Mosqitos in Namibia (vom Süden bis Höhe Etosha)

37 Antworten · 5'687 Aufrufe · gestartet 29. Juni 2023 von Dirk.R
Antworten
Themenstarter118 Beiträge · seit 202329. Juni 2023 · #1
Hallo miteinander,
wir werden im Oktober bis Mitte November in Namibia unterwegs sein.
Geplant ist eher der die "Ersttäter-Runde". Heißt der Süden und hoch bis Etosha; kein Caprive oder Epupa Falls.

Mich würde mal interssieren welche persönlichen Erfahrungen ihr zu dieser Zeit in dieser Area mit Mosquitos gemacht habt. Wäre super, wenn ich da Infos kriegen könnte.

Kurz zum Hintergrund:
Wir waren u.a. in 2021 9 Wochen in Costa Rica und in 2019 6 Wochen in Mexico unterwegs. Jedes Mal waren wir auf Mosquitos vorbereitet (Mückennetze mit diversen Aufhängungsmaterialien, imprägnierte Sachen, NoBite, passende Kleidung, ...), weil es immer hieß: Achtung Mosquitos.
Das Ergebnis war aber beides Mal, dass wir Mosqitos maximal an 1-2 Standorten hatten und sonst nix war. Und dieses Mal würde ich bei unserem Equipement gerne abspecken, wenn es nicht sehr wahrscheinlich ist.

Liebe Grüße Dirk
33,1k Beiträge · seit 200630. Juni 2023 · #2
Mich würde mal interssieren welche persönlichen Erfahrungen ihr zu dieser Zeit in dieser Area mit Mosquitos gemacht habt. Wäre super, wenn ich da Infos kriegen könnte.
Guck doch mal in den anderen Threads zum Thema. Etosha und Malaria hatten wir ja gerade vor 2 Wochen mal wieder hier besprochen (ich glaube in https://www.namibia-forum.ch/forum/7-routen/303497-ersttaeter-diverse-ueberlegungen.html). Im Oktober ist die Wahrscheinlichkeit einer Mücke zu begegnen nahe bei 0, hängt aber auch ein wenig davon ab, ob es dann vielleicht schon regnet (was es eher nicht tut....)

Viele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
zuletzt bearbeitet 30. Juni 2023
16,9k Beiträge · seit 201230. Juni 2023 · #3
travelNAMIBIA schrieb:
Mich würde mal interssieren welche persönlichen Erfahrungen ihr zu dieser Zeit in dieser Area mit Mosquitos gemacht habt. Wäre super, wenn ich da Infos kriegen könnte.
Guck doch mal in den anderen Threads zum Thema. Etosha und Malaria hatten wir ja gerade vor 2 Wochen mal wieder hier besprochen (ich glaube in https://www.namibia-forum.ch/forum/7-routen/303497-ersttaeter-diverse-ueberlegungen.html). ...
Und genau dieser Thread wurde ebenfalls von Dirk.R eröffnet. 😎

LG
Logi
Themenstarter118 Beiträge · seit 202330. Juni 2023 · #4
Hallo Christian, hallo Logi,
Danke für eure Antworten.

Wenn ich eure Antworten richtig interpretiere, heißt das, wo Malariagefahr besteht gibt es Mücken, sonst nicht.
Das war mir nicht klar, da in anderen Ländern dieser Zusammenhang nicht unbedingt besteht. Bspw. gibt es in Costa Rica nur in einigen Gebieten Malaria, aber eigentlich fast im ganzen Land Mosquitos / Mücken.
Dann kann ich mir die Mitnahme von Mosquitonetz, etc, dieses Nal sparen.

Aufgrund der Antworten bzgl. Malaria in d3n anderen Thread hatte ich schon Caprivi aus meinen ursprünglichen Überlegungen rausgenommen (was im Nachhinein sowieso zu viel für eine Ersttour gewesen wäre).

PS: Ich hatte diesen Thread extra eröffnet, da ich dachte, das könnte auch andere interessieren. Sorry!

