Hallo allerseits,
die lange Funkstille tut mir Leid, aber zumindest habe ich eine einigermaßen brauchbare Entschuldigung. Wir waren im Urlaub! Nein, nicht Afrika oder ähnlich spektakuläres, aber der Schwarzwald kann auch nett sein! 🤩
23.09. - Riverdance am OkawangoDer Wind in den frühen Morgenstunden lässt mich nicht wirklich gut schlafen. Das Gegrunze und Geplansche der Hippos in etwa 30 m Entfernung klingt, als würden sie in einem Planschbecken neben unserem Auto baden. Spannend sind auch die Frösche. Der Ruf klingt wie ein sehr weiches und sehr lautes Klicken.
Wir frühstücken ausgiebig, dann verabschieden wir uns und machen uns gegen kurz vor 10:00 Uhr wieder auf den Weg.
Wie heißt noch dieser nette Vogel?
Wie heißt noch dieser nette Vogel?Heute geht es weiter an den Okavango zur Riverdance Lodge über den Trans-Caprivi-Highway. Gleich nach den ersten Kilometern werden wir wieder gestoppt und müssen wieder an einer Tierseuchen-Kontrollstelle unsere Reifen abspritzen lassen und mit den Stiefeln beziehungsweise Flipflops in die Matsche treten. 🤢
Nach zwei Dritteln der Strecke werden wir von zwei Polizeibeamten angehalten. Eine etwas skurrile Situation. Es gibt natürlich keine echte Haltelinie und Ich bleibe offensichtlich etwas zu spät stehen. 😵 Daraufhin werde ich erstmal nachdrücklich dazu aufgefordert. diesen einen Meter zurück zu fahren. Nicht, dass ihr das falsch versteht, es gab weder eine Haltelinie noch sonst eine Markierung. Aber das war halt wichtig 🤩 ! Als wir dann in den Augen des Ordnungshüters richtig stehen, werden wir freundlich begrüßt und man teilt uns mit, dass wir wegen der vielen Rinderherden, die am Straßenrand weiden, besonders vorsichtig fahren sollen. Klar, kein Problem! Dann dürfen wir weiter. 🙂 😎
Hier ist wirklich einiges rechts und links von der Straße zu sehen. Einige Hütten, immer wieder mal eingezäunten Bereiche, Menschen auf der Straße und das angekündigte Viehzeugs in Form von Rindern. Leider haben wir so überhaupt keine Bilder gemacht, hat uns im Nachhinein echt geärgert. 😵
Gegen 12:30 Uhr erreichen wir den Abzweig zur Riverdance Lodge. Damit ich nicht aus der Übung komme, gibt es auch gleich mal wieder eine holprige Gravel-Stecke 🤩 . Der viele Asphalt verwöhnt einen glatt! Wir kommen an ein Tor, dass uns von einem freundlichen Herrn geöffnet wird. Nach ein paar Metern erreichen wir einen Parkplatz, der schon recht gut gefüllt ist. Dahinter geht es zur Rezeption. Es ist richtig schön hier! Von der Terrasse des Restaurants aus hat man einen wunderbaren Blick auf den Okavango. Auf der anderen Flußseite beginnt bereits Angola. Essen können wir hier heute auch für 220 NAD pro Person. Ein Sundowner Drive würde uns 400 NAD pro Person kosten. Erst wollen wir uns aber mal die Campsite angucken.
Wir haben die Nummer zwei. Jede Campsite hat ein eigenes "Waschhaus" mit überdachter Abwaschmöglichkeit und einem Bad, dass einfach riesig ist. Richtig viel Platz 🤩 ! Neben dem Grillplatz gibt es einen großen Tisch mit Bänken mit Blick auf den Fluss. Traumhaft schön!
Wir schließen das Auto an den Strom an und bringen dann unsere Wäsche zur Rezeption, die wir noch waschen lassen wollen. Wir setzen uns einen Moment auf die Restaurantterrasse. Mit Kaffee kann man sich an einem Automaten selbst bedienen. Wir bekommen die Auskunft, dass der Sundowner Drive per Boot leider schon ausgebucht ist. Falls noch mehr Interessenten kommen, haben wir aber vielleicht noch eine Chance.
Mit dem Boiler auf unserer Campsite gibt es wohl Probleme. Wir können aber auf die Campsite Nr. 3 wechseln, die fast noch schöner ist.
Wir genießen die Terrasse und die Aussicht. Später werden wir von Pascale, die gemeinsam mit Ihrem Mann Chris die Lodge leitet, herzlich begrüßt. Sie kommen aus der Schweiz, und - klar - kennen natürlich Chrigu! Die Welt ist klein! 😄
Blick über den Okawango. Drüben ist schon Angola
Buschbrand in AngolaDann können wir doch noch bei der Bootstour dabei sein. Wunderbar, um 16:00 Uhr soll es losgehen 🤩 ! Claudia schaut auf die Uhr, es ist 14:45 Uhr, also kann sie noch in Ruhe duschen. Kaum ist sie weg, kommt der Guide, der uns mit dem Boot fahren will, zu mir und teilt mir mit, dass wir losfahren können 😮 . Moment, hatte nicht jemand was von 16:00 Uhr gesagt, jetzt ist es kurz vor drei 😵 ! Nee, nee, meint er, es ist kurz vor vier! Ich schaue auf mein Handy, und tatsächlich, kurz vor vier 😣 ! Ich lasse alles stehen und liegen und renne zur Campsite. Hoffentlich steht Claudia nicht schon unter der Dusche! Glück gehabt, noch nicht. Schnell alles wieder wegpacken, dann sind wir pünktlich am Boot. 😗
Was war passiert? Als wir auf der Terrasse gesessen haben hat sich Claudias Handy in ein Angolansiches Netz eingebucht. Angola hat eine andere Zeit, ist eine Stunde hinter der Namibischen Zeit. Meins ist in Namibia eingebucht. Das soll einer ahnen!
Das Spanisch-sprachige Paar, das mit uns an Bord ist, hat glücklicherweise Verständnis, denen ist das mit der Zeitumstellung auch schon passiert. Los geht es auf dem Okavango Richtung Osten. Der Wasserstand ist sehr niedrig, so dass unser Bootsführer richtig aufpassen muss, um zwischen den Felsen und Sandbänken hindurch zu navigieren. Aber er ist hier zuhause, kennt sich super auf dem Fluss aus. Und er ist ein echter Künstler mit dem Boot, der sehr geschickt Strömungen und die Physik des Bootes ausnutzt um in den schmalen Bereichen mit genügend Tiefgang zu navigieren.
Sehr viele Tiere sehen wir nicht, aber die Landschaft und den Fahrtwind genießen wir sehr. Es gibt einige Vögel, Flusspferde und Krokodile zu sehen.

