Überfall auf unserer Strecke in den Krüger NP

46 Antworten · 16,2k Aufrufe · gestartet 31. März 2009 von Maggy
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Themenstarter93 Beiträge · seit 200631. März 2009 · #1
Hallo liebe FoMis,

hier nun der von euch gewünschte Bericht:

Unsere Tour: 1 Woche Drakensberge, 1 Woche Hluhluwe-Umfolozi Game Reserve, 1 Woche Krüger Nationalpark im März 2006 (liegt also schon etwas weiter zurück) Die Überfallsituation im Osten Südafrikas ist aber nicht rückläufig, da vor kurzem selbst eine Leihwagenstation am Flughafen in Joburg überfallen wurde.

Für den Krüger Nationalpark hatte ich die Unterkunft außerhalb des Parks gebucht, weil ich starke Probleme mit Malerone Malaria Prophylaxe habe. Mein Wahlort war Sabie, es lag 2000 m hoch, also kein Malariagebiet. Nach Internetrecherchen zur Überfallstatistik auf dem Weg zum Park, kam mir die Route Sabie - Hazyview zum Phabeni Gate auch am sichersten vor. Eine Passstraße von ca. 50 km, ohne Abzweigungen.

In unserer Unterkunft in Sabie erkundigte ich mich am Ankunftstag nach der Überfallsituation und fragte, wann wir sicher morgens in der Frühe aufbrechen können. Es wurde uns von den Hotelbetreibern gesagt, dass es überhaupt keine Überfälle auf der Strecke gäbe und wir, wie die anderen Touristen auch, so früh losfahren könnten, dass wir zur Öffnung des Parks dort sind. Wir sollten nicht denken, bloß weil wir in Afrika wären, werden wir gleich überfallen. Das beruhigte uns. Wir waren schließlich schon dreimal in diesem Land und es gab keine brenzlige Situation.

Die ersten beiden Tage fuhren wir trotzdem erst nach Sonnenaufgang los, also kurz nach 6 Uhr. An beiden Tagen wurden Löwen gleich in der Nähe des Einfahrtsgates gesehen. Wir kamen zu spät, die Löwen waren längst über alle Berge.

Am dritten Tag starteten wir daher bereits kurz nach 5 Uhr - noch etwas schlaftrunken ging es los. Es war völlig ruhig auf der Pass-Stichstraße. Nach etwa 20 km kam uns ein LKW entgegen und im Moment des Aneinandervorbeifahrens knallte uns ein PKW hinten auf unseren Wagen. Wir waren erschrocken, aber es war uns weiter nichts passiert.

Weibliche Intuition: Gib Gas, wer weiß, was der von uns will.

Männliche Überlegtheit: Musst du immer gleich negativ denken, der hat den entgegenkommenden LKW nicht gesehen, ich muss mir erst mal den Schaden ansehen, ist schließlich ein Leihwagen.

Jens hielt an und stieg aus, um den Schaden zu besichtigen, der Aufgefahrene stand ca. 7 Meter dahinter. Ich stieg auch aus, falls es Kommunikationsschwierigkeiten geben sollte. In dem Moment als ich nach hinten kam, sprangen 4 Farbige mit Pistolen in der Hand aus dem Wagen, etwa 20-30 Jahre alt. Ich sah noch, wie zwei von ihnen mit der Pistole vor Jensens Gesicht rumfuchtelten und irgendetwas durcheinanderschrien, die anderen zwei kamen auf mich zu. Ich hockte mich abgewandt auf den Seitenstreifen und zog mir die Jacke über den Kopf. Dachte, die sollen mich von hinten abknallen. (Ich wurde schon einmal in Berlin überfallen und hatte das ganz plötzlich im Kopf - damals haben wir uns auch so hinter Kisten so verschanzt).

