Sabine26Themenstarter1'394 Beiträge · seit 200922. Juli 2023 · #21
Tag 9 – Kalahari Bush Breaks Lodge – Dombo Farm Ein Land, dessen Währung Regen heißt
Noch einmal ca. 600 Kilometer liegen heute vor uns, aber bis auf die letzte Etappe, vor der wir großen Respekt haben, werden wir auf Asphalt fahren. Um 04:45 Uhr schälen wir uns aus den Federn und sind dann tatsächlich die ersten, die am Grenzübergang stehen. Dieser öffnet um 07:00 Uhr. Nach 40 Minuten haben wir die Grenzformalitäten hinter uns gebracht und reisen nach Botswana ein. Das Land, das ich schon seit Jahren bereisen wollte. Zum Glück hatte ich mich belesen und vorbereitet, so weiß ich, dass die nun folgende Strecke bis Maun recht langweilig wird. Unterbrochen wird die Fahrt nur durch kurze Stopps und dem Verzehren des Lunchpakets. Wobei Verzehren tatsächlich übertrieben ist. Es ist kaum etwas im Lunchpaket enthalten und fast alles des Wenigen ist kaum genießbar. Mein Mann isst so gut wie nichts, ich etwas mehr, aber nur weil ich doch recht großen Hunger habe.
Die erste Abwechslung verspricht der Stopp in Maun. Wir tanken, erstehen einige Postkarten und ich kaufe mir ein Eis an der Tankstelle. Schnell tauschen wir noch ein paar Euros in Regen und schon können wir unsere Fahrt fortsetzen. Ich finde es bezeichnend, dass ein Land seine Währung Regen nennt. Pula, die Währung Botswanas, bedeutet übersetzt Regen.
Die zweite Abwechslung findet dann einige Kilometer hinter Maun statt. Unser Auto und auch wir müssen durch ein Fußdesinfektionsbad rollen bzw. gehen. Nun sollte es nicht mehr weit sein, bis wir die Pad zur Dombo Farm erreichen.
Wir wurden bereits im Vorfeld darüber informiert, dass die Zufahrt tiefsandig sei und man dazu unbedingt einen 4 x 4 Wagen benötigen würde. Mit unserem Daihatsu Terios AWD kämpfen wir uns gut eine Stunde über die tiefsandige Piste. Zugegeben, wir hatten da im Vorfeld schon recht großen Respekt, nachdem wir uns bei unserer ersten Reise nach Namibia trotz Luftablassens vor knapp 10 Jahren à la bonne heure im Sossusvlei eingegraben hatten. Aber wir schaffen es, ohne weitere Probleme durchzukommen und nachdem wir später von Heike und Uli hören, dass wir die ersten Touristen seien, die mit diesem vergleichsweise kleinen Wagen angereist seien, fragen wir uns, ob wir uns möglicherweise zu wenig zutrauen, was Tiefsandpisten anbelangt. Aber die Erfahrung von damals sitzt doch tief.
Wir stellen den Wagen ab und werden diesen in den nächsten Tagen auf Dombo auch nicht mehr benötigen. Zwei Touren habe ich bereits im Vorfeld gebucht. Heike und Uli begrüßen uns so herzlich und sofort wissen wir, hier stimmt die Chemie.
Wir haben ohnehin das Gefühl, die beiden schon ein wenig zu kennen. Nicht nur durch den Mailverkehr während des Buchungsprozesses, sondern auch durch die Lageberichte, die Heike uns geschickt hatte. Dort konnten wir lesen, mit welcher Mühe, Schweiß und Herzblut trotz vieler Widrigkeiten die beiden diese Gästefarm über mehrere Jahre mitten im Nirgendwo hier in Botswana aufgebaut haben. Schon längst hatten die beiden unseren allergrößten Respekt für diese Leistung.
Dombo bietet seinen Gästen insgesamt 4 Betten in zwei Bungalows. Es gibt den Giraffenbungalow und den Zebrabungalow. Der Zebrabungalow wird unser Zuhause für die nächsten 5 Nächte. Sowohl von unserer Terrasse als auch vom Haupthaus und dessen Terrasse können wir auf das Wasserloch blicken. Hier sollen sich regelmäßig Leoparden und mit viel Glück auch Wildhunde einfinden.
Kaum angekommen, wissen wir, hier werden wir uns wohlfühlen. Noch dazu, weil wir wissen, dass wir die einzigen Gäste sein werden, da wir zwei Touren in Nationalparks mit Uli gebucht haben.
