Visumpflicht ab 1.4.2025

Reisebericht 1'308 Antworten · 104k Aufrufe · gestartet 23. Mai 2024 von travelNAMIBIA
Themenstarter33,1k Beiträge · seit 200623. Mai 2024 · #1
...zumindest hat das Kabinett einen den entsprechenden Vorschlag des Innenministeriums genehmigt. Dies gilt der Kurzinformation nach für alle Staatsbürger, deren Länder keinen visumfreie Einreise für Namibier ermöglichen. Touristisch wäre das eine mittlere Katastrophe.

Viele Grüße
Christian

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Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
zuletzt bearbeitet 27. Feb. 2025
1'223 Beiträge · seit 201024. Mai 2024 · #2
Was sich Länder wie Deutschland, aber auch einige andere EU Staaten, im Reiseverkehr leisten, ist die pure Unverschämtheit.
Die gleiche unfaire und miese Behandlung trifft auch bei Südafrika zu. Das ist alles gleichermaßen unfair.
Das behindert den Wirtschaftsaustausch gewaltig. Einseitig.
Wir können seit mehr als 30 Jahren ein Klagelied darüber singen. Und es wurde von Jahr zu Jahr immer schlimmer.

Beispiel für den Geschäftsverkehr:
Wenn deutsche Firmen Maschinen in Südafrika oder Namibia verkaufen, dann können deren Monteure für Montage bzw. Serviceeinsätze ihre Tasche nehmen, in Flieger steigen. und am südafrkanischen Ziel aussteigen und sofort aktiv werden.

Andersherum:
Wenn ein südafrikanisches Unternehmen Maschinen nach Deutschland verkauft hat, dann setzt die volle bürokratische Klaviatur ein:

1. Visaantrag muß durch den Monteur unter persönlicher Vorsprache, nach Terminvereinbarung über das Internet, beim deutschen
Konsulat, z.B. in Kapstadt oder Windhoek, beantragt werden. Mit Einladung des Auftraggebers. Es geht dafür mindestens 1/2
Arbeitstag verloren, je nachdem, wo der Arbeitgeber seinen Sitz hat. Dafür muß er eine Einladung des Kunden vorlegen,
nachweisen daß er genug Geld für den Aufenthalt hat, und auch Nachweis einer Krankenkasse.

2. Wird das genehmigt, darf der Paß mit Visum nach wenigen Tagen wieder abgeholt werden.

3. Weil das ja ein Arbeitseinsatz ist, muß der auftraggebende Kunde mit großem Aufwand diesen Einsatz beim Arbeitsamt in
Stuttgart melden und genehmigen lassen. Vorher darf der Monteur garnicht arbeiten.
Ähnlich machen das die Franzosen, eigentlich noch schlimmer, wo es auch deutsche Monteure trifft.

Daß dieser unfaire Umgang miteinander den südafrikanischen Staaten langsam zum Halse heraus hängt, das muß man verstehen. Zumal Monteure im Einsatz ganz gewiß keinen Asylantrag stellen werden, oder irgendjemanden den Arbeitsplatz wegnehmen.

Das ist nur noch krankhafter Bürokratismus in abwegigster Form. Einseitig und unfair. Weil nicht nur die Wirtschaft behindert wird, sondern auch der private Reiseverkehr.

Ein besonderes Schmankerl erlebe ich, wenn mein Cousin und seine Frau, Deutsch-Namibier mit namibischem Paß, zwecks Erlangung eines Besuchsvisums für Deutschland, erst einmal von mir eine Einladung beim deutschen Konsulat vorlegen müssen, in der ich versichere, für deren Aufenthaltskosten auf zu kommen, mit Nachweis einer Krankenversicherung. Natürlich nur mit persönlicher Vorsprache.

Die Manieren der EU-Staaten kommen aus der untersten Schublade, sie versuchen die afrikanischen Partner mit Erpressung zu übervorteilen, genau wie das auch mit den "Handelsabkommen" abläuft, woraus nur die europäische Seite Vorteile zieht.
Setzen sich die Staaten zur Wehr, wie Namibia es nun will, dann wird es garantiert irgendwelche Handelsrestriktionen geben, womit man dem "Partner" am meisten weh tut. Es muß ja gemaßregelt und bestraft werden, wer nicht will wie die Europäer wollen.

