Namibia Rundreise zwischen Etosha, Fish River, KTP

Reisebericht 85 Antworten · 20,2k Aufrufe · gestartet 06. Mai 2021 von elotse
Themenstarter191 Beiträge · seit 201624. Mai 2021 · #21
Abschied vom Etosha Park, auf nach Vingerklip

Alles Schöne geht einmal zu Ende, der Abschied vom Etosha Park steht auf dem Programm. Nach 4 Tagen auf der Pirsch, mit einem Rucksack voller Erlebnisse und Fotos, heißt es Abschied nehmen. Ein letztes Mal früh Aufstehen, d.h. um 6:00 Uhr aus den Federn. Ein Blick aus dem Fenster besänftigte aber das Gemüt, angenehme 18 ºC und strahlend blauer Himmel mit winzigen Schleierwolken dekoriert, begrüßt uns. Wir wollten den Vormittag noch zur Besichtigung der in der Nähe von Dolomite gelegenen Wasserstellen nutzen. Da sitzt uns als Neigschmeckte das Schwäbische im Nacken. Das Permit für den Tag war halt bezahlt, da muss es auch genutzt werden.
Für Nichtschwaben: Als ein „Neigschmeckter“ wird ein zugezogener Fremder genannt der von außen ins Schwabenland, die Stadt oder sogar das kleine Dorf kommt. Man bleibt es auch nach 50 Jahren im Ländle!

Nach einem vorzüglichen Frühstück machten wir uns auf den Weg. Leider war nur an Wasserloch Jakalswater etwas Leben mit den üblichen Bekannten. An den drei anderen Wasserstellen Dolomite, Rateldraai und Renostervlei wollte uns niemand verabschieden. Ob ein längeres Warten zum Erfolg geführt hätte, werden wir nicht erfahren. Wir entschieden uns deshalb lieber nach Kamanjab zu starten. Unsere Weinvorräte wurden langsam knapp, also hieß es nachtanken. An Samstagen ist dies problematisch. Ab 12:00 Uhr wird in Namibia an Samstagen der Alkoholverkauf eingestellt. Also nichts wie los um rechtzeitig in Kamanjab anzukommen.

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Abschied vom Etosha Park

Abschied vom Etosha Park mit Hindernissen
Eine kleine Hürde galt es aber noch zu überwinden. Die gelangweilten Gatewächter waren der Ansicht Bewegung tut gut, unser Auto müsse genauer untersucht werden. Sie wollten unsere Fleischvorräte sehen! Der Kühlschrank und unsere Vorratsboxen wurden genau inspiziert. Ups, da hatten sie doch etwas gefunden, Bilton das würzige Trockenfleisch tauchte aus den Tiefen auf und wurde sofort konfisziert. Schade für uns, guten Appetit den Aufsehern.
Anmerkung: Das Galton Gate wird kaum genutzt, wir waren um 10:15 Uhr das zweite Auto des Tages, klar das die Mannschaft Abwechslung braucht.

Einkaufen und Tanken in Kamanjab
Auf der gut ausgebauten C35 ging es zuerst auf Asphalt, später auf Schotter nach Kamanjab. Wir hatten es gerade noch so geschafft, ein großer Multi Save Shop, da waren wir richtig. Schnell den Alkoholbestand auffüllen, das Angebot war riesig. Der Rest konnte noch warten, 11:50 an der Kasse, geschafft.
Der Shop ist wahrscheinlich für die Versorgung der Gegend essenziell, die meisten Kunden schleppten Waren der Grundversorgung Säckeweise heraus, das Angebot war entsprechend groß. Leider hatten wir mit unserem Wunsch nach frischen Brot Pech. Von netten Farmern erfuhren wir, dass der Bäcker Samstags nicht bäckt. Die reduzierte Öffnungszeit lohne den Aufwand nicht. Toastbrot, diese labbrigen Scheiben gab es dafür reichlich, na gut verhungern müssen wir damit nicht.

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Tankstelle Kamanjab

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Tankstelle und Imbiss Kamanjab

An der nebenan liegenden Tanke konnten wir auch den Hunger von Auto und Mensch befriedigen. Diesel für die Maschine und Hähnchenkeule mit Toastbrot und kühlem Bier für uns. Der Imbiss der Tankstelle war vom Angebot und Service überdurchschnittlich. Auf der Terrasse, unseren Hilux im Blick, genossenen wir das geschäftige Treiben rund herum.

