BurschiThemenstarter4'141 Beiträge · seit 200921. Dez. 2022 · #21
Hallo Conni, vielen Dank für deine netten Glückwünsche, die mich ein wenig neidisch machen (Serval!) Ob man das groß feiern muss, weiß ich nicht, es zeugt aber von großem Durchhaltevermögen und ich hoffe mal, das mir das noch eine Weile erhalten bleibt. Daher muss ich auch was richtigstellen: Der letzte "Abschiedsreisebericht" bezog sich ausschlie0lich auf Namibia! Da kommt sicher kein Bericht mehr. Aber "Afrika" ist noch nicht abgeschrieben, in Gedanken bastle ich schon wieder an einer neuen Tour, wenngleich die notwendge Reiserücktrittsversicherung inzwischen soviel wie ein kleiner Urlaub kostet. Aber ich bin halt auch schwer erkrankt an diesm Virus! 😉 😛 (dem Afrijavirus - siehe auch Signatur!) Scgön, dass du weiter dabei bist. Liebe Grüße: Burschi
BurschiThemenstarter4'141 Beiträge · seit 200922. Dez. 2022 · #22
[]Am nächsten Morgen zwitschern alle möglichen Vögel, aber ich kann außer den Hadedahs kaum welche identifizieren. Ach wüsste ich doch mehr! Es ist kühl und total bewölkt. Ich blicke auf eine riesige Gewächshausanlage, direkt unter mir dichtes Gebüsch, am Horizont Berge und davor der Naivasha See. Motorradgeknatter stört die Vogelgesangsidylle.[/] 7.30 Uhr bin ich mit dem Packen fertig und eigentlich abmarschbereit. Ich habe zum Glück meine Ärmlinge gefunden, denn es ist ziemlich kühl. Ärmlinge? Radfarer kennen das. Sie sind auf jeder Reise dabeo. machenjedes kuzämelige Hamd schnell langämlig ud sind schön warm. Wenn es dann im Lauge des Tages wärmer wird, sind sie schnell ausgezogen. 8.30 Uhr fahren wir los und sind bald auf einer gut ausgebauten Asphaltstraße Richtung Norden. Auf beiden Seiten der Straße fällt eine große Anzahl von Kirchen jeglicher Couleur mit allen möglichen Phantasienamen auf.
Kirche und Kaufladen?
Heute ist Sonntag und der Zustrom zu den Predigern, die sich – laut Elvira – oft nur dadurch auszeichnen, dass sie eine Bibel richtig herum halten können und über ein großes Stimmorgan verfügen, ist groß, wobei alle Menschen auf der Straße sehr sauber und ordentlich gekleidet sind. Sie haben keine „Klamotten“ an, sondern Sonntagskleidung! Trotzdem sind auch alle möglichen Fahrzeuge unterwegs.
Unglaublich, was man alles transportieren kann. 😄 Man sieht, dass mindestens vierLute auf dem Motorrad Platz haben
Das ist die Motorrad-Lkw-Variante! Aber es geht auch so:
9.15 Uhr klettern wir am Rand des großen Grabenbruchs hoch und stellen später auf der Hochfläche fest, dass hier intensiver Ackerbau von Mais und Kartoffeln betrieben wird. Auch Viehzucht mit Schafen und Kühen ist zu beobachten und dabei fallen die schwarzweißen (hol-steinischen) Kühe besonders auf. ).15 Uhr durchfahren wir den „größeren“ Ort Musengaru. Selbst bei den kleinsten Orten sind beachtliche Bumps in die Straße eingelassen, die für den ortsunkundigen Fahrer oft kaum zu erkennen sind. Zum Glück kennt sich Josef aus! Ich hätte vermutlich längst das Auto zerlegt. Um 9.50 Uhr nehmen wir in Dunja Jeta eine Abzweigung auf eine Nebenstraße, die sich bald als Schlammlochpiste herausstellt. Sie besteht eigentlich nur aus Schlaglöchern, doch Josef meint, solange man im 2. Gang fahren kann, sind es keine Schlaglöcher.
10.30 Uhr haben wir nach einer ganz kurzen Teerstrecke den Eingang zum Aberdare Natio-nalpark, der umzäunt ist, erreicht. Uns ist eine kleine Pause zum Vertreten vergönnt. Die Toi-letten sind allerdings unbenutzbar. Dafür erfreuen uns ein schöner Malachitnektarvögel, ein Bergbussard und ein Jackson-Frankolin
12.00 Uhr fahren wir weiter und freuen uns über viele am Rand des Weges blühenden Blu-men. Man erinnert sich fast ein wenig an alpine Flora, wären da nicht rote Gladiolen und gro-ße Trocken-Strohblumen. Viele Bäume sind dicht mit Flechten überzogen.
12.10 Uhr leben wir einen Stopp am Chania River ein, wo wir unser Lunchpaket verzehren. Ein zutraulicher Mooslandschmätzer unterhält uns dabei.
Wir stoßen während der Fahrt durch den Wald auch auf einen Trupp Weißkehlmeerkatzen, einen Colobo-Affen, einen Buschbock, einen Trupp Fassa-Wasserböcke (Haben keine Klod-ckel am Hintern!) und einen Trupp Riesenwaldschweine, die allerdings ganz schnell wieder im Dickicht verschwinden.
Büsche mit gelben Kerzenblüten stehen zu Hauf am Wegesrand. Elvira erklärt, dass sie giftig und nicht gern gesehen sind. Ich kenne sie auch aus Teneriffa.
Drei Vögelchen darf ich nicht vergessen:
Bergspint
Gelbschnabelente
Brillenschnäpper Um 15.35 Uhr beginnt es zu regnen und fünf Minuten später erreichen wir die Lodge „The Arch“. Wieder wie beim letzten Mal im Regen! Wir erhalten Zimmer Nr. 22 mit schönem Blick auf das Wasserloch, den wir aber zunächst bei Regen nicht genießen können. Daher gehen wir erst einmal einen Kaffee trinken. Am Wasserloch tummeln sich trotz Regens einige Büffel mit etlichen Rotschnabelmadenhe-ckern, eine Hyäne, Wasserböcke und ein Paar Nilgänse mit Jungen. Aber alle fotountauglich!
Um 17.00 Uhr steht die Fütterung der Vögel an der Futterstelle auf dem Steg an. Noch immer tropft es von den Bäumen. Die Vögel kommen in Scharen, darunter ein Hartlaub Tu-rako.
