Namibia Ersttäter-Rundreise Januar/Februar 2022

Reisebericht 23 Antworten · 5'684 Aufrufe · gestartet 17. Dez. 2023 von Noeyms
Themenstarter42 Beiträge · seit 202217. Dez. 2023 · #1
Hallo liebe Fomis 🙂

Seit bald mehr als 2 Jahren sind mein Mann und ich stille Mitleser im Forum und sind begeistert von der Vielfalt an Informationen, die man hier bekommt! 😁

Im Januar/Februar 2022 sind wir für 2 Wochen als Selbstfahrer/Lodgehopper durch Namibia gereist und anschliessend noch nach Kapstadt weitergeflogen. Die Reise ist zwar schon einige Zeit her, jedoch habe ich mich nun endlich dazu aufgerafft, den Reisebericht fertig zu schreiben und möchte diesen gerne mit euch teilen.

Bevor ich loslege, möchte ich uns kurz vorstellen:
Wir kommen aus der Schweiz, sind am Ende unserer Zwanziger, schon seit über 10 Jahren ein Paar & nun seit 3 Jahren verheiratet. Wir lieben es, gemeinsam zu reisen, in Europa haben wir schon einige schöne Fleckchen zusammen erkundet. Wir mögen vor allem wärmere Gebiete, Kälte ist nicht so unser Ding.

Nachdem wir 2019 schon eine Rundreise durch Südafrika gemacht hatten (Gardenroute), haben wir uns ins südliche Afrika verliebt und wollten mehr davon sehen. Im August 2020 haben wir geheiratet, und da wir wie gesagt beide die wärmeren Jahreszeiten bevorzugen, wollten wir als Hochzeitsreise im Winter 2020/21 ins südliche Afrika verreisen. Jedoch kam ja bekanntlich ein Virus dazwischen, weshalb wir diese Reise verschieben mussten.

Dafür hatten wir umso mehr Zeit, uns nochmals genauer zu überlegen, wo wir hin wollen und entschieden uns nach einigen Internetrecherchen für zwei Wochen Namibia mit anschliessenden 5 Tagen Südafrika (Kapregion rund um Kapstadt und Stellenbosch). Nachdem wir bereits 2019 für die Südafrikareise gute Erfahrungen mit dem Online-Reisebüro explorer.de gemacht hatten, buchten wir kurzerhand wieder über dasselbe Büro.
In den nächsten paar Tagen nehme ich euch also gerne mit auf unsere Reise 🙂

Die Route schon mal vorweg:
1N Windhoek - Utopia Boutique Hotel
1N Kalahari - Intu Afrika, Zebra Kalahari Lodge
2N Fishriver - Ai-Ais Resort
2N Aus - Klein-Aus Vista, Desert Horse Inn
2N Sossusvlei - Elegant Desert Lodge
2N Swakopmund - The Mole Guesthouse
1N Ugab - Ugab Terrace Lodge
2N Etosha - Toshari Lodge
1N Etosha - Mokuti Etosha Lodge
1N Waterberg - Waterberg Camp
1N Windhoek - Utopia Boutique Hotel
2N Stellenbosch - Rivierbos Guesthouse
3N Kapstadt - Protea Hotel Fire & Ice

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Unser Fahrzeug:
In Namibia waren wir mit einem 4x4 Renault Duster unterwegs, in Südafrika hatten wir einen kleinen, alten PKW. Beide Fahrzeuge haben wir über Europcar bekommen und waren im grossen und Ganzen zufrieden. Mehr dazu dann später.

Kleines Fazit vorweg:
Die Reise war einfach unglaublich, sie war für uns beide ein absolutes Highlight und wir haben fürs 2024 bereits eine weitere Reise gebucht. Wir haben innert kurzer Zeit sehr viele Kilometer zurückgelegt und somit sehr vieles von diesem unglaublichen Land gesehen - wir haben alles in uns aufgesogen und es war noch viel schöner, als wir es uns vorgestellt hatten.
Nun soll es aber endlich losgehen mit dem Bericht, viel Spass!

Noemie & Lukas


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311 Beiträge · seit 201718. Dez. 2023 · #2
Hei Ihr Zwei!
willkommen im Club! Chapeau, neu dabei und gleich mit Reisebericht, super! Ich hadere immer noch, ob ich zu unserer vierten Reise einen Bericht verfassen soll (liegt auch schon wieder 14 Monate zurück). Da gebt Ihr ein gutes Beispiel. Ich bin in jedem Fall dabei und bin gespannt auf die interessante Kombination!
VG Robert
Themenstarter42 Beiträge · seit 202218. Dez. 2023 · #3
Teil 1 - Die Anreise

Dienstag, 25.01.2022, zwei Tage vor Abflug
Nach Feierabend fahren wir zum Flughafen Zürich, um den notwendigen Corona PCR Test zu machen - ein komisches Gefühl. Die Chancen stehen gefühlt 50/50, dass wir positiv sind; ich bin Instrumentallehrerin und hatte ein paar Tage zuvor eine positive Schülerin. Nun bin ich selber stark erkältet, Lukas war auch geschäftlich noch viel unterwegs, zudem schreiben die Medien, dass zurzeit über 30 Prozent aller gemachten Tests positiv ausfallen. Wir sind gespannt, ob es klappt und rechnen insgeheim schon ein wenig damit, dass alles ins Wasser fallen könnte.
Der Spucktest (wie wir finden eine eklige Angelegenheit) geht schnell vorbei; umso länger fühlt sich nun die Wartezeit bis zum Resultat an. Nach knappen 4 Stunden erhalten wir endlich das Resultat: WIR SIND NEGATIV! Was für ein Wunder. Wir können es kaum glauben: Namibia wir kommen!!

Donnerstag, 27.01.2022
Den ganzen Tag packen wir unsere Sachen zusammen, um 15 Uhr geht's los zum Bus, danach in den Zug zum Flughafen Zürich. Auch jetzt sind wir wieder etwas angespannt: Haben wir wirklich alle notwendigen Corona-Dokumente und werden diese akzeptiert? Wir können es vor lauter Corona-Sorgen irgendwie erst glauben, wenn wir tatsächlich in Namibia stehen! Der Typ am Check-In Schalter ist sehr nett, prüft alles und lässt uns dann weiter.
Da wir (wie immer) viel zu früh dran sind, gibt es nun eine längere Wartezeit am Flughafen - unser Flug geht nämlich erst um 18:50 Uhr. Zuerst scheint es, als wären wir die einzigen, die zu dieser Zeit nach Frankfurt fliegen, dann kommen aber doch noch ein paar weitere Leute zum Gate. Der Flug vergeht schnell, 5min früher als geplant landen wir in Frankfurt.

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Hier wechseln wir so schnell wie möglich das Gate - wir haben nur 50min Zeit. Es stellt sich heraus, dass dies mehr als genug Zeit ist und so müssen wir am Gate wieder warten. Unseren Erwartungen zuwider werden unsere Corona-Dokumente beim Einstieg nicht mehr überprüft, wir können einfach rein. Es geht nun also WIRKLICH los Richtung Namibia!
Etwa um 23 Uhr gibt es von der Bordcrew Abendessen - irgendein grünes Mus mit Karotten, gestampften Kartoffeln und Hackfleischbällchen an Senfsosse - kurios sieht es aus, wird aber restlos aufgegessen. Nachdem die Crew um 00:30 alles weggeräumt hat, machen wir uns ‘bettfertig’. Naja. Schlafen können wir nicht wirklich. Sobald wir Afrika erreichen, gibt es ziemliche Turbulenzen.

Freitag, 28.01.2022
Wir überstehen es jedoch und werden um 6 Uhr morgens geweckt mit einem sagen wir mal ‘interessanten’ Frühstück: Ein Wrap mit Käse, Karotten, Sosse und Ei. Wir haben irgendwie Brötchen o.Ä. erwartet. Den Wrap packen wir uns also für später ein und essen nur das Joghurt.

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Um 8:45 Uhr ist es soweit: Wir landen! Sogar 20min zu früh. Wir werden mit einer Temperatur von 24 Grad begrüsst, steigen aus dem Flugzeug und werden mitten über die Landebahn gelotst - überall stehen Leute, die uns den Weg weisen.

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Vor der Einreisekontrolle stehen wir 20min an, danach werden zunächst unsere Corona-Dokumente von einer mittelmässig motivierten Frau überprüft. Sie summt während der Kontrolle vor sich hin und lässt sich Zeit. Nach einigen Fragen und langem herumstehen lässt sie uns schliesslich durch.
Es geht nun weiter zur Passkontrolle - dort werde ich zusammengepfiffen, weil das Formular mit Bleistift statt Kugelschreiber ausgefüllt wurde (dieser Fehler wird uns wohl nie mehr passieren...). Ich entschuldige mich natürlich hundert Mal, wegen den Plexiglaswänden höre ich nur die Hälfte von dem, was die Frau sagt. Ziemlich genervt gibt sie mir dann doch noch den Stempel.
Bei der Gepäckabgabe rennt uns dann noch eine andere Frau hinterher und fragt aufgebracht, ‘ob wir unseren Stempel im Pass haben?’. Wir bejahen, müssen diesen aber trotzdem nochmals vorzeigen. Das ganze Prozedere kommt uns ziemlich grob vor - das kannten wir vorher von nirgends so.
Es geht nun weiter zum Europcar-Schalter, wo wir ganz unkompliziert die Autoschlüssel für unseren Renault Duster (4x4WD) erhalten, dann werden wir direkt zum Parkplatz gebracht. Dort dürfen wir uns ein Safety-Video anschauen - wir erfahren, was man beim Fahren alles beachten sollte. Nach dem Video erklärt uns ein Angestellter noch, wo sich das Ersatzrad etc. befindet, dann können wir losfahren.
Themenstarter42 Beiträge · seit 202218. Dez. 2023 · #4
Teil 2 – Von Windhoek in die Kalahari

Nun kann es endlich losgehen in Richtung Unterkunft. Luki fährt, ich navigiere - es klappt alles auf Anhieb, auch das Linksfahren. Die Kreuzungen sind verwirrend - wenn wir grün haben, haben gefühlt alle anderen auch grün. Wir lernen schnell, dass man in der Stadt einfach fahren muss, sonst kommt man nirgends hin, ausser dass man Gehupe kassiert.
Im Utopia Boutique Hotel bekommen wir trotz früher Ankunft bereits den Schlüssel für unser Zimmer. Ausserdem bekommen wir unerwartet noch weitere Reiseunterlagen von Explorer bzw. vom Reiseunternehmen vor Ort, mit Karten, Simkarte etc.

