Im Dezember waren meine Frau und ich für eine Woche im Krugerpark. Die Idee entstand als klar war, dass ich meinen 50igsten Geburtstag etwas größer als die anderen Geburtstage feiern wollte und ich diese Feier in den Sommer verlegen würde. Somit stellte sich die Frage, was mache ich dann an meinem eigentlichen Geburtstag. Nach Prüfen des noch nicht verbrauchten Resturlaubs war klar, mehr als eine Woche ist nicht drin. Da wir Anfang des Jahres schon zum Tauchen waren und der nächste Tauchurlaub auch schon geplant ist, hatten wir Beide Lust mal wieder nach Afrika zu gehen. Somit fragte ich das Reisebüro nach einer Woche im Krugerpark Anfang Dezember an und Das kam dabei raus:
Tag 1: 06. - 07.12.2025: Böhms Zeederberg Country House, Hazyview
Tag 2-3: 07. - 09.12.2025: Skukuza Rest Camp, Kruger
Tag 4: 09. - 10.12.2025: Satara Rest Camp, Central Kruger
Tag 5-7: 10. - 13.12.2025: Baluleni Safari Lodge
Ich hoffe das Forum hat noch Lust auf einen weiteren Reisebericht aus dem Kruger, zumal „Buschstarren für Fortgeschrittene“ die Messlatte für einen Kruger Reise- und Fotobericht echt weit hochlegt. 🙂
Tag 1- Sa, 06.12.2025
„So ein verdammter Mist“ schoss es mir in dem Moment durch den Kopf. Gut, wer mich kennt, weiß das war gerade die zensierte FSK12 konforme Variante. Ich verwende, leider, in Stressmomenten eher deutlich ausdruckstärkere und nicht alltagstaugliche Formulierungen.
Seit genau 2 Minuten sitze ich am Steuer eines mir unbekannten Autos, ein KIA Sonet, kämpfe mit der Umstellung auf Links-Verkehr und anstatt meine Richtungsänderung mit dem Blinker anzuzeigen, schruppt munter fröhlich quietschend der Scheibenwischer über die trockene Scheibe. Vor mir sind 5 Spuren und ich sollte die richtige Spur erwischen um auf die R21 zukommen, die uns in die Richtung unsere Tagesziel leitet. Mein Navi hat aufgrund des massiven Parkhauses noch überhaupt kein Empfang und meine Reise-Vorbereitung war offensichtlich schlecht. Denn die Beschilderung über den Spuren hätte auch in Suaheli sein können, denn ich habe den totalen Blackout und wusste gar nichts mehr. Ich entscheide mich für eine Spur und kurz darauf ist klar, es war die falsche Wahl, wir fahren in die völlig falsche Richtung. Wenigstens funktioniert mein allgemeiner Orientierungssinn noch.
Nach dem mein Handy-Navi sich endlich dazu aufraffen konnte uns zu lokalisieren, kommt kurz darauf auch eine Route, die uns zum richtigen Ziel führt. Den Weg, den mein Navi vorschlägt, um überhaupt auf die richtige Autobahn zu kommen, ist allerdings völlig abstrus. Ich bezweifle, dass in Südafrika ein solch merkwürdige Verkehrsplanung üblich ist und gehe davon aus, der Übeltäter ist meine Navi-Software. Aber gut, wir kriegen die Kurve und dürfen feststellen, dass das Industriegebiet um den Flughafen Johannesburg herum nie ein Insider-Tipp bei den Marco-Polo Reiseführer werden wird.
Als wir dann endlich über die R21 auf die R12/N4 in Richtung Osten sind, fällt die Anspannung von mir ab und nüchtern betrachtet war das auch das Einzige, was bisher schiefgegangen ist und ich lasse die vorherigen 24h Revue passieren.
Am Freitag Morgen verlade ich unser Gepäck ins Auto und mache mich auf den Weg nach Frankfurt. Meine Frau war beruflich schon dort und es war abgemacht, dass wir uns bei meiner Schwester treffen. Die Autofahrt war staufrei und ich kam pünktlich zum Mittagessen, bei dem wir kulinarisch von meiner Schwester verwöhnt wurden. Gegen 16 Uhr waren wir dann am Flughafen und checkten bei British Airways ein. Bei der Sicherheitskontrolle ist nichts los, die Mitarbeiter haben Zeit für eine gründliche Kontrolle (inkl. Schuhausziehen) und ich weiß schon was passiert. Mein Rucksack mit den Objektiven und Kameragehäusen landet bei der Sprengstoffkontrolle. Der Wischtest geht schnell und ist negativ. Alles soweit gut. Was echt nervt: vor dem Körperscanner sagt Mitarbeiter 1 wegen meiner Kamera das Eine und Mitarbeiter 2 nach dem Körperscanner das Andere. Da kannste echt nur
verlieren. Und glauben die ernsthaft, dass ich einfach so vor den Augen von dutzend Reisenden meine sicher im Rucksack verpackten Objektive und Kamera-Bodies raushole und in die Plastikwanne lege. Was eh nichts ändert, da die Bleianteile in den Linsen das Durchstrahlen eh erschwert. Der Flug nach London geht pünktlich, der Flug von London nach Johannesburg startet aber mit 30min
Verspätung.