Wir werden aus Angola beobachtet! 

An der Stelle, an der wir wieder umdrehen müssen, entdecken wir noch eine kleine Gruppe Hippos. Hier bleiben wir noch etwa 10 Minuten, um möglichst schöne Aufnahmen zu bekommen. Ein Nilpferd tut uns den Gefallen und gähnt ausgiebig, so dass wir den aufgesperrten Rachen gut fotografieren können.


Nun geht es so langsam wieder auf den Rückweg und es wird ein Platz für den obligatorischen Sundowner gesucht 😄 .

Unsere Bootsführer (das zweite Boot kommt auch dazu) finden eine Sandbank, wo die Boote aufgesetzt werden. Es wird ein Tisch mit Knabberkram und Getränken aufgebaut. Wir nutzen die Gelegenheit, ein wenig mit den anderen Gästen zu klönen, und die schöne Landschaft zu genießen und zu fotografieren.


Dann geht es weiter, wir müssen uns langsam beeilen, es wird immer dämmriger. Das Licht ist einfach phantastisch 🙂 ! Wieder müssen die Bootsführer sehr vorsichtig die Strömungen einschätzen, um durch die Untiefen und zwischen den Felsen hindurch zu navigieren. Das machen sie sehr souverän und es gibt zu keiner Zeit ein Problem. Wir kommen pünktlich um 18:45 Uhr an der Lodge an. Chris meint anschließend, dass das wohl die letzte Fahrt für die nächste Zeit gewesen ist. Das Risiko, bei dem Wasserstand irgendwo aufzusetzten, wird einfach zu groß.
Schnell gehen wir noch zur Campsite, um uns noch ein wenig frisch zu machen. Dann geht es zurück zur Lodge, wo wir auf dem Balkon unser Abendessen serviert bekommen. Für unseren Geschmack ist es etwas arg düster. Hin und wieder brauchen wir eine Taschenlampe, um sehen zu können, was sich vor uns auf dem Teller befindet 🤩 . Das Essen ist sehr gut, der Fisch ausgezeichnet. Wir genießen dazu einen Gin Tonic, anschließend gibt’s Bier für Claudia und Wein für mich.
Wir schlafen heute wieder wunderbar in unserer Schlafhöhle, heute mal mit eigenem Bad.
Herzliche Grüße
Martin