Ohne Stress ging es dann weiter über Fransfontein nach Vingerklip. Die dortige Lodge hatten wir für 2 Nächte gebucht, um relaxt Urlaub zu machen. Nach den Tagen im Staub von Ethosha freuten wir uns auf einen Pool in einer gepflegten Anlage.

Vingerklip Lodge
Der erste Eindruck war sehr einladend. Freundlich wurden wir empfangen und nach Erledigung der Regularien vom Personal zu unserem Bungalow begleitet. Die kleine schicke Anlage besteht aus 11 strohgedeckten Doppelbungalows. Die Zimmer verfügen über ein Badezimmer, das sehr ansprechend eingerichtet und ausgestattet ist. Jede Einheit verfügt über eine private Terrasse. Unsere Terrasse, mit einem grandiosen Blick auf die Ebene, war ein Ort der Ruhe zum Entspannen und Genießen. Das Zimmer war als Loft designt mit Platz für zwei Kinder im Obergeschoss.

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Auffahrt zur Vingerklip Lodge

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Weg zum Empfang der Vingerklip Lodge

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Empfang Vingerklip Lodge

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Unser Bugalow auf der Vingerklip Lodge

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Vingerklip Lodge, Zimmer im Loft Design

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Vingerklip Lodge -Terrasse zum Entspannen

Einen Untermieter hatten wir auch, eine Brants’ Pfeifratte begrüßte uns zwar misstrauisch, erfreute uns aber nach und nach zutraulicher mit ihren Besuchen.

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Brants’ Pfeifratte zu Besuch

Mit der Lodge und dem Wahrzeichen Vigerklip, einem windgeformten Felsen in Form eines Fingers beschäftige ich mich im nächsten Bericht.
Carpe diem Hier findest Du mehr zu meinen Aktivitäten: www.kk4you.de - In dem Blog berichte ich zu den Themen: Reisen, mit dem Schwerpunkt Griechenland, Segeln, Outdoor Aktivitäten und den Dingen die mich sonst bewegen.
Themenstarter191 Beiträge · seit 201626. Mai 2021 · #22
Fingerklippe / Vingerklip und Plateau-Berge im Ugab-Tal

Im Ugab-Tal, mit seiner atemberaubenden Landschaft und seiner Sehenswürdigkeit Fingerklippe, wollten wir zwei Tage relaxen. Nach der unglaublichen Vielzahl von Tieren (Eindrücken) im Etosha Park wollten wir unserem Kopf Entspannung in der Weite einer außergewöhnlichen Landschaft gönnen. Die Vingerklip Lodge hatten wir dazu ausgewählt. Die Halbhöhenlage der Lodge erlaubt einen weiten Blick auf die Ebene des Ugab-Tals mit seinen geologischen Besonderheiten, den blockförmigen Plateau-Bergen. Neben den Plateau-Bergen ist im prähistorischen Ugab-Tal auch die berühmteste Felsformation Namibias, die Fingerklippe (Vingerklip), zu finden.

Vingerklip / Fingerklippe
Die Besichtigung des „Fingers“ gingen wir total relaxt an. Nach ausgiebigen Frühstück im Restaurant, mit seinem irren Ausblick auf das Ugab-Tal und die Plateau-Berge hätte uns eine Wanderung zwar gutgetan! Wir Faulpelze hatten es aber geschafft bis 10 Uhr nichts zu tun, einfach nur zu schauen und das Frühstück zu genießen. Die Sonne war indes nicht faul und hatte die Temperatur auf über 30 ºC gesteigert. 60 Minuten Wanderung bei dieser Hitze war an diesem Tag nicht unser Ding. Also ab ins Auto und auf zum Sockel der Fingerklippe. Die Fingerklippe (afrikaans Vingerklip, oder englisch Rock Finger) ist eine Art Mini-Plateau-Berg. Sie ist ein Erosionsrest aus Ablagerungen des Ugab-Flusssystems und überragt das Tal des Ugab um bis zu 160 Meter.

Die Spitze der Fingerklippe liegt 929 m über dem Meeresspiegel, der Fels selbst ist etwa 35 Meter hoch und hat an seiner Basis einen Umfang von 44 Metern. Er ragt tatsächlich wie ein mahnender Zeigefinger aus der Spitze eines spärlich bewachsenen Hügels. Als wir uns aufmachten, zum Fuß des Felsen zu wandern, beschlich uns immer wieder ein mulmiges Gefühl. Wann wird das Ding umfallen? Am Fuße des Felsens angekommen waren wir happy, der Blick in das weite einsame Tal war atemberaubend. Nur ein weiteres Pärchen hatte den Weg hoch zum Felsen gefunden, endlich eine Gelegenheit um ein Foto von uns zu machen.

