Kinder, Krüger, Wohnmobil August 2010

12 Antworten · 6'849 Aufrufe · gestartet 17. Sept. 2010 von MarcS
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Themenstarter252 Beiträge · seit 200817. Sept. 2010 · #1
Reisebericht Krüger Park mit Kindern und Wohnmobil August 2010
Nachdem ich mir viel "Munition" für die Reise mit Kindern im Forum geholt habe, hier der Bericht. Vielleicht hilft es ja dem einen oder anderen Elternteil bei der Argumentation....

Nach der tollen Caprivi – Reise in 2008 war die Sehnsucht nach Afrika schon wieder groß.
Allerdings wollten wir nach einer arbeitsreichen Zeit auch mit unseren Jungs ( 7,5 und 4,5 ) Urlaub machen. Nach einigen Überlegungen zum Thema Malaria ( das einzige Sicherheitsthema, dass uns in Bezug auf die Kinder beschäftigte ), dem für und wieder zum Badeurlaub und dem intensiven Studium der Forum Beiträge kamen wir zu folgenden Schlüssen:
- ja Afrika ist möglich
- wir sind zu spät für KTP und Botsuana ( es waren nur noch vier Wochen )
- die tolle Landschaft und weite Namibias werden die Kinder nicht beeindrucken
- Caprivi, Sambia etc ist etwas zu viel Abendteuer
- Von München gibt´s Nachtdirektflüge nach JBN
- Die Flüge sind verfügbar und nicht zu teuer
- KNP kennen wir gut, sowohl mit einem Nissan Micra auf der Straße als auch mit dem 4x4 auf dem Limpopo Trail
- SAN Parks haben ein super online Buchungssystem
- es ist Winter in SA und Low risk Malaria Zeit
Also viel die Wahl auf 14 Tage Südafrika und eine Durchquerung des Krüger Parks von Nord nach Süd.
Blieb noch die Frage des Fahrzeugs. 4x4 mit Dachzelt ist cool, macht Spaß hat aber einen eingeschränkten Komfort was die Verfügbarkeit von Gepäck und Platz zum Spielen angeht.. Ein Kombi buchen und in den Camps eine Hütte buchen ? Etwas langweilig. Also ein Wohnmobil, da die Straßen im KNP nicht wirklich einen 4x4 benötigen ( zumindest nicht im Winter ), Campen im Vergleich günstig ist und für allen einen Spaßfaktor in Form von Lagerfeuer und Braai bietet.
Nach etwas googeln haben wir über die camperboerse.de ein 4 Personen WoMo bei Bobo Camper in JNB gebucht. Der Preis entspricht einem 4x4 und ist in Verbindung mit den Camppreisen ok.
Die Camps haben wir komplett vorgebucht, da einige innerhalb unserer Recherchezeit schon ausgebucht waren und insgesamt nicht viel Auswahl war.
Das geht über die Sanparks – Seite wirklich super einfach und macht in der Vorbereitung Spaß. Die Route hatte noch einen kleinen Haken rund um Letaba, wobei wir hofften, vor Ort noch umbuchen zu können.
Nächste Frage: Das Auto übernehmen, Einkaufen und hoffen, rechtzeitig Punta Maria zu erreichen oder eine Zwischenübernachtung ? Im Internet gab es nur Campingmöglichkeiten, die entweder zu nah ( nur 100-150 km Nord-östlich ) waren, oder zu weit weg ( 350-450 km ). Letztlich haben wir das Ressort „Die Oog“ bei Naboomspruit gebucht. Knapp 200 km und beheizter Pool. Die Bestätigung kam schnell per Mail, in der allerdings auch auf Beeinträchtigungen durch Umbauarbeiten hingewiesen wurde. Egal, Auswahl gab´s ohnehin nicht und es ist ja nur für eine Nacht. Leider hat die Zeit bis zum Abflug dann nicht mehr für die Wild Card gereicht, die sich für uns schon deutlich rechnete. Aber auf Nachfrage hat mir Anja von Bobo Camper bestätigt, dass wir sie auch bei ihnen vor Ort bekommen. Perfekt, ebenso wie die Bestätigung der Abholung vom Flughafen.
Also noch die Ausrüstungsliste schreiben ( kann ja nicht schaden, Panzerklebeband, Kabelbinder und Werkzeug mitzunehmen ) und die ersten Einkäufe auflisten.
Die Zeit rast und die Vorfreue steigt. Endlich, am Sonntag, war es so weit. Da wir mit SAA flogen, konnten wir relativ kurzfristig zum Flughafen München fahren. Im Lufthansa Terminal, wo auch die SAA abgefertigt wird, ist der Check in kein Problem und in 10 Minuten erledigt.
Die Kinder waren aufgeregt, aber pflegeleicht und schliefen sofort nach dem Start ein. Der Sitzabstand ist auch für mich (185cm ) ok, aber ließen sich die Sitze früher nicht weiter nach hinten neigen ? Ziemlich unbequem und meine Schlafzeit hielt sich trotz des Rotweins in Grenzen. Kurz vor der Landung kam das Frühstück, so wurde die Zeit für die Kinder auch nicht zu lang und runde 12 Stunden nach dem wir den Haustürschlüssel umgedreht haben, waren wir in Südafrika 
Wir wurden schon von einer Bobo Mitarbeiterin erwartet, die uns erklärt wo die nächste Bank zum Geldziehen ist und anbot, so lange auf die Kinder aufzupassen. Nach ein paar Minuten Transfer waren wir am Büro und Betriebshof, wo einige WoMos und 4x4 Camper stehen. So auch das von uns bestellte und gut gepflegte WoMo auf Iveco Basis. Ein paar Formalitäten, mit der Kreditkarte die Garantie und Fahrzeugübernahme waren zu klären. Einzige Überraschung: Trotz des bei der camperboerse.de gebuchten Versicherungspaketes zum Ausschluss der Selbstbeteiligung mußten wir eine Versicherung bei Bobo abschließen. Anja, die deutsch spricht, erklärt uns den Unterschied. Die Bobo Versicherung deckt wie jede gleichartige Versicherung die Schäden am Camper etc direkt ab. Unsere gebuchte Versicherung dagegen würde unseren Selbstbehalt ersetzen, den wir aber erst einmal bei Bobo bezahlen müssten. Es macht also Sinn, den Selbstbehalt vor Ort auszuschließen. Schon wieder etwas gelernt.
Nach kurzer Zeit war alles erledigt, das Fahrzeug erklärt ( hat den gleichen Ausbau und Bedienelemente wie in Europa) und übernommen und los ging’s.

