joeheinzThemenstarter211 Beiträge · seit 200610. Jan. 2024 · #1
Servus in die Runde,
nun also steht unsere Runde im nächsten August, so ganz grob: Windhoek, CKGR, Nxai Pan, Chobe, Moremi, Windhoek. Ganz grob. 4 Wochen.
Und zum ersten Mal werden wir dort mit unseres Kids unterwegs sein (14, 12, 10). Alles aufgeweckte und neugierige Knilche, welche unsere Anweisungen in der Wildnis sicher immer 100% befolgen. Und dann doch mal naiv einen Stein umdrehen und gebissen/gestochen... werden. Blöd wenn man dann ohnehin schon eine Wespenallergie hat.
Daher die Frage: Gibt es in den Gegenden, wo wir unterwegs sein werden, derart giftige Tiere und könnte eine Begegnung doch nicht so unwahrscheinlich sein, dass es ratsam wäre, für die "top 3" der potentiellen Tiere das Gegengift in der Tasche zu haben? Oder rede ich völligen Murks, weil es solch giftiges Getier da nicht gibt oder eine Eigengabe von Gegengift mindestens gleich riskant ist.... Ihr seht, da spricht einer ohne Ahnung in dem Thema aber mit einem diffusen Bauchgefühl, "da was tun zu sollen".
Meldet euch gerne mit Tips und Ratschlägen. Und bitte nicht lachen, man wird mit Kids halt doch ein bisschen vorsichtiger...
Viele Grüße Joe
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BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200611. Jan. 2024 · #2
Hallo Joe,
es gibt einige giftige Schlangen und Skorpione (Wespen auch), aber so einfach ist das nicht zu handhaben. Du müsstest das jeweilge Tier ja identifizieren können, um das richtige Serum auszuwählen und ich denke, man muss dann auch genau die Wirkung beobachten. Ich würde sagen, damit ist man als Laie überfordert. Nicht jede Giftschlange injiziert bei einem Biss Gift oder eine große Menge Gift. Die meisten Schlangen hauen aber ab, wenn sie Menschen oder Tiere herankommen fühlen, die als Beute zu groß sind.
Gruß Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
CarstenS388 Beiträge · seit 201711. Jan. 2024 · #3
Die Wahrscheinlichkeit, dass einige oder alle von euch in einem Autounfall sterben, ist ca. 1000 mal höher, als dass es zu einem Schlangenbiss oder schlimmen Skorpionstich kommt. (In 24 Jahren Südafrika habe ich persönlich (also nicht Zeitung etc) einige Todesfälle durch Autounfälle mitbekommen, 3 in den letzten 6 Monaten, keinen einzigen durch Gifttiere, noch nicht mal einen Vorfall, wo jemand gebissen / gestochen wurde). Würde also entweder die Reise abblasen oder mir um Gifttiere keine Sorgen machen. Wenn jemand Allergien hat, muss man natürlich sowieso immer die Spritze mit dabei haben. Aber ein Bienen- oder Wespenstich ist in Deutschland deutlich wahrscheinlicher als in Namibia,
GinaChris4'984 Beiträge · seit 201611. Jan. 2024 · #4
Hi Joe,
ja, es gibt sie, die wirklichen gefährlichen Schlangen ect., in den Gegenden in denen ihr unterwegs sein werdet. Aber, zum einen produziert Botswana Gegengift noch nicht selbst, sondern importiert es aus Südafrika. Gegengifte werden nicht an Laien verkauft. Meine Empfehlung: Sollte jemand gebissen werden, macht nach Möglichkeit ein Foto des Tieres. Ladet euch die Identifikations-App des AfricanSnakeBiteInstitute aufs Handy > https://www.africansnakebiteinstitute.com/app/ (enthält auch Anweisungen für den Notfall) Mietet euch ein Satphone um schnell Hilfe holen zu können, da kein Handyempfang in div Gebieten in den ihr unterwegs seid. Notfallnummern speichern! Werdet alle Mitglieder bei Okavango Air Rescue, die im Notfall mit med. ausgestattetem Fluggeräten, aus fast allen Ecken Botswanas retten. http://www.okavangorescue.com/
Gruß Gina
joeheinzThemenstarter211 Beiträge · seit 200611. Jan. 2024 · #5
Hallo zusammen,
vielen Dank für die Rückmeldungen und ich kann es nun viel besser einordnen:
- Risiko: Wesentlich geringer wie andere, übliche "Urlaubstätigkeiten" wie eben Autofahren - passt. - Gegengift: Nicht praktikabel aus verschiedensten Gründen. - Vorbereitung treffen: Sat-Fon (ohnehin dabei) und vorab einen passenden Flugdienst "bestellen", für bekannte Allergien (Wespen...) wie immer das Zeug dabeihaben.
