FotoGnuThemenstarter397 Beiträge · seit 202116. Dez. 2024 · #141
Gabi-Muc schrieb:
Pre-Capture Funktion seiner Kamera
Allerdings werden die Fotos damit auch nochmal mehr.
Stimmt! Wir haben dieses Mal das erste Mal schon vor Ort Fotos gelöscht, weil wir Angst hatten, dass unsere Speicherkarten nicht ausreichen. Morgen geht's nach Galapagos!
LG Elke
FotoGnuThemenstarter397 Beiträge · seit 202116. Dez. 2024 · #142
Mittwoch, 15.05.2024: von San José nach Quito
Wir haben beide nicht besonders gut geschlafen. Man hat zwar nur wenig Flug- und Verkehrslärm gehört, aber ab und zu sind reife Mangos aufs Dach geknallt. Außerdem waren Sirenen zu hören. Dazu kommt bei mir vermutlich noch die Aufregung, die immer mit Flugreisen verbunden ist.
Vor dem Frühstück packen wir unsere Koffer und das Handgepäck strategisch für die nächsten zwei Tage - wer weiß schon, ob beide Koffer ankommen. Das Frühstück ist mal wieder bescheiden, aber wenigstens ganz lecker.
Nach dem Frühstück fahren wir noch mal los, um Flipflops zu kaufen und Dollar zu holen. Flipflops haben wir bekommen, Dollar auch nach mehreren Anläufen nicht. Wir werden es also morgen noch mal am Flughafen versuchen. Auf jeden Fall haben wir uns jetzt erstmal Pool verdient.
Da wir um elf das Zimmer räumen müssen, hören wir noch Hörbuch am Pool und essen Haferflocken. Um eins machen wir uns dann auf den Weg zur Autovermietung.
Die Abgabe des Autos bei Wildrider läuft trotz kleiner Beule hinten am Kotflügel problemlos. Wir schnacken noch etwas mit Thomas, dem Eigentümer, der uns erzählt, dass auch in Costa Rica nicht alles Gold ist, was glänzt: Der Staat zieht sich laut Thomas immer mehr aus Schulen, Krankenversorgung und Infrastruktur zurück.
Ein Mitarbeiter bringt uns anschließend zum Flughafen. Am Flughafen angekommen, drucken wir die Gepäckbanderolen aus und geben unsere Koffer ab. Den Check-In hatten wir gestern schon online erledigt. Dann holen wir - hoffentlich ein letztes Mal - Dollar. Nachdem wir die Sicherheitskontrolle passiert haben, wollen wir unsere letzten Colones verprassen - die Preise sind krass, für unsere umgerechnet ca. 12 Dollar bekommen wir gerade mal zwei Schokoriegel.
Unser Flieger hebt fast pünktlich ab: Tschüss, Costa Rica! Schön war’s, aber unser Herz haben wir nicht an Dich verloren…
Mit nur zehn Minuten Verspätung landen wir in Quito. Die Uhr müssen wir eine Stunde vorstellen. Dann folgt die schnellste und unkomplizierteste Immigration ever! Und so freundlich! Unsere Koffer sind Nr. 2 und 3 auf dem Gepäckband, so dass wir 20 Minuten nach der Landung schon komplett mit allem fertig sind. Ecuador macht einen hervorragenden ersten Eindruck!
Unseren Abholer und Gastgeber für diese Nacht sehen wir dafür erstmal nicht, aber sobald ich mich mit dem Flughafen-WLAN verbinde, habe ich eine WhatsApp Nachricht von Pat mit genauen Instruktionen und einem Foto von seinem Auto und seinem Kennzeichen! Er und seine Frau sammeln uns auf und wir sind innerhalb von einer Viertelstunde in unserer Unterkunft.
Pat besitzt einen deutschen Pass und spricht auch richtig gut deutsch. Er hat deutsche Wurzeln und mal vier Jahre in Lüneburg gelebt und ist dort zur Schule gegangen.
Gabi-Muc2'191 Beiträge · seit 201616. Dez. 2024 · #143
Dann bin ich ja gespannt, ob ihr Euer Herz auf den Galapagos-Inseln verloren habt.
LG
Gabi
10.2023 Gardenroute // 03.2023 Namibia // 03.2022 Swakop, Etosha und Damaraland // 08:2021 Uganda // 01.2021: Caprivi // 10.2020: Etosha pur // 04.2019: KTP, Tok Tokkie Trail und Sossusvlei // 06.2018: Swakopmund und Etosha // 08.2017: Kalahari, KTP, Fish River, Soussusvlei, Swakopmund // 04.2016: Gardenroute
HEHella170 Beiträge · seit 202016. Dez. 2024 · #144
Ich habe euren Costa Rica Eindrücke mit riesigem Interesse verfolgt. Danke, dass ihr euch die Mühe gemacht und so ehrlich berichtet habt. Eure Bilder sind phänomenal! Jetzt bin ich auf Ecuador gespannt. Dieses Land steht auch noch auf meiner Bucketliste. 🙂
FotoGnuThemenstarter397 Beiträge · seit 202117. Dez. 2024 · #145
Gabi-Muc schrieb:Dann bin ich ja gespannt, ob ihr Euer Herz auf den Galapagos-Inseln verloren habt.
LG
Gabi
Ich will unserem Fazit zwar eigentlich nicht vorgreifen, aber: ja. 🙂
FotoGnuThemenstarter397 Beiträge · seit 202117. Dez. 2024 · #146
Hella schrieb:Ich habe euren Costa Rica Eindrücke mit riesigem Interesse verfolgt. Danke, dass ihr euch die Mühe gemacht und so ehrlich berichtet habt. Eure Bilder sind phänomenal! Jetzt bin ich auf Ecuador gespannt. Dieses Land steht auch noch auf meiner Bucketliste. 🙂
Sehr gerne! Ich hoffe, der Bericht konnte Eure Vorfreude auf das schöne Costa Rica steigern, auch wenn uns nicht alles immer super gut gefallen hat!
FotoGnuThemenstarter397 Beiträge · seit 202117. Dez. 2024 · #147
Donnerstag, 16.05.2024: von Quito nach Santa Cruz
Bei Tag stellen wir fest, dass unsere Unterkunft sehr ländlich liegt.
Das Frühstück bekommen wir im Esszimmer der Familie, gemeinsam mit einem deutschen Paar, Pia und Daniel, die gerade als Backpacker auf Weltreise sind. Die zwei sind nett und wir unterhalten uns angeregt.
Pat bringt uns vier zum Flughafen, wo wir als erstes eine Transitkarte für Galapagos holen müssen. Pat meinte, es ginge schnell, aber die Schlange ist lang und wir kommen zunächst kaum voran. Das macht mich natürlich schon mal wieder nervös.
Am Ende bewegt sich die Schlange am Transitkartenschalter aber tatsächlich relativ schnell und Lars kann zwischenzeitlich schon unser Gepäck verplomben lassen. Das Gepäck wird nämlich daraufhin gecheckt, ob man Früchte oder Samen einführt, was natürlich verboten ist. Dann können wir das verplombte Gepäck aufgeben und durch die Sicherheitskontrolle gehen. Getränke darf man auf Inlandsflügen mitnehmen - das hätten wir mal wissen sollen, bevor wir das Wasser aus unseren Wasserflaschen weggegossen haben!
Im Flieger gibt es für die Bretterklasse nämlich nichts zu trinken! Dafür müssen wir noch ein Formular ausfüllen und die Gepäckfächer werden mit irgendwas sicherlich nicht gesundheitsförderndem eingesprüht. Außerdem müssen wir die vorgestellte Stunde von gestern wieder zurückstellen.
Als wir aus den Flieger steigen und über das Rollfeld gehen, ist der erste Eindruck von Galapagos: karg. Vor allem nach der grünen Fülle von Costa Rica sieht es hier aus, wie auf einem anderen Planeten.
