zugegeben, es hat eine ziemliche Weile gedauert, dass es mit dem Reisebericht weitergeht bzw. startet. Ich möchte auch diese Reise festhalten, aber tue mich doch schwerer als gedacht. Das Warum, wird sich wohl spätestens am Ende der Reise für jeden erklären.
Hier noch einmal der Link zur Karte und zum Reiseverlauf auf meiner Seite. Text und Bilder (nicht alle, die später auch den Weg auf meine Seite finden sollen) habe ich geplant, hier einzustellen. Außerdem noch einmal der Hinweis, dass es sich um einen Reisebericht einer länger zurückliegenden Reise handelt.
Neun Jahre sind bereits vergangen, seitdem wir das bisher einzige Mal im südlichen Afrika, in Namibia und Südafrika, als Individualreisende waren. Mit Ausnahme der Antarktis haben wir es mehrmals auf alle anderen Kontinente, nur nicht nach Afrika, geschafft. Dieses Jahr jedoch sollten wir gleich doppelt auf den schwarzen Kontinent reisen, wenn man großzügig La Réunion & Mauritius dazu zählt.
Unsere erste 4-wöchige Reise nach Namibia und Südafrika im Jahr 2002 hatte uns sehr gut gefallen. Doch besonders Botswana schwirrte mir schon seit Jahren durch den Kopf, ich las Reiseführer, aber auch Bellestristik, wie die Erzählungen über die Erlebnisse der weiblichen, nicht ganz schlanken Detektivin Mma Ramotswe und ihrer Liaison mit dem Mechaniker J. L. B. Matekoni. Selbst die auf englisch erzählte Lebensgeschichte „Colour Bar: The Triumph of Seretse Khama and His Nation“ war nicht vor mir sicher. Ich fand dieses Land unglaublich spannend, nicht nur die so vielversprechend klingende Tierwelt, sondern auch die auf demokratischen Werten basierende Grundordnung der Stammesgemeinschaften sowie das so harmonisch klingende Zusammenleben verschiedener Hautfarben. In meiner Vorstellung wuchs immer mehr das Bild des absoluten Vorzeigelandes Afrikas. Nicht minder trug dazu die Liebesgeschichte von Seretse Khama und seiner Ruth bei, eine Geschichte, die ich eher der Phantasie eines Drehbuchautors in der Stadt der Engel als der Wirklichkeit zugeschrieben hätte – und doch war sie Realität.
Ebenso real waren allerdings die für uns nicht zu bewältigenden Tiefsandpisten und Wasserquerungen. Etwas, was wir uns definitiv nicht zutrauten. Zumal ich selbst im Netz sehr wenig bis fast gar nichts von Selbstfahrertouren durch Botswana fand und wenn doch, beantworteten sie nicht meine Fragen, die sich uns stellten. Die angebotenen Rundum-Sorglos-Lodgetouren übertrafen unser Reisebudget, wenn wir danach nicht längere Zeit reiseabstinent bleiben wollten. Aber wie gerne würde ich mir zumindest einen Teil von Botswana anschauen und die sagenumwobenen Viktoriafälle, die quasi um die Ecke liegen, könnte ich gleich mit in die Route einbauen. Die Cataratas del Iguazú hatte ich schon viele Jahre zuvor sehen dürfen und wenn die Viktoriafälle nur halb so imposant sein sollten, dann wären sie einen Besuch auf alle Fälle wert.
Unsere Tierbeobachtungen im Etosha hatten wir in so guter Erinnerung, aber wie gerne würde ich auch den Kgalagadi Transfrontier Park besuchen, auf den ich bereits damals bei der Recherche zu unserer ersten Reise in diese Gegend gestoßen war.
Nun, jeder Arbeitnehmer weiß, Urlaubstage sind endlich und so blieben uns 3 Wochen Zeit für diese Reise. Nur, wie sollte ich diese Punkte irgendwie sinnvoll für uns als Selbstfahrer zusammenstellen? Dann kam die Lösung, mehr als ein Jahr vor der Reise. Ich stieß bei meiner Recherche auf die Dombo Farm in Botswana. Es gab so gut wie kaum irgendwelche Informationen im Netz, außer der Homepage. Selbst in einem einschlägigen Forum konnte ich kaum Infos dazu bekommen. Also schrieb ich direkt dorthin und bekam prompt eine überaus freundliche Rückmeldung, aus der sich in der Folge bis zur Reise ein regelmäßiger und hochinteressanter Austausch, gespickt mit spannenden Lageberichten, entwickelte. Wir lasen, mit welcher Mühe, aber auch mit welchem Herzblut die beiden Schwaben, Heike und Uli, diese Gästefarm mit zwei Gästebungalows quasi mitten im Nirgendwo aufbauten.
Unsere Vorfreude wurde noch einmal gesteigert, als Uli und die Dombo Farm in einer Sendung von Länder-Menschen-Abenteuer auftauchte.
Für die Reise standen nun also drei Fixpunkte fest, der KTP, die Dombo Farm und die Gegend um Kasane und die Viktoriafälle, für die ich jeweils mehrere Übernachtungen einplante. Verbinden würden wir diese drei Punkte mit jeweils längeren Fahretappen. Wir gönnten uns zwei Übernachtungen auf einem Hausboot auf dem Chobe-River, einen Mietwagen mit Einwegmiete von Windhoek nach Kasane zu buchen, war nach etwas Suchen kein Problem und als ich dann noch Gabelflüge in der Business-Class über ein Vielfliegerprogramm ergattern konnte, war für uns die Reiseplanung perfekt.
Teil 317. Juli 2023
Tag 1 – Flug Frankfurt – Johannesburg Entspannte Anreise
Der Nachtflug in einer Airbus A340-600 der South African Airways vergeht trotz der 10 ½ Stunden gefühlt recht schnell. Wir landen am nächsten Morgen gegen 07:20 Uhr in Johannesburg.
Tag 2 – Johannesburg – Windhoek – Kiripotib Roter Sand und lila Jacarandas
Die 2 ½ Stunden Aufenthalt in Johannesburg sind nicht zu lang und nicht zu kurz, bevor wir in einer Boeing 737 der SAA einen weiteren, aber kurzen Flug von weniger als zwei Stunden nach Windhoek hinter uns bringen.
Wir fühlen uns trotz der Anreise, die hinter uns liegt, ausgeruht, was sicherlich auf die Reiseklasse zurückzuführen ist und nehmen unseren Mietwagen, einen Daihatsu Terios, entgegen.
Vor uns liegen noch etwa 140 Kilometer Fahrt. Wir wollen heute noch zur Farm Kiripotib, die wir nach 2 Stunden Fahrtzeit erreichen. Die Anlage der Farm ist nett, wir werden aber keine Zeit haben, die Annehmlichkeiten zu genießen und haben auch schon recht früh die nötige Bettschwere erreicht. Diese Übernachtung ist nur ein Zwischenziel auf dem Weg in den Kgalagadi Transfrontier Park.
Teil 417. Juli 2023
Tag 3 – Kiripotib – Kalahari Tented Camp Tagesziel ist ein Honeymoon Chalet
Der Wecker klingelt früh, um kurz vor 8 Uhr morgens sind wir bereits auf der Pad. Eine lange Strecke liegt vor uns und einen Einkaufsabstecher zum Spar in Mariental dürfen wir keinesfalls auslassen. Bei Ankunft am Abend wird der Tacho 540 Kilometer mehr anzeigen als noch am Morgen. Den Großteil der zurückgelegten Fahrstrecke führt uns über Gravel. Wohl auch irgendwo hier werden wir einen ungebetenen Gast eingefangen haben. Wir bemerken das aber erst, nachdem wir in Mata Mata von Namibia nach Südafrika eingereist sind - oder wie ich so gerne sage, auch wenn es wahrscheinlich nicht korrekt ist, wir uns die nächsten Tag im KTP im Niemandsland aufhalten, da wir wieder über Mata Mata den Park verlassen werden.
