Nordwest Namibia im 4x4

59 Antworten · 13,9k Aufrufe · gestartet 05. Juni 2021 von Bluesbrother928
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Themenstarter123 Beiträge · seit 201905. Juni 2021 · #1
Wir haben es gewagt und unsere 2020 abgesagte NordNamibia Reise nachgeholt. Ich möchte mit Euch den Reisebericht teilen. Eigentlich wollte ich alles mehr zeitnah schreiben, aber ontheRoad ist das ja kaum möglich.
Auch wenn wir gezählte 11400 Bilder insgesamt mit Videos ca 2TB Material mit nach Hause geschleppt haben, möchte ich mich auf die Beschreibungen beschränken. Vielleicht kann der eine oder andere etwas davon für sich verwerten.
- Edit 31.12.2021 mittlerweile sind doch einige Videos dazu gekommen- Gut Ding braucht halt Weile -
https://youtu.be/FA3S06IbFnA
07.05
Einreise Namibia:
Wien, Frankfurt, Windhoek.
Laut den offiziellen Seiten von ADAC, Auswärtigem Amt und auch den Lufthansa Infos braucht man einen PCR Test, selbst beim Boarding wurde noch mal auf einen erforderlichen PCR Test hingewiesen.
Aber natürlich reicht für Namibia und Deutschland der Antigen Schnelltest.
Bemerkenswert war bei dem Lufthansa/Eurowings/Brussels Flug: kein Gratis Alkohol mehr auf Economy, dafür Decken und Polster gratis und es werden keine Kopfhörer für die Bordunterhaltung gereicht.
Der Sitzabstand war recht ordentlich, trotz meiner 184cm hatte ich noch gute 10cm Abstand zum Vordersitz bei den Knien. (Standard Sitz kein Notausgang)
Das Essen ist erwartungsgemäß - essbar.


08.05
Ziel Bushlore - Okonjima:
Die Einreise verlief recht flott, die beiden Gesundheitsformulare plus noch ein zusätzliches Einreiseformular das man im Flieger bekommt und natürlich den Covid Test braucht man, keine besonderen Vorkomnisse.
Keine Fragen oder Kontrollen ob man Drohnen mit hat. Alle Gepäckstücke werden allerdings gescannt.
Bushlore holt uns ab. Wir brauchen ca 2 Stunden für die Formalitäten und die Einweisung inkl. HiLift Jack. Die Fleischlieferung von KWS Windhoek hat gut geklappt. Bushlore hat die 9kg Fleisch wunschgemäß tiefgekühlt und auch vorab bezahlt. Wir haben das Fleisch dann an Bushlore per CreditCard bezahlt. Alles ganz easy und unkompliziert. Bestellt haben wir Beef Fillet, TBones, Ribeye, Springbock, Kudu, Zebra, Ostrich, Boerewors, Sousaties. Fleischmässig ist Springbock mit Abstand das zarteste was wir je gegessen haben.
Das Auto ist ein Landcruiser mit SingleCab (CruCam) 6Zyl Diesel. Wir hatten unsere Bedenken mit dem Platz im SingleCab, dazu dann im Auto Teil noch mehr.
Wie schnell so eine Reise auch wieder zu Ende sein kann, erleben wir im Einkaufszentrum als meine Frau über eine kleine Stufe stolpert und umknickt, aber gottlob ohne Folgen!
https://youtu.be/cD87O83_21w
Eines gleich vorweg: Was Masken und Hygiene betrifft: Während der ganzen Reise haben wir durchwegs Schwarze mit Masken gesehen, Staff sowieso. Allerdings schwankt die Trageart zwischen Kinnschutz bis Mundschutz, teilweise auch bis zur Nase getragen. Weisse auch Staff tragen miest keine Masken.
Touristen waren zu 90% ohne Maske unterwegs.
Das sage ich bewusst vorwurfsfrei und unaufgeregt - es ist einfach so.

Okonjima:
Wir kommen erst bei Sonnenuntergang an, aber die eigene Campsite ist riesig, mit doppelter Outdoor Dusche, doppeltem Outdoor WC und riesigem beschatteten Küchenbereich, beides mit Gasheizung für Warmwasser. (Wie toll heisses Wasser zum Duschen beim Campen ist, werden wir gegen Ende der Reise noch wertschätzen).
Sogar Shore Power gibt es, auch wenn wir während der ganzen Reise keine einzige Situation haben wo uns der Strom ausgeht. Und Gratis Feuerholz ist auch dabei.

09.05
Okonjima:
Wir waren lange Zeit skeptisch wie das mit dem Wildlife auf Okonjima ist, auch einige nicht überwältigend positive Berichte hier im Forum haben dazu beigetragen. Wie das mit besenderten Tieren in einem Wildpark funktioniert war für uns auch ein großes Fragezeichen, schon bei Wildlifedokus im Fernsehen sehen die Sender nicht gerade ansprechend aus.
Jedenfalls haben wir einen Morning Leopard Drive gebucht. Frühstück mit Rusks und Kaffe dann ist auch schon John da und holt uns ab. Zwei sehr netten Franzosen sind schon im offenen GameDrive Auto. (Beide auch während des Drives mit Masken, somit wollten wir nicht zurückstehen und haben es Ihnen gleichgetan)

John unser Fahrer hat sich redlich Mühe gegeben, erst versuchte er Leopard Vamos zu finden - aber der machte seinem Namen Ehre und "vamosd". Dann Planänderung und auf der Suche nach Neo. Dabei muss ich sagen das John mit dem Landcruiser gefahren ist, wo ich mich niemals getraut hätte zu fahren.
Quer durchs Gebüsch teilweise unter Einsatz einer Astsäge, einigen harten Bumps vom Differential?, also John hat wirklich alles gegeben. Bis wir dann wie er meinte in unmittelbarer Nähe zu Neo sein müssten.
Nach gefühlten 5 Minuten am selben Platz 5 Augenpaare suchen die Gegend ab. Flüstert John und deutet neben das Auto. in 4-5m Entfernung liegt ein Leopard halb unter dem Gras verborgen und kaut an einer Antilope die er unter dem Gras versteckt hat. Man hört das knacken und reissen der Knochen. Ab und an sieht er zu uns hin, sieht uns direkt in dei Augen lässt sich aber nicht stören. John meint das die Tiere in der Silhouette des Fahrzeugs keine Details unterscheiden.
Wir haben bislang noch nie GameDrives gemacht, weil wir lieber weniger sehen, aber dafür selber entdecken, aber das Erlebnis war schon etwas ganz Besonderes. Das der Leo Neo 🙂 besendert war, tut dem Erlebnis keinen Abbruch, ohne Sender hätte man den nie gefunden. Dauer des Drives: von 0700 bis 1100. Das wir nicht die ultimativen Sonnenuntergangslicht Photos machen konnten, stört uns auch kein bisschen, davon gibt es auf Instagram schon genug.

Spontan beschliessen wir noch den Rhino Walk am Nachmittag zu machen und verzichten damit auf die Möglichkeit Africat zu besuchen, weil uns dafür dann die Zeit fehlt.
Der Rhino Walk war im wesentlichen so, das John uns wieder abgeholt hat, zu einem Meeting Punkt mit den beiden AntiPoaching Rangern gebracht hat und wir dann gemeinsam mit Ihnen zu Fuß zu den Rhinos gegangen sind. Leise und bedächtig mit der richtigen Windrichtung diese umgangen haben und schliesslich wieder zurück beim Ausgangspunkt waren. Dabei kamen wir den Tieren (bzw. sie uns) auf geschätzte 30 Meter nahe.
In jedem Fall war es ein beeindruckendes Erlebnis. Dauer ca 2 Stunden
Für uns hat sich Okonjima somit schon gelohnt. AfriCat sehen wir uns auf der Webpage an, dort gibt es auch einen Unmege an Infos dazu.
https://youtu.be/po6YYqDGMgQ
Die Campsite hat in der Zwischenzeit wieder frisches Holz bekommen, Potje wird gekocht, OpenAir Dusche und Sundowner auf der Sundowner Site. Meine Frau bekommt zum Muttertag Parfum und eine Mundharmonika.
Wir staunen über den Sternenhimmel und die Milchstrasse. Unser Trip hat gut begonnen.
Wieviele Gäste in der Lodge und den Camspites waren ist schwer zusagen, aber beim Welcome Drink war nur eine andere Familie zusehen, am Morgen der Abreise in der Lodge war es auch sehr ruhig, zumindestens eine andere Campsite war aber in der zweiten Nacht auch belegt. Es gibt auch einen Pool für die Campsites, den wir aber aufgrund der Abendtemperatur nicht in Anspruch genommen haben.