Sabine26Themenstarter1'394 Beiträge · seit 200922. Juli 2023 · #22
Tag 10 – Dombo Farm Das ist übel … und ein Tag ohne Fotos
Ich wache früh am Morgen auf. Ich habe Kopfschmerzen und mir ist übel. Oh nein, hoffentlich keine Migräne, denke ich noch bei mir, ahne aber nicht, dass es weitaus heftiger kommen wird. Die Übelkeit verstärkt sich mit rasender Geschwindigkeit und ich stelle ganz schnell fest, dass es etwas anderes sein muss, die Symptome unterscheiden sich von einem Migräneanfall. Ich muss mich übergeben, kurze Zeit wieder … alleine innerhalb der ersten Stunde 7 Mal und die Übelkeit nimmt nicht ab. Es ist bereits jetzt schon sehr heiß, wir werden heute sicherlich wieder nahe der 40 Grad Celsius Marke kommen und ich möchte keinesfalls austrocknen. Also trinke ich Wasser, mit dem Ergebnis, dass ich selbst das nicht bei mir behalten kann. Mein Mann macht sich Sorgen, ich bitte ihn aber, dass er zum Frühstück geht. Währenddessen bin ich weiterhin Dauergast über der Toilettenschüssel.
Heike kommt vorbei. Sie will nach mir sehen. Sie und Uli machen sich Sorgen um mich. Es ist so rührend, wie sich alle um mich kümmern. Ich bin total erschöpft und müde, unglaublich übel ist mir immer noch. Heike bringt mir Wasser, in das sie in äußerst geringer Menge Salz und etwas Zucker gegeben hat. Tatsächlich behalte ich dieses grässlich schmeckende Getränk länger in meinem Körper als reines Wasser. Sie fragt mich, ob sie mir irgendetwas zum Essen bringen kann und ob Sie einen Arzt verständigen soll. Letzteres verneine ich, ich möchte erst noch einmal abwarten. Ich frage nach einem Stück Brot mit Marmelade. Als sie kurze Zeit später damit zurückkehrt und ich nur einen kurzen Blick auf das Stück Brot werfe, wird mir schlagartig wieder so übel, dass ich sofort wieder in der Toilette verschwinden muss. Seit diesem Tag werde ich wissen, was der Spruch „Ich könnte k…, wenn ich XX sehe“, bedeutet. Nie hätte ich gedacht, dass dies mehr als ein Spruch sein könnte, nun weiß ich es besser.
Im Laufe des Tages werden die Abstände, in denen ich mich übergeben muss, immer länger. Ich trinke regelmäßig in kleinen Schlucken das von Heike zubereitete Wasser. Das hilft mir und mein Körper nimmt wenigstens ein wenig Flüssigkeit auf. Das ist ohnehin wichtig, aber bei dieser Hitze umso mehr. Fortan werden wir bei allen Reisen in der Reiseapotheke Elektrolyte mitführen; getreu dem Motto „Besser Haben als Brauchen“.
Ich schlafe, besser döse, so den Tag vor mich hin. Ich fühle mich zeitweise so schwach, dass ich es nur mit allergrößter Mühe schaffe, die wenigen Meter zwischen Bett und Toilette zurückzulegen.
Mein Mann schaut regelmäßig nach mir. Aber ich bitte ihn, er möge doch die Zeit genießen und mit Heike und Uli verbringen. Nach mehrmaligem Drängen tut er dies zeitweise und wird mir später berichten, wie nett es war.
Im Dunkeln dürfen wir uns nicht alleine außerhalb des Bungalows bewegen. Das ist wegen der Wildtiere viel zu gefährlich. So bringt auch heute Abend Uli meinen Mann wieder zurück zum Bungalow und als er mir nach seiner Rückkehr berichtet, dass er während des Abendessens einen Leoparden und 13 Wildhunde am Wasserloch gesehen hat, bin ich doch ein wenig neidisch, zeitgleich merke ich, wie sehr ich mich für ihn freue. Mir geht es mittlerweile etwas besser, wenngleich alles andere als gut.
Gabi-Muc2'191 Beiträge · seit 201622. Juli 2023 · #23
Liebe Sabine.
wow Du legst ja ein Tempo vor.
Dombo Farm, wir waren nie da, aber die wird es alle für uns nicht mehr geben. Es ist sehr traurig, was dort passiert ist.
Für Dich hoffe ich, dass es Dir bald wieder besser ging.
LG
Gabi
10.2023 Gardenroute // 03.2023 Namibia // 03.2022 Swakop, Etosha und Damaraland // 08:2021 Uganda // 01.2021: Caprivi // 10.2020: Etosha pur // 04.2019: KTP, Tok Tokkie Trail und Sossusvlei // 06.2018: Swakopmund und Etosha // 08.2017: Kalahari, KTP, Fish River, Soussusvlei, Swakopmund // 04.2016: Gardenroute
Sabine26Themenstarter1'394 Beiträge · seit 200923. Juli 2023 · #24
Liebe Gabi,
Du kennst ja mein Projekt und manchmal habe ich einen Flow, den muss ich dann einfach ausnutzen. Zu dem anderen Punkt werde ich später noch etwas schreiben.