Grüsse
H.
*Wer einen Fehler begeht und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten! (Konfuzius)
zuletzt bearbeitet 24. Mai 2024
630 Beiträge · seit 200824. Mai 2024 · #3
Die Gegenseitigkeit bei der Visumpflicht ist ein wesentlicher Grundsatz der Visumpolitik vieler Staaten (unter anderem auch der gesamten EU). Insoweit ist eine entsprechende Entscheidung das gute Recht jedes Staates. Wenn Namibia dies bislang nicht so gehandhabt hat, wird es einen guten Grund dazu gehabt haben. Interessant wäre zu erfahren, ob und warum sich an dieser Einschätzung etwas verändert hat.

Klaus
Der Tourist zerstört, was er sucht, indem er es findet. (Hans Magnus Enzensberger)
Themenstarter33,1k Beiträge · seit 200624. Mai 2024 · #4
Beschlossene Sache. Visa on arrival oder online in (nicht genannter) Zukunft.
📎 MEDIARELEASEVISAREQUIREMENTSFORNON-RECIPROCATINGCOUNTRIES24MAY2024.pdf
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zuletzt bearbeitet 24. Mai 2024
62 Beiträge · seit 201924. Mai 2024 · #5
Hallo zusammen,

war eben auf der Web-Seite der Allgemeinen Zeitung unterwegs und habe dort folgenden Beitrag vom 29. April 2024 gefunden:

https://www.az.com.na/tourismus/visa-am-hafen-von-walvis2024-04-29

In dem Beitrag geht es in erster Linie um Kreuzfahrt-Touristen, die in Wafishbay ankommen. Interessant aber, dass ein Preis sowie eine Gültigkeit für ein Visum genannt werden. Allerdings erkenne ich keine "Vereinfachung" (auch für Geshäftsreisende) wie in dem Artikel geschrieben.

Zitat:
"Das Innenministerium hat inzwischen erklärt, „dieser strategische Schritt unterstreicht die Bedeutung der Vereinfachung der Einreiseverfahren, der Verbesserung der Zugänglichkeit und der Förderung des Wirtschaftswachstums durch Tourismus und Handel. Diese Initiative wird die Reiselogistik sowohl für Touristen als auch für Geschäftsreisende vereinfachen, da die vorherige Beantragung eines Visums entfällt und somit bürokratische Hindernisse und Wartezeiten reduziert werden.“

Reisende können Visa auch bei der Ankunft am Hosea Kutako International Airport in Windhoek, am Walvis Bay Airport und an den Grenzposten der Transkalahari sowie an den Grenzposten in Katima Mulilo, Ngoma, Impalila Island, Oshikango, Mohembo, Ariamsvlei, Noordoewer und Oranjemund beantragen. Das Visum bei der Ankunft kostet 1 200 N$ und gilt maximal für 90 Tage."

Viele Grüße

Geli
zuletzt bearbeitet 24. Mai 2024
35 Beiträge · seit 201924. Mai 2024 · #6
Ohne jetzt die geplante Durchführungsbestimmung zu kennen, denke ich nicht, dass es für den Durchschnittstouristen viel komplizierter wird, Namibia zu besuchen. Ich würde davon ausgehen, dass man im Vorfeld der Reise ein Visum beantragen muss, welches dann bei Ankunft in den Pass gestempelt wird. Das war ja bis zur Unabhängigkeit (jedenfalls bis 1978) auch so. Schwieriger wird es sicherlich für Touristen, die spontan von Südafrika oder Botswana usw. einreisen wollen.
405 Beiträge · seit 201525. Mai 2024 · #7
Danke Christian für die aktuellen Informationen.
Da kein Einführungsdatum bekannt ist, könnte das heissen, dass die Ankündigung kommt und innert wenigen Tagen umgesetzt wird oder dauert so ein Prozess länger (WochenMonate)?
Könnte das z. B. heissen, dass der Übergang im Kgalagadi (Twee Rivieren/Mata Mata) kurzfristig nicht nutzbar sein könnte, weil an diesem Übergang kein Visum on arrival ausgestellt werden kann, weil die nötigen PC Anwendungen noch fehlen? Dieser Grenzübergang ist nicht auf der Liste im verlinkten AZ Artikel. Wobei der Artikel vom April ist und deine Infos jetzt vom Mai.