10.05
Ziel: Okaukuejo:
Direkt vor der Okonjima Reception sehen wir zwei Hornbills mit Brautgeschenk turtelnd, leider keine Kamera dabei aber es ist süß zu sehen wie er die Gabe reicht und sie diese annimmt.
Einfahrt in Etosha via Anderson Gate, explizite Frage nach Dronen, Fleisch ist ihnen egal.
Die Okaukuejo Campsite ist recht groß die Stellplätze großzügig wenn auch kaum abgeteilt. Auslastung vielleicht 1/3.
Neben uns wieder Franzosen, die ein wenig mit Guitarre musizieren, aber gegen 9 Uhr verstummen. Angenehme Stimmung, nicht aufdringlich.
Tiersichtungen nichts besonderes 🙂 ausser die üblichen Oryx, Zebras, Springbock, Hartebeest.
Zum Abendessen gibt es Gemüsepfanne mit Boerewors und Ei.
Das Waterhole in der Nacht hatte ein MiniNashorn zu bieten, Entweder war die Sicht durch das Kunstlicht so verzerrt oder es war tatsächlich ein MiniNashorn 🙂 für ein junges war es uns zu alleine.
https://youtu.be/KoNpIdAXgYg
11.05
Ziel Olifantsrus:
Wir haben zum zweiten Mal Glück, weil meine Frau im Finstern am Morgen eine Stufe bei den Abolutions übersieht (schon wieder) und diesmal auch Bodenkontakt hat, aber ausser blauen Flecken keine Folgen.
Wir fahren nach Olifantsrus. Auf dem Weg dorthin, sehen wir einige Autos versammelt und gesellen uns dazu. 6 Löwen machen sich auf zu jagen. Der Pascha sitzt auf der rechten seite der Straße. Während sich die Löwinnen in entgegensetzte Richtung auf der linken Seite der Straße zu verteilen beginnen und langsam geduckt in Richtung einer Springbock Herde gehen. Der Abstand zwischen den am weitesten voneinander entfernten mögen wohl einige Hundert Meter sein.
Wir beobachten, aber nach einer guten halben Stunde entscheiden sich die Löwinnen offenbar um und kommen gelangweilt wieder zurück. Zwei erwählen den Schatten unseres Autos als Siesta Plätzchen. 🙂
Der Märchenwald auf dem Weg nach Olifantsrus kann weniger als wir erwartet haben, aber wir sind sowieso noch geflasht von den Löwen.
Olifantsrus ist recht klein, die Stellplätze nicht größer - eher kleiner als in Okaukuejo, dafür ein wenig mehr mit Büschen getrennt.
Wir sind früh da und brauchen Zusatzschatten, also aktivieren wir unseren Awning - zum ersten Mal mit dem Auto und zum letzten Mal. Wir sind noch beim diskutieren ob wir ihn abspannen sollen, aber obwohl es absolut windstill ist, kommt plötzlich eine Böe auf und knickt einen der Beams des Awnings. Naja wir schaffen es gerade ihn wieder einigermassen zusammenzufalten und mit Spanngurten zusammenzubinden.
Naja Schatten ist eh überbewertet wenn man im Herbst/Winter unterwegs ist.
Die Campsites sind geschätzt zu 2/3 belegt. Das Museum ist ein wenig creepy wenn man an die Elefant Cullings denkt. Aber es war ja offenbar gezielt um der Überbevölkerung Herr zu werden. Aber Elfantenfleisch in Dosen ist heute natürlich undenkbar.
Der Hide ist grundsätzlich toll gemacht, aber wir hatten keine nenneswerten Sichtungen.
Dafür konnten wir mit einem deutschen Pärchen plaudern, die uns etwas entsetzt von Ihren Opuwo Erfahrung mit den vielen bettelnden Menschen berichteten. Da wir schon in Marokko unsere entsprechenden Erfahrungen gemacht haben, konnte uns das nicht beeidrucken.
Für das abendliche Campfire lerne ich das die fertigen Braaiwood Packs aus dem Supermarkt zwar exzellentes Holz bieten, aber ohne viel Kohle nur schwer zum brennen zu bringen sind. Stücke die 10x10 cm Querschnitt haben mit der Säge geschnitten sind und sehr kompakt sind brauchen entsprechende Hitze um zu brennen.
https://youtu.be/eraINmbOg4s
12.5
Ziel Dolomite:
Auch am Morgen tut sich wenig am Hide. 1-2 Oryx. Aber auf der Strasse bei der Dillerspan, begegnet uns ein Service Trupp die stehen bleiben und uns von Löwen "just down the road" berichten. Nun mit "just down the road" haben wir von 2019 schon so unsere Erfahrungen (There is a Leopard just down the road). Also fahren wir im besseren Schritttempo und spähen. Leider genau - Nichts.
5km später finden wir ein Wasserloch links der Strasse und biegen dort ab. Wir finden jede Menge Springböcke. Die aber etwas nervös wirken. Wir sehen uns das Getue etwas an und plötzlich tauchen 2-3 dann 4 Löwen auf die gemächlich ans Wasserloch gehen. Eine Familie mit Papa Mama und zwei halbwüchsigen Cubs. Mama und Cubs finden sich zum trinken ein. Der Papa hatte offenbar schon vorher getrunken, denn er bevorzugte den Schatten. Wir konnten die 4 dann eine gute Stunde von der Stichstrasse zum Wasserloch aus beim Herumtollen beobachten.
Die NWR Lodge Dolomite war gerade um die Hälfte reduziert mit DBBpP um 1200NAD kann man nicht viel falsch machen, trotzdem waren nur 5-6 Autos am Abend dort geparkt. Das Wasserloch ist nicht spektakulär angelegt, trotzdem haben wir einen interessanten riesigen Bateleur Eagle und viele Zebras und! Giraffen gesehen. Die Giraffen haben sich mit uns einen Nervenpoker geliefert. An die 10 Stück, die nach dem Motto 3 Schritte vorwärts 2 zurück sich in Richtung Wasserloch bewegt haben.
Letztenendes haben sie gewonnen, denn uns lief die Zeit, bzw. die Sonne davon. Auch bekamen wir ein schlechtes Gewissen weil es offensichtlich war das wir sie gestört haben. Obwohl wir auf der anderen Seite des Loches waren und einer doch getrunken hat. Aber die anderen waren zu schüchtern.
Die Cabins im Dolomite fanden wir eine willkommene Abwechslung zum Popup Tent, Heisses Wasser zum Duschen, Strom und Ruhe um Speicherkarten zu dumpen und zu sichern. Und eine großartige Sicht beim eigenen Sundowner von der eigenen Terasse.
Das Abendessen bot die Wahl zwischen Hake und Chicken, beide waren recht gut. Staff war sehr friendly, auch einen Kaffe haben sie uns am Abend noch organisiert.
Ich muss noch was aus dem Auto holen, aber der Kellner lässt mich nicht alleine den Abstieg nach unten machen - too dangerous - so werde ich mit einem geländegängigen Golfkart den Berg nach unten kutschiert - wieder eine Gelegenheit versäumt einige Meter zu Fuss zu gehen.
Die Betten kommen uns riesig vor.
https://youtu.be/tY77A9SuyY0
13.05
Ziel Kunene River Camp:
Frühstück im Dolomite mit Omelette und Farmers Breakfast, Der Breakfast Officer 😉 bemüht sich der Toaster Maschine Manieren beizubringen. Mit einer Art Förderband wird das zu toastende Gut an einer sich kurz vor der Kernschmelze befindenen Strahlungsquelle vorbeigezogen um dann die Toasts schwarz verbrannt wieder auszuspucken "It is not under control" Etwas später hat er die Steuerstäbe nachjustiert und ein Exemplar des Toasts verlässt die Stätte in goldbraunen Zustand. Zufrieden konstantiert er "Now everything is under control". Ab sofort unser erster Spruch des Tages.
Noch ein Besuch beim Wasserloch, Dann verlassen wir Etosha beim Galton Gate. Kein Vet Check - Glück gehabt. (Möglichweise gibt es aktuell keine Seuchengefahr)
Wir fahren schnurgerade nach Norden nach Ruacana. Der Supermarkt ist wegen Feiertag leider geschlossen. Die Tankstelle hat immerhin offen, aber ausser Diesel, Tonic und Bier (in der Reihenfolge) gibt es wenig was wir brauchen können.
Die Strasse zum Kunene RiverCamp ist breit und grösstenteils easy zu fahren. Einige Male versuche ich auf die alte Strasse zu fahren, dabei begegnen wir aber meist nur Kindern, die unser Auto schon von weitem "wittern" oder verständnislos/verwundert dreinschauenden Erwachsener.
Trotzdem ist es kaum möglich mal direkt an den Fluss zu kommen. Bei einem Abstecher wo die Gegend relativ kultiviert aussieht parke ich das Auto und wir gehen Richtung 50 Meter entfernten Fluss. Nur um gerade auf einen jungen Mann zu stoßen, der uns erklärt das die Campsite noch nicht geöffnet ist. "We are not yet open"
Er erzählt uns das die Stelle wo ich das Auto geparkt habe, zu einem Garten gehört der dann eine Campsite werden soll. Da hat mans wieder, bei uns fährt man halt wenn man einen Platz am Fluss entdeckt der nicht abgezäunt ist, einfach hin und picknickt dort. Hier walzt man mit seinem LandCruiser durch jemandes Garten - der aber kaum! als solcher zu erkennen war.
Wir plaudern ganz nett mit ihm wollen ihm ein Bier spendieren, das er höflich aber bedauernd ablehnt, weil er keinen Alkohol trinkt. So geben wir ihm 2 Äfel und eine Banane und wünschen ihm alles Gute für seine Campsite.
Wir sind baff vor so viel Vertrauen in die Zukunft einerseits, andererseits vor so viel Weltfremdheit weil er ja wissen sollte das zu einer Campsite mehr als nur ein Platz mit einer paar Büschen gehört. Aber immerhin hat er eine Perspektive und wartet nicht darauf das die Sonne am Abend untergeht.
Unterwegs finden wir Firewood for sale. Eine Local kommt mit einem Kind am Arm und wir erstehen zwei Bundles zu je 30NAD - ich fühle mich plötzlich ambitioniert um zu verhandeln und biete 50NAD, worauf sie energisch das zweite Bundle gegen ein eine Spur kleineres austauscht.
Was mich hier wie auch später wundert, das bei diesen Geschäften immer erst das geschäftliche abgewickelt wird um dann nachher noch um Essen zu bitten. Der für mich naheliegendere Deal wäre, Ware gegen Essen. Zumal auch die beiden angebotenen Äpfel eher mit Geringschätzung bedacht wurden.

Das Kunene River Camp ist zu 2/3 belegt. Wir können uns einen Platz am Fluss aussuchen. Neben uns ist eine Gruppe Südafrikaner die zwar geräuschvoll sind, Musik der 80er und 90er inklusive, aber sie treffen unseren Musikgeschmack, machen ein wenig Small Talk mit uns (einer erzählt uns das Etosha Ost Fisher Pan voll Wasser mit Flamingos ist), und sind gegen 2100 dann auch wieder ruhig.
Feuerholz muss man extra kaufen bzw. haben. Internet gibt es gegen Bezahlung. Die Campsite ist hübsch mit viel Grün, aber mir persönlich zu dicht.
Zum Abendessen gibt es 2 x TBones mit Salat und Kartoffel. Die TBones haben wir natürlich vergessen tagsüber aufzutauen, aber es geht sich aus. Peaceful Sleep hält uns die Moskitos zu 90% vom Hals.
https://youtu.be/phkA1LOIjDE
Fortsetzung folgt ...
letzte Reise: Roadtrip Uganda https://youtu.be/wTiSncdAhKQ
zuletzt bearbeitet 09. Jan. 2022
275 Beiträge · seit 201305. Juni 2021 · #2
Vielen Dank für den Bericht! Bin gespannt auf die weiteren Erfahrungen.
Grüße aus dem kalten Windhoek, chrisanna
zuletzt bearbeitet 06. Juni 2021
Themenstarter123 Beiträge · seit 201906. Juni 2021 · #3
14.05
Ziel Epupa Falls:
Die vergangene Nacht war die erste die nicht so kalt war. Das Internet in der Kunene River Lodge lassen wir uns 30NAD kosten. Wir fahren den Kunene entlang auf der D3700. Neue Gravel Road ist aber wie eine Berg und Tal Bahn zu fahren.
Eine erste spannende Stelle einer Riverbed Durchquerung mit Wasser und Felsen dürfen wir meistern.
Wir nehmen die Epupa Community Campsite. Ausser uns wird nur eine sehr ruhig Gruppe Namibiern da sein. Die Sites sind groß und es fällt schwer sich für eine zu entscheiden. Man hört den Fluss, aber es ist ein angenehmes "white noise" beim schlafen.
Auch hier ist die Staff sehr nett und hilfsbereit. Wir gönnen uns an der Flussterrasse zwei Windhoek Draught und ich lerne das Draught Beer auch aus Flaschen kommen kann. Schmeckt mir aber besser als das Lager.
Den 15 Minute walk zu den Falls verkneifen wir uns und fahren mit dem Auto. Nicht ohne den anderen Touristen die uns auf dem Weg in der Sonne entgegenkommen unsere Bewunderung auszusprechen.
Die Falls sind sicherlich beeindruckend, noch mehr wenn man schwindelfrei ist und sich bis zu den besten Plätzen hintraut. Viele Locals wollen was von uns, wir hören aber immer nur "Sweeties", die Kids lassen sich auch gerne fotografieren sehen sich dann die Bilder am Display an und diskutieren gemeinsam ob sie gut getroffen sind.
Wir fahren noch zum Sundowner Point nach oben (kostet ein bissl was - Community) - dort kann man auch campen - und lassen die Sonne hinter uns versinken bis die Falls im Schatten eintauchen.
Von unserer Namibier Gruppe nebenan hören wir die ganze Zeit lang so gut wie nichts. Wir kochen Reis mit Thunfisch.
https://youtu.be/wqGqTNPfl5Q
15.05
Ziel Kaokofeld irgendwo nach Opuwo:
Meiner Frau gehts net so gut - Sonnenstich vielleicht - aber das gibt sich zum Glück im Verlauf des Vormittags wieder. Die Reception Dame von der Community Site erklärt uns noch wie die Macalani Nüsse sind und das man die Schale aussen sogar essen kann.
Die Himba Living Museums lassen wir aus. Wir können uns nicht dazu durchringen. Dafür erleben wir in Opuwo Himbas und Hereros zum abwinken. Um meine Standfestigkeit abzuhärten bleibe ich beim Auto - aussen! und meine Frau geht einkaufen. Bei mir war das noch relativ leicht, wenn man deutlich sagt das man kein Interesse hat, dann geben auch die noch so engagierten Dealer irgendwann auf.
Spannend zu beobachten ist, dass viele schwarze Frauen von Ihren Männern? im weissen Hemd im Auto zum Markt gefahren werden.
Meine Frau hatte es nicht so einfach. Beim reingehen in den Supermarkt wurde sie von einer schwarzen Händlerin angesprochen und nach erfolgloser Geschäftsanbahnung um Sugar gebeten. Dann wurde sie von einem schwarzen Buben begeleitet, der ihr bei jedem Regal ständig Vorschläge machte was man ihm alles kaufen könnte. Einmal wollte er allen Ernstes Haargel!.
Beim rauskommen wartete die "Sugar" Dame schon: "Where is my sugar?".
Interessant auch wie die Himba Frauen in ihrem traditionellen "Outfit" von Ihren mit weissem Shirt gestylten Ehe?Männern im Auto zum Supermarkt gefahren werden.
Beim Tanken war es noch recht unterhaltsam. Wie tanken bei den größeren Tankstellen überhaupt immer lustig ist.
Aber das gehört halt alles dazu. Wie weit die Menschen jetzt tatsächlich an Hunger leiden oder nicht, ist für uns nicht durchschaubar. Es ist auch nicht unsere Mission jedem der die Hand aufhält etwas zu geben.
Wir haben uns immer bemüht nett und höflich zu sein.
Wie ich auch hier festhalten möchte, das egal wo ob Opuwo oder Swakopmund oder dazwischen, ausnahmlos alle die was von einem wollten, immer höflich waren, und meistens mit einer Story versuchten ins Gespräch zu kommen. An agressives Anbaggern kann ich mich nicht erinnern (von Opuwo mal abgesehen),
Besonders im Kaokofeld sind die Kids für Ihre Sprinter Qualitäten zu bewundern: wenn man nur in die Nähe einer Hütte kam, liefen sie sofort los, egal wie aussichtslos es war das sie noch vor dem Auto an der Strasse waren um die Hand aufzuhalten und Sweetie zu rufen.
Es mag herzlos erscheinen, aber defacto hat man keine andere Wahl als zu winken und weiterzufahren. Ist zwar zeitlich vorgegriffen, aber alleine zwischen Warmquelle und der Ongawa Campsite sind uns in einer Richtung 35 Kids zugelaufen. Wenn man beim Ersten noch stehen bleiben möchte, wird einem bald klar das es ein aussichtsloses Unterfangen ist allen etwas geben zu wollen.
Wir haben dann auf den Verbindungsetappen einige Dikussionen geführt über helfen wollen, helfen können, helfen sollen, die Verpflichtung den eigenen "Reichtum" mit anderen die es nicht so gut haben zu teilen. Wir sind aber zu keinem Ergebnis gekommen.