Zielstrebig steuern wir im Restcamp die Tankstelle an und beim Aussteigen entdecken wir das Malheur. Wir haben uns einen schleichenden Plattfuß eingefangen und das gleich am ersten Tag. Verantwortlich ist ein blinder Passagier in Form einer Schraube. Die Servicekraft an der Tankstelle ist sehr freundlich, hilft uns beim Reifenwechseln und erklärt mir genau, was ich im nahen Shop besorgen soll, damit er den Reifen flicken kann. So haben wir zumindest einen Ersatzreifen, den wir im hoffentlich nicht eintretenden Fall der Fälle zum Einsatz bringen könnten. Nach erfolgreichem Einkauf von Utensilien, die ich nie zuvor in der Hand hatte, kehre ich zurück und in einigen Minuten hat der Mitarbeiter des Restcamps routiniert das kleine Loch verschlossen. Mir scheint, als würde er diese Handgriffe des Öfteren anwenden. Unser Trinkgeld fällt entsprechend aus.
Nun ist es nicht mehr weit bis zu unserem Tagesziel, dem Kalahari Tented Camp, wo ich das größte Zelt, das Honeymoon Chalet ganz am Ende einer Reihe von Zeltcamps, gebucht habe. Zur Begrüßung ziehen am Abend einige Gnus und Antilopen durchs ausgetrocknete Flussbett. Hier gefällt es uns richtig gut, hier könnten wir es länger aushalten.
Sobald wir dürfen, starten wir morgens zu einer Pirschfahrt. Die Morgenstimmung ist einfach wundervoll, das Licht, der Duft, das Erwachen der Tierwelt. Ich finde es ganz wunderbar in diesem noch nicht so bekannten Park.
Der Höhepunkt der morgendlichen Pirschfahrt ist für uns ein Antilopenbaby, das uns zuerst noch durch den Schutz der goldgelben Grashalme anschaut. Wenig später entscheidet es sich, die Liegeposition zu verlassen. Auch im Stehen schaut es einfach nur zum Anbeißen aus. Sicherlich würden da auch die zahlreichen Katzen im Park, die sich vor uns verstecken, nicht widersprechen.
Nach einem gemütlichen Frühstück starten wir zu unserer nächsten Unterkunft, dem Kieliekrankie Wilderness Camp. Ich bin gespannt, was uns dort erwarten wird. Auf alle Fälle freue ich mich, denn die Bilder, die ich vom Camp gesehen hatte, gefielen mir allesamt sehr gut.
Das Kieliekrankie Wilderness Camp liegt auf einem Hügel inmitten der roten Dünen. Vier Chalets beherbergen Touristen und das fünfte wird vom Ranger bewohnt. Wir ziehen in das äußere Chalet mit der Nr. 4 ein. Hier gefällt es uns sofort. Den Nachmittag genießen wir auf der Terrasse mit Blick auf das weiter entfernte Wasserloch. Ich merke, wie sehr ich in diesem Park entspannen kann.
Teil 620. Juli 2023
Vielen lieben Dank an alle Danke-Button-Drücker. Dann weiß ich zumindest, dass der Bericht gelesen wird. Ich freue mich auch, dass Du, picco, Deinen Weg vom östlichen Afrika ins südliche Afrika genommen hast.
Tag 5 - Kieliekrankie Wilderness Camp Was für ein Scheibenhonig
Wir sind ein wenig faul. Die letzten Wochen und Monate waren recht stressig, Jetzt, wo wir hier an diesem Ort sind, wo die Zeit scheinbar nur eine Rolle spielt, wenn man sich entscheiden muss, wann man auf Wildlife-Safari gehen will, merken wir erst, wie dringend nötig diese Erholung ist.
Der KTP ist für uns ein optimaler Ort, den Stress runterzufahren, egal ob im Auto fahrend, wartend und auf Tierbeobachtungen hoffend oder lediglich auf der Terrasse sitzend und den Blick in das große rote hügelige Nichts schweifen zu lassen. Es ist einfach nur schön.
Irgendwann raffen wir uns auf und setzen uns ins Auto. Eine Oryx-Antilope scheint genauso faul zu sein, wie wir. Sie sitzt im roten Kalahari-Staub, blickt uns kurz an, dann ist ihr Interesse an uns auch schon wieder verflogen. Ein mächtiges Kalahari Löwenmännchen, dem man eher Faulheit und Pascha-Mentalität nachsagt, ist da schon etwas agiler. Er rekelt sich ausgiebig im Schatten eines kleinen Busches. Beide halte ich natürlich fotografisch fest, damit wir uns auch später noch an diesen Momenten erfreuen können.
Dann jedoch schaue ich auf das Display des Fotoapparates und ein Gefühl großer Enttäuschung macht sich breit. Was ist mit das größte Ärgernis für einen Touristen auf Safari? Zumindest für mich als Touristin … wenn die Fotoausrüstung ihren Dienst versagt; und genau das scheint in diesem Moment Realität zu werden.
Das darf nicht wahr sein, was ich dort im nur wenigen Zentimeter großen Bildschirm erblicke. Die Fotos sind komplett in einem rosa-lila Ton eingefärbt, so als hätte sich die Kamera überlegt, nur noch Aufnahmen machen zu wollen, wie eines der weltbekannten Andy Warhol Motive von Marilyn Monroe; gleichzeitig diese aber noch mit einer eigenen Note versehen zu wollen und nur die Farbtöne ihres Gesichtes zu verwenden. Ich zoome in die Aufnahmen und stelle fest, dass diese nicht nur eine gesättigte Schweinchenfarbe haben, sondern zu allem Überfluss auch noch unscharf sind.
Das hilft nun alles nichts, es ist nicht zu ändern, auch wenn es noch so ärgerlich ist. Wir sind alles andere als profimäßig ausgestattet. Das sich nun in die schrille Farbwelt des Art-Decos verabschiedende Objektiv hat zwar nur lediglich eine Brennweite bis 300 mm, dennoch ist es für mich eigentlich unentbehrlich, um die Tiere auf Speicherkarte festzuhalten. Zum Glück findet eine zweite Kamera immer ihren Weg ins Handgepäck, doch deren Objektiv verfügt nicht einmal über die Hälfte der Brennweite. Eine ganz einfache Kompaktkamera mit einem kleinen Zoom haben wir zusätzlich noch eingepackt. Jetzt müssen sich wohl diese beiden Kameras für den Rest der Reise von ihrer absoluten Schokoladenseite zeigen.
Hin und wieder kann ich nicht widerstehen und werde auch in der Folge das eine oder andere Foto mit dem neuen Art-Deco-Objektiv machen, immer in der trügerischen Hoffnung, dass eine oder andere Foto zumindest für Erinnerungszwecke retten zu können. Wenn dann auch unscharf und in Schwarz-Weiß. Umfangreich wird diese Ausbeute allerdings nicht werden, eher sehr kläglich.
Hätte die Kamera nicht noch wenigstens heute ihren Dienst verrichten können? Sieben Hyänen samt Babyhyäne am Wasserloch und ein Gepard wären solch dankbare Motive gewesen. So werden wir uns mit den Fotos aus den anderen Kameras begnügen müssen, auch wenn die Motive nicht viel näher heran gezoomt werden können.