Trotz Wegbeschreibung verpassten wir den ersten und einzigen Pick & Pay und waren schon auf der Autobahn. Damit mußten wir die Einkäufe spätestens vor dem Resort erledigen und fanden in Naboomspruit auch einen einigermaßen sortierten Spar Markt. Am Straßenrand kauften wir noch Obst und Gemüse und soviel Holz, wie der Stauraum hergab.
Auf der Fahrt von der Autobahn bis zu „Die Oog“ sahen wir dann doch noch einige Hinweisschilder zu anderen Übernachtungsmöglichkeiten.
Es war außer uns nur ein Platz besetzt und die Bauarbeiten hielten sich in Grenzen. Dafür war das Wasser warm, wir waren fast allein im Pool und die erste Nacht in Afrika begann entspannt.
Km 199 / Fahrzeit inkl Einkauf 4.15 h

Tag 2 > Punta Maria
Um 8.30 Uhr haben wir ausgecheckt und fuhren auf der Autobahn nach Norden. Die Kilometer auf der 524 bis Punta Maria zogen sich ganz schön hin, es regnete leicht und zahlreiche Dörfer waren zu durchfahren. Aber um 14.30 standen wir bei Sonne am Gate.
Die Wette galt: Was werden die ersten Säugetiere sein, die wir sehen ?
Es sind 4 kapitale Büffel, die kurz nach dem Gate an einem Hang stehen.
Wir fuhren ins Camp und suchten nach dem Check in einen Stellplatz. Das Camp war gut gebucht und die Einteilung nicht gleich offensichtlich ( das ging uns noch öfter so ). Trotzdem kamen wir gut unter, markieren den Stellplatz unseren Stühlen und dem Tisch ( Mallorca und die Badehandtücher lassen grüßen ) und gingen nach kurzer Pause auf den ersten Game Drive.
Die nächsten Tieren waren schon wieder Büffel. Ansonsten war das Land wir ausgestorben, aber wunderschön. Am Camp angekommen, verließ gerade eine Büffelherde das Wasserloch direkt am Zaun. Nach Grillen und Sterneschauen rief das ( bequeme ) Bett.

