Next Level für die Eulenmuckels

Reisebericht 199 Antworten · 36,4k Aufrufe · gestartet 10. Sept. 2023 von Eulenmuckel
1'059 Beiträge · seit 200623. Jan. 2024 · #161
Ihr Lieben Eulenkuschler

So! Gerade auf den Punkt rechtzeitig vor unserem Abflug morgen (!) habe ich endlich bei eurem Bericht wieder aufholen können und habe mit grossem Genuss von euren unglaublichen Erlebnissen gelesen und die wie immer grandiosen Bilder bestaunt. Die vom Kapkauz sind grandios geworden! 🙂

Besonders spannend waren für mich gerade der Bericht und die Bilder über die Mbudi Campsite, wo wir nach dem Moremi dann auch noch 3 Nächte werden verbringen dürfen. Das schaut wirklich toll aus und ich freue mich sehr darauf, diese Ecke und schöne Campsite kennen zu lernen!

Nach unserer Rückkehr Ende Februar werde ich dann bestimmt wieder etwas aufzuholen haben. Bis dahin alles Gute!

Liebe Grüsse
Sam
Reiseberichte: #safaribrothers on Tour Vol. IX- safaribrothers.ch Blog «In Gedenken - Kurzer Kgalagadi-Trip 2024» #safaribrothers on Tour Vol. VIII - safaribrothers.ch Blog «Du hast es so gewollt - 8 Wochen Campingsafari in Namibia und Botswana 2021/2022» #safaribrothers on Tour Vol. VII - «Kalahari» #safaribrothers on Tour Vol. VI - «Wo Problem?»
768 Beiträge · seit 201728. Jan. 2024 · #162
So viel Zeit und Musse zu haben, hat ja auch etwas Schönes 😉 auch wenn ja eigentlich die Nachbarn Schuld daran waren.
2016: Südafrika mit Gardenroute 2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius 2020: Kapstadt und Gardenroute 2022: Namibia 2024: Namibia und Südafrika 2026: Namibia und Botswana in Planung :-)
28 Beiträge · seit 200928. Jan. 2024 · #163
Liebe Eulenmuckels,

tja mit den lieben Nachbarn ist das immer so eine Sache 🙄 , darüber könnten wir auch ein Buch schreiben 😗 . Immerhin hattet ihr dadurch doch super schöne Sichtungen, dass muss man euch lassen - Löwen könnt ihr 😉 .

Liebe Grüße
Manu
Themenstarter2'097 Beiträge · seit 200604. Feb. 2024 · #164
@Sadie:
zurück im Alltag und Zivilisation gibt es solche Momente eher nie
Du hast völlig Recht. Auch wenn man denkt "wie langweilig", sollte man das nie vergessen.
Übrigens gab es auch im Oktober noch ein bisschen Wasser im Bereich der Xini Lagoons.

@Sam: Extra für dich haben wir uns nun besonders viel Zeit gelassen, damit du nicht so viel nachzulesen hast, wenn du wieder aus Afrika zurück bist. 😉
Auf das Mbudi Camp könnt ihr euch wirklich freuen. Wir waren schon zweimal dort und würden jederzeit wieder dort übernachten.

@Caroline:
So viel Zeit und Musse zu haben, hat ja auch etwas Schönes
Das war mal eine für uns ganz neue Gamedrive-Taktik.

@Manu:
Löwen könnt ihr
Ja, das klappt schon immer ganz gut.
Ganz liebe Grüße

Liebe Grüße
Uwe
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Themenstarter2'097 Beiträge · seit 200604. Feb. 2024 · #165
Tag 22 – Donnerstag, 13. Juli – Die große Runde

South Gate, Moremi

Heute wurden wir von lautem Löwengebrüll geweckt. Es kam aus Richtung des Gates, startete gegen fünf Uhr und wiederholte sich alle paar Minuten. Daher waren wir schon lange wach, als Uwe kurz nach sechs als erster aus dem Bett stieg. Unsere Handgriffe saßen, und so waren wir nach einem kleinen Kaffee und Teechen schon um viertel vor sieben abfahrbereit. Das nutzten wir auch aus, um schon mal etwas Abstand zwischen uns und etwaige Verfolger zu bringen.
Die Löwen, die den Tag so lautstark begrüßt hatten, fanden wir nicht, wahrscheinlich waren sie an der Camp-Wasserstelle vorübergezogen und lagen nun irgendwo auf der anderen Seite versteckt. Also fuhren wir wie gestern Morgen in die Xini-Lagoons, und zwar ohne große Umwege zu der Stelle, an der wir den gestrigen Tag bei dem Löwenrudel verbracht hatten. Zumindest bestand ja eine kleine Chance, dass sie noch in der Nähe waren.
Auf dem Weg dorthin trafen wir auf eine Gruppe Kudus.

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Der Morgen war ruhig und wir begegneten keinem anderen Auto.

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Als wir an der Stelle eintrafen, an der wir gestern jeden einzelnen Grashalm persönlich kennen gelernt hatten, lief ein einzelnes Löwenmännchen über die Ebene.

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Wir stellten den Motor ab und warteten, bis sich der träge Kater zu uns herangeschleppt hatte. Er hatte einen dicken Bauch und ein paar Blutspuren im Fell.

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Der Schluss lag nahe, dass das Rudel in der letzten Nacht Beute gemacht hatte. Von den anderen Löwen war jedoch nichts mehr zu sehen. Das Männchen ging recht zielstrebig in eine bestimmte Richtung. Wir verfolgten es einige Zeit, so lange es die vorhandenen Wege ermöglichten, weil wir hofften, dass es uns zu den anderen oder zu einem Riss führen würde. Diese Hoffnung gaben wir aber bald auf, denn im dichten Dornen-Gebüsch hatten wir den Löwen schnell verloren. Auch andere Gamedrive-Fahrzeuge hatten sich uns angeschlossen. Die Fahrer waren sehr nett, und wir wechselten ein paar Worte. Niemand hatte heute Morgen außer diesem einen Löwen etwas entdecken können.
Dann drehten wir noch eine große Runde um die Xini-Lagoons. Während Uwe zur Sicherheit alle Radmuttern nachzog (das musste ihm ausgerechnet hier einfallen), fotografierte Ruth ein paar Zebras und Gnus.

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Dann fuhren wir wieder auf die Hauptpiste Richtung Third Bridge.

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Bald kamen wir an einigen Wasserstellen vorbei, die noch nicht ausgetrocknet waren. Und sogleich war auch wieder mehr Leben anzutreffen. Hier waren vereinzelte Wasservögel unterwegs. Ein Ibis mühte sich mit seinem großen Fang ab, den er immer wieder im Schnabel hin und her wendete, bis er endlich die richtige Position hatte, um verschluckt zu werden.

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Wir hatten es nicht eilig und juckelten langsam durch die Gegend. Schließlich wollten wir auf gar keinen Fall vor heute Abend zurück am South Camp sein. So standen wir fast bei jedem Zebra, jeder Leierantilope und jeder Giraffe, die uns auf dem Weg begegnete.

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Selbst bei einer Gruppe Paviane machten wir Halt. Diese war jedoch auf Wanderschaft und zog schnell an uns vorüber. Die Jungen sprangen zwischen ihren Müttern umher oder ließen sich tragen.

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An der ersten Brücke fuhren wir noch vorbei, die zweite war dann schon von Wasser umgeben, und wir polterten über die Holzbrücke.

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Graulärmvogel

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Bei Third Bridge enterten wir die freie Campsite 3 und machten eine lange Mittagspause. Schwarzbrot mit Leberwurst und Zwiebeln und Möhren mit Frischkäse schmeckten uns ganz hervorragend. Aber noch besser war es, ein wenig herumzuspazieren und sich die Füße zu vertreten. Anschließend gingen wir duschen. Die Pause außerhalb des Autos tat uns sehr gut.

