Uganda: Reisezeit?

10 Antworten · 1'658 Aufrufe · gestartet 17. Okt. 2023 von Sangwali
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Themenstarter311 Beiträge · seit 201717. Okt. 2023 · #1
Hallo zusammen,
nächstes Jahr im Herbst wollen wir Ende Oktober / Anfang November entweder nach Namibia (5. Reise, keine Probleme, keine Fragen) oder nach Uganda. Für beide Länder habe ich eine fertig geplante Route und nun müssen wir uns "nur noch" 😗 entscheiden. Uganda liegt in Führung und das Gorilla-Tracking (once in a lifetime) muss irgendwann mal sein. Uganda wäre Neuland für uns. Reiseberichte habe ich schon einige gelesen und auch viele der threads hier im Forum verfolgt. Die Unterschiede zu Namibia (Straßen, Regen, Bevölkerungsdichte u.s.w.) sind mir soweit schon klar. Unterwegs wären wir auch in Uganda als Selbstfahrer mit einem LC.
Problem: Wg noch Berufstätigkeit 😠 sind wir zeitlich nicht sehr flexibel und wir wären von Ende Oktober bis Mitte November unterwegs, also mitten in der (kleineren) Regenzeit. Auf verschiedenen Webseiten liest man nun alles von "Kein Problem, regnet eh immer mal wieder das ganze Jahr" über "Kein Problem, regnet bei weitem nicht so stark wie April/Mai" und "bessere Reisezeit, weil nichts ist ausgebucht, in den Parks sind weniger Touristen unterwegs und die Preise sind günstiger" bis zur Empfehlung "Aufgrund der Wettersituation und der schnell einsetzenden Regenschauer sollte man nicht als Selbstfahrer unterwegs". Außerdem liest man, dass in den Regenmonaten manche Lodges und vereinzelt sogar Nationalparks geschlossen sein können, auch kurzfristig. Im Gegenzug soll es aber in diesen Monaten keine Engpässe bei den Gorilla-Permits geben.
Also eigentlich keine Frage, sondern ein klares "Nein, besser nicht"? Oder wie sehen das erfahrene Uganda-Reisende? Nicht ins Bockshorn jagen lassen oder lieber ein andernmal? Aufgeschoben ist bekanntlich nicht aufgehoben.
Danke für Input und Meinungen!
VG Robert
6'369 Beiträge · seit 201118. Okt. 2023 · #2
Hoi Robert

Wir waren zweimal in der ersten Oktoberhälfte und einmal in der ersten Februarhälfte in Uganda. Wenn ichs nicht gewusst hätte wäre ich nie drauf gekommen dass im Oktober Regenzeit ist.
Klar hats zwei- oder dreimal geregnet, teilweise richtig geschüttet, aber das kann es in Uganda immer.
Macht Euch darum keine Gedanken sondern denkt mehr daran dass in Uganda eine andere Art zu fahrenangebracht ist als im Tiefsand. Im Trockenen ists von den vielen Menschen, Tieren und dem Verkehr abgesehen problemlos, im Nassen teilweise wie auf Schnee zu fahren.
Von geschlossenen Nationalparks habe ich noch nie etwas gehört...
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
925 Beiträge · seit 201618. Okt. 2023 · #3
Hallo,

das große Problem ist einfach: Niemand kann dir heutzutage sagen, wie die kleine Regenzeit ausfällt. Meist war es in den letzten Jahren verhältnismäßig trocken, kann aber eben auch anders sein. Ich denke das Risiko muss jedoch niemanden vom Selberfahren o. Fahren abhalten, denn Regnen kann es tatsächlich (bissl je nach Region) immer, auch kräftig (ist schließlich am Äquator). Das Problem ist eher, wenn es mehrere Wochen viel regnet.

