Liebe Fomis, nachdem ich im Januar diees Jahres schon meinen dritten Abschiedsreisebericht von Namibia geschrieben habe, melde ich mich am Ende dieses ereignisreichen Jahres noch einmal aus Kenia. Nicht ganz, denn inzwischen sind wir wieder zu Hause in Kälte und Dauergrau. 🙁 Warum Kenia und warum im November? . Die Gartenarbeiten sind um November alle abgeschlossen, die Herbstferien vorbei und es steht ein kalter, grauer Monat bevor. Nix wie weg! In diesem Jahr gab es außerdem ein Jubiläum zu feiern! Da meine Frau von einer größeren Feier nicht zu begeistern war, schlug ich eine Jubiläums- Hochzeitsreise vor und fragte, was sie gerne noch einmal sehen möchte. Afrika war klar! Sie wollte gerne auch die südlichen Nationalparks von Kenia am Kilimanjaro sehen und ich das, was ich bei der letzten Reise in Kenia so vermisst habe, die Grevy-Zebras. Diese kommen allerdings nur im Sambutu Nationalpark vor, der im Norden liegt. Lässt sich das miteinander verbinden? Der nächste Schritt war die Gesamtgestaltung der Reise. Wir hatten mit „Bushtrucker Tours“ und Elvira Wolfer ja gute Erfahrungen gemacht und so beauftragte ich dann Elvira mit der Planung nach meinen Vorgaben.
Damit habt ihr auch gleich die Web-Adresse und könnt euch selbst ein Bild von der Agentur machen, die aber im Forum schon bekannt ist. Es sollte eine entspannte Reise werden mit mehrtägigen Aufenthalten an jeweils einem Ort und Elvira brachte dann schließlich diese Reise zusammen. Dass wir nicht selbst fahren, war von vornherein klar, denn der Fahrer hat bei den oftmals höllisch chaotoschen Straßenverhätnissen in Kenia nichts von der Reise. Und drei Wochen Stress kann ich schon gar nicht gebrauchen. Elvira versprach die Grevys in Samburu und den Kilimanjaro in Amboseli. Also konnte es losgehen. Doch vor die Freuden einer Safari hat die Bürokratie das Leid gesetzt. Erstmals musste ich ein E-Visum übers Internet bestellen, der Kauf eines Visums bei Einreise ist nicht mehr möglich. Dabei gab es einige Schwierigkeiten, denn bei der Ausstellung des Visums für meine Frau wurde meine Email-Adresse nicht mehr akzeptiert. Will heißen, dass ich für sie eine eigene Email-Adresse angeben musste. Hinter diesen Dreh zu kommen, hat einige Zeit gekostet. Nicht vergessen darf man auch, dass man eine Reisebestätigung des Safariunternehmens hochladen muss. Das hat Elvira vorher ausgestellt. Der Höhepunkt war aber, dass nach zwei Tagen eine Rückmeldung kam, dass beim Visum meiner Frau etwas nicht in Ordnung sei. Beanstandet wurde, dass das zusätzlich hochgeladene Passbild nicht aktuell sei. Nun war die Sache so, dass der Pass meiner Frau schon zwei Jahre alt ist. Der Personalausweis aber nagelneu von diesem Jahr und als „aktuelles“ Foto habe ich dann das neue genommen. Das war ihnen aber nicht aktuell genug!? Da ich kein altes Passfoto mehr hatte, habe ich mit dem Scanner aus dem Pass das alte herauskopiert und hochgeladen. Das hat dann gepasst. Das alte Foto war also „aktueller“ als das neue. HÄÄÄ? Den Ausdruck der Visa habe ich dann in zwei Varianten mit mir geführt. Der Speicherung auf dem Handy habe ich nicht vertraut, vor allem, was ist, wenn das Handy aus irgendwelchen Gründen aus-fällt? Ähnliche Probleme gab es beim Hochladen des Gesundheits- bzw. Impfnachweises über das Trusted Travel System. 🤪 🙄 Seufz! Dann der nächste Tiefschlag: Die Bezahlung in Kenia - auch der Reise - erfolgt in Kenia-Schillingen oder US Dollar. Bei der ADAC - Reisebank habe ich mich mit Devisen versorgt. Dabei habe ich wieder den schlechtesten Kurs erwischt. Überhaupt, als ich die Reise gebucht habe, stand der Wechselkurs € zu US$ bei 1:1,15. Bei Bezahlung dann war das Verhältnis 1:0.95! Dadurch wurde die Reise um einige hundert Euro teurer! Der Euro war total abgestürzt! 🙁 🙁 Durch all diese Erfahrungen wurde die Vorfreude zwar etwas getrübt, blieb aber trotzdem bestehen. Bevor es aber losgeh,t noch schnell ein paar persönliche Dinge: Ich bitte vielmals um Entschuldigung für die sicherlichz vorhandenen Tippfehler, sie sind der Tatsache geschuldet, dass ich zwar noch relativ schnell denken kann, aber die arthrosegeplagten Finger nicht mehr so schnell auf der PC-Tastatur folgen können. Entschuldigen möchte ich mich auch für die manchmal schlechte Bildqualität, was zum einen dadurch bedingt ist, dass es fast jeden Tag am Nachmittag geregnet hat und durch die Bewölkung den Rest des Tages kein besonders gute Fotolicht war. Ich führe auch keine schwere SR-Ausrüstung mehr mit, sondern begnüge mich mit einer leichten Bridge-Kamera. Die Fotos auf den Straßen wurden mit einer kleinen Kompaktkamera durchj das Autofenster hindurch gemacht. Es ist eigentlich verboten, das öffentliche Leben zu fotografierebn, aber für mich besteht eine Reise nicht nur aus Tieren. Ich will das Land in vielen Facetten erfahren. Daher auch kein Selbstfahrer in Kenia! Und so wird sich dieser Bericht auch von anderen Reiseberichten gleicher Route unterscheiden. Ich zeige nur in Ausnahmefällen l#ngere Bildpassagen des gleichen Tieres, grunds#tzlich keine kloschüsseln und lächle auch nicht auf Selfies in die Kamera. Wer all das vermisst, kann das Lesen ja hier abbrechen. Wer aber trotzdem weiterlesen will, dem erspare ich gleich zu Beginn die Beschreibung all die Freuden der Flüge nach Frankfurt und Nairobi und all die liebevollen Erfahrungen mit Angestellten und lautstarken Mitreisenden minimalen Alters, die eifrig für den späteren Beruf als Opernsänger probten. Ich beginne gleich mit der Ankunft im Unserem Zielland Kenia. 21,20 Uhr landen wir, werden in einen Bus verfrachtet und fahren spazieren. Der Flughafen ist völlig neu und riesengroß. Es hat sich alles verändert. Nun eine längere Wanderung! An einem Behelfsschalter ist die Kontrolle des TTS-Formulars, dann dürfen wir weiter. Es folgt die Pass- und Visumskontrolle. Das Gesicht wird fotografiert und bei uns wird auf die Fingerabdrücke verzichtet. Hat uns das System schon? Auf jeden Fall weiß auch das Handy, dass es schon einmal hier war und verbindet sofort mit Wifi. Beim Gepäck gibt es keine Wartezeit, die Koffer sind ganz schnell da. Dann folgt wieder eine Wanderung nach draußen, am Ausgang nochmals Gepäckdurchleuchtung. Draußen steht ein Heer von Taxifahrern und wir finden tatsächlich „unseren Josef“, der uns in 25 Minuten Nachtfahrt zum Hotel Rudi bringt. Dieses bei Nacht alleine zu finden, wäre absolut unmöglich. Das Hotel liegt in einer Wohnsiedlung etwas abseits und sehr ruhig. Es ist mit viel Grün und ausgewählten Blumen umgeben. Die Zimmer sind sehr sauber und gut ausgestattet. Um 23.00 Uhr werden wir dort von Elvira empfangen und erhalten Zimmer Nr. 5. Das Bett ist toll mit Bougainvilla-Blüten dekoriert, wie es sich für „Jubiläums-Honeymooner“ gehört.
Hervorzuheben ist auch die verpflegung. Ein individuell und liebevoll zusammengestelltes schmackhaftes Frühstück
und gleiches Gilt auch für das Abendessen.
Ein hervorragendes T-bone Steak mit Bratkartoffeln. Absolut lecker" So, das muss fürs Ankommen erst mal reichen. Morgen beginnt dann schon die erste Safari in den Nairobi Nationalpark. Liebe Grüße: Burschi
Teil 220. Dez. 2022
Guten Morgen, ja, ich bin Frühaufsteher und kann euch nun die Tageslektüre anbieten. Es ist Freitag, der 11. November und früh am Morgen, Meine Frau schläft noch tief, der Hadedah schreit!
Ich bin in Afrika! Er ist für mich eine der charakteristischen Stimmen dieses Kontinents neben der Kaptaube und dem Schreiseeadler. 8.00 bis 8.45 Uhr sind wir beim Frühstück, das ganz nach meinen Wünschen auf einem liebevoll gedeckten Tisch zusammengestellt wurde. Es ist überraschend gut und bleibt eines der besten der Reise. Um 9.00 Uhr – Elvira hat uns heute am ersten Tag etwas mehr Zeit gegeben – fahren wir los zum Nairobi Nationalpark. Schon gibt es am Straßenrand die ersten interessanten Stände mit Gartenpflanzen und Haushaltsartikeln. Links der Straße steht eine neue Moschee. Wir müssen wegen eines mit Motorrädern gesicherten Konvois irgendeines Staatsmannes eine Weile warten. Dann das erste Tuc-tuc und die ersten Motorräder auf die ich wegen ihrer vielfältigen Einsetzbarkeit mein Hauptaugenmerk im Verkehr darauf richte. Davon werde ich noch ein paar Beispiele bringen.
Die Stände an den Straßen sind auch ein Spiegelbild dessen, was in der Region angebaut und verarbeitet wird. Ich bin nicht nur in das Land gekommen, um die Big Five zu sehen - das habe ich schon mehrfach hinter mir - sondern mich interessiert das Land als Ganzes. Daher gibt es auch immer wieder Bilder vom Straßenrand. 😎 Dann aber stehen wir am Eingang des ersten Nationalparks.
Die ersten großen Tiere stehen als Bronzefiguren schon vor dem Tor. Der Himmel ist dicht bewölkt, gelegentlich fallen ein paar Tropfen, doch das Wetter hält, wenngleich kein ideales Fotolicht herrscht. In dem 117 km² großen Park treffen wir erstaunlich viele Tierarten an. Erst herrscht Buschland vor, dann typische Dornsavanne. Mich überrascht auch die Vogelvielfalt in diesem Park, der gleich neben der Großstadt liegt. Ich konnte an diesem Tag shon fast 50 Arten sichten.
Mit zu en ersten gehörte diese große Familie. Wir zählten über 30 Küken. Da diese unterschiedlich groß waren, kann es nur heißen, dass wir hier einen Kindergarten vor uns hatten, der behutsam an den Straßenverkehr herangeführt wird. Die Erwachsenen stehen auch in Gruppen beieinander. Es handelt sich übrigens um Massai-Strauße (rötliche Beine und Hals)
Und bei diesem Bild sieht man schon das Besondere dieses Parks. Man kann immer wieder Tiere vor der Skyline von Nairobi im Hintergrund fotografieren.
Leider wird der Park von einer Eisenbahnlinie durchschnitten, die komplett auf Stelzen steht. Eine „Glanzleistung“ der Chinesen. Die Tiere können durch diese unten durch laufen. „Pseudoidylle“!
Nun aber doch mal zu einigen unserer Tiersichtungen:
Die Raubschwalben hatten sich an einer der großen Wasserstellen versammelt und waren in Gesellschaft der Regenpfeifer. die gerade ein Schläfchen hielten.
Überhaupt war ich überrascht so viele Wasservögel hier anzutreffen, wie den Stelzenläufer,
den Flussuferläufer,
den Bruchwasserläufer,
den Kampfläufer,
oder auch die Heiligen Ibisse, die seelenruhig am Krokodil vorbeimarschierten- Ob sie genau gesehen haben, dass es schläft?
Aber es kann ganz schnell auch gefährlich werden, wie die Werkzeuge des Crocs zeigen.
Überhaupt ist hier im Park eine unglaubliche Vielfalt von Wasservögeln.
Von den Reihern will ich nur den Schwarzkopfreiher erwähnen.
Aber auch Rosapelikan, Krauskopfpelikan und afrikanische Löffler waren in großer Zahl vertreten. Natürlich gab es auch jede Menge Vögel, die keine ausgesprochenen Wasservögel sind.
Rotkappenlerche ist relativ häufig,
Der Zwergspint. Die Spinte sind neben den Bartvögeln meine Lieblingsvögel.
Der Isabellschmätzer. Nun höre ich vielleicht schon einige Leser stöhnen: "Wieder nur Vögel!" Nein, nicht nur, aber sie bereichern eben eine Safari ganz erheblich, wen man sich nicht nur auf die Säugetiere konzentriert. Leider haben oft auch einheimische Guides wenig Ahnung davon. Aber wir haben ja Elvira, die eine ausgesprochene Spezialistin dafür ist. Nun für die Großtierliebhaber gab es z.B.
jede Menge Büffel
und auch Gnus, hier in der Unterart der Weißbartgnus,
die Kongonis, eine Unterart der Kuhantilopen
und Riedböcke
ein Impala-Kindergarten
eine Elenantilope, die scheinbar den Marabut nicht gut verstanden hat und sich deshalb am Ohr kratzte, 😄 Und schließlich einige der großen grauen Tiere (nicht Elefanten, die gibt es hier nicht!), die ich aus Schutzgründen nie irgendwo ins Netz stelle oder nenne. Aber ihr könnt euch sicher denken, wo der Rotschnabelmadenhacker hier herumturnt und aus der Aufnahme könnt ihr erkennen, wie nah wir den Tieren gekommen sind.