Ich würde mich einfach sehr ärgern, wenn die Umsetzung Knall auf Fall angeordnet würde und wir Ende Juli den KTP nicht wie geplant bei Mata Mata verlassen könnten, weil wir in den sechs Tagen, wo wir im Park sind, nichts von der Umsetzung mitbekommen haben.
Danke für deine Einschätzung.
lG brisen SA: 2013 mit Tristan da Cunha und St. Helena, 2014, 2015, 2018, 2022 http://meine.flugstatistik.de/brisen01 https://mtp.travel/users/38408/checklists/locations/map/visited_remaining
88 Beiträge · seit 202025. Mai 2024 · #8
Swakop52 schrieb:Was sich Länder wie Deutschland, aber auch einige andere EU Staaten, im Reiseverkehr leisten, ist die pure Unverschämtheit.
[...]
Daß dieser unfaire Umgang miteinander den südafrikanischen Staaten langsam zum Halse heraus hängt, das muß man verstehen. Zumal Monteure im Einsatz ganz gewiß keinen Asylantrag stellen werden, oder irgendjemanden den Arbeitsplatz wegnehmen.

Das ist nur noch krankhafter Bürokratismus in abwegigster Form. Einseitig und unfair. Weil nicht nur die Wirtschaft behindert wird, sondern auch der private Reiseverkehr.
Deinen Frust, bzw. den der meisten Betroffenen, wird wohl jeder verstehen, nur hat das mit "Bürokratismus" nicht im geringsten etwas zu tun. Wie du selbst schreibst, wird "der Monteur im Einsatz keinen Asylantrag stellen", nur gibt es für den Zöllner an der Grenze keine Möglichkeit, festzustellen, ob jemand ein Monteur im Einsatz ist, oder aber eben ein arbeitssuchender Wirtschaftsflüchtling. Genau dafür ist das Visaverfahren da, dies im Vorfeld so gut es geht abzuklären.

Die (Wieder-) Einführung einer Visumpflicht für Reisende aus Deutschland & Co. seitens Namibia ist das gute Recht von Namibia, aber nach meinem Dafürhalten (und dem der Masse aller Unternehmer im Tourismus) reine Dummheit, wenn auch vermutlich ohne allzu große Auswirkungen.

Der wahre Grund ist doch hierzulande ein offenes Geheimnis: die SWAPO versucht derzeit, kurz vor den Wahlen, möglichst viele populäre Kleinigkeiten abzuhaken, um vielleicht irgendwie doch noch die 50% zu erreichen.
Ein bisschen was gegen die "böse EU, die uns keine Visumsfreiheit gibt" kommt beim kleinen Mann eben gut an, ebenso wie die Steuererstattung für Einkommen zwischen 50.000 & 100.000, die ausgerechnet einen Monat vor der Wahl kommt.
Honni soit qui mal y pense. 😗

