Hallo Betty, ich bin auch gerne weiter dabei. Ich habe im Oktober im Etosha auch so einen grossen Schwarm Blutschnabel erleben dürfen, und ich war total begeistert! Es tut gut bei diesem kalten Wetter Reiseberichte von Afrika zu lesen. DANKE! Liebe Grüsse Caroline
2016: Südafrika mit Gardenroute
2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius
2020: Kapstadt und Gardenroute
2022: Namibia
2024: Namibia und Südafrika
2026: Namibia und Botswana in Planung :-)
casimodo4'528 Beiträge · seit 200712. Dez. 2022 · #142
Hey Berti,
Das freut mich sehr, zumal ich mich gerade selbst etwas antreiben muss...
Also wenn Dir die Motivation fehlen sollte (nicht auszudenken 😉 ), dann kann ich auch gerne noch etwas dicker auftragen. Ich habe nämlich die übliche Lobhudelei weggelassen, um nicht immer die gleichen Worte zu nutzen 😘
Übrigens finde ich die Bilder der Blutschnabelweber, die den ganzen Baum bedecken absolut phantastisch. Ich liebe in Echt die irre Geräuschkulisse, das Zwitschern und das Schlagen der tausend Flügel . 😎
TinuHH898 Beiträge · seit 201613. Dez. 2022 · #143
Moin Betti,
jetzt habe ich mich komplett durch Euren bisherigen Bericht gefräst. Genial! Großartige Bilder, tolle Erlebnisse, und oft musste ich heftig grinsen. Vor allem über Deine Erzählungen, was Ihr alles gesucht (und teilweise erst in Hamburg wiedergefunden) habt. Das kommt mir seeeehr bekannt vor! Beim Schreiben unseres Berichts wollte ich den schon mit "Wo ist...?" überschreiben 🤩 .
lisolu886 Beiträge · seit 200713. Dez. 2022 · #144
Hallo Betti,
bin auch wieder an Bord und habe jetzt das versäumte nachgelesen. Was prima ist, bei der Kälte draussen die Wärme Afrikas zumindest zu erahnen. Opuwo ist „nothing to write home about“ das sagen wir immer, wenn uns etwas so gar nicht gefällt. Es ist schon ein trauriges Fleckchen. Umso schöner das Epupa Camp, das hatte wir uns seinerzeit auch auserwählt. Blutschnabelweber in der Menge waren uns noch nie vergönnt, sehr beeindruckende Bilder ! Nun hoffe ich sehr auf eine störungsfreie Weiterfahrt. Nicht, dass in deinem Fazit zur ersten Campingreise von einem nachhaltigem „Klappentrauma“ die Rede sein wird…
LG Lisolu
Markandi141 Beiträge · seit 201113. Dez. 2022 · #145
Liebe Betti,
ich bin erst vorgestern auf deinen wunderbaren Bericht gestoßen, habe mich als blinder Passagier eingemogelt und inzwischen die ganze Strecke aufgeholt... Aufgrund der herrlichen Beschreibungen und der stimmungsvollen Fotos war die "Aufholjagt" aber ein pures Vergnügen 😁
Nun bleibe ich dran und freue mich auf beeindruckende Tierbegegnungen im Etosha...
BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201613. Dez. 2022 · #146
Guten Abend ihr Lieben,
so viel schöne Post, ich freue mich sehr und bin jetzt auch wieder bis in die Haarspitzen motiviert. 🙂 Daher gibt's gleich auch noch das nächste Kapitel...
Enilorac65 schrieb:Ich habe im Oktober im Etosha auch so einen grossen Schwarm Blutschnabel erleben dürfen, und ich war total begeistert! Es tut gut bei diesem kalten Wetter Reiseberichte von Afrika zu lesen.
Danke, Caroline! Die Blutschnabelweber haben uns auch umgehauen! Und ja, das Wetter ist auch absolut nicht meins... 😣
casimodo schrieb:Also wenn Dir die Motivation fehlen sollte (nicht auszudenken 😉 ), dann kann ich auch gerne noch etwas dicker auftragen.
😘 😘 😘
casimodo schrieb:Ich liebe in Echt die irre Geräuschkulisse, das Zwitschern und das Schlagen der tausend Flügel.
Das fanden wir auch total imposant und hatten das auch noch nie so nah und deutlich. Video folgt, der Sound wird dann bei dir Erinnerungen wecken.
TinuHH schrieb:jetzt habe ich mich komplett durch Euren bisherigen Bericht gefräst.
😮
TinuHH schrieb:Vor allem über Deine Erzählungen, was Ihr alles gesucht (und teilweise erst in Hamburg wiedergefunden) habt. Das kommt mir seeeehr bekannt vor! Beim Schreiben unseres Berichts wollte ich den schon mit "Wo ist...?" überschreiben
😄 😄 😄 Sehr gute Überschrift eigentlich...!
TinuHH schrieb:Liebe Grüße aus der Nachbarschaft
WINK!!!
lisolu schrieb:bin auch wieder an Bord und habe jetzt das versäumte nachgelesen.
Welcome back, ich freue mich! Und hoffentlich hattest du eine gute Zeit?!!
lisolu schrieb:Nun hoffe ich sehr auf eine störungsfreie Weiterfahrt. Nicht, dass in deinem Fazit zur ersten Campingreise von einem nachhaltigem „Klappentrauma“ die Rede sein wird…
Tja also, da kommt noch was... 😣
Markandi schrieb:ich bin erst vorgestern auf deinen wunderbaren Bericht gestoßen, habe mich als blinder Passagier eingemogelt und inzwischen die ganze Strecke aufgeholt... Aufgrund der herrlichen Beschreibungen und der stimmungsvollen Fotos war die "Aufholjagt" aber ein pures Vergnügen.
