Picknick & Wandern in der Wildnis...?

8 Antworten · 2'110 Aufrufe · gestartet 23. Okt. 2023 von Rubu
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Themenstarter211 Beiträge · seit 202123. Okt. 2023 · #1
Auf unserer ersten Namibia-Reise 2022 haben wir kleine Wanderungen unternommen. Wir hatten den Eindruck das in Namibia das meiste Land, mit den dazugehörigen Lodges, eingezäunt ist(meist mehrere tausend ha gross). Vor unseren jeweiligen Wanderungen informierten wir uns an der Reception der jeweiligen Lodge über Länge & Beschaffenheit der geplanten Wanderung. Bei Fragen betr. Risiken/Wildtieren wurde u.a. auch erwähnt, dass auf dem jeweiligen Gebiet keine Löwen leben, was sonst zu gefährlich wäre....
Im Etosha wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass man das Auto nicht verlassen dürfe (ausser Lodgebereiche/Toiletten) und Autoscheiben stets geschlossen sein müssen.....

Nun geht unsere zweite Reise im Frühjahr 2024 auch in den Caprivi & nach Botswana. Immer wieder staune ich über die tollen Fotos & Sichtungen von Löwen und Elefantenherden in den entsprechenden Reiseberichten ....und bin dann ganz erstaunt 😮 , wenn kurz darauf, an einen schönen Plätzchen oder an einem Fluss einfach so gepicknickt wird....

Checkt Ihr da vorgängig die Umgebung einfach mal mit einem Fernglas...oder gibt's da jeweils auch gesicherte Orte mit Zaun, so wie im Etosha? ...oder bin ich einfach ein Schisser.. 🙂 ?

Möglich, dass ich mir Spott einhandle... 🙂 ...danke schon jetzt für Eure Nachsicht
Grüsse
Rubu
"Das Leben ist zu kurz für IRGENDWANN"
6'369 Beiträge · seit 201124. Okt. 2023 · #2
Hoi Rubu

Keine Ahnung wie es in Namibia gehandhabt wird, in Ostafrika haben wir beim freiwilligen aussteigen darauf geachtet dass keine Büsche, hohe Gräser, Gräben oder sonstige Versteckmöglichkeiten in der Nähe waren und dann sind wir auch mal raus. Aber selten.
Am Ngorongoro sind wir einige hundert Meter nach einem Löwenpaar nahe der Piste ausgestiegen und haben uns auf die Wanderung zum Lake Natron gemacht, wie es die Massai dort auch zu Fuss machen.
Bisher wurde ich (noch) nicht gefressen... 😗 😉 😎
Unfreiwillig (Reifenwechsel usw) gabs schon mehrmals in relativer Nähe zu Löwenrudeln, da wurden dann Wachen aufgestellt und die Türen des Autos weit offen gelassen, so dass alle sehr schnell im Auto sein konnten.
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
1'059 Beiträge · seit 200624. Okt. 2023 · #3
Hallo Rubu

Da ich nicht ganz sicher bin, habe ich mich mit einer Antwort noch etwas geziemt, aber; in Nationalparks ist das Aussteigen sowohl in Namibia als auch Botswana untersagt. In Schutzgebieten (Game Reserves u.ä.) ist das meine ich weniger explizit, aber auch dort gibt es oft Picknicksites oder so genannte Stretch Points.

Als Selbstfahrer würde ich auch nur dann, wenn es wirklich nötig ist, aussteigen, irgendwo einfach picknicken u.ä. eher nicht. Aber das kommt schon sehr drauf an, was/wo es erlaubt ist, wie die Umgebung sich präsentiert, etc. Und wenn, dann ganz sicher nur in der Umgebung des Autos, das möglichst ohne Hindernisse schnell erreichbar ist. Andererseits pausieren wir zwischen den Gamedrives ja auch in den nicht umzäunten Campsites in den Schutzgebieten von Botswana, aber auch dort spaziere ich natürlich nicht einfach in der Gegend rum.

