Fazit
Tja, was soll ich sagen? Irgendwie war die Reise teilweise anders als erwartet. Zum ersten Mal waren wir von einer Afrika-Reise nicht völlig begeistert. Woran das genau gelegen hat, kann man nicht so leicht beantworten, da kamen einige Dinge zusammen.
Das Wetter hat es wirklich nicht gut mit uns gemeint. Dass es zum Beginn der Regenzeit durchaus mal heftig regnen kann, ist uns natürlich bewusst. Allerdings hatte ich vor der Reise so ziemlich jeden Reisebericht aus der Reisezeit November/Dezember gelesen und muss sagen, dass da niemand auch nur ansatzweise so viel Regen hatte wie wir. Das war jetzt schon eher mit dem zu vergleichen, was die Leute von der Reisezeit Januar oder Februar (also mitten in der Regenzeit) berichten. Da hatten wir also etwas Pech. Dass es das ganze Jahr über schon so nass war, führte dann natürlich auch dazu, dass viele Wege im Moremi nicht passierbar waren.
Tiertechnisch fanden wir diese Reise wirklich sehr mau. Ich weiß gar nicht, ob wir auf einer Afrika-Reise überhaupt schon mal so wenige Tiere gesehen haben und dann tendenziell immer die gleichen Arten. Insofern war der ursprüngliche Gedanke nach der Tansania-Reise “kann uns Botswana jetzt überhaupt noch irgendwas bieten?!” wirklich nicht abwegig. 😗 Wir hätten die Erwartungshaltung an die Tierwelt doch deutlich nach unten schrauben müssen. Wir sind wohl auch durch die letzten Afrika-Reisen (Tansania, Uganda, die lange Reise durch den KTP, Namibia und Caprivi) zu verwöhnt gewesen.
Dass das Campen höchstwahrscheinlich nicht so unser Ding ist, hatten wir ja bereits vermutet. Die Motivation fürs Campen war bei uns natürlich nicht “Hey da haben wir mal Bock drauf, also probieren wir das mal aus!”, sondern eher “Ach du scheiße, DAS sind die Lodgepreise?! Alles klar, das ist also der Grund, aus dem in Botswana alle campen!” 🤪 Insofern war es immer irgendwie notwendiges Übel. Wir standen dem Ganzen aber durchaus positiv eingestellt gegenüber und hätten uns gerne eines Besseren belehren lassen. Ein Teil von mir hatte schon gehofft, dass wir im Laufe der Reise sagen “Wow, das macht total Spaß mit dem Campen! Das müssen wir unbedingt noch mal machen!” War halt nicht so. 😕 Stattdessen ging uns gleich zu Beginn der ganze Dreck und die Arbeit total auf die Nerven. Wenn ich morgens schon in Staub gehüllt werde, breche ich wirklich nicht in Jubelstürme aus. Und wir sind schon eher die Typen, die sich einfach gerne ins Restaurant setzen und sich bekochen lassen. Wir würden auch niemals in eine Ferienwohnung fahren und dort dann selbst putzen und kochen - das hat uns für uns nichts mit Urlaub zu tun.
Auch hatte ich insgesamt erwartet, dass die Campsites viel weiter auseinander liegen. Außer Baines Baobabs und Sunday Pan waren die Sites für unsere Geschmack viel zu nah beieinander. Das erklärt natürlich auch, warum man regelmäßig in Reiseberichten von lauten Nachbarn liest. Da hatten wir dieses Jahr natürlich enorm viel Glück, weil wir meistens gar keine direkten Nachbarn hatten. Aber da wir unter anderem wegen der Einsamkeit und Ruhe nach Afrika fahren, würden mir laute Nachbarn absolut alles vermiesen. Wobei man das Pech natürlich auch in Lodges haben kann, aber da könnte man sich noch an die Angestellten wenden. Auf dem Campingplatz ist man ja doch eher auf sich gestellt und muss das direkt mit den lauten Nachbarn klären. Zum Glück hatten wir nur in Xakanaxa und im South Camp (Nxai Pan) nervige Nachbarn.