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zuletzt bearbeitet 04. Feb. 2024
Themenstarter2'097 Beiträge · seit 200604. Feb. 2024 · #166
Da wir nicht denselben Weg zurück fahren wollten, nahmen wir die Route über die relativ neue Third Bridge und weiter zur Fourth Bridge.

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Am blauen Himmel zeigten sich immer mehr Wolken, so dass oft keine Sonne mehr zu sehen war.

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Hinter der vierten Brücke bogen wir vom Hauptweg ab und nahmen ein paar Nebenstrecken nach Norden, bis wir bei Jesse‘s Pools ankamen. Dort stand teilweise noch Wasser, ein großer Teil des Sees war mit grünen Wasserpflanzen bedeckt. Darin lagen einige Hippos.

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Auf dem Grün liefen viele Jacanas. Wir beobachteten einen Waran, der an einem Baumstamm hing und dann in eine Höhle in den Baum kroch.

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Eine Horde Paviane war auf Nahrungssuche. Systematisch suchten sie die angrenzenden Büsche nach Früchten ab, die sie sich nacheinander in ihre Backentaschen schoben, bis diese ausgebeult und kugelrund waren. Nach welchem Prinzip sie die Früchte auswählten, war uns nicht klar. Einige stopften sich auch die grünen, manche nur die leicht braunen oder roten Beeren ins Maul, die sie vorher schälten.

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Ein Rallenreiher suchte am Ufer nach Beute. Aber so lange wir auch warteten, jeder Vorstoß verfehlte sein Ziel, und der Reiher ging jedes Mal leer aus.
Wir bliebe einige Zeit, dann fuhren wir zur Xakanaxa-Lagune, wo wir zum Gate abbogen. Ein großer Elefantenbulle angelte im Baum über sich nach grünen Zweigen, die er geschickt packte und abriss.

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Wir machten uns auf den Rückweg und nahmen ab dem Xakanaxa-Gate die direkte Verbindung zum South Gate. Die 41 Kilometer waren gut zu fahren – wesentlich besser, als wenn man abgeschleppt wird. Dieses Schicksal ereilte uns bei unserem allerersten Besuch in Xakanaxa im Jahr 2008.

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Gegen halb sechs waren wir zurück. An unserer Feuerstelle brannte bereits ein Feuer. Calvin hatte uns schon erwartet. Wir bezahlten bei ihm das Holz und unterhielten uns noch ein bisschen. Einen anderen Stellplatz hatte er leider auch heute nicht für uns reservieren können. Trotzdem fanden wir es sehr lieb von ihm, dass er sich so um uns kümmerte. Eine Nachbar-Gruppe war zum Glück schon abgereist. So lärmte es nur noch von der einen Seite. Wir kochten Nudeln mit Tomatensoße, die wir mit Möhren, roten Bohnen, Zwiebeln und Knoblauch aufpeppten.

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Natürlich ließ sich auch wieder der Honigdachs blicken, und am Wasserloch schlürften Elefanten ihren Abendtrank.

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Wir saßen noch einige Zeit am heißen Feuer und versuchten, den letzten Abend im Moremi zu genießen. Einmal meinten wir sogar, eine Nachtschwalbe gehört zu haben. Bei dem ganzen Stimmengewirr waren wir uns da aber nicht so sicher.
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zuletzt bearbeitet 04. Feb. 2024
Themenstarter2'097 Beiträge · seit 200617. Feb. 2024 · #167
Tag 23 – Freitag, 14. Juli – Ganz nach Osten

South Gate, Moremi – Nata Lodge

Wir standen wieder um kurz nach sechs Uhr auf. Nachts hatten immer wieder Hyänen geheult. Die Nachbarn schliefen größtenteils noch, und die wenigen, die schon wach wurden, verhielten sich aus Rücksicht auf ihre noch schlafenden Freunde leise. Wie nett.

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Wir machten uns fertig und verließen am South Gate den Moremi. Die Sonne hatte es heute Morgen schwer, den Himmel zu erklimmen. Ein Wolkenband bedeckte den Horizont und führte zu interessanten Lichtformationen.

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Auch wenn wir nicht mehr im Nationalpark waren, liefen uns noch immer viele Tiere über den Weg. Eine Elefantenherde mit noch ziemlich kleinem Kalb kreuzte die Straße,

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ein Ducker versteckte sich im Gebüsch, Zebras, Giraffen und ein Steinböckchen ließen sich blicken.

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Durch diverse Stopps kamen wir nicht so schnell voran und erreichten Maun erst um halb zehn. Unser erster Weg führte zu Toyota. Seit ein paar Tagen leuchtete an unserem Wagen die ABS-Warnleuchte, und wir wollten das prüfen lassen. Uwe war sich zwar sicher, dass es sich nicht um einen ernsten Defekt handelte, aber vielleicht ließ sich die Sache ja schnell klären. Ein Mitarbeiter erklärte uns, dass wir zunächst ein Anmeldeformular ausfüllen müssten. Das hörte sich für uns schon nach viel zu viel Aufwand an, so dass wir direkt wieder fahren wollten. Doch dann wollte er sich die Sache doch schnell mal ansehen und lotste uns auf den Hof der Werkstatt. Dort schloss er das Diagnose-Laptop an unser Auto und las den Fehlerspeicher aus.

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Dieser zeigte, dass hinten links der Geschwindigkeitssensor für das Rad defekt war. Wie das kommen konnte, wusste er auch nicht. Er schaute nach, ob er das Ersatzteil vorrätig hatte. Das war nicht der Fall, so dass wir nun ohne funktionierendes ABS weiterfahren mussten.
Dann fuhren wir erneut in diesem Urlaub zu Hilary‘s und machten eine lange Pause. Ruth genehmigte sich wieder ein Jumbo-Sandwich, von dem sie aber nur die Hälfte schaffte und den Rest in einer Tupperbox mitnahm.

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Uwe aß ein scharfes Hühnchen mit Reis und Salat. Selbstverständlich war alles wieder total lecker. Dazu trank er zwei Kännchen Kaffee und verputzte anschließend noch einen Brownie. Ruth hielt sich eher an das Kindertässchen: eine heiße Schokolade

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Wir schrieben ein paar Nachrichten und entspannten uns im Urlaub vom Urlaub. Dann ging es auf Einkaufstour. Beim Spar im Einkaufszentrum stockten wir unsere Lebensmittel-Vorräte auf. Danach tankten wir und nahmen noch etwas Fleisch bei Delta Meat Deli mit. Gegen zwei Uhr brachen wir dann Richtung Nata auf. Die Straße war gut zu fahren, aber immer wieder mussten wir wegen Ziegen, Kühen oder Eseln bremsen. Bei einem lebensmüden Esel, der plötzlich über die Straße lief, musste Uwe sehr in die Eisen steigen, und wir kamen erst unmittelbar vor dem Tier zum Stehen. Puh, das war knapp!
Neben der Straße sahen wir mehrere Elefanten, Herden und Bullen, die aus Wasser-Reservoirs tranken, die sie zu diesem Zweck aufgebrochen hatten. Hunderte Zebras nutzten die Gelegenheit, um ebenfalls zu trinken.

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Beim Gate zum Nxai Pan Nationalpark hielten wir kurz, da Uwe dringend eine Toilette brauchte.
Der Nachmittag schritt voran, und das Licht wurde immer schöner. Der Himmel war den ganzen Tag über mit Wolken übersät. Zusammen mit der nun tiefstehenden Sonne und dem goldgelben Gras neben der Straße gab dies eine sehr intensive Lichtstimmung.