Das braucht viel Umsicht, den viel zitierten gesunden Menschenverstand (ist halt so) und auch etwas Erfahrung. Es kam auch schon vor, dass wir in der Mabuasehube-Region (Kgalagadi Transfrontier Park) tagsüber auf der Campsite waren mit zwei Löwenmännchen etwa 150 - 200 m entfernt im Schatten unter einem Baum schlafend. Da weisst du, dass die sich den ganzen Tag nicht gross bewegen werden, aber du bist trotzdem wachsam und hast immer wieder ein Auge drauf. Aber man bewegt sich halt trotzdem zwischen Auto, Zelt, Schattendach, Hängematte und WC.

Die Reiseberichte, in denen frischfröhlich drauflos gepicknickt wird, denke ich, täuschen auch etwas. Das sind ja oft von Guides begleitete Reisen oder dann machen die Leute tatsächlich auf den Stretchpoints oder Picknickplätzen ihre Pause. Aber eben auch da; immer mit einem wachen Auge. Im KTP zum Beispiel gibt es auch ausgewiesene Picknickplätze und wir sind mal an der Abzweigung zu einem solchen angerollt, als wir auf der gegenüberliegenden Seite der Piste in einer Senke ein ruhendes Löwenrudel erspäht haben. Wir haben gehalten und ein wenig geguckt, als eine Familie beim Picknicktisch völlig arglos einfach ausgestiegen ist. Wir haben dann zugerufen und sie auf die Löwen keine 50 m entfernt von ihnen aufmerksam gemacht - die sind dann ziemlich schnell wieder ins Auto gehüpft. 😄

Will heissen: ich glaube, die wenigsten latschen da einfach in der Gegend rum, sondern sind schon um- und vorsichtig genug.

Und ja: wenn, dann checke ich vorher in jedem Fall ausgiebig die Gegend mit und ohne Fernglas.

Liebe Grüsse
Sam
Reiseberichte: #safaribrothers on Tour Vol. IX- safaribrothers.ch Blog «In Gedenken - Kurzer Kgalagadi-Trip 2024» #safaribrothers on Tour Vol. VIII - safaribrothers.ch Blog «Du hast es so gewollt - 8 Wochen Campingsafari in Namibia und Botswana 2021/2022» #safaribrothers on Tour Vol. VII - «Kalahari» #safaribrothers on Tour Vol. VI - «Wo Problem?»
33,1k Beiträge · seit 200624. Okt. 2023 · #4
in Nationalparks ist das Aussteigen sowohl in Namibia
eine solche Pauschalregelung gibt es nicht. Es gilt das, was auf dem Permit für das jeweilige staatliche Schutzgebiet steht (in Etosha ist Aussteigen z. B. nicht erlaubt, im NNP, Daan-Viljoen usw. aber sehr wohl).

Viele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
zuletzt bearbeitet 24. Okt. 2023
Themenstarter211 Beiträge · seit 202124. Okt. 2023 · #5
Puahhh...vielen Dank für die ausführlichen Antworten und Tipps,...super!
Jetzt bin ich etwas erleichtert,...dachte schon, dass ich mir da wohl zu viele Gedanken mache und ich ganz einfach ein "Schisshase" sei...(sagt man so in der Schweiz.. 🙂 )


@ Picco: Danke für Deine Infos...und für den Tipp mit den Türen....
"Bei Problemen geht immer wieder ein neues Türchen auf" 🙂 sagt man....in so einem Fall gut, wenn sie schon offen sind! 😄

@Kalachee: Sam, auch Dir vielen Dank für Deine Ausführungen und Verhaltenstipps!
Deine Vermutung, das die "Reiseberichte manchmal etwas täuschen könnten, weil erfahrene Guides dabei sind" ist einleuchtend...an sowas habe ich gar nicht gedacht!
Und 50Meter vom Löwenrudel zu Picknicken ist wohl eine Erfahrung der ganz speziellen Art.... 🙂 ...und sicherlich ein Erlebnis, von dem in dieser Familie noch heute gesprochen wird....

@travelNamibia: Hi Christian, danke für den Hinweis.
Wie Picco und Sam auch schon geschrieben haben, ist wohl gesunder Menschenverstand und etwas Vorsicht angesagt..... habe schon angefangen an meinem zu zweifeln.. 🙂 ..darum habe ich ja auch diesen Thread eröffnet.