Liebe Grüße Dirk
33,1k Beiträge · seit 200630. Juni 2023 · #5
Hi Dirk,

Mücken gibt es auch anderswo in Namibia... wenn es heiß ist und geregnet hat. Diese übertragen aber (südlich der groben Linie Nordetosha) keine Malaria.

Viele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
925 Beiträge · seit 201630. Juni 2023 · #6
Hallo,
travelNAMIBIA schrieb:Im Oktober ist die Wahrscheinlichkeit einer Mücke zu begegnen nahe bei 0, hängt aber auch ein wenig davon ab, ob es dann vielleicht schon regnet (was es eher nicht tut....)
Wir wurden mal im Oktober in Namutoni ziemlich zerstochen - Rasensprenger sei dank..
Reiseberichte: SA-KTP-NAM 2017 - Uganda 2018 - Elternzeit 2 M. Südafrika 2022 - Elternzeit 3 M. SA/NAM 2024 Teil I, Teil II, Teil III - SA KNP + KZN 2025
409 Beiträge · seit 202230. Juni 2023 · #7
Wo offenes Wasser ist, gibt es auch Moskitos. Selbst bei Regenwassertanks. Deshalb tröpfeln einige etwas Petroleum auf die Oberfläche, daß sie dort nicht brüten konnen.
Malaria gibt es nur dort, wo Infizierte vorher durch den Typ Anopheles (getreiftes Hinterteil) vorher gestochen werden, und das Blut von Mensch zu Mensch übertragen. Wo keine Infizierten Personen sind gibt es kein Malaria. Wo es Infizierte gibt, kann Malaria übertragen werden. Das Risiko zu der Jahreszeit ist, zumindest für mich, vernachlässigbar. Kaufe Dir im Supermarkt das PEACEFUL SLEEP Spray und reibe Dich ein falls Du Moskitos bemerkst. Das hält die Viecher weg, denn für mich sind schon die juckenden Stiche lästig. Die Wirkung deutscher Mittel ist gleich Null. Falls Ihr ein Dachzelt habt, reicht die Gaze am Zelt zumeist aus um die Viecher draußen zu halten.
7'296 Beiträge · seit 200630. Juni 2023 · #8
Hajo52 schrieb:
Malaria gibt es nur dort, wo Infizierte vorher durch den Typ Anopheles (getreiftes Hinterteil) vorher gestochen werden, und das Blut von Mensch zu Mensch übertragen. Wo keine Infizierten Personen sind gibt es kein Malaria. Wo es Infizierte gibt, kann Malaria übertragen werden.

Der gestreifte Körper ist eher das Kennzeichen der Asiatischen Tigermücke sowie der Ägyptischen Tigermücke, die diverse Krankheiten übertragen, aber nicht Malaria.
Anopheles ist eher unauffällig gezeichnet, sitzt beim Stechen aber mit nach oben gerecktem Hinterleib und ist am ehesten daran zu erkennen.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
155 Beiträge · seit 200701. Juli 2023 · #9
Die Anopheles-Mücke ist der Überträger der Malaria und fliegt nahezu lautlos. Hört man Mücken fliegen sind das die kleinen schwarze Stecher und andere Mücken, die dir mit nervenden, juckenden Stichen den Abend versauen.
Einige Abwehrmittel wurden schon genannt. Ansonsten helfen Mosquito Coils oder das vernebeln von ätherischen Ölen. Zusätzlich kann durch abendliches Füsse waschen (Mücken werden durch Schweissfüsse angezogen) und wenig Licht (unvermeidliche Lampe mit einen gelben Plastikbeutel überziehen) die Insektenlast mindern. Zudem sollte man sich nicht unter einer Baumkrone aufhalten, sondern besser an den Übergang zum freien Himmel. Hier geht nämlich meisten ein leichter Luftzug, der ebenfalls Insekten abhält.