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Die Straße war gegenüber früheren Jahren von den meisten Schlaglöchern befreit worden. Erst kurz vor Nata gab es ein paar Abschnitte, an denen der Teer noch zerstört war. An der Kreuzung im Ort fuhren wir zur ersten Tankstelle und stellten uns an. Die meisten Autos an den Zapfsäulen schienen dort zu parken. Es wurde weder getankt, noch saß jemand drinnen. Nur ein Wagen wurde bedient. Wir warteten. Als nach einigen Minuten das Auto betankt, der Fahrer bezahlt hatte und losfuhr, drängelte sich ein PKW vor. Wir hupten, aber weder der Fahrer noch der Tankwart hielten es für nötig, sich an eine gerechte Reihenfolge zu halten. Das war uns zu doof, und so wechselten wir die Straßenseite zur nächsten Tankstelle.
Gegen viertel vor sechs erreichten wir die Nata-Lodge.

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Bevor wir auf die Campsite fuhren, schauten wir noch im Souvenirshop vorbei und fanden zwei schöne, warme, kuschelige Jacken. Nach dem Duschen gingen wir zum Abendessen ins Restaurant, obwohl wir eigentlich noch gar keinen großen Hunger hatten. Ruth bestellte Pasta Arrabiata und Uwe ein Hühnchenschnitzel. So brauchten wir heute Abend nicht selbst zu kochen. Die neue Jacke kam zumindest bei Ruth auch gleich zum Einsatz, da es schon recht kühl geworden war und wir nach dem Essen mit Taschenlampe und Fotoapparat über die Campsite liefen, um nach Bushbabies zu suchen. Direkt neben unserem Stellplatz knusperte es leise im Baum. Dieses Geräusch verriet das kleine Nachtäffchen. Im Schein der Lampe huschte es immer weiter durchs Geäst, so dass wir ihm kaum mit den Augen folgen, geschweige denn ein Foto machen konnten. Auf zwei Aufnahmen gelang uns ein wenig mehr als nur Geäst mit einem unscharfen Fellpuschel darauf.

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Wir freuten uns sehr, das kleine Geschöpf entdeckt zu haben und ein wenig beobachten zu können.
Zufrieden kletterten wir gegen 21 Uhr in unsere Betten.
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1'055 Beiträge · seit 201617. Feb. 2024 · #168
Liebe Eulenmuckels, nun habe ich in einem Rutsch den Großteil des Berichtes nachgelesen und bin sehr begeistert von euren Erlebnissen und den gewohnt tollen Bildern . Habt vielen Dank ,daß ihr uns an dieser Reise teilhaben lasst . Nach Botswana möchte ich auch gerne noch einmal - das wird sicherlich noch ein wenig warten müssen 🙄
Aber im Juni bereise ich erstmals das Kaokoveld ( durch eure Berichte wurde ich davon sehr angefixt 😄 ) . Ich reise zum 1.x in einer geführten Tour , da ich immer nur das "Navi" war und ich mir nicht zutraue , alleine zu fahren . Wird bestimmt trotzdem schön und ich werde an euch denken .
Nun freue ich mich erst einmal auf eure weiteren Erlebnisse .
Viele liebe Grüße Conny

PS bin am überlegen , nach Büsenau zu kommen , obwohl auch das schon eine große Herausforderung für michist 🤢
Namibia zum 1. Elefantenrunde Abschied für immer Auf neuen Wegen ins Kaokoveld (hummeldumm?") [url//namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/306123-der-kreis-hat-sich-geschlossen-bot-nam.
Themenstarter2'097 Beiträge · seit 200618. Feb. 2024 · #169
Liebe Conny,

vielen Dank für deine liebe Nachricht. Wir wünschen dir sehr, dass du auch wieder nach Botswana kommen wirst. Alleine ins Kaokoveld fahren würde ich auch nicht. Da ist eine organisierte Tour entspannter. Das wird ganz bestimmt schön.
Das Treffen in Büsnau ist toll. Das können wir dir sehr empfehlen. Wir werden dieses Jahr leider nicht dabei sein.

Liebe Grüße
Uwe
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Themenstarter2'097 Beiträge · seit 200618. Feb. 2024 · #170
Tag 24 – Samstag, 15. Juli – Randale und Hurra

Nata Lodge – Kukonje Island

Pämmm-Puff, Pämm-Puff-Puff!
Penetrant dringt das Geräusch in unser verschlafenes Gehirn. Was um Himmels Willen ist das? Unsanft werden wir aus dem Schlaf gerissen und reiben uns die Augen. Es ist kurz nach Mitternacht. Auf der Campsite direkt neben uns röhren Motoren, und es werden Heringe in den Boden geschlagen. Da kann man nichts machen! Irgendwo müssen unsere Nachbarn ja schließlich schlafen. Die Armen, haben sich wohl ziemlich verschätzt und müssen nun mitten in der Nacht ihr Lager errichten. Schade nur, dass sie sich ausgerechnet den Platz neben uns ausgesucht haben. Es wird geraschelt, geklappert und Türen geschlagen, alles begleitet von lautstarken Diskussionen. Wir verstehen kein Wort, es scheinen Einheimische zu sein. Wie viele Zelte haben die denn wohl? Die Hammerschläge scheinen kein Ende nehmen zu wollen. Aber die Laune ist prima. Fröhlich wird gelacht und palavert. Dann wird es sich gemütlich gemacht und ein Feuer entzündet. Die lustige Runde muss selbstverständlich auch noch etwas essen. Und Durst hat sie auch! Wir haben dafür vollstes Verständnis. Müde scheint außer uns niemand zu sein. Man scheint sich länger nicht gesehen zu haben, denn man hat sich viel zu berichten. Während Ruth noch überlegt, ob auf einer an sich schlafenden Campsite wohl der richtige Ort und die richtige Zeit dafür ist, versucht Uwe friedfertig wie er ist, in den Schlaf zu finden.
Na ja, allzu lange wird das schon nicht mehr gehen. Schließlich ist es ja schon 1:30 Uhr. Wie man sich doch täuschen kann. Jetzt geht die Party erst richtig los! Die Stimmen werden lauter, das Lachen häufiger und eine Spur hysterischer, die Stimmung immer besser – also nicht bei uns, und vor allem nicht bei Ruth! Da waren die Nächte am South Gate eine glatte Erholung dagegen. Schepper-Peng! Was zum Teufel …? Krabusch! Ruth sitzt senkrecht auf der Matratze. Beim dritten Knall hat sie in etwa erfasst, was da neben uns abgeht. Sicher ist sie sich nicht, aber es hört sich so an, als würde man versuchen, mit leeren Getränkedosen und –flaschen in einen Mülleimer zu werfen. Jeder Treffer wird von ohrenbetäubender Begeisterung und Applaus begleitet. Jetzt reichts! Wütend zieht Ruth den Reisverschluss unseres Zeltes auf, lehnt sich aus dem Dach und schreit ein paar Dinge, die hier auf keinen Fall wiedergegeben werden können. Zu ihrer grenzenlosen Frustration hört sie niemand. Der Spaß auf der anderen Seite der Büsche geht unvermindert weiter.
Was tun? Gibt es denn keine anderen Camper, die ebenso genervt sind wie wir? Sicher steht niemand so nah an der Gruppe, aber die ist so laut, dass es über die ganze Anlage schallt. Oder niemand ist so wenig tolerant wie wir und gönnt den anderen einfach ihren Spaß, egal zu welcher Uhrzeit? Camp-Personal zur Hilfe! Warum sagt denen denn nur niemand Bescheid? Um sieben Uhr wollten wir eigentlich spätestens aufstehen. Bis dahin sind es noch fünf, … noch viereinhalb, … noch vier Stunden Schlaf. Ach Scheiße! Um 3:30 Uhr hat Ruth die Faxen dicke und sich lange genug darüber aufgeregt, wie rücksichtslos man sein kann. Mit ihrer Toleranz (sollte die je dagewesen sein) ist es nun endgültig vorbei. Sie ist bereit für – egal was, und Uwe befürchtet das Schlimmste! Mit Engelszungen redet er auf sein Frauchen ein, dass es vielleicht trotz aller Entschlossenheit nicht die beste Idee ist, sich mitten in der Nacht mit einem Haufen Betrunkener anzulegen, die ganz offensichtlich in der Überzahl sein werden. Ruth ist alles egal. Sie steckt bereits in Hose und Jacke. Dann startet sie einen letzten Versuch, schaltet die Taschenlampe auf maximale Stärke und brüllt ein paar Freundlichkeiten zu den Nachbarn hinüber … Und irgendetwas scheint anzukommen. Die Gespräche verstummen kurz und werden deutlich gedämpfter fortgesetzt. Na immerhin etwas! Ruth überlegt, ob man nicht noch einen Eimer Wasser hinterherschicken sollte, Uwe ist sichtlich erleichtert und sicher, dass die Party doch schon fast beendet ist. Beendet nicht, aber zumindest so, dass Ruth sich überzeugen lässt und zurück ins Bett krabbelt. Irgendwann sind wir dann wohl doch völlig geschafft wieder eingeschlafen.
So waren wir entsprechend gerädert und unausgeschlafen, als wir um sieben Uhr von Vogelrufen geweckt wurden. Das Aufstehen fiel ein wenig schwerer als sonst. Ruths sparsame Miene sagte alles und hielt auch noch an, als wir Tisch und Stühle im Schatten neben dem Camper aufbauten.

