Ersttätertour - Empfehlung zu Hoanib

Reisebericht 12 Antworten · 2'058 Aufrufe · gestartet 28. Feb. 2024 von Raege
Themenstarter4 Beiträge · seit 202428. Feb. 2024 · #1
Liebe Community
Ich versuche einmal die Gepflogenheiten korrekt zu berücksichtigen. Ich bin Raege, habe ein bisschen was von der Welt gesehen, aber Afrika noch nie. Das möchte ich dieses Jahr ändern und habe deshalb mit meiner Frau einen Flug für den Sommer nach Namibia gebucht. Ich habe mich in der Zwischenzeit schon einige Stunden im Internet, in Reiseführern und in diesem Forum über Namibia eingelesen und mich von einem Bekannten auch zur Route beraten lassen.
Ein Mietauto habe ich reserviert und eine Route provisorisch zusammengestellt. Dabei habe ich mich grösstenteils an standardisierten Vorschlägen orientiert. Nichtsdestotrotz haben mich Berichte über den Hoanib fasziniert und ich wollte deshalb folgendes nachfragen:
Ich habe den Routenplan von @chrigu zur Kaokoveldtour angeschaut. Diese Tour würde mich absolut faszinieren, aber das ist glaube ich eher etwas für die zweite oder dritte Namibiareise. Dennoch die Frage: Ist die Teilstrecke über die Palmwag Konzession (Blackridge) nach Hoanib (Elephant Song) (6-8) für einen Ersttäter machbar oder würdet ihr mir davon abraten und mir den Weg über Sesfontein ans Herz legen (Reisen nur mit einem Fahrzeug - Toyota Hilux - Ende Juli)? Was müsste ich berücksichtigen, wenn ich dieses Teilstück machen würde?
Da ich Neuling bin, dürft ihr mich auch gerne auf Fehlüberlegungen in meiner Tour aufmerksam machen.
Gruss Raege

https://die-besten-touren.de/touren/damaraland_kaokovled/
Themenstarter4 Beiträge · seit 202428. Feb. 2024 · #2
Achja... Meine provisorisch geplante Route...
zuletzt bearbeitet 28. Feb. 2024
4'382 Beiträge · seit 201528. Feb. 2024 · #3
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https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/305239-2-froestelnde-senioren-cufs-in-botswana-august-24.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/299590-namibia-2008-cufscher-verbindungsstresstest.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/285307-cuf-in-botswana-2013.html https://www.namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/285473-cuf-im-ktp-und-moremi-juli-august-2014.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/287481-cuf-maeandern-durch-den-norden-namibias-v-o-nach.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/294392-cufs-8woechige-antiviruskur-erfolgreich-oder-nicht.html https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/300961-cufs-6-wo-haengemattenauszeit-v-covid19-in-bots-nam.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/298077-kurz-trocken-skelettenkueste-suedwaerts-april-mai-19.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/303543-62-tage-auf-der-entschleunigungsspur-nam-bots-nam.html
7'263 Beiträge · seit 200628. Feb. 2024 · #4
Hallo Raege

Ich bin der Meinung, dass auch jemand der das erste Mal in Namibia ist, diese Strecke fahren kann. Es gibt aber dazu ein paar Einschränkungen.
  • Die Jahreszeit bzw. Regen Situation ist sehr entscheidend.
  • Ihr solltet mit dem Fahrzeug gut klarkommen. Sei das in steinigem wie auch im sandigen Gelände. Die Strecke, speziell der Hoanib ist Offroad Gebiet. Wenn ihr das noch nicht könnt, dann gibt es an eurer Route die Möglichkeit für ein sehr gutes Offroad Training.
  • Ihr braucht unbedingt einen Plan B (Satelliten Kommunikation, genügend Wasser und Lebensmittel um auch ein paar Tage auszuhalten).
  • Richtig vorbereiten, damit ihr wisst auf was ihr euch einlasst. Z.B. mit einer Reiseberatung bei mir.
Du schreibst von diesem Sommer in Namibia. Wichtig ist dass ihr euch möglichst schnell um ein geeignetes Fahrzeug für diese Tour kümmert. Ein Fahrzeug von den typischen Verleihern am Flughafen (Europcar etc.) würde ich nicht nutzen. Den Rest kriegt man irgendwie hin.