Heute wollen wir uns unbedingt noch die Stadt ansehen, und nachdem wir geduscht und uns umgezogen haben, ziehen wir los. Wir parkieren beim Wernhil Shopping-Center und entschliessen uns, Wasser und ein paar Snacks zu besorgen - für die morgige Reise. Wir sind gefühlt die einzigen Touris in diesem Shop. Wir bringen die Sachen ins Auto zurück und ziehen von dort aus zu Fuss in die Stadt.
Nach einem kurzen Marsch (wir scheinen immer noch die einzigen Touris zu sein!) kommen wir bei der Christuskirche an - ein wunderschönes Gebäude mitten in den Strassen von Windhoek! Wir machen ein paar Fotos, laufen darum herum, das wars dann auch schon mit dem Sight-Seeing. Noch immer sind wir die einzigen Touris weit und breit - jedes zweite Taxi hupt uns an, ob wir mitfahren wollen. Wir schauen einfach geradeaus und laufen immer weiter zum Parkhaus. Dort angekommen sitzen wir irgendwie erleichtert ins Auto.

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Nun fahren wir noch zu Joes’ Beerhouse - wir haben noch immer nichts ausser dem Flugzeug-Joghurt gegessen. Wir bestellen ein paar Potato-Wedges und etwas zu Trinken und beschliessen, für den Abend gleich auch hier einen Platz zu reservieren. Ziemlich erschlagen fahren wir danach ins Hotel und legen uns etwas hin.

Um 19:15 Uhr machen wir uns auf den Weg zurück zu Joe’s Beerhouse. Dort angekommen bewacht wie am Nachmittag ein Parkwächter unser Auto, während wir gemütlich essen. Die Stimmung ist sehr ausgelassen, das Restaurant scheint voll zu sein. Es wird etwas windig, wir ziehen unsere Jacke an, ansonsten ist es aber warm. Lukas bestellt sich ein Kudu-Steak. Er ist begeistert, ich habe einen Burger mit Jägerschnitzel Füllung bestellt. Der Burger ist sehr gut, beim Käse obendrüber haben sie jedenfalls nicht gespart 🙂

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Nachdem wir bezahlt haben, fahren wir zum Hotel zurück. Doch dort stehen wir vor verschlossenen Türen – vom Torwächter keine Spur! Es ist auch nirgends eine Klingel zu finden. Etwas hilflos irren wir zu Fuss um das Hotel herum, finden dann einen Hintereingang beim zugehörigen Restaurant und bitten den dortigen Torwächter, uns beim Restaurant reinzulassen. Als wir das Auto beim anderen Eingang abholen wollen, rufe ich beim Tor nochmals laut «helloo?!». Darauf taucht unser richtiger Torwächter doch noch auf! Erleichtert fahren wir rein und bedanken uns - dem Wächter des Restaurants sagen wir noch kurz Bescheid, dass wir nun doch beim richtigen Eingang rein konnten. Etwas verwirrt schaut er uns an und nickt. Wir lachen und malen uns aus, was er wohl denkt. Immer diese Touris! Im Zimmer angekommen erwarten uns laute Bässe von einer Party im Haus gegenüber des Hotels – doch wir sind so müde von der Reise und dem Tag, dass wir kurz darauf einschlafen.

Samstag, 29.01.2022
Am nächsten Morgen essen wir um 07:30 Uhr Frühstück. Der Kaffee ist gut und zum Essen kann man aus 3 Menüs auswählen. Ich bekomme Naturejoghurt mit Früchten und Müsli und Lukas bekommt ein gefülltes Omelett. Gleich danach checken wir aus und beladen unser Auto – nun geht es los in Richtung Kalahari!
Die Landschaft ändert sich von ziemlich grün immer mehr zur Steppe, und nach zwei Stunden Fahrt gelangen wir auf unsere erste Schotterpiste.

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Ab hier sieht man immer mehr von den typisch roten Sanddünen der Kalahari, zwischendrin grüne Bäume - wir sind fasziniert von diesem Farbenspiel!

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Auf der Strecke begegnet uns kein einziges Auto, wir sind komplett alleine. Kurz vor dem Eingang zu unserer Lodge entdecken wir bereits ein paar Springböcke und Gnus im Gebüsch! Sie sind jedoch schreckhaft und hauen vom Motorengeräusch schnell ab.
Beim Eingang der Lodge teilt man uns mit, dass wir ein Upgrade erhalten, da unsere gebuchte Unterkunft zurzeit geschlossen ist. Wie toll! Nach einer Fahrt auf Sand erreichen wir die Reception und werden direkt mit einem Erfrischungstuch und Welcome-Saft begrüsst. Bei 35 Grad schleppt der Angestellte unsere beiden (schweren...) Koffer bis in unsere Zimmer!
Von der Lodge sind wir von Anfang an begeistert – mitten im roten Sand steht das Hauptgebäude, rund herum laufen munter Springböcke und Oryxe umher. Wir chillen uns die nächsten Stunden an den Pool und geniessen die Ruhe, ich die Hitze und Lukas die Abkühlung im Pool. Es ist wirklich ein wunderschöner Ort! Die Lodge ist mit uns zusammen von nur 4 Parteien besetzt – es ist sehr gemütlich und familiär.

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Später wandern wir noch etwas auf die Dünen, doch da beginnt es zu regnen. Regen! Logisch – es ist Regenzeit in Namibia. Rund um uns herum donnert es, doch hier tropft es nur ein bisschen. Statt mit den Kameras weiter im Regen herumzustapfen gehen wir zurück zur Lodge und gönnen uns ein Getränk, später gibt es Kuchen.

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Am Abend hätten wir eigentlich (das war Lukas’ Weihnachtsgeschenk an mich) ein Dinner auf einer der Dünen gebucht, jedoch sind wir wegen des Wetters nicht sicher, ob das wirklich Sinn macht und entschliessen uns schlussendlich, dies abzusagen. Stattdessen gehen wir, zusammen mit vier Deutschen, die auch in der Lodge sind, auf eine kleine Sundowner-Tour. Die Tour soll 2.5h dauern, um 16:30 Uhr geht es los. Wir fahren durch den 10 Quadratkilometer grossen Park der Lodge, auf der Suche nach Tieren. Wir sehen Springböcke, Oryxe, Zebras, Gnus und Impalas.

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Die Landschaft ist unglaublich beeindruckend – rot-orangene Dünen, die von weiss-grünem Savannengras bewachsen sind und auf denen es von grünen Büschen wimmelt, dazu blauer Himmel mit teils weissen, teils schwarzen Wolken. Was für ein Anblick! Genau so haben wir uns die Kalahari vorgestellt.

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Gegen Ende der Tour geht es in ein abgesperrtes Gehege – dort soll eine alte Löwendame residieren, die betreut werden muss. Nach kurzer Suche finden wir sie, wie ein Model liegt sie auf einer roten Düne und schaut uns gelangweilt an. Alle machen Fotos, danach geht es weiter zum Sundowner-Platz.

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Auf einer roten Düne machen wir Halt und können unseren Augen nicht trauen: Vor uns erstreckt sich mitten in der Kalahari-Wüste ein schier endloser See! Dazu noch ein fast unbewölkter Sonnenuntergang und die wunderschöne Dünen-Landschaft – ein Traum! Unser Tour-Führer stellt ein Tischchen auf und breitet darauf eine halbe Bar aus – man darf sich einfach bedienen und den Sonnenuntergang geniessen. Die Deutschen (einer von ihnen war schon 15mal in Namibia!) unterhalten sich mit uns, wir sprechen über unsere geplante Namibia-Tour und holen uns noch einige Ratschläge von ihnen.

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Als wir auf die Uhr schauen ist es schon 20 Uhr – höchste Zeit für die Rückfahrt! Es ist schon dunkel, unterwegs sehen wir noch ein paar Löffelhunde. Als wir beim Hotel ankommen, sind die Tische draussen schon für uns gedeckt. Es ist so schön hier in der Lodge, dass wir es nun nicht mal mehr bereuen, das Dünen-Dinner abgesagt zu haben! Zum Essen gibt es drei Gänge: Zuerst eine Kartoffelsuppe mit Speck und einem speziellen namibischen Brot, dann einen griechischen Salat. Zum Hauptgang gibt es Springbock-Fleisch mit speziell gewürztem Spinat, Karotten und einer Ofen-Kartoffel. Alles schmeckt bei dieser schönen Kulisse hervorragend! Zum Dessert gibt es eine Art Kuchen, der wie Apfelstrudel schmeckt, mit Vanille-Sauce. Vollgegessen gehen wir auf unser Zimmer und schlafen glücklich ein.
zuletzt bearbeitet 18. Dez. 2023
Themenstarter42 Beiträge · seit 202218. Dez. 2023 · #5
Teil 3 - Ab in den Süden

Sonntag, 30.01.2022
Am nächsten Morgen wachen wir früh auf, um 6 Uhr sind wir bereits beide angezogen. Da der Sonnenaufgang um 6:25 Uhr ist und wir ja sowieso schon wach sind, beschliessen wir, auf eine Düne zu gehen, um dort den Sonnenaufgang zu beobachten. Dieser Frieden hier ist einfach unglaublich! Man hört nur die Vögel zwitschern, das Licht ist wunderschön. Es ist zwar bewölkt, aber dank einer Wolken-Lücke können wir trotzdem die rot-orange glänzende Sonne sehen. Was für ein Anblick! Danach geht es zum Frühstück, und um ca. 7:30 Uhr fahren wir los.

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Heute haben wir die längste Strecke der Reise vor uns, 580km. Deshalb wollten wir auch einigermassen früh los. Wir fahren ca. 45min, dann kommen wir nach Mariental, wo wir unser Auto nochmals volltanken (wir hatten gelesen, dass man das bei jeder Gelegenheit tun sollte). Die Strasse geht immer geradeaus, links und rechts endlose Weite und in der Ferne ein paar flache Plateau-Berge, die aussehen, als hätte man den Gipfel einfach abgeschnitten.

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Nach 3 Stunden erreichen wir Keetmanshoop. In der Nähe gibt es einen Wald voller Köcherbäume, wo wir einen Stopp einlegen. Wir machen ein paar Fotos, es ist wirklich ein spezieller Ort und wir sind weit und breit wieder die einzigen Touris. Danach versuche ich für einige Minuten lang das Auto zu fahren, aber ich bin gerade einfach zu müde und überlasse kurz darauf lieber Lukas wieder das Steuer^^

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Nach einer weiteren Stunde Fahrt ziehen links und rechts grüne Hügel an uns vorbei, die mit gelb-grünem Savannengras verziert und mit rotem Gestein bedeckt sind. Was für ein Anblick! Irgendwann müssen wir von der geteerten Strasse rechts auf eine Schotter-Piste Richtung Ai-Ais abbiegen, mitten ins Nichts!

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Dort fahren wir noch ca. eine Stunde, zuerst durch grüne Savannen-Landschaft. Danach verändert sich die Landschaft immer mehr zu Felsen-Geröll. In Richtung Fishriver fahren wir immer etwas bergab. Mitten im nirgendwo taucht unser Ziel eeendlich vor uns auf: Ai-Ais Hotsprings Resort.

