MAMarcSThemenstarter252 Beiträge · seit 200806. Jan. 2023 · #21
15.12.2022 Es hat heftig geregnet, die Pan ist ein See.
Auch Roberto ist schon unterwegs, damit sind die Tracks unseres Nachtlöwen leider auch dahin. Die Löwenfamilie ist weg, kein Wunder bei dem Trubel. Das ist der Ausschlag, wir fahren zum Gate. Dort frühstücken wir und melden unsere gebuchten CS als frei, für den Fall, dass noch jemand ohne Buchung kommt.
Nach 20 km geht es über den Shortcut nach Kokotsha.
Der Track ist gut zu fahren, aber ab und zu hat jemand anderes Vorfahrt.
Ab dem kleinen Eck namens „Private Land „ ist der Track allerdings eine Rumpelpiste entlang des Zauns. Bis zur Straße benötigen wir gut 2h. An der Asphaltstrasse pumpen wir die Reifen wieder auf und wollen frühstücken. Wir haben uns wieder ausgesperrt, also wieder klettern. Der Haken ist wirklich doof, da er sich während der Fahrt selber um die Verschlußschraube legen kann. Na ja, gewußt wie, dann dauert es nicht lang. Zufahrt aus Richtung Sekoma
Zum Tanken fahren wir nach Sekoma, dort sind wir um 12.00 Uhr. An der dortigen Tankstelle kann uns niemand etwas zu dem Track Richtung Dutlwe sagen. Also probieren wir es, der Weg zum Abzweig und dann nach Motokwe ist eindeutig zu weit. Außerdem wollen wir bei Dutlwe die Strase queren und dann an der Parkgrenze zum Gate. Dort sind wir schon einmal gefahren und es war deutlich kürzer und schneller. Der Weg nach Norden erweist sich als gut zu fahren und führt durch eine Reihe von Farmen. Wie in Namibia, Gatter auf, Gatter zu, aber sonst problemlos.
Immer den Strommasten nach, die die rechts/links Haken mitmachen. Da wir mal wieder auf eine pechschwarze Wand zufahren entschließen wir uns doch die 30 Minuten Umweg über Lethlakeng auf Asphalt zu nehmen. Wir kommen gut voran, die Piste Richtung Gate ist allerdings eine Rutschbahn. Schlamm, Pfützen und Wasserlöcher sind oft zu viel für die überladenen Kleinwagen, aber der Hillux macht seine Sache gut.
Um 16.30 Uhr, also nach 8,5 h nach dem Mabua Gate, sind wir am Khutse Gate. Die Fahrt war ein Abenteuer für sich und spannender als die Loops im Park.
Die Mitarbeiterin am Gate ist sehr nett, aber von Big Foot ist niemand mehr da. Sie ruft in deren Office an und wir können drei Tage in Molose 4 stehen. Allerdings haben wir nicht mehr genug Pula für die Entry Fee und das CC Gerät funktioniert auch nicht. 50 Pula fehlen, wir sollen sie zusammen mit der Big Foot Gebühr bei Ausfahrt zahlen. Wir erfahren noch, dass die Pumpe in Moroswe außer Betrieb ist und sich die Tiere alle am Molose Wasserloch aufhalten. Leider sind wir dann doch geistig zu träge um a) nicht die erste Nacht am Gate zu bleiben und b) auf das Wetter zu achten und c) Weg, Zeit und Uhrzeit sinnvoll in Relation zu setzten. Vom Gate nach Molose sind es mindestens 2 Stunden. Ein Gamedrive ist die Anfahrt ohnehin nicht, da es durch dicht verbuschtes Gelände geht. Aber es wird immer später und das Wetter immer schlechter. Irgendwann kommt dann noch ein halbstarker Elefantenbulle ins Spiel, der selbst mit unserem großen Sicherheitsabstand noch nicht zufrieden ist. Mehrere Minuten läßt er seinen Unmut über uns an Bäumen und Büschen aus und startet ein paar Scheinanläufe. Irgendwann ist er verschwunden, aber wo ? Wir fahren langsam und vorsichtig weiter. Wie immer sehen wir ihn erst, als er laut trompetend neben dem Fenster steht.
Der Elefant ist ja nicht schuld dass wir so spät sind, aber so kommen wir tatsächlich erst mit dem letzten Licht auf der CS 04 an. Es reicht noch zum Aufbau, dann schüttet es aus Eimern.
