CHChristian66Themenstarter97 Beiträge · seit 202517. März 2026 · #61Wow! Mit so viel Zuspruch hätte ich wirklich nicht gerechnet. Vielen Dank allen!
@Konni: Ein besseres Bild hättest Du nicht finden können. Der Sonnenaufgang über dem Kili ist für mich das wichtigste Foto dieser Reise. Danke, danke, danke!
@Picco: Ja, Du hast erheblichen Anteil an den Reisevorbereitungen. Deine Tipps haben mir sehr geholfen, danke dafür! Willst Du nicht noch schnell einen schönen Berg in Nepal oder China besteigen und mir dann berichten? 😉 Dann könnte ich damit für 2027 planen. 😎
@Silvia: Ja, ich habe das Winken im Rückspiegel gesehen. Man muss sich nur einmal einen deutschen Polizei(ober-/haupt-)meister vorstellen, der bei einer Verkehrskontrolle einem Fahrzeug hinterherwinkt. Das wäre dann wohl ein Fall für irgendeine dieser Spaßshows im TV.
@Elke: Ich denke schon, dass ich hier auch ohne baldige Afrikareise noch ein wenig beitragen werde. Es hat durchaus Spaß gemacht, den Bericht zu schreiben.
Sooo schnell fahre ich übrigens gar nicht. 😐
Ich bin vor sechseinhalb Jahren schon einmal mit dem Fahrrad von Regensburg nach Wien und weiter über Brno (Brünn), Ústí nad Labem (Aussig) nach Dresden gefahren. Damals wollte ich es in drei Tagen bis Wien schaffen – dieses Mal wird es gemütlicher. Der Donauradweg macht wirklich Spaß, ich bin gespannt, wie er hinter Wien weitergeht.
@Caroline: Ja, eine Reise mit dem erwachsenen Kind war schon eine tolle Sache. Mit Mitte zwanzig kommt das nicht mehr so oft vor und kann auch schief gehen. Aber es hat wirklich gut funktioniert, obwohl ich ja ein alter weißer Mann bin, der nicht gendert und sowieso von vielen wichtigen Dingen gar keine Ahnung hat, bzw. diese nicht versteht. 😈
@Uwe: Du scheinst ja auch beruflich mit der Region verbunden (gewesen?) zu sein. Vermutlich wäre ein Austausch mit Dir vor Beginn der Reise recht bereichernd gewesen und es wäre noch einiges mehr möglich gewesen. Sollte ich nochmal in die Ecke kommen, werde ich Dir vorher Löcher in den Bauch fragen. 😉
Unser Gastgeber hat uns auch einiges zur tansanischen Polizei erzählt, besonderes wie sie nach Mängeln am Fahrzeug suchen. Vermutlich hatte ich an diesem Tag viel Glück. Während ich in Deutschland beruflich oft mit der Polizei zu tun habe und sie beruflich nicht unbedingt als Freund und Helfer erlebe, klappte es mit der Polizei und mir im Ausland nicht zum ersten Mal sehr gut. In Nicaragua hat mir ein Polizist seine Laserpistole hingehalten, auf der 92 km/h standen und gemeint, er freue sich, dass wir Nicaragua besuchen und ich soll ab sofort lieber so 85 oder 86 km/h fahren, das wäre in Ordnung – erlaubt sind dort 80 km/h. 😗
Zahlen musste ich auch dort nichts.
Das mit der App hat mir auch keine Ruhe gelassen und ich habe recherchiert: Es handelt sich um eine App namens GePG Tanzania (Government Electronic Payment Gateway). Man kann sie tatsächlich aus dem Google Play Store laden.
@Karsten: Klar muss man Korruption nicht unterstützen oder sich beteiligen. Bei den ersten drei Kontrollen war das auch nicht der Fall. Ich hätte an Ort und Stelle nicht ohne weiteres bezahlen können, denn diese App hatte ich nicht und ob ich die vor Ort bekommen hätte, weiß ich nicht. Es war jetzt auch nicht so, dass mir ein Weg zu der App aufgezeigt wurde. Dass es sich um die GePG Tanzania handelt, habe ich erst in Deutschland beim Schreiben dieses Reiseberichts herausgefunden. Bei der letzten Kontrolle hätte ich auch „regulär“ bezahlt, wenn das ohne die App möglich gewesen wäre. Was wäre Deiner Meinung nach die richtige Alternative zu den 10.000 Schilling in bar gewesen, ohne die App? Selbst mein letzter 100 US$ Schein hätte nichts geändert. Der wäre ja kaum in die Landeskasse geflossen und ihn anzunehmen, wäre wohl auch verboten gewesen.