Das ganze Camperleben führt auch zu einem ganz anderes Tagesablauf, als wir das von vorherigen Lodge-Reisen gewöhnt waren. Man muss früher aufstehen, denn man muss ja erst mal das Zelt zusammenbauen, bevor man losfahren kann. Zu den Ablutions läuft man ggf. erst mal ein Stückchen, das Bad ist also nicht 2 Meter vom Bett entfernt. Dann der ganze Zeitaufwand durch’s Essen zubereiten … Wir sind auch nicht so die Typen, die erst bei Dunkelheit anfangen zu grillen. Martin bekommt da Herzkasper und mich nerven die ganzen Viecher, die dann ggf. unkontrolliert ins Essen fliegen. Übrigens hab ich die Stirnlampe schon an Tag 2 in die Ecke gepfeffert und nicht mehr benutzt. Wie kann man sich freiwillig was vor die Stirn tackern, was als Blitzableiter für sämtliche Insekten fungiert? So wenig Licht wie möglich lautete meine Devise! Was du nicht weißt, macht dich nicht heiß. Einmal kurz den Boden ableuchten, um die größten Katastrophen auszuschließen und dann mit dem Licht durch die Lampen im Camp zurechtkommen. [Hatte das Fazit vor der Stirnlampen-Diskussion geschrieben. Mittlerweile würde ich es - dank eures Hinweises - noch mal mit einer Rotlicht-Stirnlampe versuchen.] Das frühe Kochen führt dann aber natürlich dazu, dass man nicht bis Ultimo im Park auf Game Drive gehen kann, was wir sonst eigentlich immer machen. Auch das hat uns auf Dauer ein wenig frustriert. Wenn man in einer Lodge übernachtet, ist das alles etwas einfacher und unkomplizierter, unserer Meinung nach. Letztlich hat man so auch mehr “Freizeit”, da man keine Zeit mit Abwasch, schnippeln, kochen usw. verplempern muss. Wenn einen die Lodgepreise in Botswana also nicht abschrecken, kann ich nur zur Lodgevariante raten. Der einzige Nachteil ist meiner Meinung nach, dass die Lodges im Chobe und Moremi in der Regel nicht an Selbstfahrer gerichtet sind, sondern überwiegend auf Fly-in, was dann nur organisierte Game Drives zur Folge hat, was überhaupt nicht unser Ding ist; wir fahren einfach lieber selbst.
Wenn man noch nie gecampt hat, sollte man sich das schon gut überlegen. Und dann kann ich nur empfehlen, unterwegs möglichst viele Hotel-/Lodgenächte einzustreuen, so wie wir das gemacht haben. Sonst könnte der Frust unterwegs wirklich zu groß werden.
Ich möchte noch nicht mal zu 100% einen weiteren Camping-Urlaub in Afrika ausschließen. Schließlich steht auch noch Sambia auf der Liste … da müsste ich mal recherchieren, ob das ohne Camper bezahlbar realisierbar ist. Dann aber definitiv nur im Bushcamper. Die Zeltdachvariante würden wir nie wieder nehmen.
Bei den Nationalparks haben uns Makgadikadi (also die Gegend um den Boteti River) und der Moremi super gefallen. Chobe fanden wir dieses Mal enttäuschend. Wir fragen uns immer noch, wie es sein kann, dass eine Reisezeit von nur 5 oder 6 Wochen später im Jahr so einen riesigen Unterschied machen kann. Central Kalahari fanden wir etwas enttäuschend, Kubu Island ebenso. Nxai Pan würden wir mittelmäßig einstufen. Wenn man eine passendere Jahreszeit wählt, als wir das getan haben, mit trockenem Wetter, sollte es hoffentlich bessere Sichtungen geben.
Die Fahrerei war insgesamt anspruchsvoll. Wir fanden Botswana anspruchsvoller zu fahren, als Tansania, was natürlich auch an der Nässe gelegen hat. Bei absoluter Trockenheit wüsste ich nicht, was man da mit 4x4-Erfahrung nicht schaffen sollte. Die Navigation war insbesondere im Moremi sehr anspruchsvoll. Es gab Phasen, da waren wir gefühlt überwiegend mit Navigation (ich) und Fahren (Martin) beschäftigt und konnten uns nicht wirklich auf die Tiersuche konzentrieren. Das bezieht sich aber nur auf den Moremi, in den restlichen Parks konnte man ganz gut navigieren.
Eine Wiederholung von Botswana wird’s vermutlich nicht geben. Dafür hat uns das Land insgesamt zu wenig begeistert (ja, ich traue mich, das zu schreiben, obwohl Bele mitliest! 😄 ). Vielleicht hat uns bei uns auch einfach nicht gepasst dieses Mal. Wenn wir die Reise evtl. dieses Jahr im September (mit Bushcamper!) gemacht hätten, könnte die Sache komplett anders aussehen - wer weiß das schon. 😐
Ich hoffe, ich konnte mit diesem Reisebericht dem einen oder anderen, der auch mit dem Gedanken einer ersten Camping-Reise in Afrika spielt, etwas Orientierung geben. Genau für solche Ersttäter habe ich noch eine Liste von Dingen erstellt, die wir nützlich und von solchen, die wir weniger nützlich fanden. Ich hoffe, das hilft etwas! Ich war nämlich vor der Reise völlig überfordert beim Gedanken “Was müssen wir packen, was brauchen wir?”