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Dieser Ort wirkt nach der Fahrt durch die Felsenlandschaft wie eine Oase: Grüne Palmen und Wiesen, gleich daneben fliesst der Fishriver Canyon vorbei. Als wir ankommen, werfen wir einen Blick auf das Thermometer: Draussen ist es 43 Grad heiss! Wir steigen aus und verschmachten erst einmal. Wir bekommen unser Zimmer (nach unserem Empfinden eher etwas heruntergekommen) und kühlen uns mit der Klima-Anlage etwas ab. Danach erkunden wir das Gelände, in dieser Hitze ist das sehr anstrengend! Wir finden den Aussen-Pool, dieser ist jedoch etwa 30 Grad heiss und bietet sich also nicht wirklich an, um sich etwas abzukühlen.

Kurz darauf beginnt es zu Donnern, es folgt ein kurzer heftiger Platzregen. In Ai-Ais hat es natürliche heisse Quellen, die in einer Art Thermalbad hergerichtet wurden. Wir beschliessen, während dem Regen diese auszuprobieren. Es ist wohl für viele ein Highlight und etwas sehr ungewöhnliches mitten in Namibia, für uns ist es jedoch eher so naja. Wir sind uns das von zu Hause aus anders gewohnt... Das Wasser ist lauwarm und wir fragen uns im Nachhinein, wie sauber das ganze eigentlich ist.

Nach einer Dusche gehen wir zum Restaurant, wo wir erst etwas trinken, dann beschliessen wir auch gleich dort zu essen. Abgekühlt hat es trotz Gewitter kaum. Das Essen ist in Ordnung, Lukas isst Oryx und ich ein Stück Poulet, dazu gibt es Kürbis.
Nach dem Abendessen (es ist immer noch 28 Grad warm) beschliessen wir, ein wenig spazieren zu gehen. Ausgerüstet mit Wasser gehen wir etwas der Strasse entlang bis zum Ufer des Fishrivers nach vorne.

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Gleichzeitig wird der Himmel orange-rot vom Sonnenuntergang, richtig schön! Auf dem Rückweg sehen wir die Köchin des Hotels nach Hause gehen. Sie erzählt uns, dass der Fluss gerade trotz Regenzeit sehr wenig Wasser hat, letztes Jahr sei der Fluss überlaufen und habe alles überschwemmt. Jetzt wissen wir auch, warum der zugehörige Camping-Platz und die Strassen ein wenig weggespült und ungepflegt aussehen! Zurück beim Zimmer spielen wir noch Siedler, dann gehen wir relativ früh schlafen.

Montag, 31.01.2022
Am nächsten Morgen beschliessen wir, um 7 Uhr (frühste Frühstückszeit) zum Morgenessen zu gehen, damit wir wenigstens da noch nicht verschwitzen. Es hat sehr viele süsse, jedoch sehr abgemagerte Katzen dort, die uns ständig um Essen anbetteln.

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Am Nachmittag wollen wir zu einem der Aussichtspunkte des Fishriver-Canyons fahren - wir fragen an der Reception, was wir bis dahin hier noch machen können. Ihre Antwort mit einem Schulterzucken: ‘hmm. you can't do many things here - have you found the pool?’. Naja, nach dem 30 Grad-Pool ist uns gerade nicht und so akzeptieren wir die Situation und beschliessen, nochmals in Richtung Fluss zu spazieren.

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Es ist erst 8:30 aber es ist schon 26 Grad heiss. Völlig verschwitzt kommen wir zurück und verbringen den Rest des Morgens damit, nichts zu tun. Inzwischen fällt uns immer wieder auf, dass die Leute hier als ersten Satz eigentlich immer, und wirklich immer fragen “how are you?”. Das ist aber wie uns scheint mehr so eine rhetorische Frage. Ausserdem antworten sie immer mit ‘okay’, egal auf was, auch wenn man zum Beispiel Danke sagt. 🙂

Um 15 Uhr machen wir uns bereit, um zum Canyon zu fahren, bis dorthin haben wir etwa eine Stunde Fahrt vor uns. Wir wollen in der Hotel-eigenen Tankstelle in Ai-Ais noch volltanken, da wir nur noch sehr wenig Sprit haben. Als wir zur Tankstelle fahren, schauen uns die Angestellten verwirrt an und teilen uns mit, dass die Tankstelle nicht funktioniert. Verunsichert fragen wir, wo denn die nächste sei. Ihre Antwort: Beim Canyon Roadhouse. Das ist eine Lodge, die sich in der Nähe des Aussichtspunkts, zu dem wir gehen wollen, befindet. Mit mulmigem Gefühl, ob der Tank bis dorthin reichen würde, fahren wir los.

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Die schöne Landschaft um uns herum mit den Felsklüften nehmen wir vor lauter Anspannung fast nicht wahr. Ständig kontrollieren wir den Tankstand und schlussendlich schaffen wir es sehr knapp zum Roadhouse.

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Rundherum gewittert es, wir hoffen, dass das Wetter hält, damit wir beim Canyon den Sonnenuntergang geniessen können. Weil wir seit dem Morgenessen noch nichts gegessen haben, entscheiden wir uns, gleich im Roadhouse noch einen Snack zu bestellen. Für 150 NAD (nicht einmal 10 Franken) bekommen wir hier sehr gutes Essen. Mitten während dem Essen gibt es einen Knall, alle Lichter gehen aus. Ein Stromausfall - scheint aufgrund des Gewitters hier wohl normal zu sein angesichts der gleichgültigen Reaktionen 😁

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Um 18 Uhr fahren wir dem nahenden Gewitter davon und los zum Canyon. Am Eingang muss man eine Gebühr bezahlen, um zum Aussichtspunkt zu kommen. Es hat einen Shop, wir sehen uns um und möchten dann den Eintritt bezahlen. Dieser kostet uns 350 NAD - was uns hoch vorkommt und wir irgendwie nicht erwartet hätten.
Danach fahren wir in Richtung Aussichtspunkt. Wir fahren ca. 10 Minuten über eine sehr schlechte Schotterpiste durch absolut flaches, trockenes Land. Umso erstaunter sind wir, als wir urplötzlich schon beim Aussichtspunkt ankommen und es wie aus dem Nichts vor uns einfach unglaublich weit runter geht. Was für ein Anblick vom zweitgrössten Canyon der Welt! Dazu ist es fast wolkenlos, das Gewitter hinter uns scheint nicht näher zu kommen. Wir fahren von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt herum und geniessen dann den Sonnenuntergang.

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Später fahren wir wieder aus dem Park zurück Richtung Ai-Ais. Plötzlich sehen wir links von uns Zebras. Was für ein Glück! Inzwischen wird es immer dunkler, die Fahrt wird recht abenteuerlich, wir sehen die Strasse nur schlecht und müssen langsam fahren. Dass wir noch eine Stunde wieder zurück zur Lodge fahren müssen, haben wir bei der Planung dieses Ausflugs irgendwie nicht einberechnet - wir nerven uns ab uns selbst. Die stündige Fahrt wird noch besser (nicht) als es rundherum wieder zu Blitzen und Donnern beginnt. Immerhin bleibt uns der Regen fern! Immer wieder müssen wir anhalten, weil Zebras auf der Strasse sind. Nach einer langen Fahrt erreichen wir dann doch noch unser Hotel und gehen erleichtert auf unser Zimmer.
zuletzt bearbeitet 18. Dez. 2023
725 Beiträge · seit 201719. Dez. 2023 · #6
Da seit Ihr wirklich ein wenig hin und her gefahren.
Auf dem Weg nach Ais Ais seit ihr am Canyon Road House ja bereits vorbei gekommen. Da hättet Ihr eine Übernachtung planen sollen.
Ab sei es wie es sei, Hauptsache es hat Spaß gemacht.

Wir sind auch zu diesem Aussichtspunkt am Canyon gefahren, bzw. haben uns fahren lassen. Uns hat der Canyon gefallen.
Gruß Gabriele (Reisebericht 1. Namibia Reise 2022 / Süden) http://www.stenders-reisen.de/Namibia%202022/Namibia_2022.html
Themenstarter42 Beiträge · seit 202219. Dez. 2023 · #7
Hallo Schneewie

Ja das stimmt - im Nachhinein hätten wir gerne auch im Canyon Roadhouse übernachtet, das fanden wir schon nur bei unserem kurzen Snack-Halt sehr cool 🙂
Der Canyon hat uns auf jeden Fall auch sehr gut gefallen! 😁

Viele Grüsse

Noemie & Lukas
Themenstarter42 Beiträge · seit 202223. Dez. 2023 · #8
Teil 4 – Vom Süden nach Aus

So, nun komme ich endlich dazu, ein bisschen weiter zu schreiben 😄

Dienstag, 01.02.2022
Am nächsten Tag haben wir bis Aus wieder einige Kilometer Fahrt vor uns, deshalb wollen wir genug früh los. Um 7 Uhr wollten wir eigentlich frühstücken (laut Hotel frühste mögliche Zeit), das Frühstück ist aber noch nicht bereit. Das Personal scheint das jedoch nicht zu kümmern und bereitet in aller Ruhe alles vor 🙂
Schlussendlich können wir dann um 8:15 losfahren. Wir haben gelesen, dass die Strecke dem Oranje entlang über die C13 sehr schön sein soll und wollten eigentlich dort durchfahren. Im Internet haben wir von Strassensperrungen aufgrund des starken Regens gelesen, haben aber keine aktuellen Informationen zur Route, die wir fahren wollen. Also fahren wir einfach mal los und schauen spontan, was geht – wir sind ja schliesslich früh dran. Wir fahren in Richtung Aussenkehr durch steinige Landschaften mit vielen trocknen Steinhügeln, es sieht aus wie auf dem Mond! Wir durchqueren später ein Flussbett, welches komplett aus Matsch besteht. Unser Auto sieht danach katastrophal aus 😁

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Nach 1.5 Stunden Strecke kommt es dann: Mitten im Weg steht ein Schild: Road closed. Auf der Tafel steht mit Klebeband beschriftet “Fish-River flooded 14.1.22”. Das ist schon fast zwei Wochen her! Da wir keine Ahnung haben, wie lange so eine Strasse geflutet sein kann, müssen wir nun entscheiden, ob wir umkehren (das würde einen Umweg von 2 Stunden bedeuten).
Mir war schon am Morgen vor Abfahrt in Ai-Ais klar, dass wir einen langen Umweg fahren müssen, falls diese Route nicht klappt. Wir sind trotzdem enttäuscht und fahren nun also alles rundherum; zurück bis Noordoewer, dann über die B1 nach Grünau und von da aus über Seeheim Richtung Aus. Die Stimmung ist etwas getrübt, die Landschaft kommt uns langweilig vor, es geht zunächst alles geradeaus. Ausserdem sind wir einen Teil der Strecke vorgestern schon gefahren. Dank des Umwegs müssen wir unterwegs schon wieder halb volltanken. Sicherheitshalber fragen wir nun den Tankwart, ob die Route, die wir nun fahren wollen, wirklich möglich ist. Wir haben keine Lust auf noch eine Umkehrsession! Er bejaht und wir fahren Richtung Seeheim weiter.