Nichtsdestotrotz ist das für uns eine wunderbare und ergiebige Pirschfahrt, Kalahari-Löwenmännchen, Hyänen und Gepard, das Ganze noch garniert mit Webervogelnestern vor stahlblauem Himmel, in grünem Geäst und auf rotem Kalaharisand. Was will man mehr? Nun gut, ich muss zugeben, vielleicht eine Kamera mit funktionierendem Telezoom. Genug gejammert. Wir müssen das Beste daraus machen und unsere Reise weiterhin genießen.
Die Sonnenuntergänge in Kieliekrankie sind wunderschön und zum Abschied schleicht in der Dämmerung eine Wildcat um das Chalet. Aber auch im Innenbereich lässt sich Wildlife blicken, an den putzigen Geckos kann ich mich immer wieder erfreuen.
Teil 721. Juli 2023
Tag 6 – Kieliekrankie Wilderness Camp - Nossob Kätzchen am Morgen, Kätzchen am Abend
Willem, der Ranger in Kieliekrankie, informiert uns am Morgen, dass ein Caracal am Wasserloch ist. Das lassen wir uns natürlich nicht entgehen, aber mit der verbleibenden Ausrüstung macht es keinen Sinn, ein Foto zu machen. So werden wir diese für uns so erfreuliche Erstsichtung in weiterer Entfernung auf unsere interne Festplatte speichern.
Heute müssen wir Kieliekrankie, diesen schönen Ort inmitten der roten Dünen, verlassen. Vor uns liegt die Fahrt nach Nossob, das wird einige Stunden in Anspruch nehmen. Der erste Teil der Pad ist ganz ordentlich zu fahren, dann aber folgen 54 Kilometer übelste Wellblechpiste, bevor wir endlich das letzte Teilstück erreichen, das nun zu unserer großen Erleichterung hervorragend zu befahren ist.
Die Sichtungen auf der Strecke sind eher spärlich. Eine Löwin döst im Schatten eines Baumes und zeigt uns nur ihren entzückenden Rücken. Wir erfreuen uns an der kargen und doch so schönen Landschaft. Auch ein Nichts kann wunderbar sein.
Gegen 14:00 Uhr erreichen wir Nossob. Unsere Unterkunft ist so, wie wir erwartet haben. Gut, dass wir das vorher wussten und unsere Erwartungen runtergeschraubt hatten. Mir scheint, dass die kleinen Nager im Camp von Touristen angefüttert wurden. Sie betteln penetrant. Irgendwann stellen sie aber fest, dass es bei uns nichts zu holen gibt und ziehen weiter.
Nach einem schnellen Check-in fahren wir durch das nördliche Tor und begeben uns auf Pirsch. Ein stattliches Löwenmännchen unter einem Baum erahnen wir mehr, als dass wir es sehen. Wir entschließen uns, wieder zum Camp zurückzukehren und am Abend ein weiteres Mal loszufahren.
Was wir dann auch tun. Am Wasserloch Kwang warten wir fast eine Stunde. Neben den üblichen Verdächtigen tut sich aber nicht allzu viel, ein paar Antilopen, Gnus und 4 Strauße tauchen auf. Nachdem wir dann zwei Schakalen eine Weile zugeschaut haben, die sich mittlerweile alleine im Nass tummeln, wird es Zeit für unsere Rückfahrt.
Es ist recht spät und das Löwenmännchen, das wir noch auf der Hinfahrt erahnten, hat nun wohl genug gedöst und schleppt sich träge von dannen. Wir fahren um eine Kurve und plötzlich läuft eine Löwin gemächlich über die Piste, um dann zwischen den Büschen in der bereits einsetzenden Dämmerung zu verschwinden. Uns bringt sie keinerlei Interesse entgegen.
Jetzt ist es auch nicht mehr weit bis Nossob. Die restliche Strecke werden wir mit Himmelsleuchten begleitet.
Teil 822. Juli 2023
Tag 7 – Nossob – Mata Mata Der letzte Tag im Kgalagadi Transfrontier Park
Das Restcamp Mata Mata verfügt noch nicht lange über besser ausgestattete Riverfront Chalets. Eines davon konnte ich bei der Buchung ergattern. Man darf sich nur nicht täuschen lassen vom Begriff Riverfront. Dieser River ist so gut wie immer ausgetrocknet.
So liegt heute eine längere Fahrt quer durch den Park vor uns. Diesen wollen wir selbstverständlich als Pirschfahrt nutzen. Allerdings werden wir nicht viele Tiere sehen. Einen Blick auf 3 Löwinnen können wir gerade noch erhaschen, bevor sie im hohen Gras verschwinden und unsichtbar für uns werden. Selbst mit funktionierendem Teleobjektiv wären mir höchstwahrscheinlich keine brauchbaren Fotos gelungen.
Das Riverfront Chalet in Mata Mata gefällt uns sehr gut. Es ist schön ausgestattet und verfügt über eine geräumige Terrasse. Aber auch hier sind die kleinen wuseligen Bettler sofort zur Stelle.
Am späteren Nachmittag begeben wir uns ein letztes Mal auf dieser Reise im KTP auf Pirschfahrt. Wir sehen Geier, Adler, Löffelhunde und im allerletzten Licht eine Eule. Entsprechend unscharf wird meine Aufnahme. Ein Löwenmännchen liegt alleine am Wasserloch Dalkeith. Nachdem wir seine Untätigkeit bereits 40 Minuten beobachtet haben, steht es kurz auf, dreht sich einmal um sich selbst und legt sich wieder hin. Länger können wir leider nicht ausharren, wir müssen noch ein ganzes Stück Piste zurücklegen bis Mata Mata, in 45 Minuten schließt das Tor. So schaffen wir es rechtzeitig vor Torschließung, das Camp zu erreichen. Während der Rückfahrt gibt der Himmel am letzten Abend noch einmal alles. Wir sind begeistert. An der Tankstelle lassen wir unseren Luftdruck ein wenig erhöhen, bevor wir morgen nach Namibia zurückkehren werden.
Im KTP haben wir neben einer beachtlichen Anzahl Antilopen, Gnus, Oryx und verschiedenen Vögeln 7 Hyänen, 1 Geparden (mein Mann hat noch einen weiteren in größerer Entfernung erblickt), 7 Löwen (3 Männchen und 4 Weibchen) und eine Eule gesehen. Außerdem noch eine African Wildcat und ein Caracal. Möglicherweise stellen diese Sichtungen nicht jeden bei 5 Nächten Aufenthalt im KTP zufrieden, aber für uns hat es gelohnt, wir sind zufrieden und wir haben die Zeit in dieser Ruhe und Abgeschiedenheit sehr genossen. Ich denke, auch gerade diese Ruhe macht den KTP aus, er ist nun einmal so ganz anders als der ebenfalls schöne Etosha Nationalpark, den wir auch sehr mögen. Mittlerweile haben wir unseren Frieden damit gemacht, dass unsere Kamera mit dem Telezoom seinen Dienst verweigert.
Teil 922. Juli 2023
Tag 8 – Mata Mata – Kalahari Bush Breaks Lodge Ein langer Fahrtag
Zwei lange Fahrtage liegen vor uns, um zu unserem nächsten Ziel zu kommen, der Dombo Farm in Botswana.
So stehen wir morgens zur Öffnung vor der Grenze. Sonderlich weit hatten wir es nicht, nur einige hundert Meter. Nachdem wir die Formalitäten hinter uns gebracht haben, fahren wir den ersten Abschnitt Richtung Norden, den wir auch auf der Hinfahrt genommen hatten. War der erste Abschnitt alles andere als stark befahren, ist die nun folgende Wegstrecke zwischen Aranos via Leonardville bis Gobabis sehr einsam.
