Air Namibia droht ab April Landeverbot in Europ

43 Antworten · 14,9k Aufrufe · gestartet 28. Feb. 2008 von Naukluft
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Themenstarter1'910 Beiträge · seit 200628. Feb. 2008 · #1
Machen wir hier weiter und lassen den alten Thread... DANKE!
Wenn man den Original-Bericht liest, geht's um die Abwicklung der Trainings und um die innerstaatlichen Kontrollen. Den Bericht findet man übrigens unter http://www.icao.int/fsix/AuditReps/execSumm/Namibia_en_exec.pdf

Da geht es also eher um die Ausbildung der Piloten bzw. des gesamten fliegenden Personals, die Überprüfungen der Flugzeuge im Land (was jetzt nicht nur die Air Namibia sondern auch alle kleineren Flugzeuge anbelangt).

Zitat: "The position of Chief of Aircraft Airworthiness has been filled; however, there are still not enough qualified inspectors to carry out the mandate of the Airworthiness Department, including renewal of certificates of airworthiness on a yearly basis in accordance with the NAM CARs, review and inspection of the maintenance arrangements associated with the issuance of AOCs, the conduct of ongoing surveillance associated with AOCs, and the
conduct of sufficient on-going surveillance of AMOs."

Ob das die EU veranlasst, auch die Flugzeuge der Air Namibia mit einem Landeverbot zu belegen, wage ich jetzt einmal zu bezweifeln. Wenn überhaupt, glaube ich da eher an eine Lösung bei der mal generell alle gebannt werden und die beiden Airbusse von Air Namibia wegen der Wartung bei Lufthansa und der Trainings des fliegenden Personals ausgenommen werden.

Aber das ist wie gesagt alles bloße Vermutung...
Gruss, der K l a u s Nicht behindert zu sein ist ein Geschenk, welches einem schnell genommen werden kann....... In einem Augenblick! ...... Wer einen Fehler macht und ihn nicht korrigiert, begeht schon den zweiten...
zuletzt bearbeitet 28. Feb. 2008
2'535 Beiträge · seit 200728. Feb. 2008 · #2
Mir ist's gleich 😉

Mittlerweile hab ich aber noch etwas gefunden, auf der offiziellen ICAO-Seite gibt's noch mehr Berichte.

Unter http://www.icao.int/fsix/auditRep1.cfm gibt's die Liste aller Dokumente der Flight Safety Information Exchange.

Demnach gab es 2001 eine Untersuchung: http://www.icao.int/fsix/AuditReps/initial/namibia_2001_en.pdf

Dann gab es 2004 ein "Follow-Up" der Untersuchung: http://www.icao.int/fsix/AuditReps/followup/namibia_2004_en.pdf

Dieses Follow-Up wurde im September 2007 veröffentlicht, die Zusammenfassung dieses Follow-Ups (http://www.icao.int/fsix/AuditReps/execSumm/Namibia_en_exec.pdf) ist Grundlage des AZ-Artikels...

Na, ja.
Inwieweit die EU tatsächlich in Erwägung zieht, *jetzt* auf Grundlage eines 3 Jahre alten Berichtes, in dem zum Vergleichsbericht ohnehin maßgebliche Fortschritte erzielt wurden, ein Flugverbot der Air Namibia in Europa einzurichten, mag sich jeder selbst ausmalen...