Den Flug selber schaffe ich, nach dem Abendessen und einem Film, zu verschlafen. Obwohl ich gefühlt mich alle 5 min rumwälze um mit meinen 1,9m irgendwie in diesen Economie Sitzen eine nicht total schmerzhafte Schlafposition zu finden, habe ich offenbar geschlafen, denn plötzlich und unerwartet geht das Bordlicht an und es gibt Frühstück. Trotz 30min späteren Abflug landen wir
pünktlich. Die Einreise ging abartig schnell und das Gepäckband für die Koffer war noch nicht mal gestartet. Als die Koffer endlich kamen, durfte ich mal wieder feststellen, dass der A380 eine ingenieurstechnische Meisterleistung ist, aber man als Passagier aufgrund der vielen Sitzplätze in der Maschine verdammt lange warten muss, bis die eigenen Koffer erscheinen. Für Menschen wie mich, ausgestattet mit einer blühenden Phantasie warum der Koffer nicht im Bauch der Maschine gelandet sein könnte, die reinste Quälerei. Aber entgegen meiner Schwarzseherei kommen unserer Koffer und wir gehen zu Europcar um unseren Mietwagen abzuholen.
Wir bekommen die Schlüssel ausgehändigt. Bei der Kontrolle des Mietwagens finden wir einen Steinschlag, aber der Mitarbeiter sagt lediglich, wir sollen ein Foto machen. Ein Übergabeprotokoll gibt es erstmal nicht, später kommt digital einer, auf dem steht, dass der Wagen keine Schäden hätte. Na super.
Wir beladen das Auto und es beginnt die kleine Orientierungsfahrt um den Flughafen.
Unser Tagesziel ist das Böhms Zeederberg Country House. Als wir von der R12 auf die N4 kommen, kommt bald eine Raststätte und wir fahren raus um etwas zu essen. Lustigerweise ist es die Gleiche, die wir vor 10 Jahren auf dem Weg nach Mozambik auch angefahren haben. Bei näherer Betrachtung aber nicht verwunderlich, denn es ist auf der Strecke die erste Raststätte vom Flughafen kommend.
Bei der Wegbeschreibung des Reisebüros wurde empfohlen die N4 so lange wie möglich zu nutzen und dann über White River und Hazyview zu fahren. Etwas was ich aufgrund der Berichte über diese Region vermeiden wollte. Daher ging es von der N4 bei Evergreen ab und über die R539, R37 und R536. Ich habe mal im Netz den folgenden Spruch gelesen: „Navi zeigt als Ankunftszeit 17:15. Was
ein Mann versteht: Unterbiete diese Zeit um mindestens 10 Minuten“. Was soll ich sagen, ich bin halt auch nur ein Mann. Bis Evergreen tat sich an der Ankunftszeit nicht viel, als es dann abging und die Straße durch die Berge führte, kamen wir immer früher an. Bis irgendwann meine Frau nur trocken meinte: „Ich glaube du hast jetzt die 10 Minuten erreicht“. Um einen falschen Eindruck zu vermeiden: Nein ich bin nicht der rücksichtlose Raser, mir hat nur die Bergstrecke zu fahren Spaß gemacht und ich war flott unterwegs, habe aber nie die erlaubte Geschwindigkeit überschritten, wir hatten keine Autos vor uns, und ich war so unterwegs, dass ich noch das Bergpanorama genießen konnte und auch mal für ein Foto angehalten habe. Das Navi hatte für die Straßen einfach eine deutlich geringere Durchschnittsgeschwindigkeit programmiert gehabt, offenbar die Variante für Männer zum schnellen Schmeicheln des Egos.
Um 17:05 erreichen wir unser Lodge und werden bei Abstellen des Autos vor dem Haupthaus von der Besitzerin Renate persönlich auf Deutsch begrüßt. Unsere Lodge ist einfach toll und es ist fast etwas schade, dass wir nur eine Nacht hier verbringen. Ich liebe diesen rustikalen afrikanischen kolonialen Stiel.