Wir müssen hier noch einmal immigrieren und mal eben locker 200 USD Eintritt zahlen.
Dann werden die Koffer entplombt und wir müssen hinter einer orangenen Linie warten, bis sie freigegeben werden. Dazu läuft ein Spürhund über alle Koffer und schnüffelt sie ab. Drei Koffer werden erstmal aussortiert. Danach läuft noch ein zweiter Hund drüber, der aber nicht mehr fündig wird. Danach dürfen alle ihre unbeanstandeten Koffer nehmen. Die anderen drei Koffer werden geöffnet und im Beisein der Besitzer durchsucht.
Wir warten noch auf Pia und Daniel, weil wir uns ein Taxi teilen wollen. Obwohl sie nur Handgepäck haben, sind sie noch nicht da. Sie saßen weit hinten im Flieger und daher dauert die Immigration.
Im Internet hatten wir noch gelesen, dass der Bus zur Fähre, mit der wir von der Flughafen-Insel Baltra zur Urlaubsinsel Santa Cruz übersetzen, kostenlos ist, aber nun muss man Tickets für fünf Dollar kaufen.
Auf dem Weg sehen wir schon die ersten Iguanas auf der Straße, die der Busfahrer vorsichtig umfährt. Dann legt er noch einen Fotostopp ein - keine keine Ahnung wofür, wir können leider nichts entdecken.
Am Hafen angekommen, steigen wir auf ein kleines Fährboot und müssen wieder löhnen: 1 Dollar/ Person.
Unser Gepäck kommt mit dem nächsten Boot und wir steigen zu viert in ein Taxi. Die Straße geht schnurgerade aus.
Wir setzen die anderen zwei in einer - wie wir finden - etwas zwielichtigen Gegend ab und fahren zu unserer Unterkunft, dem Galapagos Verde Azul. Dort will man uns das Zimmer direkt am Pool und Gemeinschaftsbereich geben. Auf Nachfrage ist aber zum Glück noch ein anderes Zimmer frei.
Wir haben Hunger und kehren ins erste Restaurant ein, das geöffnet hat, die Bowl Acai Café Bar. Zum Glück spricht uns die Karte auch an und wir bestellen Wraps. Lecker!
Dann gehen wir weiter Richtung Zentrum und Hafen.
Am Fischmarkt ist die Hölle los: Pelikane und Fregattvögel streiten sich um die Fischreste. Insbesondere die Fregattvögel liefern sich richtige Luftkämpfe. Tja, und wer hatte keine Lust, die Kameras mitzuschleppen? Wir laufen schnell zum Hotel zurück.
Als wir zurück sind, sind die Fregattvögel schon abgezogen und nur noch wenige Pelikane da, die aber nur noch rumsitzen.
Es ist hier wieder sehr warm, also kehren wir noch mal auf ein Getränk ein. Das Meer hier hat eine Farbe, die ist unglaublich!
Wir gehen weiter und suchen schon mal den Anleger, von dem morgen die Fähre nach Isla Isabella gehen wird. In der Nähe steht auch der berühmte Schriftzug von Santa Cruz.
Dabei sehen wir viele Tiere: Pelikane, Fregattvögel, Möwen und sogar ein paar Tölpel, aber leider kaum in guter Fotodistanz. Außerdem Rote Klippenkrabben und jede Menge Meerechsen. Man muss fast aufpassen, dass man nicht auf die Jungtiere tritt, denn sie sind auf den grauen Steinen gut getarnt. Im Wasser schwimmen Seelöwen und Grüne Meeresschildkröten - der Tierreichtum in dieser städtischen Umgebung ist wirklich beeindruckend!
Wir überlegen, zur berühmten Tortuga Bay zu laufen, die Teil des Nationalparks ist. Der gepflasterte Pfad geht über einige Kilometer und leider mache ich heute schlapp: ich habe Rückenschmerzen und plötzlich tun mir auch noch die Füße weh.
Galapagos Lava-Echse
Wir drehen also um und gehen zurück zum Hotel. Am Hotel angekommen, chillen wir am Pool. Beim Hörbuch hören nickere ich sofort ein - irgendwie bin ich heute nicht richtig fit. Hoffentlich ändert sich das morgen!
FotoGnuThemenstarter397 Beiträge · seit 202118. Dez. 2024 · #148
Freitag, 17.05.2024: von Santa Cruz nach Isla Isabela
Das Frühstück fällt mal wieder sehr mager aus. Außerdem gilt auf Galapagos angeblich wieder einmal die alte Tropenweisheit „Cook it, peel it or forget it!“ So sind wir Eiswürfeln, Obst und Säften gegenüber erstmal sehr skeptisch eingestellt. Einer der berühmten Darwin-Finken präsentiert uns seine evolutionäre Anpassungsfähigkeit und bettelt nach Brotkrumen.
Heute wollen wir die ikonischen Galapagos-Riesenschildkröten sehen. Am besten geht das wohl auf den Ranchgebieten in Richtung Baltra. Wir haben lange überlegt, wie wir dort am besten hinkommen: wir hätten gerne eine Radtour gemacht, haben uns aber letztlich für ein Taxi entschieden, weil wir heute pünktlich die Fähre bekommen müssen. Als es kurz vor der Abfahrt zu regnen beginnt, sind wir mit unserer Taxi-Entscheidung doch plötzlich sehr zufrieden.
Wir haben Glück: als wir bei der Ranch ankommen, hört der Regen auf. Die Schildkröten können nur im Rahmen einer Führung besucht werden. Es sind Dutzende auf dem Farmgelände unterwegs, fressen Gras und baden im Schlamm. Die größte Schildkröte hier ist geschätzte 150 Jahre alt.
Danach besuchen wir noch einen Lavatunnel, der beeindruckender ist, als er auf Fotos rüberkommt. Insgesamt ist es ein interessanter und schöner Ausflug.
Wir bitten den Taxifahrer uns am Eingang zum Nationalpark abzusetzen, damit wir heute auch noch Tortuga Bay zu sehen bekommen. Vorher machen wir aber noch einen kurzen Stop bei einer Bäckerei, denn es meldet sich schon der Hunger.
Der Weg zum Strand ist dafür, dass wir auf Galapagos sind, ziemlich öde: ein paar kleine Eidechsen und Finken und das wars. Der Strand an dem wir nach 25 Minuten ankommen, ist allerdings der Hammer!
Am Strand sind viele Pelikane und andere Vögel unterwegs, sogar Austernfischer. Kurz sehen wir auch eine Haiflosse in der Brandung aufblitzen.
Steinwälzer
Braunmantel-Austernfischer
Braunpelikan
Dann erreichen wir einen Abschnitt mit vielen Iguanas bzw. Meerechsen.
Danach kommt ein Abschnitt der zum Baden und Schnorcheln freigegeben ist. Dafür haben wir heute aber leider keine Zeit. Wir wollen das Boot um 12.00 Uhr zurücknehmen, damit wir nicht wieder so weit zurück laufen müssen. Zum Glück gibt's noch zwei freie Plätze.
In der Nähe der Bootsanlegestelle jagen Pelikane.
Das Boot ist nicht besonders groß und die See etwas rau. Die Überfahrt dauert aber nur 20 Minuten und wir bleiben von Seekrankheit verschont.
Zurück in Puerto Ayora kehren wir ins Burgerhaus ein und bestellen einen Veggiburger mit Pommes. Ich habe nicht so recht Hunger und esse nur ein paar Pommes von Lars. Der Burger ist laut Lars aber sehr lecker.
Dann laufen wir zum Hotel zurück, machen uns und die sandigen Kameras etwas frisch und lassen uns für drei Dollar von einem Taxi zum Anleger bringen. Taxi fahren ist hier im Verhältnis wirklich sehr günstig.