Guten Abend, Sabine, ich bin Dir jetzt in Deinem RB nachgejagt und finde viel Vergleichbares mit unseren diversen Erlebnissen- aber jetzt, wo Ihr bei Heike+Uli/Dombo angelangt seid, kriege ich doch einen Kloß im Hals - und das nicht nur wegen Deiner Übelkeit… Schöne Grüße Friederike
Da habe ich nicht nur einen Kloss im Hals. Ich frage mich, was jemanden motiviert, einen RB von 2011 hier einzustellen. Ein Hinweis auf die vorhandene Homepage hätte doch auch genügt?! steinbeisser, der eine Aversion gegen professionelle Blogger, Influencer etc. nicht leugnen kann und will, und dem Vertriebskanäle über (fast) reine Info und Austausch - Foren missfallen. (ist naiv, ich weiß 🤩 . Un dich muss es ja nicht zur Kenntnis nehmen blabla...).
Sabine26Themenstarter1'394 Beiträge · seit 200923. Juli 2023 · #27
steinbeisser schrieb:Da habe ich nicht nur einen Kloss im Hals. Ich frage mich, was jemanden motiviert, einen RB von 2011 hier einzustellen. Ein Hinweis auf die vorhandene Homepage hätte doch auch genügt?! steinbeisser, der eine Aversion gegen professionelle Blogger, Influencer etc. nicht leugnen kann und will, und dem Vertriebskanäle über (fast) reine Info und Austausch - Foren missfallen. (ist naiv, ich weiß 🤩 . Un dich muss es ja nicht zur Kenntnis nehmen blabla...).
Hallo steinbeisser,
selbst in anonymen Foren bevorzuge ich eine freundliche Anrede, besonders bei einem Erstkontakt.
Ich denke bereits seit einer Weile über Deinen Eintrag nach und wie ich darauf reagiere. Zuallererst frage ich mich, warum Du „jemand“ schreibst, aber wohl ziemlich eindeutig mich meinst. Du hättest mich ganz einfach und freundlich direkt fragen können, warum ich diesen Bericht hier einstelle. Auch wenn Du das nicht getan hast, werde ich es gerne darlegen. Denn Du stellst ja eine Frage und die will ich Dir beantworten.
Wir kennen uns nicht und gerade daher empfinde ich es schon sehr merkwürdig, dass Du im Zusammenhang mit meinem Bericht auf Blogger und Influencer etc. verweist. Aber auch hier hast Du mich nicht direkt angesprochen, ich könnte aber daraus schließen, dass Du ebenfalls mich meinst.
In einem Punkt stimme ich mir Dir uneingeschränkt überein und zwar in dem, dass Du den Bericht nicht lesen musst. Ich denke, dass, außer dem Forenbetreiber und ggf. der Moderatoren (hier kenne ich die Vereinbarung nicht, daher das „ggf.“), niemand darüber urteilen sollte, was gepostet wird. Findest Du nicht, dass Deine Frage „ein Hinweis auf … hätte genügt?“ ein wenig in diese Richtung geht? Bei mir ist sie so angekommen.
Ich bin nicht die einzige, die ältere Berichte hier einstellt. Ich selbst lese solche Berichte auch immer mal wieder gerne von anderen, manchmal stöbere ich sogar nach alten Schätzchen, sei es, weil mich die Gegebenheiten vor Ort auch dann interessieren, wenn sie nun schon eine Weile zurückliegen, sei es, weil gewisse Dinge unverändert sind und ich mich einfach darüber informieren möchte, sei es, weil ich den Verfassenden kenne, sei es, weil ich dessen/deren Berichte einfach gerne lese, … es gibt für mich einige Gründe dafür. Wen stets nur das Aktuelle interessiert, muss sie ja nicht lesen. Auch habe ich von Beginn an geschrieben, dass es sich um einen älteren Bericht handelt, nirgendwo habe ich etwas anderes behauptet.
Warum „jemand“ sich veranlasst fühlt, einen älteren Bericht zu posten, kann sich selbstverständlich nicht für „jemand“ beantworten. Das empfände ich als anmaßend. Ich bin gerade dabei, nach und nach meine Reisen in Berichten festzuhalten, als Erinnerung für mich und freue mich, wenn sie auch andere Interessierte finden. Ich habe immer wieder Rückmeldungen auf ältere Berichte erhalten, die ich in Foren gepostet habe, die mir gezeigt haben, dass durchaus Interesse daran besteht.