Plötzlich kam ein Pickup, beladen mit Arbeitern, aus unserer Richtung um die Kurve. Der Fahrer erkannte die Situation und fuhr direkt auf die Typen zu. Jens rannte über die Straße zu mir und schrie "schnell den Hang runter". Der Pickup fuhr weiter und wir rannten, was das Zeug hielt, stoppten dann aber und versteckten uns unter Brombeersträuchern. Viel weiter hätten wir auch nicht rennen können, es ging über 1000 m steil bergab.

Dort lagen wir nun von Brombeersträuchern zugedeckt ungefähr 20 Minuten - die Zeit kam uns endlos vor. Dann kletterten wir langsam wieder den Hang rauf. Das Auto war weg (neuer Nissan X-Trail, erst 15.000 km runter).

Wir hielten den nächsten LKW an, der brachte uns zum nächstliegenden Haus. Sah etwas gespenstig aus in den Nebelschwaden. Kurz vor der Tür kam uns ein Hund entgegen, der mich auch noch in die Hand biss. Wir wurden von den farbigen Besitzern hereingebeten, erzählten die Ereignisse und die Polizei wurde verständigt. Anschließend fuhr uns der Hausherr, auch ein Farbiger, zur Polizei.

Der Überfall wurde aufgenommen. Das Auto wurde 2 Tage später gefunden. Mein Pass lag noch im Auto. Meine gesamte Kameraausrüstung, Ferngläser, Handys und was man noch so alles im Auto mit auf Safari hat, war weg. Wie ich aussah, könnt ihr euch denken, krabbelt mal durch Brombeersträucher, die haben äußerst spitze Dornen. Mein Gesicht war völlig zerkratzt, was ich aber in der Panik nicht wahrgenommen habe.

Am Abend klopfte es an unserer Zimmertür und John stellte sich vor. Er war es, der mit dem Pickup am Morgen unterwegs war. Er kam noch einmal, nachdem er seine Leute abgeladen hatte, an den Ort des Geschehens zurück, sah uns nicht mehr und das Auto war ebenso weg. Er ging davon aus, dass die Typen uns mitgenommen hatten, weil das eigentlich so üblich war. Die Mietwagen haben einen eingebauten Sender. Sowie ein gestohlenes Auto gemeldet wird, kann das sofort geortet werden. John erzählte, dass fast wöchentlich solche Überfälle stattfinden - die Polizei sprach von monatlich einem Überfall, allerdings mit steigender Tendenz. Es sind nicht Männer aus dem Ort, sondern organisierte Banden aus Joburg. Die Frauen werden vergewaltigt, denn weiße Frauen haben kein Aids. Anschließend werden die Personen irgendwo in der Walachei ausgesetzt, so dass sie mindestens 2 Tage benötigen, um wieder in der Zivilisation zu sein. In der Zeit kann das Auto locker nach Mosambique verschoben werden. Ich habe in Tansania ein Ehepaar getroffen, denen es so ergangen ist. Sie waren drei Tage unterwegs bis sie eine Straße erreichten.

Nach den Erzählungen von John (Ende 20, Farmer) und seiner Freundin waren wir erst richtig mit den Nerven fertig. John riet uns, nicht mehr nach Südafrika zu kommen. Für Weiße wird es, gerade im Osten immer schwieriger - er würde ohne Knarre nicht mehr aus dem Haus gehen.

Nach zwei Tagen hatten wir wieder einen neuen Wagen und fuhren für 2 Tage zum Kapama Private Game Reserve. In den Krüger wollten wir nicht mehr. Es war schon ein sch... Gefühl auf der Straße, vor allem die Strecke bis nach Hazyview. Jens schaute ständig in den Rückspiegel.

Es war Sonntag und ziemlich viel Betrieb auf der Straße, wir wurden als einzige in der Autoschlage von der Polizei angehalten und mussten eine Strafe bezahlen, weil wir angeblich 10 Std.-Kilometer zu schnell gefahren sind - das hatte sich der Beamte mal eben so gedacht - keine Radarkontrolle. 120 $ zahlen oder sofort mit auf die Wache kommen. Also haben wir die 120 $ gezahlt. Mit einem Grinsen wurden wir verabschiedet.