Herzlich willkommen und vielen Dank für das tolle Lob - und dafür, dass du kein blinder Passagier mehr bist. 😉
Liebe Grüße an die tapferen Mitfahrer und bis gleich. 🙂 Betti
BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201613. Dez. 2022 · #147
20. September: Auf Rüttelpisten nach Okaukuejo
Es war bitterkalt in der Nacht. Der kältesten auf dieser Reise. Ohne die mitgebrachte Decke hätten wir wohl gefroren. So ging es einigermaßen, nur das Aufstehen fällt mir ziemlich schwer. Am Ende siegen die Neugier und auch die Sehnsucht nach Tieren, wir wollen zum Sonnenaufgang beim Hide sein. Bibbernd ziehe ich mich an und freue mich über die Wärme im Waschraum, der noch von der Sonne des Vortages aufgeheizt ist. Ansonsten ist er nicht besonders heimelig, aber das hatte ich auch nicht erwartet.
Im Hide sitzen schon andere Frühaufsteher, aber am Wasserloch ist (fast) tote Hose. Bis auf einen Reiher, der noch schlafend mitten im Wasser hockt. Sein Wecker funktioniert einwandfrei, kaum scheint ihm die Sonne ins Gesicht, schlägt er die Augen auf und beginnt mit der Morgentoilette. Sie fällt ein wenig gründlicher aus als meine wenige Minuten zuvor...
Wir gehen zurück auf den langen Steg und hinüber zu den Blutschnabelwebern, die sich in ihren Gemeinschaftsschlafzimmern noch dick aufgeplustert aneinander kuscheln.
Mit dem ersten Tageslicht kommt auch hier Bewegung in die Sache. Wie schon am Vorabend fliegen die Vögel in großen Schwärmen auf, trinken im Flug am Wasserloch und segeln dann wieder im Pulk zurück, bevor der Kreislauf von vorne beginnt.
Mir ist schleierhaft, wie die Kunstflieger diese Formationen so ganz ohne Kollision bewerkstelligen, eine echte Meisterleistung. Und ein Fest für die Augen dazu.
Als die Sonne über den Horizont steigt, drehen die Vögel noch eine letzte Runde und fliegen dann auf und davon.
Auch für uns wird es nun Zeit. Schon kurz nach Sonnenaufgang sind wir unterwegs in Richtung Okaukuejo. Die Piste ist extrem holprig und laut. Wir könnten genauso gut brüllen "Achtung, wir kommen!" Erstaunlich, dass viele Vögel trotzdem sitzen bleiben.
Hornbill bei der Morgengymnastik
Steppenfalke
Der Zustand der Straße ist auch deshalb nervig, weil zumindest für den Fahrer das Spotten fast unmöglich wird. Angestrengt fahre ich möglichst am Rand, um dem schlimmsten Wellblech zu entgehen. Thomas, der sich hinten auf der Rückbank eingerichtet hat, damit er in beide Richtungen fotografieren kann, muss für mich mitgucken. Je näher wir Okaukuejo kommen, desto besser wird zum Glück die Pad.
An den ersten Wasserlöchern entlang des Weges ist nicht richtig viel los. Auch für Ozonjuitji m'Bari, wo sich sonst etliche Tiere tummeln, sind wir etwas zu früh dran. Die Huftiere und Elefanten besuchen erst später die Bar. Ein kleiner Schakal unterschätzt die Lage und kommt einigen Springböcken in die Quere, ...
... die den Störenfried nicht dulden und mit Nachdruck verscheuchen.
Auf löchriger Pad geht es weiter nach Okondeka. Wir haben vermutlich ein Schild nicht beachtet, wer weiß, was darauf geschrieben stand, wahrscheinlich war die Straße gesperrt. Es rumpelt gewaltig, und so kommen wir nur schleppend voran.
Anderer Schakal, der eine entspanntere Zeit hat als sein Artgenosse weiter oben...
Zebra und Co. ziehen in Richtung Wasserloch und vertreiben uns unterwegs die Zeit.
Roadblock bei Okondeka.
Wir sind schon fast in Okaukuejo, da liefern ein Kadaver und eine Vielzahl von Geiern erste Hinweise auf Löwen. Drei Katzen seien am Morgen gesichtet worden, hätten sich aber in den Busch zurückgezogen, berichtet ein Guide auf Nachfrage. Beim Nebrownii-Wasserloch stehen unterdessen Springböcke Spalier.
Mittags checken wir in Okaukuejo ein, können aber noch nicht aufs Zimmer. Egal. 130 Kilometer Rüttelpiste machen Hunger und im Restaurant ist nicht nur der Toast mit Pommes okay, sondern sogar die Bedienung (überraschend) auf Zack. Sie möchte auch am Abend unsere Kellnerin sein und sorgt dafür, dass wir eine Reservierung an einem ihrer Tische bekommen. Mal sehen, wie das läuft - nach schlechten Erfahrungen drei Jahre zuvor hatten wir das Abendessen im Camp eigentlich gedanklich gestrichen.
Wir bekommen (zufällig) dasselbe Waterhole Chalet wie 2019, Sandra und Christoph sind direkt nebenan. Die Wohnqualität im Camp ist nicht jedermanns Sache, für uns die Lage im Park aber alternativlos. Ohnehin freuen wir uns auf ein richtiges Bett und viel Platz. Wir tragen unsere Taschen rein und entpacken sie fröhlich. Bei Sandra ist es umgekehrt, sie hatte sich im Camper eingerichtet und muss nun die in die Fächer des Aufbaus einsortierten Klamotten mühsam wieder zusammenkramen.