Die Stimmung ist inzwischen wieder gut und die Landschaft kommt uns ab hier wieder viel abwechslungsreicher vor. Links von uns sehen wir während der ganzen Strecke Zuggleise, jedoch keinen einzigen Zug. Später auf der Route müssen wir immer wieder durch tiefe Schlamm-buchten fahren. Jetzt wissen wir, warum man hier einen 4x4 Wagen braucht! Wenige Minuten später stehen wir erneut vor einem Schild: Road closed. Ziemlich aufgebracht sage ich, dass wir jetzt halt einfach da durchfahren. Diese Aussage nehme ich gleich wieder zurück, denn vor uns fliesst ein riiiiesiger Fluss mitten über die Strasse. Das Wasser kommt vom Naute-Damm, der erst kürzlich geflutet wurde. Nach einem kurzem Panikanfall, ob wir nun wieder alles zurückfahren müssen, sehen wir ein Schild, das zu einer Strasse nach oben zeigt. Wir fahren hoch und siehe da, man kann zum Glück über diesen Damm fahren!

Oben hält uns ein Typ an und fragt uns, ob wir ihm ein bisschen Geld für Tabacco haben. Wir müssen, wie an vielen Orten, die man mit dem Auto durchfahren muss, wieder einmal alle unsere Daten eintragen (Autonummer etc.) und er gibt uns dann einen Zettel mit Infos, wie wir uns auf dem Damm verhalten müssen. Ich sage ihm, dass Tabacco aber nicht gesund sei 🙂 Er lacht, wir führen noch ein wenig Smalltalk und fahren dann weiter. Bei der Verzweigung zur Teerstrasse gibt es einen Fahrerwechsel. Nach 4 Stunden Fahrt mag Lukas nicht mehr (verständlicherweise) und ich muss ans Steuer. Nach 10min Eingewöhnungsphase habe ich mich ans Linksfahren gewöhnt und fahre den Rest der Strecke.

Um 15 Uhr kommen wir dann eeeendlich in Aus an. Die Lodge gefällt uns von Anfang an, wir gehen kurz aufs Zimmer und beschliessen dann, weil wir Hunger haben, in den Supermarkt in Aus zu fahren, um ein paar Snacks zu besorgen. Danach fahren wir noch zur Tankstelle, um vollzutanken, der Tankwart kontrolliert unsere Reifen und dann folgt der nächste Hammer: Einer davon hat ein Loch! Zuerst glauben wir es kaum, wir steigen aus und sehen es uns an. Tatsächlich, man hört, wie Luft rausgeht. Der Mann sagt, er könne das flicken, er rufe gleich seinen Kollegen.

Kurz darauf tauchen zwei Männer auf und begutachten den Reifen. Sie können das reparieren, meinen sie. Wir sind uns unsicher, wie das genau abläuft mit der Autovermietung und sagen, dass wir zuerst dort anrufen müssen um zu fragen, was wir machen dürfen. Der Besitzer der Tankstelle sagt, er hätte einen Vertrag mit Europcar und könne direkt Kontakt aufnehmen. Wir willigen ein und der jüngere der beiden Männer beginnt, unter stetiger Überwachung des Tankwartbesitzers, schon mal unser Rad abzuschrauben. Wir nehmen an, dass es ein Auszubildender ist, denn der ältere Herr erklärt ihm jeden Schritt.

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Unterdessen sei die Antwort von Europcar gekommen - wir können das schon reparieren lassen, müssen aber vorerst selber bezahlen und dann im Nachhinein mit Europcar schauen. Wir fragen, wie viel das denn kostet, er meint 120 NAD. Das sind ja nur knapp 8 Franken! Wir lachen und sagen, er solle den Reifen flicken - ca. 15min später haben wir das Ding wieder dran und fahren zurück in die Lodge. Zum Glück sind wir heute gleich noch zur Tankstelle gefahren! Wer weiss, was morgen passiert wäre.

Am Abend gehen wir im Park neben der Lodge wandern, um den Sonnenuntergang vom höchsten Punkt aus zu sehen. Wegen der Panne vom Nachmittag sind wir schon sehr spät dran, um die Route noch rechtzeitig zum Sonnenuntergang zu schaffen. Die Wanderweg Beschreibung ist etwas verwirrend, zudem ist der Weg sehr schlecht erkennbar, wir verirren uns etwas. Schlussendlich schaffen wir es aber knapp zum Sonnenuntergang doch noch, völlig verschwitzt, auf den Felsen und geniessen unsere mitgebrachten Sundowner.

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Danach gehen wir zurück zum Auto - es wird wieder viel schneller dunkel als gedacht und mit der Zeit wird es schwierig, den Weg überhaupt noch zu erkennen. Langsam aber sicher schaffen wir es doch noch runter zum Auto. Als wir bei der Lodge ankommen und zum Restaurant losgehen wollen, kommt uns die Rezeptionistin entgegen. Sichtlich erleichtert sagt sie, sie hätten uns schon gesucht, sie habe unser Auto nicht zurückkommen gehört und Touristen verliefen sich ständig im Dunkeln auf dem Wanderweg. Nun könne sie beruhigt schlafen gehen. Wie lieb von ihr 🙂

Wir essen dann noch sehr gut im Restaurant, Luki isst Oryx-Linsen-Curry mit Reis, ich bestelle einen Bruger, merke jedoch erst beim Essen, dass dieser nicht aus einem normalen Rindfleisch-Patty sondern aus einer Boorewoerst besteht (dieses Fleisch mag ich leider nicht so). Gekonnt schiebe ich Luki das Fleisch unter, der Rest des Essens hat auch mir super gut geschmeckt!
zuletzt bearbeitet 27. Dez. 2023
725 Beiträge · seit 201723. Dez. 2023 · #9
Wir waren in den Chalets in dieser Lodge, einfach nur klasse.

Ja und einen Platten, nein zwei, hatten wir auf unserer Tour auch. Unser Reiseveranstalter hat auch mit Europcar gesprochen. Der erste Platten hat die Werkstatt direkt mit Euroocar abgerechnet, die zweite mussten wir auch vorstrecken. Hat ein wenig gedauert, bis wir das Geld hinterher bekamen, aber klappte.


Bin auf die Weiterfahrt gespannt.
Gruß Gabriele (Reisebericht 1. Namibia Reise 2022 / Süden) http://www.stenders-reisen.de/Namibia%202022/Namibia_2022.html
Themenstarter42 Beiträge · seit 202226. Dez. 2023 · #10
Teil 5 - Kolmanskop

Mittwoch, 02.02.2022
In der darauffolgenden Nacht hatte ich leider sehr starke Bauchkrämpfe, ich vertrug wohl irgendetwas im Essen nicht. Meine Verdauung spinnt für die nächsten 48 Stunden, danach ist alles wieder in Ordnung. Wir stehen am Morgen trotz meiner kurzen Nacht einigermassen früh auf, denn wir wollen in Kolmanskop auf die erste Tour gehen. Leider ist es äusserst neblig und wir sehen auf der Fahrt dorthin kaum etwas von der Landschaft. Kurz vor Kolmanskop wird es aber immer besser. Wir kommen um 9 Uhr an und bezahlen am Eingang den Eintritt von 120 NAD pro Person.

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Gleich darauf beginnt die Tour, sie ist sogar auf Deutsch! Unsere Guide kommt selbst aus Lüderitz und spricht fliessend Deutsch, da ihre Eltern aus Deutschland kommen. Sie erzählt uns seeehr viel interessante Informationen. Die Tour ist wirklich sehr empfehlenswert! Kolmanskop liegt bei einem riesigen Sperrgebiet an der Westküste von Namibia und war ursprünglich als Diamantenstadt bekannt. Hier sind nämlich Diamanten gefunden und abgebaut worden. Jedoch gab es irgendwann keine Diamanten mehr und die Bewohner des Dorfs zogen sich zurück und suchten ihr Glück woanders. Die Häuser blieben jedoch stehen und nun hat sich die Wüste das Gebiet quasi zurückerobert - die Häuser sind voll von hergewehtem Sand, Dächer zerfallen immer mehr. Eine richtige Geisterstadt! Es gibt eine Schule, ein Casino, sogar eine Art Tram haben sich die Leute hier gebaut. Es gibt auch ein Krankenhaus, das 250 Betten hatte - extrem viel, wenn man bedenkt, dass hier nur um die 300 Leute gewohnt hatten! Ausserdem gab es eine Bäckerei, eine Schlachterei, einen Shop und eine Kegelbahn. Alles, was reiche Leute von damals eben so brauchten. (Alle Angaben ohne Gewähr, aus Erinnerungen & Notizen von unserer Reise). Wir fotografieren, was das Zeug hält:

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Nach dem Besuch der Geisterstadt fahren wir nach Lüderitz, spazieren an der Waterfront entlang und trinken dann in einem Restaurant noch was. Später fahren wir in Richtung Lodge zurück, unterwegs halten wir noch beim Garub-Waterhole. Hier soll man wilde Wüstenpferde beobachten können. Und tatsächlich, als wir ankommen, ist gerade eine Herde am Wasserloch und trinkt. Unglaublich! Nach 15 Minuten gehen die Pferde wieder, wir sehen sie in der Ferne davongaloppieren. Doch dann kommt schon die nächste Herde, trinkt, und verschwindet dann ebenso in der Ferne, bevor wieder die nächste auftaucht. Wir freuen uns, dass wir das Spektakel miterleben durften.

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Zurück in der Lodge geniessen wir den Nachmittag am Pool und fahren dann zum Sonnenuntergang nochmals zum Garub-Waterhole, jedoch hat es diesmal keine Pferde mehr. Unseren Sundowner geniessen wir jedoch trotzdem. Danach essen wir in der Lodge, ich habe immer noch Bauchkrämpfe und wähle das ‘leichteste’ Menü: Oryx-Meatballs an Tomatensosse und Tagliatelle, die an eine Art Spätzle erinnern. Luki bestellt sich das Butterchicken, alles sehr, sehr gut.
zuletzt bearbeitet 27. Dez. 2023
Themenstarter42 Beiträge · seit 202229. Dez. 2023 · #11
Teil 6 - Von Aus zum Sossusvlei

Donnerstag, 03.02.2022
Heute lassen wir uns etwas mehr Zeit und essen etwas später Frühstück. Um 9 Uhr fahren wir los in Richtung Sossusvlei. Wir nehmen die C13 und dann die C27 – das sind bisher die schlechtesten Strassen, die wir je gefahren sind. Es holpert die ganze Fahrt über und wir müssen einige Schlammlöcher durchfahren. Dafür ist die Landschaft wunderschön und wir haben unterwegs das Glück, mehrmals Zebras, Oryxe und Springböcke zu sehen.