Ich würde mal sagen: Keep Cool 😉
Mit Peanut und Glück auf Namibia-Tour - RB 2015 Öfter Mal was Neues - Kaokoveld Februar 2026
zuletzt bearbeitet 28. Feb. 2008
Themenstarter1'910 Beiträge · seit 200628. Feb. 2008 · #3
Von der Technischen Seite hatten in 2005 ja die MD-Maschinen zig Probleme, z.B. eine nicht richtig schliessende Tür, da kam wärend dem Flug Wasser rein.
Triebwerksschaden an einer der "neuen". Hatten ja Wochenlang nur eine Maschine...
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Gast28. Feb. 2008 · #4
dergnagflow schrieb:
Dieses Follow-Up wurde im September 2007 veröffentlicht, die Zusammenfassung dieses Follow-Ups (http://www.icao.int/fsix/AuditReps/execSumm/Namibia_en_exec.pdf) ist Grundlage des AZ-Artikels...
Hast Du mit dem Redakteur des AZ-Artikels gesprochen oder woher hast Du dieses Wissens?
Na, ja.
Inwieweit die EU tatsächlich in Erwägung zieht, *jetzt* auf Grundlage eines 3 Jahre alten Berichtes, in dem zum Vergleichsbericht ohnehin maßgebliche Fortschritte erzielt wurden, ein Flugverbot der Air Namibia in Europa einzurichten, mag sich jeder selbst ausmalen...
Aus dem Fakt, dass diese Datenbank explizit nur Dokumente bezüglich Audits und Nachprüfungen zwischen 1999 und 2004 enthält, geht für mich nicht zwangsweise hervor, dass es keine neueren Unterlagen gibt. Man kann nun spekulieren, ob Audits und Nachprüfungen in Sachen Luftfahrtsicherheit im Jahre 2004 für alle Länder eingestellt wurden oder ob neuere Unterlagen nur nicht öffentlich online abrufbar sind. Für Letzteres gäbe es sehr gute Gründe.

Beste Grüße

Guido
231 Beiträge · seit 200629. Feb. 2008 · #8
Zur Info die offizielle Stellungnahme der Air Namibia:
Sehr geehrte Damen und Herren,
Sehr geehrte Vertriebspartner,

Die Allgemeine Zeitung in Windhoek hat in einem Artikel vom 28.Februar 2008 darüber
berichtet, dass dem Land Namibia die "Schwarze Liste" der EU drohe, einhergehend mit einem
Flugverbot der Nationalen Fluggesellschaft Air Namibia nach Europa. Dies hat zu
unterschiedlichen Reaktionen und Verunsicherung bei Namibia Reisenden und sicherlich auch
bei Ihnen geführt.

Dies bedauern wir sehr und nehmen wie folgt Stellung:

- Air Namibia ist voll flugtauglich und nach IATA IOSA Audit vor kurzem wieder als sicher
zertifiziert worden

- Air Namibia erfüllt alle Sicherheitsbestimmungen nach internationalen IATA Ansprüchen
und Standards

- beide auf der Langstrecke eingesetzten Airbus A340-300 sind von der Lufthansa geleast
und werden dort auch gewartet

- Air Namibia wird den aktuellen Flugplan wie bisher ohne Einschränkungen einhalten und
wie geplant alle Beförderungsleistungen erbringen

- es wird keine Flugstornierungen seitens Air Namibia geben

- die im Artikel beschriebenen Mängel der namibischen Luftfahrtbehörde im Land sind
ausdrücklich von Belangen der Air Namibia zu trennen

Wir bedauern ausdrücklich die durch den Artikel hervorgerufene Besorgnis aller unserer
Fluggäste und Partner. Air Namibia fühlt sich allen unseren Kunden gegenüber verpflichtet,
einen sicheren und qualitativen Flugbetrieb zu allen Zeiten durchzuführen.

Im Anhang finden Sie die offizielle Stellungnahme unseres Hauptbüros in Windhoek in
englischer Sprache.

Bei Rückfragen jeglicher Art stehen wir Ihnen jederzeit zur Verfügung.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung der Air Namibia!

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr Air Namibia Team in Deutschland



Viele Grüße aus Bonn
Harald
(Deutsch-Südafrikanischer Reisedienst GmbH - http://www.dsar.de/ )
zuletzt bearbeitet 29. Feb. 2008
Gast29. Feb. 2008 · #9
Harald Lux schrieb:
- es wird keine Flugstornierungen seitens Air Namibia geben

- die im Artikel beschriebenen Mängel der namibischen Luftfahrtbehörde im Land sind
ausdrücklich von Belangen der Air Namibia zu trennen
Das ist alles richtig und steht auch nicht anders in dem Artikel der AZ. Nur ist Air Namibia eben in Namibia zugelassen und muss sich die Einhaltung internationaler Standards primär von den Luftfahrtbehörden in Namibia bescheinigen lassen. Wenn ein Prüfling in einer Prüfung alles richtig macht, der Prüfer aber nicht befähigt war, die Prüfung ordnungsgemäß abzunehmen, dann ist der Prüfling trotzdem durchgefallen. Genau darum geht es.