Jedenfalls haben wir in Opuwo noch bei Westech von Sarel ein kaputtes Seitenwand Schloss tauschen lassen. Von meinen selbst gedruckten und folierten Maps vom Kaokofeld war er sichtlich angetan. Ob ich ihm das nicht auch schicken könnte? Er hatte zwar ein Smartphone aber in welcher Form er mit meinen pdf/word Dateien klarkommen könnte sprengt meine Phantasie.
Er würde uns aber auch im Kaokofeld unterstützen wenn wir eine Panne hätten. Erst letztens hätte er einen Savanna LandCruiser V8 mit defektem Bremsleitungen und Stoßdämpfern geholfen. Kommt das jemandem bekannt vor?
https://youtu.be/jNXVQoRRjpk
Der Tag geht wieder mal schneller zu Ende als gehofft. Wir entecken eine Tafel die auf eine Campsite hinweist, wir gebe uns einen Ruck und fahren 5 km vom track abseits. Dort angekommen, gibt es tatsächlich einen Spot der eine Campsite ist. Wir parken steigen aus. Kaum haben wir Boden unter den Füßen kommen aus allen Richtungen plötzlich Menschen auf uns zu, wo stecken die bloss immer?
Camping unter lauter Locals, dafür fühlten wir uns noch nicht bereit. Also nehmen wir reissaus. Die Sonne ist weg und wir fahren immer noch über einen Bergpass mit beeindruckenden Einsichten. Wie schade das wir keine Zeit haben. Letztlich campen wir in einem trockenen Flussbett vor Okandjombo.
Es ist unsere erste Wildcamp Erfahrung. Wir sind etwas angespannt, aber es wird die bislang tollste Übernachtung in unserem Leben. Zum ersten Mal hat das Campfire neben Kochgelegenheit und Wärme auch den Sinn uns so etwas wie Schutz vor dem "Wildlife" zu bieten. Aber es bleibt bei der Gänsehaut, Tierbegegnungen haben wir hier keine.

16.05
Ziel Etaambura oder Marble Campsite:
Die Wildcamp Nacht war ereignislos, ausser das es total still war, keine Besuche welcher Art auch immer.
Zum Frühstück gibt es Bohnen mit Speck und Ei, Espresso Long, die Sonne geht auf. Wir sind absolut glücklich. Bevor wir die Site verlassen verwischen wir alle Spuren, sodass man wirklich nichts mehr von unserem Aufenthalt sieht ausser den Reifenspuren.
https://youtu.be/VRgPiVmMK8Q
Die Fahrt durch die Berge gestern Abend war so sehr gehetzt das wir noch einmal zurückfahren - bis zu einer ein wenig kniffligen Stelle, die ich mir nicht nochmal antue. Aber dann gehts nach Etaambura.
Wir haben die Etaambura Site für 2020 schon mal via SafariNow gebucht gehabt, aber dann Covid bedingt storniert. Geld dafür haben wir nie mehr gesehen. Den erneuten Buchungsversuch bei SafariNow und Hinweis auf die erfolgte Zahlung ohne Rücküberweisung 2020, hat man mit einem seltsamen halbautomatisierten Mailverkehr und einem 10% Rabatt Angebot beantwortet.
Diesmal wollen wir einfach hinfahren und sehen was sich ergibt, notfalls gibt es ja noch die Marble CampSite.
Die Anfahrt hinauf ist jedenfalls recht steil, aber der Landcruiser im 1. oder 2. Untersetzungsgang crawlt mit Standgas und ohne Probleme unaufhaltsam nach oben. Oben angekommen ist da - niemand. Alles ist verlassen. Das Haupthaus ist aber super aufgeräumt und gut in Stand. Nach 10 Minuten rufe ich per SatPhone die Mobil Nummer des Camps an, da meldet sich eine Dame aus Swakopmund, die meint da müsse jemand sein. Nein sie selber war noch nie dort. Naja, wieder 10 Minuten später tauchen plötzlich 2 Männer auf.
Sie hätten gerufen und gewunken als wir unten waren aber wir hatten sie nicht bemerkt, so sind sie hinter uns zu Fuß den Berg hoch gelaufen. Wobei sich aussen am Landcruiser festzuklammern bei dem Weg nach oben, naja.

Jedenfalls sind alle Hütten frei, zahlen können wir in Cash bei Ihnen, wir suchen uns die allerhinterste Hütte aus. Wieder ist es eine Community Site. Spektakulär gebaut, archtektonisch wie auch die Lage. Auch in der Hütte ist vieles mit Metall gestaltet.
Dusche mit heissem Donkey Wasser, WC, Bett mit Moskito Netz und eine eigene kleine Terasse mit einer Aussicht zum niederknien. Die Schiebetür klemmt ein wenig, eine Scheibe ist gesprungen aber was macht das schon. Henry und ein zweiter haben uns im Haupthaus sogar einen Tisch mit Tischtuch und Weingläsern gedeckt. Wir sind sprachlos. Wir kochen Potje und essen dann aber doch draussen ohne Tischtuch - das bringen wir nicht übers Herz.
Die Location ist unbedingt zu empfehlen, man braucht auch nicht vorbuchen, wenn keine Cabin mehr frei ist!, kann man oben am freien Platz stehen und campen. Marble Campsite und Etaambura gehören scheinbar zusammen und werden gemeinsam verwaltet.
Diesel gibt es übrigens keinen zu kaufen, ev. Petrol.
https://youtu.be/MuGwihdARu0

17.5
Ziel Marienflusstal Kunene:
Wie der Sonnenuntergang ist auch der Sonnenaufgang spektakulär mit toller Rundumsicht. Wir fotografieren was das Zeug hält.
Unten statten wir noch der Marble Mine einen Besuch ab. Wiederum packe ich das nicht - Welcher Business Plan erlaubt es einen Steinbruch einzurichten um dann zu erkennen das der Abtransport nicht rentabel ist.
Via Roidrom Pass / Jan Joubert Pass (bin nicht ganz schlau geworden wie der jetzt heisst) ins Marienflusstal, Oststrecke. Das ganze Tal ist am Spätnachmittag ein einziger Farbrausch.
Wir entscheiden uns spontan für das Okarohombo Community Camp. Sind wieder mal die einzigen Gäste. Bei Sarah der Managerin bekommen wir Feuerholz. Die Campsite liegt zwar am Fluss, aber nicht direkt am Wasser, weil die Uferböschung dazwischen ist. Wir machen trotzdem einen Abendspaziergang, aber von den berüchtigten Crocs zeigt sich nichts ausser die Abdrücke unserer Schuhe. Abolutions sind sauber und vollständig. Dusche gibt es nutzen wir aber nicht.
Gegen Abend kommt Wind auf, der sich aber mit Einbruch der Dunkelheit wieder legt. Heute gibt es Ostrich.
https://youtu.be/cRjHvWmk2Os
https://youtu.be/39ESxgW14qw

18.5
Ziel Hartmannstal:
Ohne Frühstück fahren wir um 0630 los. Verfahren uns und landen prompt im 2 HüttenDorf der Managerin. Die uns um etwas gegen das Kopfweh Ihrer kleinen Tochter bittet. Mehr als Kopfwehmittel können wir allerdings nicht anbieten.
Wir haben lange überlegt ob sich das HartmannsTal mit den Spritreserven ausgeht (Diesel gabs auch im CampSyncro nicht - woher auch?) und uns dann doch dafür entschieden. 180 Liter Diesel säuft der Landcruiser weg wie nichts.
Wir nehmen im Marienflusstal die Weststrecke und kommen wieder aus dem Staunen über das Farbenspiel das uns begleitet nicht heraus. Fahren, stoppen, Foto, Fahren, stoppen, Foto. Kommt das bekannt vor?
Der Abstecher zur aufgelassenen Garnet Mine und dann weiter ist abenteuerlich. Aber ich staune was der Landcruiser alles wegsteckt. Als wir die kniffligsten Stellen passiert haben, gelobe ich den Reifen den ersten Schluck Bier vom Sundowner.
Stolz darauf alles gemeistert zu haben, sehe ich wie hinter uns ein weiterer Landcruiser die Strecke hochkommt. Wir plaudern und der Franzose (schon wieder) erzählt uns das er zum siebten Mal hier ist und diesesmal auch den vanZyls Pass gemacht hat. Eigentlich easy bis auf eine Stelle meinte er.
Ich bin jedenfalls froh soweit gekommen zu sein. Wir lassen ihn vorbei und wie auch immer er das macht, bald entschwindet er aus unserem Sichtfeld. Wahrscheinlich bin ich zu zart besaitet was die Auto Technik anbelangt.
Bei der Hartmans Junction geht es nach Westen zu einem Campspot den wir - glaube ich von den Muckels - abgeschaut haben. Jedenfalls geht es ziemlich steil die Dünen nach oben und ich komme erstmals an die Grenzen des Landcruisers.
Nicht das es an Traktion fehlen würde aber die Leistung reicht einfach nicht um im Sand den Berg hoch zu kommen. Mit einigen Anläufen, noch weiteren reduzieren des Luftdrucks der Reifen und Steinen auf den Spuren an der Stelle wo wir immer stecken bleiben, die Beifahrerin zum ausladen und zum mitfilmen vergattern, gehts sichs nach dem xten Versuch haarscharf aus. Ich dachte 2019 hätte ich bei Sesriem schon etwas übers Sandfahren gelernt, aber weit gefehlt.
Oben angekommen - es ist früher Nachmittag, sind wir sprachlos ob der Aussichten und der Farbstimmungen. Wir würden gerne an der Site der Muckels nächtigen - finden diese auch. Der Wind pfeifft uns um die Ohren und die einzige Stelle zum Campen wäre eine kurze steile Sand Slope nach unten in den Windschatten der großen Granitfelsen im Spitzkoppe Style. Ob wir die aber wieder heraufkommen steht in den Sternen. Ich wage trotzdem die Abfahrt und wir parken im Schutz eines gruseligen Felsens. Der Wind bläst uns gefühlt den halben Sand der Umgebung um die Ohren. Aber wir machen unsere Kameras sandfest und ziehen trotzdem los. Die Farbenstimmungen vor Sonnenuntergang sind unbeschreiblich: gold, braun, ocker, beige, in der Ferne roter Sand, dazu die roten Granitfelsen alles leuchtet.
Unser Platz ist einigermassen windgeschützt, aus den umgebenden Felsen leuchten vielfältige schauerliche Gesichter. Die Nacht ist dann einigermassen ruhig.