Moskitonetze und -gitter halten die Viecher effektiv ab. Leider haben diese meist kleine Löcher oder Risse. Diese lassen sich sehr gut mit "Leukosilk"-Pflaster* verkleben (der Kleber ist thermostabil, reissbar, aber nicht wasserfest) und läßt sich in der Regel rückstandsfrei wieder entfernen (evtl. wichtig für den Einsatz in der Lodge). Auch am Dachzelt ist es eine feine Sache, da sich das Plaster knicken läßt ohne gleich wieder abzugehen. Im eigenen Zelt würde ich es von beiden Seiten aufeinander kleben. Das hält jahrelang.

Peter

* Leukosilk 2,5cm von der Rolle (Apotheke, Drogerie, dm). Auf keinen Fall Leukoplast!!!
ADVENTURE BEFORE DEMENTIA - noch etwas erleben im Leben
544 Beiträge · seit 201404. Juli 2023 · #10
Moin,

die Frage von Dirk R. ist hoffentlich hinreichend beantwortet, sodass ich vielleicht etwas abschweifen darf?

Dieses genannte
adkstr schrieb:
Moskitonetze und -gitter halten die Viecher effektiv ab. Leider haben diese meist kleine Löcher oder Risse. ...
können wir so leider nicht bestätigen.
Letztes Jahr in Sesriem sind wir noch unter Sirren von Mücken (außerhalb vom Dachzelt) beruhigt eingeschlafen und wurden dann in der Nacht komplett zerstochen. Wir hatten während der Nacht dann locker zwei Dutzend Mücken im Zelt. Das Dachzelt von Tentco war zu diesem Zeitpunkt nagelneu und hatte keine Schäden an der Gaze.

Beim Einkauf von Peaceful Sleep meinte ein Einheimischer zu uns, dass die Mücken es mittlerweile 'gelernt' hätten durch die Gaze durchzukommen.
Hat das jemand anderes schon erlebt und wie geht Ihr damit um? Da zumindest ich relativ stark auf Stiche reagiere, bin ich auf der Suche nach einem Plan B für den nächsten Urlaub, was bedeutet, dass ich das Dachzelt irgendwie insektendicht bekommen möchte.
Gibt es passende Moskitonetze, die man zusätzlich ins Dachzelt einhängen kann?

Gruß
Henning
409 Beiträge · seit 202204. Juli 2023 · #11
Hallo Henning,
beim Dachzelt immer schauen ob die Gaze und das Valcro (Klettband) richtig aufliegt und schließt.
Und vor allem schaue, ob es zwischen Dachzeltboden und Zeltwandung keine Öffnungen nach draußen gibt,
Die kann man am leichtesten mit aufgerolltem Handtuch schließen.

Nun, ich tue etwas was sofort lauten Protest auslösen wird, aber wir leben noch immer:
Eine Stunde vor dem Schlafengehen sprühe ich das Dachzelt kurz mit Insektengift aus, besprühe die Gaze und Umfassung. leicht
Dann warte ich bis gelüftet ist.
Obwohl ich mich bei den Mossies extrem großer Beliebtheit erfreue, kann ich sogar ohne Oberhemd schlafen, ohne zerstochen zu werden. Von dem bischen Gift über die Jahrzehnte haben wir jedenfalls keinen merkbaren Schaden genommen.
Gruß
Hajo
zuletzt bearbeitet 04. Juli 2023
544 Beiträge · seit 201406. Juli 2023 · #12
Moin Hajo,

danke für Deinen Beitrag, ich meine, dass wir das alles im Wesentlichen so gehandhabt hatten.
Beim (Klapp-)Dachzelt ist aus meiner Sicht die Problemstelle das Scharnier, wo von außen dieser Lappen mittels Klettband runtergeklappt wird. Die Stelle hatten wir zusätzlich noch mit Gaze von innen vollgestopft und trotzdem immer mal wieder Moskitos während der Nacht im Dachzelt, allerdings nie so schlimm, wie in Sesriem.

Daher und aufgrund des Hinweises des Locals die Vermutung, dass die wohl irgendwie durch die Gaze kommen.