Leider wird die Vogelparade von Handytouristen mit lautem Gequatsche, erheblich gestört. Sie denken, sie können die Vögel mit den Handys aus einem Meter Entfernung fotografieren. Genau das passende Verhalten für den Turako! Auch das kurz aufgetauchte Suni, die kleinste Antilope, und die Sumpfmangusten wurden vertrieben. Genau diese Truppe fällt dann mit Weinglas in der Hand am Wasserloch wieder durch lautes Gelächter und Gequatsche auf. Pauschaltouristen! Dabei gab es am Wasserloch noch einen Afrikanischen Löffler und eine Bekassine, zu sehen, die aber von diesen Typen überhaupt nicht entdeckt wurden. Ich verlasse den Balkon mit Blick auf das Wasserloch, denn diese Schreitouris sind unerträglich. Ich spüle meinen Frust mit einem Whisky-Cola runter und unterhalte ich mich mit dem Barkeeper. Ich suche mir immer gerne Gespächspartner „aus dem Volk“. So lernt man Land und Leute und Ansichten kennen. 19.30 Uhr gibt es Abendessen am Büfett, das ganz ordentlich ist. Danach können wir noch die Fütterung zweier Ginsterkatzen mit rohem Ei erleben.
BurschiThemenstarter4'141 Beiträge · seit 200923. Dez. 2022 · #23
In der Nacht muss ich um 5.00 Uhr mal aufstehen und sehe bei einem Blick aus dem Fenster zufällig, wie sieben Hyänen sich an einen Wasserbock heranmachen. Dieser flieht letztlich in das tiefere Wasser des Wasserlochs, was den Hyänen scheinbar nicht so gelegen ist. Auf jeden Fall höre ich sie noch längere Zeit klagen und am nächsten Morgen steht der Wasserbock mit seinem Partner unbeschädigt da und grast. Am Wasserloch geht am Morgen ein Paar Kronenkraniche spazieren und immer wieder balzt das Männchen. Ob erfolgreich, vermag ich nicht zu sagen, denn um 8.25 Uhr verlassen wir die Lodge.
Noah hat die Arche ja auch wieder verlassen, als die Sonne schien. Bei der Ausfahrt begegnet uns noch eine Elefantenfamilie, die sich hier im Aberdare Natio-nalpark gut verstecken können. Immer wieder haben wir Spuren auf der Straße von ihnen ge-sehen.
8.45 Uhr verlassen wir den Park und erreichen kurz darauf wieder eine gut ausgebaute Teerstraße. Wir fahren am „Soleo“ – Unternehmen vorbei, einer ehemaligen Rinderfarm, heute Wildtierfarm, welche die größte Nashornpopulation Kenias enthält. In dieser Landschaft sind außer einigen größeren Büschen keinerlei andere Pflanzen mehr vorhanden. Kein einziger Grashalm steht mehr. Eine Folge der langen Dürre! Die Straße zieht sich über viele Kilometer schnurgerade dahin, links und rechts völlig abge-grastes Weideland. Selten sieht man eine kleine Herde Kühe oder Schafe von Kuhreihern begleitet. Und dann – immer noch in Soleo! – steht plötzlich eine größere Zebraherde da. Sie wurden vermutlich in der Dürre gefüttert. Um 9.20 Uhr sind wir in Naru Moru, dem Ausgangspunkt für Touren auf den Mount Kenia. der heute vollständig in Wolken ist. 9.30 Uhr fahren wir am Airport von Nanjuki vorbei und kurz darauf sind wir schon in den Vororten der Stadt, wo wir den Äquator überqueren. Es hat nicht einmal geholpert! Kein Bump an dieser Stelle! In der Stadt sind riesige Werbetafeln und durch den starken Verkehr geht es nur im Schritttempo weiter.
Die riesige Werbung für den Whiskey war mehrfach zu sehen,Ob das besonders sinnloll ist? Das Gebäude, das wie ein Silo aussieht, soll ein Hotel sein.
Andererseits muss Trinkwasser oft noch immer mit Tankwagen geliefert werden. Durch den Schrittverkehr kann ich gut die neben uns fahrenden Motorräder mit ihren Frachten – hier zwei lebende Schafe - beobachten.
Wohl eher weniger artgerecht! 9.50 Uhr kontrolliert die Polizei unseren Wagen. Der Polizist tippt die Versicherungsnummer in sein Handy ein und weiß binnen Sekunden, dass alles in Ordnung ist, und wir dürfen weiter fahren. Mehrfach liegen auf der Straße auch große Stachelbänder an den Polizeikontrollstellen, die jegliche Flucht verhindern sollen. Doch oftmals ist auch überhaupt kein Polizist zu sehen und die Stachelbänder bleiben unbeaufsichtigt auf der Straße liegen. Wer da hinein fährt, hat ausgesorgt. Um 10.20 Uhr sind links und rechts der Straße wieder riesige Treibhausanlagen für Rosen und Bohnen. Wir befinden uns hier auf einer Höhe von ca. 2000 Metern und das Klima und die Böden sind angenehm für die Landwirtschaft. Die Gegend ist auch relativ dicht entlang der Straße besiedelt. Den Treibhausanlagen folgen riesige Weizenfelder, die aber schon abgeern-tet sind. 10.35 Uhr halten wir an einer Cafe´ - Raststätte, die ich von der letzten Reise noch kenne und wo ich gerne halten wollte.
Es gibt hier nicht nur ausgezeichneten Kaffee und einen Schokoladenkuchen zum Reinlegen, sondern auch bestickte Gürtel, von denen ich mir einen kaufen wollte. Leider war das ge-wünschte Muster nicht in meiner Länge vorhanden, doch mir wurde versprochen, es bis zu unserer Rückkehr in ein paar Tagen zu besorgen. Um 11.00 Uhr setzen wir die Fahrt fort. Kurz danach wird bei einer langen Gefällstrecke mit riesigen Schildern mit Totenkopf vor Gefahr gewarnt. Elvira klärt mich auf, dass hier häufig LKW-Fahrer den Gang rausnehmen um Benzin zu sparen und dann den Truck einfach rollen lassen, was natürlich bei eventuellem Bremsen fatal ist.
11.40 Uhr sind wir in Isiolo. Elvira schärft mir ein, jetzt nur nicht zu fotografieren, denn das hätte bei der überwiegend muslimischen Bevölkerung sofort eine Anzeige bei der Polizei zur Folge. Umgehend sehe ich auch nicht nur Frauen mit Kopftuch, sondern auch mit Burka. Am Markt herrscht geschäftiges Treiben und am Stadtrand arbeitet eine Gruppe von Sträflingen auf einem Feld. Auf der Weiterfahrt wieder lange Landstriche, in denen die Landschaft völlig ausgetrocknet und kein Grashalm zu sehen ist. Zu erkennen ist oft der blanke Steinboden, völlig überwei-det und die Erosion reißt tiefe Gräben. Hier wird auch bei Regen so schnell nichts mehr wachsen. Größere Büsche, vor allem Akazien wurden herausgeschlagen und stehen nun in Säcken als Holzkohle am Straßenrand zum Verkauf. Intensiver kann man Landschaftszerstörung kaum betreiben. 12.20 Uhr fahren wir in das Samburu-Gebiet, überqueren einen Fluss auf einer Brücke und biegen bei Archers Post in das Samburu Reservat ab. Samburu ist kein Nationalpark, darf also offiziell auch von den Einheimischen genutzt werden! Die Folgen zeigen sich in den nächsten Tagen. Ab jetzt fahren wir auf ziemlich schlechter Gravelroad.