Diesen Reisebericht habe ich auch hier veröffentlicht, weil es sich um einen Bericht aus dem südlichen Afrika handelt und es wohl das passendste Reisegebiet ist zum Forum.
Was den Kloß im Hals betrifft, kann ich Dir sagen, dass ich mehr als das empfinde. Ich trage wundervolle Erinnerungen an die beiden in meinem Herzen, werde diese Erinnerungen hoffentlich nie vergessen und wollte diese Erinnerungen sowie unsere Reiseerlebnisse vor Ort hier teilen; auch deswegen, weil doch einige hier die beiden kannten. Für mich hat die Welt zwei wunderbare Menschen auf tragische und absolut sinnlose Weise verloren.
Was Dein Verweis auf „professionelle Blogger, Influencer etc.“ sowie „Vertriebskanäle“ betrifft, so könnte ich es so verstehen, dass Du mir unterstellst, dass ich irgendein monetäres Geschäft damit generiere, indem ich „alte“ Reiseberichte hier poste. Wenn das so ist, fände ich es (vorsichtig formuliert) schade, denn das würde bedeuten, dass Du Dir noch nicht einmal die Mühe gemacht hast, herauszufinden, ob das so ist. Denn hättest Du das, wärest Du ganz schnell zum Ergebnis gekommen, mit dem ich hier darauf antworte: Nein, ich bin weder professioneller Blogger noch betreibe ich irgendeinen Vertriebskanal.
Abschließend möchte ich noch einmal sagen, eine freundliche Nachfrage nach dem „Warum“ und ein ehrliches Interesse an der Antwort hättet absolut ausgereicht. So lese ich eine unterschwellige Unterstellung aus Deinem Post heraus.
Ich weiß nicht, ob für andere weiterhin Interesse an diesem Bericht besteht, denn ich denke ernsthaft darüber nach, ihn hier zu löschen. Genauso, wie ich darüber nachdenke, ob ich zukünftig noch Berichte hier einstelle. Einen Reisebericht zu schreiben und einzustellen, selbst wenn man es parallel macht, kostet Zeit und Energie. Bisher habe ich es sehr gerne gemacht.
Grüße Sabine
picco6'369 Beiträge · seit 201123. Juli 2023 · #28
Hoi zämä
@Steinbeisser: Wenns dir nicht passt dann lies es nicht! Und wenn du sogar damit schon überfordert bist dann halt wenigstens die Klappe! Denn genau wegen solchen dümmlichen Kommentaren wie deinem ziehen sich Foristi aus Foren zurück!
@Sabine: Mach bitte weiter und ignorier solche Typen...
PAPallas833083 Beiträge · seit 201524. Juli 2023 · #29
Liebe Sabine
wie überall im Leben gibt es auch hier 5% Menschen, die nicht richtig wissen, wie sie sich zu benehmen haben (normalerweise würde ich ein härters Wort benutzen, aber das wäre hier in diesem Forum nicht angebracht). Viele Gesetze bestehen nur wegen dieser kleinen Minderheit, der Rest weiss, dass es nicht schlau ist z.B. mit 80 Sachen neben einer Schule durchzufahren oder jemanden zu bestehelen. Lass Dich bitte wegen diesen 5% (vielleicht sind es sogar noch weniger) nicht abhalten, weiterhin das Richtige zu tun. Ich würde mich mich jedenfalls freuen, wenn es mir Deinem Bericht weitergehen würde, und ich würde auch einem zu einer noch weiter zurück liegenden Reise folgen. Bilder sind zeitlos! Und wenn sie noch durch Geschichten begleietet werden, umso besser!
Gruss Pallas
TAtacitus1'125 Beiträge · seit 202224. Juli 2023 · #30
Pico hat recht betr. Leseenthaltsamkeit/verweigerung, aber vielleicht interessiert es die Autorin, warum manche Leute solche Berichte eher nicht lesen, lesen wollen oder werden. Und dafür gibt es viele Gründe, die mit Unhöflichkeit oder schlechten Manieren aber schon gar nix zu tun haben. So gibt es z. B. eine Erwartungslage in den Informationswert. Ich z. B. habe mich nach der Einleitung schon ausgeklinkt, denn auf (fast) allen Kontinenten mehrfach gewesen zu sein und sich daher den „schwarzen Kontinent“ nochmals vornehmen zu wollen und dann das Reiseführergewäsch auf Bildzeitungsniveau über das Vorzeigeland Botswana usw…. reichen mir persönlich, um nicht mehr weiterlesen zu wollen …. Hereingeschaut habe ich danach nur mehr, weil mich Meinungen von steinbeisser eben interessieren.