Ausgeprüht haben wir das Dachzelt, denn irgendwie mussten wir die loswerden aber das allein verhindert ja nicht, dass neue Moskitos über Nacht reinkommen. Standardbehandlung (auch an der Gaze) wird das bei uns definitiv nicht, dafür habe ich selber bereits zu viele (schlechte) Erfahrungen mit Pyrethroiden gesammelt.
Mal schauen, wir werden beim nächsten Urlaub die Gaze standardmäßig erstmal mit Repellent einprühen und sehen wie es läuft.

Gruß
Henning
7'296 Beiträge · seit 200606. Juli 2023 · #13
MaHe schrieb:
Beim Einkauf von Peaceful Sleep meinte ein Einheimischer zu uns, dass die Mücken es mittlerweile 'gelernt' hätten durch die Gaze durchzukommen.

Wenn die Mücken da durchkommen, ist die Maschenweite des Moskitonetzes zu groß. Wenn das Netz eng genug ist, können die Mücken so lange "lernen", wie sie wollen. Wenn Dein Kopf z.B. 20 cm lang ist, dann bekommst Du den durch "Lernen" auch nicht durch 'ne Baustahlmatte mit Maschenweite 10 cm gezwängt.

Was ich aber oft sehe, dass Zelte (Dachzelte und Bodenzelte gleichermaßen) unnötig lange offenstehen. Dann sind die Viecher nämlich schon drin, wenn man selbst einsteigt oder man schleppt welche an Kleidung und Haaren rein.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
Gast06. Juli 2023 · #14
Noch mal etwas Allgemeines zu Malaria:

Anopheles sind dämmerungs- und nachtaktiv. Ist man tagsüber unter vielen Menschen an einem malariaversuchten Ort, aber nachts z.B. auf einer abgelegenen Campsite, so ist das Risiko trotzdem gering.

Anopheles sind wechselwarme Insekten, d.h. sie können ihre Körpertemperatur nicht selbst regulieren, sondern sind von den Außentemperaturen abhängig. Ist man in den Sommermonaten (= Winter auf der Südhalbkugel) unterwegs, dann ist es abends und nachts in den größten Teilen Namibias, Botswana und Südafrikas meist zu kalt, als dass die Anopheles richtig funktionieren könnte. In einzelnen Regionen (z.B. Caprivi) kann sich die Situation anders darstellen. 15-17 Grad werden in der Fachliteratur meist als Grenze genannt, wobei man das nicht pedantisch auslegen sollte. Der tagsüber von der Sonne aufgeheizte Ablutions-Block kann der Anopheles z.B. noch passende Bedingungen bieten, wenn das Thermometer schon auf 12 Grad gefallen ist. Weil Anopheles wechselwarme Insekten sind, fliegen sie in der Regel nicht aus dem Warmen in per Klimaanlage runtergekühlte Räume.

Anopheles tragen den Malaria-Erreger nicht per se in sich, sondern sie müssen erst einen Menschen gestochen (d.h. dessen Blut gesaugt haben), der Malaria hat. Dann muss der Erreger in der Mücke einen Entwicklungsprozess durchlaufen. Wenn die Mücke dann einen weiteren Mensschen sticht, kann sie dabei den Malaria-Erreger übertragen. Die Lebenserwartung der Anopheles liegt bei ca. 2 Wochen, d.h. selbst wenn sie den Malaria-Erreger aufgenommen haben, leben viele Anopheles nicht mehr lange genug, um einen Menschen infizieren zu können.

Anopheles brauchen stehendes Wasser zur Eiablage. Ist es weitläufig seit Wochen staubtrocken, wird es normal keine Anopheles geben. Eine irgendwo beständig leckende Wasserleitung mit Pfützenbildung o.ä. kann dann aber doch wieder passende Bedingungen bieten.