Um zum Visum zurückzukommen: sinnvoll wäre eventuell ein kostenpflichtiges Visum, wenn im Gegenzug die Eintrittsgebühren für die Nationalparks gesenkt werden, das könnte tatsächlich im Tourismus zu leichten Verschiebungen zugunsten längerer Aufenthalte führen (wobei der Effekt wahrscheinlich so oder so eher homöopathische Dimensionen erreichen dürfte). Momentan sind Langzeitaufenthalte mit Besuch zahlreicher Parks verhältnismäßig teurer als Kurzzeitaufenthalte, in denen nur Sossusvlei & Etosha besucht werden. Das begünstigt den Massentourismus an diesen Standorten, während gleichzeitig die unverhältnismäßig hohen Gebühren kleinere Attraktionen (bspw. Organ Pipes, Hoba Meteorit) weniger attraktiv werden lassen.
1'676 Beiträge · seit 200725. Mai 2024 · #9
Ich verstehe die Aufregung nicht. Deutschland könnte ganz einfach die Visumspflicht für Namibia aufheben. Insbesondere, wo wir doch eine dediziert antikolonialistische Regierung haben. Warum ist das also nicht schon längst geschehen?
Südliches Afrika seit 1992: 49 Reisen, 1.369 Tage, 174.380 km, 493 Vogelarten
4'129 Beiträge · seit 200825. Mai 2024 · #10
Außer der Neuigkeit, dass das Visa on Arrival in Zukunft für uns Deutsche wohl nicht mehr kostenlos sein wird („Das Visum bei der Ankunft kostet 1 200 N$ und gilt maximal für 90 Tage.“ AZ), sehe ich bisher nur die Ankündigung, dass die Pauschaltouristen der Kreuzfahrtschiffe nun auch Visa beantragen müssen/können, für ihren touristischen Landgang (Keine Ahnung wie deren Landausflüge bisher geregelt waren).
Jeder Deutsche füllt doch schon immer bei der Einreise nach Namibia ein kleines Formblatt/Visumsantrag aus, dass den notwendigen Vorlauf für ein Visa on Arrival bildet.
Ebenso wie für Botswana und einige andere Staaten.
Und in MataMata konnte man bisher (unter Beachtung der 2-Tages-Regel) ebenso mit Visa on Arrival aus SA/BOT einreisen, wie an jedem anderen Grenzübergang. Und nun eben mit den neuen Visa-Gebühren...

Vielleicht aber habe ich das auch alles falsch verstanden.

Nachsatz, 26.5.:
Ja, tatsächlich. Alles Quatsch. 🤨
Manchmal führt das routinierte und unproblematische Reisen zum Erblinden... 🙂 😕
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
zuletzt bearbeitet 26. Mai 2024
47 Beiträge · seit 202125. Mai 2024 · #11
Bisher gab es für Touristen bei der Einreise nur ein "Visitors‘ Entry Permit". Kein Visum. Das konnte und kann man allerdings auch bei der namibischen Botschaft beantragen. Bei der Einreise bzw. Ausreise muss lediglich das "ARRIVAL/ DEPARTURE FORM" ausgefüllt werden. Das ist kein Visumantrag. Somit ist das ganze Verfahren bisher deutlich einfacher.

Was Deutschland (EU) von den Namibiern für eine Einreise verlangt, ist schon ziemlich heftig und völlig überzogen. Zumal die Bearbeitung dann noch im Deutschlandtempo erfolgt. Insofern kann ich das Vorgehen der namibischen Regierung nachvollziehen.

Gruß Alfi
537 Beiträge · seit 202025. Mai 2024 · #12
Buitepos schrieb:
Die (Wieder-) Einführung einer Visumpflicht für Reisende aus Deutschland & Co. seitens Namibia ist das gute Recht von Namibia, aber nach meinem Dafürhalten (und dem der Masse aller Unternehmer im Tourismus) reine Dummheit, wenn auch vermutlich ohne allzu große Auswirkungen.
Warum ist es Dummheit auf seinem Recht zu bestehen? Warum sollten die Namibier denn weiterhin (immerhin haben sie ja lange Zeit verzichtet) Menschen aus Ländern umsonst und ohne Visa ins Land lassen, die ihrerseits den Namibiern Visaanträge auferlegen? Was daran ist dumm, diese Länder an die Gegenseitigkeit zu erinnern?
Buitepos schrieb:
Der wahre Grund ist doch hierzulande ein offenes Geheimnis: die SWAPO versucht derzeit, kurz vor den Wahlen, möglichst viele populäre Kleinigkeiten abzuhaken, um vielleicht irgendwie doch noch die 50% zu erreichen.
Ein bisschen was gegen die "böse EU, die uns keine Visumsfreiheit gibt" kommt beim kleinen Mann eben gut an, ebenso wie die Steuererstattung für Einkommen zwischen 50.000 & 100.000, die ausgerechnet einen Monat vor der Wahl kommt.
Also, erstmal ist Wahlkampf etwas völlig legitimes, und wenn es so wäre wie du sagst, wäre es mir hundertmal lieber als ein leeres Versprechen, wie es anderswo üblich ist. Es geht auch gar nicht um die „böse EU“, denn wenn du dir die Liste mal anschaust, sind auch Länder wie USA, Kanada und Uzbekistan dabei.
Das mit der Steuer hast du falsch formuliert: es gibt keine Steuererstattung, sondern die (seit mindestens 20 Jahren geltenden) Einkommensgrenzen wurden nach oben korrigiert, sodass Geringverdiener endlich mal ein bisschen mehr Geld in der Tasche haben. Das geschah auch nicht plötzlich und unerwartet, sondern wurde schon seit Jahren angekündigt, und gilt im Übrigen ab diesem Finanzjahr, also ab März. Und ich persönlich finde auch hier, dass es eine gute Sache ist.