Und dann gleich eine positive Überraschung! Kurz nach dem Gate steht rechts des Weges das erste Grevy-Zebra.
13.25 Uhr kommen wir in der Lodge an und wir erhalten das Zimmer im Haus Nr. 5. Wieder sind die Betten wunderschön dekoriert.
Leider sind mit uns auch die Schreitouris von gestern angekommen, aber scheinbar haben sie meine bösen Blicke doch bemerkt und verhalten sich ruhig. Um 14.00 Uhr gibt es Mittagessen, dessen drei Gänge recht gut sind. Danach haben wir bis 16.00 Uhr Pause. Um 16.00 Uhr geht es dann los zum Nachmittagsgamedrive. Immer wieder fahren wir an toten Kühen vorbei. Das ist eben darauf zurückzuführen, dass die Massai hier in der Trockenzeit ihre Kühe weiden und so die Wildtiere verdrängen. Grund ist auch die schlimmste Dürre seit 40 Jahren. Seit 2019 hat es hier praktisch nicht mehr geregnet. 16.45 Uhr erleben wir eine schöne Szene mit einer kleinen Elefantengruppe, die auch ein Jungtier mit sich führt. Die Leitkuh nutzt einen Termitenhaufen, um sich mal den Bauch zu schrubben.
Der Kleine ist etwas erbost, weil der Termitenhaufen für ihn viel zu groß ist. Dann beginnt es zu regnen und wir fahren zurück. Dabei begegnen wir einer großen Kuhherde und einer Herde Dromedare, welche von den Hirten zum Samburufluss getrieben werden. Die Dromedare haben zusätzlich Wasserkanister umhängen. Nicht verwunderlich, dass wir dann keine weiteren Wildtiere mehr sehen.
18.00 Uhr sind wir in der Lodge, müssen uns aber erst einmal mit Taschenlampen orientieren, weil der Strom wegen des heftigen Regens ausgefallen ist. Zum Abendessen um 19.30 Uhr gibt es wieder drei Gänge, dabei zum Hauptgang einen „Red Snapper“, der ganz vorzüglich ist. An 20.15 Uhr sind wir im Zimmer, die Moskitonetze wurden vorgezogen, die schöne Dekoration ist zerstört. Dann gehen wir schlafen. Bis morgen! Burschi
Enilorac65770 Beiträge · seit 201725. Dez. 2022 · #26
Gute Besserung und trotzdem schöne Weihnachten! LG Caroline
2016: Südafrika mit Gardenroute
2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius
2020: Kapstadt und Gardenroute
2022: Namibia
2024: Namibia und Südafrika
2026: Namibia und Botswana in Planung :-)
picco6'372 Beiträge · seit 201126. Dez. 2022 · #27
Ach Burschi, tststs
Burschi schrieb:Muss Pause machen, bin krank. Fetzen Grippe! Kannmichch nicht konuzentrieren.
Sei kein Frosch! Oder hab ich etwa aufgehört Deinen Bericht zu lesen als meine Nase dem Rheinfall Konkurrenz machen wollte? Nein, ich hab tapfer weitergelesen und die Fluten weggewischt! 😎 😛 😉 Im Ernst: Gute Besserung!
Burschi schrieb:Schöne Weihnacht und guten Rutsch!
Ich geniesse deinen RB sehr und freue mich auf die Fortsetzung. Grüessli Malbec
BurschiThemenstarter4'141 Beiträge · seit 200927. Dez. 2022 · #29
Hallo, ich lebe noch, Aber irgendwie ist die welt ein wenig anders. Vielen herzlichen Dank für die Genesungswünsche, sie haben scjon ein wenig gejolfen. @ picco: Glaube mir, die hättest nicht lesen wollen / können, was ich unter Fieber und Schüttelfrost hier geschrieben hätte. Du musst aber auch wegen eines kleinen Männerschnüpflis nicht so übertreiben! 😛 😄
ich versuiche mal weiter zu machen -mehr Tippfehler sind wahrscheinlch. 🙁
BurschiThemenstarter4'141 Beiträge · seit 200927. Dez. 2022 · #30
6.45 Uhr startet am nächsten Morgen der Morninggamedrive Es ist der frühen Zeit geschuldet zunächst mal eine Vogelshau: Starweber
Weißkehlspint
Blassschnäpper
Fahlbrustlerche
Taitawürger
Blaunackenmausvogel
und huch, was ist dann das?????
Hah, 😄 ganz einfach, ein Gelbkehlfrankolin, der sich gesonnt hat.
und dann hätten wir da aucg noch den etwas kleineren Verwandten, den Schopffrankolin:
Noch eine kurze Erklärung, ich verwende hier absichtlich die deutschen Namen der Tiere (die sich gelegentlich auch mal ändern!), da nicht alle Leser Birder oder Ornithologen sind und sich nicht wissenschaftlioche oder englische Namen einprägen wollen, sondern sich so vielleicht den einen oder anderen Vogel leichter merken und dann bei ihrer nächsten Tour auch identifizieren können. Einen "Gelbkehlfrankolin" kann vielleicht auch der Laie später wieder identifizieren und so gewinnt er dann Interesse an diesen Tieren und nicht nur an den Vierbeinern. Daneben aber gibt es natürlich auch noch ein paar andere Tiere zu sehen. Giraffen stehen endlich mal am Wege und an einem Termitenhügel spitzt eine Schildechse aus einem Loch des Baus. Na, wo ist sie?
Da, links unten 🤩
Am meisten aber freut mich, dass wir noch zwei weitere Grevy-Zebras zu Gesicht bekommen.
Ohne größeren Erfolg fahren wir eine Weile am Fluss entlang. Ich mache Elvira auf die eigentümlichen Palmen aufmerksam und sie erklärt, dass es sich um "Doum-Parmen" handelt, die einzige Palmenart, die sich am Stamm verzweigt.
Später lassen sich noch ein paar Gerenuks und einige Grantgazellen sehen.
Die Dürre haben meist nur die stärksten Böcke überlebt. Auf jeden Fall ist die geringe Zahl der Tiere sehr bedauerlich. Hoppla, das war aus Versehen ein Gerenuk-Weibchen, hier der Bock:
An einer toten Ziege, die wir gestern bei Ankunft schon gesehen haben, sitzt ein Raubadler, der aber, als wir vorbeifahren, das Weite sucht. Uns fällt auf, dass der Ziege der Hals durchgeschnitten wurde.
Möglicherweise war sie zu schwach, um weiter mitzulaufen und der Hirte hat sie durch einen Kehlschnitt von weiterem Leiden erlösen wollen. Warum wurde die Ziege nicht verwertet? Gleich daneben sieht Josef aber zwischen Zweigen etwas, was sich bewegt. Keiner von uns hätte es entdeckt. Es ist eine kleine Schlange, eine Schnabelnasennatter. Eine seltene Beobachtung!