Das wird in einem heutigen Kommentar der AZ noch einmal klar dargestellt.
http://www.az.com.na/kommentar/x.63546.php

Und natürlich wird Air Namibia nicht von sich aus Flüge stornieren. Das nützt den Passagieren aber nichts, wenn Air Namibia einfach nicht mehr in der EU landen darf. Stornieren würde dann quasi die EU. Die Wahrscheinlichkeit das das wirklich passiert, halte ich aber auch nicht für allzu hoch.

Beste Grüße

Guido
zuletzt bearbeitet 29. Feb. 2008
89 Beiträge · seit 200729. Feb. 2008 · #10
Hallo Harald,

vielen Dank für das Posting.
Das dürfte sicher viele wie auch mich erstmal beruhigen.

Viele Grüße
Mario
46 Beiträge · seit 200602. März 2008 · #11
Hallo @ all!

Da ich im Mai, zum 8. Mal, mit Air Namibia fliege habe ich natürlich auch erst mal geschluckt als ich den Bericht gelesen habe. Wie viele wahrscheinlich 😕

Falls es wirklich so weit kommen sollte, was ich nicht glaube, dürfte Air Nam. nur nicht mehr in der EU landen, richtig? Man könnte also davon ausgehen das als Konsequenz auf die Schweiz ausgewichen werden könnte. Oder betrifft das ganz ,,Europa''?

Sorry falls das irgendwo schon erwähnt wurde, dann habe ich es überlesen. Die Schweitzer verstehen hoffentlich auch wie ich das meine 😘

Viele Grüße,

African Queen
😘 😘 😘
Mehr über meine Reittouren in Namibia unter: www.trailreiten.beepworld.de
6'152 Beiträge · seit 200604. März 2008 · #12
Hallo,

heute in der AZ AIR NAMIBIAS FLUGZEUGE SEHR
SICHER
www.az.com.na/lokales
Drücken mal die Daumen,dass bald auch ein o.k.
der EU kommt.
Gruss Hanne
8 x Südafrika,1x Zimbabwe, 22x Namibia, 4x Botswana, 1x Lesotho, 1 x Swasiland
Gast05. März 2008 · #14
Hallo

heute gibt es in der AZ noch ein paar Details zu dem Thema. Hier wurde ja teilweise unterstellt, dass der AZ-Redakteur nur schlampig recherchiert hat und alte Kamellen aufwärmt. Der Beitrag macht deutlich, dass das nicht so ist und das das Thema auch noch nicht erledigt ist. Am 14. März müssen die Luftfahrtbehörden von Namibia sich gegenüber der EU erklären.
http://www.az.com.na/wirtschaft/x.63676.php

Vorausgesetzt dass der AZ-Artikel das richtig wieder gibt, finde ich es bedenklich, dass die EU offenbar normal keinen Zugang zu den entsprechenden ICAO-Dokumenten hat. Nur wenn ein Land - wie u.a. auch Namibia - der Veröffentlichung der Dokumente zustimmt, hat die EU wie jedermann sonst auch Zugriff darauf. D.h. wer großen Bockmist baut, aber eine Veröffentlichung der entsprechenden Prüfberichte verbietet, muss auch keine Sanktionen befürchten? Das wäre weder im Interesse der Sicherheit noch im Interesse einer gewissen Fairness und einer offenen Kommunikation.