Passt so. Geht also los im August, wir freuen uns...
Das Thema ist in der Vergangeheit auch hier durchaus kontrovers diskutiert worden (findest du vermutlich über Suche). Wir reisen mit 2 kleinen Kindern, da ist das auch mein größter Horror. Aber ich denke auch, dass man da (a) den Statistiken trauen kann und (b) die Mitnahme von Antiserum für Laien nicht trivial bis unmöglich ist (insbesondere gesicherte Kühlung, Identifizierung etc.).
Die Wahrscheinlichkeit von Skorpion- oder Spinnenstichen (auch da gibts tödliche vor Ort) kann immerhin durch geeignete Schuhe abends draußen und Ausschütteln aller Klamotten/Schuhe vor dem Anziehen reduzieren, ins Dachzelt kommt sehr wahrscheinlich davon nichts. Schlangen dürften in eurer Reisezeit auch die Ausnahme sein, es gibt kein hohes Gras, ihr werdet nicht groß Wanderungen machen. Die meisten Schlagen hauen von alleine ab - Ausnahme leider Puffotter, die auch noch so schön getarnt ist. Bleiben also Schlangen, die sich in Ablutions/unter warmen Autos verstecken. Da muss man wohl einfach aufpassen, dasselbe gilt beim Laufen durch nicht gut einsehbare Stellen.
freshy3'883 Beiträge · seit 201111. Jan. 2024 · #7
Hallo Joe, gibt es in deiner Umgebung eine Tropenklinik? Ich würde mich wegen der Frage: Was sollte ich präventiv mitnehmen? usw. dorthin wenden. Bei Okavango Air Rescue Mitglied werden, empfehle ich ebenfalls. Tausenden von Touris passiert nichts, aber wenn der/die Tausendunderste Pech hat, hilft diese Beruhigung im Nachhinein nichts. Es ist wie immer die halbe Miete, sich sorgfältig vorzubereiten und fachlich zu informieren.
Mit Kindern reisen ist genau so, wie mit einer 82jährigen Mutter reisen: Da muss man auch immer aufpassen und erklären: keine Steine mit bloßen Fingern umdrehen, nicht im hohen Gras, nicht dies, nicht das ...
Am Ende befand sich die Schlange dann glücklicherweise in unserem Zimmer (einige FoMis waren ja per Blog quasi live dabei). Ob das süße Schlängelchen unter der Tür durch oder mit dem abendlichen Aufdeck-Service der Loge (der möglicherweise die Tür bei der Runde offenließ) kam, lässt sich nicht nachvollziehen.
Mein Mann war bereits schon im (vom Personal) aufgedeckten Bett, drumherum das (ebenfalls vom Personal) präparierte Moskitonetz. Ich war im Bad, duschen, Haare waschen und was Frauen eben noch alles so zu tun haben, bevor man sich zu Bett begibt. Als ich die Tür vom Bad zum Schlafzimmer öffnete, fiel mir ein vermeintliches Band auf dem Boden auf. Zum Glück kann ich mich, auf Grund von Mobilitätseinschränkungen, schlecht bücken und war so zu langsam dieses "Band" aufheben zu wollen.
Denn das Band bewegte sich, ich schrie auf und schrie nochmals "Schlange", sprang rückwärts ins Bad und knallte die Tür zu. Heldenhaft schnappte sich mein Mann den einzigen vorhandenen Holzstuhl, riss die Zimmertür auf und beförderte das Tierchen hinaus in die Natur. Kein Mensch hat nur im Ansatz daran gedacht, ob die Schlange womöglich noch mit einem Foto einverstanden war. 😎 Ob das jetzt eine kleine Puffotter oder eine kleine Zebraschlange war, oder was alles noch in Frage kommt, bei der Beschreibung (kleine, braune Schlange mit Zeichnung auf braunem gemusterten Steinboden), weiß der liebe Himmel.
Jedenfalls sah die Zimmertür dann hinterher so aus:
LG Logi
Ad Rian229 Beiträge · seit 202211. Jan. 2024 · #10
Hallo Joe.