Km 426 inkl Game Drive
2 Wochen Camping für Senioren - https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/303750-2-wochen-camping-fuer-senioren.html KT 2022 Einsamn und wild-arm - https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/302545-ktp-dezember-2022-einsam-und-wild-arm.html Botswana für Kurzentschlossene - https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/301176-botswana-fuer-kurzentschlossene-januar-2022.html Enjoy Zimbabwe - Die Sternenhimmeltour https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/296171-enjoy-zimbabwe-die-sternenhimmeltour.html?rb=1&template=simple Lion in the camp - https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/298271-lion-in-the-camp-ohne-vorbuchung-um-das-ckgr.html Khutse und CKGR https://namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/293527-how-far-is-khutse.html Nam Bots mit Kindern https://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/287307-nam-bot-mit-kindern.html Kinder, Katzen, Krüger Park, die erste https://www.namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/156447-kinder-krueger-wohnmobil-august-2010.html
152 Beiträge · seit 200818. Sept. 2010 · #3
Hallo!
Ich freue mich auch auf die Fortsetzung 🙂
Wie lange wart ihr denn genau unterwegs?
Danke!
Viele Grüße,
Suuusa
Themenstarter252 Beiträge · seit 200822. Sept. 2010 · #4
Sorry für die Verspätung, der Alltag hat uns wieder
@ Suuusa: Wir waren 14 Tage von Nord nach Süd im KNP unterwegs
@Claudia: Ich versuche mal, ein Album anzulegen
Tag 3
Unser nächstes Ziel war Shingwedzi. Und schon am ersten Morgen kristallisierte sich der Tagesablauf für die gesamte Reise heraus. Ich wachte kurz vor der Dämmerung mit den ersten Geräuschen der Frühstarter auf. So früh sind wir früher auch aufgestanden, um 6.00 Uhr schon am Tor zu stehen, man könnte ja etwas verpassen… Aber nun gab es für mich den ersten Kaffee und der Familie noch ein paar Zusatzminuten im Bett. Anschließend Tisch und Stühle verstauen, das vordere Bett wieder in den Esstisch verwandeln, waschen und los. Damit waren wir immer noch zwischen 6.30 und 7.00 Uhr startklar. Wir fuhren dann in die angepeilte Richtung inklusive der Loops, Wasserlöcher und Aussichtsplätzen bis wir zwischen 8.00 und 8.30 bei einem Wasserloch, einer Tiersichtung oder einem schönen Aussichtsplatz im Womo fühstückten. Da kamen die Vorteile des Autos richtig zur Geltung. Wir konnten lange irgendwo stehen, beim Frühstücken den Tieren zuschauen, anschließend sogar den dringenden Bedürfnissen nachkommen ohne Zeitdruck oder der Kinder wegen eine Picknick Stelle mit Toilette aufzusuchen. Davon gibt es ohnehin nicht allzu viele und die Mengen an Hinterlassenschaften an den Stellen, an denen man aussteigen darf zeigen, dass es viele nicht allzu lange aushalten. Außerdem konnten die Kinder die Energie des Frühstücks auf dem hinteren Bett mit den üblichen Revier- und Machtkämpfen ablassen. ( Wer zwei Jungs hat, weiß was ich meine ).
Auf der H1-7 dann der erste Elefant. Und Impalas ( über die sich die Kinder auch nach 14 Tagen noch gefreut haben ), Nyalas, Bushducker und mal wieder auf… Büffel. Bestimmt 15 Minuten wurden wir umflutet von einer riesigen Herde. Die geballte Kraft ist schon beeindruckend, ebenso, dass ein paar hundert Büffel so leise sind. Nach einem Stop auf dem Picknickplatz Babalala wieder Elefanen, reges Treiben am Wasserloch wo wir die Elefanten-Trink-Technik bewunderten, die wir noch häufiger sehen sollten. Am späten Mittag Check in im Camp und ein erfrischendes Bad im eiskalten Pool. Hier trafen wir auch ein Mitglied einer Löwen-Dart-Mannschaft mit seinem Lautsprecherbestückten Trailer. Er erklärte und bereitwillig den nächtlichen Teil der Arbeit, nämlich mit Geräuschen von Löwen, Hyänen, verwundeten Büffeln o.ä. Löwen anzulocken, zu betäuben und zu untersuchen. Sehr beeindruckend sich vorzustellen, im offenen Auto in der Dunkelheit Löwen anzulocken.
Auf der Nachmittags Pirschfahrt dann nach vielen Jahren Afrika die erste Schlange, eine Puffotter. Am Kanniedood-Dam neben Krokodielen, Hippos eine große Herde…Büffel, die im Galopp das Ufer runterkamen und sich am Wasser verteilten.
KM 100