Beste Grüße

Guido
Gast06. März 2008 · #15
Und wieder ein neuer AZ-Beitrag zum Thema:

Air Namibia gerät in Erklärungsnot
http://www.az.com.na/wirtschaft/x.63746.php

Im letzten Jahr hat Namibia statt der ohnehin eingeplanten 136 Millionen letztlich 538,6 Millionen an Steuergeldern in Air Namibia pumpen müssen, damit Air Namibia keine Pleite hinlegt. Rechnet man das mal auf die wesentlichen Europastrecken um (7 Flüge pro Woche, 91.000 Passagiere Kapazität p.a. und 80% durchschnittliche Auslastung unterstellt), so ergibt sich folgendes Fazit: Jeder, der mit Air Namibia von Europa nach Namibia fliegt, muss mit ca. 600 EUR von den Steuerzahlern in Namibia subventioniert werden. Für diesen Betrag fliegen andere Airlines fast kostendeckend.

Budget: AirNam fuelled with more funds
http://www.namibian.com.na/2008/March/national/08EEF1480B.html

Andere sehen das sicher anders und es mag viele Sympathien für und gute Erfahrungen mit Air Namibia geben. Aber angesichts so desaströser Zahlen, täte man Namibia nach meiner Meinung einen Gefallen, wenn man Air Namibia boykottiert und so ein Ende dieses Unsinns erzwingt. Angesichts der Probleme, die Namibia u.a. in den Bereichen Gesundheit und Bildung hat, kann es doch wirklich nicht sein, dass reiche Touristen aus Europa bei Flügen mit Air Namibia mit ca. 600 EUR von den Namibiern subventioniert werden müssen. Air Namibia ist einfach viel zu klein, um allein überlebensfähig zu sein.

Beste Grüße

Guido

Nachtrag: Ich habe mit dem aktuellen Umrechnungskurs gerechnet. Aber das sind ja die Zahlen vom letzten Jahr. Nimmt man den da durchschnittlich gültigen Umrechnungskurs von 9.7, so kommt man gar auf 750 EUR Subventionen pro Europa-Passagier...
zuletzt bearbeitet 06. März 2008
2'535 Beiträge · seit 200706. März 2008 · #16
Hm, diese Zahlen sind wirklich hoch, da stellt sich mir die Frage, wie diese zustande kommen und ob nicht anderswo auch Optimierungen vorgenommen werden könnten. Den Flieger jeden Tag 15 Stunden am Frankfurter Flughafen herumstehen zu lassen, wird auch nicht billig sein. Da stellt sich schon die Frage, ob ein sofortiger Rückflug (wie es ja auch die LTU macht) nicht wirtschaftlich sinnvoller wäre.

Dem Argument, dass es der Tourismuswirtschaft hilft, kann ich mich allerdings anschließen, ein regelmäßiger Flugverkehr (und nicht nur ein oder zweimal pro Woche, wie es die LTU derzeit macht) ist IMHO erforderlich, um sich als Tourismusland zu behaupten. Und dass bei einer Einstellung die Strecke Frankfurt-Windhoek halbwegs rasch von einer anderen Linie aufgenommen wird, das glaube ich persönlich auch nicht ganz. Außer der Lufthansa (aus "historisch-sentimentalen Gründen) gäbe es für keine Linie einen Grund, diese Strecke aufzunehmen.

Ich glaube schon, dass Namibia wesentliche Einbußen hinnehmen müsste, wenn es keine regelmäßige Direktverbindung gäbe. Zudem muss man auch bedenken, wieviel die "reichen" Europäer dann im Urlaub im Land ausgeben, das ist ja ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor, der nicht 1:1 so bleiben würde.

Dass hier allerdings Handlungsbedarf besteht, da gebe ich dir schon recht. Nur kann der meiner Meinung nach nicht darin bestehen, die Linie einzustellen...
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Gast06. März 2008 · #17
Hallo,