Um 13.30 Uhr machen wir an einer Rangerstation Mittagspause, verzehren unser Lunchpaket und machen danach bis 14.45 Uhr eine kleine Wanderung an einem Fluss entlang. Auf der anderen Uferseite liegt eine kleine Ansiedlung, bei der die Frauen schon auf uns warten, um Souvenirs zu verkaufen, doch wir kehren rechtzeitig auf der Brücke um. Bei der Rangerstation machen oft Touristen Mittagspause und einige Gesellen wissen, dass da oft mal was zu ergattern ist.
Während die Grüne Meerkatze ausgesprochen frech ist, zeigte sich die Weißkehlmeerkatze eher zurückhaltend. Nachmittags ging die Fahrt weiter. An einem Wasserloch eine merkwürdige Szene: Ein totes Kongoni liegt am Ufer. Es ist unbeschädigt, also nicht von Löwen, die wir übrigens auch gesehen haben, gerissen worden. Auch die Büffel scheinen sich irgendwie dafür zu interessieren.
Nebenbei versuche ich auch immer einen Blick auf die Vegetation zu werfen und mir sind einige blühende Büsche aufgefallen, die ich schon in Tansania als große Bäume gesehen habe. Es sind Flkötenakazien.
Hier sieht man die Blüten und die Früchte an einem Strauch. Die Pflanzen leben in Symbiose mit Ameisen. Die ausgehöhlten Früchte geben einen Laut, wenn der Wind durchbläst. Die Ameisen verteidigen durch Bisse die Pflanzen gegen Fressfeinde. Und dann der Höhepunkt des Tages und auch einer der Höhepunkte des Leids dieser Safari. Ein Serval! (Meine Wunschsichtung!) Und was sagt mein Fotoapparat dazu? „Bitte wechseln Sie den Akku!“ Das darf doch nicht wahr sein! Der erste Serval meines Lebens, ein Wunschkandidat und dann nur ein paar Flecken im Gras auf dem Bild! Zum Heulen! 🙁 🙁
Entschuldigung, dass ich euch das Bild zumute, aber ich könnte mich immer noch ...... Und nebenan kugelt sich das Zebra vor Lachen!
Oder hat es nur ein Staubbad genommen?
Bei der Fahrt am Nachmittag haben wir die Ngong-Berge am Horizont. Karen Blixen: „Ich hatte eine Farm in Afrika …“ lässt grüßen! Um 17.15 Uhr sind wir wieder im Hotel und um 18.00 Uhr ist der Tisch erneut sehr schön für ein sehr gutes Abendessen gedeckt. Wegen eines Regenschauers bekommen wir sogar einen Feuerofen neben den Tisch gestellt. Ein einigermaßen versöhnlicher Abschluss für einen ereignisreichen Tag, von dem ich nur eine kleine Auswahl von Bildern präsentieren wollte. Viele Grüße: Burschi
Teil 321. Dez. 2022
Guten Morgen, heute verlassen wir Nairobi Eichtung Norden. . Es steht die Fahrt zum Naivasha See an. Um 7.00 Uhr nehmen wir das Frühstück ein, das wieder sehr schön dekoriert ist. Um 8.30 Uhr verlassen wir die Lodge. Wir verlassen Nairobi durch den Vorort Karen. Entlang der Straße sind viele Straßenhändler, aber auch große Einkaufszentren. Weiter außerhalb des Ortes stehen neben der Straße auch einige tolle Häuser, deren Besitzer sicher nicht zu den Armen gehören. 8.45 Uhr beginnt es leicht zu regnen. Wir biegen auf den East-African-Hughway ein, die Hauptstraße nach Uganda, die dementsprechend von vielen LKWs befahren wird, die bergauf nur im Schritttempo fahren können. Links der Straße sind Plantagen von Eukalyptus-Bäumen, die Bauholz und Holz für Möbel liefern. Überall entlang der Straße wird gebaut. Ein regelrechter Bauboom. Jeder will sich die günstige Lage am Highway sichern. Am High-way existiert praktisch keine Naturlandschaft mehr, alles ist bebaut. Neben der Autobahn ist eine Fahrspur für Fahrräder und Motorräder, die jetzt mit Regenschirm fahren.
Not macht erfinderisch! Die Motorräder - es sind so viele, dass ich fast annehme, dass ihre Zahl die der männlichen Einwohner Kenias übersteigt, faszinieren mich, vielmehr ihre Fahrer, was die sich alles für die Nutzung einfallen lassen. Aber die Aufrüstung mit einem Regenschirm scheint Standard für die Motorräder chinesischer Bauart zu sein. Nach einer Bergkuppe sind wir plötzlich im Nebel. Verkehrsszenen wie in einem Horrorfilm spielen sich ab. Jeder fährt wo und wie er will. Motorräder fahren am Rand entgegen der Fahrtrichtung. Landwirtschaftlich ist die Gegend eigentlich recht fruchtbar, sie ist etwas höher gelegen und erhält so etwas mehr Regen, sodass viele Feldfrüchte angebaut werden können. Wir fahren auf dem Rand des großen Grabenbruchs auf etwa 2300 Meter Höhe. 9.15 Uhr fahren wir den Grabenbruch hinunter. Am Straßenrand werden an kleinen Ständen Tierfelle angeboten und geröstete Maiskolben, welche die Anbieter sehr aufdringlich neben den Autos herlaufend verkaufen wollen.
Immer wieder bieten sich Aussichtspunkte für einen Blick in den Grabenbruch an. Man erkennt, dass auch dieser intensiv landwirtschaftlich genutzt wird.
Nach einem defekten und blockierenden LKW auf der Gegenfahrbahn bricht das totale Chaos aus. Zum Glück bleibt Josef ruhig und gelassen. Nun geht es nur noch im Schritttempo Richtung Mai Makuzu. In einer endlosen Schlange quälen wir uns Meter für Meter weiter, Raser neben der Fahrbahn hüllen alles in eine rötliche Staubwolke. Die Straße wird renoviert, sie wurde im Zweiten Weltkrieg von italienischen Gefangenen gebaut, die am anderen Ende im Tal auch eine Kirche errichtet haben. 9.40 Uhr haben wir endlich Mailathia erreicht und brauchen weitere zehn Minuten, um durch den Ort zu fahren.
Die Straßenhändler sind hier schon etwas flexibler . Statt der üblichen Holzstände verkaufen sie die Waren aus den Autos heraus. 10.10 Uhr sehen wir endlich den Naivasha See und die Landschaft wird wieder grüner. Massai hüten Schafe und Kühe an den Straßenrändern. Das übrige Land ist kaum mehr Kommu-nalland, sondern schon meist in Privatbesitz. 10.20 Uhr biegen wir auf die Straße entlang des Sees ab. Sie wurde komplett erneuert und lässt sich im Gegensatz zum letzten Mal hier gut befahren. Überall schießen Lodges und Resorts aus dem Boden und die Zahl der Blumentreibhäuser hat auch wieder zugenommen. Plötzlich ist Schwefelgeruch festzustellen, was auf noch immer vorhandenen Vulkanismus hinweist. Auch ein Geothermiekraftwerk macht sic diesen zunutze. 10.50 Uhr fahren wir in die Elsamere Lodge ein und an der Rezeption, die derzeit eine große Baustelle ist, begrüßt uns auch schon der erste Coloboaffe.
Die Colobo-Affen, die Vegetarier sind, werden hier jeden Mittag mit pflanzlichen Küchenabfällen gefüttert. Das hat zwei Vorteile: Die Touristen freuen sich über ihre Nähe und die Affen fallen dafür nicht in die Pflanzungen ein. Noch vor der Bootsfahrt werden Vögel beobachtet:
Der Graukappensänger hält sich meist im dichten Gebüsch auf.
Die Braunflügelmausvögel treten meist in kleinen Gruppen auf. 11.15 Uhr beginnen wir mit der Bootsfahrt entlang der Wasserhyazinthenteppiche am Seeufer. Während der Bootsfahrt stehen natürlich die Wasservögel im Fokus. Der Silberreiher ist fast der größte Reiher hier. er hat nebenan einen kleinen Begleiter!
Richtig, den Malachit-Kingfischer!
Graureiher und Rallenreiher sind friedlich nebeneinander.
In den Wasserhyazinthen machen sich die Rallenreiher besonders gut. So schön die Pflanzen sind, so sind sie doch eine Pest für den See, denn sie wuchern wie verrückt, sind schädlich für die Fische und tragen zur Verlandung bei.
Zwei Weißbrustkormorane Der Höhepunkt sind natürlich die Schreiseeadler, die sich einen Fisch aus dem Wasser holen.
Von einem Baum aus kommt er im Sturzflug,
fährt seine Fangwerkzeuge aus,
und schlägt erfolgreich zu. Eine Hippofamilie liegt am Ufer und macht es sich zwischen den Hyazinthen gemütlich.
Um 13.30 Uhr gibt es ein Mittagessen am Büfett. Der Fisch ist ausgesprochen lecker. Vor der Lodge werden Gelbrindenakazien gefällt und ein Arbeiter erklärt mir das Holzwachs-tum. Die äußere helle Schicht sind etwa zehn Jahre, nach innen dann wird das ältere Holz dunkler.
Jahresringe sind bei den tropischen Hölzern nicht zu sehen. Ähnlich wird es wohl auch bei den Ebenholzbäumen sein, die ja auch verschieden farbiges Holz haben. 14.35 Uhr brechen wir zum Nationalpark Hells Gate auf und um 15.00 Uhr sind wir am Parktor. Rechts der Straße steht eine hohe Felswand, die aus erstarrten Basaltsäulen besteht. Links des Weges grasen friedlich ca. 50 Büffel zusammen mit Zebras, einzelnen Grantgazellen, Kuhantiloppen und Warzenschweinen. Wir erreichen einen mächtigen, einzeln stehenden Vulkanschlot „Fishers Tower“, fahren aber weiter, weil davor schon zwei Busse stehen.
Nach zehn Minuten beginnt es heftig zu regnen und wir müssen das Autodach schließen. Es ist gerade zu dem Zeitpunkt, als wir an der Brutkolonie von Sperbergeiern in der Felswand vorbeifahren. Nebenbei bemerkt, ist eine Schluchtszene aus dem Film „König der Löwen“ dem Hells Gate nachempfunden. An einem zweiten Vulkanschlot, den „Central Tower“ kehren wir um, da der Regen zu heftig geworden ist.
Meine Frau und Elvira schlafen auf der Rückfahrt ein, weil nun nichts mehr zu sehen ist. Am Fishers Tower aber, wo immer noch zwei Busse mit uniformierten jungen Gläubigen stehen, machen wir, nachdem der Regen etwas nachgelassen hat, doch nochmals Halt. Aber die lauten Jugendlichen und die Kletterer in den Felsen haben die Vögel vertrieben, die Elvira sucht. Nicht vertreiben lässt sich eine Horde Paviane, die im Familienverband im Abfall wühlt und einer davon sogar den Bus besteigt.
Auch der kleinste Nachwuchs wird schon angelernt, im Müll nach Essbarem zu suchen. Diese Szenerie macht mir keinen Spaß und wir fahren zum Parktor zurück, wo sich doch noch ein paar Vögel sehen lassen, z.B. der Abessinienschmätzer (Sherlocks Schmätzer).
Wir verlassen den Park wieder und fahren nun an Rosen- und Bohnenplantagen vorbei. Es hat so kräftig geregnet, dass jetzt neben der Straße ein regelrechter Wildbach fließt, der Berge von Müll mit sich führt. Gegen 17.00 Uhr erreichen wir die Mwanza Lodge, die auf einem kleinen Hügel liegt mit Ausblick auf eine riesige Treibhausanlage für Rosen. Auch die Betten in unserem Zimmer sind wunderschön mit Rosenblättern dekoriert.
Das Zimmer ist groß und mit allem Wichtigen ausgestattet und hat sogar einen eigenen Balkon. Zum Abendessen müssen wir allerdings mit Schirm und Taschenlampe bewaffnet in einen anderen Trakt. Beim Essen wird der Tag aufgearbeitet. Liebe Grüße: Burschi
Teil 422. Dez. 2022
[]Am nächsten Morgen zwitschern alle möglichen Vögel, aber ich kann außer den Hadedahs kaum welche identifizieren. Ach wüsste ich doch mehr! Es ist kühl und total bewölkt. Ich blicke auf eine riesige Gewächshausanlage, direkt unter mir dichtes Gebüsch, am Horizont Berge und davor der Naivasha See. Motorradgeknatter stört die Vogelgesangsidylle.[/] 7.30 Uhr bin ich mit dem Packen fertig und eigentlich abmarschbereit. Ich habe zum Glück meine Ärmlinge gefunden, denn es ist ziemlich kühl. Ärmlinge? Radfarer kennen das. Sie sind auf jeder Reise dabeo. machenjedes kuzämelige Hamd schnell langämlig ud sind schön warm. Wenn es dann im Lauge des Tages wärmer wird, sind sie schnell ausgezogen. 8.30 Uhr fahren wir los und sind bald auf einer gut ausgebauten Asphaltstraße Richtung Norden. Auf beiden Seiten der Straße fällt eine große Anzahl von Kirchen jeglicher Couleur mit allen möglichen Phantasienamen auf.
Kirche und Kaufladen?
Heute ist Sonntag und der Zustrom zu den Predigern, die sich – laut Elvira – oft nur dadurch auszeichnen, dass sie eine Bibel richtig herum halten können und über ein großes Stimmorgan verfügen, ist groß, wobei alle Menschen auf der Straße sehr sauber und ordentlich gekleidet sind. Sie haben keine „Klamotten“ an, sondern Sonntagskleidung! Trotzdem sind auch alle möglichen Fahrzeuge unterwegs.