Was soll ich euch sagen, auf dem Flughafen in Berlin angekommen, war auch mein Koffer aufgebrochen und es lagen nur noch Kleinteile darin.

Bei diesem Urlaub ging eben alles schief.

Wichtig: Alle waren äußerst hilfsbereit, die Familie, der das Hotel gehörte war zwei Tage wegen all der Formalitäten mit uns unentgeltlich in Aktion (Botschaft, Kreditkarte, Handy, Brille usw.). Auch John und seine Frau waren sehr liebenswert, sie luden uns für den nächsten Tag zum Brunch auf die Farm ein.

Liebe Grüße
Maggy
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140 Beiträge · seit 200831. März 2009 · #2
Das hört sich ja wirklich übel an, ihr habt viel Pech gehabt 🙁

Danke für deinen Bericht. Sollte ich jemals in Südafrika sein oder wieder in Namibia, dann weiß ich jetzt, dass ich in so einer Situation auf jeden Fall abhauen würde, Autoschaden hin oder her.

Gruß, Brigitte
http://reiseliebe.eu http://soullounge.net
Themenstarter93 Beiträge · seit 200631. März 2009 · #3
Hallo Brigitte,

für die Südafrikaner war es ein altbekannter Trick den Fahrer durch den Schreck zum Anhalten zu bewegen - die wissen das. Wir erfahren hier davon wenig. Wie heißt es immer, wenn man in einen Ort kommt, sollte man die Türen von innen verriegeln. Bei uns hat noch nie jemand in einem Ort versucht, die Tür von außen zu öffnen.

Liebe Grüße
Maggy
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8'054 Beiträge · seit 200831. März 2009 · #4
Hallo Maggy,

Vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht. Ihr habt wirklich das grösste Pech gehabt. Es ist ein Wunder, dass Ihr Afrika nicht hasst....Wir fahren ebenfalls zum Krüger NP. Am Anfang haben wir uns auch überlegt ob wir nicht ausserhalb des Parks wohnen sollen wegen der Malaria Gefahr. Ich vertrage nämlich keine Profilaxe. Und wir haben uns entschieden trotzdem im Park zu übernachten. Wenn wir krank werden, dann werden wir halt die Pillen schlucken müssen... Bis jetzt sind wir immer gut davongekommen. I cross fingers.

Alles Gute für die nächste Reise wünscht

Annick
Südafrika 2014 http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/281763-miam-miam-und-mamamia.html Namibia 2014 [http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/283810/-die-frenchies-in-namibia.html] Tansania 2015 [http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/285247-tansania-auf-jeden-fall-wieder.html] Uganda/Ruanda 2015 {http://namibia-forum.ch/forum/160-diverses/286948-uga,html} Tanzania 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/288428-rei,html} Südafrika/Simbabwe 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/290185.html} Südafrika Garden Road 2018 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/295032-the-garden-road-ein-bisschen-anders.html Malawi 2018{http://namibia-forum.ch/forum/154-diverses/296097-reisebericht-malawi-august-2018.html}
17 Beiträge · seit 200831. März 2009 · #5
Hallo Maggy,
alle Achtung, da habt Ihr ja das volle Negativ-Programm abbekommen. Beim Lesen hatte ich schon gedacht, oh,oh.
Bei unserer Motorradtour war ich auch einige mal Allein unterwegs, habe mir aber gar nicht so die Gedanken darüber gemacht, na ja😐
Wünsche trotzdem, noch einen schönen Afrika-Urlaub für das nächste mal.