dergnagflow schrieb:
Hm, diese Zahlen sind wirklich hoch, da stellt sich mir die Frage, wie diese zustande kommen und ob nicht anderswo auch Optimierungen vorgenommen werden könnten.
Das Problem besteht ja nicht seit einem Jahr, sondern Air Namibia ist seit Jahren extrem defizitär. Seit 2000 wurden 2,4 Milliarden in Air Namibia gepumpt und es wurde Einiges versucht, um den Laden halbwegs rentabel zu bekommen. Auch wird ein Partner für Air Namibia gesucht, aber offenbar will sich keine andere Airline Air Namibia ans Bein binden.
Dem Argument, dass es der Tourismuswirtschaft hilft, kann ich mich allerdings anschließen, ein regelmäßiger Flugverkehr (und nicht nur ein oder zweimal pro Woche, wie es die LTU derzeit macht) ist IMHO erforderlich, um sich als Tourismusland zu behaupten. Und dass bei einer Einstellung die Strecke Frankfurt-Windhoek halbwegs rasch von einer anderen Linie aufgenommen wird, das glaube ich persönlich auch nicht ganz.
Wo es eine Nachfrage zu marktfähigen Preisen gibt, wird es in der Marktwirtschaft auch ein Angebot geben. Ansonsten gibt es auch andere Länder, die eine starke Tourismusindustrie ohne eigene interkontinentale Airline haben.
Außer der Lufthansa (aus "historisch-sentimentalen Gründen) gäbe es für keine Linie einen Grund, diese Strecke aufzunehmen.
Was braucht es in der Marktwirtschaft denn an Gründen? Irgendwas historisch-sentimentales sicher nicht. Es braucht Nachfrage. Die ist da. Und es braucht ein Preisniveau, das einen profitablen Betrieb erlaubt. Das ist wohl auch gegeben. Die börsennotierte Air Berlin hätte die Namibiaflüge von ihrer Tochter LTU sicher schon abgeschossen, wenn die nicht rentabel wären. Da sind die ganz fix.
Ich glaube schon, dass Namibia wesentliche Einbußen hinnehmen müsste, wenn es keine regelmäßige Direktverbindung gäbe. Zudem muss man auch bedenken, wieviel die "reichen" Europäer dann im Urlaub im Land ausgeben, das ist ja ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor, der nicht 1:1 so bleiben würde.
Ich glaube nicht, das Leute nicht mehr nach Namibia in den Urlaub fliegen, nur weil es Air Namibia nicht mehr gibt. Und selbst wenn 20% der ehemaligen Air-Namibia-Passagiere nur wegen der Pleite von Air Namibia dann gar nicht mehr nach Namibia reisen, wäre das volkswirtschaftlich wohl noch günstiger für Namibia.
Dass hier allerdings Handlungsbedarf besteht, da gebe ich dir schon recht. Nur kann der meiner Meinung nach nicht darin bestehen, die Linie einzustellen...
Bitte, was ist denn dann die Alternative? Die Alternative ist, dass Air Namibia seine Kosten wie in der Marktwirtschaft üblich auf die Kunden und nicht auf die Steuerzahler umlegt. Das Economy-Ticket kostet statt subventioniert 800-1200 EUR dann 1500-1900 EUR. Was wäre das Resultat? Kaum noch jemand würde mit Air Namibia fliegen wollen und die Airline wäre auch dann in kürzester Zeit vom Markt verschwunden.

Beste Grüße

Guido
zuletzt bearbeitet 06. März 2008
231 Beiträge · seit 200606. März 2008 · #18
Nachtrag: Ich habe mit dem aktuellen Umrechnungskurs gerechnet. Aber das sind ja die Zahlen vom letzten Jahr. Nimmt man den da durchschnittlich gültigen Umrechnungskurs von 9.7, so kommt man gar auf 750 EUR Subventionen pro Europa-Passagier...
Es wäre schön, wenn Du nicht nur so einfach eine Zahl in den Raum stellen, sondern vielleicht auch mal den genaue Rechenweg mit den verwendeten Zahlen darlegen würdest.