Tag 4
Der nächste Abschnitt nach Mopani begann mit Nebel. In der tollen Morgenstimmung dann an der Bird Hide an der S50 unzählige Krokodile, die ein Hippo zerfleischten. Frühstück gab es dann mit Blick auf eine Herde Elefanten, die den Shingwedzi durchschwammen. Die Stunden ohne Sichtungen mit endlosen Mopane Wäldern rechts und links vergisst man ja zu Glück schnell. Spätestens, wenn der nächste Elefant auftaucht…
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Themenstarter252 Beiträge · seit 200824. Sept. 2010 · #5
Tag 4 und 5 Tzendze
Der nächste Abschnitt nach Mopani begann mit Nebel. In der tollen Morgenstimmung dann an der Bird Hide an der S50 unzählige Krokodile, die ein Hippo zerfleischten. Frühstück gab es dann mit Blick auf eine Herde Elefanten, die den Shingwedzi durchschwammen. Die Stunden ohne Sichtungen mit endlosen Mopane Wäldern rechts und links vergisst man ja zu Glück schnell. Spätestens, wenn der nächste Elefant auftaucht…
Nach dem Check in für das Tsendze Rustic Camp in Mopani haben wir erst einmal einen Abstecher in den Pool gemacht. Das ist auch als nicht Camp Gast kein Problem und die Pools waren überall wenig besucht. Noch ein kurzer Game Drive und dann ging es zum Camp. Auf dem Weg dorthin kamen von Mopani drei südafrikanische 4X4 mit Tailer und Vollausstattung an Überlebensausrüstung. Mir schwahnte böses und tatsächlich konnte man um 17.30 Uhr an der Stelle ja nur nach Tsendze… Die drei Familien mit ca 10 Kindern machten in den nächsten zwei Tagen mehr Lärm als alle anderen Camper zusammen. Wir haben wahrscheinlich ein anderes Verständnis von einem Camp im KNP, da es für uns etwas Besonderes ist. Wenn man aus SA ist und häufig die Möglichkeit hat, sieht man es möglicherweise anders. Trotzdem machten wir nicht zum ersten Mal die Erfahrung, dass solchen Besuchern die Bestückung der Hausbar in der Heckklappe und das größte Feuer auf dem Platz wichtiger ist, als die Geräusche der Nacht hinter dem Zaun. Trotzdem war das Camp toll und die zwei Nächte haben uns gut gefallen.
Die Pirschfahrten waren immer abwechslungsreich. Auf der Rückfahrt von Shongololo Wasserloch ( mit Büffeln ) stand in der Tzendze Schleife ein PKW. Wir näherten uns langsam und schauten in die Richtung, in der die anderen sahen. Aber wir sahen …nichts. Ein paar Gesten gingen hin und her und tatsächlich lag unter einem Baum ein Leopard. Wir konnten unser Glück gar nicht fassen, da wir viel Jahre keinen gesehen hatten. Er ließ uns viel Zeit zum beobachten und verschwand erst, als sich aus der anderen Richtung noch ein Fahrzeug näherte. Auf der Fahr nach Letaba haben wir noch viele Elefanten und Büffel gesehen.
Km 86 + 112

Fotoalbum Teil 1 ist jetzt online

Tag 6 Letaba
Das Camp war ziemlich voll, aber sehr interessant wegen des Elefanten Museums und der weitläufigen Anlage. Außerdem gab es eine Möglichkeit, das Wohnmobil WC zu leeren.
Die Tiere im Park wie die Bushböcke und Affen hatten zudem einen Unterhaltungswert. Zur Abwechslung haben wir im Restaurant gegessen, was ganz gut und umgerechnet sehr günstig war. Am nächsten Tag war der Abschnitt kurz, es ging nur bis Balule
Km 46