Grüße und, Sabine26, bitte nicht d‘rauf eingehen, weil eben nur (m)eine Minder-Minderheitenmeinung. Ich habe z. B. auch eine Aversion gegen Reiseberichte mit Bildern vom Essen und "essenlastigen" Inhalt. Solche Macken sind sicherlich leicht zu ignorieren 😁 , enttäusche also deine Fangemeinschaft nicht, und schreib‘ (trotzdem) weiter. 😁 😉
Sabine26Themenstarter1'394 Beiträge · seit 200924. Juli 2023 · #31
So, dann schreibe ich mal weiter für meine Fangemeinschaft, die mein Reiseführergewäsch auf Bildzeitungsniveau ohne Informationswert gerne liest. Auch wenn es zu viel der Ehre ist, möchte ich in diesem Zusammenhang noch ein herzliches DANKE loswerden, denn soweit ich informiert bin, arbeiten erstklassige Journalisten bei der Zeitung mit den vier Buchstaben in Versalien.
Tag 11 – Dombo Farm Auf dem Weg der Besserung
Seit gestern Abend habe ich alles bei mir behalten und mir ist kaum noch übel. Aber ich bin total geschafft und der kurze Weg von unserem Bungalow zum Gemeinschaftsbungalow strengt mich enorm an.
Nach unserer Rückkehr von der Reise werde ich zwei Ärzten von diesem Tag erzählen und beide vermuten, dass eine Lebensmittelvergiftung mir diesen Tag so richtig schön verdorben hat. Ich muss irgendetwas am Tag der Fahrt nach Maun gegessen oder angefasst haben, was mir diesen jämmerlichen Zustand beschert hat. Was es gewesen ist, kann ich nicht sagen, das wäre reine Spekulation. Gleichzeitig loben beide Ärzte, dass Heike so aufmerksam war, mir das Wassergemisch zubereitet zu haben. Das wird unsere Absicht noch einmal bestätigen, das Portfolio unserer Reiseapotheke auszuweiten.
Eigentlich wollten wir heute einen der beiden Nationalparks besuchen, aber mein Gesundheitszustand lässt das noch nicht zu. Wir sind dankbar, dass Heike und Uli so flexibel sind, unsere Touren auf Morgen und Übermorgen zu verschieben. Sie schlagen uns sogar vor, wenn wir eine der beiden oder gar beide Touren nicht machen könnten, dass sie uns ohne Frage die Kosten dafür zurückerstatten würden. Dieses Angebot empfinden wir ungemein großzügig und alles andere als selbstverständlich, aber ich sage, dass ich unbedingt beide Parks sehen möchte und überzeugt bin, dass ich morgen soweit fit sein werde, dass wir loslegen können.
Den Morgen verbringen wir zumeist auf der Terrasse des Gemeinschaftsbungalows; immer wieder mit unglaublich netten und interessanten Gesprächen mit den beiden Dombos. Am Wasserloch finden sich Antilopen ein und die Dik-Diks, die am Morgen bereits um unseren Bungalow grasten, stillen ebenfalls ihren Durst.
Am Nachmittag fragt uns Uli, ob wir mit ihm über die Farm zu einem Wasserloch fahren möchten. Zwei Elefanten waren zu Besuch und haben das Wasserloch geleert, sodass kein kühles Nass mehr für die anderen Tiere da ist. Sehr gerne wollen wir, ich fühle mich immer besser und mache mir auch keine weiteren Sorgen, schließlich muss ich nur im Wagen sitzen.
Ein Wasserschwein ist scheinbar bereits schon sehr durstig, traut sich aber erst nicht so richtig ran, läuft hin und her, uns nicht aus den Augen lassend, aber irgendwann ist der Durst so groß oder die Scheu so klein geworden, vielleicht auch beides, dass es endlich seinen Durst stillt.
Zum Abendessen genießen wir einen schönen Sonnenuntergang. Morgen wollen wir in den Nxai Pan National Park fahren. Wir freuen uns schon sehr darauf.
Sabine26Themenstarter1'394 Beiträge · seit 200924. Juli 2023 · #32
Tag 12 – Dombo Farm (Nxai Pan National Park) Ein Nationalpark für uns alleine
Zum Glück geht es mir wieder gut und wir können wie geplant zu unserer Tour in den Nxai Pan National Park aufbrechen. Der Tag beginnt vielversprechend. Früh am Morgen findet sich tatsächlich wieder ein Rudel Wildhunde am Wasserloch ein. Jetzt, in genau diesem Moment, ist es mit dem „Frieden machen“ mit Kamera und Telezoom bei mir nicht mehr allzu weit her. Gerade verfluche ich abgrundtief das Teil.