Sowie man auch nur den leisesten Verdacht auf eine Malaria hat: Unbedingt testen. Ggf. auch mehrfach. Eine frühzeitig diagnostizierte Malaria ist heute in der Regel problemlos und ohne Langzeitschäden behandelbar. Eine spät diagnostizierte und behandelte Malaria führt häufiger zu chronischen Problemen oder im Extremfall zum Tod. Die ca. 400.000 Malariatoten, die es weltweit jährlich gibt, haben meist keinen Zugang zu passender Behandlung. 80% der Malariatoten sind Kinder unter 5 Jahren. Für Erwachsene sind die mit einer Malariainfektion einhergehenden Risiken viel geringer. Es gibt aber Fälle, bei denen die Malaria auch bei Erwachsenen sehr schnell zum Tod bzw. zu chronischen Problemen führt. Laut einigen Studien sind in der westlichen Welt weit verbreitete Zivilisationskrankheiten wie Obesitas, Diabetes und Bluthochdruck starke Risikofaktoren für schwere Malariaverläufe.

Man hat nur dieses eine Leben und insofern sollte jeder in Abhängigkeit von Gesundheitszustand/Vorerkrankungen abwägen, ob eine Prophylaxe nicht das geringere Übel ist. Andererseits muss man Malariagefahren aus o.g. Gründen in vielen Konstellationen auch nicht überdramatisieren und sollte sich nicht ausschließlich auf Malaria-Vermeidung konzentrieren. U.a. können auch Zecken im südlichen Afrika einige unangenehme und potenziell tödliche Krankheiten übertragen. Zerkarien (Bilharziose) sind bei einigen Gewässern eine Gefahr usw.

Grüße, Thorsten
zuletzt bearbeitet 06. Juli 2023
904 Beiträge · seit 201006. Juli 2023 · #15
Hatte mal Malaria, war weniger lustig, nehme dennoch keine Prophylaxe.

Die Ärzte in DE raten natürlich dazu. Wer will schon verantwortlich sein, wenn sich jemand ansteckt? Ne ähnliche Frage wie die des TE gab es mal in einer Gruppe auf Facebook. Über 10.000 Mitglieder, nahezu nur Bewohner des südlichen Afrikas. So gut wie niemand nimmt Prophylaxe. Denke, es ist kein Fehler, wenn man sich an denen orientiert, die dort wohnen, wo andere Menschen halt mal hinreisen, und das oftmals auch nur für wenige Wochen.

Kaufen uns immer, wenn die alte Packung abgelaufen ist, ne neue. Aber nicht in DE, Malanil kostet in Namibia z.B. weniger als die Hälfte von den Euronen, die man in DE für Malarone hinblättern muss. Sollten wir Symptome bekommen, hauen wir das rein, 3/4-fache Tagesdosis, was anderes haben sie im Krankenhaus auch nicht gemacht. Malanil gibt es rezeptfrei in jeder Apotheke.

Grund zu Panik gibt es nicht, auch wenn man sich Malaria eingefangen hat. Sollte es einen erwischen, muss man halt flott reagieren.

Grüße
Ebi
zuletzt bearbeitet 06. Juli 2023
925 Beiträge · seit 201606. Juli 2023 · #16
mitglied19210 schrieb:Ist man tagsüber unter vielen Menschen an einem malariaversuchten Ort, aber nachts z.B. auf einer abgelegenen Campsite, so ist das Risiko trotzdem gering.
Da die Mücken über 10km weit fliegen können (bei Windunterstützung nochmal mehr), ist es zumindest in Namibia gar nicht so einfach, eine Ecke zu finden, wo Malaria prävalent ist und im 10km Radius keine Siedlung liegt.