Meine Tochter wäre vor ein paar Jahren in Thailand beinahe auf eine grüne Baumnatter getreten. Ich selbst habe mich letztes Jahr durch einen Doppelschritt (einer davon in der Luft) am späten Nachmittag am Spitzkoppe-Camp davor bewahrt. Ums Haar wäre ich beim Herumlaufen auf eine gehörnte Puffotter getreten. Ob sie mich gebissen hätte und was dann passiert wäre weiss ich nicht. Habe sie danach fotografiert. Fakt ist, dass sehr wohl die Möglichkeit besteht, Kontakt auch mit Giftschlangen zu haben. Deine Kids sind in einem Alter, in dem man mit Ihnen reden kann. Mache sie auf die Gefahren aufmerksam und erkläre die üblichen Vorsichtsmaßnahmen: keine Steine umdrehen, Schuhe nicht draußen stehen lassen und beim Gehen immer ein paar Schritte nach vorne schauen. Vielleicht gehst du mit Ihnen ja mal ganz gezielt auf Schlangensuche. Das machen wir immer und wir sind fast immer erfolgreich. Aus 2 Meter Entfernung kann man die Tierchen dann auch schön bewundern. Außer ihr trefft auf eine Speikobra.
Es werden dort jeden Tag Kinder geboren und auch aufgezogen, also wieso sollte es ein Problem sein Kinder dabei zu haben? Wichtig ist einfach, dass man Ihnen erklärt was Sache ist und welche Gefahren es gibt, auch muss man sie immer mal wieder daran erinnern, denn was heute gesagt und erklärt wurde ist meist 2-3 Tage später wieder "weg".
Da deine Kinder aber in aller Regel am Tag aktiv sein dürften, werden sie einem Grossteil der gefährlichen Arten gar nicht erst begegnen, denn diese sind eher in der Dämmerung oder Nachts aktiv. Gerade Skorpione sind eigentlich NUR dann ein Thema und am Tag sehr gut und meist relativ tief in Ritzen, Löchern und Höhlen versteckt wo's kühl ist - ähnliches gilt für eine Vielzahl der Schlangenarten dort.
Serum mitnehmen ist nicht nur gesetzlich unmöglich, es ist auch technisch nicht umsetzbar. Abgesehen davon, darf es sowieso nur von einer medizinische Fachperson verabreicht werden und ich bezweifle mal stark ein Arzt reist mit dir mit.
Ich würde folgendes sicherstellen:
- Miete ggf. ein Satelliten Telefon wenn schlechter Handyempfang zu erwarten ist - Notiere die im Voraus medizinische Anlaufstellen auf deiner Route mit allen Daten und Angaben - Notiere dir ebenfalls eine Notfallkontakt der sich mit solchen Fällen auskennt, es gibt lokale Experten die man easy im Internet findet oder auf Facebook Gruppen. In Namibia könnte es beispielsweise Francois Theart sein in Südafrika Arno Naude oder ggf. Johan Marais - Nimm Druckverbandssachen mit, aber erkundige dich zuerst wo man es einsetzen darf und wann besser nicht
Aber alles in allen würde ich mir keine grossen Gedanken machen, dass Thema taucht immer wieder neu auf und wird viel heisser gekocht als es gegessen wird. Die Chance auf Schlangen und Co zu stossen sind ziemlich gering, gerade für den 08/15 Touristen der nach Sonnenaufgang aufsteht und bei Sonnenuntergang ins Bettchen kriecht.
Woher ich dies weiss? Weil ich Schlangenexperte bin und Namibia und Co seit 2006 bereise, mit dem Schwerpunkt dort nach Schlangen zu suchen und diese zu fotografieren. Mit Schwerpunkt auf deren Giftschlangen wohlgemerkt ....
Grüsse Marco
Ich bin ein Wildlife-Fotograf & Photo-Coach aus der ländlichen Ostschweiz im Dreiländereck CH/AT/DE.
Mein Fokus liegt auf Wildtieren aus Afrika & dem südwesten der USA, mit dem Spezialgebiet Schlangen bzw. Reptilien
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200611. Jan. 2024 · #12
Hallo Marco, ich bin ja zumindest teilweise kein 08/15-Tourist, aber dennoch eher tagsüber unterwegs. Auch da kann man Giftschlangen begegnen. Schwarze Mamba, Kobras und Boomslang sind mir schon recht nah gekommen oder umgekehrt ich ihnen, bevor ich es gemerkt habe (beides kam vor). Die Kobras warnen ja freundlicherweise offenbar rechtzeitig. 😉
Bei den Skorpionen gibt es auch tagaktive. Zu den tagaktiven Vertretern gehört auch eine der giftigsten Art überhaupt. Und bei den nachtaktiven kommt es vermutlich auch nicht so gut an, wenn man deren Unterschlupf plötzlich entfernt.