Viele Grüße, Dirk
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Themenstarter93 Beiträge · seit 200631. März 2009 · #6
Hallo Annick,

für Jens war es schwieriger als für mich. Er hat sich Vorwürfe gemacht, dass er nicht Gas gegeben hat. Er hat sich noch länger damit beschäftigt, was gewesen wenn mir etwas passiert wäre und ihm nicht. Ich bin zu stark infiziert, halte es kaum ein halbes Jahr hier aus, dann muss ich wieder los. So habe ich erst einmal das Land gewechselt und bin mit einer Gruppe gefahren. Nach 1 1/2 Jahren hat auch Jens es hier nicht mehr ausgehalten und ist mit nach Kenia gereist. Nun hat er das Geschehene überwunden und wieder infiziert und ich muss nicht mehr allein reisen!😄

Wir waren auch schon mal eine Woche im Krüger ohne Profilaxe, allerdings im September - da ist es relativ trocken und die Gefahr ist nicht so groß. Man muss ja nicht nach Sonnuntergang, wie die Südafrikaner, mit Shorts und Top rumlaufen.

Als erstes haben wir, wenn wir von der Safari zurückgekommen sind, die Räume ordentlich ausgesprüht und wenn dann noch das Netz gut geflickt ist und man sich gut eingecremt hat mit SleepWell, dann dürfte eigentlich nichts passieren. Für mich ist der Urlaub mit Malariaprofilaxe nach fünf Tagen zu Ende, da bleibt nichts anderes, als Alternativen zu wählen. Allerdings ist SleepWell auch ein hartes Zeug - das löst sogar den Nagellack auf.😄 Bislang hatten wir in Bezug auf Malaria Glück.

Wann fahrt ihr???

Liebe Grüße
Maggy
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Themenstarter93 Beiträge · seit 200631. März 2009 · #7
Danke African Dreamer, im Mai gehts wieder los - bin schon ganz kribbelig!

Liebe Grüße
Maggy
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8'054 Beiträge · seit 200831. März 2009 · #8
Hallo Maggy,

Wir sind vom 8.bis 12. Dezember im Krüger Park. Wenn wir in Malaria Gebiete übernachten, sind wir meistens in einem Camp wo es Klimaanlage gibt. Mein Mann hat 8 Jahre in Westafrika gelebt und bemerkt dass in kühlen Räume die Moskitoes die Orientierung verlieren. Man sieht sie dann an den Wänden und sie rühren sich nicht mehr vom Fleck. Nachts kann ich mit ruhigem Gewissen aufs Klo..... Das sind so kleine Details aber jeder hat sein Mittel gegen diese Plage.


Viele Grüsse

Annick
Südafrika 2014 http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/281763-miam-miam-und-mamamia.html Namibia 2014 [http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/283810/-die-frenchies-in-namibia.html] Tansania 2015 [http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/285247-tansania-auf-jeden-fall-wieder.html] Uganda/Ruanda 2015 {http://namibia-forum.ch/forum/160-diverses/286948-uga,html} Tanzania 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/288428-rei,html} Südafrika/Simbabwe 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/290185.html} Südafrika Garden Road 2018 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/295032-the-garden-road-ein-bisschen-anders.html Malawi 2018{http://namibia-forum.ch/forum/154-diverses/296097-reisebericht-malawi-august-2018.html}
387 Beiträge · seit 200901. Apr. 2009 · #9
Hallo Maggy,
danke für Deinen Bericht. Ich denke Erfahrungen aller Art hier einzutragen ist wichtig. Nur so kann man für sich Erkenntnisse gewinnen.
Niemals anhalten, wenn die Situation einer Panne eines Unfalles nicht eindeutig ist.
Es ist zwar schon eine Weile her, da konnte man am Straßenrand nicht anhalten, weil ständig jemand anhielt und Hilfe anbot.
Die Zeiten haben sich geändert, nicht nur bei uns.

Gruß
Siggi
Siggi Menschen für Afrika begeistern http://www.safaris-in-afika.de
852 Beiträge · seit 200601. Apr. 2009 · #10
Hallo Maggi!

Danke für Deinen Bericht, Ihr hattet wirklichlich ein riesen Glück das
Ihr körperlich weitgehend unversehrt geblieben seid. Leider nimmt diese
Gewalt (Vergewaltigung und Mord) in Verbindung mit Eigentumsdelikten immer mehr zu.
Vor zwei Wochen sind auch wir Opfer eines "Einfachen" Diebstahlversuches geworden. In WDH am vormittag. 2 mal in zwei Stunden!