Am Ticket-Treffpunkt zeigen wir unsere Online-Tickets vor und bekommen einen Ausweis für unser Boot. Der Ticketmann bestätigt, dass die See heute „tranquillo“, also ruhig ist. Gottseidank! Wir haben echt Respekt vor den Überfahrten, weil wir schlimme Geschichten über Seekrankheit gelesen hatten. Dann zahlen wir noch mal je einen Dollar Hafengebühr. Anschließend wird unser Gepäck noch mal geröntgt und unsere Namen werden auf einer Liste abgehakt. Dann heißt es warten.
Im Hafenbecken sind Schwarzspitzenriffhaie unterwegs! Wie cool ist das denn!
Wir besteigen unser Shuttle-Boot zur Fähre und müssen noch mal einen Dollar zahlen. Galapagos ist echt noch extremer als Costa Rica: Alles kostet. Und anstatt alle Gebühren auf einmal zu zahlen, muss man an jeder Station wieder neu zahlen. Es braucht also immer kleine Dollarbeträge in bar.
Dann geht’s endlich richtig los!
Nach zwei Stunden Fahrt kommen wir auf Isla Isabela an. Die Fahrt war zwar unbequem, weil man beim Aufschlagen auf die Wellen oft Schläge in den Rücken bekommen hat, aber mir ist nicht schlecht geworden. Lars hatte vorsichtshalber eine Vomex genommen und ist auch nicht seekrank geworden. Wir werden ausgebootet und müssen natürlich wieder zahlen. Aber wir sehen beim Ausbooten doch glatt ein paar Pinguine! Dann ist noch mal Eintritt für die Insel fällig.
Wir nehmen ein Taxi zu unserer Unterkunft, dem Hostal Galapagos by Bar de Beto, das in zweiter Reihe zum Strand liegt.
Tagsüber kann man in der dazugehörigen Strandbar direkt am Strand chillen. Und der Strand ist der Hammer! Leider ist mein Handy-Akku leer und ich kann davon keine Fotos machen.
Wir sitzen noch kurz in der Bar und schlendern dann den Strand rauf und runter. An einem Stand kaufen wir uns noch zwei Empanadas con Queso, was eigentlich nur ein frittiertes Stück Käse im Teigmantel ist. Ist trotzdem sehr lecker!
Um halb acht liegen wir schon wieder platt im Bett - und nehmen uns vor, morgen Abend aber endlich mal in eine Strandbar zu gehen!
FotoGnuThemenstarter397 Beiträge · seit 202118. Dez. 2024 · #149
Samstag, 18.05.2024: Isla Isabela
Um sechs Uhr stehen wir auf und machen uns fürs Frühstück fertig. Wir müssen uns heute ein Frühstückslokal suchen. Also schlendern wir erstmal gemütlich in Richtung Ort und machen einen Abstecher an den Strand zum Isabella-Schriftzug.
Schließlich kehren wir im El Papas ein und bestellen ein original ecuadorianisches Frühstück: Tigrillo. Es gibt eine riesige Portion, die wir nicht schaffen, auch wenn’s ganz lecker ist.
Nach dem Frühstück packen wir Bade- und Schnorchelsachen und laufen in Richtung Hafen. Dort soll es den kostenlosen Schnorchelspot Concho de Perla geben. Tatsächlich müssen wir nur noch 200m auf einen Steg durch die Mangroven laufen bis wir eine Plattform erreichen. Sie ist schon durch Meeresechsen belegt, die sich aber gar nicht von uns stören lassen.
Weil wir die großen Kameras dabei haben, die wir nicht unbeaufsichtigt lassen wollen, schnorcheln wir abwechselnd. Es gibt einiges zu sehen und das Wasser ist schön klar: verschiedene Fische, Seelöwen und Lars entdeckt eine Meeresschildkröte. Schade, dass unsere Action Cam am Grunde des Sarapiqui liegt. Insbesondere fürs Schnorcheln hatten wir die gekauft! Ich fotografiere unterdessen die wunderschönen roten Klippen-Krabben.
Nach zwei Schnorchelgängen reicht es uns, denn das Wasser hier mitten im Pazifik ist deutlich kälter als Costa Rica! Wir gehen zum Hafen, wo die Seelöwen so nah und dicht an dicht liegen, dass wir mit unseren großen Objektiven Mühe haben, sie gut zu erwischen.
Nach einer kleinen Pause auf dem Zimmer machen wir einen langen Strandspaziergang durch Nieselregen oder Gischt - das lässt sich nicht so genau sagen. Es ist auf jeden Fall angenehm erfrischend. Der Strand hier ist wunderschön und das Meer hat eine unglaubliche Farbe! Morgen oder übermorgen muss ich unbedingt mal die Kamera statt dem Handy mitnehmen, vielleicht bekommt man das dann besser eingefangen!
Anschließend liegt noch Arbeit an: wir gestalten das Cover für unser Fotobuch 2024.
Zurück im Ort erholen wir uns von der harten Arbeit mit zwei Drinks. Anschließend buchen wir bei der Agentur „Tunel Ocean“ noch die „Los Tuneles“ Schnorcheltour für morgen. Wir sind zwar nicht mehr in Costa Rica aber trotzdem: Pura Vida!
Wir kehren im Blue Summer ein und bestellen Pilz-Risotto und einen Veggie-Burger. Das Risotto ist lecker, aber ich habe vergessen, die Zwiebeln abzubestellen! Seit Wochen wiederhole ich gebetsmühlenartig „sine cebolla“ und dann das. Das Ende vom Lied ist, dass Lars den Burger und das halbe Risotto isst und ich dafür seine Pommes esse.
FotoGnuThemenstarter397 Beiträge · seit 202119. Dez. 2024 · #150
Sonntag, 19.05.2024: Isla Isabela
Auf die heutige Tour sind wir beide schon sehr gespannt, denn der Veranstalter wirbt damit, dass man Seelöwen, jede Menge Fische, Meeresschildkröten und Haie sehen kann.
Erstmal machen wir uns aber auf den Weg zum Anleger, um dort noch mal unser fotografisches Glück bei den Seelöwen zu suchen. Unterwegs begegnen uns aber zunächst diese kleinen Kerle.
Goldwaldsänger
Grundfink
Am Anleger angekommen, quert direkt vor uns ein Seelöwe die Straße. Natürlich wieder ordnungsgemäß am Zebrastreifen.
Am naheliegenden Strand tummeln sich weitere Artgenossen des Verkehrsexperten. Teilweise laufen die Tiere mit geschlossenen Augen über den Strand. Entweder sind sie noch nicht so ganz wach oder die Sonne blendet zu sehr. Auf jeden Fall ist es schwierig, sie mal mit offenen Augen einzufangen.
Meerechsen sind auch am Strand bzw. kommen aus dem Wasser um sich aufzuwärmen.
Dann wird es Zeit fürs Frühstück! Wir wollen im gleichen Café wie gestern einkehren, stellen aber fest, dass heute beim Nachbarn viel mehr los ist. Die Karte ist fast die gleiche, aber alles ist etwas günstiger. Wir bestellen ein kontinentales Frühstück und bekommen zwei Toast mit Rührei und etwas Marmelade. Das wird nicht lange reichen, also holen wir uns noch ein paar Brötchen beim Bäcker. Anschließend laufen wir zurück zu unserer Unterkunft. Ganz in der Nähe gibt es einen See, in dem wir Kubaflamingos und Schwarznacken-Stelzenläufer entdecken.
Gabi-Muc2'191 Beiträge · seit 201619. Dez. 2024 · #151
Hallo Elke,
toll Deine Bilder von Galapagos. Da rückt das Reiseziel auf meiner "da-will-ich-hin-Liste" wieder weit nach oben.