Tag 7 Balule
Wie immer steuerten wir zuerst das Camp an, um einen guten Platz zu bekommen. Wir bekamen auch den letzten Schattenplatz und konnten beim Picknick, ausnahmsweise ohne Pool da Olifants auch keinen hat, einem Amerikaner zuschauen, der bei 34° C im Schatten im Camp joggte und seine Bodystyling – Übungen machte. Hat auch einen gewissen Unterhaltungswert. Beim abendlichen Grillen konnten wir die übliche Hyäne beobachten, dieses Mal ein wirklich stattliches Exemplar. Sie weiß genau, dass irgendwer immer füttert.
Mit ein paar Loops ging es am nächsten Tag zurück nach Letaba, da es uns auch vor Ort nicht gelungen ist umzubuchen. Also wohl oder übel noch mal nach Norden. Auf der Fahrt dorthin die große Überraschung: Noch ein Leopard. Das Glück war allerdings nur kurz.
Km 91
Tag 8 Maroela
Schon Halbzeit und wir hatten immer noch keine Löwengesehen. Und dass, obwohl wir bei allen anderen Trips immer sehr verwöhnt worden sind. Aber unsere Hoffnungen lagen auf DER Löwengegend schlechthin, Satara.
Davor lag noch eine Nacht in Maroela. Kurzer Stopp am voll belegten Timbavati Picknickspot und eine endlose Fahrt über Wellblech zur S39. Das ist ein großer Nachteil des WoMos, bei schnellerer Fahrt auf Schotter oder Wellblech denkt man, es fällt auseinander. Und bei langsamer Fahrt scheppert es fast genauso aber die Kilometer werden endlos.
Auf der H7 glaubte Sandra am Flussbett vom Timbavati River einen Schatten gesehen zu haben. Zeitgleich fuhr ein 4x4 ebenfalls sehr langsam in unsere Richtung. Kurze Beratung. Die Insassen hatten einen Leoparden gesehen, ihn dann aber verloren. Vom Jagdfieber gepackt fuhren wir auf uns ab. Eigentlich Quatsch, im Dickicht einen Leoparden zu suchen. Als wir weiterfahren wollten, sah ich den anderen Fahren im Rückspiegel winken. Wir fuhren hin und tatsächlich. Ein junger Leopard mühte sich ab, seine Beute auf einen Baum direkt an der Straße zu bekommen. Diese war verkeilt und er versuchte es so lange, bis er erschöpft auf einem Ast ausruhte.
Wir haben es sehr genossen, viel Zeit zu haben und im WoMo über alle anderen zu schauen.
Am Pool von Orpen haben wir uns abgekühlt und auf ausgedehnte Game Drives verzichtet, da rund um Orpen fast keine Tiere unterwegs waren. In Maroela gab es wieder die übliche Hyäne und in der Nacht eine riesen Radau rund um die Mülltonnen. Es waren Honigdachse unterwegs, die auch die tiersicheren Mülleimer aufbekommen.
Km 124
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33 Beiträge · seit 200602. Okt. 2010 · #6
hallo,
wollen nächstes jahr auch den nordosten besuchen 3 wochen ab mitte august. wann genau seid ihr losgefahren ? in etwa tempaeraturen tagsüber? woe oft regen?
danke andi
Themenstarter252 Beiträge · seit 200805. Okt. 2010 · #7
Hallo Andi,
Wir sind am 22.8. ab MUC geflogen.
In JNB und Punta Maria war es noch ca 15 °, im KNP tagsüber durchgängig warm 25-28° bis heiß 36°. Das war jeden Tag unterschiedlich. Der heißeste Tag war morgens der kälteste mit 5°.Geregnet hat es nur am ersten Tag auf der Fahrt nach Punta Maria, ansonsten war es meistens wolkenlos.
Marc
P.S. der Rest des Berichts kommt diese Woche, sorry
2 Wochen Camping für Senioren - https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/303750-2-wochen-camping-fuer-senioren.html KT 2022 Einsamn und wild-arm - https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/302545-ktp-dezember-2022-einsam-und-wild-arm.html Botswana für Kurzentschlossene - https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/301176-botswana-fuer-kurzentschlossene-januar-2022.html Enjoy Zimbabwe - Die Sternenhimmeltour https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/296171-enjoy-zimbabwe-die-sternenhimmeltour.html?rb=1&template=simple Lion in the camp - https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/298271-lion-in-the-camp-ohne-vorbuchung-um-das-ckgr.html Khutse und CKGR https://namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/293527-how-far-is-khutse.html Nam Bots mit Kindern https://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/287307-nam-bot-mit-kindern.html Kinder, Katzen, Krüger Park, die erste https://www.namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/156447-kinder-krueger-wohnmobil-august-2010.html
Themenstarter252 Beiträge · seit 200806. Okt. 2010 · #8