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Um 14 Uhr kommen wir bei 32 Grad in unserer nächsten Lodge an: The Elegant Desert Lodge. Wir geniessen den ganzen Nachmittag mit Kaffee und Kuchen am Pool. Ausserdem nutzen wir die Zeit, um unsere Kleider zu waschen. Am Abend essen wir bei romantischer Stimmung am Lagerfeuer. Es gibt Süsskartoffelsuppe, griechischen Salat, Beef-Steak mit Basmatireis, Bohnen und Tomaten, und zum Dessert Red-Velvet Cake, alles sehr lecker! Die Lodge gefällt uns wirklich sehr gut. Ausser uns ist nur noch eine Schweizer Reisegruppe da 🙂 Naja, uns freuts, es ist irgendwie witzig, ihnen zuzuhören. Wir gehen früh schlafen, da es morgen früh raus gehen soll.

Freitag, 04.02.2022
Um 4:45 Uhr klingelt der Wecker, um 5:10 Uhr stehen wir beim Frühstück bereit. Es ist noch stockdunkel, im Esssaal fliegen dutzende grosse Heuschrecken herum (was wir echt unangenehm finden). Das scheint hier normal zu sein, das Personal lässt sich jedenfalls nichts davon anmerken. Als wir um 5:30 Uhr aufbrechen, trifft auch die Schweizer-Truppe zum Frühstück ein. Wir stehen um 6:15 beim Gate zum Sossusvlei. Es ist noch geschlossen und öffnet erst bei Sonnenaufgang, wir sind nun der fünfte Wagen, der ansteht.
Bald darauf gehen die Tore auf und wir fahren in Richtung Düne 45, die wir hochwandern wollen. Das Licht des Sonnenaufgangs färbt die roten Dünen noch viel schöner als sie sowieso schon erscheinen.

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Auf der Schattenseite der Düne beginnen wir, hochzugehen. Wir hatten das definitiv unterschätzt! Es ist sehr anstrengend, den Sand hoch zu gehen – man fällt gefühlt bei jedem Schritt wieder zwei Schritte zurück, ausserdem hat man wegen dem Sand in den Schuhen ständig das Gefühl, dass die Schuhe eine Nummer zu klein sind. Etwa nach einer halben Stunde Anstrengung haben wir es geschafft - wir sind oben auf der Düne angekommen. Die Aussicht ist unbezahlbar, das Licht perfekt. So verbringen wir etwa eine halbe Stunde auf der Düne und machen unzählige Fotos.

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Danach rennen wir die Düne runter zurück zum Auto. Es ist erst 8 Uhr und schon 26 Grad warm - nun wissen wir, warum man diese Aktivität so früh wie möglich machen sollte! Als nächstes wollen wir zum Deadvlei fahren, der wohl berühmteste Spot in ganz Namibia. Um dorthin zu kommen, muss man die letzten Kilometer im Tiefsand fahren, man kann aber auch einen Shuttle nehmen. Wir haben viel darüber gelesen und geschaut, auf was man beim Fahren im Sand achten müsste. Wir fühlen uns eigentlich gut vorbereitet mit unserem 4x4 Wagen. Doch als wir dort ankommen, winkt uns einer der Shuttle-Fahrer zu und macht uns weis, dass es 1080NAD kostet, wenn wir steckenbleiben und sie uns rausholen müssen, ausserdem zeigt er auf die anderen parkierten Autos (die viel grösser sind als unsere und stärker aussehen) und meint, nicht mal die wären gefahren. Da wird es uns nun doch etwas mulmig und wir nehmen den Shuttle. Als wir in diesem Safari-Fahrzeug zum Deadvlei fahren, realisieren wir immer mehr, dass dies eine gute Entscheidung war. Der Sand ist ziemlich tief, es ist sehr holprig - wir hätten hier sicher steckenbleiben können.

Als wir ankommen gehen wir direkt los zum Deadvlei. Die Sonne brennt herunter, es ist bestimmt schon über 30 Grad und das, obwohl es gerade mal 9 Uhr morgens ist. Der Weg dauert ca. 15min, ein paar kleine Dünen hoch und runter, dann sind wir endlich dort.

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Was für ein wunderschöner, magischer Ort! Noch nie zuvor haben wir eine solche Landschaft gesehen. Der Boden weiss und vertrocknet, die Bäume schwarz, dazu die roten Dünen und der Blaue Himmel. Ein unglaublicher Ort! Auch wenn es heiss ist, machen wir hier etwa eine Stunde lang Fotos.

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Zwischendurch sehen wir ein paar Leute die grosse Düne “Big Daddy” hinaufgehen - die sieht gefühlt doppelt so hoch aus wie diejenige, die wir hochgegangen sind. Wir stellen uns den Aufstieg zu dieser Uhrzeit sehr anstrengend vor. Es gibt die Möglichkeit, im Park selbst zu übernachten, dann darf man eine Stunde vor Sonnenuntergang los - das ist die einzige Möglichkeit, die wir uns vorstellen könnten, um den Aufstieg auf Big Daddy zu schaffen. Wir sind zufrieden, dass wir trotz Hitze beides (Deadvlei und Düne 45) geschafft haben und gehen zurück zu unserem Shuttle, der uns noch weiter fährt zum Sossusvlei. Der See führt tatsächlich Wasser (unglaublich!). Ansonsten ist es hier nicht mehr wirklich spektakulär und wir kehren bald zu unserem Auto zurück.

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Das Thermometer zeigt 43 Grad an. Wir verabschieden uns von diesem Ort und fahren zum Ausgang des Parks, wo wir noch den Permit bezahlen müssen - wie gewohnt 350 NAD. Wir fahren noch kurz zum Sesriem Canyon und steigen etwas hinunter.

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Jedoch ist es einfach viel zu heiss, um dort lange zu bleiben und so kehren wir nach 10min wieder zum Auto zurück und fahren in Richtung Lodge. Wir sehen, wie dicke, schwarze Wolken aufziehen und begeben uns schnell zum Pool, um noch die letzten Sonnenstrahlen einzufangen, bevor es dann um ca. 15 Uhr beginnt, zu regnen. So richtig. Das Personal jubelt und sie freuen sich sehr über den Regen! Strahlend sagt uns der Lodge-Chef “good rain is coming”! Von der Schweizertruppe hören wir nur ein ‘Dadefür simmer aber nöd da here cho, wieso muess es jetz eifach rägne’. Ein Angestellter erzählt uns, dass es hier das ganze letzte Jahr nie geregnet hat. Für uns unglaublich! Wir gönnen es der Natur auf jeden Fall und finden es unmöglich, dass sich die andere Reisetruppe darüber beschwert. Sonne hatten wir ja heute genug.

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Später spielen wir bei leichtem Regen und zwei Drinks noch ein Siedler auf der Terrasse, bevor es zum Nachtessen geht. Es gibt eine Spargelcremesuppe, Randen-Feta Salat, Kudu-Geschnetzeltes an Süss-saurer Senfsosse mit Basilikum-Bandnudeln und Kürbis, zum Dessert gibt es Schokoladenmousse. Vorzüglich!
zuletzt bearbeitet 29. Dez. 2023
Themenstarter42 Beiträge · seit 202230. Dez. 2023 · #12
Teil 7 - Swakopmund

Samstag, 05.02.2022
Am nächsten Morgen lassen wir uns wieder etwas mehr Zeit und fahren ca. um 9 Uhr ab in Richtung Swakopmund. Die Strasse ist bis zu unserem ersten Stopp wieder sehr holprig. In Solitaire füllen wir unseren Tank und lassen wieder einmal unsere Reifen kontrollieren - alles gut, sie bekommen ein bisschen mehr Luft und wir können weiterfahren.

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Auf Empfehlung von Werner (den wir am Anfang der Tour in der Kalahari beim Sundowner kennengelernt hatten) halten wir in der Lodge Rostock-Ritz für einen Drink an. Die Leute sind sehr freundlich hier, mit dem Kellner unterhalten wir uns über die Landschaft. Er meint, wir müssen das unbedingt fotografieren und dem, der uns diesen Ort empfohlen hat, zeigen - es sei hier normalerweise nie so grün wie gerade jetzt! Es habe geregnet, vielleicht das erste Mal seit 5 Jahren. Also, Werner, falls du das jemals siehst – voilà: 😄

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Bald fahren wir weiter und nach endlosen Strassen durch die Wüste kommen endlich bei unserem Ziel an: Swakopmund! Um 14:30 Uhr sind wir beim Hotel und können direkt unser Zimmer beziehen. Das «The Mole»-Hotel sieht von aussen ein wenig heruntergekommener aus als die Lodges bisher, wir bekommen jedoch ein grosses Familienzimmer und von innen sieht alles sehr gepflegt aus.

Später gehen wir zu Fuss in Richtung Stadt los, wir gehen an einer Strasse entlang, die laut unseren Recherchen eigentlich sehr belebt sein sollte – jedoch ist alles leer und viele Geschäfte sind geschlossen.

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Wir gehen runter ans Meer, wo wir den berühmten “Jetty”-Steg begutachten.

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Es ist trotz Wind ziemlich heiss geworden. Schlussendlich machen wir noch in einem Biergarten einen Halt, um etwas zu trinken - hier ist es so Deutsch, wir können unseren Augen nicht trauen. Es ist alles auf Deutsch angeschrieben, man kann sich Currywurst, Brezen, halbe Hähnchen und ganz viel Bier bestellen. Sind wir auf dem Oktoberfest gelandet? 🙂 Luki freut’s - das Bier gibt's zu einem unglaublich günstigen Preis. Danach holen wir noch Wasser aus dem Supermarkt und gehen uns im Hotel fertigmachen, um später Essen zu gehen. Wir entscheiden uns für das Restaurant direkt beim Jetty und als wir den Saal betreten, könnt ihr raten, wen wir antreffen: Unsere Schweizer-Freunde, die Reisetruppe 🤪 Wir essen Chicken-Schnitzel und Fish&Chips, wohl etwas zu viel; denn danach ist uns schlecht und so gehen wir im Hotel gleich ins Bett.

Sonntag, 06.02.2022
Am nächsten Morgen gehen wir um 7:15 Uhr zum Frühstück, da uns jemand um 8 Uhr bei unserem Hotel abholen soll. Um 8 steht sie da, Chantelle, unsere Guide für die Tour bei Living Desert Tours (Die Tour wurde uns übrigens auch von Werner empfohlen, danke dafür!). Als sie uns zum Auto bringt, hält sie etwas in der Hand - einen Vogel. Sie erzählt uns, dass sie den soeben von der Strasse nach einem Crash gerettet hat, dass sie jetzt schnell zu sich nach Hause fährt, um den Vogel später zur Erholung zu pflegen, bevor sie ihn dann wieder freilässt.