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Ob sie wohl mal kurz topfdeckelschlagend unter den Zeltschnüren unserer Nachbarn herummarschieren sollte, um neue Freundschaften zu knüpfen? Heute Vormittag ließen wir uns ein wenig mehr Zeit als sonst, da wir es bis Kukonje Island nicht sehr weit hatten. Nach dem Frühstück fasste sich Uwe ein Herz und ging zu den Nachbarn hinüber. Ruth ging lieber zum Zähneputzen. Schließlich war sie ja nicht nachtragend!
Es handelte sich um fünf Bodenzelte, und zwei Leute saßen bereits an einem morgendlichen Feuer. Uwe erläuterte ihnen, dass sie uns gestern Nacht mehrere Stunden Schlaf geraubt hatten. Man tat sehr zerknirscht und wies mit dem Finger auf die noch schlafenden Personen in den Zelten. Uwe ließ sich nicht beirren und erklärte weiter, dass die meisten Leute gegen drei Uhr nachts gerne schlafen würden. Das sah man natürlich ein und gelobte Besserung. Uwe war sehr zufrieden. Na bitte! In Zukunft würden sicher alle ihre Ruhe vor diesen rücksichtsvollen Mitmenschen haben. Bei Ruth waren dennoch leichte Zweifel vorhanden, ob die Topfdeckel-Variante nicht doch die sinnvollere gewesen wäre.
Nach dem Spülen und Zusammenpacken fuhren wir zur Rezeption und verbrachten an der Lodge noch ein paar Stunden. Uwe gelang es heute, sich mit dem Internet zu verbinden, Ruth lief mit dem Fotoapparat den Vögeln am Wassersprenger hinterher. Papageien, Bülbüls und Drosslinge saßen vor der Lodge auf einem Baum und freuten sich über die Bewässerung darunter, tranken an den Tropfen oder badeten sich in den kleinen Pfützen, die sich auf Blättern gebildet hatten.

Grey-backed Cameroptera

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Gelbbauchammer

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Braundrossling

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Goldbugpapagei

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Maskenbülbül

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Gelbbrustbülbül

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Uwe unterhielt sich noch mit einem Tourguide, dessen Landcruiser neben unserem parkte. Er führte Reisegruppen auf sehr langen Touren von Südafrika bis nach Uganda und hatte spannende Dinge zu berichten.
Es war schon nach elf Uhr, als wir endlich aufbrachen. Zirka vierzig Kilometer fuhren wir auf der A3 nach Süden, am Nata Bird Sanctuary vorbei. Andere Gäste an der Lodge hatten uns gesagt, dass es sich momentan nicht lohne, dort vorbeizuschauen, weil es weder Wasser noch Vögel gebe.
Wir bogen rechts auf eine unscheinbare Piste ab, die uns lange Zeit durch Mopanewald nach Südwesten führte. Kurz nach dem ersten auf unserer Karte markierten Veterinär-Gate überquerten wir eine Bahnlinie.

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Dann fuhren wir immer weiter an einem Zaun entlang auf einer typischen Cutline auf festem Untergrund und kamen sehr gut voran. Nachdem wir ein trockenes Flussbett durchquert hatten

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(Ruth hatte nach dem Fotografieren ihre liebe Mühe, alle spitzen Grasteilchen aus ihren Crocs wieder loszuwerden), kamen uns drei Autos mit südafrikanischem Kennzeichen und zugehörigem Anhänger entgegen. Sonst begegnete uns lediglich ein Mann mit einem Fahrrad, der etwas Ried transportierte.

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Die in der Karte eingezeichneten Veterinär-Gatter waren alle unbesetzt und machten einen verfallenen Eindruck. Besonders bei dem letzten Kwadiba Gate standen noch ein paar verfallene Rundhäuser, und überall lagen Scherben, Müll und Überreste verlassener Behausungen herum. Zusammen mit den düsteren Wolken am Himmel machte alles einen sehr trostlosen Eindruck.

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Die letzten Kilometer nach Kukonje Island fuhren wir auf einfacher Pad quer über die trockene Salzpfanne entlang des Zaunes. Die Insel ist größer als Kubu Island und ragt dunkel als von weitem erkennbare Erhebung aus dem Salzsee heraus. Wir erreichten einige windschiefe, verfallene Holzhütten, die einst als Rezeption gedient hatten und nun wohl nur noch von abreisenden Campern als Müllhalde genutzt wurden. Schade, dass Menschen, die sich so viel Mühe machen, an abgelegene, naturbelassene Fleckchen Erde zu reisen, so engstirnig sind und ihren Müll dorthin werfen, wo Wind und wilde Tiere so viel Schaden mit ihm anrichten können. Es sah wirklich schlimm aus.

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Kein Mensch weit und breit war zu sehen. Anmelden musste man sich hier sicher nirgendwo mehr. So fuhren wir auf den Hügel zum Aussichtspunkt und blickten über die Grasränder und Bäume der Insel in die Pfanne. Wir waren mutterseelenallein, und die Aussicht war himmlisch. Auch heute waren wieder viele Wolken am Himmel und ließen die Sonne nur an einigen Stellen hell auf die Salzpfanne scheinen.

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Dann wollten wir uns eine Campsite suchen. Dafür ging es vorbei an zwei mächtigen Baobabs, an denen wir wieder kurz hielten. Die Bäume waren schön, aber die Aussicht nicht berauschend.