Tag 9
Am nächsten Morgen ging es auf der S 39 dann nach Satara. Vom Leoparden und seiner Beute keine Spur. Dafür die nächste Schlange auf der Strasse. Als wir eine Elefantenherde die Strasse überqueren ließen, musste eine Kuh ihrem Unmut Luft machen und uns laut trötend zurücktreiben. Wir ließen ihr den Platz und machten uns auf den Weg, endlich Löwen zu sehen. Am Nsemani Damm wie häufig ein riesiger Aufmarsch an Elefanten. Es waren Hunderte, die kamen und gingen. Wir beobachteten das Treiben eine ganze Weile. Dann sprach uns ein Südafrikaer an, dass er nur ein paar Kilometer entfernt Richtung Orpen Löwen gesehen hätte, die die Strasse überquerten. Von Jagdfieber gepackt versuchten wir sie über den S12/S40 Loop einzukreisen. Natürlich totaler Quatsch, aber eine nette Abwechslung. Später trafen wir einen Safari Guide mit genervten und gelangweilten Gästen im Auto, wohl weil er den ganzen Morgen noch nichts spektakuläres gefunden hatte. Er fragte uns nach Sichtungen und wir erzählten ihm die Löwen Geschichte. Sofort waren seine Gäste bei der Sache und versuchten denselben Loop. Später trafen wir in zwar immer noch ohne Sichtung, aber zufrieden in Satara. Zum Dank erzählte er uns, dass etwa 10 die S100 runter ein männlicher Löwe läge. Er würde jetzt vor allen anderen fahren ( es war gegen 14.30 Uhr ), aber seine Gäste…. Wir bedankten uns und gingen auf die Pirsch. Auf halben Weg überholte uns ein 3er BMW mit riesiger Funkantenne in flotter Fahrt. Und tatsächlich trafen wir den BMW mit einem älteren Paar drin direkt an der Löwenstelle wieder. Der Löwe lag platt unter einem Busch, ca 30 Meter von der Straße. Sehr schwierig zu sehen und nicht sehr spektakulär. Also fuhren wir nach einiger Zeit weiter. Kurz darauf überholte uns der BMW und auf gleicher Höhe rief der Fahren etwas und gab Gas. Ich wollte gehört haben: more Lions, oder so und versuchte unter Ausnutzung der gesamten Piste und in der Hoffnung, das WoMO möge halten, Anschluß zu finden. Zum Glück stoppte er hier und da bei anderen Autos und gab seine Information weiter. So wurden wir ein kleiner Konvoi aus ihm, einem 4x4 und uns, der sich deutlich zu schnell über die Pisten bewegte. Ja, wir waren zu schnell, ja, es ist nicht richtig gewesen, ja, beim Überholen anderer Fahrzeuge werden die Fahrer geflucht haben aber Spaß hat es doch gemacht. An jeder Kreuzung mussten wir an Hand der Reifenspuren oder durch die Staubfahne versuchen, die Richtung zu bestimmen. Schließlich kamen wir an einen Pulk von Autos, die einen…Leopard beobachteten. Unser vierter !! Es war toll, er sonnte sich in der Abendsonne und hatte alle Zeit der Welt. So hatte auch die geschmähte südafrikanische Ausstattung etwas gutes, denn der BMW war von anderen per Funk gerufen worden. Auf der Rückfahrt gab es dann kurz vor dem Camp noch eine Hyäne. Aber morgen ganz bestimmt mehr Löwen…
Km 101
Tag 10
Das übliche Programm und Abfahrt über die S100 . Am Gudzani-Dam kamen wir mal wieder zu spät, zwei männliche Löwen hatten sich ein paar Minuten vorher ins Gebüsch geschlagen. Dafür erschien eine Hyäne. Frühstück gab es am N´wanetsi –Spot. Wir konnten beobachten, wie ein Krokodil sich an trinkende Impalas annäherte- leider ohne Erfolg. Check in im sehr vollen Skukuza, wo wir nur mit Mühe noch einen Platz fanden. Am Abend am Fluß gab es wieder eine Fahrzeugansammlung bei einem…. Leoparden. Er lag direkt an der Straße, trotzdem brauchten wir einige Zeit um ihm zu entdecken. Er stolzierte dann seelenruhig zwischen den Autos über die Straße und verschwand im Busch. Jetzt wurde es schon schwierig, in diesem Urlaub mehr Löwen als Leoparden zu sehen. 5 Leoparden ausführlich beobachten gegen einen schlafenden Löwen ?
Da wir davon ausgingen, dass ein einmal im Busch verschwundener Leopard nicht mehr aufzufinden ist, fuhren wir als erste aus dem Knoten heraus. Und dann, nur ein paar hundert Meter weiter: 3 Löwen auf der Straße. Sie spielten etwas, wurden dann abgelenkt und versuchten zwei Giraffen im Flussbett zu jagen. Unglaublich, welches Glück wir an dem Abend hatten. Wir konnten sie eine ganze Zeit beobachten und waren nur mit zwei anderen Autos dabei. Alle anderen suchten noch den Leopard. Als die anderen kamen, war die Show vorüber und die Löwen im Schilf verschwunden.
Km 139