Unglaublich, was man alles transportieren kann. 😄 Man sieht, dass mindestens vierLute auf dem Motorrad Platz haben
Das ist die Motorrad-Lkw-Variante! Aber es geht auch so:
9.15 Uhr klettern wir am Rand des großen Grabenbruchs hoch und stellen später auf der Hochfläche fest, dass hier intensiver Ackerbau von Mais und Kartoffeln betrieben wird. Auch Viehzucht mit Schafen und Kühen ist zu beobachten und dabei fallen die schwarzweißen (hol-steinischen) Kühe besonders auf. ).15 Uhr durchfahren wir den „größeren“ Ort Musengaru. Selbst bei den kleinsten Orten sind beachtliche Bumps in die Straße eingelassen, die für den ortsunkundigen Fahrer oft kaum zu erkennen sind. Zum Glück kennt sich Josef aus! Ich hätte vermutlich längst das Auto zerlegt. Um 9.50 Uhr nehmen wir in Dunja Jeta eine Abzweigung auf eine Nebenstraße, die sich bald als Schlammlochpiste herausstellt. Sie besteht eigentlich nur aus Schlaglöchern, doch Josef meint, solange man im 2. Gang fahren kann, sind es keine Schlaglöcher.
10.30 Uhr haben wir nach einer ganz kurzen Teerstrecke den Eingang zum Aberdare Natio-nalpark, der umzäunt ist, erreicht. Uns ist eine kleine Pause zum Vertreten vergönnt. Die Toi-letten sind allerdings unbenutzbar. Dafür erfreuen uns ein schöner Malachitnektarvögel, ein Bergbussard und ein Jackson-Frankolin
12.00 Uhr fahren wir weiter und freuen uns über viele am Rand des Weges blühenden Blu-men. Man erinnert sich fast ein wenig an alpine Flora, wären da nicht rote Gladiolen und gro-ße Trocken-Strohblumen. Viele Bäume sind dicht mit Flechten überzogen.
12.10 Uhr leben wir einen Stopp am Chania River ein, wo wir unser Lunchpaket verzehren. Ein zutraulicher Mooslandschmätzer unterhält uns dabei.
Wir stoßen während der Fahrt durch den Wald auch auf einen Trupp Weißkehlmeerkatzen, einen Colobo-Affen, einen Buschbock, einen Trupp Fassa-Wasserböcke (Haben keine Klod-ckel am Hintern!) und einen Trupp Riesenwaldschweine, die allerdings ganz schnell wieder im Dickicht verschwinden.
Büsche mit gelben Kerzenblüten stehen zu Hauf am Wegesrand. Elvira erklärt, dass sie giftig und nicht gern gesehen sind. Ich kenne sie auch aus Teneriffa.
Drei Vögelchen darf ich nicht vergessen:
Bergspint
Gelbschnabelente
Brillenschnäpper Um 15.35 Uhr beginnt es zu regnen und fünf Minuten später erreichen wir die Lodge „The Arch“. Wieder wie beim letzten Mal im Regen! Wir erhalten Zimmer Nr. 22 mit schönem Blick auf das Wasserloch, den wir aber zunächst bei Regen nicht genießen können. Daher gehen wir erst einmal einen Kaffee trinken. Am Wasserloch tummeln sich trotz Regens einige Büffel mit etlichen Rotschnabelmadenhe-ckern, eine Hyäne, Wasserböcke und ein Paar Nilgänse mit Jungen. Aber alle fotountauglich!
Um 17.00 Uhr steht die Fütterung der Vögel an der Futterstelle auf dem Steg an. Noch immer tropft es von den Bäumen. Die Vögel kommen in Scharen, darunter ein Hartlaub Tu-rako.
Leider wird die Vogelparade von Handytouristen mit lautem Gequatsche, erheblich gestört. Sie denken, sie können die Vögel mit den Handys aus einem Meter Entfernung fotografieren. Genau das passende Verhalten für den Turako! Auch das kurz aufgetauchte Suni, die kleinste Antilope, und die Sumpfmangusten wurden vertrieben. Genau diese Truppe fällt dann mit Weinglas in der Hand am Wasserloch wieder durch lautes Gelächter und Gequatsche auf. Pauschaltouristen! Dabei gab es am Wasserloch noch einen Afrikanischen Löffler und eine Bekassine, zu sehen, die aber von diesen Typen überhaupt nicht entdeckt wurden. Ich verlasse den Balkon mit Blick auf das Wasserloch, denn diese Schreitouris sind unerträglich. Ich spüle meinen Frust mit einem Whisky-Cola runter und unterhalte ich mich mit dem Barkeeper. Ich suche mir immer gerne Gespächspartner „aus dem Volk“. So lernt man Land und Leute und Ansichten kennen. 19.30 Uhr gibt es Abendessen am Büfett, das ganz ordentlich ist. Danach können wir noch die Fütterung zweier Ginsterkatzen mit rohem Ei erleben.
Bis bald! Burschi
Teil 523. Dez. 2022
In der Nacht muss ich um 5.00 Uhr mal aufstehen und sehe bei einem Blick aus dem Fenster zufällig, wie sieben Hyänen sich an einen Wasserbock heranmachen. Dieser flieht letztlich in das tiefere Wasser des Wasserlochs, was den Hyänen scheinbar nicht so gelegen ist. Auf jeden Fall höre ich sie noch längere Zeit klagen und am nächsten Morgen steht der Wasserbock mit seinem Partner unbeschädigt da und grast. Am Wasserloch geht am Morgen ein Paar Kronenkraniche spazieren und immer wieder balzt das Männchen. Ob erfolgreich, vermag ich nicht zu sagen, denn um 8.25 Uhr verlassen wir die Lodge.
Noah hat die Arche ja auch wieder verlassen, als die Sonne schien. Bei der Ausfahrt begegnet uns noch eine Elefantenfamilie, die sich hier im Aberdare Natio-nalpark gut verstecken können. Immer wieder haben wir Spuren auf der Straße von ihnen ge-sehen.
8.45 Uhr verlassen wir den Park und erreichen kurz darauf wieder eine gut ausgebaute Teerstraße. Wir fahren am „Soleo“ – Unternehmen vorbei, einer ehemaligen Rinderfarm, heute Wildtierfarm, welche die größte Nashornpopulation Kenias enthält. In dieser Landschaft sind außer einigen größeren Büschen keinerlei andere Pflanzen mehr vorhanden. Kein einziger Grashalm steht mehr. Eine Folge der langen Dürre! Die Straße zieht sich über viele Kilometer schnurgerade dahin, links und rechts völlig abge-grastes Weideland. Selten sieht man eine kleine Herde Kühe oder Schafe von Kuhreihern begleitet. Und dann – immer noch in Soleo! – steht plötzlich eine größere Zebraherde da. Sie wurden vermutlich in der Dürre gefüttert. Um 9.20 Uhr sind wir in Naru Moru, dem Ausgangspunkt für Touren auf den Mount Kenia. der heute vollständig in Wolken ist. 9.30 Uhr fahren wir am Airport von Nanjuki vorbei und kurz darauf sind wir schon in den Vororten der Stadt, wo wir den Äquator überqueren. Es hat nicht einmal geholpert! Kein Bump an dieser Stelle! In der Stadt sind riesige Werbetafeln und durch den starken Verkehr geht es nur im Schritttempo weiter.
Die riesige Werbung für den Whiskey war mehrfach zu sehen,Ob das besonders sinnloll ist? Das Gebäude, das wie ein Silo aussieht, soll ein Hotel sein.
Andererseits muss Trinkwasser oft noch immer mit Tankwagen geliefert werden. Durch den Schrittverkehr kann ich gut die neben uns fahrenden Motorräder mit ihren Frachten – hier zwei lebende Schafe - beobachten.
Wohl eher weniger artgerecht! 9.50 Uhr kontrolliert die Polizei unseren Wagen. Der Polizist tippt die Versicherungsnummer in sein Handy ein und weiß binnen Sekunden, dass alles in Ordnung ist, und wir dürfen weiter fahren. Mehrfach liegen auf der Straße auch große Stachelbänder an den Polizeikontrollstellen, die jegliche Flucht verhindern sollen. Doch oftmals ist auch überhaupt kein Polizist zu sehen und die Stachelbänder bleiben unbeaufsichtigt auf der Straße liegen. Wer da hinein fährt, hat ausgesorgt. Um 10.20 Uhr sind links und rechts der Straße wieder riesige Treibhausanlagen für Rosen und Bohnen. Wir befinden uns hier auf einer Höhe von ca. 2000 Metern und das Klima und die Böden sind angenehm für die Landwirtschaft. Die Gegend ist auch relativ dicht entlang der Straße besiedelt. Den Treibhausanlagen folgen riesige Weizenfelder, die aber schon abgeern-tet sind. 10.35 Uhr halten wir an einer Cafe´ - Raststätte, die ich von der letzten Reise noch kenne und wo ich gerne halten wollte.
Es gibt hier nicht nur ausgezeichneten Kaffee und einen Schokoladenkuchen zum Reinlegen, sondern auch bestickte Gürtel, von denen ich mir einen kaufen wollte. Leider war das ge-wünschte Muster nicht in meiner Länge vorhanden, doch mir wurde versprochen, es bis zu unserer Rückkehr in ein paar Tagen zu besorgen. Um 11.00 Uhr setzen wir die Fahrt fort. Kurz danach wird bei einer langen Gefällstrecke mit riesigen Schildern mit Totenkopf vor Gefahr gewarnt. Elvira klärt mich auf, dass hier häufig LKW-Fahrer den Gang rausnehmen um Benzin zu sparen und dann den Truck einfach rollen lassen, was natürlich bei eventuellem Bremsen fatal ist.
11.40 Uhr sind wir in Isiolo. Elvira schärft mir ein, jetzt nur nicht zu fotografieren, denn das hätte bei der überwiegend muslimischen Bevölkerung sofort eine Anzeige bei der Polizei zur Folge. Umgehend sehe ich auch nicht nur Frauen mit Kopftuch, sondern auch mit Burka. Am Markt herrscht geschäftiges Treiben und am Stadtrand arbeitet eine Gruppe von Sträflingen auf einem Feld. Auf der Weiterfahrt wieder lange Landstriche, in denen die Landschaft völlig ausgetrocknet und kein Grashalm zu sehen ist. Zu erkennen ist oft der blanke Steinboden, völlig überwei-det und die Erosion reißt tiefe Gräben. Hier wird auch bei Regen so schnell nichts mehr wachsen. Größere Büsche, vor allem Akazien wurden herausgeschlagen und stehen nun in Säcken als Holzkohle am Straßenrand zum Verkauf. Intensiver kann man Landschaftszerstörung kaum betreiben. 12.20 Uhr fahren wir in das Samburu-Gebiet, überqueren einen Fluss auf einer Brücke und biegen bei Archers Post in das Samburu Reservat ab. Samburu ist kein Nationalpark, darf also offiziell auch von den Einheimischen genutzt werden! Die Folgen zeigen sich in den nächsten Tagen. Ab jetzt fahren wir auf ziemlich schlechter Gravelroad.
Und dann gleich eine positive Überraschung! Kurz nach dem Gate steht rechts des Weges das erste Grevy-Zebra.
13.25 Uhr kommen wir in der Lodge an und wir erhalten das Zimmer im Haus Nr. 5. Wieder sind die Betten wunderschön dekoriert.
Leider sind mit uns auch die Schreitouris von gestern angekommen, aber scheinbar haben sie meine bösen Blicke doch bemerkt und verhalten sich ruhig. Um 14.00 Uhr gibt es Mittagessen, dessen drei Gänge recht gut sind. Danach haben wir bis 16.00 Uhr Pause. Um 16.00 Uhr geht es dann los zum Nachmittagsgamedrive. Immer wieder fahren wir an toten Kühen vorbei. Das ist eben darauf zurückzuführen, dass die Massai hier in der Trockenzeit ihre Kühe weiden und so die Wildtiere verdrängen. Grund ist auch die schlimmste Dürre seit 40 Jahren. Seit 2019 hat es hier praktisch nicht mehr geregnet. 16.45 Uhr erleben wir eine schöne Szene mit einer kleinen Elefantengruppe, die auch ein Jungtier mit sich führt. Die Leitkuh nutzt einen Termitenhaufen, um sich mal den Bauch zu schrubben.
Der Kleine ist etwas erbost, weil der Termitenhaufen für ihn viel zu groß ist. Dann beginnt es zu regnen und wir fahren zurück. Dabei begegnen wir einer großen Kuhherde und einer Herde Dromedare, welche von den Hirten zum Samburufluss getrieben werden. Die Dromedare haben zusätzlich Wasserkanister umhängen. Nicht verwunderlich, dass wir dann keine weiteren Wildtiere mehr sehen.
18.00 Uhr sind wir in der Lodge, müssen uns aber erst einmal mit Taschenlampen orientieren, weil der Strom wegen des heftigen Regens ausgefallen ist. Zum Abendessen um 19.30 Uhr gibt es wieder drei Gänge, dabei zum Hauptgang einen „Red Snapper“, der ganz vorzüglich ist. An 20.15 Uhr sind wir im Zimmer, die Moskitonetze wurden vorgezogen, die schöne Dekoration ist zerstört. Dann gehen wir schlafen. Bis morgen! Burschi
Teil 627. Dez. 2022
6.45 Uhr startet am nächsten Morgen der Morninggamedrive Es ist der frühen Zeit geschuldet zunächst mal eine Vogelshau: Starweber
Weißkehlspint
Blassschnäpper
Fahlbrustlerche
Taitawürger
Blaunackenmausvogel
und huch, was ist dann das?????
Hah, 😄 ganz einfach, ein Gelbkehlfrankolin, der sich gesonnt hat.
und dann hätten wir da aucg noch den etwas kleineren Verwandten, den Schopffrankolin:
Noch eine kurze Erklärung, ich verwende hier absichtlich die deutschen Namen der Tiere (die sich gelegentlich auch mal ändern!), da nicht alle Leser Birder oder Ornithologen sind und sich nicht wissenschaftlioche oder englische Namen einprägen wollen, sondern sich so vielleicht den einen oder anderen Vogel leichter merken und dann bei ihrer nächsten Tour auch identifizieren können. Einen "Gelbkehlfrankolin" kann vielleicht auch der Laie später wieder identifizieren und so gewinnt er dann Interesse an diesen Tieren und nicht nur an den Vierbeinern. Daneben aber gibt es natürlich auch noch ein paar andere Tiere zu sehen. Giraffen stehen endlich mal am Wege und an einem Termitenhügel spitzt eine Schildechse aus einem Loch des Baus. Na, wo ist sie?