Herzliche Grüsse
Chrigu
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zuletzt bearbeitet 28. Feb. 2024
Gast28. Feb. 2024 · #5
Machbar ist immer alles. Wenn Du keine Erfahrung hast, steigt einfach die Wahrscheinlichkeit, dass sich grundsätzlich vorhandene Risiken materialisieren. Wenn Du keine Erfahrung mit Offroadfahren und Tiefsand hast, dann steigt eben die Gefahr, in der Region Schäden am Fahrzeug zu verursachen. Durch Aufsetzen im Gelände. Durch Fahren mit gesperrten Differentialen auf ungeeignetem Untergrund. Durch ein Verbrennen der Kupplung im Sand (deshalb wenn möglich ein Automatikfahrzeug nehmen). Einige Vermieter wollen aus guten Gründen nicht, dass insbesondere Namibia-Neulinge in der Region mit ihren Mietautos fahren. Meist sind die genannten potenziellen Schäden auch nicht versicherbar.

Elefanten im Hoanib können aggressiv sein. Viele wurden da schon angegriffen - wir auch. Wenn Du das Verhalten der Elefanten nicht deuten kannst oder Dich mangels Erfahrung gerade dann festfährst, ramponiert ein Elefant vielleicht das Auto.

Die absolute Wahrscheinlichkeit, dass so etwas passiert, ist immer noch gering, aber eben höher als wenn man schon tausenden Elefanten gegenüber stand und tausende Kilometer auf Sand, Fels und Geröll gefahren ist.

Andererseits wird niemand als "Offroadgenie" geboren und jeder muss mal irgendwo anfangen, entsprechende Erfahrungen zu sammeln. Es gibt aber Gegenden in Namibia, wo das mit weniger Risiken möglich ist und es gibt Konstellationen, in denen die Risiken niedriger sind, z.B. wenn man mit jemand fährt, der sich da auskennt. Vielleicht findest Du über Forum jemanden, der da zur selben Zeit unterwegs sein will.

Grüße
zuletzt bearbeitet 28. Feb. 2024
2'534 Beiträge · seit 200728. Feb. 2024 · #6
Hi,
welches Mietauto hast du denn gebucht für diese Reise?
Zudem finde ich den Beginn eher schlecht, ich würde direkt von Windhoek nach Sossusvlei fahren und dort zwei Nächte bleiben. Dann hast du genug Zeit für die Dünen. Was du in Henties Bay machen möchtest, erschließt sich mir auch nicht wirklich. Besser direkt nach Spitzkoppe fahren. Und die eine Nacht zusätzlich am Brandberg verbringen, dann kannst du Erfahrung in Flussbett sammeln. Wenn du dich um die White Lady Lodge herumtreibst und irgendwie stecken bleibst, stehen die Chancen gut, dass dir jemand hilft.
Für den Crowtherstrail von Palmwag zum Hoanib brauchst du sehr gute Reifen mit verstärkter Seitenflanke. Sonst fährst du dir dort einen Platten nach dem anderen.

LG Wolfgang
Mit Peanut und Glück auf Namibia-Tour - RB 2015 Öfter Mal was Neues - Kaokoveld Februar 2026
794 Beiträge · seit 201328. Feb. 2024 · #7
Machbar ist alles, aber beim erstem mal Namibia würde ich nieeee allein in den Hoanib und CO fahren, das habe ich selbst bei 12. mal Namibia und beim viertem mal Hoanib vor 10 Tagen nicht gemacht... Heuert einen guten lokalen Guide in Sesfontein an, der sich auskennt und dann gibt es definitiv keine Probleme. Auch keine Ahnung wie gut eure Tracking Skills sind? Meine sind so okay und ich hätte dennoch ohne unseren Guide vermutlich eine Wüsten-Elefanten-Herde verpasst und wäre allein bestimmt nicht in das Nebental gefahren, wo sie waren und hätten auf dem Felsen gesessen und sie vorbeiziehen gesehen...