Ich hatte Ecuador und Galapagos für August 2020 geplant, Ecuador 2,5 Wochen und Galapagos 10 Tage. Okay, daraus wurde nichts, das wissen wir alle. 2023 wollte ich dann wieder hin, die politische Situation in Ecuador hat mir dann nicht gefallen und dann wurde es USA.
Wie siehst Du denn Ecuador als Reiseland? Ihr wart ja nur in Quito. Hast Du etwas mitbekommen? Würdest Du Ecuador komplett bereitsen? Warum habt Ihr nur Galapagos und nicht Ecuador gemacht?
Wie sieht es mit Galapagos aus? Sicherheitsmäßig dürfte das kein Problem sein, oder? WEnn man nur Galapagos macht, wie lange kann man es dort aushalten ohne dass einem langweilig wird (wir sind keine Strandtypen).
LG
Gabi
10.2023 Gardenroute // 03.2023 Namibia // 03.2022 Swakop, Etosha und Damaraland // 08:2021 Uganda // 01.2021: Caprivi // 10.2020: Etosha pur // 04.2019: KTP, Tok Tokkie Trail und Sossusvlei // 06.2018: Swakopmund und Etosha // 08.2017: Kalahari, KTP, Fish River, Soussusvlei, Swakopmund // 04.2016: Gardenroute
FotoGnuThemenstarter397 Beiträge · seit 202119. Dez. 2024 · #152
Hallo Gabi,
ohne unserem Fazit komplett vorgreifen zu wollen: für uns war Galapagos das absolute Highlight! Wir hätten es entspannt auch 14 Tage oder länger ausgehalten, ganz ohne faul am Strand zu liegen, aber sehr wohl, um die Fauna am Strand und im Meer beim Schnorcheln zu genießen!
Tatsächlich hatten wir im Vorfeld auch Bedenken, weil sich die Inseln nicht direkt, sondern ausschließlich über Quito und Guayaquil bereisen lassen. Durch die Abholung vom Flughafen Quito und die Übernachtung bei Pat fühlten wir uns sehr sicher. Pat hat erklärt, dass die Bandenkriminalität auf bestimmte Gegenden beschränkt ist und normale Bürger davon nicht betroffen sind. Trotzdem wären wir nicht durch Ecuador gereist, aber auch, weil es uns irgendwie nicht so angesprochen hat. Auf dem Rückweg sind wir sogar über Guayaquil geflogen, haben den Flughafen aber nicht verlassen. Der Flughafen war mit Bewaffneten gesichert, da Guayaquil ja als ein Hotspot der Bandenkriminalität gilt und dort ja auch das Fernsehstudio überfallen wurde.
Zur Einschätzung der Sicherheitslage auf dem Festland oder seiner Attraktivität können wir also nicht wirklich was beisteuern, aber auf Galapagos haben wir uns zu keiner Zeit unsicher gefühlt, auch nicht bei Dunkelheit.
VG Elke
Gabi-Muc2'191 Beiträge · seit 201619. Dez. 2024 · #153
Hallo Elke,
danke für Deine Rückmeldung. Dann werde ich mal Galapagos "pur" weit vorne auf meine Liste schieben. Bis August 2025 sind wir verplant, aber wenn die Reisezeit passt (da bin ich gerade total planlos), dann vielleicht im Herbst 2025.
Braucht man eigentlich eine vollständige Hotelliste um nach Galapagos einreisen zu können? Ich würde gerne ein paar Tage mit dem Schiff unterwegs sein und da lohnt es sich wohl auf Last-Minute-Angebote zu spekulieren.
LG
Gabi
10.2023 Gardenroute // 03.2023 Namibia // 03.2022 Swakop, Etosha und Damaraland // 08:2021 Uganda // 01.2021: Caprivi // 10.2020: Etosha pur // 04.2019: KTP, Tok Tokkie Trail und Sossusvlei // 06.2018: Swakopmund und Etosha // 08.2017: Kalahari, KTP, Fish River, Soussusvlei, Swakopmund // 04.2016: Gardenroute
FotoGnuThemenstarter397 Beiträge · seit 202119. Dez. 2024 · #154
Hallo Gabi,
wenn die Anreise nicht so lang wäre, würden wir jederzeit noch mal „Galapagos pur“ buchen!
Wir hatten eine komplette Hotelliste, aber ich erinnere mich, dass Pia und Daniel nur die erste Unterkunft vorgebucht hatten. Ich weiß allerdings nicht mehr, ob das nicht kontrolliert wurde oder ob sie sich was ausgedacht hatten… Ich würde auf Booking was buchen, das sich kurzfristig noch stornieren ließe.
VG Elke
FotoGnuThemenstarter397 Beiträge · seit 202120. Dez. 2024 · #155
Sonntag, 19.05.2024: Isla Isabela (Fortsetzung)
In unserer Unterkunft möchte die Putzfrau gerade sauber machen, also packen wir schnell alles für die Schnorcheltour zusammen und brechen schon mal auf. Unten treffen wir unsere Vermieterin und sie erzählt uns einiges über das Leben auf Galapagos als vom Festland „Zugereiste“. Dann chillen wir noch ein bisschen am Strand in den Hängematten in der Bar.
Wie vereinbart sind wir um 11 Uhr bei „Tunel Ocean“ Unsere Tour beginnt mit der Anprobe von Wetsuits, denn das Wasser ist kalt und wir sollen bzw. wollen bis zu einer Stunde drin bleiben. Insgesamt werden wir 12 Personen sein: 6 Dänen, 1 Kanadierin und 3 Australier. Dann geht's los und Lars muss für die Fahrt mit dem Australier auf die Ladefläche.
Wir fahren zum Hafen und besteigen das Boot. Unser Guide Alexis erklärt uns den Plan für heute: wir werden zunächst den Schnorchelspot „El Finado“ ansteuern und dort 45 Minuten schnorcheln. Dann geht’s weiter zum Schnorcheln am berühmten Spot „Los Tuneles“ und anschließend gibt’s Lunch. Danach gehen wir an Land, denn Los Tuneles ist auch ein Brutfelsen der Blaufußtölpel. Zum Abschluss steuern wir auf dem Rückweg noch einen weiteren Vogelfelsen namens Roca Union an.
Kurz nach der Ausfahrt vom Hafen sehen wir schon die ersten Blaufußtölpel! Die gibt es nur auf Galapagos und sie sind berühmt für ihren Balztanz, bei dem die Männchen ihre blauen Füße präsentieren. Ich persönlich finde sie nicht schöner als die Helgoländer Basstölpel, aber da bin ich vielleicht auch voreingenommen.
Wir erreichen den ersten Spot und stellen schon mal fest, dass sich alle anderen lange Wetsuits anziehen oder sogar einen langen und einen kurzen Anzug übereinander. Lars und ich haben nur einen Shorty - hmmm!
Zuerst sehen wir ein Seepferdchen, das allerdings lange nicht so gut sichtbar ist, wie auf dem Foto, denn um das zu machen, ist unser Guide extra runtergetaucht.
Es sind außerdem jede Menge, auch riesengroße, Meeresschildkröten zu sehen. Mich beeindruckt am meisten, als eine große Schildkröte direkt neben mir auftaucht, um Luft zu holen. Ansonsten grasen sie am Boden oder schweben majestätisch durchs Wasser und lassen sich von den aufgeregten Schnorchlern null beeindrucken.
Ebenfalls aufregend ist die Sichtung von einigen Weißspitzenriffhaien direkt unter uns.
Zu guter Letzt sehe ich auch noch einen Adlerrochen entschwinden, den Lars leider verpasst. Die kurze Sichtung weckt meinen lang gehegten Traum, einmal mit Riesenmantas zu schnorcheln, neu zum Leben.