Besten Dank nochmal,
Grüsse
Rubu
"Das Leben ist zu kurz für IRGENDWANN"
806 Beiträge · seit 201725. Okt. 2023 · #6
Hallo Rubu,

Wir sind in den Caprivi Parks nur begleitet ausgestiegen und hätten es ohne Guides wahrscheinlich nicht gewagt. Es gab aber auch ausgewiesene Picknickplätze.

Auf den Lodges - vor allem im Erongo- wander ich zumeist bei Sonnenaufgang. Die Gastgeber meinten, es sei sicher, auch wenn es dort unter anderem Leos gab. Ich hab mal drauf vertraut und ich werde mich nächstes Jahr wieder - wohl allein- auf ausgewählten Lodges auf Wanderschaft begeben. Die Morgenstimmung ist einfach faszinierend.

Im Etosha war ich mir tatsächlich unsicher,ob man an der Pan aussteigen darf. Wir hatten dort damals jemanden gesehen. Ein offizielles Schild hatte ich nicht entdeckt, auch wenn das Gebiet natürlich gut einsehbar war. Bei der Parkeinfahrt steht ja, dass man nicht aussteigen darf.

Viel Spass und ich würde mich über einen kleinen Reisebericht als Einstimmung auf den Caprivi freuen.
LG Superfanti
Mein Ersttäter- Reisebericht Namibia 2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/297472-5711-km-namibia-abenteuer-grosse-ersttaeter-runde.html Seychellen: Inselhopping: https://namibia-forum.ch/forum/weiterelaender/299153-seychellen-inselhopping-im-tropischen-paradies.html Kurzbericht Namibia 2021 mit Fotobuch: https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/301218-fotobuch-und-kurzbericht-namibia-herbst-21.html Reisebericht Namibia 2021: https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/301521-5-056-km-zweittaeter-im-caprivi-herbst-2021.html?start=0 SÜDAFRIKA 2022 -Fotobuch und kleiner Reisebericht https://www.cewe-community.com/global/example/suedafrika-2022-68145 Costa Rica 2023 https://www.namibia-forum.ch/forum/weiterelaender/303311-2-349-km-durch-costa-ricas-regenwaelder-und-vulkane.html Costa Rica Fotobuch www.cewe-myphotos.co...40289853b4efd18f584d Ein kleiner Auszug bereister Reiseziele: Liparische Inseln - Madeira - Azoren - Schottland - Island - Neuseeland -Australien- Singapur - Namibia -Gambia - La Réunion- Mauritius - Seychellen -Südafrika- Costa Rica uvm.
1'059 Beiträge · seit 200625. Okt. 2023 · #7
travelNAMIBIA schrieb:
in Nationalparks ist das Aussteigen sowohl in Namibia
eine solche Pauschalregelung gibt es nicht. Es gilt das, was auf dem Permit für das jeweilige staatliche Schutzgebiet steht (in Etosha ist Aussteigen z. B. nicht erlaubt, im NNP, Daan-Viljoen usw. aber sehr wohl).
Vielen Dank für die Präzisierung, Christian! Genau deswegen habe ich geschrieben, das ich nicht sicher bin und bin irgendwie sowieso automatisch von Schutzgebieten à la Etosha und Chobe NP etc. ausgegangen, an NNP u.ä. habe ich in diesem Moment gar nicht gedacht. Aber es ist natürlich absolut richtig und entscheidend, dass man sich an die jeweiligen Regeln hält, die man mit dem Eintritt akzeptiert.