Trotz allem sollte sich Joe keine allzu großen Sorgen machen. Viele Reisende reisen seit 20 Jahren in diese Region und haben noch nie eine Schlange oder einen Skorpion gesehen.
Gruß Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
phantom197 Beiträge · seit 201011. Jan. 2024 · #13
CarstenS
Nunja, Dann wirst du dich wohl nicht so viel mit den Medien beschäftigen.
Gerade heute wurde veröffentlicht dass ein 6 Jahre altes Kind in der OLUNO-Gegend von einem Skorpion gestrichen wurde und verstarb.
Auch wirst du wohl nichts mitbekommen haben von dem 2-jährigen Jungen in ELISENHEIM. Schlange unter dem Kopfkissen. Biss ins Auge, eine Woche in der Klinik. Dann verstorben. Damals, am selben Tag, OKANGWATI, Mädchen trennt zu ihrer Oma, könnte noch mitteilen dass sie von einer Schlange gebissen wurde, und verstarb sofort.
Ich arbeite im Moment in ARANDIS. In 3 Wochen -3 Schlangen.
Ich lebe in einem Neubaugebiet Nähe der UNAM in Windhoek. Bisher 4 PUFFOTTERN, eine schwarze Mamba, eine unbekannte Schlange um die sich unsere Hunde gekümmert haben und ein Stinktier im Garten. Auch darin haben sich, erstaunlich, unsere Hunde gekümmert.
phantom197 Beiträge · seit 201011. Jan. 2024 · #14
CarstenS
Nunja, Dann wirst du dich wohl nicht so viel mit den Medien beschäftigen.
Gerade heute wurde veröffentlicht dass ein 6 Jahre altes Kind in der OLUNO-Gegend von einem Skorpion gestochen wurde und verstarb.
Auch wirst du wohl nichts mitbekommen haben von dem 2-jährigen Jungen in ELISENHEIM. Schlange unter dem Kopfkissen. Biss ins Auge, eine Woche in der Klinik. Dann verstorben. Damals, am selben Tag, OKANGWATI, Mädchen trennt zu ihrer Oma, könnte noch mitteilen dass sie von einer Schlange gebissen wurde, und verstarb sofort.
Ein Familienmitglied meiner Frau wurde nach einer Übernachtung in DÖBRA der halbe Unterarm plus 3 Finger entfernt. Schlange kam nachts in sein Zimmer und bis ihn in einen Finger.
Ich arbeite im Moment in ARANDIS. In 3 Wochen -3 Schlangen.
Ich lebe in einem Neubaugebiet Nähe der UNAM in Windhoek. Bisher 4 PUFFOTTERN, eine schwarze Mamba, eine unbekannte Schlange um die sich unsere Hunde gekümmert haben und ein Stinktier im Garten. Auch darin haben sich, erstaunlich, unsere Hunde gekümmert.
Ich kenne den Kram aus dem Medien, muss dich enttäuschen. Betroffen sind aber in aller Regel die Gegenden mit vielen armen Menschen. Wo's dreckig ist und viel Müll rumliegt, dass zieht Mäuse und Ratten an und die wiederum Schlangen. Das hat nichts mit dem zu tun wie klassische Touristen unterwegs sind vor Ort - ist also ein eher lausiger Vergleich sorry.
Natürlich findet man Schlangen wenn man draussen arbeitet, aber auch dies hat nichts mit dem zu tun was Touristen dort tun oder zu sehen bekommen. Auch dieser Vergleich hinkt ....
Grüsse
Ich bin ein Wildlife-Fotograf & Photo-Coach aus der ländlichen Ostschweiz im Dreiländereck CH/AT/DE.
Mein Fokus liegt auf Wildtieren aus Afrika & dem südwesten der USA, mit dem Spezialgebiet Schlangen bzw. Reptilien
Ich hatte mit keinem Wort gesagt alle Schlangen oder Skorpione seinen nur nachtaktiv, natürlich gibt es auch andere. Aber die Mehrzahl ist nunmal nicht tagaktiv, Punkt.