Das Auto ist ein uralter 4x4, Chantelle spricht sehr gut Deutsch und wir haben die Tour quasi privat. Sie erzählt uns, dass während Corona praktisch nichts lief, deshalb sind sie froh um alle Gäste und hat der Tour sofort zugesagt (obwohl sie normalerweise nicht nur 2 Leute mitnehmen würden). Bei ihrem Haus nehmen wir noch ein Chamäleon mit, sie hat es die letzten Monate gesund gepflegt, da es seit einem Crash blind auf einem Auge ist. Heute ist der Tag, an dem sie es wieder freilassen möchte. Nach dem Abstecher zu ihrem Haus geht es ab in die Namib-Wüste bzw. mitten in die Dünen hinein.

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In der Nacht hat es ziemlich viel geregnet, deshalb ist der Sand sehr nass. Nach etwa 100 Metern Fahrt halten wir an und steigen aus. Sie erklärt uns, dass wir nur ums Auto herumstehen sollen, da man eben nie weiss, was man in der Wüste alles kaputttrampelt. Sie geht ein wenig herum und scheint irgendetwas zu suchen. Nach ein paar Minuten sagt sie uns, dass wir heute wohl Susanna nicht besuchen können (das sei eine Spinne), da das Loch von ihrem “Haus” wegen dem Regen zu ist. Sie erzählt uns aber noch viel interessante Dinge über Spinnen und wie sie jagen - die hätten nur ein ganz kleines Umfeld, in dem sie jagen, was uns etwas beruhigt 🙂

Sie erklärt uns, dass wir hier die Little Five der Wüste suchen (Palmato-Gecko, Spinne, Skorpion, Schlange, Eidechse). Okay, mal sehen, wie das wird. Sie gräbt in irgendeinem Sandhaufen und tatsächlich, nach kurzer Zeit hält sie plötzlich einen wunderschönen Gecko in den Händen - unglaublich! Wir können ein paar Fotos von ihm machen, danach schickt sie ihn wieder zurück in seine Höhle. Wer hätte gedacht, dass in so einem Sandhaufen so ein Geschöpf lebt!

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Unterwegs ärgert sich Chantelle immer wieder über frische Auto-Spuren. Diese machen zum Teil ganze Lebensräume von solchen Tieren kaputt, deswegen sollte man immer in der einen Spur bleiben, so habe man das geringere Risiko, etwas kaputt zu trampeln. Als nächstes suchen wir eine Schlange. Sie sucht ständig nach Spuren, aber alle führen nur zu leeren Plätzen. Nach einer Weile fahren wir weiter, nun suchen wir ein Chamäleon, das scheinbar vor 2 Tagen hier gesichtet wurde. Wir finden es aber leider nicht, aber an einer anderen Stelle lassen wir das Chamäleon, das wir dabei haben, in die Freiheit. So beeindruckend, wie diese Frau so begeistert ist von diesen kleinen Tieren!

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Bei der Weiterfahrt ruft sie plötzlich laut aus dem Fenster hinaus, wir fragen uns schon, was das soll, doch da tauchen plötzlich zwei Vögel aus dem Nichts auf. Zwei weisse Namib-Schmätzer. Einer davon fliegt mir später sogar auf die Hand! Wie süss.

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Danach fahren wir etwas weiter, wir bekommen Getränke und dann geht es noch die Dünen hoch und runter. Sie fährt mit einem Affenzahn durch diese Dünen, und an irgendeinem Ecken ruft sie wieder und es kommen zwei Eidechsen angerannt. Ausserdem finden wir doch noch eine Schlange (die seien giftig, eine habe sie mal gebissen). Die buddeln sich so sehr ein, dass man jeweils nur noch das Auge sieht. Beängstigend. Aber auch faszinierend.

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Zum Schluss fahren wir noch auf eine hohe Düne hinauf, wo wir den Ausblick auf das Meer geniessen - ein wunderbarer Moment!

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Nachdem wir heute viel Neues gelernt haben, kehren wir zufrieden in die Lodge zurück und ruhen uns kurz etwas aus, bevor wir in die Stadt ziehen, um etwas zu essen. Wir landen am Meer vorne und bestellen uns eine Pizza. Später gehen wir noch Abendessen. Dieses Mal geht es zur Tiger-Reef Beachbar direkt am Strand, wo wir einen Platz direkt am Meer reserviert haben. Wir essen beide Burger, zum Dessert bestellen wir einen Milchshake. Dann geht's vollgegessen nach Hause.
zuletzt bearbeitet 30. Dez. 2023
547 Beiträge · seit 201230. Dez. 2023 · #13
Liebe Noemie

How are youuuuu? 😉
Herzlichen Dank für deinen erfrischenden Reisebericht! Es gefällt mir sehr, wie du von eurer Reise berichtest!
Namibia ist wirklich wunderschön und auch wir lieben diese unterschiedlichen Landschaften sehr!
Danke für die schönen Bilder und dass du eure Erlebnisse mit uns teilst!

Liebe Grüße aus dem Kanton Bern,
Sue
2025 Aktueller Reisebericht Johannesburg bis Maun: https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/306515-in-5-wo-von-joburg-nach-maun-im-aug-sept-25.html?start=0 2023 Reisebericht Johannesburg bis Kapstadt: https://www.namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/304305-in-42-tagen-von-joburg-nach-kapstadt-okt-nov-23.html 2022 Reisebericht Westküste bis Etosha: https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/302652-kapstadt-etosha-retour-bitte.html 2017 Reisebericht Richtersveld: https://www.namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/294971-richtersveld-richtersveld.html
Themenstarter42 Beiträge · seit 202231. Dez. 2023 · #14
Teil 8 - Von Swakopmund ins Damaraland

Montag, 07.02.2022
Am nächsten Morgen lassen wir uns wieder einmal etwas mehr Zeit für das Frühstück, dann fahren wir ab. Wir wollen eigentlich zu CapeCross, wo es viele Robben geben soll. Wir entscheiden, zuerst nochmals vollzutanken und die Reifen zu kontrollieren. Dann kommt ein Schock: Schon wieder haben wir einen platten Reifen! Die Männer an der Tankstelle begutachten den Reifen, auf der Seite des Rades hat es einen Schlitz, deshalb sei das nicht direkt reparierbar. Sie helfen uns, den Ersatzreifen anzubringen. Wir erzählen ihnen, dass das schon unser zweiter kaputte Reifen ist, die Tankwarte schauen unsere Reifen an, lachen, und sagen: Ja kein Wunder bei DEN alten Reifen! Ja das haben wir inzwischen auch schon bemerkt. Die Reifen sind allesamt sehr abgenutzt und abgefahren, obwohl der Wagen an sich noch sehr neu ist...

Unterdessen darf Luki mit dem Telefon des Tankstellenbesitzers unsere Autovermietung anrufen, diese sagt uns, dass wir zu einer anderen Garage fahren müssen. 10min später sind wir dort und uns wird das kaputte Rad abgenommen. Eine halbe Stunde später ist dieses dann repariert und wir sitzen wieder im Auto. Die Kosten rechnet die Garage anscheinend direkt mit Europcar ab. Immerhin! Jedoch können wir unseren Abstecher bei CapeCross jetzt vergessen, da wir nun etwas unter Zeitdruck stehen. Gleichzeitig sind wir aber dankbar, dass der Schaden wiederum bei einer Tankstelle bemerkt wurde und nicht irgendwo im Nichts.

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Wir fahren nun direkt zur nächsten Lodge, was sich ziemlich in die Länge zieht, da die Strasse enorm schlecht ist (wir nehmen ab Henties Bay die C35, am Anfang ist sie ist nur provisorisch, da sie nebenan zur Teerstrasse ausgebaut wird). Nach diesem Abschnitt nähern wir uns dem Brandberg. Wir fahren jedoch nur daran vorbei und direkt weiter bis nach Khorixas. Auf dieser Strecke sehen wir immer wieder Figuren am Strassenrand und ab und zu Einheimische, die uns winken, dass wir diese Puppen bei ihnen kaufen sollen. Die Puppen kommen uns irgendwie sehr skurril vor, und da wir keine Zeit verlieren wollen, fahren wir jeweils immer weiter.

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Angekommen im Damaraland begegnen wir immer wieder Warnschildern, auf denen Elefanten abgebildet sind. Gespannt schauen wir immer wieder ins Gebüsch, können jedoch leider keine Tiere entdecken. Plötzlich sehen wir eine riesige Regenfront auf uns zukommen. Wir müssen direkt da durch, mitten durch den Platzregen und die mit Wasser gefüllten Schlaglöcher. Nach einer etwas wilden Fahrt und einem Tankstopp in Khorixas schaffen wir es aber dann doch zu unserer nächsten Unterkunft: Ugab Terrace Lodge.

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Sie liegt auf einem Hügel, an einem seehr steilen Hang, den wir mit dem Auto hochfahren müssen. Abenteuerlich! Doch die Aussicht dort oben ist wirklich unglaublich schön. Wir sehen auf die ganze Weite des Damaraland. Bei der Reception werden wir mit einem Welcomedrink und mit dem Kommentar ‘I think you booked the whole lodge for yourself’ begrüsst. Wir sind hier also wirklich gerade die einzigen Gäste! Der Typ, der uns den ganzen Abend bedient, ist einer der nettesten, die wir bis jetzt angetroffen haben. Immer mit Smile und sehr zuvorkommend.

Wir erholen uns kurz am Pool und bestellen dann später im Restaurant eine Flasche Wein, während wir ein Spiel spielen. Danach essen wir. Und wie! Zur Vorspeise Frühlingsrollen, dann folgt ein Oryx-Steak mit Pommes, Bohnen und griechischem Salat, zum Dessert gibt es Caramel-Creme. Das war mitunter das beste Fleisch, das wir bisher bekommen haben! Zufrieden gehen wir schlafen.

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zuletzt bearbeitet 31. Dez. 2023
807 Beiträge · seit 201831. Dez. 2023 · #15
Liebe Noeyms!

Danke für euren doch "erfrischend anderen" Bericht!
Mir, als "Landschaftsmenschen", gefallen eure Bilder sehr gut.....insbesondere die Bilder 211, 299 und 336!

Man kann die beste Kamera, ja, sogar die beste Bearbeitungstechnik haben.....entscheidend ist, am Ende des Tages, ein "Auge für's Wesentliche" zu haben.....und das habt ihr allerdings.....

Weiter so und ich freue mich auf die Fortsetzung(en).....

Liebe Grüße,
busko
Der Übergang vom Affen zum Menschen sind wir! - Konrad Lorenz
725 Beiträge · seit 201731. Dez. 2023 · #16
Wenn ich das lese, das ihr mit Eurem Europwagen nun auch den zweiten Platten hattet, musste ich grinsen - sorry.
Wir hatten ja auch einen Wagen über EuropCar und 2 Platten, da wir ebenfalls sehr schlechte Reifen hatten.
Muss wohl am Vermieter liegen. 😗
Gruß Gabriele (Reisebericht 1. Namibia Reise 2022 / Süden) http://www.stenders-reisen.de/Namibia%202022/Namibia_2022.html
Themenstarter42 Beiträge · seit 202204. Jan. 2024 · #17
Zuerst einmal wünsche ich allen ein wunderbares neues Jahr, mit hoffentlich vielen tollen Reiseerlebnissen!