Gesättigt vom Frühstück sitzen wir bereits um kurz nach 07:00 Uhr mit Uli im Wagen und rumpeln ziemlich entspannt über die Farmpad durch Tiefsand zum Asphaltband. Wir können entspannt sein, denn wir müssen nicht fahren. Eine Weile rollen wir auf dem Asphalt dahin, dann folgt auch schon die Abzweigung zum Nxai Pan National Park.
Was hatte ich über diesen Park gelesen: Nur für wirklich absolut versierte Tiefsandfahrer zu empfehlen. Der Beweis lässt nur wenige Minuten auf sich warten. Ich mache zwar ein Foto, aber werde beim Betrachten später feststellen, dass dies nur einen Bruchteil der Bedingungen vor Ort wiedergibt. Nein, hier wären wir sicherlich heillos überfordert gewesen und wahrscheinlich schon auf den ersten 100 Metern stecken geblieben.
Den Nxai Pan National Park verbinde ich zuallererst mit Baines Baobab. Einen Ort, den ich bisher nur von Bildern kannte, der aber alleine dadurch auf mich schon eine magische Anziehungskraft ausübte. Aber dorthin sollten wir erst später kommen, denn auch die heimische Tierwelt ist im Park vertreten. Uli fährt routiniert durch die Tiefsandpiste. Das geht eine ganze Weile so, bis wir endlich eine Pad erreichen, die wesentlich besser zu befahren ist. Eine große flache Ebene öffnet sich, die Hitze flimmert in der Luft, der Himmel ist grau vom vielen Staub. Ich fühle mich an die Etosha-Pfanne erinnert, nur dass wir bisher kein weiteres Fahrzeug gesehen haben, seitdem wir am Morgen das Parkgate passiert haben.
Uli fährt zu einem Wasserloch und wir sehen unsere ersten Elefanten auf dieser Reise. Im KTP gibt es keine Elefanten. Eine Gruppe Geier hat sich ebenfalls eingefunden. Eine ganze Weile beobachten wir das Geschehen. Es ist wunderbar und ich wundere mich, warum wir hier alleine sind. Nun gut, mir soll es recht sein.
Unter zwei Büschen dösen 6 Löwen. Ich kann es Ihnen nicht verdenken, es ist brütend heiß. Nur wenige Meter entfernt von diesem faulen Grüppchen können wir uns hinstellen, warten und sie ausgiebig beobachten. Auch hier stehen wir wieder ganz alleine, welch ein Privileg.
Selbst auf dem Campingplatz steht weder ein Fahrzeug noch ein Zelt. Hier wollen wir unseren Picknicklunch einnehmen. Die neuen Sanitärgebäude sind rundherum mit Steinen gesichert, um die Elefanten davon abzuhalten, die Wasserleitungen zu kappen. Ob es hilft? Ich weiß es nicht.
Kaum gibt es die neuen Waschhäuser, hat sich die Tierwelt die alten bereits unter den Nagel gerissen. Ein kleines Böckchen hat es sich auf einem ausgedienten Toilettenhäuschen gemütlich gemacht. Bei diesem Anblick muss ich schmunzeln.
Es ist tatsächlich noch einiges an Strecke bis zu dem Ort zurückzulegen, den ich wie sonst keinen anderen mit dem Nxai Pan National Park in Verbindung bringe, Baines Baobab. Durch flaches, karges Steppenland, immer wieder unterbrochen durch Salzpfannen, die sich in dieser Trockenheit gut queren lassen, führt uns der Weg.
Dann plötzlich liegen sie vor uns und ich kann meinen Augen kaum trauen. Alle Bilder, die ich bisher von Baines Baobab gesehen habe, zeigten die aus der Ebene ragenden Baobabs knorrig und blätterlos. Uns zeigen sie sich nun zwar immer noch knorrig, wie es sich für einen ordentlichen Baobab gehört, aber mit grünem Blättergewand. Zuerst kann ich es nicht richtig einordnen, wie ich das finden soll, aber ganz schnell stelle ich fest, wie wunderbar sich das Grün über der hellgrauen Salzpfanne und vor dem blauen Himmel abhebt. Dieser Ort ist exakt so, wie in meiner Vorstellung, er ist einfach magisch. Sicherlich trägt ein nicht unwesentlicher Anteil dazu bei, dass wir auch hier wieder ganz alleine sind.