Da, links unten 🤩
Am meisten aber freut mich, dass wir noch zwei weitere Grevy-Zebras zu Gesicht bekommen.
Ohne größeren Erfolg fahren wir eine Weile am Fluss entlang. Ich mache Elvira auf die eigentümlichen Palmen aufmerksam und sie erklärt, dass es sich um "Doum-Parmen" handelt, die einzige Palmenart, die sich am Stamm verzweigt.
Später lassen sich noch ein paar Gerenuks und einige Grantgazellen sehen.
Die Dürre haben meist nur die stärksten Böcke überlebt. Auf jeden Fall ist die geringe Zahl der Tiere sehr bedauerlich. Hoppla, das war aus Versehen ein Gerenuk-Weibchen, hier der Bock:
An einer toten Ziege, die wir gestern bei Ankunft schon gesehen haben, sitzt ein Raubadler, der aber, als wir vorbeifahren, das Weite sucht. Uns fällt auf, dass der Ziege der Hals durchgeschnitten wurde.
Möglicherweise war sie zu schwach, um weiter mitzulaufen und der Hirte hat sie durch einen Kehlschnitt von weiterem Leiden erlösen wollen. Warum wurde die Ziege nicht verwertet? Gleich daneben sieht Josef aber zwischen Zweigen etwas, was sich bewegt. Keiner von uns hätte es entdeckt. Es ist eine kleine Schlange, eine Schnabelnasennatter. Eine seltene Beobachtung!
11.45 Uhr sind wir zurück in der Lodge und gehen gleich mal zur Abkühlung in den schönen sauberen Pool und nach dem Duschen geht es um 12.35 Uhr zum Mittagessen. Wir schlafen dann bis 14.45 Uhr im Zimmer und werden von einem neuen sehr schönen Handtuchschwan auf dem Bett überrascht.
Um 16.00 Uhr startet der Nachmittagsgamedrive. Wir fahren längere Zeit durch einen verlassenen Park. Um 17.20 Uhr setzt starker Regen ein und am Himmel zeigt sich ein schöner Regenbogen. Wir fahren zurück zur Lodge. Um 18.00 Uhr, die Sonne ist bereits untergegangen, entdeckt meine Frau einen Geparden direkt neben der Straße. Wir wären fast vorbeigefahren! Einen? Es ist ein Weibchen mit drei Jungen, die ausgelassen herumtollen. Es beginnt bereits dunkel zu werden und Fotos kann man kaum mehr machen. So ein Pech.
Es macht Spaß, den übermütigen Jungen zuzusehen. Doch wir müssen vor Dunkelheit in der Lodge sein. Unterwegs sehen wir noch ohne Anzuhalten eine kleine Elefantengruppe. Um 18.45 Uhr erreichen wir in der Dunkelheit die Lodge, gehen kurz aufs Zimmer und dann gleich zum Abendessen. Die zu späte Entdeckung der Geparden ärgert mich noch eine Weila. Trotzdem Gute Nacht!
Teil 728. Dez. 2022
Was verheißt der Morgenhimmel nach einer verregneten Nacht?
6.00 Uhr Frühstück, etwas chaotisch heute. Elvira rastet wieder mal aus, weil sie nicht zwei Tassen (Kaffee und Schoko) bekommen hat. Es ist auch für einen Afrikaner schwer zu verstehen, dass Frauen nicht nur "multitasking" sind, sondern dazu auch noch zwei Tassen mit verschiedenem Inhalt brauchen! 🤩 😄 Zum Glück haben wir netten Besuch, mit dem wir uns unterhalten.
Bei der Gelegenheit noch schnell ein Wort zu Elvira. Bei ihr ist alles straff organisiert. Man sollte bei der Mutter der Kompanie immer pünktlich beim Antreten sein. Wenn sie selbst mal zwei Minuten zu spät ist, ärgert sie das sehr, Wenn die Gäste zehn Minuten zu früh da sind, ist sie am nächsten Tag noch früher da. 😄 . Etwas ist unvorstellbar: Elvira ohne Foto! Ich glaube fast schon, er ist magnetisch mit der Hand verbunden. Selbst auf der Toilette ist die Kamera dabei, könnte ja mal ein seltener Skorpion lauern. (Kein Witz!) Vermutlich schläft sie auch mit dem Apparat im Arm. Obwohl ich viel fotografiere, bringt sie sicher das Dreifache an Bildern mit nach Hause. So fotografiert sie hier den Rottoko, unseren Tischgast, obwohl sie sicher schon 2329 Bilder davon hat. Aber sie könnte ja mal eine Unterart entdecken, den "Toko elvirensis".
Aber bei allem Spaß, sie ist eine ausgezeichnete Vogelkennerin, es gibt diesbezüglich wohl kaum einen besseren Guide. Nur bei zwei Arten (wohl von über 300) war sie sich unsicher und musste erst zu Hause noch mal nachsehen. Sie hat auch eine hervorragende Homepage, auf der man viele Tier- und Pflanzenarten nachsehen kann, die sie gerade überarbeitet. Sie hat auch ein großes und fundiertes Wissen über das Land und beantwortet fast immer geduldig meine bohrenden Fragen. Obwohl, Geduld und Pädagogik sind nicht gerade ihre Stärken, aber man kann ja auch nicht überall perfekt sein. Ich habe auch vergeblich versucht , ihr ein vernünftiges Deutsch (Fränggisch) beizubringen. Bin aber weitgehend gescheitert. 😄 Aber mit Ironie und Satire liegen wir voll auf einer Wellenlänge. Hier an dieser Stelle: DANKE für alles! jetzt aber weiter: 7.15 Uhr sind wir in einem Gebiet, wo es schon geregnet hat, das Gras bereits sprießt und die Büsche schön grün sind. Dort begegnet uns eine kleine Gerenuk-Herde, die von einem Bock angeführt wird.
Eine Brillentaube beobachtet uns von oben herab. 7.40 Uhr treffen wir die vier Geparde von gestern wieder. Heute sind im Gegensatz zu gestern die Bäuche prall gefüllt, heißt, sie haben in der Nacht Beute gemacht. Sie sind heute deshalb auch wesentlich träger und liegen faul herum. In ihrer Nähe stehen auch zwei schöne Giraffen und beobachten sie.
Die Gepardenmutter schleckt sich noch das Maul... und sieht dann doch ausgesprochen zufrieden drein!
Ist nur so meine Interpretation! 😄 Doch nicht nur Giraffen! Die Geparde haben sich in Windeseile herumgesprochen und in kür-zester Zeit bildet sich eine Wagenburg von 10 Autos um die armen Tiere. Wir verweilen fast eine Stunde hier und beobachten sie, während bei den anderen Autos ein ständiges Kommen und Fahren ist.
8.30 Uhr fahren auch wir weiter, da die Geparde einfach nur verdauen wollen. Wir begegnen einer Gruppe Oryx und etlichen Dikdiks.
Überhaupt sind die Dikdiks die häufigsten Antilopen hier. Sie hatten wohl die beste Überlebensstrategie. Dann gelangen wir an die Stelle, wo die Geparden einen Impalabock gerissen haben. Jetzt sind die Resteverwerter hier versammelt:
Weißrückengeier und Sperbergeier 10.45 Uhr sind wir heute schon in der Lodge. Endlich mal ausreichend Zeit für Pool und Chillen. 12.35 Uhr haben wir beim Mittagessen wieder viel Spaß mit dem Rotchnabeltoho, der mit am Tisch sitzt. Er hat sogar ordentliche Tischmanieren.. Dann bekommt Elvira schlimme Nachrichten von Zuhause. Ihre beiden Hunde haben gekämpft und sich verletzt, sodass einer zum Tierarzt muss. Sie ist extrem wütend auf das Fehlverhalten des Hausmädchens. Das beeinträchtigt auch ein wenig die Stimmung beim Nachmittagsgamedrive, der wie immer um 16.00 Uhr startet, nachdem wir ausruhen konnten. Es gibt wieder einige Vogelsichtungen:
Blauracke - ein europäischer Zugvogel
Raubadler Kappengeier
Ohrenfleckbartvogel
Von der Deekens Toko (Männchen, die Weibchen haben schwarze Schnäbel!)
und mit einer sehr hübschen Gloriosa auch mal eine Blume! Auch andere kleine Tierchen sollte man nicht unbeachtet lassen. Das Streifenlose Borstenhörnchen zeigt zum Beispiel, wie es seinen Schwanz als Sonnenschirm benutzt.
Ein "Fünfstreifenskink" - und bei dem anderen bin ich mir nicht sicher. (?)
Eine Grantgazelle kratzt sich nachdenklich am Ohr.
Wir kommen nochmals an der toten Ziege vorbei, die zurzeit von Raubadler, Sperber- und Weißrückengeiern verwertet wird. Sperbergeier sind größer und besitzen einen leicht gelblichen Schnabel.
Um 17.45 Uhr, als es wieder u regnen beginnt, sind wir rechtzeitig in der Lodge. Überraschung! Eine neue Handtuchfigur! Die schönste der Reise!
Für diese besonders schöne "Duschtuchskulptur" hat das Zimmermädchen natürlich ein besonderes Dankeschön erhalten. Es hat uns so gefreut, dass wir sie nicht zerlegt haben. Wäre zu schade gewesen, zumal ausreichend andere Tücher vorhanden waren. LG Burschi
Teil 829. Dez. 2022
Endlich mal ein Sonnenstrahl zum Tagesbeginn. Bisher gab es noch kein Sonnenaufgangsfoto!
6.00 Uhr ist Frühstück, immer das Gleiche, keine Abwechslung, Zwei Rottokos kraulen sich mit ihren Schnäbeln liebevoll am Kopf. Einfach putzig!
7.00 Uhr starten wir mit 15 Minuten Verspätung zum Gamedrive. Von der gro´ßen Vogelschar wieder nur eine keine Auswahl:
Lappenstare beim Baden in einer Pfütze
Afrikanischer Habichtsadler. Diese jagen immer als Paar.
Maskenflughuhn
Die Zwergspinte habe ich noch in der Lodge erwischt. Wir sehen darüber hinaus zweimal ein Grevy-Zebra, eines trabt direkt an uns vorbei. Eine größere Herde Oryx!
Die Regenfälle der letzten Tage haben schnell einen grünen Flaum über manche Gebiete gezaubert und man hört die Tiere regelrecht aufschnaufen. Auch die Sträucher werden grün und manche zeigen in kürzester Zeit eine Blütenpracht.
Josef hat über Handy eine Mitteilung bekommen, dass die Geparden weder jagen. Aber wir jagen sie vergeblich und bekommen sie nicht mehr zu Gesicht. 10.30 Uhr sind wir zurück in der Lodge. 12.30 Uhr Mittagessen. Zweimal am Tag drei Gänge und kaum Bewegung, das macht einen fertig! Ich schlafe bis 15.00 Uhr und unternehme dann im Camp einen Spaziergang, wobei ich der Pantherschildkröte begegne.
16.00 Uhr Nachmittagsgamedrive. Denkste! Nach 15 Minuten ohne Sichtung bricht ein Wolkenbruch über uns herein und schnell muss das Autodach geschlossen werden.. Wir kehren um und sind 16.30 Uhr wieder im Camp. Wir gehen an die Bar und trinken mal ein Glas Weißwein. In der Ferne hört man immer wieder mal einen Löwen brüllen. 19.00 – 21.00 Uhr Abendessen , an dessen Ende wir mit Tanz und Gesang verabschiedet werden. Es sind drei Samburu-Krieger-Darsteller dabei, die mit ihrem Gesang und den Luft-sprüngen etwas bedrohlich aber auch seltsam kostümiert wirken. Elvira bekommt eine Sahnetorte, damit sie bei neuen Touren wieder kommt. Den „Sahneberg“ verteilen wir unter den anderen Gästen im im Restaurant.
Damit endet Samburu.
Teil 930. Dez. 2022
Meine Frau kränkelt physisch und psychisch. Die Aussage von Elvira, in Amboseli sei die Lodge eine „Schlangenlodge“, macht ihr wohl zu schaffen. Die Aussage Elviras war aber nicht nur unpädagogisch, sondern auch unzutreffend, weil wir dort keine einzige Schlange entdeckten! 6.00 Uhr Frühstück und danach Checkout und Bezahlung der Getränke. Um 7.15 Uhr verlassen wir die Lodge auf schnellstem Weg. Josef fährt mit einem Affenzahn, auf der extremen Wellblechpiste droht das Auto in alle Teile zu zerfliegen. Nur zweimal halten wir kurz:
eine Blauracke
ein Turmfalke Um 9.05 haben wir das Parktor erreicht und nach der Formalitätenerledigung, Toilettengang und Elviras Notfallzigarette geht es nach zehn Minuten weiter. Wir durchfahren Archers Post, wo auf beiden Seiten der Straße traditionelle Samburu-Hütten ( länglicher verputzter Holzbau mit rundlichem Dach aus Planen und Plastikfolien).. 9.20 Uhr sind wir auf der Teerstraße und gleich ist die erste Polizeikontrolle mit Stachelband auf der Straße, Am Straßenrand befindet sich auch dieses Phallusdenkmal:
Falsch! 😄 😄 Es sind Holzkohlesäcke! Ein Denkmal zur Naturzerstörung! Heute ist reiner Fahrttag und zur nächsten größeren Stadt, Nanjuki, sind es erst mal 113 km. 8.40 Uhr fahren wir durch ein Dorf namens „Tractor“. 8.55 Uhr sind wir wieder in Isiolo. Auf den Straßen laufen viele verschleierte Frauen, Mir fallen zwei große Moscheebauten auf, eine davon ein ausgesprochener Prachtbau mit vergoldeten Kuppeln, aber am Ortsende ist auch gerade das Konkurrenzunternehmen mit dem Bau einer riesigen Kirche beschäftigt. Beim letzten Mal haben wir hier in einem Hotel eine Pause gemacht. Ich erkenne es wieder, das „Grand Hotel“ Ein Gebäude mit Innenräumen wie in den Hinterhöfen eines Rotlichtviertels. Auf der Straße wuselt es wieder von Menschen und Motorrädern. Nach Isiolo kommen wir nach Malilisabu, wo man auf einer langen Steigung direkt auf den Mt. Kenia zufährt. Wir sehen ihn aus den Wolken spitzen. Einmal begegnen wir einem Ochsengespann, was relativ selten ist. 9.30 Uhr zweigen wir von der Straße ab und haben noch 38 km bis Nanjuki. Kurz darauf passieren wir den Elefantentunnel. Der unter der Straße durchführt. Ein Restaurant mit großen Tierwerbefiguren hat sich diesen Ort zunutze gemacht. Danach kommt wieder der lange Anstieg, der umgekehrt als gefährliche Gefällestrecke ausgewiesen ist. An frisch sprießendem Grün neben der Straße sieht man, dass es in der letzten Zeit geregnet haben muss. An meinem Lieblingscafe´ beim Vitutoo Farmshop machen wir wieder Pause.