11.45 Uhr sind wir zurück in der Lodge und gehen gleich mal zur Abkühlung in den schönen sauberen Pool und nach dem Duschen geht es um 12.35 Uhr zum Mittagessen. Wir schlafen dann bis 14.45 Uhr im Zimmer und werden von einem neuen sehr schönen Handtuchschwan auf dem Bett überrascht.
Um 16.00 Uhr startet der Nachmittagsgamedrive. Wir fahren längere Zeit durch einen verlassenen Park. Um 17.20 Uhr setzt starker Regen ein und am Himmel zeigt sich ein schöner Regenbogen. Wir fahren zurück zur Lodge. Um 18.00 Uhr, die Sonne ist bereits untergegangen, entdeckt meine Frau einen Geparden direkt neben der Straße. Wir wären fast vorbeigefahren! Einen? Es ist ein Weibchen mit drei Jungen, die ausgelassen herumtollen. Es beginnt bereits dunkel zu werden und Fotos kann man kaum mehr machen. So ein Pech.
Es macht Spaß, den übermütigen Jungen zuzusehen. Doch wir müssen vor Dunkelheit in der Lodge sein. Unterwegs sehen wir noch ohne Anzuhalten eine kleine Elefantengruppe. Um 18.45 Uhr erreichen wir in der Dunkelheit die Lodge, gehen kurz aufs Zimmer und dann gleich zum Abendessen. Die zu späte Entdeckung der Geparden ärgert mich noch eine Weila. Trotzdem Gute Nacht!
Erst mal gute Besserung! Gespannt verfolge ich eure Reise, vielen Dank dafür, es macht viel Spaß mit euch zu reisen. Im Samburu scheint es ja endlich geregnet zu haben, schade natürlich, dass es ausgerechnet während eures Aufenthalts war. Weisst Du vielleicht, ob es noch mehr Regen gab, so dass sich die Natur etwas erholen kann? In welcher Lodge wart ihr denn im Samburu? Wir sind ja im Ashnil, das im Buffalo liegt. Für den Samburu müssen wir neuerdings extra Eintritt zahlen. Wart ihr auf beiden Seiten? Lohnt sich die Fahrt in den Samburu rüber?
Viele Grüße Barbara
Kiboko1'250 Beiträge · seit 200927. Dez. 2022 · #32
Hallo Burschi, danke für die tollen Eindrücke aus Kenia. Die Schlange ist der Knaller schlechthin. Glückwunsch! Gerne fahre ich weiter mit. Anmerkung: Können auf dem Motorrad nicht sogar drei Schafe sitzen (zwei auf dem Gepäckträger)?
Barbara, ich war 2015 im Samburu. Das ist inzwischen schon sehr lange her. Damals waren in Samburu nur um die Lodges im Zentrum große wilde Tiere zu sehen. Weiter weg gab es nur Buschhörnchen und Vögel ... ... und tausende Rinder, Schafe, Ziegen, Esel und Dromedare. Männer haben mit der Machete die Bäume in Wassernähe plattgemacht, damit die Ziegen etwas zu fressen haben. 🙁
BurschiThemenstarter4'141 Beiträge · seit 200927. Dez. 2022 · #34
Hallo Barbara, entschuldige, dass ich vergessen habe, den Namen der Lodge zu nennen. es ist die "Sopa Samburu Lodge". Eigentlich wollten wir wieder in die Samburu Lodge am Fluss, aber die ist geschlossen , weil sie keine Lizenz mehr bekommen hat. Es ist auch richtig, dass man, wenn man nach Buffalo wechslen will, nochmals Eintritt bezahlen muss. Die Ursacche sind Streitigkeiten unterschiedlicher Clans mit Lizenzrechten, wobei sicher auch Korruption im Spiel ist. Ich wollte nicht nochmals Eintritt für Buffalo zahlen und erneut umziehen. Ich bevorzuge immer mehrere Tage an einem Ort. Letztendlich habe ich es Elvira und ihrer Erfahrung überlassen, den Standort auszuwählen. Die Grevys sollen mehr in Samburu sein. Ja, es hat geregnet, allerdings oft lokal begrenzt. Es gab Streifen mit schönem frischen Grün und andere Stellen, die keinen Tropfen Wasser bekommen haben. Problem: Die Samburu haben sofort beim ersten Grün ihre Skelettherden dorthin zum Grasen getrieben. Die Wildtiere hatten das Nachsehen. Aber das gilt leider auch für andere Parks. Die Grevys z.B. wurden von Helfern angefüttert, was auch einigen anderen Wildtieren zugite kam. Die Futterstellen mussten bewacht werden, um zu verhindern, dass die Kühe das Heu fressen. Vielleicht sind dadurch die Grevys vom Aussterben bewahrt worden. Hallo Bernd, manchmal sitzen sogar nur Schafe auf dem Motorrad! 😄 Hallo Casimodo, schön, dass du auch mitfährst. Danke, es geht mir besser, im Moment plagt noch ein heftiger Husten. Der Reisebrerichtstitel erfüllt sich schon im Samburu: Freude: Grevys 🙂 🙂 ; Leid: Das Sterben der Tiere 🙁 🙁 , Ach Kenia: Das Unvermögen der Menschen, richtig mit der Natur zu leben. 😈 Übrigens, wir könnten uns ja auch mal privat austauschen. ihr wohnt ja nur wenige Kilometer von uns entfernt!! 😄 Liebe Grüße: Burschi
BurschiThemenstarter4'141 Beiträge · seit 200928. Dez. 2022 · #35
Was verheißt der Morgenhimmel nach einer verregneten Nacht?
6.00 Uhr Frühstück, etwas chaotisch heute. Elvira rastet wieder mal aus, weil sie nicht zwei Tassen (Kaffee und Schoko) bekommen hat. Es ist auch für einen Afrikaner schwer zu verstehen, dass Frauen nicht nur "multitasking" sind, sondern dazu auch noch zwei Tassen mit verschiedenem Inhalt brauchen! 🤩 😄 Zum Glück haben wir netten Besuch, mit dem wir uns unterhalten.
Bei der Gelegenheit noch schnell ein Wort zu Elvira. Bei ihr ist alles straff organisiert. Man sollte bei der Mutter der Kompanie immer pünktlich beim Antreten sein. Wenn sie selbst mal zwei Minuten zu spät ist, ärgert sie das sehr, Wenn die Gäste zehn Minuten zu früh da sind, ist sie am nächsten Tag noch früher da. 😄 . Etwas ist unvorstellbar: Elvira ohne Foto! Ich glaube fast schon, er ist magnetisch mit der Hand verbunden. Selbst auf der Toilette ist die Kamera dabei, könnte ja mal ein seltener Skorpion lauern. (Kein Witz!) Vermutlich schläft sie auch mit dem Apparat im Arm. Obwohl ich viel fotografiere, bringt sie sicher das Dreifache an Bildern mit nach Hause. So fotografiert sie hier den Rottoko, unseren Tischgast, obwohl sie sicher schon 2329 Bilder davon hat. Aber sie könnte ja mal eine Unterart entdecken, den "Toko elvirensis".