Ein gutes Auto mit "richtigen" Offroad Reifen ist natürlich auch essentiell. Sonst macht man sich keine Freude.

Kann dir gern den Kontakt zu unserem Freund / Guide in Sesfontein vermitteln, er lebt seit 60 Jahren in der Gegend und kennt sie entsprechen gut und er freut sich immer über Gäste... Und ich unterstütze ihn gern. Ansonsten Fort Sesfontein.

Beste Grüße
André
zuletzt bearbeitet 29. Feb. 2024
794 Beiträge · seit 201328. Feb. 2024 · #8
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794 Beiträge · seit 201328. Feb. 2024 · #9
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32 Beiträge · seit 201630. Juli 2024 · #10
Hallo! Eventuell bin ich mit der Info schon etwas zu spät für deine Reise. Wir haben uns 2017 entschlossen, für die Tour in den Hoanib einen Guide in unserem Auto (wir sind Selbstfahrer) mitzunehmen. Wir haben von ihm viel über Land und Leute erfahren, er hat uns perfekt geführt und hatte auch einen guten Draht zu unserer Tochter. Wir haben uns sehr gefreut, ihn dieses Jahr (2024) wieder bei den Ongongo Hot Springs zu treffen. Falls hier also jemand für diese Region punktuell einen Guide (auch tageweise) benötigt, kann er sich gerne an "Robby" (robbytangeni80@gmail.com) wenden. Wir können ihn auf jeden Fall empfehlen!
Themenstarter4 Beiträge · seit 202422. Aug. 2024 · #11
Liebe alle

Ich möchte mich an dieser Stelle herzlich für eure Tipps und Antworten bedanken! Ich bin jetzt seit etwas über zwei Wochen zurück und muss sagen, die Tipps waren super und, wie wohl jedem und jeder hier, Namibia hat mir super gut gefallen. Irgendwann muss ich nochmals zurück und dann muss ich den Hoanib noch mehr durchfahren und die Route von Palmwag bis Purros durch das Konzessionsgebiet machen!
Ich eröffne keinen neuen Thread und mache auch nicht den ausführlichsten Bericht. Aber ich teile dennoch gerne einige Erfahrungen und Fotos mit euch 🙂.

Unsere Route:
1 Nacht Windhoek - Pension Steiner
1 Nacht Naukluft - Campsite BüllsPort
1 Nacht Sossusvlei - Oasis Campsite
1 Nacht Camp Gecko
2 Nächte Swakopmund - Alte Brücke
2 Nächte Spitzkoppe
2 Nächte Brandberg - White Lady Lodge
1 Nacht Palmwag
1 Nacht Sesfontein - Zebra Campsite
2 Nächte Hoanib - Elephant Song Camp (Mein Highlight)
3 Nächte Erwee - Hoada Campsite (da musste ich noch zwei Arbeitstage einplanen 🙂 )
1 Nacht Etosha - Olifantsrus
1 Nacht Etosha - Okaukuejo
1 Nacht Etosha - Halali
1 Nacht Etosha - Namutoni
1 Nacht Etosha (ausserhalb) - Onguma Tamboti Campsite
1 Nacht Waterberg - Wilderness Plateau