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19.5
Zielrichtung Puros
Der Sonnenaufgang wird wieder zum Fotografieren genützt, Nachdem mein Teil relativ bald erfüllt ist (Die langen Brennweiten sind meine Duty, Landscape macht meine Frau), jage ich den Landcruiser den steilen Sand Anstieg hinauf und bin überrascht wie einfach das geht. Im ersten Versuch ohne Kampf bin ich oben und kann von da an relaxed die Morgenstimmung geniessen. Unseren Rückweg nehmen wir über die Hartmanns Junction und weiter bis zur Oranje Drom. Nachdem wir Orupembe auf dem Weg nach Etaambura links! liegen gelassen haben, wollen wir diesem Milestone doch einen Besuch abstatten, auch weil es hier angeblich Diesel geben soll.
Der Weg führt über eine jämmerliche corrugated road - ich bin immer noch nicht abgebrüht genug um einfach drüberzunageln - ich sitze mit einem Fuss in der Auto Technik.
Als am Navi Orupembe auftaucht steuern wir eine seriös aussehende Behausung an - die auch einen schönen Zaun drumherum hat. Schwungvoll kurven wir auf den Hof und nehmen Kurs auf eine Gruppe Männer die Domino spielen. Is this the place with the famous icecold beer? frage ich. Erstaunte Blicke dann wird mir eröffnet das ich hier bei der Polizei Station bin. Der Shop sei da drüben. Wirklich gibt es in der Richtung noch eine Hütte. Ich bedanke mich wünsche noch einen schönen Tag und verdufte. Lachend stellen wir uns vor was wohl passiert wenn man bei uns in einer Polizeistation auftaucht und nach einem kalten Bier verlangen würde.
Der eigentliche Shop in Orupembe ist - speziell - nicht ganz warmes Bier gibt es, yes, die Shopkeeperin hat es in einem offenen Kühlschrank. Wir setzen uns auf die Bank und besprechen wo wir nächtigen wollen. Wir fahren den Khumib weiter runter bis kurz vor Sonnenuntergang und suchen uns dann ein Plätzchen. Das schöne am Campen im Flussbett ist, das man das Holz fürs Feuer quasi ins Haus geliefert bekommt. Meine Frau baut ein semiprofessionelles Lagerfeuer. Zum Abendessen mit Butternut, Kartoffeln, Paprika und Zebra Fillet. Wir duschen mit der Borddusche un ddem Geezer. Wasser ist überraschend warm. Für die Nacht hat meine Frau einen Teil eines Wurzelstocks aus Hartholz gefunden, den wir vorm Schlafengehen noch auf die Kohlen legen.
https://youtu.be/X1URSdoA8I4

20.5
Ziel Puros:
Das Feuer glimmt immer noch und brennt sofort wieder als wir es wiederbeleben. Langsam kommen wir auf den Geschmack mit wildcamping. Es gibt Espresso Long mit Müsli. Der Weg geht über den Hoarusib River Trail am Mt. Himba Sphinx vorbei. Davor fahren wir durch atemberaubende sanfte Hügel die mit grünem Gras bewachsen sind um im Morgenlicht leuchten. Weit und breit ist kein Mensch. Im Hoarusib River Trail hat es stellenweise Wasser, aber nichts aufregendes. Eine einsame Giraffe begegnet uns. Keine Desert Elephants.
In Puros hätten wir gerne ein wenig Diesel getankt. Am Tracks4Africa Punkt der Tankstelle - sehen wir nur eine Hütte und ein paar Gasflaschen. Niemand da. Unter einem Baum sitzt eine Gruppe Menschen mit einer Herero Matriachin?. Wo denn hier die Tankstelle wäre fragen wir. No Gas station, sagt man aber ein engagierter junger Mann namens Barry springt auf und will uns den Weg zu Diesel zeigen. Das macht uns zwar skeptisch, aber mangels Alternativen folgen wir mal seinem Vorschlag ausserdem hängt er ohnedies schon neben mir aussen am Landcruiser. "Down the main road" dirgiert er. Jeder der mal in Puros war weiß sicher wo das ist. Für uns sieht alles gleich aus. Jedenfalls dirgiert er uns zu über das trockene Flussbett zu einer Campsite die auch gut ausgeschildert ist und mit "Diesel" angeschrieben ist. Omenje. Hier gibt es ein wenig Verwirrung mit den Campsites weil es auf der Flusseite zwei Community Campsites gibt. Die ausgeschilderte Omenje ist jedenfalls die echte Omenje. Erst handeln wir den Diesel aus. 50 Liter hätten wir gerne um genug für den Hoarusib Canyon bis Sesfontain zu haben. 4 25 Liter Kansiter haben sie. The Diesel is good wird uns versichert. Preis? 50 Liter 2000NAD, zwischendurch immer der Versuch die Campsite auch mitzuverkaufen.
Wir beginnen am Boden im Sand zu rechnen. Reduzieren auf 25 Liter. Einigen uns dann auf 500NAD für 25 Liter nehmen dann doch 50 Liter für 1000NAD und die Campsite dazu um 100NAD. Die Rechnungen im Sand waren sehr spannend. Bis Barry der geschätze 20 -25 Jahre alt war, dann von einem jüngeren Jungen im rechnen unterstützt wurde.
Die Campsite liegt direkt am Fluss. Bakis ist der Site Manager. Ist riesig, super gepflegt, mit eigenen Donkey geheizter Dusche und WC. Ausser uns - keiner da. Wir beschliessen fortan wann immer möglich Community Campsites zu nehmen. Feuerholz und ein paar hübsche geschnitzte Nüsse erstehen wir noch von den Locals.
Meine Frau fotografiert viele Leute und wir versprechen die Bilder wenn wir wieder zu Hause sind zu schicken. Wir spannen unsere Hängematte auf und lassen den Tag ausklingen - bis ein Sandsturm aufzieht und alles einhüllt. Zum Glück lässt dieser nach Einbruch der Dunkelheit nach und es wird wieder ruhig. Wir probieren die Duschen aus und der Donkey hat ganze Arbeit geleistet, warm und super erfrischend.
https://youtu.be/iJvrAdtcXyo
Fortsetzung folgt ...
letzte Reise: Roadtrip Uganda https://youtu.be/wTiSncdAhKQ
zuletzt bearbeitet 28. Dez. 2021
Themenstarter123 Beiträge · seit 201906. Juni 2021 · #4
chrisanna8 schrieb:Vielen Dank für den Bericht! Bin gespannt auf die weiteren Erfahrungen.
Grüße aus dem kalten Windhoek, chrisanna
Danke 🙂
Grüße zurück - Kalt ist immer relativ. Wir fanden Windhoek gestern recht angenehm. Auf der Höhe von Sesriem und Naukluft in der letzten Woche, da war es echt frisch. Geschätzt einige Grade über Null am Morgen (Wir hatten leider keinen Thermometer mit) und ein kräftiger Wind. Das zischt.
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zuletzt bearbeitet 06. Juni 2021
Themenstarter123 Beiträge · seit 201907. Juni 2021 · #5
Zwischendurch eine Erklärung zum Reisebericht:
Geschrieben wurde er von mir als Tagebuch und da und dort für Aussenstehende ein wenig ergänzt. Falls es nicht so rüberkommt und manche Erlebnisse trocken daherkommen ohne noch weiter abgerundet worden zu sein - Für uns war der Trip ein großes Abenteuer, wo wir JEDEN Tag und fast jede Minute genossen haben. Alles was wir erleben durften war ein Geschenk, jede Begegnung mit den Menschen dort, aber ganz besonders die einmalige Natur!

Und weiter gehts:
21.5
Ziel Hoanib Schlucht:
Wir sind zeitig am Morgen schon unterwegs weil wir durch den Hoarusib Canyon fahren wollen. Die Idee in einem der Shops die "just at the main road" sind, noch das eine oder andere Lebensmittel zu kaufen verwerfen im durchqueren des Ortes wieder, weil wir auf Anhieb weder die Main Road finden, vielleicht fahren wir aber ohnedies gerade darauf, noch einen Shop. Wir sind offenbar noch nicht genügend Afrika geeicht. Der Canyon ist wunderschön in der Morgenstimmung. Die Luft ist klar, frisch und es riecht herrlich nach - Natur. Das Wasser fliesst ganz leicht und es ist gerade soviel Wasser das die Querungen recht einfach zu fahren sind (bis auf einmal wo wir uns doch fast im Schlamm festfahren, aber gerade noch wieder freikommen). Sicherheitshalber reduziere ich nun den Luftdruck in den Reifen. Wir halten die Füsse ins Wasser und sehen uns ständig nach Tieren mit Pfoten oder größeren mit Rüssel um, aber nichts rührt sich ausser ein paar Springböcken und Vögeln. Die berühmte Pforte gehe ich sicherheitshalber zu Fuss ab, 20cm Wasser, ist aber einfach zu durchqueren.
https://youtu.be/66UIH0P5dko
Beim Schoemans Camp fahren wir zum weissen Felsen und bewundern zum wiederholten Mal die Landschafts"architektur".
Weiter gehts zum Fearless Pass, der seinen Namen vermutlich aus historischen Gründen hat, aber nichts mit der Schwierigkeit der Überquerung zu tun hat. Bei den Giribes Plains bleibt uns dann die Luft weg. Eine atemberaubende Landschaft öffnet sich uns hier, mit grünem Gras, Feenkreisen, dichten Herden von Straussen, Zebras und Springböcken.
Wir kommen aus dem Staunen nicht heraus. Wiederum wünschen wir uns mehr zeit zu haben. Aber selbst wenn wir uns mehr Zeit nehmen würden, die schönsten Stunden bleiben doch die am Morgen und am Abend.
https://youtu.be/cYbkP_twJGk
Was macht man dann mit dem Rest der Zeit tagsüber? Wandern ist hier nicht so unser Ding, wegen der Sonne und auch wegen den ev. doch vorhandenen Predators. Also muss man eben Morgen und Abendstunden so gut es geht nützen. Immerhin ist die Herbst/Wintersonne auch tagsüber ein wenig gnädig zu den Fotografen. Der Weg zur Haonib Schlucht stellt sich wieder als stop and go für Fotospots dar. Aber die Zeit drängt, die Sonne geht unter.
Wir treffen auf die Hoanib Schlucht, die schon im Schatten liegt und fahren Richtung Sesfontain. Entweder campen wir wild (was hier nicht ganz unsere Priorität ist) oder bei der Elephant Song Site.
Kein Auto, der Trail ist auch recht spannend zu fahren, wo sind die Elefanten? Wir starten unseren Lockruf "Miez Miez" und da plötzlich stehen sie mitten auf dem Trail. Wir kommen in einer Staubwolke zum stehen, die erstmal an den Elefanten vorbeiziehen muss, bis wir endlich Fotos machen können. Es ist eine ganze Gruppe mit zwei Jungen. Wir beobachten sie - Distanz ca 50 Meter - bis sie langsam auf die andere Seite wechseln. Sehen erstaunt zu wie sie sich gegenseitig über eine Böschungskante helfen. Einer schiebt den anderen, dann dreht sich dieser um und zieht den ersten mit dem Rüssel.
Es wird langsam dunkel und wir fahren so eilig es geht bis zur Elephant Song Site weiter. Ausser Okonjima und Etosha haben wir ja nichts reserviert so auch hier. Eine Site ist belegt und Magnus der Site Manager begrüsst uns. Die Site liegt in einem halboffenen Felskessel mit phantastischer Sicht auf den Ostteil des Hoanibtales. Alle Sites haben eine überdachte Küche mit Donkey Dusche und WC. Alles ist super sauber. Magnus heizt die Donkey Dusche an und wir geniessen das warme Wasser vor dem Schlafengehen. Wie bei fast allen Campsites bewundern wir auch hier die makellos gekehrten Flächen und haben fast ein schlechtes Gewissen diese mit unseren Reifen und Fusspuren zu verunstalten.

22.5
Ziel Sesfontain:
Den Sonnenaufgang erneut als malerisch zu beschreiben ist schon langweilig, aber der Kessel in dem die Campsite liegt ist aussergewöhnlich. Wir versuchen unser Glück im Canyon erneut und fahren die Strecke wieder zurück die wir gestern gekommen sind. Frische Elefantenspuren gibt es zuHauf, auch große Pfotenabdrücke!. Kurz vor der Poort stoßen wir auf eine Elefantenfamilie die entlang des Trails grasen. Wir positionieren uns mit etwas Abstand und sehen ihnen eine Stunde lang zu. Es ist ein besonderes Geschenk diesen Tieren in Ihrer Langsamkeit zuzusehen. Sich auf Ihre Geschwindgkeit des gemächlichen Schlenderns und dabei nebenbei das eine oder andere Grasbüschel abzurupfen, einzulassen. Es gibt kaum etwas schöneres als von diesen Riesen in Ihrer Nähe toleriert zu werden und zumindestens für die kurze Zeit alles andere zu vergessen.
Dann reissen wir uns los und fahren wieder am Elefant Song Camp vorbei bis zur Palmwag Concession Grenze wo wir die Palmwag Fee zahlen müssen. Der Sinn erschliesst sich uns nicht wirklich, wenn wenn wir den selben Weg wieder zurückfahren würden den wir gekommen sind, müssten wir nichts zahlen. Uns wird erklärt das die Hoanib Schlucht die Grenze der Concession bildet und deswegen müsse man zahlen. Aber was solls, ich mag nicht diskutieren.
Der Weg bis Sesfontain ist mir ausser einigen Staubabschnitten nicht sehr in Erinnerung geblieben. In Sesfontain begrüsst uns Staub, Staub, Staub. Der erste Weg ist zur Tankstelle. Diese ist auch gut beschildert an der Hauptstrasse. Alleine bei dem Schild gibt es keine Tankstelle!. Wir fragen daneben wo die Tankstelle sei und eine Frau sagt uns das es hier keine Tankstelle gibt. Super. Gegenüber eines Shops gibt es einen Tyre Repair der uns bestätigt das es erst in Palmwag eine Tankstelle gibt. Ob wir Diesel brauchen. Er hätte 25 Liter zu 500 NAD. Wir verzichten und fahren erstmal zur Ongawa Campsite. Ignorieren die 35 Kids die uns auf dem Weg dorthin entgegen laufen. Die Campsite ist leer und liegt unterhalb des Naturpools entlang eines Bächleins. Jede Campsite hat eigene Dusche und WC und überdachten Küchenbereich. Die beschriebene schwierige Anfahrt kann ich nicht nachvollziehen. Beim Zahlen wird uns plötzlich klar das wir fast kein Cash in NAD mehr haben.
Wir planschen erstmal im Naturpool mit einem kleinen Wasserfall, und trauen uns einen Blick in die Höhle im Wasser zu werfen die von Fledermäusen bewohnt wird.