@Pollux: diesen Einwand habe ich auch schon an verschiedenen Stellen angebracht, aber die künstliche Empörung darüber, dass man als wertvoller Deutscher nun in Zukunft ein Visa beantragen muss, ist einfach zu groß im Moment.
zuletzt bearbeitet 25. Mai 2024
88 Beiträge · seit 202026. Mai 2024 · #13
makis schrieb:Warum ist es Dummheit auf seinem Recht zu bestehen?
Nicht, dass wir uns da falsch verstehen: es ist keine Dummheit, auf seinem Recht zu bestehen, aber sehr wohl eine Dummheit (oder zumindest nicht sonderlich schlau), ohne guten Grund die Einreise aus den wichtigsten Herkunftsländern für den Inbound-Tourismus auch nur minimal zu erschweren, bzw. zu verteuern. Ein guter Grund, bzw. wenigstens eine brauchbare strategische Grundlage könnte, wie von mir skizziert, in einer Steuerungsfunktion eines kostenpflichtigen Visums bestehen, nur ist so etwas, zumindest nach aktuellem Kenntnisstand, nicht einmal angedacht.
makis schrieb:Warum sollten die Namibier denn weiterhin (immerhin haben sie ja lange Zeit verzichtet) Menschen aus Ländern umsonst und ohne Visa ins Land lassen, die ihrerseits den Namibiern Visaanträge auferlegen?
Auf die Gefahr hin, "Captain Obvious" zu spielen: weil der Tourismus in Namibia nach Agrar die zweitmeisten Jobs schafft, und dies besonders in der Fläche; anders als die Industrie, welche ihrerseits nur zur Landflucht beiträgt und damit u.a. Infrastrukturprobleme, wie bspw. die Wasserversorgung verschärft.
Aber wohlgemerkt, niemand will Namibia vorschreiben, wem, wie, was sie für Visumspflichten auferlegen, nur tut sich das Land eben nicht unbedingt selbst einen Gefallen.
makis schrieb:es gibt keine Steuererstattung, sondern die [...] Einkommensgrenzen wurden nach oben korrigiert, [...] und gilt im Übrigen ab diesem Finanzjahr, also ab März.
Und (laut Finanzministerium) wird dies in Form eines tax refund im Oktober geschehen (kommt aber sicherlich auf den tax payer an), genau einen Monat vor der Wahl. Du liegst natürlich vollständig richtig mit der Beschreibung des steuerlichen Vorgangs der Anhebung der Freibeträge.
Ob man das wiederum als legitimen Wahlkampf ansieht, muss jeder für sich selbst entscheiden; ich selbst finde, das hat schon ein ähnliches "Schmäckle" wie das plötzliche Ende von load shedding in Südafrika kurz vor der Wahl.
makis schrieb:die künstliche Empörung darüber, dass man als wertvoller Deutscher nun in Zukunft ein Visa beantragen muss, ist einfach zu groß im Moment.
Bisher kann ich nicht wirklich erkennen, dass sich irgendein Deutscher darüber empört, dass es ihn betrifft. Ich sehe eher, und weise darauf hin, dass sich die Begeisterung in der namibischen Tourismusbranche in Grenzen hält, und da spielen die Deutschen als eine der größten Zielgruppen halt schon eine bedeutende Rolle.