Leider bekomme ich den gewünschten Gürtel nicht, aber ich finde schönen Ersatz. Und dann gibt es natürlich Cappuccino und Schokoladenkuchen. 🙂 🙂 Um 10.20 Uhr ist Weiterfahrt. Mal ein Wort zu den vielen grünen Häusern:
„Safari.com“ ist das größte Telekommunikationsunternehmen in Kenia und bietet auch das Bezahlsystem „Mpesa“ an, das in ganz Kenia verbreitet ist. Auf eine Identifikationsnummer kann Geld einbezahlt werden und dann sind vom Handy aus überall Transfers von Geld mög-lich. Das Bezahlsystem läuft außerhalb der Banken und ist in fast jedem kleinen Ort mit einer „Filiale“, die oftmals nur eine Bretterbude ist, vertreten. Die große Verbreitung dieses Unternehmens sieht man auch an den gesponserten Hausanstrichen. In jedem Ort sind grüne Häuser. Die Farbe Rot gehört der Konkurrenz „Airtel“. Beide werben mit einem guten „4G“-Netz. 11.00 Uhr erreichen wir die Vororte von Nanjuki und 15 Minuten später stehen wir am Äquator, wo wir dieses Mal das übliche Touristenfoto machen.
12.10 Uhr fahren wir an Njeri vorbei, wo am Straßenrand Kasava-Wurzeln zu Hauf angeboten werden, die man hier in der Gegend anbaut. Es folgt eine schlimme in Bau befindliche Neu-baustrecke, deren Zustand sich durch den inzwischen eingesetzten Regen noch verschlimmert. Die Straße wird auf vier Fahrspuren ausgebaut und ist unter den gegebenen Umständen nicht gerade ungefährlich. Unterwegs war aber auch eine sehr schöne Ortsdurchfaht. Hier hat man zum Glück die schönen Schilmakazien nicht abgeholzt.
13.30. Uhr Difigoti, dem Heimatort von Josef mit einem großen afrikanischen „Einkaufs-markt“. Leider können wir unter der strengen Aufsicht von Elvira einen solchen nicht besichtigen. Danach sind immer wieder viele Stände, die regionales Obst und Gemüse anbieten, und auch interessante „Shops“ entlang der Straße.
Eine Modeboutique!
Mein Lieblingsauto, Das Tuctuc! 😄 13.20 Uhr legen wir eine Mittagspause im „Nokra Riverside Hotel“, einem riesigen Hotelkomplex mit großer Gartenanlage und zentralem Swimmingpool. Wir bekommen ein hervorragendes traditionelles Menü in riesigen Portionen serviert. Leider ist es auf der Terrasse kalt geworden, denn ein heftiger Regenschauer bringt Abkühlung. Die „Ärmlinge“ kommen wieder zum Einsatz. Die anderen beneiden mich!
15.10 Uhr fahren wir auf einer Nebenstraße weiter Richtung Nairobi. Diese war früher die Hauptverbindung. Im Tal wird Reis angebaut, der an der Straße sackwei-se zu kaufen ist.
Die weißen Pakete sind Reis! Entlang der Straße sind auch viele Fruchtverkäufer, die an Bumps, wo die Autos fast zum Stehen kommen, auf die Straße laufen und den Autos ihre Ware (Bananen, Avocados, Jackfrucht) aufdrängen wollen. 16.00 Uhr sind wir auf dem Highway nach Nairobi. Der sogenannte „Thika-Highway“ wurde von den Chinesen gebaut. Entlang der gesamten Strecke ist intensive Bautätigkeit zu verzeichnen. Auch hier mischen die Chinesen kräftig mit. Dazwischen sind mal große Ananas-Plantagen von Del Monte zu sehen. Der Highway ist jetzt dreispurig. Aberwitzige Verkehrsszenen spielen sich ab. 16.20 Uhr sind wir in Juja, dem Wohnort von Elvira. Hier stehen wir länger im Stau, weil Massai ihre Rinder über den Highway treiben. 🤩 😈 Elvira kann unterdessen eine Angelegenheit mit ihrem Gärtner regeln, der uns mit dem Fahrrad entgegen gekommen ist. 17.20 Uhr stehen wir endgültig im Stau. Nichts geht mehr. Immer wieder kommen Frauen mit Kindern auf dem Arm, um bei den Autos zu betteln. Wir quälen uns durch den CBD von Nairobi. Schritttempo ist übertrieben, da wir zu Fuß wesentlich schneller wären. Ampelanlagen sind völlig sinnlos. Man kommt weder bei Grün noch bei Rot weiter. Ellbogenmentalität ist gefragt, sonst würden wir wohl heute noch dort stehen. Josef macht das mit stoischer Ruhe.
18.15 Uhr Sonnenuntergang! Ein Traum in Afrika!
18.30 Uhr haben wir endlich unser Hotel Rudi erreicht, in dem wir am ersten Tag schon mal waren und erhalten wieder Zimmer Nr. 5, das erneut hübsch dekoriert ist. Zum Abendessen um 19.00 Uhr gibt es einen ganz hervorragenden Victoriasee-Barsch.
21.00 Uhr sind wir erschöpft im Bett und schicken WA nach Hause und ich schreibe Tage-buch. Gute Nach!
Teil 1031. Dez. 2022
Um 7.50 Uhr, Abfahrt vom Hotel und wir kommen auf der Autobahn flott vorwärts. Sie führt stadtauswärts nach Südosten und wir passieren kurz darauf einen großen Hindu-Tempel. Die Autobahn verläuft zum Teil direkt am Nairobi-Nationalpark entlang. Über viele Kilometer geht es stadtauswärts durch den Industriepark, mit neuen, modernen Hochhäusern, Bürogebäuden und Einkaufszentren. 8.30 Uhr sind wir in Athe-River und haben gar nicht gemerkt, dass wir in einer anderen Stadt sind. Bis vor wenigen Jahren lag Athe weit außerhalb von Nairobi, jetzt ist es damit zusammengewachsen. Die gesamte Strecke ist beidseitig der Autobahn komplett bebaut. In Athe dominieren einige riesige Zementfabriken. (China lässt grüßen!)
8.35 Uhr ist der vierspurige Ausbau zu Ende und es geht auf einer normalen Straße weiter. 8.49 Uhr legen wir einen Tankstopp ein. In einer schier endlosen Schlange von LKWs kommen wir nur extrem langsam voran, zumal auch der Gegenverkehr sehr stark ist. Hat man einen LKW überholt, ist man sofort wieder hinter dem nächsten. Falls man überholen kann und nicht bei einer Lücke sofort von hinten ein schnelleres Auto angeschossen kommt! An fast jedem Bumb sind dann Verkäufer auf der Straße, die den Autofahrern ihre Waren anbieten.
Auch in den Orten entlang der Straße sind die Verkaufsstände geöffnet.
Und wieder interessante Fahrzeugbeladungen. Die deutschen Polizisten hätten eine wahre Freude! 🤩 😄
10.25 Uhr: von den 250 km nach Amboseli haben wir in 2 ½ Stunden die Hälfte geschafft. 10.30 Uhr werden wir mal wieder von der Polizei kontrolliert. Die letzten zehn LKW, die wir mit Mühe überholt haben, sind jetzt weder vor uns. 11.06 Uhr biegen wir von der Hauptstraße nach rechts Richtung Amboseli ab. Noch 104 km! Der Verkehr ist nun weniger dicht und wir kommen gut voran. Schon wieder eine chinesische Zementfabrik! 12.50 Uhr am Parkeingang, doch wir biegen nach links zur „Sentrim Amboseli Lodge“ ab. Die letzten drei Kilometer sind eine derart schlechte Pad, die alles bisher Dagewesene in den Schatten stellt. Zwei verschiedene Lodgen können sich nicht einigen über den Unterhalt dieses Weges. Nun muss auch Josef öfter in den 1, Gang, da die Schlaglöcher gigantisch sind. 13.00 Uhr sind wir in der Lodge und bekommen das Zelthaus Nr. 14, das ein ganzes Stück entfernt vom Restaurant ist. Die Lodge hat eine großzügige Park-Anlage mit einzelnen Zelthäuschen, verfügt über einen schönen, sauberen Pool, von dem aus man auf den Kilimanjaro blicken kann. Dafür gibt es aber noch extra eine Aussichtsterrasse, die besonders am Morgen und Abend ein schönes Panorama auf den höchsten Berg Afrikas bietet – wenn er nicht gera-de in Wolken ist, was leider oft der Fall ist. Lodgeeingang: Zelthäuschen Inneneinrichtung
Pool
Speiseraum
Und im Park wunderschöne Blüten! Von welchem Baum?
Richtig, vom Leberwurstbaum! 😄 16.00 Uhr Gamedrive Vögel noch vor dem Park: Blauwangenspint
Dann nach Einfahrt bereits kurz danach direkt neben der Straße ein mächtiger Elefantenbulle mit großen Stoßzähnen, ein echter „Tusker“(„Craig“ sein Name) Er posiert richtig für Fotos!
Daneben begegnen uns noch Grantgazellen, Zebras, einer kleine Elefantenherde von zehn Stück, Warzenschweine, Impalas, Thomson-Gazellen, Giraffen Für den ersten halben Tag im Amboseli nicht schlecht. Überall stehen große Pfützen, aus de-nen man schließen kann, dass es gut geregnet hat. 18.15 Uhr sind wir wieder am Tor und 15 Minuten später in der Lodge.
Teil 1101. Jan. 2023
Die Lodge ist gestern ziemlich voll geworden. Mehrere Kleinbusse mit Franzosen sind angekommen, aber sie verhalten sich ruhig. Im Gegensatz zu einer kleinen Gruppe Deutschsprechender. 🙁 5.00 Uhr stehe ich bei einem schönen Vogelkonzert auf. Beim Frühstück um 6.00 Uhr gibt es eine gute Auswahl. Noch vor der Abfahrt spurte ich noch schnell zu Aussichtsplattform und mache die ersten Fotos vom Kilimanjaro.
Wir sind alle gespannt, was der Tag bringt. 6.45 Uhr Abfahrt von der Lodge. Jetzt fließt neben dem Weg ein kräftiger Bach, als Folge des Regens in der Nacht, der vom Kili herabläuft. Dieser hat eine Schneehaube bekommen. 7.07 Uhr sind wir am Parktor. Die ersten Tiere sind Gnus. Dann entdeckt Josef einen braunen Fleck am Horizont: Ein schlafender Löwe! Selbst mit Fernglas nur mit Mühe zu erkennen! Wir fahren heute in die Gegend um den Amboselisee. Doch der erste Anblick ist hier schockierend!
Auch große Leichen gibt es. An einem toten Elefanten machen sich Marabuts zu schaffen.
Es sind 2 Monate nach Casimodos Tour (siehe Parallelbericht) und in dieser Zeit hat es keinen Tropfen geregnet. Man kann sich vorstellen, dass das Sterben sich noch einmal beschleunigt hat. Die Geier kommen mit dem Resteverwerten überhaupt nicht nach. Die Löwen und Hyänen brauchen kein Aas zu fressen, weil es viele erschöpfte Tiere gibt, die kaum mehr fliehen können. Soviel Tierleid habe ich noch nie in der Natur gesehen. Das hatte ich mir so nicht erhofft. Die vielen Vögel, darunter viele Limikolen aus Europa und Asien, lenken mich ein wenig ab. Ich freue mich darüber sehr, aber die Freude ist getrübt. Ich will mal eine Liste von zwei Stunden Vogelbeobachtung an diesem Vormittag einfach wiedergeben: : Kronenkraniche, Säbelschnäbler, Rosaflamingo, Teichläufer, Kuhreiher, Silberreiher, Nilgänse mit Jungen, Sattelstorch, Kamüfadler, Strauß, Pünktchenente, Zwergstrandläufer, Brutkolonie von Kaveta-Goldwebern (= Genickbandweber), Brauner Sichler, Rallenreiher, Afr. Löffler, Langzehenkiebitz, Goldschnepfen, Bruchwasserläufer, Kammblässhuhn, Kampfläufer, Edelreiher, Weißrückenente, Flussseeschwalbe, Marabut, Triel, Dreibandregenpfeifer, Witwenente, Sporengans, Schafstelze, Weißrücken Pfeifgans, Weidelandpieper, Bekassine, Bindennektarvogel, Rotbrustnektarvogel, Tropfenrötel Und hier ein paar Bilder_ Kampfadler ein höflicher Massai-Strauß
Nilgänse mit Jungenschar
Pünktchenenten
Kampfläufer
Kaveta-Goldweber
Goldschnepfen Bruchwasserläufer
Jacana = Blaustirn-Blatthühnchen = Jesus Bird
Afrikanischer Löffler (mit Schöpflöffel 😄 ) Zwergstrandläufer mit Kampfläufern
Brauner Sichler und nochmals eine Pünktchenente, weil sie gar so nett schaut
Rosaflamingo - Keine Angst, er hat den Knoten im Hals wieder aufbekommen! Triel
Dreibandregenpfeifer
Witwenente
Graufischer Schafstelze Weidelandpieper
Bekassine
Und dann war da noch dieser unbekannte Greif, der sich als junger Schreiseeadler herausstellt. Dass die Greife sich in den ersten Jahren auch immer umziehen müsen!