Dann fahren wir nochmal nach Sesfontain hinunter.
Die Tankstelle finden wir nun - hinter dem Sign im Bereich der Fort Lodge. Als wir hinkommen, wollen sie gerade schliessen (1500). Aber sie würden uns noch Sprit geben. Gegen Cash, No Cards, No US Dollars, No Euros. Aber von der Lodge könnte uns auch jemand Sprit pumpen sagt man uns. Nalso wird dort wohl einen Kartenterminal geben. Der rotbraun verbrannte Leiter einer Gruppe mit 5 Campingfahrzeugen - scheint eine Art Tagalong für Senioren zu sein - sagt uns "Go with the flow" also sind wir guter Dinge. (Unser zweiter Spruch des Tages den wir uns merken)

In der Lodge hört man sich freundlich unser Anliegen an, bedauert aber. Swipes for cash machen sie nicht, nur mit Government Cards, Euros oder USD gegen NAD tauschen machen sie auch nicht, Diesel pumpen würden sie wohl, aber nur gegen NAD Cash, aber im Ort gibt es einen Supermarkt der uns wenn wir was kaufen auch Cash bei Kartenzahlung herausgeben kann.
Super es geht doch. Im "Super"markt gibt es ausser Bier und Wasser nicht viel was wir brauchen könnten. An einer Tafel ist sogar offiziell angeschrieben das man Cash beim Einkaufen mit Karte zurückbekommen kann, aber auch nach Rücksprache mit dem Manager, könen sie kein Cash anbieten, weil sie kaum welches haben. Kein Wunder, woher auch? Und wir hätten eigentlich einige tausend NADs gebraucht.
Wir beratschlagen was wir tun sollen. Den Khowarib Trail auslassen? Nach Palmwag und wieder retour fahren und zu hoffen das dort Kartenzahlung möglich ist. Oder gleich nach Opuwo und wieder retour?
Eigentlich war der Nachmittag zum relaxen gedacht, aber relaxen ist was für Weichlinge. Ich der ich 2019 auf einen Kaffee ans Nordkap gefahren bin, mich schreckt die Opuwo Strecke nicht. Nur das es ziemlich sicher Nacht sein wird wenn wir wieder ankommen gefällt mir nicht sehr.
Jedenfalls ist es die einzige 100% sichere Lösung. Also setzen wir im Navi Ziel Opuwo und los gehts. Kein Verkehr, die Road ist recht gut bis auf ein paar "Schikanen" nur die Dips sind eine echte Herausforderung wenn man es eilig hat. Wir schaffen es vor Sonnenuntergang nach Opuwo. Tanken voll, Ziehen beim ATM was er hergibt und meine Frau stürzt sich zum zweitenmal in den Supermarkt. Ich halte die Stellung am Auto und erfreue mich der Kontakte zu den Locals.
Als wir endlich wieder loskommen geht die Sonne gerade unter, das Navi sagt 20:45 bis zum Ziel und ich weiß das es spätestens um 1930 stockdunkel sein wird. Auf der Ausfahrtsstrasse finden wir den vorher hupend vorbeigefahrenen Herero Hochzeitskonvoi wieder, der mitten auf der Strasse eine Fotosession mit den Brautleuten macht. Die ganze Strasse ist mit Autos blockiert.
Zum warten habe ich eindeutig keine Lust, weil jede Minute fahren im Dunkeln ein Risiko ist.
Also fahre ich so langsam es geht übers Feld an der Gruppe vorbei, leider kann ich nicht verhindern das es trotzdem staubt. Sorry.
Ich fahre was das Zeug hält versuche die Dips mit wechselnden Abblend und viel zu hoch eingestelltem Fernlicht abzuschätzen. Es hilft nichts die letzte Stunde fahren wir im stockdunkeln. "You have no Insurance when driving in the dark" höre ich den Autovermieter sagen.
Der schwere Landcruiser mit schwachem Diesel ist ja kein Racecar, aber wenn man ständig Pedal to the Metal fährt und jedesmal vom Gasgehen abwägen muss, weil es wieder eine Ewigkeit dauert in Schwung zu kommen, muss man auch schwungvoll um die Ecken der Gravel Road fahren, da spürt man dann schon wie das Auto vorne oder hinten leicht wird. Ohne ein gesundes Gefühl für Risikoeinschätzung und für das was gerade noch mit so einem Auto geht, kann ich das aber niemandem empfehlen! Übrigens ist der Bremsweg mit aktiviertem Allrad gefühlt um die Hälfte kürzer, weil das ABS nicht so rasch anspringt.

In Sesfontain verfahre ich mich prompt am Weg zur Ongawa Site und lande in jemandes Vorgarten. Jemand ist ein junger sportlicher Mann in roter Badehose, der winkt und ein Smartphone schwenkt. Ob wir die Leute von der Campsite wären, die gebucht haben und dann wieder weg sind? Man suche uns schon... Er zeigt uns den Weg zum Weg nach Ongawa. Dort finden wir die obere Hälfte der Campsites von einer Gruppe DeutschNamibier belegt die dort den Abschluss Ihres Namibien Rundtrips feiern. An unserer Site steht der Manager und fragt uns wo wir denn gewesen seien. 5 Minuten später hätte er unsere Sachen zusammengepackt und bei sich aufgehoben, damit sie nicht wegkämen.
Wir erzählen ihm die Geschichte: "You should have told me I could have done the swipe" Er ist ehrlich entsetzt wie man so blöd sein kann fürs tanken nach Opuwo und retour zu fahren. Als wir ihm am Nachmittag beim Bezahlen der Campsite nach Cash/Karten gefragt haben, bestand er aber auf Cash.

Wie auch immer, wir haben das Problem auf unsere Art mit der Brechstange gelöst aber wir haben es gelöst. Nicht ganz "Go with the flow", das müssen wir noch lernen. Im Rahmen einer Afrika Overland Durchquerung wo wir mehr Zeit gehabt hätten wäre die Challenge Diesel und Geld vor Ort zu bekommen reizvoll gewesen.
Jedenfalls würde ich das Ereignis als das dritte Mal einstufen wo wir wirklich Glück hatten das alles gut gegangen ist. Bitte nicht nachmachen.

Wir heizen jedenfalls das Campfire an und grillen TBones (die wir diesesmal schon zu Mittag zum Auftauen in den zweiten Kühlschrank umgelagert haben) und ich bekomme Gin mit etwas Tonic zum wieder runterkommen von meinem Adrenalin Rush.
letzte Reise: Roadtrip Uganda https://youtu.be/wTiSncdAhKQ
zuletzt bearbeitet 16. Aug. 2021
796 Beiträge · seit 201507. Juni 2021 · #6
Hallo Bluesbrother,

danke für deinen sehr gut zu lesenden und extrem kurzweiligen Bericht. Für mich noch viel interessanter, da wir dort, sofern Corona es zulässt, in 6 Wochen auch unterwegs sein werden. Gedanken über die Versorgung mit Benzin habe ich mir auch zur genüge gemacht. Wir möchten eure Strecke jedoch in entgegengesetzter Richtung fahren. Beginnend mit Khowaribschlucht, Palmwag, Puros, Orupembe, Hartmannberge, Marienfluss und weiter an den Caprivi.
Daher bin ich sehr gespannt, wie es bei euch weitergeht. Wirst du noch Bilder oder Videos einstellen?
Im Marienflusstal habt Ihr euch für das Okarohombo Community Camp entschieden. ist dies in der Nähe des Camp Syncro? Habt Ihr euch auch Syncro auch angeschaut?
Bei der Strecke nach "oberhalb" der Hartmanberge, habt Ihr da die Auffahrt genommen, die die Muckels damals nicht runterfahren wollten? Müsste nördlich eures Übernachtungsplatzes gewesen sein.
Entschuldige bitte die Fragen, ich mache mir zur Zeit Gedanken über letzte Details zu unserer Reise.

Gruß
Markus
Reisebericht: Familienabenteuer Namibia und Bostwana, Juli/Augus 2016 Videotagebuch: Der wilde Nord-Westen, Videotagebuch von Simon, Juni/Juli 2018 Reisebericht: "4.375km durch den Nord-Westen" von Moritz 14 J. Reisebericht: Über das Kaokoveld in den Caprivi, Jul/Aug 2022
Themenstarter123 Beiträge · seit 201907. Juni 2021 · #7
Danke, ja so ist es auch gedacht, das eine oder andere kann man vielleicht für sich selbst mitnehmen 🙂

Marienflusstal Okarohombo Site S17° 12.853' E12° 25.572',
CampSyncro waren wir nicht, aber ohne spezifischen Grund, einfach weil wir keine Lust und Zeit mehr hatten beide Optionen abzuwägen. Vielleicht war es auch der Gedanke die Community mit einer Nächtigung zu unterstützen, da wir die Einzigen waren, war das auch richtig gedacht.

Wir sind die Strecke über die Old Garnett Mine gefahren bis zum Campspot, weiter nach Norden wollten wir nicht mehr, weil wir gefühlsmässig unser Glück schon überstrapaziert hatten. Und wenn man alleine fährt und im Sand steckt, läuft die Zeit recht schnell davon. Ausserdem weiß ich bis heute nicht ob der Bereich nun eigentlich gesperrt ist oder nicht. Die Auffahrt über die Garnet Mine ist jedenfalls nicht ohne, und die Sand Steigung nach der Hartmanns Junction ebenfalls.

Sprit - Diesel haben wir keinen da oben gefunden - Petrol gäbe es angeblich im Bereich Marble Camp.

Von Süden aus gesehen kommt die Khowarib Schlucht nach Palmwag, allerdings erst nach Klein Serengeti 4x4, ob man sich den Palm Canyon, Ohtijeka Trail antun will muss man selbst wissen, ich würde ihn nicht nochmal fahren. Wir sind das so gefahren wie im Screenshot und haben bis zur Hoada CS bis Sonnenuntergang gebraucht - allerding relativ gemütlich vor allem den ersten Teil der Khowarib Schlucht nach Warmquelle - der ist am Morgen auch sehr idyllisch zu fahren.

Vielleicht ein Gedanke zur Richtung: Meine Überlegung war die Landschaftlich schöneren Teile eher nach Süden zu fahren, weil die Sonne hauptsächlich im Norden steht. Daher fährt man eher mit dem Licht und nicht gegen das Licht.

Bilder und Videos würden meinen Rahmen hier sprengen, da gibts ausserdem schon so viele gute hier.
Weiter gehts dann Torra Bay, Swakop, Naukluft, Sesriem, Namibrand. Kommt alles noch, muss erst noch schreiben ...

Die in den Screenshots markierten Campsites sind natürlich keine - das sind Picknick Spots ...
letzte Reise: Roadtrip Uganda https://youtu.be/wTiSncdAhKQ
zuletzt bearbeitet 07. Juni 2021
796 Beiträge · seit 201507. Juni 2021 · #8
Ein super Forum!!!