Und wohlgemerkt: in der Praxis gehe ich nicht davon aus, dass es für einreisende Deutsche überhaupt irgendeine besondere Rolle spielen wird, es gibt genug Länder, in denen man bei Einreise ein paar Euro für einen Visumsaufkleber bezahlt oder ähnliches.
Es wird auch nichts an der Visumspraxis der EU (und USA, Kanada und vielleicht auch Uzbekistan?) ändern. Die EU (bzw. der Schengenraum) wird sicherlich nicht die Visumpflicht für ein Entwicklungsland aufheben, und sich damit potentiell abertausende Wirtschaftsflüchtlinge ins Land holen, nur um im Gegenzug Visumsfreiheit in diesem Land zu erhalten.
Das hat sicherlich auch kein Namibier jemals ernsthaft geglaubt, als man die Visumpflicht einseitig abgeschafft hat 🤩
1'676 Beiträge · seit 200726. Mai 2024 · #14
" Die EU (bzw. der Schengenraum) wird sicherlich nicht die Visumpflicht für ein Entwicklungsland aufheben, und sich damit potentiell abertausende Wirtschaftsflüchtlinge ins Land holen, nur um im Gegenzug Visumsfreiheit in diesem Land zu erhalten."

Das ist nun aber überhaupt kein Argument, denn dann hätten wir ja keine ungesteuerte Massenmigration.
Südliches Afrika seit 1992: 49 Reisen, 1.369 Tage, 174.380 km, 493 Vogelarten
Themenstarter33,1k Beiträge · seit 200626. Mai 2024 · #15
Moin zusammen,

meine Meinung zu dem Thema: Wahlkampf!
Ich (und viele andere) glauben nicht, dass es im Endeffekt einen Termin für die Durchsetzung der Verordnung geht. Erst einmal muss das rechtliche sowieso geklärt werden, da natürlich auch die Gewaltenteilung in Namibia gilt und das Kabinett als Exekutive nicht die Arbeit der Legislative (Parlament) übernehmen kann. Wie was welche Gesetze geändert werden müssen, dazu will sich das MHAISS erst noch äußern. Insgesamt ist es eine reine patriotische Trotzhaltung Namibias. Es hat sich ja nichts in den Beziehungen zu den Ländern geändert, deren Staatsbürger seit bis zu 34 Jahren visafrei nach Namibia einreisen dürfen. Das einzige westliche Land, was visafreies Einreisen über Jahrzehnte für Namibier ermöglicht hatte, war das Vereinigte Königreich. Und die haben diese Möglichkeit vor wenigen Monaten abgeschafft. Ich denke, dass das die jetzige Entscheidung maßgeblich beeinflusst. Das Spiel David gegen Goliath kann Namibia natürlich nicht gewinnen und wird bestenfalls ohne großen Schaden (d.h. maßgeblich zurückgehende Touristenzahlen) aus der Sache (sollte es wirklich eingeführt werden) herauskommen. Es kommt mir so ein bißchen wie ein trotziges dreijähriges Kind vor: Wenn ich das Spielzeug nicht haben darf, sollst Du es auch nicht haben.

Das es natürlich rechtlich, moralisch etc Namibia absolut frei steht eine solche Visumpflicht einzuführen, steht außer Frage. Viele, sogar im Tourismussektor, finden diese patriotische ENtscheidung sogar toll (das sind meist die gleihen Personen, die es auch toll fanden, dass der Staat N$ 500 Mio pro Jahr für Air Namibia beisteuerte). Was man sich dadurch für einen Vorteil erhofft, ist aber fraglich. Im Endeffekt wird es auch interessant, wie es dan praktisch ablaufen soll. Wenn es nur eine Art Registrierung vorab online ist, eine Zahlung von z. B €50 und man innerhalb 10 Minuten seine Einreisebestätigung hat, dann wäre es ein einfaches. Wenn es aber z. B. noch Papierkrams womöglich bei der Einreise bedarf, wird es schon deutlich komplizierter.