Aber bei allem Spaß, sie ist eine ausgezeichnete Vogelkennerin, es gibt diesbezüglich wohl kaum einen besseren Guide. Nur bei zwei Arten (wohl von über 300) war sie sich unsicher und musste erst zu Hause noch mal nachsehen. Sie hat auch eine hervorragende Homepage, auf der man viele Tier- und Pflanzenarten nachsehen kann, die sie gerade überarbeitet. Sie hat auch ein großes und fundiertes Wissen über das Land und beantwortet fast immer geduldig meine bohrenden Fragen. Obwohl, Geduld und Pädagogik sind nicht gerade ihre Stärken, aber man kann ja auch nicht überall perfekt sein. Ich habe auch vergeblich versucht , ihr ein vernünftiges Deutsch (Fränggisch) beizubringen. Bin aber weitgehend gescheitert. 😄 Aber mit Ironie und Satire liegen wir voll auf einer Wellenlänge. Hier an dieser Stelle: DANKE für alles! jetzt aber weiter: 7.15 Uhr sind wir in einem Gebiet, wo es schon geregnet hat, das Gras bereits sprießt und die Büsche schön grün sind. Dort begegnet uns eine kleine Gerenuk-Herde, die von einem Bock angeführt wird.
Eine Brillentaube beobachtet uns von oben herab. 7.40 Uhr treffen wir die vier Geparde von gestern wieder. Heute sind im Gegensatz zu gestern die Bäuche prall gefüllt, heißt, sie haben in der Nacht Beute gemacht. Sie sind heute deshalb auch wesentlich träger und liegen faul herum. In ihrer Nähe stehen auch zwei schöne Giraffen und beobachten sie.
Die Gepardenmutter schleckt sich noch das Maul... und sieht dann doch ausgesprochen zufrieden drein!
Ist nur so meine Interpretation! 😄 Doch nicht nur Giraffen! Die Geparde haben sich in Windeseile herumgesprochen und in kür-zester Zeit bildet sich eine Wagenburg von 10 Autos um die armen Tiere. Wir verweilen fast eine Stunde hier und beobachten sie, während bei den anderen Autos ein ständiges Kommen und Fahren ist.
8.30 Uhr fahren auch wir weiter, da die Geparde einfach nur verdauen wollen. Wir begegnen einer Gruppe Oryx und etlichen Dikdiks.
Überhaupt sind die Dikdiks die häufigsten Antilopen hier. Sie hatten wohl die beste Überlebensstrategie. Dann gelangen wir an die Stelle, wo die Geparden einen Impalabock gerissen haben. Jetzt sind die Resteverwerter hier versammelt:
Weißrückengeier und Sperbergeier 10.45 Uhr sind wir heute schon in der Lodge. Endlich mal ausreichend Zeit für Pool und Chillen. 12.35 Uhr haben wir beim Mittagessen wieder viel Spaß mit dem Rotchnabeltoho, der mit am Tisch sitzt. Er hat sogar ordentliche Tischmanieren.. Dann bekommt Elvira schlimme Nachrichten von Zuhause. Ihre beiden Hunde haben gekämpft und sich verletzt, sodass einer zum Tierarzt muss. Sie ist extrem wütend auf das Fehlverhalten des Hausmädchens. Das beeinträchtigt auch ein wenig die Stimmung beim Nachmittagsgamedrive, der wie immer um 16.00 Uhr startet, nachdem wir ausruhen konnten. Es gibt wieder einige Vogelsichtungen:
Blauracke - ein europäischer Zugvogel
Raubadler Kappengeier
Ohrenfleckbartvogel
Von der Deekens Toko (Männchen, die Weibchen haben schwarze Schnäbel!)
und mit einer sehr hübschen Gloriosa auch mal eine Blume! Auch andere kleine Tierchen sollte man nicht unbeachtet lassen. Das Streifenlose Borstenhörnchen zeigt zum Beispiel, wie es seinen Schwanz als Sonnenschirm benutzt.
Ein "Fünfstreifenskink" - und bei dem anderen bin ich mir nicht sicher. (?)
Eine Grantgazelle kratzt sich nachdenklich am Ohr.
Wir kommen nochmals an der toten Ziege vorbei, die zurzeit von Raubadler, Sperber- und Weißrückengeiern verwertet wird. Sperbergeier sind größer und besitzen einen leicht gelblichen Schnabel.
Um 17.45 Uhr, als es wieder u regnen beginnt, sind wir rechtzeitig in der Lodge. Überraschung! Eine neue Handtuchfigur! Die schönste der Reise!
Für diese besonders schöne "Duschtuchskulptur" hat das Zimmermädchen natürlich ein besonderes Dankeschön erhalten. Es hat uns so gefreut, dass wir sie nicht zerlegt haben. Wäre zu schade gewesen, zumal ausreichend andere Tücher vorhanden waren. LG Burschi
BurschiThemenstarter4'141 Beiträge · seit 200929. Dez. 2022 · #36
Endlich mal ein Sonnenstrahl zum Tagesbeginn. Bisher gab es noch kein Sonnenaufgangsfoto!
6.00 Uhr ist Frühstück, immer das Gleiche, keine Abwechslung, Zwei Rottokos kraulen sich mit ihren Schnäbeln liebevoll am Kopf. Einfach putzig!
7.00 Uhr starten wir mit 15 Minuten Verspätung zum Gamedrive. Von der gro´ßen Vogelschar wieder nur eine keine Auswahl:
Lappenstare beim Baden in einer Pfütze
Afrikanischer Habichtsadler. Diese jagen immer als Paar.
Maskenflughuhn
Die Zwergspinte habe ich noch in der Lodge erwischt. Wir sehen darüber hinaus zweimal ein Grevy-Zebra, eines trabt direkt an uns vorbei. Eine größere Herde Oryx!
Die Regenfälle der letzten Tage haben schnell einen grünen Flaum über manche Gebiete gezaubert und man hört die Tiere regelrecht aufschnaufen. Auch die Sträucher werden grün und manche zeigen in kürzester Zeit eine Blütenpracht.
Josef hat über Handy eine Mitteilung bekommen, dass die Geparden weder jagen. Aber wir jagen sie vergeblich und bekommen sie nicht mehr zu Gesicht. 10.30 Uhr sind wir zurück in der Lodge. 12.30 Uhr Mittagessen. Zweimal am Tag drei Gänge und kaum Bewegung, das macht einen fertig! Ich schlafe bis 15.00 Uhr und unternehme dann im Camp einen Spaziergang, wobei ich der Pantherschildkröte begegne.