1ter Versuch: Wir gehen in den Eingang vom Gatherman- Restaurant um auf
die Speisekarte zu schauen. Plötzlich sind 5 Schwarze um uns herum, eher wir uns versehen, versucht einer an den Rucksack meiner Frau zu gehen, sie schreit laut auf, auch ich fange an zu schreien. Es ensteht Panik...zum Glück sind plötzlich alle weg. Das Sicherheitspersonal war im hinteren Berich des Eingangs,das haben die Angreifer gewusst!

2terVersuch: wir kamen vom Essen bei Gatherman undgingen zum Auto auf der Independence Avenue. Normalerweise gehe ich hinter meiner Frau und habe Sie und den Rucksack ständig im Auge, das Cs habe ich in der Tasche...Sie müssen uns länger beobachtet haben, ich bin einen Moment unaufmerksam....einer von Ihnen hat den Rucksack bereits geöffnet, als meine Frau sich schreiend umdreht, ich versuche die Person zu greifen,
es ensteht ein getümmel, viele Menschen um uns rum. Ein Sicherheitsman eilt zur Hilfe, ich sehe mehrere gut gekleidete Schwarze wie unbeteiligt davon gehen. Es ist nochmal gutgegangen, keine Messer wurden gezogen...
es war ein Lehre für uns.

Christian
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104 Beiträge · seit 200801. Apr. 2009 · #11
siggi schrieb:
Niemals anhalten, wenn die Situation einer Panne eines Unfalles nicht eindeutig ist.
Sollte eigentlich selbstverständlich sein (und gilt für Oberammergau / Kiel / Frankfurt (Oder) / Aachen usw. ganz genau so!), wird aber wohl im eifer des Gefächts gern übersehen und "vergessen".
Ein paar neunmalklug zusammengetragene und dennoch gut gemeinte Ratschläge dieser Art von meiner Site:
  1. Erkundigt Euch unbedingt vor einem Spaziergang bei Ortskundigen (Herbergswirt, Rezeption im Hotel), ob es sicher ist, die Gegend zu Fuß zu durchwandern
  2. Selbst in eher sicheren Gegenden: Seid UNBEDINGT vor Einbruch der Dunkelheit im Hotel/in der Pension!
  3. Wenn Ihr Euer Auto abstellt, bezahlt den Parkwächter und lasst NICHTS offen im Auto herumliegen. Nachts räumt alles aus dem Fahrzeug aus, sonst tun es andere für Euch!
  4. Das Schild "High Crime Area, Don't Stop!" weist NICHT auf ein Touristenziel hin!!!
  5. Habt Eure sachen stets im Auge. Diebe tun es auch!
  6. Kamerarucksäcke haben ZWEI Träger! Sonst sind sie gar zu leicht von der Schulter gerissen! Wenn die Kamera nicht gerade ein Bild macht, hat sie EINEN Platz - den Rucksack!
  7. Wer auf den Straßen der Innenstadt in einem Reiseführer blättert, kann sich gleich ein Schild umhängen "Tourist, Easy Prey"!!!
  8. Nehmt NIE Anhalter mit!!!
  9. Zumindest innerhalb von Ortschaften: FENSTER und ZENTRALVERRIEGELUNG ZU!!!!
  10. Trau, schau wem! Immer und überall! Wer z.B. nur eine Zeitung in der Hand hat, ist KEIN Zeitungsverkäufer!
  11. Im Zweifel: Keine Kamera, keine Brieftasche ist es wert, ein Leben zu riskieren! Lasst dem Straßenräuber seine Beute und seid froh, dass Ihr unverletzt seid!
Aber: Auf Bitten eines Parkrangers haben wir seinen "Bekannten" vom Etosha bit Oujo mitgenommen, nach drei Wochen Namibia schmiss ich abends meine Sachgen einfach auf den Fußboden und meine Frau griff in einen Skorpion, der meine Socke recht gemütlich fand usw usf
Will sagen: man kann Ratschläge geben noch und nöcher, man kann sich belesen und sich denken "das passiert MIR nie!" Gefeiht ist trotzdem NIEMAND!
Meine Reiseseite Namibsand.de mit Reiseberichten, dem Afrika-ABC, einer Tierdatenbank und einer Menge Tipps und Trick zu Reisen nach Namibia und Südafrika
Themenstarter93 Beiträge · seit 200601. Apr. 2009 · #12
Hallo Annick,