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Fingerklippe
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Aufstieg zur Fingerklippe
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Blick von der Fingerklippe auf das Ugab-Tal

Eeagles Nest Restaurant
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Das Eagles Nest Restaurant ist klein und kann maximal 20 Gäste aufnehmen, eine Buchung ist infolgedessen erforderlich. Um 16:30 Uhr, bekleidet mit festem Schuhwerk machten wir uns auf den Weg. Auf gut gesicherten Schotter-Wegen ging es bergauf bis zu einem Turm aus Stahl, in welchem es über steile Treppen hoch hinauf ging. Für den Aufstieg muss man 10 Minuten einrechnen, laufende Stopps um Fotos zu machen und um den Ausblick zu genießen, verlängert die Zeit aber locker um Faktor zwei.

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Aufstieg zum Eagle's Nest Restaurant

Erst wenn man oben angekommen ist, erkennt man Restaurant, Aussichtsplattform und Havens Gate. Havens Gate ist ein Luxusbungalow, der Bereich ist für Restaurantbesucher zwecks Intimsphäre der Gäste jedoch gesperrt. Nachdem wir uns satt gesehen hatten, ging es zur Aussichtsplattform, welche spektakulär am steilen Abgrund hängt. Der ideale Platz für einen Sundowner, ein besseres Plätzchen kann es kaum geben. Einen Gin Tonic in der Hand und die glutrot untergehende Sonne über dem Ugab-Tal, ein Erlebnis welches sich ins Hirn einbrennt. Die Atmosphäre und die Aussicht von dort ist atemberaubend!

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Aussichtsplattform mit Fingerklippe im Hintergrund
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Eagle’s Nest Restaurant

Das Restaurant, sehr geschmackvoll eingerichtet musste warten bis auch der letzte Sonnenstrahl hinter den Hügeln verschwand. Essen und Getränke wird von Seilbahn dort hoch geschafft. Das frisch zubereitete Essen war gigantisch. Traditionelle afrikanische Küche, Impalawurst, Lamm und vieles mehr, da gab es nichts zu meckern. Das Lob der Gäste fiel entsprechend aus. Was uns freute, war, dass für dieses außergewöhnliche Dinner kein Aufpreis verlangt wurde. Ein Kompliment an das Management für solch kundenfreundliches Marketing.

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Eagle’s Nest Restaurant

Tipp: Der Rückweg in der Dunkelheit ist abenteuerlich, eine Stirnlampe muss unbedingt mitgeführt werden und die Reservierung sollte sofort bei der Ankunft erfolgen.
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zuletzt bearbeitet 26. Mai 2021
Themenstarter191 Beiträge · seit 201629. Mai 2021 · #23
Vom Ugab-Tal ins Erongogebirge zur Ai-Aiba Lodge

Vom Ugab-Tal geht unsere Rundtour durch Namibia nun Richtung Süden mit dem nächsten Ziel Ai-Aiba Lodge im Erongogebirge. Für diese Strecke hatten wir drei Alternativrouten recherchiert. Die gelbe Route ist zwar die kürzeste Strecke (175 km) und scheint auch reizvoll zu sein. Am Anfang muss aber ein abseits gelegener Trail mit 25 km Länge durchs Ugab-Tal bewältigt werden! Alleine war uns das Risiko zu heikel.
Die rote Route mit 228 km ist wahrscheinlich die Strecke mit den besten Pistenverhältnissen, erschien uns aber unattraktiv.
Letztendlich entschieden wir uns als Kompromiss für die grüne Route D2351/D2344 über Omaruru. Eine Route von 200 km auf abseits gelegenen Strecken.
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Alternativ-Routen nach Ai-Aiba

Die Fahrt führte durch kaum befahrene eintönige Landschaft. Unsere Definition der Route: „Pad der Gatter“. Innerhalb einer Stunde sahen wir kein Auto und keine Menschenseele, dafür gab es Gatter ohne Ende. Geschätzte 15 Gatter durfte ich als Beifahrer an dem Tag öffnen und schließen. Ein „Pad Schrapper“, wie man im Südwester Jargon zu der Maschine sagt, fräste und walzte die Pad, und schon war alles wieder glatt. Begleitet von einer riesigen Staubfontäne sorgte der Schrapper für eine gut zu befahrende Gravel Road.