Tag 11
Der nächste Tag begann mit einer Python auf der Strasse.
So viele Schlagen hatten wir auch noch nicht gesehen, dass muß an den Kindern liegen 
Rund um das Camp sahen wir viel Wild, Elefanten, Affen und drei stattliche Kudus wie im Bilderbuch. Bei der Anfahrt zum Traders Rest Picknick Spot dann das erste Nashorn. Ich hatte schon wieder vergessen, wie groß die sind. Zweites Frühstück mit Pancake und Eiern und dann Richtung Berg en Dal. Wir blieben im Camp, da wir den Rhino Trail machen wollten und etwas relaxen wollten. Das Camp war nicht zu voll und die Umgebung ist ganz schön. Der Trail ist gut gemacht, aber die Löcher im Zaun geben einem doch zu denken…
Km 112

Tag 12
Am nächsten Morgen auf der Pirschfahrt wieder lange gar nichts, bis auf die Zivilisation auf der anderen Seite des Crockodile Rivers. Daran muß ich mich immer erst wieder gewöhnen. Felder, Fabriken, die Autobahn und eine Reihe von Lodgen. Am Mlamba Flussbett stand ein Auto und die Insassen wiesen uns auf zwei Löwen im Flussbett hin. Also stellen wir unseren Camper richtig hin und machten im Angesicht der Löwinnen Frühstück. Das war mal wieder ein toller Vorteil der Riesenkiste. So dauert das Frühstück ziemlich lange und wir brachen erst auf, als die Löwinnen im Busch verschwanden. Unterwegs sahen wir mal wieder eine große Büffelherde aber auch lange nichts. Am Trader Rest lag wieder ein Nashorn am Wasserloch, bewegte sich aber leider nicht. Dafür mal wieder Außer mal die Ohren. Der Tag verlief ansonsten unspektakulär und am Abend Travic Jam auf der H3. Ein Löwe wäre im Busch. Einer der Fahrer gab uns den Tip, dass bei der Anfahrt zur Renosterpan noch vier Löwen im Busch lägen. Also ließen wir die anderen weiter suchen und fanden tatsächlich 30 Meter im Busch 4, allerdings ziemlich regungslose Löwinnen. Das toppte dann auch die Anzahl der Leoparden. Abends mussten wir zum Malelane Gate um für das Camp einzuchecken. Das Camp war ziemlich leer, liegt aber schön am Fluß, wo sich gerade eine Herde Büffel die abendliche Abkühlung holte. Später am Abend konnten wir dann noch einen kurzen Blick auf einen Serval erhaschen, der auf der anderen Zaunseite saß.
Km 104

Tag 13
Wir hatten die letzte Nacht offen gelassen, ob wir schon Richtung Flughafen fahren oder im Park bleiben. Wir entschieden uns für noch eine Nacht in Berg en Dal.
Dieser Tag war Nashorn Tag. Schon vor dem Frühstücksstop eine kurze Begegnung und am Mittag auf der Fahr zum Matjulu Loch 2 Tiere und am Wasserloch noch einmal zwei.
Ein bisschen Unterhaltung gab es dann noch von einem schlecht gelaunten Elefantenbullen, der an der Straße stand und alle Autos antrompetete. Uns wollte er mit dem abknicken eines Baumes beweisen, dass er doch stärker als wir sei. Wir gaben ihm Recht und verzogen uns langsam. Leider haben wir am Nachmittag keinen weiteren Elefanten gesehen. Also nutzen wir die Zeit und ließen das Auto innen und außen waschen, reparierten ein paar Kleinigkeiten und packten schon mal um und ein.
Wir hatten alle Lebensmittel bis auf die letzte Mahlzeit den Jungs von der Tankstelle geschenkt, da wir morgens im Camp frühstücken wollten und dann ja schon fast in Jburg waren. Sie haben sich sehr gefreut und am nächsten Morgen noch die Bestände an Toilettenpapier etc bekommen.
Ein kurzer, leider tierarmer Gamedrive am Abend und das letzte Feuer.
Km 82