Auf dem Weg zum nächsten Spot passieren wir eine kleine Felseninsel, wo es Blaufußtölpel, Pinguine und einen Seebären zu fotografieren gibt.
Wir fahren weiter und müssen, um Los Tuneles zu erreichen, durch die meterhohe Brandung. Der Kapitän surft das kleine Boot durch die Wellen, das ist ein Erlebnis für sich. Hinter der Brandung gelangen wir in eine Bucht, wo das Wasser glatt und glasklar ist. Der Name "Los Tuneles" stammt von den Lavatunneln aus dem der gesamte Bereich besteht. Darauf wachsen Kakteen. Eine solche Landschaft haben wir noch nie gesehen.
Aber erstmal ist ja das Schnorcheln dran. Es werden uns mehr Haie und Schildkröten versprochen!
Wir sind nach der ersten Tour noch nicht wieder komplett durchgewärmt, als wir ins Wasser springen - verdammt, ist das Wasser kalt! Wir beißen die Zähne zusammen, aber wünschen uns dringend auch lange Anzüge!
Vielleicht weil es so kalt ist, gibt Alexis Vollgas. Ich habe keine Flossen, weil ich davon immer Fußkrämpfe bekomme und komme kaum hinterher. Die Unterwasserwelt lässt sich so nicht genießen! Wir sehen auch nur zwei Schildkröten und wenige Fische bevor wir wieder an Bord gehen.
Nachdem wir alle wieder trocken und einigermaßen warm sind, gibt es Lunch. Natürlich mit Zwiebeln, obwohl ich sie bei der Buchung abbestellt hatte. Wie gut, dass wir uns Brötchen mitgenommen haben. Vom Boot aus fotografieren wir schon mal den ersten hiesigen Blaufußtölpel.
Nach dem Essen dürfen wir an Land, aber Blaufußtölpel oder andere Tiere sind nun nicht mehr zu entdecken. Nur die Schildkröten im Wasser sind auch von Land aus gut zu erkennen. Dafür ist die Landschaft wirklich interessant!
Wir legen ab und müssen nun durch die Brandung zurück. Hin war ja schon ein Teufelsritt, doch die Fahrt zurück, ist das Beeindruckendste des gesamten Trips: die meterhohe, türkise Brandung mit der weißen Gischt sieht aus wie ein Wellentunnel in einem Surfervideo und unser kleines Boot surft die Wellen! Leider sollen wir uns festhalten und können entsprechend nicht filmen. Als wir durch sind, klatschen alle halb erleichtert, halb begeistert Beifall.
Anschließend geht’s zurück in Richtung Hafen, aber nicht ohne an dem Vogelfelsen zu halten. Dort sitzen tatsächlich Nazcar-Tölpel, aber Entfernung und Seegang erlauben keine vernünftigen Fotos!
Zurück im Hotel sind wir rechtschaffend KO: anderthalb Stunden Brustschwimmen haben aber auch meine Rückenschmerzen kuriert. Hunger haben wir aber trotzdem noch und wir gehen eine Kleinigkeit essen. Leider ist es das bislang schlechteste Essen auf unserer Reise: Die Patacones, die in Costa Rica echt lecker waren, sind hier grauenhaft!
FotoGnuThemenstarter397 Beiträge · seit 202121. Dez. 2024 · #156
Montag, 20.05.2024: Isla Isabela
Nach dem saukalten Schnorcheltrip gestern, wollen wir heute früh nicht noch mal schnorcheln, sondern lieber mit den Kameras an den Strand. Vorher kehren wir aber zum Frühstücken beim Bäcker ein. Lars ist mit den Fotos der Blaufußtölpel noch nicht richtig zufrieden und wir würden sie auch gerne noch mal tanzen sehen, also gehen wir zur Agentur Agora, um uns beraten zu lassen. Am Schalter sitzt die junge Schweizerin Alicia, die der Liebe wegen nach Galapagos ausgewandert ist. Bei ihr buchen wir für morgen eine kurze Ausflugstour und die Fährtickets zurück nach Santa Cruz und weiter nach San Cristobal.
Wir gehen also an den wunderschönen Strand und treffen dort auf einige Vögel, die wir natürlich gerne ablichten.
Kanadareiher
Lavareiher
Braunpelikan
Da sich der Himmel heute nahezu ohne Wolken präsentiert und die Sonne richtig kracht, haben wir Angst uns zu verbrennen. Deshalb läuft Lars, nachdem wir Echsen, Krabben und Vögel fotografiert haben, noch mal zurück um ein Cap für mich und ein langärmelig es Hemd für sich aus dem Zimmer zu holen.
Als wir weiter den Strand entlang wandern, entdecken wir etwas, das wir schon immer mal sehen wollten: ca. 500m entfernt, relativ nahe an der Wasserkante, stürzen sich ganze Schwärme von Blaufußtölpeln ins Meer um Fische zu jagen. Auch Pelikane mischen mit. Da müssen wir natürlich schnell hin…
Nach dem aufregenden Shooting und wegen der Sonne, brauchen wir erstmal was zu trinken. Daher kehren wir in die nahegelegene Strandbar „Islander“ ein, gönnen uns Coke und Limo und machen es uns im Schatten auf der Dachterrasse gemütlich und genießen den Ausblick:
Als sich dann unsere Mägen langsam bemerkbar machen, entscheiden wir uns, ins Zimmer zurück zu gehen, um auch die Cams wegzubringen und den weiteren Tag zu planen.
Wir kehren zum Mittagessen im Cesar‘s Restaurante ein und bestellen zwei Maracuja-Milchshakes und zwei Baguettes mit Pommes. Die Drinks sind mega lecker und die Baguettes OK. Lars und ich freuen uns schon auf Spargel zuhause…
Wir gehen nochmals zu der Strandbar von heute Morgen. Dort lernen wir an der Theke den Barkeeper und einen Alleinreisenden aus Pforzheim kennen, mit denen wir ein paar Drinks genießen und über Gott und die Welt plaudern. Unser Bartender scheint uns mit seinem musikalischen Wissen zur deutschen Musik beeindrucken zu wollen. Jedenfalls läuft Modern Talking rauf und runter. Nachdem wir davon genug haben, ziehen wir uns auf die bereits erprobte Dachterrasse der Bar zurück. Leider gibt es auch dort einen Lautsprecher…
FotoGnuThemenstarter397 Beiträge · seit 202121. Dez. 2024 · #157
Dienstag, 21.05.2024: von Isla Isabela nach Santa Cruz
Wir packen unsere Koffer und gehen wieder in der örtlichen Panaderia frühstücken. Jegliches Gebäck ist hier süß, sogar das Käsebrötchen ist süß und zusätzlich noch mit Zucker bestreut. Dafür ist es hier unschlagbar günstig und vor allem kann man soviel bestellen, wie man möchte.
Danach gehen wir am Strand spazieren. Die Kameras haben wir im Zimmer gelassen, so können wir uns voll aufs Beobachten konzentrieren. Der Lava-Reiher bringt bei seiner Jagd die gesamte Krabben-Kolonie und sogar die kleinen Meerechsen in Aufruhr. Er schnappt aber nur sehr kleine Krebse. Durch uns lässt er sich gar nicht beeindrucken, obwohl wir gerade mal zwei Meter entfernt sind. Am gleichen Strandabschnitt wie gestern jagen Tölpel und Pelikane wieder einen Sardinenschwarm: es ist so beeindruckend, wie die sich zeitgleich ins Wasser stürzen. Anders als die Tölpel müssen sich die Pelikane zwischendurch zum Trocknen des Gefieders an den Strand zurückziehen, bevor sie sich wieder ins Getümmel stürzen.