Tja, was soll ich sagen? Irgendwie war die Reise teilweise anders als erwartet. Zum ersten Mal waren wir von einer Afrika-Reise nicht völlig begeistert. Woran das genau gelegen hat, kann man nicht so leicht beantworten, da kamen einige Dinge zusammen.
Das Wetter hat es wirklich nicht gut mit uns gemeint. Dass es zum Beginn der Regenzeit durchaus mal heftig regnen kann, ist uns natürlich bewusst. Allerdings hatte ich vor der Reise so ziemlich jeden Reisebericht aus der Reisezeit November/Dezember gelesen und muss sagen, dass da niemand auch nur ansatzweise so viel Regen hatte wie wir. Das war jetzt schon eher mit dem zu vergleichen, was die Leute von der Reisezeit Januar oder Februar (also mitten in der Regenzeit) berichten. Da hatten wir also etwas Pech. Dass es das ganze Jahr über schon so nass war, führte dann natürlich auch dazu, dass viele Wege im Moremi nicht passierbar waren.
Tiertechnisch fanden wir diese Reise wirklich sehr mau. Ich weiß gar nicht, ob wir auf einer Afrika-Reise überhaupt schon mal so wenige Tiere gesehen haben und dann tendenziell immer die gleichen Arten. Insofern war der ursprüngliche Gedanke nach der Tansania-Reise “kann uns Botswana jetzt überhaupt noch irgendwas bieten?!” wirklich nicht abwegig. 😗 Wir hätten die Erwartungshaltung an die Tierwelt doch deutlich nach unten schrauben müssen. Wir sind wohl auch durch die letzten Afrika-Reisen (Tansania, Uganda, die lange Reise durch den KTP, Namibia und Caprivi) zu verwöhnt gewesen.
Dass das Campen höchstwahrscheinlich nicht so unser Ding ist, hatten wir ja bereits vermutet. Die Motivation fürs Campen war bei uns natürlich nicht “Hey da haben wir mal Bock drauf, also probieren wir das mal aus!”, sondern eher “Ach du scheiße, DAS sind die Lodgepreise?! Alles klar, das ist also der Grund, aus dem in Botswana alle campen!” 🤪 Insofern war es immer irgendwie notwendiges Übel. Wir standen dem Ganzen aber durchaus positiv eingestellt gegenüber und hätten uns gerne eines Besseren belehren lassen. Ein Teil von mir hatte schon gehofft, dass wir im Laufe der Reise sagen “Wow, das macht total Spaß mit dem Campen! Das müssen wir unbedingt noch mal machen!” War halt nicht so. 😕 Stattdessen ging uns gleich zu Beginn der ganze Dreck und die Arbeit total auf die Nerven. Wenn ich morgens schon in Staub gehüllt werde, breche ich wirklich nicht in Jubelstürme aus. Und wir sind schon eher die Typen, die sich einfach gerne ins Restaurant setzen und sich bekochen lassen. Wir würden auch niemals in eine Ferienwohnung fahren und dort dann selbst putzen und kochen - das hat uns für uns nichts mit Urlaub zu tun.
Auch hatte ich insgesamt erwartet, dass die Campsites viel weiter auseinander liegen. Außer Baines Baobabs und Sunday Pan waren die Sites für unsere Geschmack viel zu nah beieinander. Das erklärt natürlich auch, warum man regelmäßig in Reiseberichten von lauten Nachbarn liest. Da hatten wir dieses Jahr natürlich enorm viel Glück, weil wir meistens gar keine direkten Nachbarn hatten. Aber da wir unter anderem wegen der Einsamkeit und Ruhe nach Afrika fahren, würden mir laute Nachbarn absolut alles vermiesen. Wobei man das Pech natürlich auch in Lodges haben kann, aber da könnte man sich noch an die Angestellten wenden. Auf dem Campingplatz ist man ja doch eher auf sich gestellt und muss das direkt mit den lauten Nachbarn klären. Zum Glück hatten wir nur in Xakanaxa und im South Camp (Nxai Pan) nervige Nachbarn.