Viele Grüße aus Bonn
Harald
(Deutsch-Südafrikanischer Reisedienst GmbH - http://www.dsar.de/ )
2'535 Beiträge · seit 200706. März 2008 · #19
Hallo,
Das Problem besteht ja nicht seit einem Jahr, sondern Air Namibia ist seit Jahren extrem defizitär.
Ja, aber hat sich das nicht seit der Flottenbereinigung und dem Loswerden der alten 747 deutlich gebessert?
Wo es eine Nachfrage zu marktfähigen Preisen gibt, wird es in der Marktwirtschaft auch ein Angebot geben.
Ich fürchte eben, dass es das nicht gibt. Die Frage wird sein, wo man die "Schmerzgrenze" zieht.
Ansonsten gibt es auch andere Länder, die eine starke Tourismusindustrie ohne eigene interkontinentale Airline haben.
Welche?
Es braucht Nachfrage. Die ist da.
Ich fürchte eben nicht in dem Maße, dass es einen Linienverkehr rechtfertigt.
ist wohl auch gegeben. Die börsennotierte Air Berlin hätte die Namibiaflüge von ihrer Tochter LTU sicher schon abgeschossen, wenn die nicht rentabel wären. Da sind die ganz fix.
Wie gesagt, die Flüge der LTU gibt's ja nur 1 oder 2 Mal die Woche, zudem stehen die Flieger nicht den ganzen tag irgendwo herum mit all den Nebenkosten.
Ich glaube nicht, das Leute nicht mehr nach Namibia in den Urlaub fliegen, nur weil es Air Namibia nicht mehr gibt. Und selbst wenn 20% der ehemaligen Air-Namibia-Passagiere nur wegen der Pleite von Air Namibia dann gar nicht mehr nach Namibia reisen, wäre das volkswirtschaftlich wohl noch günstiger für Namibia.
Das wird man durchaus schon berechnet haben. Schätze ich halt einmal 😉
Bitte, was ist denn dann die Alternative?
Fixkosten senken, Auslastung erhöhen. So wie das überall gemacht wird.

Mir fiele da mal ad hoc der sofortige Rückflug des Fliegers ein.
Das müsste sich von den Durchlaufzeiten ausgehen, in zwei Stunden muss man auch in Frankfurt den Airbus leer und wieder voll bekommen. Damit bekommt man die sicherlich nicht zu vernachlässigen Standkosten auf einem der größten Flughäfen Europas weg. Alternativ auch die Überlegung Windhoek-München zu fliegen. Spart wieder eine halbe Stunde Flugzeit in jede Richtung. Und die Landegebühren sind in München wahrscheinlich auch ein bisschen geringer.

Ob sich ein Dreiecksflug Windhoek-Frankfurt (oder München)-London-Windhoek zeitlich ausgeht, weiß ich nicht. Wenn ja, wäre das natürlich auch zu überlegen. Damit könnte man die Auslastung sicherlich deutlich steigern.

Werbung machen, gemeinsam mit dem National Tourist Board, Direkt-Buchungen über's Internet ermöglichen, spart wieder Kosten bei den Resellern, etc.

Einfach zuzusperren ohne alle Möglichkeiten der Optimierung angedacht zu haben, halte ich für eine schlechte Variante.
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2'535 Beiträge · seit 200706. März 2008 · #20
Harald Lux schrieb:
Es wäre schön, wenn Du nicht nur so einfach eine Zahl in den Raum stellen, sondern vielleicht auch mal den genaue Rechenweg mit den verwendeten Zahlen darlegen würdest.
Ganz stimmt's ja eh nicht.
Wenn man sieben Europaflüge pro Woche (fünf nach Frankfurt und zwei nach London) mit jeweils 276 Plätzen (Angaben aus der AirNamibia-Webseite) hernimmt, kommt man auf eine jährliche Kapazität von knapp 100.500 Pax.

80% Auslastung (die ich allerdings nicht ganz glaube) wären dann rund 80.000 Personen aufgerechnet auf 538 Millionen Dollar wären das 6725 Dollar pro Person.

Was Guido bei seinen Berechnungen vergisst, ist, dass ja diese Verluste nicht (nur) mit der Europastrecke eingeflogen werden, Air Namibia hat ja noch andere Strecken und Flugzeuge, die wahrscheinlich ja auch keine Gewinne abwerfen. Insoferne stimmt seine Schlußfolgerung, dass jeder Europa-Passagier mit 750 Euro subventioniert wird, nicht.

Dass Air Namibia defizitär ist und auf Dauer nicht jährlich mit 500 Millionen Dollar subventioniert werden soll/kann ist aber auch klar.

Einfach zusperren halte ich allerdings (auch volkswirtschaftlich) für die denkbar schlechteste Alternative.
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