Gegen 17:00 Uhr erreichen wir unsere Unterkunft, die Kalahari Bush Breaks Lodge. Von hier wollen wir morgen früh mit dem ersten Tageslicht aufbrechen, um so früh wie möglich die Grenze nach Botswana zu überqueren.
Die Kalahari Bush Breaks Lodge hatte ich aus zwei Gründen für diese Zwischenübernachtung gewählt. Zum einem aufgrund der Lage und zum anderen hatte ich überwiegend gute Bewertungen gelesen. Nun, komme ich noch einmal in meinem Leben hierhin, würde ich diese Lodge zwar wieder buchen, aber 100 %-ig überzeugen kann sie uns nicht. Die Zimmer haben uns nicht angesprochen und mit der Dekoration können wir so gar nichts anfangen. Der Empfang fällt sehr neutral aus. Wir erfahren, dass die Eltern derzeit verreist seien und daher die Kinder in diesen Tagen den Lodgebetrieb führen. Ihnen ist mehr nach Party mit ihren Freunden. Wir fühlen uns nicht als willkommene Gäste, sondern als Störfaktor. Wir bestellen für den Morgen ein Lunchpaket und verziehen uns nach dem Abendessen recht schnell in unseren Bungalow, schließlich wird der Wecker mitten in der Nacht klingeln.
Teil 1022. Juli 2023
Tag 9 – Kalahari Bush Breaks Lodge – Dombo Farm Ein Land, dessen Währung Regen heißt
Noch einmal ca. 600 Kilometer liegen heute vor uns, aber bis auf die letzte Etappe, vor der wir großen Respekt haben, werden wir auf Asphalt fahren. Um 04:45 Uhr schälen wir uns aus den Federn und sind dann tatsächlich die ersten, die am Grenzübergang stehen. Dieser öffnet um 07:00 Uhr. Nach 40 Minuten haben wir die Grenzformalitäten hinter uns gebracht und reisen nach Botswana ein. Das Land, das ich schon seit Jahren bereisen wollte. Zum Glück hatte ich mich belesen und vorbereitet, so weiß ich, dass die nun folgende Strecke bis Maun recht langweilig wird. Unterbrochen wird die Fahrt nur durch kurze Stopps und dem Verzehren des Lunchpakets. Wobei Verzehren tatsächlich übertrieben ist. Es ist kaum etwas im Lunchpaket enthalten und fast alles des Wenigen ist kaum genießbar. Mein Mann isst so gut wie nichts, ich etwas mehr, aber nur weil ich doch recht großen Hunger habe.
Die erste Abwechslung verspricht der Stopp in Maun. Wir tanken, erstehen einige Postkarten und ich kaufe mir ein Eis an der Tankstelle. Schnell tauschen wir noch ein paar Euros in Regen und schon können wir unsere Fahrt fortsetzen. Ich finde es bezeichnend, dass ein Land seine Währung Regen nennt. Pula, die Währung Botswanas, bedeutet übersetzt Regen.
Die zweite Abwechslung findet dann einige Kilometer hinter Maun statt. Unser Auto und auch wir müssen durch ein Fußdesinfektionsbad rollen bzw. gehen. Nun sollte es nicht mehr weit sein, bis wir die Pad zur Dombo Farm erreichen.
Wir wurden bereits im Vorfeld darüber informiert, dass die Zufahrt tiefsandig sei und man dazu unbedingt einen 4 x 4 Wagen benötigen würde. Mit unserem Daihatsu Terios AWD kämpfen wir uns gut eine Stunde über die tiefsandige Piste. Zugegeben, wir hatten da im Vorfeld schon recht großen Respekt, nachdem wir uns bei unserer ersten Reise nach Namibia trotz Luftablassens vor knapp 10 Jahren à la bonne heure im Sossusvlei eingegraben hatten. Aber wir schaffen es, ohne weitere Probleme durchzukommen und nachdem wir später von Heike und Uli hören, dass wir die ersten Touristen seien, die mit diesem vergleichsweise kleinen Wagen angereist seien, fragen wir uns, ob wir uns möglicherweise zu wenig zutrauen, was Tiefsandpisten anbelangt. Aber die Erfahrung von damals sitzt doch tief.
Wir stellen den Wagen ab und werden diesen in den nächsten Tagen auf Dombo auch nicht mehr benötigen. Zwei Touren habe ich bereits im Vorfeld gebucht. Heike und Uli begrüßen uns so herzlich und sofort wissen wir, hier stimmt die Chemie.
Wir haben ohnehin das Gefühl, die beiden schon ein wenig zu kennen. Nicht nur durch den Mailverkehr während des Buchungsprozesses, sondern auch durch die Lageberichte, die Heike uns geschickt hatte. Dort konnten wir lesen, mit welcher Mühe, Schweiß und Herzblut trotz vieler Widrigkeiten die beiden diese Gästefarm über mehrere Jahre mitten im Nirgendwo hier in Botswana aufgebaut haben. Schon längst hatten die beiden unseren allergrößten Respekt für diese Leistung.
Dombo bietet seinen Gästen insgesamt 4 Betten in zwei Bungalows. Es gibt den Giraffenbungalow und den Zebrabungalow. Der Zebrabungalow wird unser Zuhause für die nächsten 5 Nächte. Sowohl von unserer Terrasse als auch vom Haupthaus und dessen Terrasse können wir auf das Wasserloch blicken. Hier sollen sich regelmäßig Leoparden und mit viel Glück auch Wildhunde einfinden.
Kaum angekommen, wissen wir, hier werden wir uns wohlfühlen. Noch dazu, weil wir wissen, dass wir die einzigen Gäste sein werden, da wir zwei Touren in Nationalparks mit Uli gebucht haben.
Teil 1122. Juli 2023
Tag 10 – Dombo Farm Das ist übel … und ein Tag ohne Fotos
Ich wache früh am Morgen auf. Ich habe Kopfschmerzen und mir ist übel. Oh nein, hoffentlich keine Migräne, denke ich noch bei mir, ahne aber nicht, dass es weitaus heftiger kommen wird. Die Übelkeit verstärkt sich mit rasender Geschwindigkeit und ich stelle ganz schnell fest, dass es etwas anderes sein muss, die Symptome unterscheiden sich von einem Migräneanfall. Ich muss mich übergeben, kurze Zeit wieder … alleine innerhalb der ersten Stunde 7 Mal und die Übelkeit nimmt nicht ab. Es ist bereits jetzt schon sehr heiß, wir werden heute sicherlich wieder nahe der 40 Grad Celsius Marke kommen und ich möchte keinesfalls austrocknen. Also trinke ich Wasser, mit dem Ergebnis, dass ich selbst das nicht bei mir behalten kann. Mein Mann macht sich Sorgen, ich bitte ihn aber, dass er zum Frühstück geht. Währenddessen bin ich weiterhin Dauergast über der Toilettenschüssel.