So, das war ein kleiner Ausschnitt aus der Vogelwelt - die nicht-Vogelliebhaber mögen dies entschuldigen - aber es ist andererseits nur ein kleiner Aspekt aus der tollen Vogelwelt am Amboselisee. Dazwischen wird man immer wieder auf den Boden des Leids zurückgeholt:
es haben aber auch Tiere trotz allem überlebt.
Den Weißbartgnus hier sieht man aber schon das Leiden an. Anders als dieses Zebra einer keinen Herde, die es scheinbar gut geschafft haben.
Auch ihnen ist es richtig gut gegangen:
Und auch der Nachwuchs gedeiht prächtig!
Eine besonders schöne Szene ist eine kleine Elefantenherde, die im Gansemarsch im Wasser läuft mit Flamingos davor.
Weniger erfreulich sind zwei ältere Lodgen, die aufgegeben wurden, darunter die Amboseli-Lodge, die nun als Ruinen zum Teil im Wasser stehen. Dort begegnen wir auch einigen Meerkatzen, die einige nur wenige Tage alte Jungtiere an der Brust mit herumtragen.
Auch wenn sie sonst nicht meine Freunde sind, so sind sie doch putzig. Eine weitere Elefantengruppe steht bis zum Bauch im Sumpf und labt sich an den weichen Sumpfpflanzen.
Bei der Rückfahrt sehen wir, dass sich eine große Schar Kammblässhühner zusammengerottet hat und wie paralysiert in eine Richtung schaut. Ein riesiger Python! Auch wieder “leider“ hat er den Kopf schon im Wasser und verschwindet ganz schnell komplett und erscheint nicht wieder.
Pünktlich zum Nachmittagsgamedrive um 16.00 Uhr beginnt es wieder zu regnen, lässt zum Glück aber bald nach. Die erste große Tieransammlung sind Rinderherden der Massai. Die hier eigentlich im Nationalpark nichts verloren hätten. Aber wen kümmert`s , solange noch Touristen kommen. Josef findet wieder die Löwen von Vormittag am Horizont, doch jetzt ist nicht nur das Männ-chen da, sondern auch zwei Weibchen und fünf Junge. Schöne Fernglasbeobachtung! Eine Gnuherde zieht unbehelligt an ihnen vorüber. Keine Showeinlage! Nicht weit danach quert eine kleine Elefantengruppe die Straße und löst damit einen „Roadblock“ aus, denn die Tourifahrzeuge stehen in breiter Front.
Die Elefanten ertragen den Auflauf mit stoischer Ruhe. Auf dem Rückweg zur Lodge zeigt sich am Himmel wieder Wolkenschauspiel mit Regen.
Auf der Holperpiste zur Lodge kreuzt eine Giraffe den Weg.
Als wir in der Lodge zurück sind, bricht wieder ein Wolkenbruch los, der länger anhält. Auf dem Weg zum Abendessen kommt die Regenjacke zum Einsatz, weil der Regenschirm im Häuschen defekt ist.
Teil 1202. Jan. 2023
Gleich nach dem Frühstück ein Sprint zu der Aussichtsplattform , um Sonnenaufgang und Blick auf den Kilimanjaro zu erhaschen.
Die Schneehaube des Kili ist noch etwas kräftiger geworden, aber der dortige Gletschrschwund wird dadurch wahrscheinlich nicht gestoppt. ]6.50 Uhr Abfahrt von der Lodge. Gleich nach dem Parktor eine kleine Herde Zebras mit Gelbschnabelmadenhacken, normalerweise domineren hier ihre rotschnäbeligen Verwandten.
Wir passieren wieder die Löwengruppe in der Ferne, die noch fast immer am gleichen Ort liegt. Dazwischen zieht eine Herde Elefanten vorbei. Zu viele Autos als dass ich Spaß daran habe. Dafür treffen wir um 8.15 Uhr allein auf eine Elefantengruppe, die gerade ein Staubbad nimmt.
Auf der gegenüber liegenden Seite stehen zwei Elefanten im Sumpf und baden. Um 8.50 Uhr liegen fünf Hyänen am Ufer das Amboselisees und dösen. Eine davon liegt di-rekt im Straßengraben
Dann fahren wir erneut wie gestern eine Weile auf den Wegen in und um den See herum und konzentrieren uns auf die Vogelbeobachtungen. Fischers Lerche
Sekretär
Rosapelikan und Seidenreiher
Die Schreiseeadler müssen hier in Ermangelung von hohen Bäumen auf dem Boden sitzen.
Dieser Kampfläufer hat eine außergewöhnliche Färbung. Keiner seiner Artgenossen hatte ein so prächtig weißes Gefieder.
Und dann natürlich Massen von Flamingos! Bwi genauerem Hinsehen kann man 2 Arten unterscheiden: Rospflamingo und Zwergflamingo
Beide unterscheiden sich vor allem an den Schnäbeln, da sie unterschiedliche Nahrungsquellen im Flachwasser erschließen und sich so auch nicht in die Quere kommen. Flussuferläufer
Hier muss ich passen, denn die Seeschwalben im Ruhekleid im Flug zu uterscheiden, das ist eine Wissenschaft für sich. Morgen noch ein paar Bilder dazu.
Auf die Weißrücken-Pfeifgans (oder auch Weißrückenente) war Elvira besonders scharf, denn sie ist sehr selten.
Kleine Streifenschwalbe
Sperbergeier
Raubadler
Erneut fahren wir an dem "Lost Place" der ehemaligen Amboseli Lodge vorbei. Schritt für Schritt erobert sich die Natur die ehemals schöne Lodge zurück. Eine Wiedereröffnung ist wohl ausgeschlossen.
11.00 Uhr sind wir am Tor zurück und kaufen zwei bestickte Gürtel für meine Frau und mich. von den Massai-Frauen. Die Qualität sit zwar nicht so toll wie in dem Cafe´ , aber es ist ein brauchbares schönes Mitbringsel. Unmittelbar vor der Lodge sammeln sich unsere Rauchschwalben auf einem Draht. Der Nachmittagsgamedive fällt mehr oder weniger ins Wasser. Es zieht auch wieder eine große Gewitterwolke herauf und es gibt einen schönen Regenbo-gen.
Diese Wolke erscheint so bedrohlich, dass Elvira umkehren lässt und wir fahren zur Lodge zurück.
Wir sehen vier Giraffen vor dem Kili, dessen Mawenzi-Gipfel gut zu sehen ist, aber kein brauchbares Fotolicht! es reicht gerade noch für eine Landschaftsaufnahme.
18.10 Uhr sind wir in der Lodge, ich hetze zur Aussichtsplattform, doch zu spät, die Sonne ist schon untergegangen
Teil 1303. Jan. 2023
Heute sind wir den letzten Tag in Amboseli. Den Aufenthalt hier habe ich mir etwas anders vorgestellt. Von dem Tiersterben entsetzt, von der Vogelwelt überrascht. 6.00 Uhr Frühstück und 6.30 Uhr sprinte ich zum Kili-Aussichtspunkt, um Fotos zu machen. Die Atmosphäre ist schön und die Büffelweber – Kolonie auf der Aussichtsterrasse ist schon aktiv.
Sonnenaufgang endlich mal schön erwischt! Und der Kili zeigt sich auch schön!
Auch die Büffelweber scheinen begeistert und balzen. Bei der Ausfahrt begegnet uns ein Trupp Streifenmangusten.
6.50 Uhr fahren wir los und halten unterwegs noch einmal, da der Kili heute besonders schön zu sehen ist.
Am frühen Morgen wieder unglaubliche Szenen mit Elefanten. Besser gesagt mit den Autos, die auf diese Gruppe Jagd macht. Es spielt sich unglaubliches Gerangel ab.
Das Objekt der Begierde ist die Matriarchin mit herrlich schönen Stoßzähnen.
Mich wundert, dass die Eles nicht durchdrehen. Angewidert sage ich zu Josef, dass er weiter fahren soll. Kurz vorher haben wir eine Löwin gesehen, die von den anderen Fahrzeugen völlig unbemerkt spazieren gegangen ist, sich aber schnell in den Büschen versteckt hat.
8.30 Uhr machen wir nochmals Halt bei der Lodge-Ruine und beobachten die Balz der Goldweber. Etliche Fahrzeuge fahren uninteressiert daran vorbei,
Mit lautem Gezwitscher bieten die Männchen ihr Nest an. Aber natürlich stehen auch noch andere interessante Vögel auf unserer Sichtungsliste. Einige Rötelschwalben
ein Nubienspecht
ein Goliathreiher
ein Steppenadler
und zu meiner großen Freude das Männchen einer Wiesenweihe. Für mich Erstsichtung!
An einem toten Zebras frisst eine große Zahl von Reihern und Sichlern. Diese ernähren sich wohl eher von den Fliegenlarven, die inzwischen aus dem toten Tier kriechen.
Und dann , wie gestern schon angekündigt, ein Schwarm Seeschwalben, von denen keine uns den Gefallen tat, sich hinzusetzen. Also Versuche mit Flugbildern! Seeschwalben im Ruhekleid! Eine Sache für Spezialisten! ich tippe auf Weißbartseeschwalbe.
Eine besonders schöne Szene ist mit zwei Büffeln im Wasser, die mit „ihren“ Reihern zu kommunizieren scheinen.
Wir bleiben bei einer Gruppe von Hippos stehen, die sich wohl noch nach dem Fressen in der Nacht ausruhen.
Wenn der Kopf zu schwer wird, legt man ihn einfach beim Nachbarn auf. 😄 Wenig später begegnen wir erneut einer Elefantengruppe.
Keine Angst, er hat den Knoten im Rüssel wieder aufgekriegt! 😄 In ihrer Nähe ein ganz kleines Tier, das sich einen Dungballen geschnappt hat und eiligst abtransportiert.
12.40 Uhr sind wir wieder an der Lodge, Der Mittagsschlaf ist nur kurz. Ich gehe noch ein wenig Vögel im Garten fotografieren: Bindennektarvogel
Braunflügelmausvögel
Ein Dreifarbenglanzstar! Nein!!! 🤩 Ein Hildebrandt-Glanzstar! (Rote Augen!)
15.50 Uhr Nachmittagsgamedrive. Wir fahren lange Zeit vergeblich herum, keine Sichtung außer einzelnen Huftieren. Der „Höhepunkt“ ist ein totes Gnu, aus dem eine Schar Sichler und Reiher Maden und Fliegen herauspicken,
Zum Schluss verabschieden uns noch die Majestäten des Amboseli: Kronenkraniche.
Das sind die letzten Aufnahmen aus dem Amboseli.
Teil 1404. Jan. 2023
Heute ist Abschied von Amboseli und ich weiß, ich werde nicht wieder hierher kommen. 6.00 Uhr Frühstück; ich verabschiede mich mit einem Gespräch einer französischen Rumänin (In Kenia trifft sich die Welt! 😄 ). 7.10 Uhr Abfahrt von der Lodge; 7.45 Uhr erreichen wir wieder die Hauptstraße. Nun beginnt eine Odyssee´ in einem recht schmutzigen Dorf, wo Josef tanken und Elvira Wasser einkaufen will. Bei der Tankstelle in Kemana werden massenhaft Motorräder aufgetankt. Auf einer brennenden Plastik-Müllhalde suchen Kühe und Hunde nach Fressbarem.
Während der Wartezeit habe ich die Möglichkeit ein paar andere Szenen zu fotografieren.
Wenn die Kanister voll sind, Welches Gewicht muss der Mann wohl dann ziehen!? 🤩
Dann schon lieber mit einem der tollen Motorräder.
Die Motorrad-LKWs kann man auch toll beladen! 🤩
Oder man belädt die LKWs so hoch es eben geht. Es ist kein Wasser aufzutreiben und wir fahren wieder ein Stück zurück. 8.30 Uhr geht es endlich weiter, nachdem eine Tankstelle gefunden wurde, wo es auch Saft und Nüssli gibt. 8.30 Uhr Weiterfahrt! Die Straße würde direkt nach Tansania führen. 8.45 Uhr zweigen wir auf eine Gravelroad ab, die direkt nach Tsavo West führt. Die Road ist teilweise übles Wellblech. Die Landschaft ist völlig überweidet und von tiefen Erosionsrinnen durchzogen. Kein Grashalm steht mehr. 9.50 Uhr haben wir das Tor zum Tsavo West Nationalpark erreicht. Ich entdecke einen Spatz und Elvira klärt mich auf, dass es sich um einen Indischen Haussperling handelt. Diese breiten sich von der Küste weiter ins Landesinnere aus. Gleich nach dem Parktor gibt es Büffel, Impalas, Zebras und Giraffen zu sehen. Das verspricht mehr als später dann gehalten wird.
Die Landschaft ist stark vulkanisch geprägt, viele Hügel sind Vulkane. Unterwegs steht eine Giraffe auf dem Weg und trinkt aus dem Straßengraben. Wir lassen sie in Ruhe das Wasser genießen.
Plötzlich entdecke ich im dichten Busch eine Graurückendommel. Es reicht aber nur zu einem düsteren Foto.
10.45 Uhr machen wir eine kurze Pause am Shitane Lavastrom. Hier darf man aussteigen und sich auf der scharfkantigen, recht jungen Lava (nur ca. 200 Jahre) die Füße vertreten.
Oft sind die Fließstrukturen noch deutlich zu erkennen. . 11.00 Uhr fahren wir wieder weiter und kommen 45 Minuten später am Severin Safari Camp an, wo wir umgehend eine Lodge-Instruktion bekommen. Man darf z.B. in der Dunkelheit im Gelände – das nicht eingezäunt ist – nur mit einem Security unterwegs sein. Ein solcher in Massai-Tracht begleitet uns zu unserem Haus Nr. 6, das relativ weit weg ist. Das wird eine schöne Marschiererei, doch letztendlich ist das gar nicht so schlecht, da wir so relativ nah an dem außerordentlich schönen Pool und dem Spabereich wohnen. Der Eingang zur Lodge
unser Häuschen mit Terrasse
und der Schlafbereich
Zugang zum Pool
Der Pool
der Spa-Bereich
Das Restaurant
Im Nachhinein stellt sich ds Severin Safari Camp als die schönste Lodge der gesamten Reise heraus. Auch die Speisen sind außergewöhnlich gut und immer schön angerichtet.
