu gehöre auch ich und meine Frau.
Klar können solche Dinge bzw. ähnliche auch in Mitteleuropa wie z.B. hier in der Schweiz passiern, aber ich kann mir vorstellen dass man sich dann doch irgendwie sicherer fühlt, was auch das anschliessende Handling mit der Polizei betrifft.
Man spricht die gleiche Sprache, man "kennt" die Mentalität, hat eher vertrauen die Ordnungshüter.
Ich freue mich einerseits riesig auf Namibia andererseits bin ich verunsichert.
Entweder es geht alles gut, oder man hat Pech wie einige hier im Forum betroffenen.
OK, es gibt einige Regeln, die Erfahrene uns Neulingen mitteilen und doch, auch wenn alles eingehalten wird, kann was passieren, wie wir nun wieder gehört haben.
Trotzallem möchte ich nach Namibia, obwohl für dieses viele Geld, wir auch andersweitig tolle Ferien machen könnten, ohne uns solche Gedanken machen zu müssen.
Aber ich mache mir verstärkt Gedanken, wie wir mit dem uns wichtigsten unserer materiellen Gütern, umgehen sollen.
Da denke ich an Bargeld, Kreditkarten, Pässe, Handy mit allen Kontakten, Navigationsgerät, Imagetank.
Sollen wir diese, nebst auf uns beiden aufteilen, noch im Auto verstecken, z.B. unter den Sitzen?
Auf uns aufteilen...., was nützt es , falls man gefilzt wird?
Was wenn das Auto gestohlen wird?
Das wird ja ein Teufelskreis wenn man daran denkt, dann kann man ja grad daheim bleiben !
Wir können ja gar nicht alles auf uns aufteilen oder im Auto verstecken.
Ich denke da an die SLR-Kamera-Ausrüstung oder DigiCam die sich in unseren Flughandgepäck- Rucksäcke befinden....
Oder sonstige Dinge und Kleider die wir noch dabei haben werden, die sich in Reise oder Seemanssäcke befinden.
Ok, die können wir, wie schon hier im Forum gelesen, in mitgenommene Abfallsäcke stecken, aber diejenigen die auf Touristen "Jagd" machen, kennen doch auch die versteckversuche der Touristen..
Bei einem Hilux DC gibt es ja keinen Kofferraum wo man alles reinlegen könnte (kann mir vorstellen, dass auch ein solcher schnell aufgebrochen ist um reinzuschauen und dann haben die Diebe grad alles auf einmal serviert).
Auch gibt es viele solcher Hilux die beim Aufbau, Fenster haben und erst noch keine schwarz getönten.
man sieht also wunderbar rein.
Tja, das sind so meine Gedanken, meine Gefühle, meine Unsicherheiten, meine Überlegungen, die nebst der grossen Vorfreude auf unsere lang ersparten Namibia-Ferien, einen sehr fahlen Geschmack hinterlassen, ein unwohlsein in der Herzgegend, vorallem dadurch, dass ich ja nicht alleine gehe, sondern meine Frau mitnehme..., ohne ihr hier die Vorfälle geschildert zu haben. Klar habe ich mit ihr schon Vorsichtsmassnahmen besprochen, aber eigentlich nicht mehr; und falls dann was passieren sollte, ich mir Vorwürfe mache, mich schuldig fühle.
Gruss Armand
RdF54 Beiträge · seit 200927. Apr. 2009 · #20Hallo a.jorysch ,
laß Dich nicht verunsichern!! Ich und viele Andere reisen schon seit Jahren allein durch die Welt und es ist eigentlich nie etwas Schlimmes passiert (für Leib und Leben). Halte die Augen offen für die Schönheit Deines Gastlandes aber eben auch für die anderen Dinge. Normaler Menschenverstand reicht meistens aus.
Wenn etwas passieren soll, dann kann es passieren. Wenn Du Dir immer einredest, dass etwas passiert, dann wird es!
Habt viel Spaß auf Eurer Reise und genießt die schönen Eindrücke.
Robert
http://www.rdf-foto.com - Robert de Flers - Fotografie