Viele Grüße (jetzt wieder aus Windhoek)
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
zuletzt bearbeitet 26. Mai 2024
537 Beiträge · seit 202027. Mai 2024 · #16
travelNAMIBIA schrieb:
Im Endeffekt wird es auch interessant, wie es dan praktisch ablaufen soll. Wenn es nur eine Art Registrierung vorab online ist, eine Zahlung von z. B €50 und man innerhalb 10 Minuten seine Einreisebestätigung hat, dann wäre es ein einfaches.
Da dies schon so in der Pressemitteilung angedeutet wurde, denke ich dass es genauso sein wird. Reine Spekulation. Wir werden es ja sehen.
537 Beiträge · seit 202027. Mai 2024 · #17
Buitepos schrieb:
Nicht, dass wir uns da falsch verstehen: es ist keine Dummheit, auf seinem Recht zu bestehen, aber sehr wohl eine Dummheit (oder zumindest nicht sonderlich schlau), ohne guten Grund die Einreise aus den wichtigsten Herkunftsländern für den Inbound-Tourismus auch nur minimal zu erschweren, bzw. zu verteuern.
Findest du das wirklich? Selbst, wenn es nur darum geht zuvor seinen Pass einzuscannen und einen Antrag online auszufuellen, und einen - fuer diese Herkunftslaender laecherlichen - Betrag zu zahlen? DAS ist schon zuviel verlangt???
Buitepos schrieb:Und (laut Finanzministerium) wird dies in Form eines tax refund im Oktober geschehen (kommt aber sicherlich auf den tax payer an), genau einen Monat vor der Wahl.
Ich werde morgen mal unseren Steuerberater dazu befragen. Soviel ich weiss, ist das schon gazettet, heisst also man kann jetzt schon mit der neuen Tabelle die Steuersaetze berechnen und entsprechend anwenden. Der Tax Refund wird dann fuer diejenigen kommen, die ab Maerz zuviel bezahlt haben, da die Aenderungen erst jetzt offiziell bestaetigt sind. Ich mein, irgendwann muessen sie es ja eh tun, und wir alle wissen, dass das Finanzministerium sich frueher nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat, wenn es um Rueckzahlungen ging, dies aber in den letzten ein, zwei Jahren angeblich (ich kann nur vom Hoerensagen reden) verbessert wurde.
Den Tax Refund wuerde ich jetzt also nicht als Wahlkampf einstufen. Die Visapflicht evtl schon.
Buitepos schrieb:
makis schrieb:die künstliche Empörung darüber, dass man als wertvoller Deutscher nun in Zukunft ein Visa beantragen muss, ist einfach zu groß im Moment.
Bisher kann ich nicht wirklich erkennen, dass sich irgendein Deutscher darüber empört, dass es ihn betrifft.
Oh doch, ich schon. Auch Buerger anderer Laender, zb ein Kanadier, der stolz darauf ist nur solche Laender zu bereisen, die visabefreit sind, rein aus Prinzip. Und die jetzt bockig daherkommen und sagen "dann fahren wir eben nicht mehr nach Namibia - ist deren Verlust, warum tun sie sowas."
Buitepos schrieb:Und wohlgemerkt: in der Praxis gehe ich nicht davon aus, dass es für einreisende Deutsche überhaupt irgendeine besondere Rolle spielen wird, es gibt genug Länder, in denen man bei Einreise ein paar Euro für einen Visumsaufkleber bezahlt oder ähnliches.
Genau das denke ich auch.
Buitepos schrieb: Die EU (bzw. der Schengenraum) wird sicherlich nicht die Visumpflicht für ein Entwicklungsland aufheben, und sich damit potentiell abertausende Wirtschaftsflüchtlinge ins Land holen, nur um im Gegenzug Visumsfreiheit in diesem Land zu erhalten.
Hier stimme ich wiederum @pollux zu: die bisherige Praktik hat ja nun kaum dazu gefuehrt, dass Wirtschaftsfluechtlingen die Einreise UND der dauerhafte Aufenthalt verwehrt wurde - gewusst wie ist das Zauberwort.
Dazu kommt, dass Namibia gar nicht mehr als Entwicklungsland gefuehrt wird - es ist ein Schwellenland. Zugegebenermassen kein besonders hochentwickeltes, dennoch geben sich hier gerade die Staatschefs aller Herren Laender die Klinke in die Hand und koennen gar nicht genug Investment versprechen. Warum? Weil sie Profit wittern, den sie wieder mal aus einem aermeren Land machen koennen. Der Hype um "gruene Energie" sowie die Entdeckung von Oelvorkommen gibt Namibia zumindest das Gefuehl, es haette jetzt einen anderen Stellenwert in der Welt, und ich persoenlich denke auch das hat damit zu tun, dass man sich jetzt eben dieses Wertes besinnt und die anderen daran erinnert, dass man nicht einerseits als Partner gesehen werden kann, andererseits aber nicht auch visatechnisch auf der gleichen Ebene angesiedelt ist.
Themenstarter33,1k Beiträge · seit 200627. Mai 2024 · #18
‘New visa regime ill-timed’
https://www.namibian.com.na/new-visa-regime-ill-timed/
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
Gast27. Mai 2024 · #19
makis schrieb:Warum ist es Dummheit auf seinem Recht zu bestehen? Warum sollten die Namibier denn weiterhin (immerhin haben sie ja lange Zeit verzichtet) Menschen aus Ländern umsonst und ohne Visa ins Land lassen, die ihrerseits den Namibiern Visaanträge auferlegen? Was daran ist dumm, diese Länder an die Gegenseitigkeit zu erinnern?
Es gibt kein Recht auf visafreie Einreise. Weder für Namibier noch für Deutsche. Es gibt aber sehr wohl Tourismus- und Migrationsströme, die mehr oder weniger Einbahnstraßen sind. So zu tun, als wenn die Voraussetzungen in beide Richtungen gleich sind, ist völlig realitätsfern. Namibia möchte weiter hunderttausende Urlaubstouristen pro Jahr aus Deutschland und Europa bekommen, die jedes Jahr hunderte Millionen Euro ins Land bringen sollen. Für Deutschland sind Urlaubstouristen aus Namibia völlig irrelevant. Beim Thema Migration wiederum droht null Gefahr, das zigtausende Deutsche in Namibia Asyl beantragen wollen. Umgedreht besteht die Gefahr vielleicht schon, dass viele Namibier in Deutschland Asyl beantragen wollen, wenn sie kein Visum mehr für die Einreise bräuchten.