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So folgten wir der Spur zunächst wieder eine Abfahrt hinunter und rechts um die Insel herum. In der Tinkers Map hatten wir gelesen, dass die Nummern 1 bis 3 mit Blick auf die Pfanne am schönsten sein sollten. Wir starteten mit der eins, die uns ausgesprochen gut gefiel. Sie lag etwas erhöht mit Blick nach Nordwesten. Es gab einen mittelgroßen Baobab und einen Steintisch mit Bänken. Wir malten uns schon aus, wie traumhaft es sein würde, hier später mit Blick über die Ebene den Sonnenuntergang zu erleben. Uwe richtete in Gedanken bereits sein Stativ für eine Zeitraffer-Aufnahme ein. Unser Entschluss stand eigentlich schon fest. Hier würden wir bleiben.

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Da wir noch Zeit hatten, wollten wir uns auch die beiden noch verbleibenden Stellplätze anschauen. Eine doofe Idee. Eine wirklich sehr, sehr doofe Idee. Denn als wir gerade wieder eingestiegen waren und die langgezogene Anfahrt zur Campsite hinunterfuhren, sahen wir, dass sich über die Ebene ein Auto näherte. Nein, es waren sogar zwei, nein drei Autos, die zielstrebig auf uns zu steuerten. Rasch wendete Uwe unseren Camper, und wir fuhren den Hügel, den wir gerade hinuntergerollt waren, wieder hoch. Diesen Platz wollten wir nicht aufgeben. Es dauerte nicht lange und die anderen Fahrzeuge erreichten ebenfalls den Ort der Begierde. Es handelte sich um drei deutsche Pärchen mit ihren Kindern, die bei der Botschaft und in der Entwicklungshilfe in Gaborone arbeiteten.

Hier wäre es ja sehr schön …
– Mmmh!
Und ob wir uns denn schon entschieden hätten, auf welcher Campsite wir denn bleiben wollten?
– Ja, auf dieser hier!
Ob wir denn schon die gesamte Insel erkundet hätten?
– Nee, das wollten wir eigentlich gerade tun.
Denn die anderen Campsites seien auch sehr schön!
– Ja dann nur zu …!
Das wäre ja jetzt wirklich blöd, weil wir stünden eigentlich auf ihrer Campsite.
– Ach so, hätten sie denn eine Buchung mit Nummer vorzuweisen?
Natürlich nicht, aber sie wären häufiger hier und hätten quasi immer genau diese Campsite. Außerdem würden sie auch gleich drei Tage hier bleiben.
– Kein Problem. Wir sind nur eine Nacht hier und morgen wieder fort, dann könnten sie den Platz gerne übernehmen.

Die Kinder begannen, aus den Autos zu klettern und in der näheren Umgebung zu spielen, während man uns erneut freundlich darauf hinwies, dass die anderen Plätze genauso schön seien. Irgendwo ganz tief in unserem Inneren machte sich bereits jetzt eine leise Ahnung breit, dass wir dieses Spiel vielleicht nicht gewinnen würden. Ruth versuchte es trotzdem. Wenn alle Plätze gleichermaßen schön seien, könnte die ganze Truppe ja auch dort übernachten. Das sei aber nur schwer möglich. Schließlich brauche man eine große, ebene Fläche für das riesige Bodenzelt. Alle anderen Plätze seien dafür völlig ungeeignet, wohingegen wir mit unserem Camper doch viel flexibler seien. Außerdem sei das Spiel der Kinder unten am Pfannenrand von hier oben mit dem tollen Blick über die Ebene prima zu beaufsichtigen. Das war nun schlecht zu beurteilen, denn wir kannten die anderen Plätze nicht. Eigentlich konnte uns das alles auch egal sein. Nur eine ganz leise Stimme rief bereits jetzt: Seid nicht so stur, wenn die Kinder sonst keinen Platz für ihr Zelt finden können …
Mist! Uns gingen die Argumente aus. Außer dem einen: WIR WAREN ZUERST HIER!
Och, das ist gar kein Problem. Wir könnten uns den Platz gerne mit der Gruppe teilen. Wie zuvorkommend! Vor Uwes innerem Auge zerplatzten die Zeitrafferaufnahmen im Taschenlampenschein der Kinder, während Ruth ausflippte. Drei Tage und Nächte nervige, rücksichtslose und laute Nachbarn am South Gate, eine Partynacht bis 3:30 Uhr an der Nata Lodge und nun die Aussicht auf eine gesellige Runde mit der Kinderschar im und um ein riesiges Bodenzelt waren zu viel für sie: Nein, nein, NEIN! Sie würde sich keine Campsite mit fremder Leuts Kinder teilen, sie würde keine Rücksicht nehmen, sie wollte nicht gemeinsam beratschlagen, wer wo sein Auto parken würde, wollte niemanden durchs Bild latschen haben, kein gemeinsames Braai veranstalten und auch kein Bierchen trinken. Und so langsam wäre es ganz schön, wenn mit der ganzen Rücksichtsnahme auch mal die anderen dran wären. Es folgten betretenes Schweigen und mitleidige Blicke in Uwes Richtung. Ach Gottchen, der arme Mann! Der musste mit der Furie ganz allein in der Wildnis zurechtkommen. Warum tat der sich das an?
Ruth wollte ganz einfach nur ihre Ruhe haben, denn dafür war sie den ganzen Tag durch die Einöde gefahren. Weil man hier in völliger Einsamkeit die Stille und den Sternenhimmel genießen konnte. Und genau das würde sie auch tun. Nur wahrscheinlich nicht hier, denn in dem Moment, in dem sie es ausgesprochen hatte, war klar, dass wir bereits verloren hatten. Während niemand Anstalten machte, sich zu bewegen, sprang sie wieder ins Auto und zischte, dass wir uns die anderen Campsites ja mal anschauen könnten. Noch während wir losfuhren, hörten wir, wie die anderen beschlossen, zuerst mal ihr Zelt aufzubauen und sich dann einen Sundowner zu genehmigen.
Mit dem sehr bitteren Geschmack der Niederlage machten wir uns völlig überrumpelt an die Abfahrt und an die weitere Umrundung der Insel. Es ging über die Salzspur Richtung Camp 2, nördlich dan der Pfanne entlang. An einer Stelle wurde die Spur weicher, und Uwe hatte das ungute Gefühl, ein wenig einzusinken. Das würde uns jetzt noch fehlen. Also fuhren wir schnell weiter. Der zweite Stellplatz war rasch erforscht. Ein Baobab, aber nicht erhöht, ohne jegliche Aussicht. Hier wollten wir nicht bleiben. Warum er aber keinen ausreichenden Platz für ein Bodenzelt bieten sollte, erschloss sich uns nicht. Was sollten wir tun, wenn das so weiter ging? Wir waren uns sicher, dass die Campbesetzer ihren bzw. unseren Platz nicht wieder räumen würden. Nach Aufbau ihres Zeltes ohnehin nicht. Uwe überlegte schon, dass es vielleicht auch ganz nett und vor allem interessant sein könnte, mit ihnen ins Gespräch zu kommen und ein wenig über ihre Arbeit zu erfahren. Aber Ruth war bedient. Interessant? Was denn bitte? Campräuber! Pah!
Wir fuhren weiter um die Insel herum und gelangten schließlich zur nicht weit entfernt gelegenen Nummer drei. Diese überzeugte uns auf Anhieb. Ein wunderschöner, breiter Baobab stand sehr präsent in der Mitte und reckte seine Äste in tausend Verästelungen gen Himmel. Sein Stamm war gigantisch. Ruth war auf Anhieb schockverliebt.