Um 18:30 Uhr gehen wir zum Abendessen und es zeigt sich, wir sind an diesem Tag die einzigen Gäste. Bei einem tollen Blick auf das Tal, durch den der Sabie fließt, im Sonnenuntergang setzten wir uns an den Tisch und genießen ein leckeres Rumpsteak mit viel Gemüse und Kartoffeln. Oder wie Renate es uns offeriert hat: „Bei mir bekommen die Gäste viel Gemüse, damit sie gesund voller
Tatendrank in den Urlaub starten können“ Glücklicherweise hatte das Steak eine ordentliche Größe und nicht gemäß dem Witz: „Wie fanden sie ihr Steak? – Nach dem ich das Salatblatt angehoben habe, dann schon.“
Müde vom langen Tag ging es dann für uns früh ins Bett.
Tag 1: 06. - 07.12.2025: Böhms Zeederberg Country House, Hazyview
Tag 2-3: 07. - 09.12.2025: Skukuza Rest Camp, Kruger
Tag 4: 09. - 10.12.2025: Satara Rest Camp, Central Kruger
Tag 5-7: 10. - 13.12.2025: Baluleni Safari Lodge
Ich hoffe das Forum hat noch Lust auf einen weiteren Reisebericht aus dem Kruger, zumal „Buschstarren für Fortgeschrittene“ die Messlatte für einen Kruger Reise- und Fotobericht echt weit hochlegt. 🙂
Tag 1- Sa, 06.12.2025
„So ein verdammter Mist“ schoss es mir in dem Moment durch den Kopf. Gut, wer mich kennt, weiß das war gerade die zensierte FSK12 konforme Variante. Ich verwende, leider, in Stressmomenten eher deutlich ausdruckstärkere und nicht alltagstaugliche Formulierungen.
Seit genau 2 Minuten sitze ich am Steuer eines mir unbekannten Autos, ein KIA Sonet, kämpfe mit der Umstellung auf Links-Verkehr und anstatt meine Richtungsänderung mit dem Blinker anzuzeigen, schruppt munter fröhlich quietschend der Scheibenwischer über die trockene Scheibe. Vor mir sind 5 Spuren und ich sollte die richtige Spur erwischen um auf die R21 zukommen, die uns in die Richtung unsere Tagesziel leitet. Mein Navi hat aufgrund des massiven Parkhauses noch überhaupt kein Empfang und meine Reise-Vorbereitung war offensichtlich schlecht. Denn die Beschilderung über den Spuren hätte auch in Suaheli sein können, denn ich habe den totalen Blackout und wusste gar nichts mehr. Ich entscheide mich für eine Spur und kurz darauf ist klar, es war die falsche Wahl, wir fahren in die völlig falsche Richtung. Wenigstens funktioniert mein allgemeiner Orientierungssinn noch.
Nach dem mein Handy-Navi sich endlich dazu aufraffen konnte uns zu lokalisieren, kommt kurz darauf auch eine Route, die uns zum richtigen Ziel führt. Den Weg, den mein Navi vorschlägt, um überhaupt auf die richtige Autobahn zu kommen, ist allerdings völlig abstrus. Ich bezweifle, dass in Südafrika ein solch merkwürdige Verkehrsplanung üblich ist und gehe davon aus, der Übeltäter ist meine Navi-Software. Aber gut, wir kriegen die Kurve und dürfen feststellen, dass das Industriegebiet um den Flughafen Johannesburg herum nie ein Insider-Tipp bei den Marco-Polo Reiseführer werden wird.
Als wir dann endlich über die R21 auf die R12/N4 in Richtung Osten sind, fällt die Anspannung von mir ab und nüchtern betrachtet war das auch das Einzige, was bisher schiefgegangen ist und ich lasse die vorherigen 24h Revue passieren.