Heike kommt vorbei. Sie will nach mir sehen. Sie und Uli machen sich Sorgen um mich. Es ist so rührend, wie sich alle um mich kümmern. Ich bin total erschöpft und müde, unglaublich übel ist mir immer noch. Heike bringt mir Wasser, in das sie in äußerst geringer Menge Salz und etwas Zucker gegeben hat. Tatsächlich behalte ich dieses grässlich schmeckende Getränk länger in meinem Körper als reines Wasser. Sie fragt mich, ob sie mir irgendetwas zum Essen bringen kann und ob Sie einen Arzt verständigen soll. Letzteres verneine ich, ich möchte erst noch einmal abwarten. Ich frage nach einem Stück Brot mit Marmelade. Als sie kurze Zeit später damit zurückkehrt und ich nur einen kurzen Blick auf das Stück Brot werfe, wird mir schlagartig wieder so übel, dass ich sofort wieder in der Toilette verschwinden muss. Seit diesem Tag werde ich wissen, was der Spruch „Ich könnte k…, wenn ich XX sehe“, bedeutet. Nie hätte ich gedacht, dass dies mehr als ein Spruch sein könnte, nun weiß ich es besser.
Im Laufe des Tages werden die Abstände, in denen ich mich übergeben muss, immer länger. Ich trinke regelmäßig in kleinen Schlucken das von Heike zubereitete Wasser. Das hilft mir und mein Körper nimmt wenigstens ein wenig Flüssigkeit auf. Das ist ohnehin wichtig, aber bei dieser Hitze umso mehr. Fortan werden wir bei allen Reisen in der Reiseapotheke Elektrolyte mitführen; getreu dem Motto „Besser Haben als Brauchen“.
Ich schlafe, besser döse, so den Tag vor mich hin. Ich fühle mich zeitweise so schwach, dass ich es nur mit allergrößter Mühe schaffe, die wenigen Meter zwischen Bett und Toilette zurückzulegen.
Mein Mann schaut regelmäßig nach mir. Aber ich bitte ihn, er möge doch die Zeit genießen und mit Heike und Uli verbringen. Nach mehrmaligem Drängen tut er dies zeitweise und wird mir später berichten, wie nett es war.
Im Dunkeln dürfen wir uns nicht alleine außerhalb des Bungalows bewegen. Das ist wegen der Wildtiere viel zu gefährlich. So bringt auch heute Abend Uli meinen Mann wieder zurück zum Bungalow und als er mir nach seiner Rückkehr berichtet, dass er während des Abendessens einen Leoparden und 13 Wildhunde am Wasserloch gesehen hat, bin ich doch ein wenig neidisch, zeitgleich merke ich, wie sehr ich mich für ihn freue. Mir geht es mittlerweile etwas besser, wenngleich alles andere als gut.
Teil 1224. Juli 2023
So, dann schreibe ich mal weiter für meine Fangemeinschaft, die mein Reiseführergewäsch auf Bildzeitungsniveau ohne Informationswert gerne liest. Auch wenn es zu viel der Ehre ist, möchte ich in diesem Zusammenhang noch ein herzliches DANKE loswerden, denn soweit ich informiert bin, arbeiten erstklassige Journalisten bei der Zeitung mit den vier Buchstaben in Versalien.
Tag 11 – Dombo Farm Auf dem Weg der Besserung
Seit gestern Abend habe ich alles bei mir behalten und mir ist kaum noch übel. Aber ich bin total geschafft und der kurze Weg von unserem Bungalow zum Gemeinschaftsbungalow strengt mich enorm an.
Nach unserer Rückkehr von der Reise werde ich zwei Ärzten von diesem Tag erzählen und beide vermuten, dass eine Lebensmittelvergiftung mir diesen Tag so richtig schön verdorben hat. Ich muss irgendetwas am Tag der Fahrt nach Maun gegessen oder angefasst haben, was mir diesen jämmerlichen Zustand beschert hat. Was es gewesen ist, kann ich nicht sagen, das wäre reine Spekulation. Gleichzeitig loben beide Ärzte, dass Heike so aufmerksam war, mir das Wassergemisch zubereitet zu haben. Das wird unsere Absicht noch einmal bestätigen, das Portfolio unserer Reiseapotheke auszuweiten.
Eigentlich wollten wir heute einen der beiden Nationalparks besuchen, aber mein Gesundheitszustand lässt das noch nicht zu. Wir sind dankbar, dass Heike und Uli so flexibel sind, unsere Touren auf Morgen und Übermorgen zu verschieben. Sie schlagen uns sogar vor, wenn wir eine der beiden oder gar beide Touren nicht machen könnten, dass sie uns ohne Frage die Kosten dafür zurückerstatten würden. Dieses Angebot empfinden wir ungemein großzügig und alles andere als selbstverständlich, aber ich sage, dass ich unbedingt beide Parks sehen möchte und überzeugt bin, dass ich morgen soweit fit sein werde, dass wir loslegen können.
Den Morgen verbringen wir zumeist auf der Terrasse des Gemeinschaftsbungalows; immer wieder mit unglaublich netten und interessanten Gesprächen mit den beiden Dombos. Am Wasserloch finden sich Antilopen ein und die Dik-Diks, die am Morgen bereits um unseren Bungalow grasten, stillen ebenfalls ihren Durst.
Am Nachmittag fragt uns Uli, ob wir mit ihm über die Farm zu einem Wasserloch fahren möchten. Zwei Elefanten waren zu Besuch und haben das Wasserloch geleert, sodass kein kühles Nass mehr für die anderen Tiere da ist. Sehr gerne wollen wir, ich fühle mich immer besser und mache mir auch keine weiteren Sorgen, schließlich muss ich nur im Wagen sitzen.
Ein Wasserschwein ist scheinbar bereits schon sehr durstig, traut sich aber erst nicht so richtig ran, läuft hin und her, uns nicht aus den Augen lassend, aber irgendwann ist der Durst so groß oder die Scheu so klein geworden, vielleicht auch beides, dass es endlich seinen Durst stillt.
Zum Abendessen genießen wir einen schönen Sonnenuntergang. Morgen wollen wir in den Nxai Pan National Park fahren. Wir freuen uns schon sehr darauf.
Teil 1324. Juli 2023
Tag 12 – Dombo Farm (Nxai Pan National Park) Ein Nationalpark für uns alleine
Zum Glück geht es mir wieder gut und wir können wie geplant zu unserer Tour in den Nxai Pan National Park aufbrechen. Der Tag beginnt vielversprechend. Früh am Morgen findet sich tatsächlich wieder ein Rudel Wildhunde am Wasserloch ein. Jetzt, in genau diesem Moment, ist es mit dem „Frieden machen“ mit Kamera und Telezoom bei mir nicht mehr allzu weit her. Gerade verfluche ich abgrundtief das Teil.
Gesättigt vom Frühstück sitzen wir bereits um kurz nach 07:00 Uhr mit Uli im Wagen und rumpeln ziemlich entspannt über die Farmpad durch Tiefsand zum Asphaltband. Wir können entspannt sein, denn wir müssen nicht fahren. Eine Weile rollen wir auf dem Asphalt dahin, dann folgt auch schon die Abzweigung zum Nxai Pan National Park.
Was hatte ich über diesen Park gelesen: Nur für wirklich absolut versierte Tiefsandfahrer zu empfehlen. Der Beweis lässt nur wenige Minuten auf sich warten. Ich mache zwar ein Foto, aber werde beim Betrachten später feststellen, dass dies nur einen Bruchteil der Bedingungen vor Ort wiedergibt. Nein, hier wären wir sicherlich heillos überfordert gewesen und wahrscheinlich schon auf den ersten 100 Metern stecken geblieben.
Den Nxai Pan National Park verbinde ich zuallererst mit Baines Baobab. Einen Ort, den ich bisher nur von Bildern kannte, der aber alleine dadurch auf mich schon eine magische Anziehungskraft ausübte. Aber dorthin sollten wir erst später kommen, denn auch die heimische Tierwelt ist im Park vertreten. Uli fährt routiniert durch die Tiefsandpiste. Das geht eine ganze Weile so, bis wir endlich eine Pad erreichen, die wesentlich besser zu befahren ist. Eine große flache Ebene öffnet sich, die Hitze flimmert in der Luft, der Himmel ist grau vom vielen Staub. Ich fühle mich an die Etosha-Pfanne erinnert, nur dass wir bisher kein weiteres Fahrzeug gesehen haben, seitdem wir am Morgen das Parkgate passiert haben.