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rund 15 Gater in einer Stunde, dafür kein Auto

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Pad Schrapper

Erst kurz vor dem Erongogebirge änderte sich das Landschaftsbild. Das Erongogebirge mit seinen surrealen Landschaftsformen und riesenhaften, im Sonnenlicht rötlich leuchtenden Granitblöcken, faszinierte uns aufs neue. Bei unserem letzten Besuch waren wir schon begeistert und konnten uns auch diesmal kaum satt sehen.

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Gater-Service durch Klaus

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Damaraland -Landschaft wird grüner

Einen kleinen Zwischenstopp in Omaruru nutzen wir um Handfeger und Kehrschaufel zu besorgen, die Ladefläche unseres Hilux hatte sich inzwischen zu einem Sandkasten entwickelte. Der Ort selber machte einen sehr gepflegten Eindruck und das Angebot des Supermarktes war gigantisch.

Ai-Aiba Lodge
Bereits um 14:00 Uhr erreichten wir die Ai-Aiba The Rock Painting Lodge. Ai Aba liegt zusammen mit einigen anderen Lodges im wunderschönen Erongo Wilderness Park. Das Gebiet mit seinen vielen uralten Felszeichnungen lässt sich am besten zu Fuß erkunden! Auf eigene Faust ist dies auf Ai-Aiba leider nicht mehr möglich, das Management will unbedingt seine geführten Touren verkaufen. Früher war es wohl möglich selber durch das Gebiet zu wandern, die Einschränkung „nur mit Guid“ hat uns sehr gestört. Bei unserer letzten Tour in dieser Gegend hatten wir auf der Ameib Ranch die Gegend um Bullsparty als fantastische Wandergegend erlebt und würden deshalb im Wiederholungsfall lieber eine Lodge mit solchen Möglichkeiten vorziehen.

Die Lodge selber liegt sehr schön am Fuße der Felsen. Unser Bungalow Nr. 3 war groß aber etwas lieblos eingerichtet. Der Barbereich und „Speiseraum“ ist jedoch hübsch, im afrikanischen Stil gehalten. Der Pool ist sauber und ansprechend. Man hat von dort einen sehr schönen Blick aufs Erongogebirge. Frühstück und Abendessen waren gut, der Service freundlich und zuvorkommend.

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Pool und Hauptgebäude der Ai-Aiba Lodge

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Hauptgebäude der Ai-Aiba Lodge

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Unterkunft auf Ai-Aiba

Geplant war für den Nachmittag eine Wanderung zu den San, was wegen der Einschränkungen zu Fuß nicht möglich war. Lada war dies nur recht, sie wollte den Pool genießen und faulenzen. Mein Tatendrang war jedoch noch nicht gestillt, weshalb ich mich entschloss die Nachmittagssonne zum Besuch der San zu nutzen.

San Living Museum
Seit 2008 kann das Lebende Museum der Ju/’Hoansi-San (auch Buschleute genannt) auf der Farm Omandumba besucht werden. Mit dem Auto ist dies von Ai-Aiba ein Katzensprung, rund 2,5 km zurück auf der Zufahrt Ai-Aiba zweigt ein Weg zu den San ab. Das Buschmann-Dorf befindet sich auf dem Gelände der Farm Omandumba. Die Anfahrt ist gut ausgeschildert und leicht zu finden. Am Parkplatz wurde ich freundlich begrüßt und meiner Bitte nach einer Führung gerne entsprochen. Erfreulicherweise war ich der einzige Besucher und wurde von zwei San auf einen Buschspaziergang zu den Felsmalereien geführt.

Ich hatte dabei Glück und Pech. Alle paar Monate wechseln die Familien in dem Lebenden Museum. Da für den nächsten Tag nach 4 Monaten ein Wechsel anstand, war mir der Blick in das Leben der Familie vermutlich wegen der Aufbruchstimmung verwehrt. Andererseits hatte ich Glück, dass am späten Nachmittag für mich noch eine Führung organisiert wurde, leider nach dem Motto schnell und oberflächlich. Engagement ist etwas anderes.