Am Nachmittag starten wir nur eine kleine Tour und bleiben in der Nähe. Die Springböcke bei Nebrownii haben Gesellschaft bekommen.
Über Gemsbokvlakte kehren wir im Bogen zur Hauptpad zurück. Es ist schön, wieder hier zu sein und auch, sich ein wenig in der Gegend auszukennen.
Am Wasserloch von Okaukuejo sehen wir unsere Freunde wieder, die Schlaf nachgeholt und das Camp nicht verlassen haben. Ist ja auch nicht nötig, am Wasserloch ist ohnehin immer was los.
Es ist eine entspannte Stimmung, wir genießen den Anblick der Tiere, das Abendlicht und den knallroten Sonnenuntergang.
Danach laufen wir wie verabredet zum Restaurant. Die Kellnerin unseres Vertrauens wartet schon und liefert einen tollen Service. Am Wasserloch sind später die meisten Tiere verschwunden, dafür aber Spitzmäuler auf den Plan getreten. Christoph hatte sich das sehr gewünscht und sitzt noch versonnen am Wasserloch, als Thomas und ich schon längst in die Kissen und einen tiefen Schlaf gesunken sind.
Champagner8'672 Beiträge · seit 201013. Dez. 2022 · #148
Guten Abend Ihr Zwei,
nun ist mir dieses Kapitel total durchgerutscht - obwohl ich seit Tagen gefühlt stundenlang am Laptop sitze und versuche, mich mit schönen Afrikafotos und Geschichten von der Kälte abzulenken 🤢 .
Beatnick schrieb:
Ganz schön krass 😮 - ich vermute, dass Bushlore nach dem Crash von Matthias, als ihm der Baum auf der Puros-Campsite beim Rückwärtsfahren vors (oder muss man in diesem Fall "hinters" sagen?) Auto gelaufen ist, an diesem Verschluss überhaupt nichts repariert hat. Die geschickten Helfer in Puros haben genau diesen Nippel (keine Ahnung, wie das Ding in der Fachsprache heißt) mit viel Geduld wieder soweit zurecht gehämmert und gebogen, dass er sich wenigstens bewegen und sich die Klappe somit öffnen ließ. Mal besser, mal schlechter, je nach Laune und Staub - mich hat man bestimmt auch öfters fluchen gehört 😈 (vermutlich sucht Uwe deshalb immer so einsame Campsites mit uns aus und auf, weil ich so peinlich bin 😗 ). Euer Geruckel hat wahrscheinlich das Ganze nur noch verschärft, so verbiegen lässt sich das Ding durch Holperpisten sicher nicht.
Das war alles ziemlich vermatscht, und genau so sieht es auf eurem Foto immer noch aus 🤩 Kein Wunder wurde uns nichts berechnet 😛 , wofür auch...... 😎
Tut mir echt leid 😊 , auch wenn ich mich eigentlich nicht schuldig fühle!
Die Blutschnabelweber sind der Hammer - so viele habe ich noch nie gesehen!
BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201615. Dez. 2022 · #150
21. September: Zebraflut
Nach einem ebenso schnellen wie geschmacksneutralen Frühstück im Restaurant sind wir pünktlich mit Toröffnung wieder unterwegs.
Nebrownii, nicht weit von Okaukuejo entfernt und daher oft unsere erste und letzte Anlaufstelle des Tages, war bislang immer ein Garant für Löwen. Diesmal treffen wir dort keine an. Nicht am Morgen und nicht am Abend, es scheint, als sei das dort ansässige Rudel umgezogen.
Die Löwen seien immer noch da, behaupten zwei Guides, die wir unabhängig voneinander fragen. Doch das Gras vor dem Durchlass unter der Straße, dem bisherigen Schlupfwinkel der Katzen, steht dicht und hoch - hier war schon länger niemand mehr Zuhause. Aber die Natur hat ja auch viel anderes zu bieten.
Familie Korhan, noch leicht verpennt
Wir fahren auf demselben Weg zurück, checken noch einmal die Gegend rund um Okaukuejo. Der Riss vom Vortag ist fast ratzeputz weg. Dann entdecken wir am Horizont einen braunen Fleck, der sich langsam nähert.
Die Löwin hat schon manch einen Kampf hinter sich und wohl auch einige Jahre auf dem Buckel. Gemächlich marschiert sie auf uns zu, dann an uns vorbei und legt sich beim Flugzeug-Hangar in der Nähe von Okaukuejo in den Schatten. Sie weiß vielleicht, dass sie dort ihre Ruhe hat. Das Gelände rund um den Airstrip ist für Unbefugte tabu - und sogar die Gamedrive-Autos halten sich penibel daran.
Wohin nun? Wir überlegen kurz. Weiter südlich waren wir schon lange nicht mehr. Das Wasserloch Ombika liegt kurz vor dem Anderson Gate, von dort cruisen wir über die Detour wieder hoch in Richtung Gembokvlakte. Landschaftlich ist es eine schöne Tour, und noch dazu wunderbar einsam. Viele Antilopen, später auf den weiten Ebenen außerdem Hörnchen und Mangusten.
Erdhörnchen mit eingebautem Sonnenschirm
Eine Fuchsmanguste beobachten wir lange dabei, wie sie uns beobachtet. Was die wohl hier wollen? Fragt sie sich bestimmt. Wie auch ein großer Gamedrive-Truck. Hoffnungsvoll hält er neben uns, was gibt es hier zu sehen? Keine Katzen, keine Elefanten, schnell braust er davon und wir sind wieder allein mit dem knuffigen Tier, das keine runden Pupillen im Auge hat, sondern eher so komische Balken.