Und aufmerksames Personal schaut, dass immer genug Kaffee in der Tasse ist! 😄 😄 Hier der Dodson-Bülbül
12.30 Uhr gibt es ein sehr gutes Mittagessen. Alle Mahlzeiten bestehen aus drei Gängen, die man anhand einer Karte wählen kann. Das erweist sich als wesentlich besser als die Büfettform. Nach dem Essen erkunden wir die Lodgeanlage und die ersten Mitbewohner: Der Maskenweber hat seine Behasung in einer kleinen Grünoase am Speisesaal.
Auch der Schwarznackenweber ist hier ansässig.
Männchen der Einsiedleragame (bunt) flirtet mit Weibchen (grau).
Und nebenan wird eine neue Einrichtung gerollt.
16.00 Uhr mache ich allein den Gamedrive mit Elvira und Josef, Meine Frau braucht mal Ruhe und bleibt im Camp. Das straffe Programm ist ja auch nicht gerade entspannend. Elvira Originalton: "Ihr seid hier nicht im Urlaub! Ihr seid auf Safari!" Wieder sind die Vögel im Vordergrund: Halsband-Zwergfalke
Gaukler
Und eine Savannentrappe (= Rotschopftrappe) zeigt uns, wie man sich richtig herausputzt.
An größeren Tieren können wir noch Büschelohren-Oryx, Zebras, Kongonis, einen Elefanten und zwei Schakale beobachten, die einen Dikdik-Kopf als Beute haben. Wo sie den wohl geklaut haben?
Aber auch hier fällt nmir die Landschaft ins Auge. Was sollen die Tiere hier fressen? Wo steht noch ein Grashalm? Denn meistens sieht es so aus:
Außer uns ist am Abend auch noch eine größere Gruppe deutscher Touristen angekommen, darunter zwei Ehepaare aus einem Ort, der zu Hause nur 15 km von uns entfernt ist. Durch sie erfahren wir auch von einer Art des Individualtourismus. Garantiert werden "kleine Gruppen bis 6 Personen". Richtig! aber die gesamte Gruppe fährt dann in vier bis fünf Fahrzeugen hintereinander. Und das Programm: Nachmittags ankommen, schnell noch kurzer Gamedrive, Abendessen, eine Übernachtung und am nächsten Tag in den nächsten Nationalpark. Da bleibt natürlich keine Zeit um für einen Vogel anzuhalten. Unser Programm ist auch straff, aber inzwischen haben wir schon über 200 Vogelarten entdeckt! LG Burschi
Teil 1505. Jan. 2023
5.45 Uhr stehe ich auf, weil ich die ganze Nacht schlecht geschlafen habe. Ständig haben Kiebitze geschrien. Und jetzt um 6.00 Uhr sind sie still. In die Pfanne damit! Es fahren nun auch schon jede Menge Autos. Kein guter Tagesanfang! 6.30 Uhr Frühstück, das sehr gut ist, endlich mal gutes Müsli, Schinken und Rohwurst und nicht immer nur die komischen Kenia-Würstchen, die sowieso eine Beleidigung für einen fränkischen Gaumen sind. 7.15 Uhr Start mit dem Gamedrive: Und nicht mal 30 Minuten später stoßen wir auf ein Wildhundrudel, das sich neben der Straße herumtreibt. Schon ein Highlight!
Während wir die schöne, einmalige Szene länger beobachten, fahren drei andere Safarifahrzeuge nach kurzem Stopp weiter. Sie haben es eilig, müssen ja noch in den nächsten Nationalpark und es sind ja nur Hunde, gehören ja nicht zu den Big Five. 🤩 😈 8.10 Uhr sind wir bei den Mzima-Quellen und steigen zu einem Spaziergang aus.
Kurz darauf stehen wir an einer massenhaft Wasser schüttenden Quelle. Das Wasser kommt vom Kilimanjaro, läuft unterirdisch durch das Vulkangestein und tritt hier an die Oberfläche.
Es ergießt sich dann als Bach in einen See, in dem Hippos und Krokodile wohnen.
Der See wird als Trinkwasser für Mombasa angezapft. Außerdem sind in dem See etliche verschiedene Fische, die man von einer Unterwasserkuppel gut beobachten kann.
Leider haben sich die Hippos davon fern gehalten.
Uns begleitet ein Ranger namens Titus, der, wie sich später im Gespräch herausstellt, ein Marathonläufer aus Eldoret ist und dort im Leistungszentrum trainiert. Er ist auch schon mit Erfolg bei den Marathons in Hamburg, Hannover und Berlin gelaufen. Die Ausbeute an Vögeln ist nicht so groß. Lediglich ein Nachtreiher lässt sich sehen.
Und ein Baumhörnchen!
Am Parkplatz treiben sich Meerkatzen herum und eine davon hat es mit ihrem Jungen tatsächlich in unser Auto geschafft und hat meinen Rucksack inspiziert.
9.10 Uhr fahren wir wieder weiter und stoßen kurz darauf auf eine Gruppe von Tieren: 3 Giraffen, Büschelohrenoryx und Zebras mit Rotschnabelnadenhackern.
Die "Büschel" an den Ohren des Oryx sind gut zu sehen.
Aber selbstverständlich begegnen uns auch noch ein paar Vögel, die sich in Szene setzen, wie z.B. die Rotschwingenlerche.
oder Fischers Glanzstar
Dazu zeigt sich noch ein schöner männlicher Kleiner Kudu.
Es ist eine andere Art als in Namibia! 11.45 Uhr sind wir zufrieden wieder in der Lodge. 12.30 Uhr ist das Mittagessen wieder sehr gut und auch schön dekoriert. Vorspeise und Nachspeise
Danach drehen wir ein paar Runden in dem sehr sauberen Pool und schlafen hinterher schnell ein. Am Pool ist regelmäßig eine Witwenstelze und sucht am Rand abgesoffene Insekten zu erhaschen. 16.00 Uhr Nachmittagsgamedrive und gleich am Anfang wieder ein Highlight: Eine Löwin mit drei Jungen, die ausgelassen herumtoben und in den Büschen klettern und sich gegenseitig necken. Hier - Entschuldigung - verstoße ich mal gegen meine Regel, keine Fotostrecken von einem Tier zu zeigen. Die kleinen Löwen spielen Verstecken,
klettern auf Bäume,
oder ruhen sich auch mal kurz bei Mama aus
entdecken einen neuen Spielbaum
Mama ist müde, hat aber trotzdem ein waches Auge!
Da wo der eine ist, will auch der andere hin!
Aber es ist nicht fair, das Geschwisterchen beim Schwanz zu ziehen!
Also, geht doch, haben ja alle Platz!
Dann bläst Mama zum Aufbruch.
Aber jetzt sind die Kleinen müde!
Wir schauen ihnen zu, bis sie in den Büschen verschwinden und fahren dann um die Ecke, wo sie nochmals auftauchen und vor uns den Weg queren, um sich dann endgültig zu verabschieden. Über dem Kili steht die Sonne und zieht Wasser. Vom Berg sieht man kaum etwas.
Das war heute ein ganz toller Gamedrive-Tag! Wildhunde und Löwen! An der Bar begießen wir das mit einer Runde Drinks. Mango Mule für meine Frau und Mai Tai für mich.
Auch Elvira ist eingeladen. Das Abendessen um 19.30 Uhr ist vorzüglich, besonders der Nachtisch: Karamellisierte Ananas mit Vanilleeis! Da kann man doch voll zufrieden ins Bett gehen! Mit freudigen Grüßen: Burschi
Teil 1606. Jan. 2023
]5.30 Uhr stehe ich nach der Frühgymnastik, die ich hier immer gut machen kann, auf. Ich habe besser geschlafen, obwohl heute statt der Kiebitze die Frösche ein Konzert gaben.
Zum Frühstück um 6.30 Uhr sitzt heute ein Dreifarbenglanzstar mit am Tisch. 7.20 Uhr Abfahrt zum Gamedrive. Am Anfang stellen sich Klippschliefer und Klippspringer in gutem Fotolicht vor.
Um 8.00 Uhr sehen wir für eine Sekunde einen Leoparden, dann ist auch schon die Schwanzspitze weg. Wir versuchen noch viermal an diesem und nächsten Tag ihn zu finden, aber ver-gebens! /Wer ihn sehen will, muss in den Bericht von Casimodo wechseln. 😐 ) Wir halten dann zu einer kurzen Pause bei den Mzima Springs. Dort sehen wir ein Paar Van der Deekens Tokos.
Männchen
Weibchen Ansonsten laufen wir den gleichen Weg wie gestern und schauen uns dieses Mal mehr die Botanik an. Interessant sind die Gelbholzbäume, die sich gegen den Viehverbiss mit Ausscheidung eines klebrigen Saftes wehren. Dadurch bekommen sie um unteren Stammbereich ganz merkwürdige Stammmuster.
Rechts vom Baum seht ihr mal den Burschi 😄 9.00 Uhr rast Josef im Rallye-Tempo durch den Park, denn er möchte ein etwas weiter entferntes Gebiet erreichen. Uns begegnet eine große Büffelherde.
Die Landschaft hat sich gewandelt, alles ist saftig grün und es steht auch ausreichend Gras. Der rote Lateritboden gibt einen netten farblichen Kontrast zu dem frischen Grün. Wir begegnen einer Gruppe von Kongonis zusammen mit Giraffen und Zebras – eine Szene wie aus dem Paradies!
Und dann sehen wir die berühmten Roten Zebras! 😄 😄
Danach stehen zwei kleine Giraffen alleine im Busch. Elvira meint, dass Giraffen auch Kin-dergarten unterhalten.
Einfach süüüüß die Kleine! Vögel: Häherkuckuck und Starweber beim Nestbau
11.15 Uhr sind wir zurück im Camp. Ich schwimme allein im Pool, eine Witwenstelze schaut zu und sucht den Poolrand nach toten Insekten ab und einige Felsenschwalben trinken im Flug aus dem Pool. Beim Mittagessen erscheint auch ein Pavian, der aus der Vogeltränke trinkt.
Auch ein Pärchen Rottokos glaubt, dass was vom Essen abfällt. 😄
Am Nachmittag unternehmen wir einen erneuten Versuch, den Leoparden zu sehen - wieder nichts!, Darür noch ein paar Vögelchen:
Madagaskar Spint
Rosenwürger Und auch der Botanik gilt die Aufmerksamkeit:
eine Art Amaryllis
und eine Art Chlorophytum Bin leider in der Botanik nicht so bewandert!. Mein Schwerpunkt liegt eher auf ... 🤩 😄
Teil 1707. Jan. 2023
Bis 5.05 durchgeschlafen! 6.05 Uhr stehe ich auf. Heute sind es allein die Mahaliweber, die Spektakel machen. Zum Frühstück kommen eine Giraffe und zwei Schakale ans Wasserloch der Lodge. Es herrscht fast himmlische Ruhe beim Frühstück.
Der Gamedrive beginnt mit Stopp am Jaima Lavasrom, der eigentlich ein Aschefeld ist. Eine Besteigung des Hügels verkneifen wir uns. Wir fahren dann durch eine vollständig grüne Landschaft mit grünen Bäumen und Sträuchern und höherem Gras. Eine richtige Frühlingslandschaft, durchzogen von einigen Lavaströmen!
Auch Volkankegel prägen die Landschaft.
Als erstes begegnen uns Geierperlhühner. Mit denen hatte ich hier nicht gerechnet.
Heute ist Reptilientag! Hintereinander sichten wir eine Sumpfschildkröte und einen Weißkehlwaran.
Ein Schwarm Kastanienweber ist dabei, gemeinschaftlich auf einem Baum eine Nistkolonie anzulegen. Welch ein Spektakel!
Wir fahren durch ein Seitental, in dem ein kleiner Fluss fließt, der gelegentlich zu einem Tümpel aufgestaut ist. In einem befinden sich sogar Hippos.
Nilgänse und Hippos kommen gut miteinander aus. Der Königsglanzstar beobachtet die Szenerie.
Auf der Rückfahrt begegnen uns viele Huftiere, die sich vorher versteckt hielten, besonders Zebras, Giraffen, Kongonis, Gnus, Büffel, Grant Gazellen und auch einige Eland-Antilopen. Wir waren heute in den Ngoria Bergen und dem Rhino Valley.
Einfach schön, die Szene! Um 11.40 Uhr sind wir zurück im Camp und müssen Elvira eine Enttäuschung bereiten. Wir sind der Meinung, dass Josef mal einen freien Nachmittag verdient hat und wir im Camp bleiben. Elvira ist etwas geschockt ob unseres Streiks, muss sich aber fügen. 12.00 bis 13.00 Uhr Mittagessen, dann Ruhe in der Hütte. Um 14.15 Uhr suchen wir den Pool auf und danach gönne ich mir eine Massage von hübschen (aber rauen) schwarzen Händen. Danach „dufte“ ich wie ein …, was meine Frau sofort bemerkt. 🤩 😄 Anschließend begeben wir uns zum Kaffeetrinken und verbringen den Rest des Nachmittags auf unserer Hausterrasse. Einfach nur Entspannen und die Natur genießen! Ein halber Tag Urlaub! 🤩 😄 😄 Dem Zimmer-Männchen - hier macht das Zimmer ein älterer kleiner Mann - schenken wir Schlappen und T-Shirt, schließlich ist morgen ja 1. Advent! Beim Abendessen noch ein Abschiedsspektakel: Erst besucht eine große Herde Impalas das beleuchtete Wasserloch. Zwei Elefanten, die noch lange in der Nacht im Camp bleiben, gestalten die Anlage neu, kürzen einige Sträucher und legen einen Baum schief. Sie sind bis 30 Meter an unserer Hütte. Außerdem hat uns auf dem Rückweg vom Abendessen eine Hyäne angeknurrt. Aber wir hatten ja unseren Massai-Krieger dabei! 😉 Das war noch mal ein schönes Abschiedserlebnis hier. Ich wäre gerne noch geblieben.