Allen einen schönen Abend
Christian
KAKarstenB2'396 Beiträge · seit 201117. März 2026 · #62Moin Christian,
Christian66 schrieb:
@Karsten: Klar muss man Korruption nicht unterstützen oder sich beteiligen. Bei den ersten drei Kontrollen war das auch nicht der Fall. Ich hätte an Ort und Stelle nicht ohne weiteres bezahlen können, denn diese App hatte ich nicht und ob ich die vor Ort bekommen hätte, weiß ich nicht. Es war jetzt auch nicht so, dass mir ein Weg zu der App aufgezeigt wurde. Dass es sich um die GePG Tanzania handelt, habe ich erst in Deutschland beim Schreiben dieses
Reiseberichts herausgefunden. Bei der letzten Kontrolle hätte ich auch „regulär“ bezahlt, wenn das ohne die App möglich
gewesen wäre. Was wäre Deiner Meinung nach die richtige Alternative zu den 10.000 Schilling in bar gewesen, ohne die App? Selbst mein letzter 100 US$ Schein hätte nichts geändert. Der wäre ja kaum in die Landeskasse geflossen und ihn anzunehmen, wäre wohl auch verboten
gewesen.
Die ersten 3 Kontrollen meinte ich nicht, du hast das Glück gehabt, auf verständige, ehrliche und freundliche Polizisten zu treffen. Im 4. Fall sehe ich das anders: Du hättest sie darauf hinweisen können, dass ihr euch beide strafbar macht - was sie ja offensichtlich wusste. Was für Möglichkeiten hätte sie gehabt? Mit euch zur nächsten Pölizeistation zu fahren auf die Gefahr hin, dass dort 2 Touristen über ihr Ansinnen aussagen? Oder euch zu erschießen? 😈 (Das war mal die rhetorische Frage eines Rangers im Chope NP bezüglich eines renitenten südafrikanischen Safarileiters, der sich strikt weigerte, die Anordnungen des Rangers zu befolgen: What should I do? Shoot him?)
LG Karsten
GAGabi-Muc2'188 Beiträge · seit 201617. März 2026 · #63Lieber Christian,
danke für Deinen etwas anderen Bericht. Die Besteigung des Meru finde ich klasse, würde ich mir nicht zutrauen, auch wenn ich dieses Jahr die Zugspitze besteigen möchte.
Wir fliegen auch Ende des Jahres nach Neuseeland und ich bin schon voll in den Reiseplanungen. Auch hier kann man einige tolle Wanderungen unternehmen, ich denke, die wirst Du auch machen.
Viel Spaß auf Deinen weiteren Reisen.
LG Gabi
PIpicco6'360 Beiträge · seit 201118. März 2026 · #64Hoi Christian
Christian66 schrieb:Deine Tipps haben mir sehr geholfen, danke dafür!
Gern geschehen!
Christian66 schrieb:Willst Du nicht noch schnell einen schönen Berg in Nepal oder China besteigen und mir dann berichten? 😉 Dann könnte ich damit für 2027 planen. 😎
Da muss ich gleich ein Selbstgespräch mit meinem Chef führen...mal schauen was der meint!
Aber mach Dir nicht zu viel Hoffnung, mit dem zu reden ist für mich immer schwirig, denn man könnte meinen er kenne alle meine Gedanken und Argumente schon bevor ich sie anspreche... 😵 😗 😣
DADaktari79 Beiträge · seit 201018. März 2026 · #65@Christian:
Wir können uns sehr gerne jederzeit einmal austauschen, wenn es dich wieder nach Ostafrika verschlägt, ich kann bestimmt auch einiges von dir lernen und erfahren – insbesondere über Neuseeland und Borneo! 😊
Ich bitte um Entschuldigung, Christian, dass ich hier noch einen etwas emotionaleren, längeren Post adressiere, ohne deinem wunderbaren Reisebericht mit den Rückmeldungen den Raum zu nehmen zu wollen.
Aber wenn da jemand, ohne mich oder die Umstände überhaupt zu kennen, meint, einen Halbsatz von mir zum Anlass nehmen zu müssen, eine Standpauke über „korrektes“ Verhalten, „Heuchelei“ oder Korruptionsbekämpfung in Afrika halten zu müssen, bringt mich diese arrogante Überheblichkeit in Rage!
@KarstenB und alle Interessierten:
1. Die Polizei
Ich schrieb, dass viele Polizisten in Tansania korrupt seien, vergaß aber zu erwähnen, dass das nicht ursprünglich meine eigenen Worte waren! Diese Worte hörte ich nämlich über Jahre hinweg immer wieder von nahezu allen EINHEIMISCHEN Freunden vor Ort; letztlich deckt sich das aber auch mit den eigenen Erfahrungen und denen anderer ausländischer Freunde/Kollegen. Es ist somit ein Faktum und kein klischeehaftes Vorurteil eines „alten“ weißen Mannes!