Mittlerweile geht es auf Mittag zu. In Gembokvlakte sammeln sich die Zebras. In langen, endlosen Reihen rücken sie an. Hunderte, der Strom reißt nicht ab. Zumindest nicht in den nächsten eineinhalb Stunden.
Wir bleiben lange stehen. Inmitten eines Meers von Zebras. Das hatten wir so auch noch nicht.
Oft stehen sie nur stoisch da, scheinbar unbeeindruckt von Staub und Hitze. Dann wieder gibt es heftigen Streit. Es ist spannender als im Kino.
Am Wasserloch sind die Tiere hypernervös. Es liegt ihnen wohl im Blut, dass Trinken auch immer Gefahr bedeutet.
Ein paarmal wollen wir schon weiter- und dann schließlich sogar direkt ins Camp zurückfahren. Es ist schon spät und im Auto ziemlich heiß. Doch ein ums andere Mal andere Mal entscheiden wir uns um, können uns noch nicht trennen. Zumal auch immer mehr andere Tiere ankommen.
Später in Okaukuejo brauchen wir dringend Bewegung. Der Hintern ist vom langen Sitzen platt. Beim Spaziergang übers Gelände spenden die hohen Bäumen Schatten und sind voller Leben.
Zwei Kardinalspechte (?) haben die Haare schön, und am Wasserloch gibt's Elefantenbesuch. Mehr als eine Stippvisite ist aber für uns nicht drin. Mir ist nach einer kalten Cola und vor allem einer Mütze Schlaf.
Am Nachmittag fahren wir entlang der Hauptpad bis Ondongab und in die Stichstraßen Richtung Pfanne hinein.
Wir freuen uns über zwei Spitzmäuler, die sich zwar in der Nähe der Hauptstraße tummeln, aber auch im relativ dichten Busch. Weil sie noch kein anderer entdeckt hat, kann ich ungehindert rückwärts fahren, bis sich endlich Lücken auftun. So tolle urtümliche Tiere!
Später treffen wir Sandra und Christoph wieder, sie hatten einen tollen Tag. Auf ihrer langen Tour nach Halali und zurück haben sie eine Menge gesehen, darunter einen Leoparden im Baum - Anfängerglück 😎 . Seit Jahren tun wir uns im Etosha schwer mit den gefleckten Katzen.
Das Wasserloch ist an diesem Abend erstaunlich verwaist, vielleicht eine Frage der Jahreszeit. So früh waren wir noch nie in Namibia. Der Sonnenuntergang hat dennoch seinen eigenen Zauber.
Ganz anders als das Abendessen im Camp-Restaurant: Es fällt in puncto Service und Qualität auf das gewohnt schwache Niveau zurück. Am Wasserloch trösten uns eine Spitzmaul-Mama mit Baby. Der Anblick berührt mich sehr - ich hoffe, dass es beiden gutgeht.
BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201617. Dez. 2022 · #151
22. September: Von Okaukuejo nach Onguma Teil I
An diesem Tag verlassen wir Okaukuejo und fahren quer durch den Park bis kurz hinters Von Lindequist Gate nach Onguma. Weil die Strecke nach Osten rund 160 Kilometer beträgt, wollen wir ohne größere Umwege los. Doch es soll anders kommen.
Denn als wir nach dem Frühstück bei unserem Auto stehen, das wir neben dem Turm des Camps geparkt haben, steigt gerade jemand vom Ausguck herunter und berichtet von einem Löwen, der just in Richtung Norden vorbeigezogen sei. Als wenige Minuten später das Tor geöffnet wird, biegen wir also erst einmal nach links ab. Lange suchen müssen wir nicht. Der Prachtkerl ist noch nicht weit gekommen und marschiert schnurstracks parallel zur Straße.
Hinter uns bildet sich zusehends eine kleine Autoschlange, doch wir denken an unsere Lehrstunden mit diversen Guides und ändern unsere Strategie. Fahren also nicht neben oder gar hinter dem Tier her, sondern ein ganzes Stück voraus, warten dann dort und lassen den Löwen auf uns zulaufen. Das klappt ziemlich gut.
Und wird noch besser, weil der Kater nun sogar auf unserer Höhe in Richtung Straße abbiegt - nun steht er direkt vor uns und beginnt zu flehmen.
Schließlich quert er die Straße und macht sich über die weite Ebene auf und davon in Richtung Busch. Wir lassen ihn seiner Wege ziehen und setzen unseren gen Osten fort.
Wir fahren über Olifantsbad und Aus, so richtig ausgezahlt hat sich diese Schleife noch nie, aber sie ist eine schöne Abwechslung mit den vielen Büschen und Bäumen. Aus dem Augenwinkel registriere ich etwas und setze noch einmal zurück. Ein kleines Löwenrudel, ziemlich weit weg, aber immerhin. Außerdem Habichte, die wir leider kaum unterscheiden können.
Graubürzel, Weißbürzel...?
Kampfadler (den kennen wir ;))
Als wir auf die Hauptpad stoßen, biegen wir rechts ab und verlassen sie erst wieder bei den Wasserlöchern Sueda und Salvadora. Der Blick von hier auf die Pfanne ist einfach immer wieder schön.
Steppenfalke im einzigen Baum bei Charitsaub
2019 hatten wir große Zebra-Herden in Salvadora angetroffen. Diesmal haben sie sich bei Rietfontein versammelt, dem großen natürlichen Wasserloch.
Ungefähr auf der Hälfte der Strecke geht es an Halali vorbei. Zuletzt haben wir hier immer übernachtet und - bislang vergeblich - auf eine Leoparden-Sichtung gehofft, doch dieser Stopp passte diesmal nicht auch noch rein. Ein bisschen schade ist das schon, beim nächsten Mal dann wieder.