Danke für die schnelle Antwort. Deine beiden Karten sind bereits ausgedruckt und bei meinen Reiseunterlagen gelandet.
Die Ausfahrt aus dem Marienflusstal über die "Alte Mine" ist mir zu riskant. Die Bilder und Berichte von den Muckels und Bele haben mich abgeschreckt. Werde da lieber über die rote und blaue Tonne fahren. Ansonsten exakt deine Strecke, nur halt in entgegengesetzter Richtung. Mit dem Fotolicht hast du sicher recht. Ich habe mir bei der Planung darüber keine Gedanken gemacht und kann es nun leider nicht mehr ändern.
Deine Erfahrung, den Otjitheka nicht nochmals zu fahren, stimmt mich nun nachdenklich. Wir hatte vor exakt deine Strecke, von Hoada nach Khowarib Lodge Camping zu fahren.
Hmmm.... alternativ würde sich anbieten von Hoada zum Einkaufen nach Kamanjab (wir hätten sonst ein großes Verpflegungsproblem), weiter über die C35 bis kurz vor Hobatere und von dort nach Westen zur Khowaribschlucht. Sicher auch ein ordentlicher Ritt, dürfte sich aber zum Otjitheka Trail nicht viel schenken und wir könnten Proviant nachfüllen.

Ich bin auf deinen weiteren Bericht gespannt. Danke nochmals für die vielen sehr hilfreichen Infos.

Gruß
Markus
Reisebericht: Familienabenteuer Namibia und Bostwana, Juli/Augus 2016 Videotagebuch: Der wilde Nord-Westen, Videotagebuch von Simon, Juni/Juli 2018 Reisebericht: "4.375km durch den Nord-Westen" von Moritz 14 J. Reisebericht: Über das Kaokoveld in den Caprivi, Jul/Aug 2022
Themenstarter123 Beiträge · seit 201907. Juni 2021 · #9
zum Thema Fotos:
Als Appetizer um eine Reise Destination auszuwählen finde ich Fotos immer recht hilfreich. Aber bei der Endphase der Planung versuche ich auf das Konsumieren von zu viel Fotos und Videos zu verzichten. Weil mir das dann die Lust am Selbst Erleben raubt. Für mich war prägend als wir mal eine Marokko Tour machen wollten und ich mir vorher lauter Videos von Marrakesch Djemaa el Fna angeschaut habe. Im Endeffekt war der Zauber dann dahin, und wir haben in dem Jahr etwas anderes gemacht. Erst später haben wir Marokko nachgeholt.
Ist ein wenig wie wenn man sich zu Weihnachten schon vor der Bescherung ins Zimmer schleicht.
Aber das mag nur mir so gehen 🙂

Meine !!! Einstellung ist es: Sich für eine Destination zu entscheiden, sich darüber informieren und dann zu planen. Auf jeden Fall genug Luft für Änderungen lassen. Nicht jeden Tag lückenlos durchplanen. Man muss auch Raum für Spontanität lassen. Und alle 7-10 Tage eine Tag einplanen an dem man auspannen und neue Kraft schöpfen kann. Sonst wird das Abenteuer zu anstrengend und vor allem - kann man dann die Eindrücke auch nicht mehr richtig verarbeiten.

Gerade in SA/BOT/NAM gibt es keine "optimale" Reise. Man wird immer etwas nicht sehen oder zum falschen Zeitpunkt dort sein. Wie bei uns Etosha Ost: Mai 2019 war staubtrocken, Mai 2021 voller Wasser mit Flamingos.
Für uns war das 2019 auch kein Drama, haben wir uns halt an ein paar bunten Vögeln erfreut.
Und als wir jetzt 2021 davon gehört haben, waren wir schon wieder am Kunene. Somit haben wir unsere Chance Flamingos in Etosha zu sehen verpasst. Aber das macht uns überhaupt nichts aus.
letzte Reise: Roadtrip Uganda https://youtu.be/wTiSncdAhKQ
zuletzt bearbeitet 07. Juni 2021
Themenstarter123 Beiträge · seit 201908. Juni 2021 · #10
23.5
Ziel Hoada Campsite:
Bei der Abfahrt unterhalten wir uns mit einem der DeutschNamibier der Nachbarcampsites, dessen Großeltern schon 1911 beim Diamantensuchen hier waren. Er ist sozusagen ein Local in dritter Generation. Er erzählt uns begeistert von den Tiersichtungen und der Fahrt bis Serra Cafema Camp. Aber wahrscheinlich ist das so wie wenn ein Österreicher einem Touristen erzählt das er gerade einen tollen Ausflug ins Zillertal gemacht hat. Da könnte man sich auch wundern warum er nicht eh das ganze Land wie seine Westentasche kennt wenn man doch dort wohnt.
Wir möchten den Trail durch die Khowarib Schlucht fahren. Auf dem Weg dorthin fahren wir bei der Warmquelle Location vorbei, die was auch immer sie sein soll ein wenig heruntergekommen wirkt. So wie gestern peitschen Staubfahnen durch die Strassen. Sesfontain wirkt alles andere als einladend. Im Khowarib Trail geht es entlang des Hoanibs. Teilweise führt dieser Wasser. An einer idyllischen Stelle gibt es sogar Wasserfälle und einen natürlichen Pool in dem man auch schwimmen könnte. Zwei Esel grasen gemütlich am Ufer. Wiederholt kommen wir an leeren Gestellen für Brennholzverkauf bzw. "Craft" vorbei.
Einer dieser Plätze ist besetzt. Es gibt handgeschnitzte und gebrannte Zebras Giraffen und Elefants. Einige Kinder halten uns ihre Kunstwerke entgegen. Wir kaufen drei. Und wollen den Kids noch eine Freude machen in dem wir jedem einen Rusk geben. Im Handumdrehen werden aus den 5 Kids, 10 und dann kommen noch zwei dazu die gerade schon laufen können. Zum Schluss gesellt sich noch ein Hund dazu.
Die Berge sind wiedermal eine Wucht und wir sind hin und hergerissen zwischen dem Blick auf die Berge, dem verfolgen von größeren Tatzenspuren entlang des Trails und dem Ausschauhalten nach den Urhebern derselben. Wir begegnen zwei Giraffen, die genauso erstaunt sind wie wir und aufs reissaus nehmen vergessen, erst als wir stehen bleiben trollen sie sich.
Der Hoanib wird breiter udn man fährt zwischen den 2 Meter hohen Uferböschungen. Vom Wasser sollte man hier besser nicht überrascht werden, weil es keinen Weg hinaus gibt. Weitere Tiersichtungen gibt es keine. Klein Serengeti ist mit einmal eine gänzlich andere Landschaft: hohes gelbes Gras, roter Sand sind am Nachmittag ein tolles Fotomotiv. ein paar Zebras. Der Othijeka Trail ist eigentlich nur mühsam. Wenig reizvoll und endlos holprig. Entnervt lasse ich den Landcruiser einige Abschnitte mit hunderten Metern im 1. Gang mit Untersetzung über die Rocks im trail rumpeln und ergebe mich der Schaukelei. Ab und an sichten wir Zebras in der Ferne und Springböcke.
Endlich geht der Trail in den Palm Canyon über. Hier gibt es wenigstens ein paar Wasserstellen und - Palmen! Das Rooliyn Vet Gate ist unbesetzt und wir lassen uns selber durch das Tor durch.
Erwartungsgemäß ist auf der Hoada Campsite fast alles frei. Wir sind rechtzeitig zum Bier Sundowner am Sundowner Spot. Auf den Pool verzichten wir weil es uns zu kalt ist. Die private Donkey Dusche ist ausreichend warm. Die Lage ist natürlich einmalig inmitten der Granitfelsen.
Wir speisen Boerewors und ich als Fahrer bekomme eine Extra Ration Gin in meinen GinTonic.
https://youtu.be/pWwy2SLH6xI
https://youtu.be/0FCRUjmdcZg

24.5
Ziel Desolation Valley:
Die Morgenstimmung bei Hoada mit den Granitfelsen ist malerisch. Es ist vollkommen still - nur eine andere Campsite ist belegt. Wir wollen über Palmwag ins Desolation Valley fahren. Palmwag um wieder mal zu tanken. Dummerweise gibt es vor Palmwag eine VetControl nach Norden ?!. Und der Officer will uns partout nicht zur Tankstelle auf der anderen Seite der Kontrollstelle durchlassen. Grosszügig bietet er an "Your wife can wait here with the meat". Angesichts der Schlange an Autos die aus der Gegenseite wieder passieren wollen und in die wir uns nachher einreihen müssten verzichten wir, schliesslich haben wir ca 140 Liter Diesel an Bord. Also drehen wir um lassen den verdutzten Officer Officer sein und fahren - wir haben ja schliesslich noch was vor heute.
Wir fahren bis zum Startpunkt des Huab River Tracks. Ist ganz anständig zu fahren. Wieder wundern wir uns welcher Laune der Natur die wie hingestreuten Faust- bis Kopfgroßen Felsbrocken auf den Sandflächen zu verdanken sind. Wir müssen uns definitv mit der Geologischen Geschichte Namibias beschäftigen. Unvermutet tauchen Welwitschias auf. Und dann werden es immer mehr. Je nach Licht Einfall erinnern sie mich bei flüchtigem Hinsehen an alieneske Wesen, die nur auf einen unvorsichtigen Wanderer warten um über ihn herzufallen. Wir sehen Springböcke in vollem Galopp vorbeiziehen, machen aber keinen Grund für die plötzliche sportliche Betätigung aus. Wir warten immer noch auf den perfekten Schnappschuss eines Springbocks beim Sprung. Die Landschaft besteht aus sanften Hügeln, die gespickt mit Granitfelsen, grünen Gräsern und Sand im Vormittagslicht sehr farbenfroh sind.
Kein anderes Fahrzeug wird uns ab hier den ganzen Tag lang begegnen.
Mittagspicknick mit Eiern, Tomaten, Feta und Restln vom Ostrich unter einem Baum der uns einerseits Schatten aber auch alte Äste als Feuerholz für den Abend bietet.
Kurz vor Sonnenuntergang erreichen wir den Huab Viewpoint. Die Landschaft lässt uns schier verzweifeln. Wiedermal verwünschen wir die 15 Minuten die wir am Morgen noch als Zugabe in den Schlafsäcken verbracht haben. Jetzt könnten wir sie gut brauchen. Wir haben keinen Plan wo wir heute campen wollen, zum westlichen Desolation Valley ViewPoint wollen wir aber jedenfalls noch kommen.
Wir rasen/holpern so gut es geht den Trail entlang, aber der Sonnenuntergang hat kein Mitleid mit uns. Trotzdem sind wir überwältigt von der Aussicht die sich uns hier bietet. Das grüne Tal des Huabs eingebettet in der Steinwüste lässt uns den Mund offenstehen. Dahinter eine Bergkette wie der Rosengarten der Dolomiten und Monument Valley zusammen. Wie auch immer das Desolation Valley zu seinem Namen kommt - uns erscheint es wie der Garten Eden.
Wiedermal bekommen die Reifen des Landcruisers den ersten Schluck meines Sundowner Bieres, heute sind sie besonders strapaziert worden.
Unten im Tal rauschen die Gräser im Wind. Jetzt noch aus der Vogelperspektive dort unten ein paar Elefanten zu sehen, wäre die Spitze, aber auch durch das lange Tele entdecke ich kein Lebewesen da unten.

Wir werden wohl hier campen - Einige große Feuerstellen deuten darauf hin das wir nicht die ersten sein würden. Also werfen wir Skrupel über wildcampen an diesem Spot über Bord. Hoffentlich bleibt uns der Wind gnädig und weht uns in der Nacht nicht in die Schlucht hinunter.
Der Wind wird in der Tat stärker und ich parke das Auto vor dem schlafen gehen mit dem keilförmigen Popup Tent strömungsgünstig in den Wind.
https://youtu.be/niJmqwrmY1Y

Fortsetzung folgt ...
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zuletzt bearbeitet 07. Nov. 2021
7'296 Beiträge · seit 200608. Juni 2021 · #11
Bluesbrother928 schrieb:
Meine !!! Einstellung ist es: Sich für eine Destination zu entscheiden, sich darüber informieren und dann zu planen.
Da stimme ich mit Dir weitgehend überein, lasse dann aber größtenteils auch gleich noch die Planung weg. 😉

Auf jeden Fall genug Luft für Änderungen lassen. Nicht jeden Tag lückenlos durchplanen. Man muss auch Raum für Spontanität lassen.
Das ist auch aus meiner Sicht extrem wichtig. Manchmal erfährt man ja auch unterwegs von irgendwas interessantem, was man dann spontan sehen oder erleben möchte und dann geht es nicht, weil jede Minute durchgeplant ist.
Was ich z.B. immer mal spannend finde, sind Besuche von Gottesdiensten oder Totenfeiern, wenn es sich gerade mal ergibt. Und in fußballverrückten Ländern wie Sierra Leone oder auch Rwanda fand ich es klasse, Spiele der Champions League oder Afrika-Cups in irgendeiner einfachen Kneipe anzuschauen und die euphorische und friedliche Stimmung zu erleben. Da muss man gar kein Interesse an Fußball selbst haben. Das ist einfach ein Erlebnis.