Ansonsten gehe ich mit vielen deiner Hinweise d'accord - schön zusammengefasst. Besonders die Gefahren für Kinder sind nicht zu unterschätzen.
Ne ähnliche Frage wie die des TE gab es mal in einer Gruppe auf Facebook. Über 10.000 Mitglieder, nahezu nur Bewohner des südlichen Afrikas. So gut wie niemand nimmt Prophylaxe. Denke, es ist kein Fehler, wenn man sich an denen orientiert, die dort wohnen, wo andere Menschen halt mal hinreisen, und das oftmals auch nur für wenige Wochen.
Da habe ich andere Erfahrungen gemacht (oder besuche andere Gruppen). Wenn man im Malariagebiet dauerhaft wohnt, hat man naturgemäß eine andere Einstellung. Gerade aber z.B. in Südafrika sind meiner Wahrnehmung nach viele Leute (aus guten Grund) genauso vorsichtig wie der durchschnittliche europäische Tourist, was die chemische Prophylaxe angeht (die Expositionsprophylaxe wird dafür gefühlt deutlich "entspannter" gehandhabt).
Reiseberichte: SA-KTP-NAM 2017 - Uganda 2018 - Elternzeit 2 M. Südafrika 2022 - Elternzeit 3 M. SA/NAM 2024 Teil I, Teil II, Teil III - SA KNP + KZN 2025
544 Beiträge · seit 201406. Juli 2023 · #17
BikeAfrica schrieb:
MaHe schrieb:
Beim Einkauf von Peaceful Sleep meinte ein Einheimischer zu uns, dass die Mücken es mittlerweile 'gelernt' hätten durch die Gaze durchzukommen.

Wenn die Mücken da durchkommen, ist die Maschenweite des Moskitonetzes zu groß. Wenn das Netz eng genug ist, können die Mücken so lange "lernen", wie sie wollen. Wenn Dein Kopf z.B. 20 cm lang ist, dann bekommst Du den durch "Lernen" auch nicht durch 'ne Baustahlmatte mit Maschenweite 10 cm gezwängt.

Passender Vergleich 😉

In unserem Fall ist es beim Tentco Dachzelt so ein 'mehrlagiges Gewebe'. Ich glaube die ganzen Bodenzelte von Greensport und Konsorten haben das auch. Das hat nicht DIE Maschenweite und vielleicht deshalb auch die Theorie, dass die da irgendwie durch'krabbeln'?
Btw: Wie Mücken und andere Insekten in geschlossene Lampen kommen, ist ja auch eines der ungelösten Rätsel der Menschheit...

Aber scheinbar hat niemand anderes diese Probleme, sodass wir mal ein paar Sachen probieren müssen und notfalls das Dachzelt noch ein bisschen pimpen müssen.

Gruß
Henning
zuletzt bearbeitet 06. Juli 2023
7'296 Beiträge · seit 200606. Juli 2023 · #18
mitglied19210 schrieb:
Anopheles tragen den Malaria-Erreger nicht per se in sich, sondern sie müssen erst einen Menschen gestochen (d.h. dessen Blut gesaugt haben), der Malaria hat. Dann muss der Erreger in der Mücke einen Entwicklungsprozess durchlaufen. Wenn die Mücke dann einen weiteren Mensschen sticht, kann sie dabei den Malaria-Erreger übertragen. Die Lebenserwartung der Anopheles liegt bei ca. 2 Wochen, d.h. selbst wenn sie den Malaria-Erreger aufgenommen haben, leben viele Anopheles nicht mehr lange genug, um einen Menschen infizieren zu können.

Ich möchte zu der insgesamt guten Zusammenfassung noch eine Kleinigkeit ergänzen ...
Die Anophelesmücke muss nicht vorher zwangsläufig einen infizierten _Menschen_ stechen. Der Erreger überdauert auch in anderen Tieren wie Vögeln, Fröschen, Rindern und vermutlich auch Antilopen, Affen oder Fledermäusen.
Unter den Plasmodien (so heißen die Erreger) gibt es fünf bekannte Arten, an denen der Mensch erkranken kann. Es gibt weitere Arten, an denen nur bestimmte Tierarten erkranken und die für den Menschen ungefährlich sind. Umgekehrt muss ein Tier nicht unbedingt Probleme mit den Plamodien bekommen, die dem Menschen schaden. Es kann aber dennoch als Zwischenwirt dienen. Man kann also durchaus auch mal eine Malaria bekommen, obwohl weit und breit keine malariakranken Menschen sind.