Als die Sonne rauskommt, gehen wir wieder zurück zur Unterkunft. Trotz der frühen Stunde brennt die Sonne krass auf uns runter. An unserem Zimmer angekommen, erleben wir eine Überraschung: die Putzfrau ist da und hat schon sämtliche Sachen ins Büro gebracht. Das war generell auch so vereinbart, aber erst ab halb zehn! Die Gute spricht natürlich nur spanisch aber mit Händen und Füßen und Google Translator klappt die Verständigung. Wir nutzen noch kurz das Bad und holen unsere Sachen für den Ausflug aus dem Büro. Dann warten wir in der Bar auf unsere Abholung. Heute geht es für drei Stunden nach Las Tintoreras, ein paar vorgelagerte Felsen, wo wir hoffentlich jede Menge Vögel sehen und noch mal Schnorcheln. Unsere Bar-Bekanntschaft von gestern war von diesem Ausflug komplett begeistert.
Der Fahrer kommt schon um halb zehn und fährt mit uns erstmal zur Agentur. Dort bekommen wir unsere Anzüge und ein Paar aus Köln steigt zu. Auf geht’s zum Hafen. Da erwartet uns eine Überraschung: wir gehen mit einer großen Gruppe ecuadorianischer Marine-Soldaten, die im Rahmen ihrer Grundausbildung ein paar Tage auf Galapagos verbringen, an Bord. Die jungen Männer und eine Frau benehmen sich zunächst ganz ordentlich.
Als erstes fahren wir einige Felsen ganz in der Nähe des Hafens an, wo Galapagos-Pinguine und Blaufußtölpel sowie Meeresschildkröten zu sehen sind. Das Licht ist allerdings schon schlecht und die Tölpel sitzen zudem relativ weit weg.
Danach erfolgt der Landgang auf Tintoreras: die kleine Vulkaninsel ist noch sehr jung und wenig bewachsen. Sie ist angeblich eine Kinderstube der Meeresechsen. Hightlight ist aber eine kleine wasserführende Schlucht, in der sich dutzende Weißspitzenriffhaie, Meeresschildkröten, Pinguine und zwei sehr verspielte Seelöwen tummeln.
Nebenbei können wir auch noch Fregattvögel und einen jungen Krabbenreiher ablichten.
Dann dürfen wir ins Wasser. Lars und ich haben dieses Mal für extra Geld lange Anzüge genommen. Das andere Paar hat Shorties und die Soldaten sind ganz ohne Anzüge unterwegs. Das Wasser ist schön klar und wir sehen viele Schildkröten.
Allerdings zeigt sich schnell, dass die Soldaten mit ihren Flossen und generell mit dem Schnorcheln in einer Gruppe überfordert sind. Sobald unsere Guidin etwas entdeckt, stürzen sich alle platschend und ohne Rücksicht auf Verluste dorthin und schlagen einem dabei ihre Flossen ins Gesicht.
Wir versuchen uns außerhalb des Getümmels zu halten, was teilweise aber gar nicht möglich ist, wenn es durch enge Bereiche geht. Dann umzischt mich plötzlich eine große dunkle Flosse: Seelöwe, denke ich! Sehr cool! Die Guidin hat aber einen Manta-Rochen entdeckt und sie und die ganze Gruppe versuchen in hohem Tempo zu folgen. Ein Manta! Ich schwimme, so schnell ich kann, hinterher, habe ohne Flossen aber keine Chance. Dann bleibt das Tempo leider sehr hoch - ich komme hinter den jungen Männern und der sportlichen Guidin nicht hinterher
Obwohl ich der Guidin Bescheid gebe, bleibt das Tempo hoch bzw. wir müssen auch noch gegen eine Strömung schwimmen. Total erschöpft und genervt gebe ich kurz vor Ende der Tour auf und ärgere mich: die anderen schnorcheln jetzt noch in eine Hai-Spalte, aber ich kann einfach nicht mehr und schwimme zum Boot. Dort habe ich jetzt wenigstens Zeit und Platz mich umzuziehen.
Als Lars auch zurück an Bord ist, berichtet er begeistert von der Lavaspalte in dem sich Weißspitzenriffhaie tummelten.
Ich freue mich für ihn, bin aber auch echt enttäuscht, dass ich weder den Manta noch die Haie gesehen habe. Wobei die große Flosse, die ich für einen Seelöwen gehalten habe, wahrscheinlich der Manta war - rede ich mir wenigstens ein.
Wir werden zuerst mit dem Equipment zur Agentur gebracht, wo wir uns über die Zusammensetzung der Gruppe und das Benehmen der Soldaten beschweren. Nützt jetzt aber natürlich auch nichts mehr! Danach gehen wir zu unserer Unterkunft, wo natürlich erstmal niemand ist. Lars läuft zur Bar rüber und unsere Vermieterin schließt uns das Büro auf, so dass wir unsere Sachen umpacken können. Dann kommt auch schon das Taxi. Viel zu früh, wie wir am Hafen bemerken. Wir sind schon um zwanzig vor zwei da!
Der Vorteil ist, dass wir gleich das erste Bootstaxi besteigen und als erste an Bord der „Legendary“ gehen. Wir können also die Plätze ganz hinten im Boot belegen, die am ruhigsten sein sollten. Da Lars die letzten Touren ohne Vomex gemeistert hat, lässt er sie dieses Mal weg - ein großer Fehler wie sich später herausstellen wird!
Das Boot legt zehn Minuten vor der Zeit ab und die Überfahrt ist eigentlich ganz OK. Nach einer halben Stunde ist Lars aber käseweiß im Gesicht und er wirft schnell noch eine Vomex ein. Zu spät, Lars leidet den Rest der Fahrt, obwohl wir uns mit Hörbuch hören ablenken.
Endlich im Hafen angekommen, folgt das immer gleiche Prozedere: umsteigen, einen Dollar Bootstransfer zahlen, aussteigen, einen Dollar Hafengebühr zahlen und Koffer röntgen lassen. Wir nehmen uns direkt ein Taxi, das uns zu der gleichen Unterkunft wie letztes Mal, dem Verde Azul, bringt.
Dieses Mal bekommen wir Zimmer 11. Das Zimmer ist generell besser, aber die Lage im 2. Stock zur Straße raus ist mies: das Kofferschleppen über die steile Treppe ist schon blöd und dann führt auch noch eine Holztreppe über unser Zimmer in den 3 Stock. Das ist so krass laut! Irgendein gestörter Hund bellt und jault rhythmisch alle paar Sekunden - das kann ja was geben!
Wir kehren noch mal ins Burgerhaus ein, denn der Laden mit den leckeren Wraps hat leider abends geschlossen. Der Veggy-Burger ist wirklich lecker, aber der Oberhammer sind die Milchshakes!
Nach dem Essen flanieren wir noch durch den Ort. Das Hafenbecken ist farbig beleuchtet und es schwimmen Schwarzspitzenriffhaie herum. Das sieht toll aus (auf dem Foto leider nur so lala)!
Für den morgigen Weg von unserer Unterkunft zur Fähre organisieren wir uns noch ein Taxi. Dazu sprechen wir einen Taxifahrer an, der sich uns als Francisco vorstellt und uns verspricht uns um 6:00 abzuholen.
Dann geht’s wieder früh in die Falle: Lars hat die Vomex sowieso ausgeknockt und morgen müssen wir pünktlich an der Fähre sein.
FotoGnuThemenstarter397 Beiträge · seit 202121. Dez. 2024 · #158
Mittwoch, 22.05.2024: Von Santa Cruz nach San Cristobal
Die Nacht ist auch ohne Wecker früh zu Ende. Wir packen wieder alles zusammen und sind um halb sechs abfahrbereit. Francisco kommt wie vereinbart um sechs vorbei und bringt uns zum Pier. Wir haben Tickets für die „Arrecife“ nach San Cristobal. Dummerweise stehen wir aber nicht auf der Passagierliste! Der Typ, der das Boarding abwickelt, bittet uns um Geduld und so sehen wir all die Spätkommer das Zubringer-Boot besteigen. Immer wieder frage ich nach und immer wieder werde ich vertröstet. Irgendwann fragt der Typ uns, ob wir nicht lieber die Nachmittagsfähre nehmen wollen? Nein, wollen wir nicht!