Und alle 7-10 Tage eine Tag einplanen an dem man auspannen und neue Kraft schöpfen kann. Sonst wird das Abenteuer zu anstrengend und vor allem - kann man dann die Eindrücke auch nicht mehr richtig verarbeiten.
Und zudem schreibe ich möglichst noch Tagebuch, um die Erlebnisse festzuhalten. Das mache ich nicht täglich, aber nach spätestens drei Tagen. Ansonsten sind manche Dinge schon nicht mehr so präsent oder man vergisst es kurz und hat anschließend ein ziemliches Durcheinander im Tagebuch.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
Themenstarter123 Beiträge · seit 201910. Juni 2021 · #12
Wenn Du tatsächlich mit dem Bike Afrika bereist, hast Du vermutlich einen deutlich niederschwelligeren Zugang zur lokalen Bevölkerung , als wenn man mit einem riesigen Camper aufkreuzt auf dem quasi die DollarScheine aufgedruckt sind.

Wir hatten uns auf den Seychellen ein paar mal vorgenommen tatsächlich einen GottesDienst zu besuchen, es uns dann aber doch nicht getraut, weil wir befürchtet hatten alleine durch unsere Anwesenheit die Leute zu stören.
Was aber sehr bereichernd war, als wir in Australien über eine Art Endrunde der Schulmannschaften im Rugby gestolpert sind und das ganze Gewusel zu erleben. Abends waren wir dann auf Empfehlung unseres B&B Hosts in der Kantine des Bowls Clubs. Durchschnittsalter ~65 und eine sehr eigene Atmosphäre.
Nur im südlichen Afrika haben wir das bislang noch nicht geschafft, obwohl ich immer schon mal so ein mit BAR beschriftetes Hüttchen aufsuchen wollte um zu sehen was da so abgeht 🙂

Was ich auch sehr empfehlen kann ist: lokale Zeitungen zu lesen.
letzte Reise: Roadtrip Uganda https://youtu.be/wTiSncdAhKQ
zuletzt bearbeitet 10. Juni 2021
Themenstarter123 Beiträge · seit 201910. Juni 2021 · #13
25.05
Ziel Ugab River:
Mitten in der Nacht werde ich munter und stelle fest das der Wind um 180 Grad gedreht hat und jetzt genau von hinten in das Dachzelt pfeift. Kurzentschlossen drehe ich das Auto mit meiner Frau im Dachzelt oben drinnen um 180 Grad um und wir können den Rest der Nacht in Ruhe verbringen.
Wir sehen der Sonne mit einem heissen Kaffe in der Hand beim aufgehen zu. Machen uns dann wieder auf den Weg zum Huab Viewpoint. Der sich heute gänzlich anderes als gestern Abend präsentiert. Der Wind pfeifft uns den Sand ums Auto. Die malerische Düne mit den Sandschleiern versuchen wir geschützt im Auto sitzend abzulichten. Aber sonst ist es uns zu ungemütlich. (Wenn wir wüssten was wir später im Sossusvlei auf uns genommen haben, hätten wir quasi Liegestühle und Sonnenschirme auspacken können)
Eine Option für heute Abend wäre gewesen im Rhino Camp zu nächtigen, aber das präsentiert sich etwas abweisend während wir die Metallkunst bewundern. Also fahren wir weiter und lesen wenig später eine handgeschriebene Tafel die eigentlich für den Gegenverkehr gedacht ist, das das Ugab River Camp geschlossen ist - wegen einem dangerous Lion. Vermutlich ist das Rhino Camp gemeint, somit brauchen wir diesmal auch keine Skrupel haben wenn wir notgedrungen wildcampen, soo einladend hat es nun auch wieder nicht gewirkt.
Also ist unser nächstes Ziel der Ugab River Picknick Spot. Irgendwo nach der Querung des Ugabs bei Brandberg West kommen wir durch ein wunderschönes Tal mit hellblauen Felsen. Teilweise muss man doch ein wenig aufpassen wo man das Auto hinrollen lässt.
An der D2303 öffnen sich plötzlich weite grüne Flächen die mit Granitfelsen durchsetzt sind, als ob diese versehentlich von einem überdimensionalen LKW gefallen sind. Wir müssen uns definitv mit der Geologie Namibias beschäftigen. Unglaublich was wir hier schon alles gesehen haben.
Wir biegen auf den Ugab Trail ab und sehen schon wieder eine Welwitschia nach der anderen. Wie beim Beginn des Huab Trails. Diese hier sind eher noch beeindruckender und größer, jedenfalls fragen wir uns was denn dann der Welwitschia Trial bei Walvis Bay noch mehr bieten könnte.
Kurz vor dem Ugab River wechselt die Landschaft erneut und wir fühlen uns an das Moonvalley auf Sardinien erinnert. Als ob die Steine mit einer gigantischen Lötlampe geschmolzen worden seinen, sieht es aus. Wenig später sind wir am Ugab und wir suchen uns einen Spot zum Nächtigen. Die letzten Stunden haben wir keine frischen Reifenspuren gesehen also sind wir wieder mal die Einzigen weit und breit.
Was genau es zum Abendessen gab geht aus meinen Aufzeichnungen nicht hervor, aber es war ganz sicher sehr lecker.
https://youtu.be/y9Go0-fUfY8

Fortsetzung folgt ...
letzte Reise: Roadtrip Uganda https://youtu.be/wTiSncdAhKQ
zuletzt bearbeitet 07. Sept. 2021
Themenstarter123 Beiträge · seit 201910. Juni 2021 · #14
... Und weiter gehts:
26.05
Ziel Torra Bay oder Swakopmund:
Schon wieder haben wir so eine Nacht mit Sternenhimmel hinter uns - langsam wird es zur Gewohnheit das man die Milchstrasse meint angreifen zu können. Ob wir allerdings noch so ein tolles Milchstrassen Photo machen werden? Meine Photographie Chefin hat sich nur ansatzweise mit der Technik beschäftigt und mir ist es nicht wichtig. Und am Abend bleibt uns sowieso meist keine Zeit nach Campsite suchen, aufbauen, Campfire, vor Sundowner Photos, Sundowner, nach Sundowner Photos, Abendessen machen, Essen, Die Weinreste aus der Flasche leeren, Abräumen, Abwaschen, Aufräumen, optional Speicherkarten dumpen, den aktuellen Tag besprechen, den morgigen Tag besprechen, Abendkaffee machen und trinken, Nachthimmel bestaunen, und dann eigentlich ins Bett fallen. Genaugenommen sind wir recht froh das die Tage kurz sind und es um +/- 1900 dunkel wird, somit kommen wir zwischen 2130 und 0600 immerhin zu 8,5 Stunden Schlaf - den wir auch dringend brauchen.
Wir fahren zum Ugab Gate des Skeleton Coast Parks, unser Ziel ist es soweit als möglich nach oben zu fahren, optional bei Torra Bay zu campen. An der Huab Lagoon, sehen wir Pelicans und Flamingos, und jede Menge Spuren von "brown hyenas" wie uns ein couple im LandRover erklärt. Auf einer Tafel wird mit "beware of the lions" gewarnt. Wir würden ja gerne aufpassen wenn sie erst mal da wären.
Wir gehen ein bissl in Richtung einer Sandbank auf der sich zwei Dutzend Kormorane niedergelassen haben. Müssen aber erkennen das der Sand extrem schmierig und rutschig ist. Wir fühlen uns an die Pans bei Kudu Island in Botswana erinnert.
Die Hauptstrasse ist brettleben und super smooth zu fahren, besser als sogar die Autobahnen in Österreich (das ist allerdings keine große Kunst). Wie auch immer die das schaffen den Sand so eben hinzubekommen. Vorbei an einigen Shipwrecks, Oil Rigs und den Resten einer Diamond Mine geht es zur Mündung des Koigab River Mouths. Warum ich mir ausgerechnet den als besonderes Highlight ausgesucht habe bleibt rätselhaft. Noch dazu wo man um dorthin zu gelangen 5 Kilometer Richtung Ozean auf tiefem Sand fahren muss und dann nochmal 5 Kilometer parallel zum Meer. Aber der Landcruiser fräst sich souverän durch den Sand - bis zum Punkt wo laut T4A die Mündung des Koigabs sein soll. Punktgenau dort stoppt der Landcruiser und sinkt im Sand ein.
Was mache ich hier eigentlich? Es sieht genauso aus wie 5 Kilometer zuvor. Vor, Zurück nichts geht. Untersetzung, Diff Sperren vorne und hinten, das ganze Programm, nichts hilft. Airing down auf 1Bar. Nichts. Also schaufeln. Nichts. Ich beäuge schon mal den Hilift Jack, kann aber den Adapter für den Heckträger nicht finden. So tief wie hier war der Heckträger noch nie über dem Boden, jetzt kann man immerhin ganz bequem nach innen einsteigen. Aber auf den Komfort könnte ich jetzt gut verzichten. Also schaufle ich wieder weiter. Einige Planken finden sich glücklicherweise in der Umgebung, aber man soll nicht glauben das ein 3,5 Tonnen Fahrzeug so einfach auf Planken hochfährt, die verlockend und einladend im Sand stecken. Nein das muss schon einigermaßen flach sein.
Während ich schaufle und Steine (die meine Frau herbeischleppt) und Planken platziere untersucht meine Frau die frischen Spuren von Schakalen und Hyenas die direkt an der Stelle des Geschehens vorbeilaufen. Die Highwater Mark der Tide habe ich schon vorher beäugt und einigermaßen beruhigt festgestellt das wir zumindestens vorerst kein Problem mit der Flut haben werden.
Nach einer Stunde Schwerarbeit ist der Landcruiser wieder flott und fährt 20 Meter weiter über den Sand als ob dort Beton wäre. Meine Frau wird den Einsatz des Steine schleppens später noch bereuen, weil sie sich dabei eine Handsehne der rechten Hand gezerrt hat. Genau beim Photographie Trigger Finger.
Beinahe 2 Stunden (Mit dem Abzweig von der Hauptstrasse) hat uns der Spaß gekostet. Terrace Bay ist somit außer Reichweite. Ich würde sagen das war das dritte Mal das wir Glück gehabt haben. Einen Abschleppservice dorthin zu ordern das wäre echt teuer geworden.
Neben der gelernten Lektion über stuck in sand und unstuck in sand realisieren wir das wir eigentlich sowieso nicht dorthin fahren hätten dürfen, weil an der Hauptstrasse ein Einfahrt verboten Schild war. Aber die deutlichen Spuren von Vorgängern und die T4A Tracks haben uns dies ignorieren lassen.
https://youtu.be/Ohmaz9Svlrw
In Wahrheit ist aber jedes abbiegen von der Hauptstrasse - abgesehen von den explizit erlaubten spots - verboten und es wird auch überall darauf hingewiesen, das es Penalties gibt. Wir geloben Besserung.
Wenig später biegen wir bei Torra Bay ein und erkunden die verwaiste Campsite. Die Intermittent Fuel Station die es hier geben soll, wurde mit dem Ende der Saison eingepackt und mitgenommen. Die einzigen Besucher hier sind Hyenas, deren Spuren kreuz und quer verlaufen. Somit hat sich campen im Skeleton Coast Park sowieso erledigt, auch wegen dem Sprit, weil wir nicht weiter hoch fahren können! Und wegen der Zeit weil wir bis um 1700 wieder beim Ugab Gate sein sollten.
Also picknicken wir im Halbschatten vor der Torra Bay Bar und lassen das nüchterne Layout der Campsite auf uns wirken.
Die einzigen Bollwerke gegen die Meeres Salz Gischt sind die Quaderförmigen Abolutions. Die Campsites selbst sind bloß mit Steinen markierte Stellplätze. Also wenn man hier campen will sollte man immun gegen Wind, Sand, Salzwassergischt und das ständige Brandungsgetöse sein.
Wir brechen also wieder auf und fahren südwärts, passieren das Ugab Gate. Ob es hier zufällig Diesel gäbe? No, is the lamp on? fragt mich die Madam deren kleine Tochter um sie herumwuselt und mich mit großen Augen mustert. "NNNo" sage ich wahrheitsgemäß aber beide Tanks des Landcrusiers sind nicht weit vom Null Strich.
"Then you have no problem getting to Henties Bay" Ich danke und sage meiner Frau das wir uns keine Sorgen machen brauchen. Es sind ja bloß noch 130 Kilometer bis zur nächsten Tankstelle.
Unterwegs halten wir noch am Palgrave Point wo wir eine Robben Meute beim tollen im Meer beobachten. Wir leisten uns sogar noch den Abstecher zu Cape Cross, müssen aber am Tor zum Park feststellen das dieser vor 10 Minuten um 1700 geschlossen hat. Eigentlich hatte ich Hoffnung hier vielleicht ein bisschen Diesel zu ergattern.
Dafür kommen wir an einigen Depots für die vielen Baustellen LKWs vorbei, ich überlege kurz denen Diesel abzukaufen verwerfe den Gedanken dann wieder als zu aufwändig. Glaube aber das die Leute gar nicht so abgeneigt wären gegen Cash ein paar Liter Diesel aus den Tanks zu holen.
Nun denn irgendwann geht das Reservelämpchen an und ich fahre mutig weiter. Als die Sonne schräg hinter uns im Meer versinkt fällt auch der Zeiger des Main Tanks endgültig unter Null, aber noch rollen wir. Und dann hat er plötzlich weniger Leistung, Aha denke ich und schalte auf den Sub Tank um, da müssen es noch ca 40 Kilometer gewesen sein. Das könnte knapp werden denke ich.
Während des Fahrens checke ich am Navi ob ich wirklich die kürzeste Strecke zur Tankstelle eingegeben habe.
Endlich sind wir in den Outskirts von Henties Bay, Die Strasse stimmt nicht ganz mit der T4A Map überein wurde etwas umgestaltet. Aber wir nähern uns, links, rechts, links, die Nadel des Subtanks ist auf Null, plötzlich ruckelt das Auto. Ich versuche möglichst viel Schwung in die Ecken mitzunehmen. Noch 800 Meter.
Wir biegen auf die letzte Strasse vor der letzten Abzweigung ein, das Auto beschleunigt nicht mehr, ich fahre Schlangenlinien, es geht etwas, da ist die Strasse plötzlich gesperrt weil sie neu gemacht wird, nur ein Nebenweg ist offen. Egal ich nehme den, bis dieser 50 Meter vor der finalen Kreuzung vor einer Art Minigolf Platz endet. Der einzige Weg ist die Böschung zur Hauptstrasse hoch (die Sperrung beginnt erst einige Meter weiter hinten), meine Frau erkennt was ich vorhabe, "Du kannst da nicht einfach durchfahren"
"Doch kann ich" murmle ich zwischen zusammen gebissenen Zähnen. Und nehme den Schwung mit erreiche die Asphaltstrasse, das Auto rollt nur noch, ich schalte nochmal auf den Haupttank um, und träge nimmt das Auto etwas Fahrt auf und wir rollen gerade so bei der Zapfsäule ein.
Wie freuen wir uns diesmal über das übliche Empfangskomitee der Tankwarte die uns einwinken als ob wir die monatliche Gehaltszahlung bringen. Wir sind mindestens so froh wie die als das Auto genau vor der Zapfsäule zum Stehen kommt.
Beim wieder starten wird es 15 Sekunden dauern bis der Diesel anspringt (Auch so eine Sache die mir Sorgen machte - leerfahren von Dieseln soll ja manchmal nicht so gesund sein), aber dann nagelt der Reihensechser wieder fröhlich vor sich hin.