Meine fünf Highlights:
- Die vielen wunderschönen Campingplätze. Ich war sowas von überrascht von der Vielfalt, der grösse der Plätze und wie kreativ und hinreissend viele gestaltet waren! Ausserdem war ich sowas von positiv überrascht, wie alle Buchungen und Reservationen und alles geplant einwandfrei funktioniert hat! Natürlich gehörten auch die vielen traumhaften Naturlandschaften zu den Highlights dazu.
- Das Highlight meiner Frau war das Sandboarding in Swakopmund. Fand ich auch eine tolle Erfahrung, auch wenn ich für mich andere Highlights aussuchen würde.
- Das 4x4 fahren hat so unglaublich Spass gemacht. In Sossusvlei habe ich auf anraten eines Freundes darauf verzichtet, den Reifendruck zu verringern. Ein Fehler. In der Folge durfte ich mich tatsächlich darin üben, wie man sich aus dem Sand befreit. Mit Hilfe eines Guides, welcher uns vorbeifuhr, konnten wir das Problem lösen und haben daraus gelernt. Ich habe in der Folge einige Youtube-Filmchen angeschaut und mir den Ratschlag zu Herzen genommen, Brandberg zum Üben zu nutzen. Dies war Gold wert. Eine sehr gute Gegend, um sich zumindest ein wenig Erfahrungen zu sammeln und die Möglichkeiten unseres Ford Rangers auszuloten (wobei ich später feststellen durfte, dass die Möglichkeiten noch weit über dem Probierten lagen).
Die get stuck Erfahrung und die Übungsstunden in Brandberg waren jedoch sehr gute Vorerfahrungen, um nicht naiv im Hoanib herumzufahren. Und die drei Tage im Hoanib herumcrusen waren per se schon eines meiner absoluten Highlights!
- Die Tierwelt in Etosha war Atemberaubend. Wir durften sehr viel sehen. Im Namutonicamp haben wir dann noch einen Morgen und Abend Game drive gebucht. Das hat sich absolut gelohnt. Der Höhepunkt dieser Ausfahrt war, dass wir zwei Löwinen mit ihren vier Jungen 15 Minuten bei Herumspielen an einem Wasserloch beobachten durften.
- Mein absoluter Höhepunkt waren die drei Tage im Hoanib. Dank der Empfehlung von Andree008 haben wir einen Guide für diese Zeit gebucht. Das gab mir persönlich Sicherheit, dass wir nicht verloren gehen. Zudem hat uns der Guide meinen schönsten Momente auf der Reise ermöglicht. Nachdem wir einen Tag herumgefahren sind (was ja per se schon absolut der Hammer dort war), keine anderen Menschen/Autos angetroffen haben, stiessen wir kurz vor der Skeletton-Coast-Grenze auf 12 Wüstenelefanten. Der Anblick war unglaublich! Das jüngste der Elefanten scheint etwa 2.5 Monate alt zu sein und wir konnten die Elephanten über eine Stunde beobachten, bevor sie die Grenze zur Skeletton-Coast überschritten. Ein Moment, der sich in meinem Kopf und meinem Herzen eingebrannt hat. Am nächsten Tag stiessen wir zudem mit dem Guide noch auf einen männlichen Löwen, welcher etwa 7 Kilometer vom Elephant Song Camp einen Giraffen erlegt hatte.

Meine Empfehlungen:
- Macht den Hoanib vom Elephant Song Camp aus.
- Geht auf den Zebra Campsite in Sesfontein, weil der Besitzer einfach ein herzensguter Mensch zu sein scheint. (Der Camping ist herzig, aber einfach)
- Ich glaube alle Campsites haben sich absolut gelohnt

Schade und Herausforderungen:
- Innerlich der Umgang mit bettelnden Leuten vor den Tankstellen, Supermärkten, am Strassenrand und in den Grossstädten.
- Bei einigen Campsites hätte ich mir gewünscht, eine Nacht mehr dort zu verbringen um noch mehr Zeit zu haben, Dinge zu erkunden.

Glück gehabt:
- Am letzten Tag hatten wir einen Platten. Glücklicherweise genau bei der Gepard Rescue Station in der Nähe des Brandberges. Die Leute dort halfen uns, den Reifen zu wechseln und so erreichten wir Windhoek noch rechtzeitig.
- Savanna Car Hire erwies sich als einwandfreier Autovermieter.
- Alle Touren haben sich sehr gelohnt. Insbesondere auch die Walkingtour im Onguma Camp.

Soviel von mir! Grossen Dank an das Forum! Und hier noch eine kleine Auswahl meiner Bilder:




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635 Beiträge · seit 202322. Aug. 2024 · #12
Wow, da hattet ihr eine tolle Reise! Danke für den kurzen Rückblick und die Fotos 😎
53 Beiträge · seit 200922. Aug. 2024 · #13
Sehr schöner Urlaub WOW 🤩

Herzlichen Dank fürs Teilen 🙂
Aus dem Chaos sprach eine Stimme zu mir: "Lächle und sei froh, denn es könnte schlimmer kommen!" Und ich lächelte und war froh.... und es kam schlimmer....