Dank unserer Markise, die wir mittlerweile sehr schätzen, können wir trocken kochen und essen und noch Wasser zum Duschen sammeln. Ich dusche mit Hilfe der Wasserblase auf der Markise, die ist in wenigen Augenblicken wieder gefüllt.
MAMarcSThemenstarter252 Beiträge · seit 200808. Jan. 2023 · #22
17.12.2022 Es wäre schlauer gewesen, die erste Nacht am Gate zu bleiben. Die letzten zwei Stunden Fahrt gestern waren schon anstrengend. Aber nachher ist man ja immer schlauer.
Jetzt müssen wir uns erst einmal wieder sortieren. Unabhängig vom Fahrtag gestern haben wir ja fast alle Lebensmittel schon 10 Tage im Auto und so langsam geben die Verpackungen auf. Unsere letzte Milch, noch ein paar Biere ( Castle mit Drehverschluß ) innerhalb und außerhalb des Kühlschranks sowie die letzte Flasche Wein im Kühlschrank sind der Tribut. Also mal wieder Auto und Kühlschrank putzen. Wir fahren unseren fertigen Brotteig jetzt auch schon zwei Tage spazieren und haben immer noch nicht gebacken. Also machen wir ein kleines Feuer am Morgen und backen gleich zwei Brote, die uns sehr gut gelingen.
Am Molose Wasserloch finden sich den ganzen Morgen wider Erwarten keine Tiere ein. Also machen wir einen ausgedehnten GD Richtung Gate. Leider sind die 25 Kilometer Buschland Richtung Gate sehr uneinsichtig, umso mehr freuen wir uns über das Leben in den Pans.
In Khanhke treffen wir ein italienisches Paar, die dort gebucht haben. Sie sind aber nicht sehr glücklich damit, weil ihnen Gnus und Oryx zu langweilig sind. So beschließen wir, unsere Buchungen zu tauschen. Sie fahren nach Molose, wir bleiben hier und sparen uns die Buschfahrt. Da es ziemlich heiß ist und wir ja jetzt viel Zeit haben wollen wir am Gate zu duschen. Auf der Fahrt dahin machen wir auf einer der 10 Khutse Pan Campsites Mittagspause und beschließen dort zu bleiben, wenn niemand anderes mehr kommt. Es wird kein Problem, es sind nur zwei andere Autos im Park.
Auf der Khutse Pan gibt es einen Sundowner einen schönen Stellplatz auf Nummer 5. Am Abend: Gewitter.
MAMarcSThemenstarter252 Beiträge · seit 200808. Jan. 2023 · #23
18.12.2022 Der letzte Tag in Khutse.
Die Wochenendtouristen werden mehr, 4-5 anderen Fahrzeuge sind unterwegs. Die erhofften Löwen oder Elefanten sieht keiner. Wir fahren früh morgens einige Schleifen, sehen viele frische Spuren aber leider keine weiteren Elefanten.
Also doch wieder zum Wasserloch nach Molose. Von Molose 1 kann man alles überblicken und wir richten uns dort ein. Bis zum Kaffee passiert: nichts. Ein einsames Gnu steht in 100m Entfernung, dass ist alles. Dann tauchen die Italiener auch wieder auf. Sie hatten auf unserer Molose 4 und tagsüber auch kein Glück, wollen aber auf der 01 bleiben, da sie diese eigentlich für heute gebucht hatten. Wir cruisen mit einem Duschabstecher wieder zurück, nehmen heute aber eine andere CS an der Khutse Pan.
Wir richten auf Nummer 09 gerade unser Abendlager ein, als wir Stimmen hören. Ich denke erst an andere Touristen, deren Auto defekt ist oder so. Aus dem hohen Gras tauchen 2 Esel, 3 Kinder und 2 Erwachsene auf. Sie gehören zu einem der Dörfer im GR Gebiert und sind auf dem Weg irgendwo hin. So weit ich verstehe, müssen sie noch zwei Tagesreisen nach Süden, erledigen dann dort etwas und gehen nach einer Woche wieder zurück. Sie sind hungrig und fragen höflich nach Essen. Da es unsere letzte Nacht ist, bekommen sie alles, was wir noch haben. Darüber sind sie unglaublich froh und müssen sogar noch nach einem Beutel fragen, weil sie es sonst nicht unterbringen können. Wir haben auch noch einen 5l Kanister Wasser, den sie sofort öffnen. Sandra hilft den Kindern mit dem schweren Ding, sie müssen unheimlich durstig sein. Im Tausch bekommen wir eine selbstgemachte Kette und sie bedanken sich herzlich. Nach wenigen Augenblicken sind sie im Busch verschwunden.