Das war das vierte Mal wo wir wirklich Glück hatten. Ich will mir nicht ausmalen wenn uns der Sprit 10 Kilometer oder früher ausgegangen und es dunkel geworden wäre. Auf die paar Autos die da unterwegs waren hätte ich ungern gebaut. Insgesamt fliessen 174 Liter Diesel in die beiden Tanks. Und wir rollen nun frohgemut nach Swakopmund zum vor einigen Tagen gebuchten Stiltz B&B, das wir um die eine Nacht nach vorne verlängert haben. Wir haben eine riesige Seaview Villa und stürzen uns als erstes in die Dusche und lassen das heisse Wasser auf uns niederprasseln. Abendessen nehmen wir um die Ecke im Old Steamer, der uns ein wenig enttäuscht weil es nur Buffet gibt, aber qualitativ war es in Ordnung, nur leider keine Oysters auf die wir uns so gefreut haben. Aber die nette deutsche Managerin gibt uns den Tip morgen bei Andy's vorbeizuschauen, dort gäbe es die besten Oysters.
Erschöpft und zufrieden fallen wir ins Bett, das zweimal so breit ist wie das Dachzelt.

Fortsetzung folgt ...
letzte Reise: Roadtrip Uganda https://youtu.be/wTiSncdAhKQ
zuletzt bearbeitet 23. Nov. 2021
1'523 Beiträge · seit 201110. Juni 2021 · #15
Hammer geschrieben... 😄 😄 😄

.....Glückspilze: mit dem buchstäblich letzten Tropfen....Du hast Nerven 😄 😄 😄

ich hätte bei Palmwag trotz Vet/Check eine Sicherheitstankfüllung hingelegt.... 😄 😄 😄

LG..........................BMW
zuletzt bearbeitet 10. Juni 2021
157 Beiträge · seit 200811. Juni 2021 · #16
Ein toller Reisebericht. Der Schreibstil gefällt mehr sehr. Meine Frau ist Lehrerin. Ich denke, sie würde dir die Note 1 geben. Komm, gib dir einen Ruck. Wenn du dir eine 1 mit * 'verdienen' möchtest, garniere deinen Bericht noch mit ein paar Fotos 😉 .
Danke und Gruß
Guido
Themenstarter123 Beiträge · seit 201911. Juni 2021 · #17
Danke für die großmütige Auslegung meiner manchmal recht intuitiven Interpretation der deutschen Rechtschreibregeln.
Fotos kann ich Dir nicht versprechen, aber vielleicht das eine oder andere Video...
lg Heinrich
letzte Reise: Roadtrip Uganda https://youtu.be/wTiSncdAhKQ
Themenstarter123 Beiträge · seit 201912. Juni 2021 · #18
Hier mal ein Pilot vom Etambura Camp
Edit: Videolink in den Textteil verschoben ...
letzte Reise: Roadtrip Uganda https://youtu.be/wTiSncdAhKQ
zuletzt bearbeitet 24. Juni 2021
Themenstarter123 Beiträge · seit 201912. Juni 2021 · #19
27.05
Swakopmund
Die Nacht ist überraschend laut. Die Hüttenkonstruktion mit Schilfdach ist zwar sehr massiv, hat aber akustisch der doch deutlich hörbaren Meeresbrandung wenig entgegen zusetzen und lassen mich doch einige Male munter werden. Auch ist das Bett so riesig das ich Gefahr laufe meine Partnerin aus den Augen zu verlieren.
Beim Frühstück sind noch 2 andere Paare da, das wars.
Wir geniessen den Platz am warmen Gasofen, es ist nämlich ziemlich frisch und feucht am Morgen geworden. Dann fahren wir zum MET Office und besorgen uns die Permits für den Naukluft NP. Das Gebäude ist ein freundlicher älterer Bau, vollgehängt mit Trophäen Karten und Bildern, die Dame für die Permits freut sich ehrlich das sie etwas zu tun bekommt. Wir checken noch den Zeitpunkt von High Tide - ist erst um 1700 also ok, dann fahren wir zum Pelikan Point. Vorbei an den riesigen Flächen der Salt Works, mit Magenta schillernden Salzseen, Salzbergen und Dump Trucks fahren wir endlich direkt nach Norden auf der Sandhalbinsel. Es gibt eine Unmenge an Spuren, die meisten ziemlich verweht also folgende wir den frischesten. Vorbei an Kormoranen, vielen Schakalen und Robben fahren wir endlich laut T4A Map direkt über Wasser in Wahrheit jedoch auf solidem Sand. Der auch nicht so aussieht als ob er bei High Tide überspült würde. Die Pelikan Point Lodge wo wir uns auf einen Kaffee gefreut hätten, hat augenscheinlich geschlossen (seltsam denn genau für heute hätte ich auch ein Zimmer buchen können um +/- 1000€ die Nacht), überall sehen wir Robben Gruppen. Bis wir auf der Westseite wieder zurückfahren und auf eine wirklich große Gruppe von Robben stoßen. Dort parken wir und sehen dem Treiben zu.
Es ist wie ein Schule bei einem Sommertags Ausflug an den Strand. Unentwegt stürzen sich Robben in die Fluten, reiten auf den Wellen, springen in der Brandung, kommen wieder an Land. Die Tiere haben offensichtlich wirklich Spaß daran im Meer zu baden. Man sieht nicht mal das sie mit Fische Fangen beschäftigt wären. Sie haben nur Spaß daran im Meer zu sein.
Eigentlich sind wir jetzt sogar froh das wir dieses mal Cape Cross verpasst haben (2019 waren wir eh schon dort), dort ist das Treiben bzw. eher das Ruhen ein gänzlich anderes. Nach einer Stunde des zusehens und immer wieder auf der Jagd nach dem perfekten Shot einer auf den Wellen surfenden Robbe fahren wir weiter. Wenig später kommen wir zu einer riesigen Gruppe Kormorane die sich vor uns in die Brandung flüchtet. Müssen wohl einige Hundert Vögel gewesen sein, die sich nun ebenfalls auf den Brandungswellen reitend langsam von der Küste wegbewegen.
https://youtu.be/XozJt2zv07c
Auch hier reißen wir uns schließlich los und fahren weiter bis zum Sandwich Harbour No Entry Schild. Da wir 2019 schon mit Rudy dort waren wussten wir das wir hier nicht weiterdürfen. Auch nicht weiter wollen, denn der Part zwischen Meer und Düne entlang ist doch sehr tricky und wenn man dort stecken bleibt und die Tide kommt, kann man dem Auto Lebewohl sagen. So drehen wir um und hoffen am östlichen Teil der Lagune zurück zu den Saltworks zu kommen. Alleine auch hier Verbotsschilder also folgen wir der einen Spur die durch leichte Dünen von der Sperrzone wegführt. Zack und da erwischt es uns erneut, die Spur ist leicht schräg und der Landcruiser rutscht hinten von der etwas festeren Spur und gräbt sich ein.
Das trügerische dabei ist, solange das Auto in Schwung ist, trägt die festgefahrene Spur im Sand einigermassen, aber wehe man kommt zum stehen oder weicht davon ein wenig ab. Der Landcruiser in der Camping Ausstattung ist zudem ein denkbar ungeeignetes Fahrzeug zum Sand Dunes fahren, viel zu schwer.
Wieder ist mir das Glück hold und ich finde nach einer Viertelstunde suchen im Umkreis einige Strandgut Bretter die ich zum unterlegen verwenden kann. Ohne diese hätte ich es diesmal echt nicht geschafft zumal auch keine Steine zu finden waren. Auch der HiLift Jack hätte nichts gebracht - wo hätte ich das Auto hinstellen sollen ausser wieder in Sand? Aber auch mit den langen Brettern war es eine Quälerei, Zweimal bin ich sogar in Schwung gekommen aber rückwärts mit leicht schrägen Untergrund ist es unmöglich richtig zu lenken.
Zwei Stunden später und ca 5 mal Steckenbleiben rollen wir wieder. Hinter uns sieht es aus wie ein Schlachtfeld, aber der Wind wird das Durcheinander bald zudecken. So ist mir ein peinlicher Ruf um Hilfe erspart geblieben und der Erfolg war auf meiner Seite. Jedenfalls sind solche Erlebnisse wichtig und prägend um zu erkennen wo die Grenzen der modernen Technik sind und wo die Natur mit Ihren eigenen Gesetzen beginnt.

Am Abend gehen wir zu Fuß zu Andy's und bestellen uns 22 Oysters in den unterschiedlichsten Flavors. Dazu eine Flasche trockenen Weißwein. Wir sind selig.

Fortsetzung folgt ...
letzte Reise: Roadtrip Uganda https://youtu.be/wTiSncdAhKQ
zuletzt bearbeitet 23. Nov. 2021
796 Beiträge · seit 201512. Juni 2021 · #20
Super schönes Video.
Wir hatten 2018 das selbe Zimmer. Etambura ist einfach ein Traum. Sollte Corona uns nicht noch einen Strich durch die Rechnung machen, sind wir genau in 7 Wochen, erneut an diesem magischen Ort. 😛

Gruß
Markus

P.s.: Bitte noch mehr Filme!!!!
Reisebericht: Familienabenteuer Namibia und Bostwana, Juli/Augus 2016 Videotagebuch: Der wilde Nord-Westen, Videotagebuch von Simon, Juni/Juli 2018 Reisebericht: "4.375km durch den Nord-Westen" von Moritz 14 J. Reisebericht: Über das Kaokoveld in den Caprivi, Jul/Aug 2022