Worum es wohl zum Teil wirklich geht: Wenn Flugzeuge aus Afrika z.B. in Frankfurt ankommen, dann steht der Bundesgrenzschutz teilweise direkt am Gate und fischt alle dunkelhäutigen Menschen raus. Hintergrund: Einige gehen erst mal auf's Klo, hocken da paar Stunden, ziehen sich um, spülen den Pass und die alten Sachen runter, rasieren sich die Haare ab. Wenn sie denn ein paar Stunden später an der Passkontrolle ankommen, wollen sie Asyl beantragen und man kann sie nicht zurückschicken, weil man nicht weiß, mit welchem Flugzeug sie angekommen sind. Deswegen wird am Gate kontrolliert. Und das erwischt z.T. auch Diplomaten, weil der BGS ja nicht weiß, wen er vor sich hat, bis er eben Dokumente kontrolliert hat. Das ist gerade mit namibischen Diplomaten in der Vergangenheit ein paar mal eskaliert. Die wollten wie VIPs behandelt werden, wurden aber eher wie Kriminelle behandelt... Menschen am Gate effektiv nach Hautfarbe zu selektieren, ist Rassismus pur. Andererseits kann man die Intention des BGS verstehen. Schwieriges Thema...

Touristen zusätzlich Hürden und Kosten aufzulegen, wird den Tourismus behindern. Der Tourismus wird sich deshalb nicht halbieren, aber der Effekt wird messbar sein.

Grüße

BTW: Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, habe sich einige der Kommentatoren hier in der Vergangenheit als AfD-Wähler geoutet. Verstehe ich das richtig, dass die jetzt visafreie Einreise für Afrikaner nach Deutschland fordern? Spannend...