16.00 Uhr Nachmittagsgamedrive. Denkste! Nach 15 Minuten ohne Sichtung bricht ein Wolkenbruch über uns herein und schnell muss das Autodach geschlossen werden.. Wir kehren um und sind 16.30 Uhr wieder im Camp. Wir gehen an die Bar und trinken mal ein Glas Weißwein. In der Ferne hört man immer wieder mal einen Löwen brüllen. 19.00 – 21.00 Uhr Abendessen , an dessen Ende wir mit Tanz und Gesang verabschiedet werden. Es sind drei Samburu-Krieger-Darsteller dabei, die mit ihrem Gesang und den Luft-sprüngen etwas bedrohlich aber auch seltsam kostümiert wirken. Elvira bekommt eine Sahnetorte, damit sie bei neuen Touren wieder kommt. Den „Sahneberg“ verteilen wir unter den anderen Gästen im im Restaurant.
BurschiThemenstarter4'141 Beiträge · seit 200930. Dez. 2022 · #37
Meine Frau kränkelt physisch und psychisch. Die Aussage von Elvira, in Amboseli sei die Lodge eine „Schlangenlodge“, macht ihr wohl zu schaffen. Die Aussage Elviras war aber nicht nur unpädagogisch, sondern auch unzutreffend, weil wir dort keine einzige Schlange entdeckten! 6.00 Uhr Frühstück und danach Checkout und Bezahlung der Getränke. Um 7.15 Uhr verlassen wir die Lodge auf schnellstem Weg. Josef fährt mit einem Affenzahn, auf der extremen Wellblechpiste droht das Auto in alle Teile zu zerfliegen. Nur zweimal halten wir kurz:
eine Blauracke
ein Turmfalke Um 9.05 haben wir das Parktor erreicht und nach der Formalitätenerledigung, Toilettengang und Elviras Notfallzigarette geht es nach zehn Minuten weiter. Wir durchfahren Archers Post, wo auf beiden Seiten der Straße traditionelle Samburu-Hütten ( länglicher verputzter Holzbau mit rundlichem Dach aus Planen und Plastikfolien).. 9.20 Uhr sind wir auf der Teerstraße und gleich ist die erste Polizeikontrolle mit Stachelband auf der Straße, Am Straßenrand befindet sich auch dieses Phallusdenkmal:
Falsch! 😄 😄 Es sind Holzkohlesäcke! Ein Denkmal zur Naturzerstörung! Heute ist reiner Fahrttag und zur nächsten größeren Stadt, Nanjuki, sind es erst mal 113 km. 8.40 Uhr fahren wir durch ein Dorf namens „Tractor“. 8.55 Uhr sind wir wieder in Isiolo. Auf den Straßen laufen viele verschleierte Frauen, Mir fallen zwei große Moscheebauten auf, eine davon ein ausgesprochener Prachtbau mit vergoldeten Kuppeln, aber am Ortsende ist auch gerade das Konkurrenzunternehmen mit dem Bau einer riesigen Kirche beschäftigt. Beim letzten Mal haben wir hier in einem Hotel eine Pause gemacht. Ich erkenne es wieder, das „Grand Hotel“ Ein Gebäude mit Innenräumen wie in den Hinterhöfen eines Rotlichtviertels. Auf der Straße wuselt es wieder von Menschen und Motorrädern. Nach Isiolo kommen wir nach Malilisabu, wo man auf einer langen Steigung direkt auf den Mt. Kenia zufährt. Wir sehen ihn aus den Wolken spitzen. Einmal begegnen wir einem Ochsengespann, was relativ selten ist. 9.30 Uhr zweigen wir von der Straße ab und haben noch 38 km bis Nanjuki. Kurz darauf passieren wir den Elefantentunnel. Der unter der Straße durchführt. Ein Restaurant mit großen Tierwerbefiguren hat sich diesen Ort zunutze gemacht. Danach kommt wieder der lange Anstieg, der umgekehrt als gefährliche Gefällestrecke ausgewiesen ist. An frisch sprießendem Grün neben der Straße sieht man, dass es in der letzten Zeit geregnet haben muss. An meinem Lieblingscafe´ beim Vitutoo Farmshop machen wir wieder Pause.
Leider bekomme ich den gewünschten Gürtel nicht, aber ich finde schönen Ersatz. Und dann gibt es natürlich Cappuccino und Schokoladenkuchen. 🙂 🙂 Um 10.20 Uhr ist Weiterfahrt. Mal ein Wort zu den vielen grünen Häusern:
„Safari.com“ ist das größte Telekommunikationsunternehmen in Kenia und bietet auch das Bezahlsystem „Mpesa“ an, das in ganz Kenia verbreitet ist. Auf eine Identifikationsnummer kann Geld einbezahlt werden und dann sind vom Handy aus überall Transfers von Geld mög-lich. Das Bezahlsystem läuft außerhalb der Banken und ist in fast jedem kleinen Ort mit einer „Filiale“, die oftmals nur eine Bretterbude ist, vertreten. Die große Verbreitung dieses Unternehmens sieht man auch an den gesponserten Hausanstrichen. In jedem Ort sind grüne Häuser. Die Farbe Rot gehört der Konkurrenz „Airtel“. Beide werben mit einem guten „4G“-Netz. 11.00 Uhr erreichen wir die Vororte von Nanjuki und 15 Minuten später stehen wir am Äquator, wo wir dieses Mal das übliche Touristenfoto machen.
12.10 Uhr fahren wir an Njeri vorbei, wo am Straßenrand Kasava-Wurzeln zu Hauf angeboten werden, die man hier in der Gegend anbaut. Es folgt eine schlimme in Bau befindliche Neu-baustrecke, deren Zustand sich durch den inzwischen eingesetzten Regen noch verschlimmert. Die Straße wird auf vier Fahrspuren ausgebaut und ist unter den gegebenen Umständen nicht gerade ungefährlich. Unterwegs war aber auch eine sehr schöne Ortsdurchfaht. Hier hat man zum Glück die schönen Schilmakazien nicht abgeholzt.
13.30. Uhr Difigoti, dem Heimatort von Josef mit einem großen afrikanischen „Einkaufs-markt“. Leider können wir unter der strengen Aufsicht von Elvira einen solchen nicht besichtigen. Danach sind immer wieder viele Stände, die regionales Obst und Gemüse anbieten, und auch interessante „Shops“ entlang der Straße.
Eine Modeboutique!
Mein Lieblingsauto, Das Tuctuc! 😄 13.20 Uhr legen wir eine Mittagspause im „Nokra Riverside Hotel“, einem riesigen Hotelkomplex mit großer Gartenanlage und zentralem Swimmingpool. Wir bekommen ein hervorragendes traditionelles Menü in riesigen Portionen serviert. Leider ist es auf der Terrasse kalt geworden, denn ein heftiger Regenschauer bringt Abkühlung. Die „Ärmlinge“ kommen wieder zum Einsatz. Die anderen beneiden mich!
15.10 Uhr fahren wir auf einer Nebenstraße weiter Richtung Nairobi. Diese war früher die Hauptverbindung. Im Tal wird Reis angebaut, der an der Straße sackwei-se zu kaufen ist.