Wenn du als Tourist einige, wenige Male im Land bist, kannst dich gerne als Moralapostel ausgeben und den belehrenden, besserwissenden Deutschen spielen, dessen vorbildliche Charaktereigenschaften sich die Afrikaner doch bitte aneignen mögen.
Wenn du hingegen einige Jahr im Land verbringst, dieselben Polizisten regelmäßig wieder triffst, sei es auf dem Weg zur täglichen Arbeit oder auf regelmäßigen Trips zu „Meetings“, macht es durchaus Sinn, sich mit denen gut zu verstehen, diese nicht zu belehren, sondern auch mal Kompromisse mit ihnen einzugehen, wohlwissend, dass es auch deren Familien zugutekommt. Man hilft sich gegenseitig! Ist das Korruption oder verwerflich? Ich habe auch einmal die Tochter eines Polizisten medizinisch versorgt; ein paar Wochen später traf ich diesen Mann wieder bei einer Polizeikontrolle, er hat mich erkannt und sofort weiterfahren lassen.
Darüber hinaus habe ich als Arzt auch nicht immer die Zeit, die nächste Bank aufzusuchen, mich da in mehreren, längeren Warteschlangen einzureihen, um ca. 10€, wie du es nennst, mehr zu zahlen, die sich dann evtl. andere Vorgesetzte oder Politiker in die eigene Tasche stecken! Das kostet wertvolle Zeit und eventuell Leben.
Im Übrigen bist du doch nicht wirklich so naiv zu denken, dass die Ordnungshüter alle „regelkonform“ einkassierten Strafbeträge, die „in bar“ beglichen wurden, stets komplett beim Vorgesetzten oder bei der nächsten Polizeistation abgegeben haben. Ob du jetzt den kompletten Betrag mit Quittung gezahlt hast oder nicht, das interessiert da niemanden!
Die „Ausländer“ spielen da ohnehin keine ganz bedeutende Rolle, es sind ja viel mehr die Einheimischen selbst, die alles darum geben, weniger bezahlen zu müssen. Genau darum wurde dann die Änderung mit der Banküberweisung bzw. jetzt mit der App eingeführt, um das komplett zu unterbinden und zu kontrollieren. Bargeld sollten die Polizisten also ohnehin nicht mehr selbst einkassieren! Das hilft tatsächlich ganz im Gegensatz zur übertriebenen Korrektheit einiger Touristen; das empfinde ich als heuchlerisch, denn dadurch ändert man das Verhalten der Ordnungshüter vor Ort ganz bestimmt nicht.
Ein anderer deutscher Entwicklungshelfer, der mit einer Tansaniarein verheiratet ist, erzählte mir letztes Jahr, er sei von zwei jüngeren Polizisten gestoppt worden, die ihm Geld abnehmen wollten für eine angebliche Geschwindigkeitsüberschreitung, die er strikt bestritten hatte. Daraufhin kam der ältere, erfahrene Chef der beiden hinzu und stauchte diese beiden Jungs auf Swahili ordentlich zusammen, nach dem Motto, „ihr müsst da ganz anders auftreten, um ans Geld zu kommen, ihr müsst dem „Mzungu“, dem Weißen, richtig Angst einflössen, laut und dominant…“ woraufhin einer der beiden Jüngeren dann – sich sichtlich schlecht fühlend – seinem Chef klarzumachen versuchte, der der „Mzungu“ fließend Swahili spricht und alles versteht!
Es gibt dort leider auch Polizisten, die ihre Position noch auf deutlich heftigere Art und Weise missbrauchen, sie zwingen beispielsweis auch immer mal wieder junge, allein reisende einheimische Frauen unter falschem Vorwand bei Ausweiskontrollen aus dem Bus auszusteigen, um diese dann an abgelegenen Orten zu misshandeln.
2. Die Präsidentin
Die von dir lobend erwähnte aktuelle Präsidentin steht sinnbildlich für Korruption und Betrug. Spätestens nach dem üblen Wahlbetrug ihrer, seit 60 Jahren regierenden CCM-Partei Ende Oktober 2025 mit anschließender blutiger Gewalt ist das positive Bild dieses herrlichen ostafrikanischen Staates zumindest ein wenig zerbröckelt, das war auch alles andere als förderlich für den Tourismus!
Vor der Wiederwahl wurde der Führer der Oppositionspartei verhaftet und des Hochverrats angeklagt; ein anderer Präsidentschaftsbewerber wurde gar nicht erst zur Wahl zugelassen.