???
Eigentlich wollen wir mittags in Onguma ankommen und nach einer kleinen Pause wieder in den Park zurückkehren. Doch so richtig flott kommen wir nicht voran. Was auch an den vielen Elefanten liegt, die wir unterwegs treffen. Wir sehen sie auf der Pfanne plantschen und sind überrascht, dass es dort an so vielen Stellen Wasser gibt.
Zwei Elis laufen im Gänsemarsch parallel zur Straße und wir heften uns an ihre Fersen. Schon lange ist uns kein Auto begegnet und so können wir ungehindert rangieren, wie wir es möchten.
Wir ziehen nach links rüber, denn die beiden Giganten stoppen, buddeln mit den Beinen im Schlamm und starten eine wilde Wasserschlacht, die den Namen auch wirklich verdient. Eine tolle Szene - und auch geräuschvoll.
Badespaß auf Elefantenart
Der Matsch spritzt in alle Richtungen und schützt die Tiere nicht nur vor Sonne und Insekten, sondern bringt ihnen auch eine besondere Bezeichnung ein. "Die weißen Elefanten von Etosha" verdanken ihre Farbe dem hellen Lehm und Kalk der Salzpfanne.
Erst als sie komplett und fingerdick eingekleistert sind, brechen die Elefanten auf - und somit auch wir.
BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201618. Dez. 2022 · #152
22. September: Von Okaukuejo nach Onguma Teil II
Es ist schon Mittag und höchste Zeit, wenn wir wirklich wie geplant noch eine kleine Pause in Onguma einlegen wollen; und vielleicht auch müssen, denn es ist heiß, windig und staubig.
Sogar die Kameras haben beim Fotografieren der Elefanten in der Sonne dermaßen angefangen zu glühen, dass sie kurzfristig in den Streik treten. Trotz allem können und wollen wir die Wasserlöcher rund um Namutoni nicht einfach links liegen lassen; uns zumindest einen kleinen Überblick verschaffen. Zum Glück haben wir noch leidlich kühle Getränke an Bord.
Wir steuern also Chudob an. Ein Wasserloch, das ich mit seiner schilfbewachsenen Insel in der Mitte sehr mag und diesmal glücklicherweise besser gefüllt ist als 2019, als es gerade noch eine Pfütze gewesen war.
Ein anderes Auto steht schon dort und das nette Paar winkt freundlich, als ich in ihre Richtung gestikuliere. Das hat einen Grund, denn sie bekommen nicht mit, was sich just bei unserer Ankunft in ihrem Rücken tut: Eine große Elefantengruppe marschiert heran.
Es ist immer wieder verblüffend, wie sich in der Natur binnen weniger Sekunden eine ruhige Szenerie in einen Schauplatz voller Spannung und Action verwandeln kann. Das Erfolgsgeheimnis und die Faszination Safari. Uns lässt sie schon lange nicht mehr los.
Die Elefanten vertreiben kurzerhand alle anderen Tiere vom Wasserloch und belegen das gesamte Terrain kompromisslos mit Beschlag. Wer im Weg ist, muss weichen. Oder bekommt ein Problem.
Ist die Pflicht erst erledigt, folgt die Kür. Die Tiere kosten ihr Bad richtig aus. Wie auch nicht - gegen so eine Wasserschlacht bei über 30 Grad hätte ich auch nichts einzuwenden...
Spätestens jetzt wird ist uns klar, dass wir unseren Plan ändern und auf die Pause verzichten müssen. Wir wollen jetzt hier nicht weg. Und weil es den Elefanten genauso geht, verrinnt die Zeit wie im Flug.
Als die Elis unter großem Getöse das Wasser verlassen, ist die Show noch längst nicht vorbei.
Nun folgen Staubbäder. Am späten Mittag sind wir mittlerweile das einzige Auto und können uns die Pole Position aussuchen.
Ein kleiner Elefant versucht mit seinem noch ungelenken Rüssel, es den Erwachsenen gleichzutun. Ein aussichtsloses Unterfangen. Doch die Rettung naht, der Kleine lässt sich in den Staub fallen und einfach von den Großen einpudern. Elefantenkind müsste man sein. Sie werden von ihrer Familie nach Strich und Faden verwöhnt.
Als wir denken, dass die Wellnessorgie ein Ende hat, beginnt der Badespaß einfach nochmal von vorn; wenngleich er auch insgesamt kürzer ausfällt als die erste Runde. Schließlich ziehen die Elefanten davon, und es kehrt so plötzlich wieder Ruhe ein, wie sie zuvor geendet hatte. Jetzt kommen auch die anderen Tiere endlich zum Zug. Und wir fahren mit großer Verzögerung weiter.
Kaptauben im "Winter-Wonderland" (Danke Friederike!)
Was aber jetzt keine Rolle mehr spielt. Wir fahren noch die anderen Wasserlöcher in der Gegend ab, besorgen am Kiosk in Fort Namutoni kalte Getränke und sind nach der langen Fahrerei froh, uns ein wenig die Beine zu vertreten.
Am späten Nachmittag, aber noch deutlich vor Sonnenuntergang, rollen wir zum Von Lindequist Gate. Dort sollen wir unter anderem den Inhalt unseres Kühlschranks vorzeigen, bekommen aber die Heckklappe nicht auf. Irgendwann winkt uns der Ranger trotzdem durch. Wir sehen wohl ziemlich harmlos aus...