Ich würde lediglich die Route so "entspannt" planen, dass ich ggf. genug Zeit für die Strecke und/oder eine alternative Option im Kopf habe. Die Transferstrecken sind größtenteils ohnehin Teer. Manches Risiko kann man ja auch etwas steuern, z.B. durch die Wahl des Startorts des Gorillatrackings (die Straßen in und um Bwindi sind alle ungeteert).
Reiseberichte: SA-KTP-NAM 2017 - Uganda 2018 - Elternzeit 2 M. Südafrika 2022 - Elternzeit 3 M. SA/NAM 2024 Teil I, Teil II, Teil III - SA KNP + KZN 2025
Gast18. Okt. 2023 · #4
Wir haben Anfang Oktober in Uganda schon wirklich viel Regen erlebt. Einzelne Strecken in oder zu Nationalparks sind dann temporär auch mal wirklich schwer oder gar nicht zu befahren, z.B. zwischen Moroti und Kidepo oder Katunguru und Ishasha. Es ist auch wirklich erstaunlich, wie rutschig bestimmte Böden werden, wenn sie ordentlich nass sind. Man hat einen Grip wie auf Glatteis - also keinen.

Trotzdem ist es möglich, Uganda zu bereisen. Uganda hat einige kaum bekannte und kaum frequentierte Nationalparks/Reserves. Da weiß ich nicht, ob einige davon bei viel Regen schließen, aber von den halbwegs bekannten Parks schließt keiner in der Regenzeit.

Stünde ich vor der Wahl: Namibia die 5. oder Uganda die 1. ggf. mit Regen, würde ich Uganda wählen. Namibia ist wunderschön. Aber Uganda bietet unendlich viel mehr Neues als die 5. Namibiatour. Letztlich ist es dann eine Frage des Mindsets. Man muss eben damit rechnen, dass es auch mal ein paar Widrigkeiten gibt. Bei einer Camping-Tour gilt das in Verbindung mit viel Regen noch mehr, aber vermutlich plant ihr eine reine Lodgetour? Im Rückblick ergeben regenbedingte "Vorkommnisse" und Dinge, die nicht geklappt haben, gern genau die Erinnerungen, die ein Leben lang hängen bleiben und die man noch Jahrzehnte später erzählt. In Uganda von der Piste zu rutschen, gehört zu den besten Dingen, die mir auf Reisen je passiert sind 😛 In dem Moment, wo das alles passiert ist, war es natürlich nervig, aber rückblickend: genial.

Außer der ersten Nacht würde ich wenig bis nichts vorbuchen, um nicht unter Druck zu geraten, trotzt widriger Straßenverhältnisse nun zwingend zur gebuchten und bezahlten Unterkunft zu kommen und um flexibel reagieren zu können, sollten bestimmte Gegenden regenbedingt eher ein Ausfall sein.

Grüße
zuletzt bearbeitet 18. Okt. 2023
35 Beiträge · seit 201718. Okt. 2023 · #5
Da würde ich mich gerne mit "einschalten" und eine Frage stellen;
Ist es denn überhaupt möglich in Uganda eine Campingtour zu machen?
Das würde mich sehr interessieren, denn wenn ich nach Uganda reise, dann unbedingt Selbstfahrer und Camping!
Danke für eure tollen, geteilten Erfahrungen...
Gruß Nike
Africa Love
Gast18. Okt. 2023 · #6
Camping ist kein Problem. Du kannst bei einigen Anbietern Camping-Equipment zum Mietwagen buchen. Du kannst das Camping-Zeug auch selbst einfliegen. Ich würde dazu die iOverlander-App empfehlen. Da sind die meisten Camping-Möglichkeiten gelistet. Teilweise macht es Sinn, vorher ein bisschen zu recherchieren. Im Kidepo würde ich z.B. nur die Private Campsites Kakine und Nakosopiri empfehlen (Achtung: Beide haben regelmäßig Löwen-Besuch). Die kleine Main-Campsite in Apoka liegt direkt an der Piste, am Parkplatz und vor der Rezeption. Viel schrecklicher geht es nicht. Die Bandas dort kosten kaum mehr und deshalb wurde ich im Main-Camp immer eine Banda nehmen (gibt mehr als genug, muss man nicht vorbuchen).