Das ganze Camperleben führt auch zu einem ganz anderes Tagesablauf, als wir das von vorherigen Lodge-Reisen gewöhnt waren. Man muss früher aufstehen, denn man muss ja erst mal das Zelt zusammenbauen, bevor man losfahren kann. Zu den Ablutions läuft man ggf. erst mal ein Stückchen, das Bad ist also nicht 2 Meter vom Bett entfernt. Dann der ganze Zeitaufwand durch’s Essen zubereiten … Wir sind auch nicht so die Typen, die erst bei Dunkelheit anfangen zu grillen. Martin bekommt da Herzkasper und mich nerven die ganzen Viecher, die dann ggf. unkontrolliert ins Essen fliegen. Übrigens hab ich die Stirnlampe schon an Tag 2 in die Ecke gepfeffert und nicht mehr benutzt. Wie kann man sich freiwillig was vor die Stirn tackern, was als Blitzableiter für sämtliche Insekten fungiert? So wenig Licht wie möglich lautete meine Devise! Was du nicht weißt, macht dich nicht heiß. Einmal kurz den Boden ableuchten, um die größten Katastrophen auszuschließen und dann mit dem Licht durch die Lampen im Camp zurechtkommen. [Hatte das Fazit vor der Stirnlampen-Diskussion geschrieben. Mittlerweile würde ich es - dank eures Hinweises - noch mal mit einer Rotlicht-Stirnlampe versuchen.] Das frühe Kochen führt dann aber natürlich dazu, dass man nicht bis Ultimo im Park auf Game Drive gehen kann, was wir sonst eigentlich immer machen. Auch das hat uns auf Dauer ein wenig frustriert. Wenn man in einer Lodge übernachtet, ist das alles etwas einfacher und unkomplizierter, unserer Meinung nach. Letztlich hat man so auch mehr “Freizeit”, da man keine Zeit mit Abwasch, schnippeln, kochen usw. verplempern muss. Wenn einen die Lodgepreise in Botswana also nicht abschrecken, kann ich nur zur Lodgevariante raten. Der einzige Nachteil ist meiner Meinung nach, dass die Lodges im Chobe und Moremi in der Regel nicht an Selbstfahrer gerichtet sind, sondern überwiegend auf Fly-in, was dann nur organisierte Game Drives zur Folge hat, was überhaupt nicht unser Ding ist; wir fahren einfach lieber selbst.
Wenn man noch nie gecampt hat, sollte man sich das schon gut überlegen. Und dann kann ich nur empfehlen, unterwegs möglichst viele Hotel-/Lodgenächte einzustreuen, so wie wir das gemacht haben. Sonst könnte der Frust unterwegs wirklich zu groß werden.
Ich möchte noch nicht mal zu 100% einen weiteren Camping-Urlaub in Afrika ausschließen. Schließlich steht auch noch Sambia auf der Liste … da müsste ich mal recherchieren, ob das ohne Camper bezahlbar realisierbar ist. Dann aber definitiv nur im Bushcamper. Die Zeltdachvariante würden wir nie wieder nehmen.
Bei den Nationalparks haben uns Makgadikadi (also die Gegend um den Boteti River) und der Moremi super gefallen. Chobe fanden wir dieses Mal enttäuschend. Wir fragen uns immer noch, wie es sein kann, dass eine Reisezeit von nur 5 oder 6 Wochen später im Jahr so einen riesigen Unterschied machen kann. Central Kalahari fanden wir etwas enttäuschend, Kubu Island ebenso. Nxai Pan würden wir mittelmäßig einstufen. Wenn man eine passendere Jahreszeit wählt, als wir das getan haben, mit trockenem Wetter, sollte es hoffentlich bessere Sichtungen geben.
Die Fahrerei war insgesamt anspruchsvoll. Wir fanden Botswana anspruchsvoller zu fahren, als Tansania, was natürlich auch an der Nässe gelegen hat. Bei absoluter Trockenheit wüsste ich nicht, was man da mit 4x4-Erfahrung nicht schaffen sollte. Die Navigation war insbesondere im Moremi sehr anspruchsvoll. Es gab Phasen, da waren wir gefühlt überwiegend mit Navigation (ich) und Fahren (Martin) beschäftigt und konnten uns nicht wirklich auf die Tiersuche konzentrieren. Das bezieht sich aber nur auf den Moremi, in den restlichen Parks konnte man ganz gut navigieren.
Eine Wiederholung von Botswana wird’s vermutlich nicht geben. Dafür hat uns das Land insgesamt zu wenig begeistert (ja, ich traue mich, das zu schreiben, obwohl Bele mitliest! 😄 ). Vielleicht hat uns bei uns auch einfach nicht gepasst dieses Mal. Wenn wir die Reise evtl. dieses Jahr im September (mit Bushcamper!) gemacht hätten, könnte die Sache komplett anders aussehen - wer weiß das schon. 😐
Ich hoffe, ich konnte mit diesem Reisebericht dem einen oder anderen, der auch mit dem Gedanken einer ersten Camping-Reise in Afrika spielt, etwas Orientierung geben. Genau für solche Ersttäter habe ich noch eine Liste von Dingen erstellt, die wir nützlich und von solchen, die wir weniger nützlich fanden. Ich hoffe, das hilft etwas! Ich war nämlich vor der Reise völlig überfordert beim Gedanken “Was müssen wir packen, was brauchen wir?”
Reisebericht "In Lodges auf Selbstfahrerreise in Tansania"
Reisebericht "Zwei Warmduscher auf Camping-Reise in Botswana"