Schon am Vortag hatten wir beide denselben Gedanken: Wir kennen das Onguma Bushcamp gut und mögen es sehr. Als wir dort ankommen, fragen wir nach einem Zimmer. Wir nehmen nicht an, dass noch eins zu bekommen ist, doch tatsächlich ist noch ein einziges für zwei Nächte frei. Christoph und Sandra, die im Camper bleiben möchten, ziehen also auf die benachbarte Leadwood Campsite, wir in unsere vier Wände - zumindest in der Theorie.
Denn in der Praxis scheitern wir auch hier an der ungeliebten Heckklappe. Wir können sie einfach nicht öffnen. Weder Thomas oder ich, noch der nette Herr von der Rezeption oder einer seiner Mitarbeiter, der für allerlei Reparaturarbeiten in Onguma zuständig ist. Der verbogene Schließmechanismus hat sich nun endgültig so sehr ineinander verhakt, dass nichts mehr geht. Die Axt wäre jetzt gut. Aber die liegt unerreichbar im Aufbau. Die Laune ist im Keller.
Fast eine geschlagene Stunde lang fummeln wir erfolglos an der Klappe herum, bis der Handwerker mithilfe von Werkzeug uns auch roher Gewalt endlich ans Ziel gelangt. "Pfffffft" und "KLONG", das verhasste Geräusch klingt diesmal wie Musik in meinen Ohren, doch wir sind ziemlich bedient - und einfach nur froh, als wir endlich im Zimmer unsere Flügel und die mühsam befreiten Klamotten ausbreiten können.
Am Campfeuer vor unserer Tür entspannen wir uns. Vergessen die Klappe und beobachten, wie die Sonne erneut spektakulär untergeht. Es ist einfach wunderschön hier. In Namibia, in Afrika - an unserem absoluten Sehnsuchtsort.
Liebe Betti, bei den Tauben handelt es sich meines Erachtens um Kaptäubchen, auch Namaquatäubchen (Oena capensis) , einmal juvenil und einmal male Soooo schöne Fotos - und so eine böse Gschicht mit dem Riegel. Das hatten wir bei einem solchen Bushcamper auch schon mal… Schöne Grüße Friederike
BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201619. Dez. 2022 · #154
CuF schrieb:bei den Tauben handelt es sich meines Erachtens um Kaptäubchen, auch Namaquatäubchen (Oena capensis) , einmal juvenil und einmal male
Guten Morgen Friederike und vielen Dank! Ich dachte auch an Namaquatauben, war mir aber nicht sicher, zumal mir nicht klar war, dass sie und Kaptauben dasselbe sind... 😁 Da setzt sich nun einiges zusammen, 1000 Dank für die Aufklärung!
CuF schrieb:Soooo schöne Fotos - und so eine böse Gschicht mit dem Riegel. Das hatten wir bei einem solchen Bushcamper auch schon mal…
Ja, das war wirklich blöd und hat leider auch zumindest einen kleinen Schatten auf die ganze Geschichte geworfen. Es war einfach total nervig, immer wieder mit diesem Teil kämpfen zu müssen.
Heute Abend geht es weiter, schön, dass du weiter dabei bist. Danke!
BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201619. Dez. 2022 · #155
23. September, Vormittag: Unverhofft kommt oft, Teil I
Wir haben wunderbar geschlafen und das nervige Klappen-Drama erfolgreich verdrängt. Einmal muss das Ding noch funktionieren und sollte das auch. Ausbauen konnte der hilfsbereite Onguma-Mitarbeiter den verbogenen Haken zwar nicht; aber mit Vehemenz und eisernem Willen immerhin so hinbiegen, dass er zumindest bis zu unserer Abreise halten dürfte.
Im schönen Freiluft-Restaurant des Camps frühstücken wir fix, dann rollen wir zum Gate, das gerade seine Pforten öffnet. Wir wollen ganz hoch bis ganz an die Nordgrenze des Parks. Das haben wir noch nie gemacht und erwarten auch nicht viel, aber wir kennen die Wasserlöcher um Namutoni mittlerweile so gut, es ist Zeit für etwas Neues.
Morgenstimmung bei Tsumcor
Weiter als bis Tsumcor sind wir bislang nie gekommen. Das Wasserloch ist bekannt für seine Elefanten, diesmal sehen wir nur Hyänen, die hastig etwas davontragen. Eine einzelne Hyäne ist geblieben.
Der Elefantenkadaver dürfte schon länger hier liegen. Ob er wohl eines natürlichen Todes gestorben ist?
Wir fahren weiter nordwärts, parallel zur Hauptstraße an der Pfanne entlang. Eine Landschaft wie aus dem Bilderbuch - und fast wie am Meer.
Stinkwater ist das einzige Wasserloch weit und breit, aber in dieser Jahreszeit ausgetrocknet. Dennoch bekommen wir mehr Tiere zu sehen, als wir erwartet hätten - vor allem Vögel.
Wir können sie in aller Ruhe beobachten, weil sich kein anderes Auto hierher verirrt. Es fühlt sich nach Wildnis an, so allein auf dem schmalen Weg inmitten herrlicher Natur.
Schwalbenschwanzspint - (zumindest bewusst) eine Erstsichtung für uns
Als wir wieder auf die Hauptpad stoßen, endet kurz darauf das verbuschte Gebiet und geht abrupt in weite Ebenen über.
In der Ferne am Horizont sehen wir den Turm des King Nehale Gates, des nördlichen Parkausgangs. Beim Wasserloch Andoni kurz vor dem Gate kehren wir um. Hier gibt es manchmal Paradieskraniche, aber nicht in dieser Jahreszeit. Die Ebenen sind knochentrocken.