Die weißen Pakete sind Reis! Entlang der Straße sind auch viele Fruchtverkäufer, die an Bumps, wo die Autos fast zum Stehen kommen, auf die Straße laufen und den Autos ihre Ware (Bananen, Avocados, Jackfrucht) aufdrängen wollen. 16.00 Uhr sind wir auf dem Highway nach Nairobi. Der sogenannte „Thika-Highway“ wurde von den Chinesen gebaut. Entlang der gesamten Strecke ist intensive Bautätigkeit zu verzeichnen. Auch hier mischen die Chinesen kräftig mit. Dazwischen sind mal große Ananas-Plantagen von Del Monte zu sehen. Der Highway ist jetzt dreispurig. Aberwitzige Verkehrsszenen spielen sich ab. 16.20 Uhr sind wir in Juja, dem Wohnort von Elvira. Hier stehen wir länger im Stau, weil Massai ihre Rinder über den Highway treiben. 🤩 😈 Elvira kann unterdessen eine Angelegenheit mit ihrem Gärtner regeln, der uns mit dem Fahrrad entgegen gekommen ist. 17.20 Uhr stehen wir endgültig im Stau. Nichts geht mehr. Immer wieder kommen Frauen mit Kindern auf dem Arm, um bei den Autos zu betteln. Wir quälen uns durch den CBD von Nairobi. Schritttempo ist übertrieben, da wir zu Fuß wesentlich schneller wären. Ampelanlagen sind völlig sinnlos. Man kommt weder bei Grün noch bei Rot weiter. Ellbogenmentalität ist gefragt, sonst würden wir wohl heute noch dort stehen. Josef macht das mit stoischer Ruhe.
18.15 Uhr Sonnenuntergang! Ein Traum in Afrika!
18.30 Uhr haben wir endlich unser Hotel Rudi erreicht, in dem wir am ersten Tag schon mal waren und erhalten wieder Zimmer Nr. 5, das erneut hübsch dekoriert ist. Zum Abendessen um 19.00 Uhr gibt es einen ganz hervorragenden Victoriasee-Barsch.
21.00 Uhr sind wir erschöpft im Bett und schicken WA nach Hause und ich schreibe Tage-buch. Gute Nach!
BurschiThemenstarter4'141 Beiträge · seit 200931. Dez. 2022 · #38
Um 7.50 Uhr, Abfahrt vom Hotel und wir kommen auf der Autobahn flott vorwärts. Sie führt stadtauswärts nach Südosten und wir passieren kurz darauf einen großen Hindu-Tempel. Die Autobahn verläuft zum Teil direkt am Nairobi-Nationalpark entlang. Über viele Kilometer geht es stadtauswärts durch den Industriepark, mit neuen, modernen Hochhäusern, Bürogebäuden und Einkaufszentren. 8.30 Uhr sind wir in Athe-River und haben gar nicht gemerkt, dass wir in einer anderen Stadt sind. Bis vor wenigen Jahren lag Athe weit außerhalb von Nairobi, jetzt ist es damit zusammengewachsen. Die gesamte Strecke ist beidseitig der Autobahn komplett bebaut. In Athe dominieren einige riesige Zementfabriken. (China lässt grüßen!)
8.35 Uhr ist der vierspurige Ausbau zu Ende und es geht auf einer normalen Straße weiter. 8.49 Uhr legen wir einen Tankstopp ein. In einer schier endlosen Schlange von LKWs kommen wir nur extrem langsam voran, zumal auch der Gegenverkehr sehr stark ist. Hat man einen LKW überholt, ist man sofort wieder hinter dem nächsten. Falls man überholen kann und nicht bei einer Lücke sofort von hinten ein schnelleres Auto angeschossen kommt! An fast jedem Bumb sind dann Verkäufer auf der Straße, die den Autofahrern ihre Waren anbieten.
Auch in den Orten entlang der Straße sind die Verkaufsstände geöffnet.
Und wieder interessante Fahrzeugbeladungen. Die deutschen Polizisten hätten eine wahre Freude! 🤩 😄
10.25 Uhr: von den 250 km nach Amboseli haben wir in 2 ½ Stunden die Hälfte geschafft. 10.30 Uhr werden wir mal wieder von der Polizei kontrolliert. Die letzten zehn LKW, die wir mit Mühe überholt haben, sind jetzt weder vor uns. 11.06 Uhr biegen wir von der Hauptstraße nach rechts Richtung Amboseli ab. Noch 104 km! Der Verkehr ist nun weniger dicht und wir kommen gut voran. Schon wieder eine chinesische Zementfabrik! 12.50 Uhr am Parkeingang, doch wir biegen nach links zur „Sentrim Amboseli Lodge“ ab. Die letzten drei Kilometer sind eine derart schlechte Pad, die alles bisher Dagewesene in den Schatten stellt. Zwei verschiedene Lodgen können sich nicht einigen über den Unterhalt dieses Weges. Nun muss auch Josef öfter in den 1, Gang, da die Schlaglöcher gigantisch sind. 13.00 Uhr sind wir in der Lodge und bekommen das Zelthaus Nr. 14, das ein ganzes Stück entfernt vom Restaurant ist. Die Lodge hat eine großzügige Park-Anlage mit einzelnen Zelthäuschen, verfügt über einen schönen, sauberen Pool, von dem aus man auf den Kilimanjaro blicken kann. Dafür gibt es aber noch extra eine Aussichtsterrasse, die besonders am Morgen und Abend ein schönes Panorama auf den höchsten Berg Afrikas bietet – wenn er nicht gera-de in Wolken ist, was leider oft der Fall ist. Lodgeeingang: Zelthäuschen Inneneinrichtung
Pool
Speiseraum
Und im Park wunderschöne Blüten! Von welchem Baum?
Richtig, vom Leberwurstbaum! 😄 16.00 Uhr Gamedrive Vögel noch vor dem Park: Blauwangenspint
Dann nach Einfahrt bereits kurz danach direkt neben der Straße ein mächtiger Elefantenbulle mit großen Stoßzähnen, ein echter „Tusker“(„Craig“ sein Name) Er posiert richtig für Fotos!
Daneben begegnen uns noch Grantgazellen, Zebras, einer kleine Elefantenherde von zehn Stück, Warzenschweine, Impalas, Thomson-Gazellen, Giraffen Für den ersten halben Tag im Amboseli nicht schlecht. Überall stehen große Pfützen, aus de-nen man schließen kann, dass es gut geregnet hat. 18.15 Uhr sind wir wieder am Tor und 15 Minuten später in der Lodge.