Also bringt er uns an ein anderes Pier und setzt uns in ein Taxiboot. Dieses bringt uns ohne Hafengebühr und ohne Boarding-Pass zur Arrecife. Dort sollen wir oben beim Kapitän sitzen - ach, Du Scheiße!
Das Boot wackelt da oben schon im Hafen wie verrückt - vorsichtshalber nehme ich nun auch eine Vomex! Die Sitze sind auch nicht besonders toll und am Ende werden wir da oben mit sieben Leuten sitzen. Zum Glück tauscht ein netter Typ seinen Platz mit mir, weil er mitbekommt, dass ich bei Lars voll über meinen Platz jammere, weil man sich da nicht mal richtig anlehnen kann. Die Rettungswesten sind auch eher Deko und mir kommt in den Sinn, dass niemand weiß, wo wir abgeblieben sind, wenn das Ding untergeht. An Bord geschmuggelt und nicht auf der Passagierliste: zwei deutsche Urlauber auf Galapagos spurlos verschwunden…
Nach gut zwei Stunden kommen wir aber wohlbehalten auf San Cristobal an und die Überfahrt war dank des netten Sitztauschers und Vomex deutlich weniger schlimm als gedacht.
Wir nehmen ein Taxi in unsere Unterkunft Hostal Cattleya und werden freundlich in Deutsch von Trudy begrüßt. Ihre Oma war nach dem ersten Weltkrieg ausgewandert. Wir dürfen sogar schon ins Zimmer - mega!
Nachdem wir uns kurz frisch gemacht haben, gehen wir ins Tongo Reef frühstücken. Wir bestellen uns jeweils ein American-Breakfast, das aus drei Toast, Rührei, Marmelade, Saft, Tee/Kaffee und einem kleinen Obstsalat besteht. Während wir essen kommt der Bekannte aus der Bar aus Isabela vorbei und setzt sich, auf unsere Einladung hin, zu uns. Wir schnacken noch einmal ein wenig und brechen dann auf zu unserer Unterkunft. Dort machen wir es uns in den Hängematten auf der Dachterrasse gemütlich und schreiben Journi.
Nach der Siesta packen wir unser Schnorchelzeug und laufen zur Playa Mann. Das ist eine kleine Bucht, die voll mit Einheimischen, Touris und Robben ist. Die Kinder spielen am Strand mit den Seelöwen und umgekehrt. Wir gehen schnorcheln, aber außer Robben ist nicht viel zu sehen. Die sind allerdings auch zu drollig zu beobachten!
Als das Licht langsam besser wird, brechen wir auf, weil wir auf dem Weg vom Ort zu unserer Unterkunft noch mal fotografieren wollen. Dort jagen nämlich sowohl Tölpel als auch Pelikane. Die Tölpel sind so pfeilschnell!
Nur ein kleines Stück weiter ist ein Strandabschnitt in dem hunderte Seelöwen liegen. Sie lassen sich von uns überhaupt nicht stören! Im Wasser springen die Jungtiere ausgelassen durch die Luft.
Direkt gegenüber ist das Restaurant Sea Garden. Wir bestellen dort Milchshakes und Pizza und genießen den Sonnenuntergang und die spielenden Seelöwen.
FotoGnuThemenstarter397 Beiträge · seit 202122. Dez. 2024 · #159
Donnerstag, 23.05.2024: San Cristobal
Eigentlich wollten wir heute schon gegen fünf Uhr los zum Fotografieren, aber wir haben verschlafen! Also bestellen unsere Frühstückszeit um, damit wir dann nach dem Frühstück losziehen können. Es gibt drei Brötchen, Rührei, Marmelade und etwas Obst - die Zeit der üppigen Obstteller ist auf Galapagos leider wirklich vorbei!
Als erstes gehen wir noch mal an den Strandabschnitt von gestern. Heute ist das Licht gut und die blauen Füße kommen sehr schön zur Geltung!
Dann nehmen wir ein Taxi zum Centro de Interpretation, eine Art Naturkundemuseum und Anfangspunkt unserer Wanderung zum Cerro Tijeretas. Cerro Tijeretas bedeutet übersetzt Fregattvogelberg, denn die soll es angeblich dort in Mengen geben. Wir tragen uns im Centro in eine Besucherliste ein und wandern los. Den Trockenwald kennen wir schon von Santa Cruz, aber dieser Weg ist etwas schöner gestaltet.
Oben angekommen ist die Aussicht ganz schön, aber Fregattvögel gibt es weit und breit nicht zu entdecken. Manno!
Also wandern wir runter zur Darwin‘s Cove, wo man Baden und Schnorcheln kann. Allerdings ist der Platz auch bei den Seelöwen sehr beliebt und man muss sich miteinander arrangieren. Die meisten Tiere sind desinteressiert, ein paar neugierig und einer etwas unwirsch, als Lars an ihm vorbei ins Wasser will. Ich habe mein Neopren-Schwimmshirt blöderweise auf Isla Isabela vergessen und so ist mir das Wasser heute viel zu kalt und ich bleibe nur kurz drin. Stattdessen beobachte und fotografiere ich lieber die Seelöwen.
Schatten gibt es keinen und so machen wir uns wieder auf den Weg als die Sonne richtig rauskommt. Wir wandern weiter zur Punta Carola, die mich mit dem kleinen Leuchtturm und den Robben total an Helgoland erinnert. Außerdem haben wir einen schönen Blick auf den berühmten Kicker Rock, an dem wir morgen schnorcheln wollen.
Auch hier sind die wenigen schattigen Plätze durch Seelöwen belegt, so dass wir nur kurz bleiben. Wir laufen zurück und noch ein Stück weiter zum Playa Mann. Dort gibt es Sitzplätze im Schatten und zwei herrliche Maracuja-Milchshakes. Wie sollen wir in Deutschland nur ohne diese mega-leckeren Shakes auskommen?! Heute ist viel weniger los als gestern und im Schatten lässt es sich wunderbar aushalten. Wir bleiben eine ganze Weile, bis Lars einfällt, dass er sein Schwimmshirt beim Schnorcheln vergessen hat. Er läuft noch mal los und ich sichte schon mal meine Fotos.
Zum Glück hängt das Schwimmshirt noch an Ort und Stelle, so dass sich Lars’ Weg durch die Hitze wenigstens gelohnt hat.
Wir machen uns auf den Weg zu unserer Unterkunft. Da wir den typischen Inselschriftzug immer noch nicht gefunden haben, wollen wir den Holzsteg entlang des Ufers nehmen. Leider werden wir schon nach wenigen Metern aufgehalten. Ein Seelöwen-Bulle liegt quer auf dem Weg und lässt uns nicht durch. Immer wenn wir uns annähern, knurrt er uns an und schnappt nach uns. Wir geben auf und gehen den Weg, den wir morgens mit dem Taxi genommen hatten. Den Schriftzug finden wir leider wieder nicht.
Nach einer ausgiebigen Siesta tingeln wir noch mal los, um den Schnorchelausflug zu buchen. Wir suchen die Agentur iGalapagos, bei der wir gestern bereits angefragt hatten, denn nach einigen weiteren Versuchen, erschien uns der Laden am professionellsten. Heute ist ein junger Mann da, der sehr gut englisch spricht und alle Fragen beantworten und alle Bedenken ausräumen kann. Mit Glück schnorcheln wir morgen mit Hammerhaien!