Am Freitag Morgen verlade ich unser Gepäck ins Auto und mache mich auf den Weg nach Frankfurt. Meine Frau war beruflich schon dort und es war abgemacht, dass wir uns bei meiner Schwester treffen. Die Autofahrt war staufrei und ich kam pünktlich zum Mittagessen, bei dem wir kulinarisch von meiner Schwester verwöhnt wurden. Gegen 16 Uhr waren wir dann am Flughafen und checkten bei British Airways ein. Bei der Sicherheitskontrolle ist nichts los, die Mitarbeiter haben Zeit für eine gründliche Kontrolle (inkl. Schuhausziehen) und ich weiß schon was passiert. Mein Rucksack mit den Objektiven und Kameragehäusen landet bei der Sprengstoffkontrolle. Der Wischtest geht schnell und ist negativ. Alles soweit gut. Was echt nervt: vor dem Körperscanner sagt Mitarbeiter 1 wegen meiner Kamera das Eine und Mitarbeiter 2 nach dem Körperscanner das Andere. Da kannste echt nur
verlieren. Und glauben die ernsthaft, dass ich einfach so vor den Augen von dutzend Reisenden meine sicher im Rucksack verpackten Objektive und Kamera-Bodies raushole und in die Plastikwanne lege. Was eh nichts ändert, da die Bleianteile in den Linsen das Durchstrahlen eh erschwert. Der Flug nach London geht pünktlich, der Flug von London nach Johannesburg startet aber mit 30min
Verspätung.
Den Flug selber schaffe ich, nach dem Abendessen und einem Film, zu verschlafen. Obwohl ich gefühlt mich alle 5 min rumwälze um mit meinen 1,9m irgendwie in diesen Economie Sitzen eine nicht total schmerzhafte Schlafposition zu finden, habe ich offenbar geschlafen, denn plötzlich und unerwartet geht das Bordlicht an und es gibt Frühstück. Trotz 30min späteren Abflug landen wir
pünktlich. Die Einreise ging abartig schnell und das Gepäckband für die Koffer war noch nicht mal gestartet. Als die Koffer endlich kamen, durfte ich mal wieder feststellen, dass der A380 eine ingenieurstechnische Meisterleistung ist, aber man als Passagier aufgrund der vielen Sitzplätze in der Maschine verdammt lange warten muss, bis die eigenen Koffer erscheinen. Für Menschen wie mich, ausgestattet mit einer blühenden Phantasie warum der Koffer nicht im Bauch der Maschine gelandet sein könnte, die reinste Quälerei. Aber entgegen meiner Schwarzseherei kommen unserer Koffer und wir gehen zu Europcar um unseren Mietwagen abzuholen.
Wir bekommen die Schlüssel ausgehändigt. Bei der Kontrolle des Mietwagens finden wir einen Steinschlag, aber der Mitarbeiter sagt lediglich, wir sollen ein Foto machen. Ein Übergabeprotokoll gibt es erstmal nicht, später kommt digital einer, auf dem steht, dass der Wagen keine Schäden hätte. Na super.
Unser Tagesziel ist das Böhms Zeederberg Country House. Als wir von der R12 auf die N4 kommen, kommt bald eine Raststätte und wir fahren raus um etwas zu essen. Lustigerweise ist es die Gleiche, die wir vor 10 Jahren auf dem Weg nach Mozambik auch angefahren haben. Bei näherer Betrachtung aber nicht verwunderlich, denn es ist auf der Strecke die erste Raststätte vom Flughafen kommend.
Bei der Wegbeschreibung des Reisebüros wurde empfohlen die N4 so lange wie möglich zu nutzen und dann über White River und Hazyview zu fahren. Etwas was ich aufgrund der Berichte über diese Region vermeiden wollte. Daher ging es von der N4 bei Evergreen ab und über die R539, R37 und R536. Ich habe mal im Netz den folgenden Spruch gelesen: „Navi zeigt als Ankunftszeit 17:15. Was
ein Mann versteht: Unterbiete diese Zeit um mindestens 10 Minuten“. Was soll ich sagen, ich bin halt auch nur ein Mann. Bis Evergreen tat sich an der Ankunftszeit nicht viel, als es dann abging und die Straße durch die Berge führte, kamen wir immer früher an. Bis irgendwann meine Frau nur trocken meinte: „Ich glaube du hast jetzt die 10 Minuten erreicht“. Um einen falschen Eindruck zu vermeiden: Nein ich bin nicht der rücksichtlose Raser, mir hat nur die Bergstrecke zu fahren Spaß gemacht und ich war flott unterwegs, habe aber nie die erlaubte Geschwindigkeit überschritten, wir hatten keine Autos vor uns, und ich war so unterwegs, dass ich noch das Bergpanorama genießen konnte und auch mal für ein Foto angehalten habe. Das Navi hatte für die Straßen einfach eine deutlich geringere Durchschnittsgeschwindigkeit programmiert gehabt, offenbar die Variante für Männer zum schnellen Schmeicheln des Egos.
Tatendrank in den Urlaub starten können“ Glücklicherweise hatte das Steak eine ordentliche Größe und nicht gemäß dem Witz: „Wie fanden sie ihr Steak? – Nach dem ich das Salatblatt angehoben habe, dann schon.“