Tag 14
Das Frühstück im Camp Restaurant war leider ziemlich einfallslos und qualitativ schlecht ( ist auch bei uns häufig so, wenn outgesourced wird ). Wir versuchten die Punkte von der Wildcard dafür einzulösen, was leider nicht klappte und uns noch ein paar Rand kostete, die wir für Diesel und Souvenirs geplant hatten. Die Fahrt war sehr angenehm, da die neue Straße sehr gut ausgebaut war und nur normaler Verkehr herrschte. Man sieht hier schon, dass viel Geld in Infrastruktur und die Verbesserung der Lebensqualität ausgegeben wird. Mit Hilfe der sehr guten Wegbeschreibung von Bobo fanden wir leicht zum Office. Kurz vorher ließen wir noch die Gasflasche füllen, da es billiger als bei Bobo war. Auch in den Bereichen Kempton Park war es im Vergleich zu früher sehr sauber, aufgeräumt und keine Spur von Unsicherheit ( Subjektiv, natürlich).
Die Übergabe des Fahrzeugs hatte uns vorher einige Kopfschmerzen gemacht. 14 Tage KNP sind halt anders als 14 Tage Garden Route. Es hatte viel mehr Kratzer, eine Silikonfuge am Aufbau war aufgegangen und das Handschuhfach schloß nicht mehr. Wir haben zwar nichts beschädigt, keinen Unfall etc gehabt, aber das Ding hat schon gelitten.
Aber die Sorgen waren vergeblich. Froh, dass es so sauber war, wir keinen Unfall hatten und dass wir einen schönen Urlaub hatten, waren die Formalitäten in 10 Minuten erledigt.
Wir fragen nach, ob sie wüssten warum wir die Punkte auf der Wild Card nicht einlösen konnten. Nach einigen Minuten telefonieren mit der Hotline kam heraus, dass die Punkte in der Regel nur ein Mal im Monat gutgeschrieben werden. Aber die sehr nette Bobo Mitarbeiterin bekam hin, dass sie es jetzt machten. Vielleicht bot sich ja am Flughafen noch die Möglichkeit für ein Essen. Wir wollten gern noch ein Ebenholztier als Souvenir kaufen. Leider haben die Markets außerhalb der Stadt Montags geschlossen. Also fuhr uns die freundliche Bobo Mitarbeiterin mit uns einen Umweg und wir hielten bei einem Metallkünstler an der Autobahn. Er hatte aus Blech und alten Fässer Tierbilder gestanzt, die wirklich super waren. Aber wie groß darf ein Souvenir im Handgepäck sein ? Wir entschieden uns für ein 40x 100 cm Nashorn und ein kleines Warzenschwein für unglaubliche 110 Rand. Tatsächlich bekamen wir es mit Polsterfolien ohne Probleme mit und es kam auch gut in München an. Die Zeit am Flughafen verbrachten wir mit Bummeln, shoppen und spazieren gehen. Und als es dann soweit war, verließen wir Afrika wehmütig wie immer. Der Flug war angenehm und wenn wir nicht noch eine halbe Stunde eingesperrt auf der Rolltreppe am Münchner Flughafen gestanden hätten, weil die Ausgangstür nicht aufging, wäre es perfekt gewesen. Aber das ist Afrika, äh Bayern...
Km 380
Fazit: Es war viel entspannter als erwartet und für uns und die Kinder ein tolles Erlebnis.
In dieser Form hat es sicher auch nicht mehr Gefahrenpotential als ein Badeurlaub in Italien. Ein paar Vorkenntnisse waren natürlich hilfreich, aber dass ist ja immer so,
Also, für die, die Ihren Schwiegermüttern schlaflose Nächte bereiten wollen: Das Beil nicht vergessen ( sonst gibt’s kein Feuer ), Taschenmesser und Klebeband mitnehmen ( damit bekommt man auch ein waidwundes Wohnmobil zum Vermieter ), Spannungswandler und Ladegerät für die Akkus vorbereiten ( sonst gibt´s keine Fotos ) und buchen. Viel Spaß!
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142 Beiträge · seit 200822. Feb. 2011 · #9
Hallo zusammen
Toller Bericht, wir werden im nächsten Jahr in den Krüger fahren und dann weiter nach Mosambik. Unsere Jungs freuen sich wieder auf ihr Dachzelt. Wir waren 2010 mit den Jungs ( 6 und9 Jahre) in Sambia.
Solltet ihr Interesse haben und mal Sambia planen, wir wohnen auch in München. Sonst waren wir mit den Kids in Südafrika, Namibia und Botswana. Unsere Jungs fanden Namibia toll, in Swakopmund mit dem Katamaran unterwegs, mit Tommy dem Schlangenmann in der Wüste, auf Dünen rutschen... Ich hoffe sehr die Zeit bis August geht schnell um.
Gruß
Elke
169 Beiträge · seit 200923. Feb. 2011 · #10
Hallo Marc

Danke für deinen Bericht.

Gruss
306 Beiträge · seit 201023. Feb. 2011 · #11
Im August gibt es KEIN malaria. Ist er Winter!
Schöne Grüssen aus Kyalami Annemieke
Themenstarter252 Beiträge · seit 200823. Feb. 2011 · #12
Hallo Elke,
das Fernweh läßt ja nicht nach... Vielleicht schickst Du mir Eure Kontaktdaten, die Kinder fragen schon immer nach der nächsten Afrikareise.
Marc
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142 Beiträge · seit 200823. Feb. 2011 · #13
Schick mir bitte eine Mail zu elke_walther@yahoo.de
Dann schicke ich Dir dort meine Kontaktdaten.
Lg
Elke