Kudus bei Andoni
Über die Hauptpad fahren wir zügig zurück. Es ist schon 11 Uhr und diesmal soll es mit der Pause klappen. Bei Koinachas trinkt ein einzelner Elefant...
...und in der Nähe stehen einige Gamedrive-Autos am Rand der Pad. Wir gesellen uns dazu, können aber nichts entdecken. Ich frage nach. Was übersehen wir? Löwen unter einem Strauch, antwortet der etwas unwirsche Guide, bevor er weiterfährt. Das wollen wir nun auch, Katzen weit weg und in der Mittagshitze, die Reize sind überschaubar und wir wohl auch etwas verwöhnt.
"Da läuft ein Leopard, nach rechts!" Sagt plötzlich Thomas und schlägt mir vor Überraschung auf den Arm. Autsch! Ich bin verdattert, reagiere aber sofort. Drehe auf der Stelle um, fahre die paar Meter zurück nach Koinachas - und dann warten wir ab. Ich habe das Tier nicht gesehen, glaube aber natürlich Thomas, der mir wie zum Beweis ein Foto auf dem Display unter die Nase hält.
Thomas mit Tele und Adleraugen diesmal weit vorn
Ich kann nix darauf erkennen, schon gar nicht ohne Brille, aber die Vorzeichen verdichten sich. Schon rollen Autos heran und rangeln um die besten Plätze. Die Antilopen, längst alarmiert, tun das genaue Gegenteil: Sie suchen das Weite.
Ich halte vor Spannung den Atem an. Und dann ist er da, der Leo. Ein Männchen und ein ziemlicher Brocken.
Der erste Leopard, den wir im Etosha ganz in Ruhe beobachten können. Und das mitten am Tag. Unverhofft kommt eben oft. Das schöne Tier trinkt minutenlang, die Zahl der Autos um uns herum nimmt sekündlich ab: Die Zeit der organisierten Touren ist abgelaufen, sie fahren zurück.
Davon sind wir weit entfernt. Auch der Leopard hat es nicht eilig und glücklich beobachten wir, wie er halb ums Wasserloch herumläuft, dann an uns vorbei und schließlich im Busch verschwindet. Weil der an dieser Stelle nicht besonders dicht ist, checken wir noch einmal die Gegend.
Vergebens. "Wenn ein Leopard nicht gefunden werden will, dann findet man ihn auch nicht." Hat uns einmal ein Guide eingebläut. Da ist was Wahres dran. Von jetzt auf gleich ist das Tier wie vom Erdboden verschluckt. Es ist erstaunlich.
Wir fahren zurück nach Onguma, ganz euphorisiert. Und freuen uns auf die Pause - aber auch jetzt schon auf den Nachmittag.
BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201620. Dez. 2022 · #156
23. September, Nachmittag: Unverhofft kommt oft, Teil II
Der Garten in Onguma ist ein Paradies für Vögel. Zumindest für die meisten von ihnen. Als wir angekommen sind und zu unserem Rondavel laufen, hören wir ein penetrantes Krächzen aus einem hohen Baum, und der Urheber ist schnell gefunden. Ein Papageien-Junges bettelt seine Eltern an, die aber ganz offenkundig ein Mittagsschläfchen halten wollen.
Der Kleine beweist große Ausdauer. Hüpft erst zum einen Elternvogel und quengelt herum, und wenn dort nichts zu machen ist, zum anderen. Das ist alles sehr drollig, für die erwachsenen Vögel aber wohl gar nicht paradiesisch. Wir hören die kleine Nervensäge noch herumkrakeelen, da liegen wir schon längst am Pool.
Wir gesellen uns zu Sandra und Christoph, die ihre Fahrt in den Etosha auf den Nachmittag verlegt und am Pool gechillt haben. Warum auch nicht? Wildlife gibt es hier frei Haus. In diesem Fall in Form eines Reihers, der im benachbarten Wasserloch einen Fang nach dem anderen aus dem Becken zieht.
Was allerdings keine große Kunst ist. Denn dort wimmelt es nur so von Fischen, wie wir am Abend gut erkennen können, als eine der Servicekräfte Brotkrumen über das Geländer wirft. Vor allem die Welse sind gigantisch und über einen Meter lang. Zu dicke Brocken jedenfalls für den eifrigen Reiher, der es auf kleinere Fische abgesehen hat, aber dennoch fette Beute macht.
Später machen wir uns fertig, bedienen uns am (kostenfreien) Kaffeebuffet und machen uns dann auf die Socken. Auch bei den Braunkopfpapageien sind mittlerweile bei allen Familienmitgliedern die Lebensgeister erwacht.
Ein Spitzmaul, das wir schon am Vormittag unter einem Busch entdeckt hatten, hat die Mittagshitze selig verpennt und kommt nun gerade in die Gänge.
Es läuft auf uns zu und dann über die Straße, wo es friedlich zu grasen beginnt. Sein Horn ist schon einmal gestutzt worden und mittlerweile nachgewachsen. Es ist einfach traurig, dass solche Schritte nötig sind.
Wir schätzen am Ostteil des Parks die vielen nah beieinanderliegenden Wasserlöcher. Wir fahren eigentlich nie lange Strecken, sondern bleiben meist in Gegend. Wie auch an diesem Nachmittag wieder.
Die Schleife bei Pan's Edge liefert nicht nur Vogelsichtungen, sondern auch schöne Ausblicke auf die Salzpfanne.
Die Sonne sinkt bereits, das Licht wird weicher. Eine wunderbare Stimmung. Um Tsumcor herum tummeln sich Elefanten, manchmal auch direkt an der Pad.
Behutsam mogeln wir uns an ihnen vorbei.