Das war eine ganz spezielle Begegnung und wir sind froh, dass wir ihnen helfen konnten.
MAMarcSThemenstarter252 Beiträge · seit 200808. Jan. 2023 · #24
19.12.2022 Zur Belohnung gab es gestern einen tollen Sonnenuntergang und kein Gewitter. Am Gate treffen wir die Italiener. Sie hatten am Abend noch ausgiebig zwei Elefanten am Wasserloch. Nach einem weiteren netten Plausch machen wir uns auf den Weg. Wir wollen heute noch bis Zeerust, morgen dann zum Flughafen. Big Foot können wir mittels Telefonkonferenz zum Office mit Kreditkarte bezahlen. Der Big Foot Mitarbeiter tauscht Rand gegen Pula und so können wir schuldenfrei abreisen.
Wir haben in den letzten Jahren nach Möglichkeit Passagiere mitgenommen. Da wir jetzt kein Wasser und kein Holz mehr haben, ist die Rückbank frei. Also nehmen wir einen alten Mann nach Salajwe mit und drei weitere Fahrgäste von dort nach Letlhakeng. Sie wollen dafür sogar zahlen und freuen sich über die kostenfreie und bequemere Fahrt als auf einer Pritsche. Eigentlich wollten wir tanken und die Reifen aufpumpen, aber es gibt eine lange Schlange und so nötig ist es nicht. Allerdings sind auch die ATMs belagert oder leer. Das ist blöd, wir können nicht mal mehr eine Limo kaufen. Also halten wir ein paar Kilometer außerhalb zumindest für die Reifen. Dabei fällt uns auf, dass das Gestänge mit dem Ersatzreifen fast aus dem Alublech reißt. Die Konstruktion ist einfach zu schwer. Wir laden den Reifen in den Aufbau, damit die Last weniger wird. Das ganze Ersatzrad – Klapptürsystem ist ohnehin nicht praktisch und 50 kg auf dünnem Blech kann nicht halten.
Auch in allen anderen Städten bekommen wir kein Geld. Da wir in Ramotswa über die Grenze wollen ist unsere Hoffnung die dortige Wechselstube, da wir wenigstens für den nächsten Urlaub schon mal Geld holen wollen. Tatsächlich bekommen wir zu einen guten Kurs Pula gegen Euro. Und da wir schon als Kunden gespeichert sind, geht es ziemlich fix. Wie immer werden wir von den botswanischen Grenzern herzlich verabschiedet und zum wiederkommen aufgefordert. Sehr nett auch auf der SA Seite und nach wenigen Minuten haben wir den Mini Grenzübergang passiert. Am frühen Mittag erreichen wir Zeerust und beschließen auf gut Glück bei der Kareespruit Guestlodge nach einem Zimmer zu fragen. Campen wollen wir nicht mehr und wir bekommen in der größeren gepflegten Anlage ein schönes Zimmer.
So relaxen wir am Pool und sortieren Gepäck und Eindrücke. Zum Abendessen gibt es Fleisch aus der eigenen Metzgerei und im Bett schläft es sich auch nicht schlecht. Hier haben wir auch wieder Wlan und stellen fest, dass es zu Hause – 15 Grad und Schnee hat. Ich bleibe noch so lange wach, dass ich bei Condor online einchecken kann. Das Upgradeangebot für 179,00 € auf Premium Eco ist auch ok, ich hatte schon Bedenken, da es keine XL Sitze mehr gab.
MAMarcSThemenstarter252 Beiträge · seit 200808. Jan. 2023 · #25
20.12.2022 Wir bekommen ein herzhaftes Frühstück, bleiben bis mittags am Pool und fahren dann Richtung JNB. Endlich wieder Regen 🙁
Dort sind immer noch oder wieder die Ampeln aus, aber es klappt wirklich gut. Noch einmal volltanken, dann geben wir das Auto mit 3900 km mehr auf dem Tacho zurück.