@busko, @Sue.ch: Vielen lieben Dank! Es freut uns, dass der Bericht gut ankommt, obwohl wir hier Newbies sind 😁

@Schneewie: Ja, im Nachhinein hatte ich im Forum gelesen, dass das bei gewissen Vermietern öfters vorkommen kann 🤪 Naja - zum Glück wurde alles rechtzeitig entdeckt und ansonsten waren wir mit Europcar zufrieden 🙂
Themenstarter42 Beiträge · seit 202204. Jan. 2024 · #18
Teil 9 - Etosha I

Kleine Vorwarnung - dieser Teil ist zum absoluten Tier-Foto-Spambeitrag geworden 😄 🤪

Dienstag, 08.02.2022
Am Morgen wachen wir früh auf, von unserem Bett aus sehen wir auf die wunderschöne Landschaft und können sogar direkt den Sonnenaufgang beobachten.

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Später gehen wir zum Frühstück, machen noch ein paar Fotos von der Landschaft und fahren dann ab. Heute geht es in den Etosha! Darauf haben wir uns schon die ganze Reise gefreut. Unterwegs machen wir noch einen Halt in einer Bäckerei in Outjo und kaufen uns für später ein Dessert. Noch am Vormittag kommen wir in der Toshari-Lodge an. Wir entspannen noch ein wenig am Pool, am Nachmittag fahren wir dann endlich los in Richtung Etosha-Gate.

Beim Gate müssen wir zwei Kontrollen durchlaufen, danach bezahlen wir noch die Eintrittsgebühren und dann kanns losgehen. Wir fahren etwas planlos herum, da wir die Etosha-Karte im Zimmer vergessen haben. Wir sehen viele Zebras, tausende Springböcke und ein Dutzend Giraffen.

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Gegen Abend kehren wir wieder um, wir haben die Hoffnung, heute noch einen Elefanten zu sehen. Von ganz weit weg sehen wir durch den Feldstecher ein Nashorn und zwei Elefanten. Ziel erreicht! Die Tiere sind aber so weit weg von uns, dass wir sie mit der Kamera kaum festhalten können. Vielleicht haben wir morgen mehr Glück 🙂 So fahren wir zurück, essen Dinner (Tomatensuppe, Elandsteak/Chickenschnitzel Kartoffelstock und Bohnen, Pfefferminzcreme) und gehen dann schlafen.

Mittwoch, 09.02.2022
Um 6:30 Uhr statt wie geplant um 6 (das Personal fand das zu früh, obwohl sie sagten das Frühstück sei von 6-9) essen wir Frühstück. Danach geht es direkt in Richtung Etosha. Wenige hundert Meter nach der Eingangskontrolle sehen wir einfach so eine Löwenfamilie, noch bevor wir überhaupt richtig im Park angekommen sind. Sie sind jedoch wieder etwas zu weit weg, um sie gut auf der Kamera festzuhalten. Wir fahren weiter, heute wollen wir unbedingt noch mehr Löwen finden!

Wir fahren zum Wasserloch Okondeka, da soll es laut Etosha-Webseite viele Löwen geben. Unterwegs halten wir an, denn rechts von uns, mit knapp zwei Metern Abstand zur Strasse, liegen plötzlich zwei grosse Hyänen unter einem Busch. Wir erschrecken uns fast ein wenig, sie schaut uns Zähne fletschend an. Vorsichtig fahren wir an ihnen vorbei und sehen, dass sie gerade etwas (auf dem Foto sieht es aus wie ein Zebra) gegessen hat, davon sind nur noch die Knochen übrig, ihr Mund blutverschmiert. Ein schauriger Anblick! Die beiden sind so vollgefressen, dass sie sich keinen Millimeter mehr bewegen. Gleich nebenan liegt noch ein Schakal, der sich wahrscheinlich an die Reste schleichen möchte.

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Danach fahren wir weiter zum besagten Wasserloch - dort herrscht allerdings gähnende Löwenleere. Dafür sehen wir unterwegs eine Menge anderer Tiere!

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Wir fahren weiter und machen eine Schleife, wobei wir die ganze Zeit Knochen herumliegen sehen. Jede Sekunde könnten wir einen Löwen sehen! Doch wir sehen keinen. Nach etwa 2.5h Fahrt kehren wir zum Ausganspunkt zurück und entscheiden uns für einen anderen Weg. Etwa 5 Minuten später sehen wir durchs Gebüsch direkt neben uns ein Nashorn, das einfach so daliegt und die Lage beobachtet. Wir machen Fotos und fahren weiter, unser nächstes Ziel ist das Olifantbad.

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Hier soll es Elefanten geben. Unterwegs sehen wir wie immer hunderte Springböcke, viele Zebras und Gnus. Auch beim Olifantbad entdecken wir weder Elefanten noch Löwen, dafür entdecken wir aber eine Herde Schwarznasen-Impalas. Die sollen sehr selten sein und wir können einige tolle Fotos machen.

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Nun ist die Luft nach 5 Stunden im Park definitiv draussen und wir fahren in Richtung Ausgang, um uns in der Lodge etwas zu erholen. Unterwegs sehen wir noch ein paar Kudus.

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In der Lodge bleiben wir ca. zwei Stunden, danach machen wir uns wieder auf den Weg in den Park. Wir fahren nochmals dieselbe Strecke wie am Morgen, in der Hoffnung, nun auf Löwen zu stossen. Fehlanzeige - nichts ausser Springböcken, Zebras, Gnus und anderen Tieren. Ausserdem sehen wir wieder in der Ferne ein Nashorn.

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Es sind schon wieder fast drei Stunden vergangen, da entscheiden wir uns, langsam zurück zu fahren. Es ist schon bald 19 Uhr, und um 19:45 schliesst das Tor des Parks, langsam müssen wir uns beeilen. Doch unterwegs sehen wir ganz nahe zwei Nashörner, eine Mutter mit ihrem Jungen. Sie überqueren direkt vor uns die Strasse. Wie cool!

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Wir fahren weiter und sehen gleich noch zwei weitere Nashörner, noch näher und wieder mit Jungem. Vor uns in Richtung Lodge blitzt es immer mehr und eine riesige Regenwand ist zu sehen. Nachdem wir genug Fotos von den Nashörnern gemacht haben, fahren wir zum Gate. Gerade noch zehn Minuten, bevor es schliesst, haben wir es rausgeschafft. Nun fahren wir noch zur nächsten Tankstelle und um uns färbt sich der Himmel dunkelrot-pink, dazu die schwarze Gewitterfront vor uns mit den Blitzen. Ein wahres Farben-Spektakel! Wir müssen direkt durch die Regenzelle durchfahren und bei unserer Lodge regnet es wie aus Kübeln.

Beim Nachtessen (es gibt Kürbissuppe, Oryx mit Reis und Gemüse und Orangen-Pudding) donnert und blitzt es wie verrückt, mit der Zeit müssen wir sogar von der Terrasse nach drinnen umziehen, da das Vordach nicht mehr dicht ist. Einer der Angestellten kommt rüber und fragt uns, woher wir sind, ob wir aus Europa sind. Wir bejahen, er meint mit einem Lachen, dass wir uns Regen ja gewohnt seien, dass sie sich hier aber extrem darüber freuen und wünscht uns einen guten Abend. Ich finde, es gibt nichts Schöneres als im Trockenen zu sitzen und einem Sommergewitter zuzuhören – der Regen freut uns 🙂
zuletzt bearbeitet 04. Jan. 2024
Themenstarter42 Beiträge · seit 202205. Jan. 2024 · #19
Teil 10 – Etosha II

Donnerstag, 10.02.2022
Heute gehen wir erst um 8 Uhr zum Frühstück. Wir scheinen heute die letzten zu sein. Das Gewitter dauerte die ganze Nacht über, doch am Morgen sieht man schon praktisch nichts mehr davon, ausser dass das Personal die herumgewirbelten Blätter von den Wegen wegwischt. Nach dem Frühstück geht's mit allem Gepäck weiter in den Etosha. Wir fahren direkt in Richtung Nord-Osten des Parks, unterwegs sehen wir immer wieder Springböcke, Zebras, Giraffen und Gnus.

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Nachdem wir etwa eineinhalb Stunden unterwegs waren, sehen wir vor uns gleich mehrere Autos am Wegrand stehen - verdächtig! Wir fahren hin und siehe da, gleich neben dem Weg posieren 9 Löwinnen! Die meisten von ihnen schauen in Richtung Zebraherde, die etwa 100m weiter vorne friedlich Gras frisst. Wir sehen ihnen etwa 45min zu, danach fahren wir weiter. Was für ein Glück!

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Nun fahren wir zu unserer nächsten Lodge, die Mokuti Lodge. Diese befindet sich im Gegensatz zur Toshari-Lodge direkt bei einem Gate, welches bei uns übrigens viel weniger streng kontrolliert wurde. Wir werden in der Lodge mit einem Saft begrüsst, danach fährt uns jemand mit einem Golf-Karren die 50m zum Zimmer. Was für ein (unnötiger) Service 🙂 Wir merken, hier sind wir in einer etwas höher klassierten Lodge. Auch das Zimmer ist sehr chic eingerichtet, es hat sogar eine Dusche mit Glastüre, sodass für einmal nicht das halbe Badezimmer überflutet wird.

Direkt in der Lodge hat es einen Snake-Park, wir sind gespannt und gehen diesen besuchen. Es hat ein paar Hütten, worin sich giftige Schlangen verstecken. Nach etwa einer halben Stunde haben wir's gesehen und wir machen uns auf den Weg zu einer weiteren Safari-Fahrt in den Etosha. Elefanten fehlen uns immer noch in der Sichtungsliste! Diese sind momentan fast nicht aufzufinden, ich habe aber gelesen, dass sie sich eher im Nordosten aufhalten sollen. Da wir uns gerade im Osten des Parks befinden, entschliessen wir uns dazu, einfach mal in Richtung Norden zu fahren.

Nach einer Stunde kommen wir an einem Ort an, der voll mit Elefanten-Haufen ist. Hier könnte es also klappen! Doch vor und hinter uns bahnen sich zwei Gewitter an. Wir entschliessen uns, trotzdem noch weiter in Richtung Norden zu fahren. Irgendwann drehen wir aber um, da das Gewitter nun langsam wirklich gefährlich schwarz aussieht. Wir kommen beim Zurückfahren sogar noch in den Regen und müssen durch sehr viele Pfützen fahren - leicht gestresst kommen wir nach einer Stunde Fahrt zurück auf der Hauptstrasse an. Das hat sich gerade angefühlt wie ein Abenteuer!