dann seid ihr ja auch gerade in der Malariahochzeit dort. Die Klimaanlagenaktion stimmt. Darauf haben wir, gerade auch auf unseren ersten Safaris, geachtet. Aber die Dinger sind oft so laut, dass es kaum möglich ist zu schlafen, z.B. Mata Mata - da gings gar nicht, was Schlaf betrifft. Ich musste die Klimaanlage ausstellen und wir hatten bestimmt um die 40 Grad im Zimmer, aber die Klimaanlage war so mörderisch laut. Ich war immer froh, dass es sich dann so ab 3 Uhr abkühlte und ich doch noch eine Tüte Schlaf bekam.

Im Krüger gab es damals kaum Übernachtungsmöglichkeiten mit Klimaanlage.


@ Sigi,

Du schreibst:
"Ich denke, Erfahrungen aller Art hier einzutragen ist wichtig. Nur so kann man für sich Erkenntnisse gewinnen."

Da hast du vollkommen Recht. Wenn wir gewusst hätten, dass es diese Art von Überfällen gibt, wären wir einigermaßen darauf vorbereitet gewesen und hätten anders reagiert. Es hätte uns von einer Reise dorthin nicht abgehalten. Wer nach Afrika fährt - egal, wohin - weiß, wie arm die Menschen dran sind und muss mit Überfällen rechnen. Natürlich kann man sich nicht gegen jegliche Art von Überfällen wappnen, aber je besser man informiert ist, desto besonnener kann man mit der Situation umgehen.

Für uns stand damals die Frage im Raum, warum niemand von den Überfalltechniken, die in Südafrika angewandt werden, spricht. Auch, warum man uns von Hotelseite her ins offene Messer rennen ließ, wo allen bekannt war, dass solche Überfälle sehr oft auf dieser Strecke vorkommen.

Auch wurden wir hinterher gebeten, möglichst nicht darüber in Deutschland zu sprechen, weil die Angst sehr groß war, dass keine Touristen mehr kämen - und das ist der wesentliche Grund, Angst, dass die Touristen wegbleiben.



@ Christian,

da habt ihr ja noch mal Glück gehabt - gerade so! In der Situation kann man eigentlich kaum etwas machen, wenn kein Wachmann in der Nähe ist.

Wir nehmen, wenn wir in Städten sind, kaum etwas mit, auch keinen Fotoapparat und ziehen meistens unsere ollsten Klamotten an und zeigen: bei uns ist nischt zu holen. Bislang haben wir da keine schlechten Erfahrungen gemacht. Wir sind wirklich nicht überängstlich, wollen einfach jeglicher unnötigen Konfrontation aus dem Wege gehen.

Ich hoffe, das Erlebnis hat euren restlichen Urlaub nicht beeinträchtigt?

Liebe Grüße
Maggy
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140 Beiträge · seit 200801. Apr. 2009 · #13
Ich muss Maggy recht geben. Es hilft viel, sich nicht wie ein Tourist anzuziehen, auch wenn man einer ist 🙂. Eigentlich gibt es ja auch keinen Grund, in der Stadt im Safari-Outfit mit dicker Kamera rumzulaufen, wie ich doch sehr viele beobachtet habe. Jeans, T-Shirt oder Sommerkleid tuns auch, wie halt zu Hause. Ich hatte nie das Gefühl in Windhoek, besonders beachtet zu werden oder mich unsicher gefühlt. Was nicht heißt, dass ich leichtsinnig geworden bin. Nach einiger Zeit sind wir immer erst in Africans angesprochen worden, das gab mir ein ganz gutes Gefühl, nicht gleich als Deutsche identifiziert zu werden 😛 .