Grüße
35 Beiträge · seit 201718. Okt. 2023 · #7
Danke für diese wertvollen Tipps!
Dann wird es ja vielleicht doch noch mal was mit einer Ostafrika Reise - nach diversen Reisen (im eigenen Defender mit Dachzelt) durch das südliche Afrika.
Ist schon lange eine Idee...
Africa Love
925 Beiträge · seit 201618. Okt. 2023 · #8
Nike schrieb:
Ist es denn überhaupt möglich in Uganda eine Campingtour zu machen?
Klar, ohne Probleme mit folgenden Abstrichen:
- es ist wahrscheinlicher, dass man auch mal nass wird (ggf. je nach Jahreszeit/Gegend)
- die zu mietende Ausstattung ist deutlich unter dem Niveau im südlichen Afrika (evtl. eigene Ausstattung mitbringen)
- die Campsites/Ablutions sind i.d.R. deutlich einfacher o. verwahrloster als jedenfalls in Namibia/Südafrika/Botswana

Gibt auch ein paar Reiseberichte hier für Camping u. Uganda (Ostafrika i.Ü. sowieso).
Reiseberichte: SA-KTP-NAM 2017 - Uganda 2018 - Elternzeit 2 M. Südafrika 2022 - Elternzeit 3 M. SA/NAM 2024 Teil I, Teil II, Teil III - SA KNP + KZN 2025
69 Beiträge · seit 202218. Okt. 2023 · #9
Entscheidend ist doch vor allem eure gewählte Route.

Auf den Hauptstrecken (ähnlich der Standardroute in N.) hast du mittlerweile bessere Asphaltstraßen als in Wessiland, alles neu gebaut - dank der "lieben" Chinesen. 😄
Um die Seenplatte herum, mit etlichen Gravelroads siehts da teilweise schon ganz anders aus.
Natürlich auch in den Parks, aber mit 4x4 geht das schon.

Viel Spaß beim planen!
Themenstarter311 Beiträge · seit 201718. Okt. 2023 · #10
@ picco, fidel, mitglied19210, Matze55: Vielen Dank für eure Einschätzungen, das hilft mir schon mal weiter.
Tatsächlich würden wir eine Lodge-Tour planen, ganz grob mit den Stationen Murchison Falls, Lake Albert, Kibale, QENP, Lake Mutanda und Lake Mburo. Da es unsere erste Erfahrung als Selbstfahrer in Uganda wäre, neige ich im Moment dazu, den Uganda-Besuch nochmal nach 2025 zu verschieben, dann vielleicht in Richtung September oder Dezember, schlicht weil ich am Lake Mutanda und im Bwindi nichts riskieren möchte. Aber dann!
Danke nochmal an alle für Eure Kommentare!
LG Robert
321 Beiträge · seit 202124. Okt. 2023 · #11
Sehr vernünftig! Vielleicht ist bis dahin auch die Gebirgspiste nach Rushaga/Bwindi South verbessert worden. Die ist schon bei normaler Nässe grenzwertig. Würde ich bei Regen aus Sicherheitsgründen nicht befahren wollen. Mit Regen ist in der Gegend jederzeit zu rechnen - stimmt. Wahrscheinlichkeit und Regenmenge sind jedoch während der kleinen Regenzeit Okt/Nov nochmal größer. Vielleicht ist um die Jahreszeit Bwindi-North via Buhoma besser zu erreichen?
Bereiste Länder: Marokko, Algerien, Tunesien, Niger, Mali, Burkina Faso, Senegal, Gambia, Elfenbeinküste, Ghana, Ägypten, Äthiopien, Kenya, Uganda, Tanzania, Zambia, Zimbabwe, Botswana, Namibia, Südafrika, Lesotho, Eswatini, Oman, Mosambik, Seychelles, Mauritius, La Reunion, Syrien, Thailand, Russland, Brasilien, Argentinien, Norwegen, Finnland, Estland, Lettland, Litauen, Polen, Spanien, Portugal, Frankreich, Italien