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Wir entschliessen uns, als letztes noch zu einem Wasserloch zu fahren, wo anscheinend kürzlich Löwen gesichtet wurden. Doch dort ist wieder mal nichts zu finden. Als wir zurückfahren, sehen wir ein Auto am Strassenrand stehen. Das ist meistens ein Zeichen dafür, dass der andere Fahrer etwas gesehen hat. Wir stehen hinter ihm und schauen ratlos in die Ferne, was sieht er da bloss? Doch dann sehen wir ihn: einen Löwen, der in Richtung Gebüsch marschiert. Wir beobachten ihn, er kommt leider nicht näher und verschwindet irgendwann in den Büschen. Da das Tor des Parks bald schliesst, entschliessen wir uns, in die Lodge zu fahren und morgen früh nochmals nach dem Löwen zu suchen. Heute war ein richtiger Löwen-Tag!

Hier das Löwen-Suchbild:

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In der Lodge machen wir uns frisch fürs Abendessen, es gibt Blumenkohlsuppe, Beef-Steak mit Gemüse und Kartoffeln, und zum Dessert einen Fruchtsalat mit Eis bzw. für Lukas ein Erdbeertörtchen mit pochierter Birne. Wir bezahlen hier locker das doppelte fürs Essen, als wir es von den anderen Unterkünften gewohnt sind - doch es war wirklich lecker.

Freitag, 11.02.2022
Am nächsten Morgen fahren wir zum letzten Mal in den Etosha-Park. Ein paar Kilometer nach dem Gate sehen wir auf der Strasse frische Elefanten-Haufen; vielleicht wird heute der Tag, an dem wir doch noch Elefanten sehen! Da die Elefanten gerade nicht in der Nähe aufzufinden sind, fahren wir erstmal los, um den Löwen von gestern zu suchen. Wir fahren zum Löwen-Wasserloch und sehen wieder: nichts. Bereits ein wenig demotiviert fahren wir wieder zurück, doch da sehen wir plötzlich verdächtig hellbraune Tiere im Gras liegen: Siehe da, es sind zwei Löwen und eine Löwin! Wir beobachten die drei ein wenig, sie scheinen sich aber heute nicht mehr bewegen zu wollen und sind doch ein Stück weg von unserem Auto, sodass wir nur schlechte Bilder bekommen. Also fahren wir weiter, um die Elefanten zu suchen.

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Nach 45min herumfahren geben wir auf und fahren als letztes nochmals zur Stelle, wo wir vorhin die Löwen gesehen haben. Sie scheinen verschwunden zu sein, doch plötzlich sehen wir rechts etwa 10m neben uns alle drei Löwen herumschreiten. Wir können es kaum fassen, sie sind so nahe! Wir fahren neben ihnen her und können wunderprächtige Bilder schiessen.

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zuletzt bearbeitet 05. Jan. 2024
Themenstarter42 Beiträge · seit 202206. Jan. 2024 · #20
Teil 11 – Über Waterberg nach Windhoek

Gegen Mittag müssen wir langsam den Etosha verlassen, denn zur nächsten Lodge geht es wieder ca. 4 Stunden in Richtung Waterberg. Als wir ankommen, müssen wir erst mal eine Gebühr bezahlen, da die Lodge in einem Nationalpark ist, für den man auch Eintritt bezahlen muss. Wir fahren hoch zu unserem Häuschen, von aussen wirkt es super, von innen ist sein Zustand ein wenig heruntergekommen. Kein Tisch, keine Stühle, sehr altes Bad.

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Als wir bei der Reception wegen Wifi fragen, teilt man uns mit, dass dies «unfortunately» nicht verfügbar sei. Das ist suboptimal - denn wir wollten eigentlich nochmals einige Dinge wegen unserem Flug nach Kapstadt und dem PCR-Test nachschauen... Wir entschliessen uns, erstmal zum Pool zu gehen - doch dieser ist umzingelt von Baboons, die überhaupt nicht nett aussehen und vor denen wir an der Reception gewarnt wurden. Ausserdem ist es mehr ein Tümpel als ein Pool, und so gehen wir in der Hitze wieder zurück zum Häuschen.

Nachdem wir uns im Appartment ein wenig abgekühlt haben (es hat immerhin eine Klimaanlage) machen wir uns eine Stunde später bereit, um einen der Mountain-Trails zum Waterberg hochzuwandern. Von dort oben soll man eine schöne Aussicht über die Umgebung haben. Wir fragen an der Reception, welchen Weg wir am besten wählen sollen, da es mehrere gibt und wir mit der Auswahl etwas überfordert sind. Es sei momentan «unfortunately» nur einer der Wege offen. Dieser Weg sieht so aus, als ob seit Jahren nie mehr jemand da hochgegangen ist. Alles ist mit dichten Büschen versperrt, er ist sehr schlecht gekennzeichnet und man muss oft hohe Felsbrocken hochklettern.

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Na, wer erkennt da einen "Weg"?
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Plötzlich streift Lukas eine Pflanze und hat einen Augenblick später eine riesige Rötung am Arm… Wir haben bis heute nicht herausgefunden, was das wohl für eine Pflanze war. Nach 45min kommen wir schlussendlich völlig verschwitzt oben an. Die Aussicht ist schön, doch dieser Aufstieg war wirklich anstrengend. Das liegt bestimmt auch daran, dass wir nun seit zwei Wochen praktisch nur im Auto gesessen sind und uns der Sport bzw. die Ausdauer ein wenig fehlt…

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Da ein Gewitter aufzieht, machen wir uns nach einem kurzen Augenblick wieder auf den Rückweg. Die Beschilderung ist auf dem Rückweg noch schlechter zu erkennen. Nach kurzer Zeit verlaufen wir uns in diesem Urwald und wissen nicht mehr, woher wir kamen und wo der Weg durchging. Irgendwie schaffen wir es dann doch noch auf den Weg zurück, hinter uns ständiges Donnern.

Verschwitzt kommen wir wieder in unserem Häuschen an, duschen und gehen dann runter zum Restaurant. Es sieht sehr verlassen aus, das Licht schalten sie erst ein, als wir zur Tür reinkommen. Von der Speisekarte sind nur etwa fünf Gerichte verfügbar, der Rest ist «unfortunately» nicht verfügbar. Wir erwarten nicht viel vom Essen und bestellen einfach das Günstigste - es ist okay aber wirklich nicht das Beste, was wir in Namibia gegessen haben. Wie ihr bestimmt gemerkt habt, war «unfortunately» hier anscheinend das Motto 🤪 Nach dem Nachtessen gehen wir zurück in unser Häuschen und schlafen sehr früh ein.

Samstag, 11.02.2022
In der Nacht reisst uns plötzlich ein heftiges Gewitter aus dem Schlaf. Als ob das nicht schon genug wäre, beginnt das Licht zu flackern und die Klimaanlage piept wie wild herum – es ist richtig unheimlich! Zusätzlich macht irgendein Tier draussen derart Lärm, dass wir kaum mehr schlafen können. Um 6 stehen wir dann auf, auf der Zimmerkarte der Lodge steht, dass es ab 6:30 Uhr Frühstück gibt.

Inzwischen hat unsere Hütte gar keinen Strom mehr und es regnet immer noch wie aus Kübeln... Wir fragen uns, ob wir wohl bis nach Windhoek kommen oder ob die Strassen zur Rutschpartie werden – schliesslich müssen wir uns etwas beeilen, da wir in Windhoek noch den PCR-Test machen müssen, um morgen nach Südafrika weiter reisen zu können.

Wir gehen zum Restaurant, um Punkt 6:30 Uhr stehen wir da, doch da ist weder Licht, noch jemand zu sehen. Nur eine Kerze brennt im Innern – sie haben wohl auch mit dem Stromausfall zu kämpfen. Wir klopfen und leuchten mit unseren Taschenlampen herum, zehn Minuten später kommt jemand und sagt nur ‘ihr seid aber früh dran’. Bei Taschenlampenlicht sitzen wir im Restaurant und warten dann darauf, dass das Frühstück bereitgestellt wird. Das highlight (wohl das Einzige an diesem Ort) ist, dass sie Pancakes für uns backen.

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Beim Essen kommt jemand und fragt uns, wohin wir fahren müssen – nach Windhoek sei die Strasse «unfortunately» voll mit Wasser und sehr rutschig, was wir denn für ein Auto hätten. Mit 4x4 sollte es klappen, meint er. Wir schlucken einmal leer und machen uns dann auf zur 17km Sand-Schotterpiste. Sie ist wirklich äusserst glatt und voll von mit Wasser gefüllten Schlaglöchern. Ausserdem müssen wir einige Male wegen ein paar Tieren abbremsen, doch schlussendlich schaffen wir die Fahrt und dann geht es 2.5 Stunden nur noch über Teerstrassen in Richtung Windhoek.

Um 10 Uhr kommen wir beim Testcenter an und können unkompliziert den PCR-Test machen. Danach gehen wir ins Hotel, packen unsere Koffer um und gehen in der Stadt noch etwas kleines Essen. Im Craft-Centre bekommen wir sehr guten Apple-Crumble und Cinnamon-Rolls. Wir sind völlig geschafft von den abenteuerlichen vergangenen 24 Stunden – im Nachhinein können wir jedoch darüber lachen und nennen den Ort bis heute «unfortunately». An dieser Stelle sei jedoch gesagt, dass wir wohl einfach Pech hatten (Gewitter, Stromausfall, Pflanze, Weg-Verirrung, Wifi) und der Ort sicher auch viel Schönes zu bieten hätte 😄

Später gehts zurück ins Hotel, Lukas bekommt sein Testresultat schon um 14:50 Uhr zurück - negativ! Nun fehlt nur noch meiner, und mit jeder Minute werde ich ungeduldiger. Zurück im Hotel liegen wir etwas herum, um 18:30 fahren wir dann los zu Joe’s Beerhouse. Das war der Ort, an dem wir am ersten Abend in Windhoek schon gegessen hatten - wir fanden es irgendwie cool, zum Abschluss nochmals am selben Ort zu essen. Da sind wir also, 2 Wochen später, so viel von diesem unglaublich schönen Land gesehen, insgesamt 5000 Kilometer von einem Ort zum nächsten geroadtrippt, viel gutes Essen, viele Tiersichtungen, zwei Platten, tolle Lodges - was für eine superschöne Erfahrung! Nun freuen wir uns aber auch noch auf ein paar entspannte Tage in Südafrika.

Zurück im Hotel ist mein Testergebnis immer noch nicht gekommen, wir wollen eigentlich dort anrufen und nachfragen aber die Reception hat schon geschlossen. Also schreibe ich eine SMS an unseren Reiseveranstalter, ob dieser irgendwie nachfragen könnte. Unterdessen schauen wir zusammen noch etwas TV und siehe da, etwa eine Stunde nach meiner SMS kommt auch endlich mein Testergebnis an. Darauf stossen wir mit einer Flasche Wein an.
zuletzt bearbeitet 06. Jan. 2024