Natürlich bleibt immer ein Restrisiko, dass ist dann einfach Pech. Ich wohne in Frankfurt und bin mir ziemlich sicher, dass es hier mehr kleine Überfälle oder Diebstähle wie in Windhoek gibt - relativ zur Einwohnerzahl natürlich.

@Maggy, ich finde deine Einstellung zu dem Überfall gut. Es war zwar ganz großer Mist, aber du lässt dir nicht die Freude am Reisen aus Angst verleiten. Super Einstellung.
http://reiseliebe.eu http://soullounge.net
852 Beiträge · seit 200601. Apr. 2009 · #14
Hallo!

Jeder versucht die Diebstähle und Überfälle zu verheimlichen und kleinzureden. Erst wenn Du viele Male dort bist, wird Dir das ganze Ausmaß klar. Dadurch kommt es aber gerade zum fehlverhalten der "Frischlinge"

Als wir jetzt in Wdh waren, liefen an einem Sonntag 2 Touristen am Rande
der großen Ausfallstraße Richtung Nothern Industrial. Bepackt mit
mit jeweils 2 Rucksäcken 🤩
Die perfekte Beute, wirklich grob fahrlässig, ich habe sie wohl so entgeistert angesehen, sie haben uns überschwenglich zugewunken...

Uns hat der Diebstahl nichts groß ausgemacht, dazu sind wir schon zu sehr
Afrikaner. Im übrigen wurde uns angeraten eher mit Agression zu antworten,was ja eigentlich sonst nicht geraten wird, da sind wir noch nicht am Ende unserer Üerlegungen.

Wir sind im Augenblick in Joburg stationiert. Letzens war der Wachturm
im Einkaufszentrum besetzt. Das war für mich als Europäer immer noch
ein merkwürdiger Anblick, als würde ich in ein Konzentrationslager einfahren....

Christian
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zuletzt bearbeitet 01. Apr. 2009
14 Beiträge · seit 200801. Apr. 2009 · #15
Bei dem Bericht wird mir ja wirklich mulmig.

Wir fliegen am 12.04. nach SA und eins habe ich mir schon gemerkt, wenn einer hinten drauf fährt besser weiter fahren.
2'167 Beiträge · seit 200901. Apr. 2009 · #16
Hallo Maggy,
Es tut mir leid, dass du bei deinem ersten Suedafrikabesuch eine solche Erfahrung machen musstest!

Sven, danke fuer die guten Tips!
Die allerwichtigsten sind schon: Niemals Anhalter mitnehmen (egal welcher Farbe), und sich nicht anhalten lassen bei (vielleicht) vorgetaeuschten) Pannen und Unfaellen. Das ist wirklich traurig, weil wenn ich eine Panne habe waere ich auch froh wenn wer anhalten wuerde! Aber dafuer gibt es eben nun cell phones. Wenn du nicht sicher bist ob ein richtiger Unfall wirklich geschehen ist, und um dein Gewissen zu erleichtern, den Unfall per Telefon bei der Notnummer melden, oder im naechsten Ort bei der Polizei.

Der Trick mit dem von hinten angefahren werden gilt auch in den Staedten, z.B. wenn du am Rotlicht wartest. Niemals aussteigen! Ist zwar aergerlich, aber was solls, ist ja in eurem Fall nur ein Mietwagen!

Uebrigens, falls ihr nachts in Staedten mit dem Auto in einsamen Gegenden unterwegs sein solltet: bei Rotlicht anhalten, in jede Richtung schauen und wenn nichts kommt, weiterfahren!