Liebe Grüsse
Sam
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1'127 Beiträge · seit 202225. Okt. 2023 · #8
."... Will heissen: ich glaube, die wenigsten latschen da einfach in der Gegend rum, sondern sind schon um- und vorsichtig genug. Und ja: wenn, dann checke ich vorher in jedem Fall ausgiebig die Gegend mit und ohne Fernglas... "(kalachee)

Ja, das kann schon helfen und man fühlt sich jedenfalls besser. Aber es sind immer nur Momentaufnahmen und Situationen können sich auch rascher ändern als man sie im Auge behalten kann. Wenn man beim Kampieren ohne Zaun entspannt unter dem Schattenbaum sitzend die Aussicht genießt oder liest oder döst, wird man auch nicht ständig rundherum sichern usw.
….und dann kann es, selten aber doch, passieren, dass man unverhofft zum Hauptdarsteller oder Statisten zukünftiger Lagerfeuergeschichte wird, wie z. B.
“Ze Lion, Ze German and the heavily buttered sandwich”
https://www.4x4community.co.za/forum/showthread.php/180081-Ze-Lion-Ze-German-and-the-heavily-buttered-sandwich?s=f8b99f07d65bc52b41d71847d3733caa
meine Lieblingsgeschichte zum Thema 😄 😄 .
Es ist eben Illusion, jedenfalls für Gelegenheitsbesucher, dass man „Alles“ im Blick und unter Kontrolle hat. Trotzdem passiert in den Parks mit freiem Kampieren und erlaubtem Aussteigen (wo auch unerlaubt ausgestiegen wird) praktisch nix. Viel wichtiger als gefährliche Tiere selber zu sehen, ist dass diese UNS wahrnehmen und sehen, soweit sie (noch) nicht sehr an Menschen gewöhnt sind, denn das ist dann eine andere Kategorie.
Grüße
Genieße die Reise, Rubu! Ich habe vor Jahren deutsche Touristen am Moremi North Gate Platz entlang der Flutebene joggend erlebt, aber nachdem du hier vorsorglich gefragt hast, gehörst du eh nicht in diese Kategorie. Ansonsten ist alles halb so wild und du wirst eher nicht in eine Situation wie in obiger Geschichte kommen. Aber, für den Fall der Fälle, wenn doch, immer ein paar Unterhosen extra einpacken!!! 😎
Und wer auch an solchen Plätzen wandern möchte, muss das eben professionell geführt machen
zuletzt bearbeitet 25. Okt. 2023
Themenstarter211 Beiträge · seit 202126. Okt. 2023 · #9
@ Superfanti: Danke für Deinen Beitrag. Ja, genau so machten wir es auch, wanderten in der Kalahari, bei Kappsvalley und im Erongo, natürlich immer mit vorheriger Absprache des Gastgebers....Bei Kappsvalley meinte der Gastgeber, dass zwar ein Leopard in der Nähe sei, aber der vermutlich mehr Angst vor mir hätte als ich vor ihm....Was dann tatsächlich nicht so war.. 🙂 ...:bin damals an einem Haufen Knochen vorbeigekommen und diese Kulisse wurde unterstützt von irgendwelchem Gebrüll in der näheren Umgebung... 😐 ...und da hätte ich, (wie Tacticus so treffend bemerkt:) wirklich ein weiteres paar Unterhosen gebraucht.. 🙂 ..bin dann mit olympiareiffer Geschwindigkeit zurück zur Lodge "gewandert"....
In Namibia wussten die Lodgebesitzer immer, was auf ihrem eingezäuntem Gebiet "kreucht und fleucht",...Caprivi und Botswana scheint da eine andere Hausnummer zu sein.... 🙂

@Tacticus: Vielen Dank für Deinen Input und den "lustigen" Link.. 🙂 ..ich hoffe, dass immer ein aufmerksamer Deutscher in unserer Nähe sein wird...der nicht nur rechts, sondern auch links schauen kann.... 😄
Ja Danke, wir freuen uns schon jetzt riesig auf unsere Reise und werden's geniessen! .... die Extrapackung Unterhosen ist notiert...falls ich mal draussen ein Butterbrot schmieren würde,...man weiss ja nie.. 🙂

Euch allen vielen Dank!.... ist schon ein unglaublich tolles Forum hier. Schon unsere erste Reise vor zwei Jahren wäre nicht halb so toll geworden ohne die vielen Beiträge und Tipps hier. Seit Mai bin ich nun wieder am planen und lesen hier, und habe so wieder unzählige Infos und Tipps für unser Namibia/Botswana Reise Ende März 2024 erhalten. Einfach toll und nochmal vielen Dank!

Liebe Grüsse
Rubu
"Das Leben ist zu kurz für IRGENDWANN"