Uli fährt zu einem Wasserloch und wir sehen unsere ersten Elefanten auf dieser Reise. Im KTP gibt es keine Elefanten. Eine Gruppe Geier hat sich ebenfalls eingefunden. Eine ganze Weile beobachten wir das Geschehen. Es ist wunderbar und ich wundere mich, warum wir hier alleine sind. Nun gut, mir soll es recht sein.
Unter zwei Büschen dösen 6 Löwen. Ich kann es Ihnen nicht verdenken, es ist brütend heiß. Nur wenige Meter entfernt von diesem faulen Grüppchen können wir uns hinstellen, warten und sie ausgiebig beobachten. Auch hier stehen wir wieder ganz alleine, welch ein Privileg.
Selbst auf dem Campingplatz steht weder ein Fahrzeug noch ein Zelt. Hier wollen wir unseren Picknicklunch einnehmen. Die neuen Sanitärgebäude sind rundherum mit Steinen gesichert, um die Elefanten davon abzuhalten, die Wasserleitungen zu kappen. Ob es hilft? Ich weiß es nicht.
Kaum gibt es die neuen Waschhäuser, hat sich die Tierwelt die alten bereits unter den Nagel gerissen. Ein kleines Böckchen hat es sich auf einem ausgedienten Toilettenhäuschen gemütlich gemacht. Bei diesem Anblick muss ich schmunzeln.
Es ist tatsächlich noch einiges an Strecke bis zu dem Ort zurückzulegen, den ich wie sonst keinen anderen mit dem Nxai Pan National Park in Verbindung bringe, Baines Baobab. Durch flaches, karges Steppenland, immer wieder unterbrochen durch Salzpfannen, die sich in dieser Trockenheit gut queren lassen, führt uns der Weg.
Dann plötzlich liegen sie vor uns und ich kann meinen Augen kaum trauen. Alle Bilder, die ich bisher von Baines Baobab gesehen habe, zeigten die aus der Ebene ragenden Baobabs knorrig und blätterlos. Uns zeigen sie sich nun zwar immer noch knorrig, wie es sich für einen ordentlichen Baobab gehört, aber mit grünem Blättergewand. Zuerst kann ich es nicht richtig einordnen, wie ich das finden soll, aber ganz schnell stelle ich fest, wie wunderbar sich das Grün über der hellgrauen Salzpfanne und vor dem blauen Himmel abhebt. Dieser Ort ist exakt so, wie in meiner Vorstellung, er ist einfach magisch. Sicherlich trägt ein nicht unwesentlicher Anteil dazu bei, dass wir auch hier wieder ganz alleine sind.
Nachdem Thomas Baines die Baobabs Ende des 19. Jahrhunderts zeichnete und so zum Namensgeber dieses Ortes im Nirgendwo wurde, haben zahlreiche weitere Touristen diesen Anblick genossen. Leider waren aber auch Personen vor Ort, die unsägliche Zeichen in Form von eingeritzten Motiven an den Bäumen hinterlassen mussten. Ich verstehe solches Verhalten nicht. Irgendwann wird man vielleicht sogar an diesem abgelegenen Ort einen Zaun ziehen, um ihn zu schützen. Das wäre kein Novum.
Teil 1428. Juli 2023
Tag 13 – Dombo Farm (Makgadikgadi National Park) Ein Nationalpark mit verzwicktem Namen
Die Dombo Farm liegt strategisch so günstig, dass man neben dem Nxai Pan National Park einen weiteren Nationalpark auf einem Tagesausflug erkunden kann, den Makgadikgadi National Park. Dieser Park bereitet mir jedes Mal aufs Neue Kopfzerbrechen, wenn ich seinen Namen schreiben muss. Ich kann mir die Schreibweise einfach nicht merken.
Nach zwei Stunden Fahrt erreichen wir am Morgen Kumaga. Von hier setzt die Fähre über den Boteti über. 16 Jahre lang war alles staubtrocken, der Boteti war ein Fluss ohne Wasser. Vor 3 Jahren hat sich das geändert.
Während Uli den Wagen auf die kleine Fähre setzt, warten wir und ich mache ein paar Fotos. Personen sitzen im Schatten eines großen Baumes. Esel steuern zielgerichtet das Wasser des Boteti an. Dann können auch wir auf die Fähre und während wir den Fluss auf einer kurzen Fahrt überqueren, staune ich über das Tiefblau des Flusses. Es ist ein absoluter Kontrast zum Nxai Pan National Park.
Den Tag verbringen wir im Park mit Pirschfahrten. Wir sehen viele Elefanten, die meisten halten sich am und im Wasser auf. Es macht große Freude, Ihnen zuzusehen, wie viel Spaß sie am Bad im Fluss haben und welches lautstarke Getöse sie dabei veranstalten. Hin und wieder lässt sich ein Elefant auf der anderen Uferseite sehen. Dort grasen aber zumeist Nutztiere.
Wir erfahren von Uli, dass sich in dieser Gegend die zweitgrößte Migration nach der Serengeti abspielen soll. Zeitweise wären die letzten Tage und Wochen 15.000 bis 20.000 Zebras und Gnus in diesem Bereich des Makgadikgadi National Parks gewesen. Uli war jetzt schon einige Tage nicht mehr im Park und ist selbst überrascht, dass noch immer so viele Tiere hier sind. Wir haben großes Glück, dieses Spektakel sehen zu können.
Aber auch die eine oder andere Giraffe lässt sich blicken und ein kleiner Schakal sitzt im Schutz eines Baumstumpfes. Eine größere Anzahl schreckhafter und nervöser Zebras bewegt sich Richtung Boteti, um den Durst zu stillen. An diesem Tag denken wir mehr als einmal wehmütig an unser Telezoom.
Dieser Park mit dem tiefblauen Wasser des Botetis und der trockenen Umgebung ist so ganz anders als der Nxai Pan National Park. Auch heute sind wir nahezu alleine unterwegs, es begegnet uns lediglich ein Fahrzeug, während wir uns auf dieser Seite des Botetis aufhalten. Ich kann nicht sagen, dass mir einer von beiden Parks besser gefallen hat und bin einfach froh, beide habe sehen können.
Der letzte Abend auf Dombo verwöhnt uns mit zwei Leoparden am Wasserloch.
Teil 1528. Juli 2023
Tag 14 – Dombo Farm - Kasane Auf ins Vierländereck
Wir stehen sehr früh auf und werden damit belohnt, dass sich erneut Wildhunde am Wasserloch einfinden. Es ist ein stetiges Kommen und Gehen am Wasserloch auf Dombo – einfach herrlich. Wehmut liegt in der Luft, dass wir diesen Ort verlassen müssen. Traurig verabschieden wir uns bereits kurz nach 08:00 Uhr morgens von Heike und Uli. Wie gerne wären wir noch viel länger auf Dombo geblieben.
Vor uns liegt heute eine längere Fahretappe zu unserem dritten „Baustein“ auf dieser Reise, nach KTP und Dombo. Die sandige Farmpad ist nun früh am Morgen wesentlich einfacher zu bewältigen als am Nachmittag unserer Anreise. Einzig ein paar Rinder, die sich partout nicht von der Piste bewegen wollen, verzögern unsere Tagesplanung. Es ist alles andere als hilfreich, dass die Fahrzeughupe nicht funktioniert. Das haben wir allerdings erst vor wenigen Tagen festgestellt, als wir nach Maun fuhren. Insgesamt müssen wir heute fast 600 Kilometer auf zwar überwiegend geteerter, jedoch recht langweiliger, Strecke zurücklegen.