Ja Schwarze Mambas sind eine Ausnahme, auch die schwarze Speikobra die man im Süden Namibias findet ist tataktiv, dennoch sind es die meisten Arten eher nicht. Und dies gilt nicht bloss für Namibia oder Südafrika 😉
Trotzdem muss man auch mal ehrlich sein, wer als ganz normaler Tourist unterwegs ist, hat eine nur sehr sehr kleine Chance auf Schlangen zu treffen. Ich habe teilweise tagelang Pech obwohl ich in der Peakseason dort bin und zur richtigen Zeit am richtigen Ort suche. Da ist es im Vergleich wie ein Sechster im Lotto wenn man als Tourist was zu sehen bekommt.
Aber ja, ganz ausschliessen kann man es nicht, es ist nunmal Afrika und diese Tiere leben dort nunmal - damit muss man im Reinen sein wenn man dorthin reisen möchte. Aber dramatisieren muss man es nun wirklich nicht, ganz und gar nicht.
Gruss
Ich bin ein Wildlife-Fotograf & Photo-Coach aus der ländlichen Ostschweiz im Dreiländereck CH/AT/DE.
Mein Fokus liegt auf Wildtieren aus Afrika & dem südwesten der USA, mit dem Spezialgebiet Schlangen bzw. Reptilien
Um das ganze mal zu objektivieren: Das African Snakebite Institute hat umfassende Informationen online und in der App, auch zu erster Hilfe und Gegengift und auch die passenden Studien dazu veröffentlicht.
Es gibt 3500 - 4000 bekannte Bisse pro Jahr in Südafrika (Datenlage natürlich nicht perfekt), davon 800 im Krankenhaus und 40% ohne größere Symptome. Die Todesrate nach einem Schlangebiss liegt bei 1-2%. In Südafrika kommt es zu 10-12 (bekannten) Todesfällen pro Jahr.
Fazit zum Gegengift: Nur 15% aller im Krankenhaus aufgenommenen Patienten nach einem Biss (Sampling Bias, ich weiß) benötigten ein Gegengift. 25-40% aller Empfänger reagieren allergisch darauf bis hin zu anaphylaktischem Schock (daher nur unter ärztlicher Aufsicht) Es ist nutzlos, wenn es das falsche ist oder die Dosierung nicht passt (es werden für eine Behandlung 8-12 Einheiten benötigt!).
Fazit daher für den Fall der Fälle: So schnell wie möglich ins Krankenhaus, ruhig stellen, ggf. (wenn man weiß wie) abbinden (bei Cape Copra u. Black Mamba) und ggf. beatmen.
@wild untamed Müll, Ratten udn Mäuse hat man leider auch auf/um viele Campsites.. Das Ausmaß mag ein anderes sein, aber es ist bei der durchschnittlichen Campsite sicher "schlimmer" als bei der durchschnittlichen Lodge.
Ad Rian229 Beiträge · seit 202212. Jan. 2024 · #19
Jetzt verunsichert den Joe nicht weiter. Ich denke, man kann das so zusammenfassen: Risiko ist im Vergleich zu anderen Risiken, zum Beispiel Autounfall, sehr gering. Die Kids auf die Gefahren aufmerksam machen und gut isses.... Adrian
joeheinzThemenstarter211 Beiträge · seit 200612. Jan. 2024 · #20
BikeAfrica schrieb:
... schon Lou Reed sang 1972: "Hey Joe, take a walk on the wild side" ...
Danke an die intensive Diskussion hier. Also verunsichert bin ich gar nicht (mehr), mein Plan steht. Es geht mir nur um Risikoeinschätzung und -Begrenzung mit sinnvollen Maßnahmen, und die sind/werden nun vorbereitet. Ganz praktisches Beispiel der Vorbereitung: Vor Ort mit dem Sat-Fon den Notdienst anrufen. Da lernt man ganz schnell, dass es da nicht mit 995 getan ist, sondern, wegen Sat-Fon, noch Vorwahlen braucht. Hat man das vorbereitet und vor Ort einmal ausprobiert, ists auch gut...
Wir waren 22/23 in Marokko unterwegs, in entlegenen Zipfeln, auch da kreucht und fleucht Getier, welches sehr unschöne Bissreaktionen hervorrufen kann. Und sind 7.500km Auto gefahren. Natürlich ist klar, was hier "gefährlicher" war....