Als die Tansanier am Wahlmorgen Ende Oktober 2025 aus Protest mehrheitlich zu Hause blieben und Vertreter der Regierungspartei damit begannen, die Wählerlisten selbst auszufüllen - im Namen der Präsidentin wohlgemerkt - kam es in Dar es Salaam und anderen Städten zu spontanen, zum Teil auch gewaltsamen Protesten vor allem junger Menschen. Als einige Demonstranten Wahllokale angriffen, reagierten die Sicherheitskräfte und die Polizei mit aller Härte. Augenzeugen berichteten von gezielten Todesschüssen auf offener Straße, aber auch von Erschießungen bei der anschließenden Durchsuchung von Gebäuden.
Nach der Sperrung des Internets für fünf Tage erklärte sich Präsidentin Samia Suluhu Hassan dann zur Wahlsiegerin, mit 98 Prozent der Stimmen (klar, wenn nahezu ausschließlich Parteimitglieder abgestimmt haben) bei einer angeblichen Wahlbeteiligung von 87 Prozent (eher 10-20%). Alle Vorwürfe gegen Regierung und Polizei wies sie entschieden zurück.
Das EU-Parlament hatte daraufhin Entwicklungsgelder in Höhe von 156 Millionen Euro „eingefroren“.
70 Prozent der Bevölkerung sind unter 35 Jahre alt, viele Jugendliche sind arbeitslos. Wie in zahlreichen afrikanischen Staaten trifft diese „Generation Z“ auch in Tansania auf eine längst korrumpierte Führung, auf eine in Familienverbänden operierende Elite, deren einträgliches Leben in keinem größeren Widerspruch zum prekären Alltag der Jugend stehen könnte.
Es sind definitiv nicht die Touristen, nicht die „Wazungu“, die das Unrechtsbewusstsein aushöhlen, wie du es nennst, es ist die regierende Elite im eigenen Land!
KAKarstenB2'396 Beiträge · seit 201118. März 2026 · #66Moin Uwe,
es freut mich, dass du dir den Schuh angezogen hast. Ich zitiere noch mal deinen "Halbsatz":
"Mit der Polizei hatte ich während meiner Zeit in Tansania und unseren Reisen vor Ort auch bereits diverse Diskussionen; freundlich waren sie in den meisten Fällen schon, als Freund und Helfer würde ich die Polizei vor Ort aber nicht bezeichnen, sie versuchen in vielen Fällen schon etwas am Auto zu finden, das sie beanstanden können, wenn man nicht zu schnell gefahren ist oder sie betteln direkt um ein paar „Shilingi“. Viele sind korrupt, darum wurde ihnen ja auch untersagt, Bargeld anzunehmen; ich musste seinerzeit ein paar Mal zur nächsten Bank fahren und das Geld dort überweisen, von der „App“ höre ich hier von dir das erste Mal. Oft einigten wir uns auf das halbe Bußgeld ohne Quittung, was von denen als „win-win-situation“ bezeichnet wurde - ähnlich wie in deinem letzten Fall! 😉"
Wenn man keine Sachargumente hat, dann kann man immer noch ad hominem austeilen, nicht war:
"Wenn du als Tourist einige, wenige Male im Land bist, kannst dich gerne als Moralapostel ausgeben und den belehrenden, besserwissenden Deutschen spielen, dessen vorbildliche Charaktereigenschaften sich die Afrikaner doch bitte aneignen mögen."
Ich war 1992 zum ersten Mal in TZ auf Einladung eines Freundes, der für eine internationale Hilfsorganisation gearbeitet hat. Bei ihm zu Hause trafen sich viele europäische und amerikanische Expats, und die Diskussionen gingen hoch her - Afrika als verlorener Kontinent wegen der Inkompetenz und Korruption der Afrikaner - diese Meinung war in dem Kreis wohl die Mehrheitsmeinung. Du wärst also damals mit deiner Einstellung nicht allein gewesen.
Und dann bringst du auch noch ein Strohmannargument: Was hat die gefälschte Wahl der Präsidentin (die ich nicht bestreite) mit der Tatsache zu tun, dass sie erfolgreich (wie mir viele Einheimische bestätigten) gegen Korruption eingetreten ist? Aber vielleicht warst du länger nicht mehr im Land, und deine Eindrücke rühren aus der Vergangenheit?
Nix für ungut
Karsten
DADaxiang5'035 Beiträge · seit 201419. März 2026 · #67@Konni: Ein besseres Bild hättest Du nicht finden können. Der Sonnenaufgang über dem Kili ist für mich das wichtigste Foto dieser Reise. Danke, danke, danke!
Hi Christian,
es freut mich, dass ich dir mit dem "Dankebild" eine Freude machen konnte und das richtige Motiv ausgewählt habe!
Liebe Grüße
Konni