Zum Essen kehren wir in ein Restaurant namens Giuseppe ein - bei dem Namen erwarten wir natürlich eine gute italienische Küche! Und die bekommen wir auch! Nach acht Wochen endlich mal wieder richtig leckere Pasta - yummy!
Danach flanieren wir noch mal an der Promenade durch den Ort und suchen den Galapagos-Schriftzug.
Tatsächlich finden wir wenigstens den Standort…
FotoGnuThemenstarter397 Beiträge · seit 202122. Dez. 2024 · #160
Freitag, 24.05.2024: San Cristobal
Und wieder mal sind wir früh wach. Kein Wunder, machen wir doch heute unsere Schnorchel-Tour zum Kicker Rock, einem vorgelagerten Felsen mitten in der See.
Wie frühstücken und kommen dabei ein wenig mit Ivan, dem Mann unserer Vermieterin, ins Gespräch. Dieser erzählt uns zum Kicker Rock, dass es zwar ein top Spot ist, jedoch das Wasser aktuell sehr kalt sei und daher die Chancen für Haie nicht so groß sind. Macht nix, wir lassen uns nicht entmutigen und freuen uns auf den Trip.
Nach dem Frühstück tingeln wir los zur Agentur. Dort probieren wir unsere langen Wetsuits an und laufen anschließend zu Fuß zum Pier. Unsere Guidin Loly wartet dort schon mit einer großen Gruppe junger sportlicher Menschen. Oh, nein! Zum Glück teilt sich die Gruppe noch mal auf und wir steigen insgesamt zu zehnt, inkl. einem kleinen Mädchen und Loly ins Taxiboot. Es sind vier junge Israelis und ein Ecuadorianer mit Tochter und Enkeltochter.
Unser Schiff ist ein Katamaran namens Cindysol. In Lars und meinen Augen erscheint uns die Cindysol als wahre Luxusyacht! Auf so einem schicken Boot waren wir jedenfalls noch nie! Ein Hafenmitarbeiter kommt mit an Bord und dokumentiert mit einem Foto, dass die Passagiere Rettungswesten tragen. Dann ziehen alle die Westen wieder aus. Loly gibt uns das Briefing: wir fahren erst zum Kicker Rock schnorcheln, dann machen wir Sightseeing am Felsen und anschließend fahren wir noch zu einem Strand im Nationalpark namens Manglecito.
Das Wetter spielt mit und es ist herrlich an Bord.
Bevor wir den Felsen erreichen, ziehen wir unsere Anzüge an und machen uns startklar. Lars springt als erster ins Wasser und ich folge als zweite. Das erste was wir sehen, ist eine wunderschöne blaue Tiefe. Wahnsinn! Die Sonne bildet Strahlen im Wasser aus und beleuchtet tief unten einen kleinen Schwarm großer Fische.
Als alle im Meer sind, gibt Loly die Richtung an und wir schnorcheln an der mit Meerestieren bevölkerten Steilwand des Kicker Rock entlang. Am ersten Stopp finden wir uns über einem riesigen Schwarm ca. 50 cm großer Fische wieder. Was für ein toller Anblick!
Als nächstes treffen wir auf eine Meeresschildkröte, die unter und dann auch neben uns durch das Wasser schwebt. Weiter entlang der Steilwand treffen wir immer wieder auf kleinere und größere Fischschwärme mit den verschiedensten Arten und Farben.
Nachdem wir während des Schnorchelns noch auf einen vorbeihuschenden Seelöwen, zwei weitere Schildkröten, einen Apnoe-Taucher und einen Seelöwen treffen, der dabei ist, einen Fisch zu vertilgen, lasse ich mich von den uns begleitenden Schlauchboot aufsammeln, um noch einmal Kräfte für das Durchschwimmen der berühmten Felsspalte zu sammeln. Dort soll es die Hammerhaie geben, die ich nicht verpassen will. Allerdings wird der Schnorchelgang nach weiteren 5 Minuten überraschend für beendet erklärt: Seit einer Reihe von Unfällen vor zwei Jahren, bei dem Schnorchler durch herabfallende Steine verletzt wurden, darf die Felsspalte nicht mehr durchschwommen werden. Sagt einem vorher ja auch kein Mensch!
Wir umrunden mit der Cindysol den imposanten Felsen und Lars und ich versuchen mit mäßigem Erfolg die Nazcar-Tölpel und Pracht-Fregattvögel zu erwischen.
Dann verlassen wir Kicker Rock und werden zum Lunch in die Kabine gebeten. Den Lunch hat eine Köchin an Bord zubereitet. Das Essen ist das leckerste auf Galapagos bisher und mindestens unter den Top 3 der letzten acht Wochen!
Wir erreichen unseren nächsten Stopp und haben die Wahl zu schnorcheln oder uns an den Strand bringen zu lassen.
Da das wohl für lange Zeit die letzte Möglichkeit für uns ist, zu schnorcheln, entscheiden wir uns dafür. Also quälen wir uns wieder in die Anzüge und schnorcheln los. Dieses Mal sind Lars und ich alleine unterwegs, was sehr angenehm ist. Außerdem versuche ich es doch noch mal mit Flossen und stelle fest, dass das das Schwimmen so viel leichter und schneller macht! Das wusste ich zwar eigentlich auch schon vorher, aber früher habe ich immer Fußkrämpfe bekommen. Das scheint inzwischen nicht mehr der Fall zu sein. Wird wohl doch nicht alles schlechter mit dem Alter!
Als erstes sehen wir sehr nah eine große Schildkröte, mit der wir uns minutenlang zusammen in der Dünung treiben lassen. Es ist sehr beeindruckend, dem großen, wunderschönen Tier so nah zu sein. Außerdem ist es wirklich angenehm, das Tempo selbst zu wählen und nicht dauernd fremder Leute Flossen im Gesicht zu haben!
Loly hatte gesagt, dass man hier Meeresechsen im Wasser sehen könne, aber die können wir leider nicht entdecken. Stattdessen sehen wir noch einige Fische und Schildkröten. Außerdem stoßen wir auf einen jungen, neugierigen und verspielen Seelöwen, mit dem wir rund zehn Minuten schwimmen und spielen können. Der Seelöwe schwimmt immer wieder auf uns zu, um dann kurz vor einer Kollision blitzschnell abzudrehen. Das gleiche Spiel, allerdings natürlich deutlich langsamer, treiben wir mit ihm und wir haben alle drei ziemlich Spaß dabei. Irgendwann kommt seine Mama dazu, da halten wir dann lieber etwas mehr Abstand. Leider verschwinden die beiden nach kurzer Zeit und wir beenden unseren Schnorchelgang.
Die Rückfahrt genießen wir wieder vorne am Bug, dem schönsten Platz an Bord, wo außer uns komischerweise niemand sitzen will. Gegen drei kommen wir schließlich wieder im Hafen an. Was für ein phantastischer Ausflug!
Wir bringen die Anzüge und Flossen weg und laufen zu unserer Unterkunft zurück.
An Bord gab es nicht nur lecker Mittagessen, sondern als Snack zwischendurch Obst, Kuchen und Kekse. Trotzdem haben wir ein bisschen Hunger und kehren auf Empfehlung des jungen Manns von der Agentur im „Nativo“ ein. Dort gibt es angeblich die beste Ceviche der Stadt. Irgendwie hatten wir Ceviche noch aus Costa Rica als Reisgericht in Erinnerung, aber entweder wir erinnern uns falsch oder Costa Rica und Ecuador unterscheiden sich diesbezüglich ganz grundsätzlich: jedenfalls bekommen wir eine kalte, saure Fischsuppe - bäh! Die Smoothies sind leider auch nur mittelmäßig…
Wir chillen noch etwas in den Hängematten auf unserer Dachterasse und lassen so den wunderschönen Tag ausklingen.