Mit ebenfalls gerade zurückkommenden Holländern gibt es noch zwei Urlaubsende Biere aus unserem Vorrat und dann bringt und Doctor zum Flughafen. Wir wollen noch ein Andenken kaufen und er bringt uns zu einer kleinen Künstlertruppe. Trotz harter Verhandlungen können wir leider nicht alle Bilder kaufen, aber doch zwei.
Das Einchecken erfolgt problemlos und der Flug mit der Condor gefällt mir wieder ganz gut. Schade, dass die nicht von München Non Stop fliegen. Insbesondere, wenn man wie ich, das Rail & Fly Ticket für den falschen Tag gebucht hat. Aber die Bahn fährt und stört sich nicht am falschen Fahrschein. Ein guter Abschluß einer schönen Reise. Zum Auto: Für mich hat das Klappdach keinen größeren Vorteil gegenüber einem Dachzelt. In der Version ist der Einstieg und Zugriff hinten umständlich, da man erst das Rad wegklappen muß und dann eine Klapptür nach oben hat. Mal eben ein Getränk zu holen, geht da nicht. Außerdem ist der Verbrauch durch das hohe Gewicht um 4-5 Liter höher, was ich sehr störend finde. Für 2 Personen gibt es ausreichend Stauraum für Gepäck und Lebensmittel. Das Bett oben ist groß und bequem genug, das untere Bett finde ich unzumutbar, auch für Kinder. Das bessere Auto ist die neue Bushlapa Version mit Klappbett nach außen.
Die 220V Versorgung ist weiter nur eine Notlösung, da der Wechselrichter keine Sinuswelle hat. Empfindliche Geräte lädt der Konverter entweder nicht oder zerschießt sie.
Daher lieber den eigenen mitnehmen. Bewährt haben sich außerdem wieder zusätzliche Zurriehmen und Miniratschen zur Verspannung von Gepäck und der große stabile Gartenabfallsack für das Feuerholz. Ein paar mitgebrachte Schrauben haben den Tisch einsatzfähig gehalten, Kabelbinder hätten es auch getan. Stabile Lederhandschuhe und Panzerband gehören ebenfalls zu meinem Reisegepäck. Werkzeug ist im Bushlore Auto ausreichend vorhanden. Auch Staufächer gibt es genug, wenn auch z.T. überkopf in der Tür.
Zur Sicherheit in SA: Ich habe mir im Vorfeld darüber Gedanken gemacht, habe aber für uns keinen Unterschied zu früheren Jahren festgestellt. Gleichwohl haben uns die Einheimischen bestätigt, dass die Lage, egal ob schwarz oder weiß, schlechter wird. Raub, Plünderungen und Überfälle wären mehr und unberechenbarer. Daher ist Urlaub in SA weiter keine Alternative für mich, der Flug nach JNB mit Fahrt nach Norder aber weiterhin.
Hallo MarcS, für Deinen Bericht danke ich sehr herzlich. Es war eine sehr schöne Reise mit ganz neuen Erfahrungen (Wetter/ blühende Umgebung Khutse), die schöne Erinnerungen an unseren Aufenthalt dort vor über 10 Jahren wachgerufen haben. Für uns war Dein Bushlore-Lob besonders interessant, weil wir im kommenden April dort zum ersten Mal gebucht haben, allerdings einen Landcruiser. So bleibt uns hoffentlich Euer Türentheater (und das von Beatnick und Bele) erspart. Das ich beim Angucken Eurer eingekauften Bilder immer den Kopf so schnell drehen muss, wie das Schmarrnphon reagiert, stelle ich es hier noch einmal „richtig rum“ ein. Viele Grüße Friederike
MAMarcSThemenstarter252 Beiträge · seit 200810. Jan. 2023 · #27
Hallo Friederike, vielen Dank, das Berichtschreiben für Freunde und Familie ist ja auch immer ein schönes Stück wiedererleben.
Wir hatten eigentlich immer irgendein Problem mit den Bushlore Autos, aber auch immer einen guten Support. Unser Britz Auto vom Januar war auch ok, aber wie beschrieben nicht ganz so durchdacht buschtauglich ausgestattet. Der Landcruiser war mit bisher immer zu träge und mit zu hohem Verbrauch. Aber wie fast alles im Leben Geschmacksache.
Jetzt steht die nächste Planung an: Sambia oder wieder Zimbabwe ? Oder Namibias Norden ? Mal sehen.. Beste Grüße Marc