Am Wasserloch selbst trinkt ein einzelner Elefant. Er scheint ganz zufrieden zu sein und macht lustige Knoten in seinen Rüssel.
Wir verlassen die friedliche Szenerie, bis jetzt war es ein gemütlicher Nachmittag. Bei Koinachas aber ist was im Busch. Sprichwörtlich, einige Autos haben sich versammelt. In den vergangenen Tagen habe sich häufiger um diese Tageszeit ein Leopard gezeigt, erklärt uns einer der Wartenden. Die Aussichten stünden gut, denn er sei bereits am Mittag in einem Baum gesichtet worden.
Für uns ist der Fall klar. Es muss derselbe Leo sein, denn wir mittags beobachtet hatten. Wir überlegen noch, ob wir die vage Möglichkeit abwarten wollen, da lugt die Katze schon aus ihrem Versteck,...
...marschiert zwischen den Autos hindurch über die Straße und verschwindet dann zügig im Unterholz. Erst auf den zweiten Blick erkennen wir, es ist ein anderer Leopard als zuvor. Schlanker, filigraner - eine Dame.
Als sich die Autos in alle Winde verstreuen, begegnen uns unsere Freunde. Auch für sie war es nun schon der zweite Leo im Etosha - und bei ihnen kommt noch ein dritter hinzu, der kurz vor dem Gate über die Straße huscht. Fast schon eine Leopardenflut. Pures Glück? Oder gibt es einfach mehr von ihnen als zuvor? Wir wissen es nicht.
Klein Namutoni ist wie so oft unsere letzte Anlaufstelle vor der Rausfahrt aus dem Park. Die Chancen auf Dikdiks stehen rund um dieses Wasserloch unvermindert gut.
Wir schleichen uns im Schneckentempo an - und auf dem schmalen Weg bis auf Armlänge an die Zwergantilope heran. Ich finde sie einfach wunderschön mit den großen Kulleraugen und den angeklebten Wimpern.
Nicht weit vom Wasserloch entfernt hat eine Hyänenfamilie ihren Bau. Am Abend verlässt der Nachwuchs dessen Schutz, es ist Fütterungszeit.
Die Mutter war den Tag über auf Beutezug und offenbar erfolgreich, ihr Bauch ist kugelrund. Gerne wären wir noch geblieben, doch uns läuft die Zeit davon. Gerade noch rechtzeitig schaffen wir es bis Toreschluss. Am Morgen wollen wir noch einmal wiederkommen und hoffen, die Hyänen dann noch draußen anzutreffen.
Am Abend essen wir mit Sandra und Christoph im Restaurant. Stoßen auf unsere gemeinsame Reise an, die sich leider dem Ende zuneigt. Das Essen in Onguma ist richtig gut, so hatten wir es in Erinnerung und dabei ist es auch geblieben. Am nächsten Tag beginnt praktisch die Rückreise. Nur eine letzte Nacht am Waterberg - aber darüber will ich jetzt lieber noch nicht nachdenken.
Daxiang5'049 Beiträge · seit 201421. Dez. 2022 · #157
Hi Betti,
dein Bericht ist genau das, was ich nach einer recht feuchten Gassirunde brauche! Besonders habe ich mich über eure Leo-Sichtung in Koinachas gefreut. In den vergangenen Jahren war Koinachas für uns immer ein sicherer "Leo-Garant" - nur diesmal gab es im März leider kein Wiedersehen. Vermutlich war es der Katze zu nass.
Ups, bin erst jetzt über Deinen RB gestolpert und habe mich gleich festgelesen. Klasse !!!
Grüße vom Alm
H.Badger1'822 Beiträge · seit 201621. Dez. 2022 · #159
Hallo Betti, da ist euch ja ein Prachtkerl begegnet - obschon ich bei Leoparden tatsächlich die weiblichen Tiere schöner finde. Aber ein solches habt ihr ja auch gesehen! 🤩 Die Gegend um Namutoni ist ein guter Ort für Leopardensichtungen. Wenn wir im Etosha Leoparden gesehen haben, dann (mit einer Ausnahme bei Halali) hier.
Ich bin gespannt auf den Endspurt eurer schönen Reise! Herzliche Grüße Sascha
BeatnickThemenstarter1'712 Beiträge · seit 201621. Dez. 2022 · #160
Guten Abend ihr Lieben!
Daxiang schrieb:dein Bericht ist genau das, was ich nach einer recht feuchten Gassirunde brauche!
😄 Ich habe mich gerade erst kürzlich gefragt, wie es der Rasselbande wohl geht. 🙂
Daxiang schrieb:In den vergangenen Jahren war Koinachas für uns immer ein sicherer "Leo-Garant"
Das hatte ich bei euch auch immer wieder gelesen, aber bei uns war dieses spezielle Wasserloch noch nie so richtig ergiebig. Was ja nicht schlimm ist, es liegt ja direkt am Weg und der Aufwand ist gering. Dieses Jahr hatten wir dort erstmals viele tolle Sichtungen, auch viele Elefanten. Früher haben wir dort auch schon einmal Geparde gesehen, allerdings noch nie Löwen. Sie ziehen wohl andere Wasserlöcher vor. Vielleicht kommen auch deswegen die Cheetahs und Leoparden gerne dorthin.
ALM schrieb:Ups, bin erst jetzt über Deinen RB gestolpert und habe mich gleich festgelesen.
Das ist aber schön! 🤪
ALM schrieb:Klasse !!!
Dankeschön! Und viele Grüße zurück.
H.Badger schrieb:obschon ich bei Leoparden tatsächlich die weiblichen Tiere schöner finde.
Das geht mir auch so!
H.Badger schrieb:Ich bin gespannt auf den Endspurt eurer schönen Reise!