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Was für ein Baum! Was für ein Glück! Unsere Suche war beendet. Hier würden wir bleiben. Zwar hatten wir keinen direkten Blick auf den Sonnenuntergang und die Pfanne, dafür gab es aber keine lästige Rückfahrt, keine Diskussionen und vor allem keinen Lärm. Auch hier waren eine steinerne Bank und etwas entfernt sogar ein Plumpsklo. Wir parkten unser Auto zwischen Bank und Baum, schlugen unser Dachzelt auf und deckten den Tisch. Der Ärger war wie weggeblasen. Was für ein toller, toller Ort. In völliger Stille aßen wir die Reste des Jumbo-Sandwichs von gestern sowie die Nudeln mit Soße von vorgestern. In den kahlen Zweigen hüpften ein paar Vögel, und wir waren sehr zufrieden.

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Danach waren wir so satt, dass wir beschlossen, heute Abend nicht mehr zu kochen. Schließlich war es ja auch schon kurz vor fünf. Stattdessen liefen wir an unserem Stellplatz sowie auf der Zufahrt zur Pfanne hin und her und fotografierten den Sonnenuntergang und ein paar Halme.

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Die Einsamkeit in dieser wunderbaren Lichtstimmung war einmalig. Es war die richtige Entscheidung gewesen, diesen Platz ganz alleine für sich haben und mit niemandem teilen zu wollen. Als Ruth ihren Blick von der Sonne abwandte, entdeckte sie in weiter Entfernung ein Tier, das am Rand der Pfanne in unsere Richtung lief. Schande! Unser Fernglas hatten wir nicht mitgenommen, das große Teleobjektiv auch nicht. Ruth tippte auf eine Hyäne, Uwe vermutete eher einen Schakal, weil das Tier für eine Hyäne zu klein war. Ruth machte ein Foto und vergrößerte es soweit möglich. Sehr eindeutig erkannten wir zu unserer großen Freude einen Erdwolf. Den hatten wir schon sehr lange nicht mehr gesehen.

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Uwe sprintete sogleich los, um das große Objektiv aus dem Auto zu holen. Sich zügig zu entfernen, war kein Problem. Der Erdwolf setzte seinen Weg in gleicher Richtung fort.

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Doch als sich Uwe mit der großen Kamera rasch wieder näherte, beschleunigte auch der Erdwolf und lief quer über die Pfanne davon. Trotzdem waren wir total begeistert. Auf dem Rückweg sahen wir noch die Silhouette einer Schleiereule. Erst durch ihren markanten Ruf konnten wir sie bestimmen.

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Nachdem es dunkel war, setzten wir uns an und später in unseren Camper. Uwe sicherte Fotos, und wir hatten einen schönen Abend. Dann starteten wir noch eine Serie von Nachtaufnahmen. Während wir draußen an der Kamera waren und Uwe herumhantierte, um alles einzustellen, entdeckte Ruth ein Bushbaby. Es saß im Baum direkt neben uns. Wir holten zwar einen größeren Fotoapparat, aber leider gelang es uns nicht, auch nur ein Foto von ihm zu machen. Mit riesigen Sätzen sprang das kleine Äffchen so flink in dem großen Baum herum, dass wir es immer wieder aus den Augen verloren. Zwischendurch landete der Galago auf dem Boden, und Uwe fürchtete schon, er sei aus dem Baum gefallen. Wahrscheinlicher war jedoch, dass er sich ein Insekt aus dem Gras geschnappt hatte, denn nach zwei Sekunden schnellte er mit einem enormen Sprung von dort wieder zurück auf einen ca. anderthalb Meter hohen Ast. Welch beachtliche Sprungkraft bei einer Körperlänge von vielleicht 20 Zentimetern. Wir waren schwer beeindruckt.
Nach ein paar lauten Abenden verbrachten wir hier nun einen ganz herrlich ruhigen, an dem wir friedlich von Salzpfannen, riesigen Baobabs, Erdwölfen und Buschbabys träumten.

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Unsere Reiseberichte im Namibia-Forum Unsere Bilder in der fotocommunity
zuletzt bearbeitet 18. Feb. 2024
8'684 Beiträge · seit 201018. Feb. 2024 · #171
Eulenmuckel schrieb: Es folgten betretenes Schweigen und mitleidige Blicke in Uwes Richtung. Ach Gottchen, der arme Mann! Der musste mit der Furie ganz allein in der Wildnis zurechtkommen. Warum tat der sich das an?
Sorry, ich weiß, dass es wirklich eine besch.....ene Situation für euch war, aber ich musste gerade laut lachen 😄 😄 😄 !

Auch wenn ich kurz amüsiert war: obwohl ich diese ganzen Horrorgeschichten schon in der gesprochenen Variante kannte, ist es für mich auch im zweiten Durchgang unerklärlich, wie dreist manche Menschen sein können 😮 😠 .

Ich durfte eine ähnliche Situation ja schon mit euch zusammen auf der Marble Campsite erleben 🙄 , aber gleich mehrere solche Nächte hintereinander und dann noch diese Familie auf Kukonje Campsite 1 lässt mich langsam zur Erkenntnis kommen, dass dies damals dagegen ja Kindergeburtstag war 🤩 .

Wie schön, dass Ihr zusammen mit Erdwolf und Baobabs wenigstens hier mal einen friedlichen Abend erleben durftet!

Und dieses Bild ist ja wirklich ein Traum 🙂 !

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Liebe Grüße von Bele und danke natürlich fürs Weiterschreiben - ich bin angespannt gespannt aufs nächste Kapitel 😵 .
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
zuletzt bearbeitet 18. Feb. 2024
1'835 Beiträge · seit 201518. Feb. 2024 · #172
Liebe Muskels,
Ach, wie köstlich, eure Lektüre und mit welch Humor ist das alles erzählt und beschrieben. Ein wahres Masterwerk! Ich fühlte mich direkt dort im Camper mit all dem mitternächtlichen Lärm und dann bei der Deutschen Gruppe! Ich kann nicht verstehen dass sie meinten - als Zweite und zuletzt angekommene Gruppe - dieser Platz gehöre ihnen.
Und dann die Belohnung… Karma… für euren Rückzug: Aardwolf und Eule, dazu Stille und gutes Licht! Sehr gut gemacht!
Mein Favorit ist das Bild mit dem riesigen Baobab und dem Sonnenstern.

Liebe Grüsse von Katrin
If life is a journey be sure to take the scenic road! Expedition Antarktis: https://www.namibia-forum.ch/forum/weiterelaender/299327-expedition-antarktis-mit-falklands-und-s-georgia.html Island In Herbstfarben https://www.namibia-forum.ch/forum/weiterelaender/299288-island-in-herbstfarben-september-2018.html Nordamerikanische Safari und Landschaften May Till October 2019 https://www.namibia-forum.ch/forum/index/weitere-laender/299141-nordamerikanische-safari-und-landschaft-2019.html Zweite Selbst Fahrer Tour in Tansania. Same same but different. Juni 2018 https://www.namibia-forum.ch/forum/index/tansania/295665-zweite-selbst-fahrer-tour-in-tansania-same-same-but-different.html Trip reports in English: Namibia and KTP 2016 http://safaritalk.net/topic/16959-self-drive-safari-tr-nam-sa-bots-nam/ Botswana 2016: http://safaritalk.net/topic/16985-self-drive-safari-tr-bots-nam-sa/ Tanzania 2015: http://safaritalk.net/topic/15256-self-drive-safari-through-northern-tz-parks-of-mara-crossings-and-lions-in-camp/ Nam-SA-Bots 2014: http://safaritalk.net/topic/14669-self-drive-safari-in-botswana-south-africa-and-namibiab/page
548 Beiträge · seit 201619. Feb. 2024 · #173
Eulenmuckel schrieb:Tag 24 – Samstag, 15. Juli – Randale und Hurra

Nach ein paar lauten Abenden verbrachten wir hier nun einen ganz herrlich ruhigen, an dem wir friedlich von Salzpfannen, riesigen Baobabs, Erdwölfen und Buschbabys träumten.