Bis Nata kommen wir gut voran, das ändert sich aber sehr schnell nach der Abzweigung. Zwischen Nata und Kasane befindet sich gefühlt eine Baustelle nach der anderen.
Kurz vor Kasane dann die erste Abwechslung: Eine kleine Elefantenfamilie steht direkt neben der Straße. Wir sind erschrocken, wie abgemagert die Tiere aussehen. Sie tun uns leid, ganz besonders die Kleinen.
Gegen 17:00 Uhr erreichen wir Kasane und unsere Unterkunft für die nächsten zwei Nächte, die Chobe Safari Lodge. Sie liegt direkt am Chobe, hat eine schöne Aussichtsterrasse auf den Fluss und im Garten der Anlage tummelt sich Wildlife. Es ist wohl besser, nichts auf der Zimmerterrasse liegen zu lassen. Die Paviane wären ganz schnell zur Stelle.
Während wir auf der Terrasse der Lodge mit Blick auf den Chobe sitzen, fährt gerade ein Hausboot vorbei. Wir freuen uns, denn mit solch einem werden wir übermorgen für 2 Nächte entlang des Chobes schippern. Doch zuerst steht eine Safari zu Land in den Chobe National Park an.
Teil 1629. Juli 2023
Tag 15 – Kasane Ein Nationalpark zu Land
Wer immer uns bestätigt hatte, dass wir unseren Mietwagen an diesem Tag noch bis 16:00 Uhr abgeben könnten, hatte nicht bedacht, dass der genannte Abgabeort am Wochenende geschlossen hat. Heute ist Samstag. Zum Glück haben wir das gestern Abend noch rausgefunden und erfahren, dass wir den Mietwagen bis mittags in einem Büro im Zentrum von Kasane retournieren können. Dumm ist nur, dass dieses samstags lediglich bis kurz nach Mittag geöffnet hat. Wir können von Glück sagen, dass heute erst Samstag und nicht Sonntag ist.
Wir ärgern uns ein wenig, denn wir wollten eigentlich bereits für frühmorgens eine Pirschfahrt in den Chobe National Park buchen. Nun organisieren wir über die Lodge den Beginn der Pirschfahrt für 10 Uhr.
Vor Öffnung stehen wir bereits vor dem Office und um 09:00 Uhr werden wir bei einer sehr netten Dame unseren Dahaitsu Terios los. Das Vehikel hat uns die vergangenen Tage immer treue Dienste geleistet. Die Rückgabe klappt problemlos und wir informieren die Dame wahrheitsgemäß, dass der nun zum Ersatz ernannte Reifen geflickt werden musste; alles kein Problem und versichert sind wir zudem.
Rechtzeitig sind wir zurück an der Lodge und warten darauf, abgeholt zu werden. Als nach 15 Minuten immer noch kein Fahrzeug da ist, bitte ich an der Rezeption, man möge doch einmal nachhören, wann denn unser Auto käme. Nach etwa weiteren 10 Minuten des Wartens steht das Safarifahrzeug endlich vor uns. Der Fahrer entschuldigt sich, er hatte uns vergessen. So langsam zweifle ich, ob die Pirschfahrt in den Chobe überhaupt noch lohnt. Viele kommen jetzt bereits schon wieder zurück. Ein Wagen nach dem anderen spukt Touristen aus.
Wir sind allerdings sehr erfreut, als wir erfahren, dass wir die einzigen Gäste auf dem Fahrzeug sind. So erhalten wir eine Privatpirsch zum günstigen Gruppentarif.
Im Laufe der nächsten Stunden wird sich herausstellen, dass auch die anfänglichen Zweifel absolut unbegründet waren. Eher im Gegenteil, wir haben an diesem Tag großes Glück, antizyklisch zu fahren. Wir sehen nur wenige weitere Fahrzeuge im Park und sind begeistert, wie viele Tiere und welche Vielfalt wir in den wenigen Stunden im Park sehen. Die Chobe Riverfront enttäuscht uns nicht. Die größte Population stellen die Elefantenherden dar. Immer wieder kommen sie urplötzlich aus dem Hinterland und je näher sie ans Wasser kommen, umso schneller werden sie. Es ist interessant, dieses Verhalten zu beobachten. Ich bin überrascht, wie relaxt die Elefanten im Chobe National Park sind. Das habe ich von unserer Reise in den Etosha ganz anders in Erinnerung.
Nach anfänglicher Skepsis wird diese Pirschfahrt für uns ein voller Erfolg und wir sind happy.
... am morgigen Reisetag geht es aufs Hausboot. Darauf freuen wir uns sehr.
Teil 1731. Juli 2023
Tag 16 – Kasane – Impalila Island - Ichobezi Ein Nationalpark zu Wasser oder Elefantenalarm
Nachdem wir uns den Chobe National Park gestern zu Land angesehen haben, soll es heute aufs Wasser gehen und dazu haben wir uns zwei Nächte auf einem Hausboot, der Ichobezi, gegönnt.
Um dieses Hausboot betreten zu können, müssen wir aus Botswana aus- und in Namibia einreisen, denn die Ichobezi hat ihren Heimathafen auf Impalila Island. Wir sind derzeit die einzigen Personen, die die Grenze passieren, zumindest offiziell mit Stempeln. Denn unser Guide kommt mal eben herübergehüpft und hilft uns beim Schleppen des Gepäcks, dies stört hier niemanden und scheint Usus zu sein. Wir passieren das interessanteste und witzigste Grenztor, das ich jemals gesehen habe und verlassen Botswana. In zwei Tagen werden wir zurückkehren, wenn auch nur für sehr kurze Zeit.
Wir fahren einige Minuten in einem kleinen Boot auf die andere Seite des Chobes. Das Boot ist gerade groß genug, um uns drei und unser Gepäck zu transportieren. Nachdem wir auf Impalila Island offiziell in Namibia eingereist sind, steuern wir unser schwimmendes Zuhause für die nächsten zwei Tage an. Lange sind wir nicht unterwegs. Die Wege hier sind sehr kurz.
Die Ichobezi verfügt über 4 Zweierkabinen. Wir erhalten eine Kabine mit Panoramafenster im Bug. Zu jeder Kabine gehört ein eigener Guide und ein kleines Beiboot, sodass man tatsächlich von privaten Touren sprechen kann. Genau genommen können wir für den heutigen Tag von privat-privat sprechen, wir sind tatsächlich bis morgen die einzigen Gäste.
Wir essen lecker zu Mittag und dann setzt sich die Ichobezi in Gang. Wir schippern den Chobe bis zu einem Seitenarm entlang. Hier befindet sich unser Anlegeplatz für die Nacht.
Es ist unglaublich, wie viele Tiere sich entlang der Chobe Riverfront aufhalten, aber auch Hippos schauen immer mal wieder aus dem Wasser. Wir sitzen hier in unseren Sesseln und genießen die Ausblicke. Einen kleinen Hauch von Dekadenz können wir nicht leugnen, aber es ist einfach nur herrlich, wie wir hier so langsam für ein paar Stunden dahingleiten und die Tierwelt vorbeizieht.