Nachdem Thomas Baines die Baobabs Ende des 19. Jahrhunderts zeichnete und so zum Namensgeber dieses Ortes im Nirgendwo wurde, haben zahlreiche weitere Touristen diesen Anblick genossen. Leider waren aber auch Personen vor Ort, die unsägliche Zeichen in Form von eingeritzten Motiven an den Bäumen hinterlassen mussten. Ich verstehe solches Verhalten nicht. Irgendwann wird man vielleicht sogar an diesem abgelegenen Ort einen Zaun ziehen, um ihn zu schützen. Das wäre kein Novum.
casimodo4'528 Beiträge · seit 200724. Juli 2023 · #33
Liebe Sabine,
schön dass du weiter schreibst. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie man sich in solch einem Moment fühlt.
Im Netz kann man solchen Kommentaren wie denen von Steinbeisser und Tacitus nicht aus dem Weg gehen. Deren Wortwahl war beleidigend. Ich kann da Picco nur zustimmen.
Die einzig hilfreiche Reaktion darauf ist meiner Meinung nach gar keine. Einfach ignorieren und bitte, bitte weiterschreiben 😘
Ab jetzt bin ich live dabei und finde Deinen Bericht zeitlos schön. Und wem er zu alt ist, der soll doch einfach wegbleiben 😉 Der Dombo Teil ist schwer zu verdauen..... mit der traurigen Geschichte im Hinterkopf. 😐
Viele Grüße und Du hast eine PM im Postfach (sie hat nichts mit diesem thread zu tun) Carsten
ich kann mir gut vorstellen, wie überrascht Du gewesen sein musst hinsichtlich der grün belaubten Baobabs. 🙂 Bei uns waren die Baines Baobabs 2019 so wie erwartet: einzigartig, ohne Blätter, dennoch traumhaft.
Es sieht aus, als hättest Du die Fotos von Campsite 1 gemacht.?
Wir hatten den Platz seinerzeit als erste Reservierung unserer gesamten Reise getätigt, weil mir das so wichtig war. Selbst in der Hauptsaison waren wir abends ( und nachts) allein dort.
Ich freu mich immer über Berichte aus vergangenen Jahren. ( seit 1997 im südlichen Afrika unterwegs 😉 ) Es gibt mir die Chance zu vergleichen, nachzuerleben, oder mich auf die Zukunft zu freuen. 😁
Liebe Grüße
Doro
~ Africa is a feeling ~
Gabi-Muc2'191 Beiträge · seit 201625. Juli 2023 · #35
Liebe Sabine,
auch ich bin noch dabei und der Meinung, wem es nicht passt, der soll einfach seine Klappe halten. Lass Dich nicht ärgern.
Weisst Du eigentlich, was mit Dombo geworden ist? Sie wird doch nicht mehr bewirtschaftet, oder?
LG
Gabi
10.2023 Gardenroute // 03.2023 Namibia // 03.2022 Swakop, Etosha und Damaraland // 08:2021 Uganda // 01.2021: Caprivi // 10.2020: Etosha pur // 04.2019: KTP, Tok Tokkie Trail und Sossusvlei // 06.2018: Swakopmund und Etosha // 08.2017: Kalahari, KTP, Fish River, Soussusvlei, Swakopmund // 04.2016: Gardenroute
TAtacitus1'125 Beiträge · seit 202225. Juli 2023 · #36
Wäre zwar abgehandelt gewesen, aber das will ich jetzt doch genau wissen. Werter Casimodo, erkläre mir bitte per PN was an meiner Zuschrift beleidigend war. Ich interessiere mich seit Jahrzehnten für Land und Leute, historische und Zeitgeschichte und Politik des südlichen Afrikas. Dafür, dass mich das mehr interessiert als das Essen anderer und fremder Leute, geniere ich mich nicht. Danke und Grüße
sphinx1'624 Beiträge · seit 201525. Juli 2023 · #37
tacitus schrieb:Pico hat recht betr. Leseenthaltsamkeit/verweigerung, aber vielleicht interessiert es die Autorin, warum manche Leute solche Berichte eher nicht lesen, lesen wollen oder werden. Und dafür gibt es viele Gründe, die mit Unhöflichkeit oder schlechten Manieren aber schon gar nix zu tun haben. So gibt es z. B. eine Erwartungslage in den Informationswert. Ich z. B. habe mich nach der Einleitung schon ausgeklinkt, denn auf (fast) allen Kontinenten mehrfach gewesen zu sein und sich daher den „schwarzen Kontinent“ nochmals vornehmen zu wollen und dann das Reiseführergewäsch auf Bildzeitungsniveau über das Vorzeigeland Botswana usw…. reichen mir persönlich, um nicht mehr weiterlesen zu wollen …. Hereingeschaut habe ich danach nur mehr, weil mich Meinungen von steinbeisser eben interessieren.