Und wenn man dann mein, nun kennt man jeden Trick, gibts immer wieder Neue!
Ich bin nun schon seit 3 1/2 Jahren nicht mehr in Johannesburg und nicht mehr so auf dem neuesten Informations Stand. Aber ich habe 38 Jahre hier ueberlebt - ist mir nie was passiert (ausser dass im Haus 3 x eigebrochen wurde, waehrend wir im Urlaub waren, und dreimal nachts die Autoscheibe eingeschlagen und das Auto ausgeraeumt wurde). Glueck gehabt!
(aber in Bern wurde mir der Geldbeutel aus meiner Handtasche geklaut, am heiterhellen Tag!)

Also lasst euch nicht zu sehr einschuechtern! Ueberfaelle sind nicht ueberall so an der Tagesordnung....

Gruss
Maddy
Reiseberichte: Camping Tour Northern Namibia, August 2010 Dlinza Forest, Eshowe, KZN, South Africa Die erste Reise - Loggerhead Camping trip 2020: KNP-Mapungubwe-Magoebaskloof-Mt.Sheba
Themenstarter93 Beiträge · seit 200601. Apr. 2009 · #17
Hallo Amerlanda,

dass man mit Überfällen in Afrika - wo auch immer - rechnen muss, wissen wir ja alle. Ein paar Regeln für sich im Kopf zu haben, ist enorm wichtig, viele wurden hier schon aufgezählt. Für mich ist nach wie vor eine der wichtigsten, nicht im Morgengrauen oder im Dunkeln kleine Straßen, auf denen nichts los ist, die aber ein interessantes Ziel haben, zu meiden.

Wenn wir das nächste Mal in den Krüger Park fahren, werden wir am Tage die Autobahn nehmen und dann auf jeden Fall wieder - wie bei unserem ersten Besuch - dort auch wohnen. Bei jedem Besuch lernt man eben etwas mehr dazu.

Ich wollte hier keine Angst schüren, sondern eher zur Umsicht aufrufen!

Ich wünsche euch eine ganz phantastische Reise! Wo geht es eigentlich hin, hast du das schon beschrieben? Sorry, bin neu hier und hab noch nicht alles durchforsten können.

Liebe Grüße
Maggy
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Themenstarter93 Beiträge · seit 200601. Apr. 2009 · #18
Hallo Maddy,

es war nicht mein erster Südafrikabesuch, ich war zuvor schon dreimal dort und habe das Land lieben gelernt! Hab eben mal Pech gehabt, aber es ist ja nichts weiter passiert.

Super, dass du noch ein paar Tipps parat hast.

Überfälle gibt es auch in Deutschland, ich habe ja schon kurz in meinen Bericht einfließen lassen, dass ich auch in Berlin überfallen wurde. Hatte beim Betreten einer Tankstelle eine Pistole am Kopf, ist aber schon 20 Jahre her. Man vergisst das wieder, auch die Angst verfliegt - ich bin nach wie vor mindestens zweimal im Jahr in Afrika unterwegs - verhalte mich aber automatisch umsichtiger in den so erlebten Situationen.

Liebe Grüße
Maggy
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zuletzt bearbeitet 01. Apr. 2009
14 Beiträge · seit 200801. Apr. 2009 · #19
Hallo Maggy,

vielen Dank noch für die Tips. Wird schon klappen.

Wir fliegen bis Joburg fahren dann direkt Richtung Krüger, dann durch Swaziland an die Küste bis Durban, fliegen dann nach PE und tuckeln dann die Küste entlang mit Schwenk über Oudtshoorn bis Kapstadt von da geht es retour nach Ffm.

Ich war noch nie in SA und freue mich riesig.

Ach ja, krieg ich die Adapterstecker da in einem Supermarkt?
852 Beiträge · seit 200601. Apr. 2009 · #20
Hallo!

Adapter- Stecker gibt es im Supermarkt(oft), trotzdem meine Empfehlung ist, sie bereits hier mitzunehmen. Werden bei Ebay auch verkauft....

Christian
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