Nachdem wir unseren Liegeplatz erreicht haben, steigen wir mit unserem Guide in das kleine Beiboot. So können wir noch näher ans Ufer fahren. Es ist unglaublich, was sich hier abspielt. Die Elefantenherden geben sich sprichwörtlich die Klinke in die Hand; die einen kommen, die anderen gehen … und wieder andere sind gekommen, um den Chobe zu überqueren. Zu Anfang sind die Elefanten noch zweifarbig, unten dunkel vom Wasser, oben hell vom Staub. Das ändert sich aber spätestens in der Mitte des Flusses. Es sieht zeitweise so aus, als überquere gerade ein Wurm das Nass und während der Wurm durch den Chobe schwimmt, veranstaltet er gleichzeitig ein ohrenbetäubendes Getöse. Es ist wundervoll.
Ich frage mich, wie schaffen es die Herden, so dicht beieinander, dass die Kleinen nicht untergehen in diesem Getümmel. Ich finde diese Crossings höchst eindrucksvoll und bin gleichzeitig begeistert von unserem Guide. Er hält zu jeder Zeit ausreichend Abstand zu den Tieren. Es sind zwar nur sehr wenige andere Boote mit Touristen vor Ort, aber diese Rücksichtnahme kann ich nicht bei allen Bootsführern feststellen.
Später am Abend, mittlerweile sind keine weiteren Boote mehr unterwegs, sitzen wir auf dem Deck, genießen das sehr gute Abendessen, schauen und lauschen den Tieren. Als wäre das nicht alles schon perfekt genug, muss der Sonnenuntergang noch das i-Tüpfelchen oben drauf setzen.
Teil 1803. Aug. 2023
Tag 17 – Ichobezi Ein Nationalpark zu Wasser, die Zweite
Wir benötigen keinen Wecker, die in der Nachbarschaft lebende Hippofamilie begrüßt uns lautstark früh am Morgen.
Bis zum Nachmittag genießen wir erneut das Kommen und Gehen der Elefanten und Antilopen, das Grunzen der Hippos. Die meiste Zeit bleibt heute der Fotoapparat unangetastet, wir schauen und genießen.
Irgendwann wird ein deutsches Ehepaar in einem der kleinen Beiboote gebracht. Die beiden sind sehr nett. Einige Zeit später folgen zwei Paare aus Kenia. Die Ichobezi ist nun voll belegt, aber wie wir später während des Abendessens feststellen werden, ist es eine sehr angenehme Atmosphäre mit netten Personen.
Wir fahren weiter den Chobe entlang. Auf der namibischen Seite erscheinen Dörfer. Am Ufer liegen Krokodile und verschiedene Vögel haben sich eingefunden; leider alles keine sonderlich brauchbaren Motive für die verbleibende Kameraausrüstung. So müssen wir versuchen, unsere Erinnerungen ohne Zuhilfenahme des digitalen Speichers zu verinnerlichen.
Der Tag verabschiedet sich auch heute mit einem eindrucksvollen Sonnenuntergang. Zur blauen Stunde entsteht dann eines meiner Lieblingsmotive. Wie ist es so herrlich, hier auf dem Chobe.
Teil 1903. Aug. 2023
Tag 18 – Ichobezi – Kasane – Victoria Falls Munteres Länderhopping
Früh am Morgen, um 06:30 Uhr, legen wir mit der Ichobezi ab und während wir unser Ziel, Impalila Island, ansteuern, frühstücken wir mit Blick auf die Tierwelt entlang des Chobe Rivers.
Mehrere Stunden benötigen wir bis Impalila Island, wo wir unsere schwimmende Unterkunft verlassen. Diese Kreuzfahrt war wunderbar und wir sind froh, dass wir uns seinerzeit entschieden hatten, diese in unsere Route einzubauen.
Wir reisen aus Namibia aus, fahren im kleinen Beiboot auf die andere Uferseite und reisen erneut in Botswana ein. Mit unserem vorgebuchten Transfer klappt alles reibungslos. Etwa 15 Minuten fahren wir bis zur Grenze und reisen diesmal aus Botswana aus und in Zimbabwe ein. Tatsächlich ist das nun die siebte Einreise in diesem Urlaub. Wir sind froh, dass wir Unterstützung haben von unseren Fahrern und man uns sagt, wohin wir als Nächstes müssen. Es ist recht viel los, ganz im Gegensatz zur Grenze, die wir zuvor am Tag passiert haben.
Nach 1 Stunde Fahrt erreichen wir auch schon unsere letzte Station dieser Reise, das Victoria Falls Hotel. 2 Nächte werden wir bleiben, bevor wir unsere Heimreise antreten müssen. Gegenüber des Hotels befindet sich der Bahnhof, die Gebäude können ihre englische Kolonialzeit nicht verleugnen.
Im Garten des Hotels tummelt sich Familie Warzenschwein und man hat einen Blick auf die Brücke, von der sich Bungee-Springer in die Tiefe stürzen.
Teil 2003. Aug. 2023
Tag 19 – Victoria Falls Mosi-oa-Tunya
Direkt hinter unserem Hotel führt ein Pfad entlang. Keine 15 Minuten laufen wir und befinden uns bereits am Eingang zum National Mosi-oa-Tunya, den Victoria Falls. Diese Wasserfälle gehören wohl zu den bekanntesten und sicherlich auch den eindruckvollsten Fällen auf unserem Planeten. Im Gegensatz zu den Iguazú Fällen, deren Wasserstand zwar auch jahreszeitenabhängig schwankt, sind die Unterschiede an den Victoria Falls, wie viel Wasser des Sambesis über die Abbruchkante stürzt, wesentlich gravierender. In einigen Monaten, so las ich, fließt so viel Wasser, dass man vor lauter Gicht kaum die Fälle sieht. In anderen Monaten, wie nun bei uns, sind einige Abschnitte der 1.737 Meter breiten Fälle ausgetrocknet. Dies betrifft vor allem den Anteil, der zu Sambia gehört. Das ist aber auch die Zeit, in der man auf der Seite Sambias in kleinen Pools oberhalb der Abbruchkante baden kann.
In brütend schwülheißer Luft laufen wir den Pfad entlang, der gegenüber der Fälle angelegt wurde, und später wieder zurück. Wir lassen uns ausreichend Zeit für die Besichtigung. Die Main Falls mit ihren 93 Metern sollen ganzjährig Wasser führen und selbst jetzt bei diesem Wasserstand werden wir nass. Ganz am Ende fließen nur noch vereinzelt kleinere Fälle über die Abbruchkante. Trotzdem, oder vielleicht auch deshalb, finde ich diesen Ausblick äußerst interessant.
Die Victoria Falls sind so ganz anders als die Iguazú Wasserfälle und sicherlich auch als die Niagara Fälle, die ich nicht kenne. Bemerkenswert finde ich jedoch die Gemeinsamkeit der aller drei Fälle, sie liegen jeweils in zwei Ländern.
Nach einer ausgiebigen Besichtigung genießen wir die verbleibenden Stunden beim High-Tea und im Garten des Hotels.
Tag 20 – Victoria Falls – Johannesburg - Frankfurt Heimreise
Nur eine halbe Stunde Fahrt entfernt liegt der internationale Flughafen, wo wir mit einer Maschine der South African Airways um die Mittagszeit pünktlich Richtung Johannesburg fliegen. Gerade einmal 1 Stunde und 20 Minuten dauert der Flug. Die Zeit bis zum Weiterflug vergeht trotz einiger Stunden, die es zu überbrücken gilt, in der Lounge recht schnell. Den Nachtflug, erneut mit der SAA, habe ich fast komplett verschlafen. Nach drei Wochen im südlichen Afrika landen wir pünktlich in Frankfurt.