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Den Abend habt ihr euch redlich verdient! Wie gut, dass der Tag noch so schön geendet hat.

viele Grüße
Elke
Menschen, mit denen man lachen und weinen kann, sind die Menschen, die das Leben ausmachen.
Themenstarter2'097 Beiträge · seit 200619. Feb. 2024 · #174
@Bele: Es freut uns, dass du dich bei dem Bericht amüsieren konntest. Im Nachhinein sehen wir die Begegnungen auch etwas gelassener. Du kannst tatsächlich angespannt bleiben. Am nächsten Tag wurde es leider auch nicht besser.

@Katrin: Wir waren total perplex, als die Überzahl der anderen nicht locker ließ und den Platz für sich beanspruchte. Ich glaube, selbst wenn wir uns irgendwie durchgesetzt und sie vertrieben hätten, wäre der Abend aufgrund eines unterschwellig schlechten Gewissens nicht so glücklich gewesen. Der Erdwolf war dann sicherlich eine Art ausgleichende Gerechtigkeit.

@Elke: Es war für uns eine pragmatische Entscheidung: Entweder wir ärgern uns über die Geschichte mit der Campsite und versauen uns so den einzigen Abend hier, oder wir vergessen die Sache und haben eine gute Zeit.

Liebe Grüße
Uwe
Unsere Reiseberichte im Namibia-Forum Unsere Bilder in der fotocommunity
1'558 Beiträge · seit 201120. Feb. 2024 · #175
Liebe Muckels,
zu euren Fotos muss ich nichts mehr sagen - SUPER! 😘

Auch wir erlebten mehrere Nächte hintereinander solch rücksichtsloses Pack, allerdings waren es bei uns ausschließlich Südafrikaner.
Ich habe lange überlegt, warum sie sich so verhalten und nach Antworten gesucht.
Häufig wurde gesagt, dass Südafrika für viele Einheimische zu teuer sei und sie deshalb nach Botswana reisen. Früher soll es solche Partys in SA gegeben haben. Bestätigen kann ich den Preisanstieg dort nicht, da ist eher Botswana teurer.
Offensichtlich reisen die Südafrikaner aber immer stärker in größeren Gruppen und neigen dann zu den wilden Partys.

Es tut mir für jeden Touristen leid, der die Einsamkeit und Ruhe genießen möchte und dann so etwas erleben muss.
Schade, dass zu dem auch noch die Natur durch Müll verschandelt wird. Es ist unglaublich, was sich so ereignet!
Hoffentlich nimmt diese Art von Partytourismus nicht zu?

Liebe Grüße
Biggi
Meine Reiseberichte
131 Beiträge · seit 201121. Feb. 2024 · #176
Hallo ihr Zwei!

Während der ganzen Story um CS 1 auf Kukonje, dachte ich mir immer, CS 3 ist eh viel schöner. Freut mich zu lesen, dass ihr das auch so seht und geniessen konntet.
Unsere Bilder findert ihr hier https://www.coleopter.at/reisen/2022/botswana-s%C3%BCdafrika/ im Fotoalbum von Teil 03, falls ihr vergleichen wollt 🙂

Liebe Grüße,
Kerstin
Themenstarter2'097 Beiträge · seit 200603. März 2024 · #177
@Biggi:
Es tut mir für jeden Touristen leid, der die Einsamkeit und Ruhe genießen möchte und dann so etwas erleben muss.
Mir scheint, du hast bereits den nächsten Abend in unserem Reisebericht gelesen. 😉

@Kerstin: Dass CS3 so schön ist, wussten wir zu diesem Zeitpunkt ja noch nicht. Eure Bilder haben wir uns angesehen. Offensichtlich hattet ihr auch eine schöne Zeit in Botswana.

Liebe Grüße
Uwe
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Themenstarter2'097 Beiträge · seit 200603. März 2024 · #178
Tag 25 – Sonntag, 16. Juli – Besser wird’s nicht.

Kukonje Island – Kubu Island

Auch die Nacht war herrlich leise. Draußen war es mucksmäuschenstill. Wir schliefen aus und standen mit Sonnenaufgang auf.

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Die Luft war noch frisch und würzig, und so liefen wir erst mal ein bisschen herum und fotografierten. Ruth spazierte bis weit auf die Pfanne hinaus. Hier konnte sich zumindest kein Leo im Gras verbergen, der sich plötzlich aufgeschreckt davonmachte. Trotzdem war es ein merkwürdiges Gefühl, sich so mutterseelenallein auf der Salzpfanne zu bewegen. Ruth brauchte ein Ziel und peilte einen etwas erhöhten Lehm-Salzbuckel an.

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Dort angekommen war sie überrascht, wie weit die Campsite mit dem Auto entfernt war. Endlich wieder so ein kleiner Mir-gehört-die Welt-Moment! Das sollte heute noch ganz anders werden, aber davon ahnte sie zum Glück noch nichts. Bevor Uwe die Suchmeldung losschicken konnte, machte sie sich wieder auf den Rückweg. Während sie lief und lief, bereitete Uwe schon mal das Frühstück vor.

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Die Sonne war schon höher und wärmte, als wir Müsli, Marmeladenbrötchen und Brote aßen.

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Wir ließen uns mit allem sehr viel Zeit, denn der Ort war wirklich wunderschön und ganz besonders. Eigentlich hätten wir hier noch gut eine weitere Nacht verbringen können. Nachdem wir gespült, geräumt und alles eingepackt hatten, fuhren wir weiter am Pfannenrand bis zur Einfahrt auf die Insel. Es war bereits nach elf Uhr, als es über die Salzpfanne zurück auf das „Festland“ und dann weiter nach Süden ging. Meistens ließ sich die Strecke sehr gut fahren, an manchen Stellen gab es kleine Schikanen wie eine krumme Metallbrücke oder eine ausgefahrene Auffahrt. An einer Stelle musste sogar die Untersetzung helfen. Aber alles in allem kamen wir gut voran.
An der Teerstraße gab es eine Polizeikontrolle, bei der wir ein paar nette Worte mit dem Polizisten wechselten. Dann spielte uns das Navi einen Streich, weil es uns ständig zu früh abbiegen lassen wollte. Fast wären wir darauf hereingefallen. Kurz vor Orapa bogen wir nach Norden ab und fuhren auf einer fast neuen Teerstraße bis Mmatshumo. Ein Stück dahinter wechselten wir auf Schotter, Sand und Staub, mal eben, mal wellig, mal tief. Ab und zu rumpelte es. An einer Aussichtsplattform, von der aus man die Makgadikgadi Pans bereits erahnen konnte, machten wir einen kurzen Stopp.

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Parallele Spuren führten teils eng bewachsen in die ungefähr angestrebte Richtung. Selten waren wir uns sicher, dass wir die richtige erwischt hatten, wenn es wieder besonders staubig wurde. Uwe bemühte sich, immer den befahreneren Weg zu wählen. Trotzdem kratzten die Zweige mit unschönem Geräusch am Lack unseres Autos.

Termitenschmätzer

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Gegen Ende dieser Strecke fuhren wir wie auf einer Art Autobahn über eine ebene Salzpfanne. Vereinzelt standen Büschel von trockenem, gelbem Gras. Immer wieder wuchsen Hoodia-Pflanzen, und hier und da sprang ein Steinböckchen auf.

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Viel später als geplant oder erwartet erreichten wir Kubu Island. Im Gegensatz zu unserem Besuch in 2007, bei welchem wir Kubu als magischen Ort mit ständig wechselnden Lichtstimmungen zum Sonnenauf- und -untergang erlebt hatten, hatte sich hier viel verändert. Es gab eine Verkehrsführung, die die direkte Zufahrt zur Felseninsel sperrte und die Besucher zu einem Tor mit Rezeption führte, das vor drei Jahren gebaut worden war.