Teil 1808. Jan. 2023
Das Frühstück dauert heute sehr lange, eine Ewigkeit! (Sonntag?) Zum Abschied kommt eine Gruppe Rotbauchpapageien in die Lodge und wir können noch einmal aus anderer Perspektive einen Blick auf den Kilimanjaro werfen.
Beim Frühstück versammeln sich auch verschiedene Vögel und verabschieden uns am Tisch.
im Baum sitzt ein Einfarb-Schlangenadler.
Ich möchte bleiben! 🙁 Ich zahle die Getränke und die Massage, gebe Trinkgeld in die Tipbox, dann starten wir. Bei der Ausfahrt aus dem Camp sehen wir dann im Park sehr viele Giraffen.
Es sind wohl über 30! Ansonsten ist es eine relativ langweilige Fahrt auf rotem Weg durch grüne Büsche. Einmal kreuzt eine Pantherschildkröte unseren Weg. Kurz taucht auch mal ein Steinböckchen auf, die hier gar nicht häufig sind. 10.10 Uhr sind wir an der Parkgrenze, fahren durch das Tor, überqueren die Teerstraße und fahren auf der anderen Seite wieder in den Park ein.
Der Tsavo sieht nun so aus, wie ich ihn mir landschaftlich vorgestellt habe (Baumsavanne). Aber auf der Fahrt zum See „Lake Jipe“, der heute ein Zwischenziel ist, sehen wir mehr tote Wildtiere als lebende. Es sind vor allem Büffel und Zebras, darunter viele ganz junge, zum Teil Neugeborene. Ein bestialischer Verwesungsgestank liegt in der Luft. Dafür sehen wir drei riesige Rinderherden der Massai im Park.
Viel mehr Rinder als Wildtiere! Erst später mal eine kleine Zebraherde! 11.45 Uhr haben wir endlich den See erreicht.
Das gegenüber liegende Seeufer ist schon Tansania. 12.10 Uhr beginnen wir mit einer einstündigen Bootsfahrt, die sich leider als wenig ergiebig erweist. Ein paar Vögel: Purpurhuhn Kaprohtsänger (`?)
Glockenreiher mit Kuhreiher und Waffenkiebitz
Und der Tod begegnet uns auch im Wasser: ein toter Büffel. Die Frage ist, woran ist er gestorben, er hatte doch zu trinken? Wasser ja, aber nichts zu fressen.
Was hätte erhier auch fressen sollen?
Am Ende der Bootsfahrt umfahren wir noch zwei Hippogruppen, die von unserem Besuch wenig begeistert sind. Nach der Bootsfahrt gibt es Lunchpakete im Auto. Der Appetit ist mir vergangen. Um 13.55 Uhr fahren wir die gleiche Strecke bis zur Teerstraße wieder zurück. Wir sind irgendwie auf einem Tiefpunkt, die vielen toten Tiere waren deprimierend, sodass wir bis auf Josef alle im Auto einschlafen. Eine Pantherschildkröte am Weg und ein Raubadler als einzige Sichtungen können uns auch nicht aufmuntern.
Dass es dann auch noch heftig zu regnen beginnt und auf dem Weg das Wasser wie ein Bach entgegengeschossen kommt, passt ins Gesamtbild. Als wir am Parktor sind, steigt gerade eine bewaffnete Rangerstreife aus. Wir fragen, warum so viele Rinder im Nationalpark sind. Antwort: „Es sind keine Rinder im Park, das ist nicht erlaubt!“ Also entweder blind, verblödet oder korrupt! Ach Kenia! 15.15 Uhr verlassen wir den Park wieder und fahren jetzt auf der Teerstraße weiter. Jetzt ist es wieder schwülheiß! Der Kreislauf wird gefordert. Es ist Sonntag, die Leute auf der Straße sind wieder gut gekleidet. Entlang der Straße stehen viele kleine ärmliche Hütten, in denen illegale Ansiedler hausen. 16.10 Uhr checken wir in der Taita Lodge ein, müssen aber noch weiter bis zur Salt Lick Lodge fahren. Auf der Fahrt dorthin können wir eine Gruppe tanzender Cabaniswürger beobachten. Was wohl dieser gemeinschaftliche Tanz zu bedeuten hat?
16.30 Uhr sind wir in der Salt Lick Lodge und haben eines der „Vogelhäuschen“ auf Stelzen mit der Nr. 208 bezogen. Es hat einen schönen Blick auf das künstlich angelegte Wasserloch, zu dem man auch durch einen unterirdischen Tunnel gelangen kann. Die gesamte Anlage steht auf Stelzen. Architektonisch recht interessant. (Und daher leider auch viel besucht.)
Der Restauranttrakt am Abend:
Am Abend regnet es wieder. Das Büfett ist reichhaltig, aber auch dicht bevölkert. Mal sehen, was Taita Hills uns bringt! Gruß: Burschi
Teil 1909. Jan. 2023
5.40 Uhr stehe ich auf, noch ist alles ruhig, draußen ist es komplett bewölkt. Das Zimmer ist ok, vielleicht etwas eng, für mich fehlt ein Schreibtisch. 6.30 Uhr Frühstück, ganz in Ordnung, aber manches ein wenig „adelig“! (Erklärung für Nichtfranken: "adelig" heißt "von" gestern! 😄 😄 ) Der Tag beginnt mit Sonnenschein. Der Jacaranda steht in voller Blüte.
7.15 Uhr Gamedrive und schon nach 15 Minuten sehen wir zwei Löwinnen mit drei Jungen.
Diesen folgt eine weitere Löwin mit einem etwas älteren Jungen und dann schließlich noch vier weitere Löwinnen, die an einem Termitenhügel schlafen.
Bei der weiteren Fahrt sehen wir leider wieder viele tote Tiere, Zebras, Gnus, Büffel, Kongo-nis, Eland. Alle Huftiere sind betroffen.
Es ist einfach furchtbar. Noch einmal eine Steigerung dessen, was wir bereits anschauen mussten. 🤩 😈 Um 9.00 Uhr begegnet uns ein einzelner weiblicher Elefant mit einem noch ganz kleinen Baby, das wohl erst wenige Wochen alt ist.
Es folgen eine Büffelherde und einige Impalas mit Jungtieren. Ein kleiner Lichtblick!
Das Leben geht doch weiter! 10.00 Uhr sind wir an einem Damm mit einer etwas größeren Wasserfläche. Dort ziehen Zebras und Impalas mit Jungtieren an uns vorbei. Mal wieder Zeit, um ein paar Vögel zu beobachten: Ein erwachsener Hornrabe, dem sein Junges auf Schrittv und Tritt folgt.
Ein Rosenwürger
In der Umgebung des Damms liegen wieder etliche tote Büffel. Ein Bild ist besonders schauerlich. Da muss am Rande eines Gebüsches ein Büffel zusammengebrochen sein, der ermattet seinen Kopf auf einen Ast gelegt hat. Jetzt liegt hier das komplette Skelett des Tieres völlig unzerstört. Das heißt, das Tier wurde weder von Hyänen noch Geiern gefressen, sondern nur von Insekten verwertet. Hier in der Nähe ist ein derart bestialischer Gestank, dass Elvira nicht anhalten lässt, und ich kann nur aus dem fahrenden Auto heraus bei der Rückfahrt ein Foto machen, dessen Bild mir bis heute nicht aus dem Gedächtnis weicht.
Da ttröstet mich dann auch nicht an einer Stelle ein Blütenteppich, der aussieht wie eine Krokuswiese. Es handelt sich wohl um Anthericopsis aepalosa (Danke Elvira!), Leider habe ich keinen deutschen Namen dafür. 🙁 Schlage vor: Ostafrikanischer Tulpenkrokus. 😄 😄
Kurz vor dem Erreichen der Lodge haben wir dann noch eine tolle Begegnung mit einem Löwenmann in etwa zehn Metern Entfernung, der sich gut fotografieren lässt, dann sich aber einen ruhigeren Busch sucht.
Um 11.05 Uhr sind wir zurück in der Lodge. Eine tolle Sichtung mit den Löwen, aber irgendwie habe ich keine rechte Freude daran. Mir liegt das Büffelskelett noch im Magen. Zum Gamedrive; am Nachmittag sind massenhaft Safariautos vor der Lodge versammelt. Als erstes begegnen wir einem Weißkehlwaran und einer Gruppe Pavianen mit Nachwuchs.
Und dann kurz darauf eine Gruppe von neun Löwinnen, die nahe bei dem Weg etwas erhöht liegen und dösen.
Wir kommen als drittes Auto an und innerhalb der nächsten 30 Minuten fahren 37 Fahrzeuge an uns und dicht an den Löwen vorbei.
Wie eine Prozession! Heranfahren – klick, Klick, Klick – Weiterfahrt. Es zählt nur die Sichtung! Für die Tiere selbst bleibt keine Zeit, da die meisten Touris ja nur einen Nachmittag im Park sind und am nächsten Morgen weiter müssen, also muss an diesem Tag noch möglichst viel abgehakt werden. Mir graust! Elvira versucht mich zu trösten, dass dieses Spektakel ja noch gar nichts sei gegenüber der Hochsaison, wo bis zu 100 Autos sich versammeln können. Wir beobachten das Treiben längere Zeit und ich lasse auch die Löwen nicht aus den Augen, ich bewundere ihre Gelassenheit. Da wir lange hier stehen, gelingen doch ein paar schöne Portraits.
Das war nur eine kleine Auswahl. 😄 😄 Erst als ein kaputter Auspuff vorbeiröhrt gehen sie ein wenig weiter.
17.45 Uhr kehren wir in die Lodge zurück und endlich gibt es mal einen attraktiven Sonnenuntergang zum Fotografieren.
Leider ist eine große Gruppe von Russen eingetroffen, die entsprechendes Geschrei veranstalten, die Terrasse mit Rauch einhüllen und dem Alkohol sehr zusprechen. Unsere „Löwenfeier“ fällt mit einem Cocktail dagegen eher bescheiden aus.
Beim Abendessen ist das Restaurant „rammelvoll“. Jetzt auch die angepasste Diner-Kleidung mit Adidas.-T-Shirt, kurzer Sporthose und Flipflops. Ein Abend zum Abgewöhnen! Gesamtresümee des Tages: Viel Freud, aber leider auch viel Leid. Viele Grüße: Burschi
Teil 2010. Jan. 2023
5.45 Uhr stehe ich auf und habe relativ gut geschlafen. Die Party-People feiern schon wieder lautstark. Für die Wasserböcke am Wasserloch haben sie kein Auge übrig. Dafür ist es dann beim Frühstück merklich ruhiger, denn sie haben die Lodge schnell verlassen und hasten zum nächsten Park. 7.15 Uhr Gamedrive: Zuerst ergibt sich eine lustige Szene. Eine Gruppe Kongonis belagert die Straße. Eine Demo? 🤩 😄
Wir fahren zum Lions Rock und tatsächlich steht ganz oben eine Löwin mit einem Jungen. Eine Szene wie im „König der Löwen“. Sie verschwindet aber schnell wieder hinter der Kuppe. Wir umfahren den Felsen und siehe da, auf der Rückseite liegen die neun Löwinnen von gestern auf dem schwarzen Gestein und schlafen.
8.15 Uhr sind wir am „View Point“, von wo man einen Ausblick auf die gesamte Lodgeanlage hat.
Unterwegs sind wieder einige Vogelsichtungen zu verzeichnen. Wahlbergadler Hornraben, die beim Fliegen plötzlich weiße Flügelfedern zeigen.
Zu meiner Freude entdecken wir einige Weißstörche, die uninteressiert an einem Büffelkadaver vorbeischreiten.
Nebenbei begegnen wir noch Buschbock, Giraffe und einer Weißkehlmeerkatze, die sichtlich verwundet ist. Heute fahren wir auf der anderen Seite des Damms entlang, wo noch mehr Skelette liegen. Man kommt sich vor wie auf einem Tierfriedhof. Es beginnt zu regnen und daher fahren wir zur Lodge zurück. Die ist jetzt um 10.30 Uhr wie ausgestorben, nur Personal wuselt herum. Am Wasserloch ist auch nur eine Nilgans. Es gibt heute hier wegen fehlender Gäste kein Mittagessen und wir müssen zur Hauptlodge, der Taita Lodge fahren. Hier herrscht Massenbetrieb. Auf einer riesigen Fernsehwand werden Fußballspiele der WM übertragen. Es existiert ein kleines Museum über die Geschichte des Ersten Weltkrieges, der übliche Curio-Shop und ein schön angelegter Garten mit vielen blühenden Pflanzen. Viele Einsiedleragamen huschen herum.
Die beiden Geschlechter unterscheiden sich deutlich, wenngleich auch die Weibchen hier etwas bunter sind. Das Mittagessen gibt es als Büfett, von der Zusammensetzung wie in Salt Lick, nur das Salat- und Nachtischangebot ist bedeutend größer.
Beim Gamedrive am Nachmittag fahren wir erneut zum Lions Rock. Die Löwinnen liegen noch immer faul herum. Neben uns ein Minibus mit einer kreischenden schwarzen Weibertruppe. Junggesellinnenabschied? Die Löwen stört das nicht, nur mich. Da es wieder zu regnen beginnt, fahren wir langsam zur Lodge zurück und sehen noch einmal den männlichen Löwen von gestern. Er ist wieder allein. Ein extrem kräftiger Regenbogen steht über dem Horizont.
Das war also heute der letzte Gamedrive in Kenia. Es gab ein paar schöne Sichtungen, aber nicht alle Erwartungen wurden erfüllt. Der Stimmung entspricht das Wetter bei Sonnenuntergang.
19.30 Uhr Abendessen, heute in ziemlicher Ruhe. Am Nebentisch sitzt der deutsche Botschaf-ter mit seinem Fahrer, denen wir schon am Lions Rock begegnet sind. Morgen steht ein langer Fahrtag an. Gruß: Burschi