BurschiThemenstarter4'141 Beiträge · seit 200901. Jan. 2023 · #39
Guten MOrgen Fomis, wünsche allen ein frohes und vor allem gesundes neues Jahr. Ich werde versuchen auch weitergin flott weiter zu berichten, auch wenn nach der Grippe noch ein schlimmer Husten geblieben ist. Aber der ist über www nicht ansteckend und macht sich höchstens durch höhere Tippfehlerquote bemetrkbar, die ich damit zu entschuldigen bitte. Liebe Grüße: Burschi
BurschiThemenstarter4'141 Beiträge · seit 200901. Jan. 2023 · #40
Die Lodge ist gestern ziemlich voll geworden. Mehrere Kleinbusse mit Franzosen sind angekommen, aber sie verhalten sich ruhig. Im Gegensatz zu einer kleinen Gruppe Deutschsprechender. 🙁 5.00 Uhr stehe ich bei einem schönen Vogelkonzert auf. Beim Frühstück um 6.00 Uhr gibt es eine gute Auswahl. Noch vor der Abfahrt spurte ich noch schnell zu Aussichtsplattform und mache die ersten Fotos vom Kilimanjaro.
Wir sind alle gespannt, was der Tag bringt. 6.45 Uhr Abfahrt von der Lodge. Jetzt fließt neben dem Weg ein kräftiger Bach, als Folge des Regens in der Nacht, der vom Kili herabläuft. Dieser hat eine Schneehaube bekommen. 7.07 Uhr sind wir am Parktor. Die ersten Tiere sind Gnus. Dann entdeckt Josef einen braunen Fleck am Horizont: Ein schlafender Löwe! Selbst mit Fernglas nur mit Mühe zu erkennen! Wir fahren heute in die Gegend um den Amboselisee. Doch der erste Anblick ist hier schockierend!
Auch große Leichen gibt es. An einem toten Elefanten machen sich Marabuts zu schaffen.
Es sind 2 Monate nach Casimodos Tour (siehe Parallelbericht) und in dieser Zeit hat es keinen Tropfen geregnet. Man kann sich vorstellen, dass das Sterben sich noch einmal beschleunigt hat. Die Geier kommen mit dem Resteverwerten überhaupt nicht nach. Die Löwen und Hyänen brauchen kein Aas zu fressen, weil es viele erschöpfte Tiere gibt, die kaum mehr fliehen können. Soviel Tierleid habe ich noch nie in der Natur gesehen. Das hatte ich mir so nicht erhofft. Die vielen Vögel, darunter viele Limikolen aus Europa und Asien, lenken mich ein wenig ab. Ich freue mich darüber sehr, aber die Freude ist getrübt. Ich will mal eine Liste von zwei Stunden Vogelbeobachtung an diesem Vormittag einfach wiedergeben: : Kronenkraniche, Säbelschnäbler, Rosaflamingo, Teichläufer, Kuhreiher, Silberreiher, Nilgänse mit Jungen, Sattelstorch, Kamüfadler, Strauß, Pünktchenente, Zwergstrandläufer, Brutkolonie von Kaveta-Goldwebern (= Genickbandweber), Brauner Sichler, Rallenreiher, Afr. Löffler, Langzehenkiebitz, Goldschnepfen, Bruchwasserläufer, Kammblässhuhn, Kampfläufer, Edelreiher, Weißrückenente, Flussseeschwalbe, Marabut, Triel, Dreibandregenpfeifer, Witwenente, Sporengans, Schafstelze, Weißrücken Pfeifgans, Weidelandpieper, Bekassine, Bindennektarvogel, Rotbrustnektarvogel, Tropfenrötel Und hier ein paar Bilder_ Kampfadler ein höflicher Massai-Strauß
Nilgänse mit Jungenschar
Pünktchenenten
Kampfläufer
Kaveta-Goldweber
Goldschnepfen Bruchwasserläufer
Jacana = Blaustirn-Blatthühnchen = Jesus Bird
Afrikanischer Löffler (mit Schöpflöffel 😄 ) Zwergstrandläufer mit Kampfläufern
Brauner Sichler und nochmals eine Pünktchenente, weil sie gar so nett schaut
Rosaflamingo - Keine Angst, er hat den Knoten im Hals wieder aufbekommen! Triel
Dreibandregenpfeifer
Witwenente
Graufischer Schafstelze Weidelandpieper
Bekassine
Und dann war da noch dieser unbekannte Greif, der sich als junger Schreiseeadler herausstellt. Dass die Greife sich in den ersten Jahren auch immer umziehen müsen!
So, das war ein kleiner Ausschnitt aus der Vogelwelt - die nicht-Vogelliebhaber mögen dies entschuldigen - aber es ist andererseits nur ein kleiner Aspekt aus der tollen Vogelwelt am Amboselisee. Dazwischen wird man immer wieder auf den Boden des Leids zurückgeholt:
es haben aber auch Tiere trotz allem überlebt.
Den Weißbartgnus hier sieht man aber schon das Leiden an. Anders als dieses Zebra einer keinen Herde, die es scheinbar gut geschafft haben.
Auch ihnen ist es richtig gut gegangen:
Und auch der Nachwuchs gedeiht prächtig!
Eine besonders schöne Szene ist eine kleine Elefantenherde, die im Gansemarsch im Wasser läuft mit Flamingos davor.
Weniger erfreulich sind zwei ältere Lodgen, die aufgegeben wurden, darunter die Amboseli-Lodge, die nun als Ruinen zum Teil im Wasser stehen. Dort begegnen wir auch einigen Meerkatzen, die einige nur wenige Tage alte Jungtiere an der Brust mit herumtragen.
Auch wenn sie sonst nicht meine Freunde sind, so sind sie doch putzig. Eine weitere Elefantengruppe steht bis zum Bauch im Sumpf und labt sich an den weichen Sumpfpflanzen.
Bei der Rückfahrt sehen wir, dass sich eine große Schar Kammblässhühner zusammengerottet hat und wie paralysiert in eine Richtung schaut. Ein riesiger Python! Auch wieder “leider“ hat er den Kopf schon im Wasser und verschwindet ganz schnell komplett und erscheint nicht wieder.
Pünktlich zum Nachmittagsgamedrive um 16.00 Uhr beginnt es wieder zu regnen, lässt zum Glück aber bald nach. Die erste große Tieransammlung sind Rinderherden der Massai. Die hier eigentlich im Nationalpark nichts verloren hätten. Aber wen kümmert`s , solange noch Touristen kommen. Josef findet wieder die Löwen von Vormittag am Horizont, doch jetzt ist nicht nur das Männ-chen da, sondern auch zwei Weibchen und fünf Junge. Schöne Fernglasbeobachtung! Eine Gnuherde zieht unbehelligt an ihnen vorüber. Keine Showeinlage! Nicht weit danach quert eine kleine Elefantengruppe die Straße und löst damit einen „Roadblock“ aus, denn die Tourifahrzeuge stehen in breiter Front.
Die Elefanten ertragen den Auflauf mit stoischer Ruhe. Auf dem Rückweg zur Lodge zeigt sich am Himmel wieder Wolkenschauspiel mit Regen.
Auf der Holperpiste zur Lodge kreuzt eine Giraffe den Weg.
Als wir in der Lodge zurück sind, bricht wieder ein Wolkenbruch los, der länger anhält. Auf dem Weg zum Abendessen kommt die Regenjacke zum Einsatz, weil der Regenschirm im Häuschen defekt ist.