Grüße und, Sabine26, bitte nicht d‘rauf eingehen, weil eben nur (m)eine Minder-Minderheitenmeinung. Ich habe z. B. auch eine Aversion gegen Reiseberichte mit Bildern vom Essen und "essenlastigen" Inhalt. Solche Macken sind sicherlich leicht zu ignorieren 😁 , enttäusche also deine Fangemeinschaft nicht, und schreib‘ (trotzdem) weiter. 😁 😉
tacitus schrieb:Wäre zwar abgehandelt gewesen, aber das will ich jetzt doch genau wissen. Werter Casimodo, erkläre mir bitte per PN was an meiner Zuschrift beleidigend war. Ich interessiere mich seit Jahrzehnten für Land und Leute, historische und Zeitgeschichte und Politik des südlichen Afrikas. Dafür, dass mich das mehr interessiert als das Essen anderer und fremder Leute, geniere ich mich nicht. Danke und Grüße
Hallo tacitus, ich bin zwar nicht casimodo und ich schreibe auch nicht per PN, aber Du schreibt ja auch öffentlich.
Mich würde sehr interessieren, ob „ Reiseführergewäsch auf Bildzeitungsniveau“ für Dich nicht beleidigend ist. Das Wort Gewäsch nutze ich persönlich nur um einen Text oder eine mündliche Äußerung abzuwerten. Und die Bildzeitung fand ich persönlich auch nie besonders niveauvoll. Man kann über Berichte hier im Forum sicherlich unterschiedlicher Meinung sein und auch über die jeweilige Schreibweise und ich bin auch der Meinung, dass man Negatives äußern sollte, denn bevor sich alle das Maul hintenherum zerreißen, will der ein oder andere ja vielleicht wissen, wie sein Bericht auf den ein oder anderen wirken kann. Dies kann man allerdings auch per PN machen, um niemanden bloßzustellen. Mich würde interessieren, was einen dazu treibt sich, meiner Meinung nach, so abwertend zu äußern. Viele Grüße Elisabeth
TAtacitus1'125 Beiträge · seit 202225. Juli 2023 · #38
sphinx schrieb:....Mich würde interessieren, was einen dazu treibt sich, meiner Meinung nach, so abwertend zu äußern.
Z. B. wenn die Äußerung einer abweichenden Meinung zu und Auffassung eines Textes als schlechtes Benehmen hin- und sogar rabiatem Verhalten gleichgestellt wird, wie mit 80 kmh an der Schule vorbei oder jemand zu bestehlen (Pallas). Und, werte Sphinx, du wolltest es ja genauer wissen: In den schwarzen Kontinent…. Durch das absolute Vorzeigeland Botswana … zu den sagenumwobenen Viktoriafällen …. auf abenteuerlichen Pisten, über die als Selbstfahrertour im Netz nix zu erfahren ist …. kommt mir tatsächlich wie an einen Reiseführer "angelehnt" vor und zwar an einen schlechten. Es erinnert mich auch stark an die Einführungstexte zu den PPT-Präsentationen im Stadtsaal meiner Kleinstadt, wo Afrikareisende hin und wieder derartiges Expeditionsfeeling vermitteln 😉 . ... trotzdem geh ich manchmal hin. 😉 Das war die mittellange Fassung, es ginge auch ausführlicher, wir sollten das aber dabei bleiben lassen. Alleine über die Qualifizierung von Botswana lachen nicht ein Mal die Hühner, so traurig ist das. Wozu, ohne Grund? Ich habe dann wirklich keine Lust mehr zum Weiterlesen. Mit dieser persönlichen Entscheidung beleidige ich niemand.
Ich hoffe, du verstehst jetzt, welcher bug 😗 mich hier gebissen hatte.
Und last but not least @ „bloßstellen“. Bei der hier vorherrschenden Gruppendynamik bin ICH der einzige der exponiert dasteht. Aber ich halte das schon aus 😎 .
TAtacitus1'125 Beiträge · seit 202225. Juli 2023 · #39
Beim Korrigieren hat mich wieder ein mal der "doppelt bug" erwischt
SISilvy298 Beiträge · seit 200725. Juli 2023 · #40
Hallo Sabine,
unfassbar, was manche Leute schreiben müssen. Niemand ist gezwungen einen Reisebericht zu lesen. Mir gefallen auch nicht alle, na und....dann lese ich sie eben nicht weiter.
Wir hatten auch einen Aufenthalt auf der Dombo-Farm geplant mit anschließender Rundreise in Botswana. Als ich dann konkret buchen wollte, hat mir niemand geantwortet und durch das Forum habe ich dann erfahren, was dort Entsetzliches passiert war. Deshalb lese ich, zwar mit großer Trauer aber auch mit Interesse deinen Bericht und hoffe, dass du dich nicht abhalten läßt und weiter schreibst. Ich freue mich drauf.