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Darauf waren wir vorbereitet. Unter einem großen Schild mit allerlei Regeln

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checkten wir ein und fuhren bis zu den Campingplätzen. Die meisten waren bereits belegt, und wir entschieden uns für Nummer 2. Worauf wir nicht vorbereitet waren, das waren die Menschenmassen. Naiv waren wir davon ausgegangen, zwar nicht allein auf der Insel zu sein, aber zumindest in der Abgeschiedenheit etwas Ruhe zu finden. Daran war nicht zu denken. Nebenan war ein riesiges Lager mit vielen Zelten und Fahnen aufgebaut.

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Musik wehte zu uns herüber, und überall in den Büschen um unsere Campsite herum waren junge Menschen auf der Suche nach einem sicheren Plätzchen für ihre Erleichterung unterwegs. Wie viele Leute mochten wohl heute hier auf Lekhubu sein? Eindeutig zu viele. Wir waren geschockt. Für solche Menschenmassen waren die Camps nicht ausgelegt. Toilettenpapier flatterte in den Büschen, und permanent lief jemand unmittelbar an unserem Tisch vorbei. Man könnte zu dem Schluss kommen, dass wir keine Menschen leiden können, aber bitte nicht falsch verstehen! Hier hatten wir mit einem solchen Auflauf einfach nicht gerechnet.
Und es war tatsächlich ein Auflauf. Eine Dame, die zum Zeltcamp gehörte, erklärte uns, dass aktuell ein Charity-Lauf stattfinde, bei dem alle Teilnehmer zu Fuß 57 Kilometer über die Salzpfanne liefen.

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Morgen gehe es den gleichen Weg wieder zurück. Wir hatten ausgerechnet einen der beiden Tage im Jahr erwischt, an dem alle geschätzten 100 Teilnehmer nach einem anstrengenden Tagesmarsch auf der Insel rasteten und übernachteten. Na großartig! Die Stimmung unter den überwiegend jungen Leuten war gut, also beschlossen wir, uns unsere Laune nicht verderben zu lassen. Außerdem hatten wir auch erwünschte Gäste auf unserer Campsite.

Granatstrild

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Rotstirn-Bartvogel

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Als die Schatten länger wurden, schnappten wir uns die Fotoapparate und marschierten um die Insel herum zu den wunderschönen Baobabs und Felsen.

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Die Bäume, das Abendlicht und die Landschaft waren wie damals phänomenal.

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Wir konnten uns nicht sattsehen an den bizarren Affenbrotbäumen und fanden auch den Baum wieder, den wir vor 16 Jahren fotografiert hatten und dessen Bild schon immer unser Avatar im Namibia-Forum ist.

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Er sah zum Glück noch genauso aus wie damals. Allerdings war es heute deutlich schwieriger, ein Foto von ihm ohne Autos im Hintergrund zu bekommen. Ständig trafen neue Autogrüppchen ein, die mit hohem Tempo an uns vorbeifuhren, um sich dann mitten auf der Pfanne einen geeigneten Platz für den Sundowner zu suchen. Das war jetzt für den Foto-Plan „Baobab mit Sonne und Pfanne im Hintergrund“ nur so mittel gut. Und es wurde auch nicht besser.

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Ein wenig später traf noch eine Gruppe Südafrikaner mit vier Autos ein. Sie brüllten uns über das Motorengeräusch ihrer Autos hinweg an, ob wir ihnen weiterhelfen könnten, denn sie hatten die Rezeption nicht gefunden. Ob das möglicherweise daran gelegen haben könnte, dass sie einfach quer über die Pfanne eine ganz eigene Spur gezogen hatten und aus der entgegengesetzten Richtung eingetroffen waren? Nachdem wir ihnen erklärt hatten, wo die Rezeption war, schienen sie sich aber nicht weiter dafür zu interessieren und fuhren ebenfalls mitten auf die Pfanne, stellten ihre Fahrzeuge ab und feierten lautstark den Geburtstag eines Kindes. Ruth überlegte kurz, ob sie unsere Töpfe zum Topfschlagen zur Verfügung stellen sollte.

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Die Läufer, die zu ihrer Versorgung anscheinend von Quadbikes begleitet wurden, hatten ebenfalls eine Menge Spaß. Mit einem Affenzahn jagten sie mit Vollgas immer zu zweit über die Pfanne, zogen eine lange Staubfahne hinter sich her und lieferten sich ein Rennen nach dem anderen. Es herrschte ein wahnsinniger Rummel, und das Knattern und Röhren der Motoren und Auspuffe war eine wahre Freude. Am Autobahndreieck Heumar hätte es nicht himmlischer sein können!

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Während die Sonne auch keine so richtig große Lust mehr hatte, diesem Spektakel noch länger zuzusehen und sich langsam verabschiedete, waren wir mit einem Knäuel an Gedanken im Kopf zu der Erkenntnis gekommen, hier besser nicht wieder hingefahren zu sein.

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War dies wirklich derselbe heilige Ort der San, den wir vor sechzehn Jahren besucht hatten? Er kam uns vor wie ein großer Spielplatz, auf dem jeder tun und lassen konnte, was er gerade wollte. Von Rücksicht gegenüber anderen Besuchern fehlte jede Spur. Ob irgendjemand die Schönheit der Insel, die fantastischen Formen der Bäume und die unvergleichlichen Farben der Lichtmalerei am Himmel und auf der Pfanne überhaupt bemerkte? Wahrscheinlich tun wir all den Menschen fürchterlich Unrecht, wenn wir uns fragen, warum sie sich für ein derartiges Verhalten ausgerechnet solch einen abgelegenen Ort aussuchen. Offensichtlich scheint es bei vielen Menschen ja genau diesen Bedarf zu geben. Schade nur, dass das so gar nicht in unser bestehendes Bild von Kubu Island passte.

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Nachdem die Sonne untergegangen war, liefen wir ziemlich desillusioniert zurück zum Auto, machten Feuer und kochten Kartoffeln. Dazu grillten wir Wildfilet. Wir hatten seit dem Frühstück nichts Richtiges gegessen, und so ließen wir es uns schmecken. Der Sternenhimmel sah toll aus.

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Die Größe unseres Nachbarcamps hatte uns Schlimmes befürchten lassen, aber wir wurden diesmal angenehm überrascht. Das Stimmengewirr war leise, und auch die ruhige Musik aus der Ferne störte uns heute Abend nicht.
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zuletzt bearbeitet 03. März 2024
1'059 Beiträge · seit 200605. März 2024 · #179
Hallo ihr Lieben

Die Bilder sind einfach wieder fantastisch - das macht richtig Freude!

Allerdings lassen mich die Beschreibungen über das Verhalten der anderen Touristen wirklich sprachlos zurück. Krass! 🤨

Aber Hut ab vor eurer Geduld und Gelassenheit - und für uns Leser sehr lustige Beschreibung. 🙂

Liebe Grüsse
Sam
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4'382 Beiträge · seit 201505. März 2024 · #180
Hallo Ruth und Uwe!

So lustig wie Sam fand ich es eigentlich nicht...........
Da erfüllt man sich den Traum vom eigenen Gefährt, macht damit die erste Reise und dann,neben kleineren Pleiten, Pech, Pannen, vor allem Menschen, die sich nicht benehmen können. Da kann einem die Lust vergehen..........
Schöne Grüße
Friederike
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zuletzt bearbeitet 05. März 2024