Ebi schrieb:Ne ähnliche Frage wie die des TE gab es mal in einer Gruppe auf Facebook. Über 10.000 Mitglieder, nahezu nur Bewohner des südlichen Afrikas. So gut wie niemand nimmt Prophylaxe. Denke, es ist kein Fehler, wenn man sich an denen orientiert, die dort wohnen, wo andere Menschen halt mal hinreisen, und das oftmals auch nur für wenige Wochen.

Man kann das nicht 1:1 vergleichen.
Wer für ein paar Wochen reist, kann die Medikamente nehmen, weil die Belastung für Leber, Nieren und weiß was noch alles überschaubar ist.
Wer dort wohnt, kann die ja unmöglich sein ganzes Leben nehmen. Damit macht man langfristig seinen Körper kaputt. Viele dieser Medikamente haben ja auch eine Höchsteinnahmedauer.

Ich habe aber mal einen ausgewanderten Deutschen kennengelernt, der in der Regenzeit Prophylaxe nahm und dazu sagte: "Wer so oft Malaria hatte wie ich, der nimmt in der Regenzeit lieber Prophylaxe". Das konnte ich durchaus nachvollziehen.

MaHe schrieb:
Aber scheinbar hat niemand anderes diese Probleme, sodass wir mal ein paar Sachen probieren müssen und notfalls das Dachzelt noch ein bisschen pimpen müssen.

Ich kenne das Problem mit Moskitos im Zelt aus der canadischen Arktis im Sommer. Klingt komisch, aber die sommerliche Arktis gehört zu den moskitoreichsten Gebieten der Welt. Ich habe meine Technik stetig verbessert, möglichst schnell ins Zelt zu kommen und es wieder zu schließen, aber so 10 Moskitos waren immer mit drin. Zeitweise bin ich mit Moskitonetz überm Kopf geradelt. Das Überziehen im Stand war vollkommen sinnlos, aber selbst beim Überziehen während der Fahrt hatte ich immer so ein halbes Dutzend auf der Innenseite. Die haben dann erst einmal gestochen und wollten wieder wegfliegen, konnten aber nicht. Dann hatte man permanent das Gesumme direkt um die Ohren. Das treibt einen langsam in Richtung Wahnsinn ...

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
zuletzt bearbeitet 06. Juli 2023
1'287 Beiträge · seit 200607. Juli 2023 · #19
Mensch Wolfgang, lasse doch bereitwillig die junge Mutter saugen. Ja, um eine junge Mücken - Mutter handelt es sich, sie ist bereits befruchtet, trägt ein paar 100 Eier in sich und braucht, um sie ganz zu entwickeln, nur noch diese Blutspende, die sie sich in der Nacht leider ausgerechnet von Dir erbittet. Kann man einer werdenden Mutter diesen Wunsch abschlagen?

Mit sonnigen Grüßen aus Windhoek
Carsten Möhle
2'048 Beiträge · seit 200707. Juli 2023 · #20
Hallo Ebi,
Denke, es ist kein Fehler, wenn man sich an denen orientiert, die dort wohnen, wo andere Menschen halt mal hinreisen, und das oftmals auch nur für wenige Wochen.
Du vergleichst Äpfel mit Birnen. Die unendlich lange Einnahme von Prophylaxemedikamenten ist faktisch gar nicht möglich. Für Kurzzeit-touristen aber sehr wohl.
Ein weiterer Unterschied besteht in der Diagnostik. In Malariagebieten beherrscht praktisch jeder Hausarzt sicher die Diagnostik im "dicken Tropfen", weil es eben eine alltägliche Erkrankung ist.
Hier denkt niemand dran, die richtige Diagnose dauert viel zu lange und manchmal kommt sie auch zu spät.
Es gibt sehr wohl gute Gründe für eine Prophylaxe, während ich die wohl jetzt wirklich kommende Impfung vermutlich erstmal den Einheimischen überlassen werde.

Viele Grüße
JAW
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)