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Besuch des Living Museums der San

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Erogo Felsformationen

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Felsmalereien

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Erongo, riesenhafte im Sonnenlicht leuchtende Granitblöcke

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Buschmänner beim Feuer machen

Hinweis: Im Erongo gibt es tausende Felsmalereien. Die Malereien und viele archäologische Funde zeigen, dass dort vor langer Zeit die San lebten, jagten und ihre Spuren hinterließen. Durch Kolonisierung und Konflikte mit anderen Kulturgruppen wurden die Buschleute schon vor langer Zeit aus diesem Gebiet vertrieben. In dem Lebenden Museum wird den San jedoch die Chance geboten ihre Kultur zu präsentieren und ein Einkommen zu erzielen. Die San, welche inzwischen in der Kalahari leben, wechsel sich alle 3 Monate ab, damit mehrere Familien davon profitieren.

Trotz der Einschränkungen war der Eintritt von 170 N$ sein Geld wert, es war eine persönliche Führung in einer beeindruckenden Landschaft im Licht der untergehenden Sonne. Das Farbspiel der Felsen und die Felszeichnungen waren formidabel.

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Felsformationen auf Ai-Aiba

Ich hoffe, ihr Freude an den Berichten und werdet mich weiter begleiten zur nächsten Station unserer Reise in das Hochland der Namib.
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93 Beiträge · seit 201902. Juni 2021 · #24
Ich begleite euch sehr gerne und freue mich schon auf die Fortsetzung!
Themenstarter191 Beiträge · seit 201602. Juni 2021 · #25
@Adamek
Freut mich, dass Du uns begleitest.
Es stehen ja noch viele Etappen aus.
Ich hoffe, nur für den Bericht, das mal wieder Regen kommt 😎
Es geht dann weiter. Bei den schönen Sommertagen muss aber mit Unterbrechungen gerechnet werden.
Liebe Grüße
Klaus
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Themenstarter191 Beiträge · seit 201607. Juni 2021 · #26
Namib’s Valley of a Thousand Hills im Hochland der Namib

Vom Erongogebirge führte unsere Reise weiter Richtung Süden ins Hochland der Namib zur Lodge Namib’s Valley. Die meisten Reisen in diesem Gebiet führen wahrscheinlich nach Swakopmund. Da wir bei unserer letzten Reise einige Tage dort verbrachten und Lüderitz, eine Stadt am Atlantik besuchen wollten, war unser Plan Orte abseits der Hauptreiserouten aufzusuchen.
345 km Gravel Road über Omaruru, Karibib und den Kuiseb River, immer am Rande der Namib entlang durch trockene Wüstenlandschaft, waren deshalb angesagt. Lange Strecken ohne jeglichen Verkehr oder besser gesagt ohne eine Menschenseele mit wechselnder Kulisse war uns gegönnt. In Karibib, einem ansprechenden Ort, welcher in seiner Vergangenheit durch Marmor und Goldabbau zu Wohlstand gekommen ist, war noch Tanken und Geld fassen angesagt.

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wo stecken die Oryx?
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Kuiseb Pass
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Namib, hohes Verkehrsaufkommen

Kobo Kobo, die Tausend Sterne Lodge im Khomas Hochland
Der Lodge Kobo Kobo, am Rande unserer Route gelegen, wollten wir einen Besuch abstatten. Bei unserer letzten Reise waren wir zwei Tage dort und hatten uns sauwohl gefühlt. Aus verschiedenen Quellen hatten wir aber erfahren, dass die Lodge inzwischen geschlossen ist und eine Wiedereröffnung in den Sternen steht. Wir wollten es nicht glauben. Das Gatter an der Pad war ohne Schloss, da mussten wir einfach nachschauen. Nach 8 km Off Road bekamen wir die Bestätigung, das letzte Gatter kurz vor der Lodge war mit Ketten gesichert und kein Lebenszeichen zu erkennen. Schade, dort würden wir gerne wieder einige Tage verbringen.

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Abzweig zur Lodge Kobo Kobo
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Kobo Kobo (Foto aus 2017)

Springböcke, Gnus, Strauße und Geier waren unsere weiteren Wegbegleiter. Leider konnten wir die Geier, welche an den Flügeln markiert waren, nicht fotografieren. Eventuell kennt jemand den Grund für diese Markierung?
Weiter ging es durch die Einsamkeit, über den Kuiseb Pass, bis zur Abzweigung der C26 Richtung Windhoek. Nach rund 8 km erreicht man die Einfahrt von wo es 6 km bergauf, auf ruppigem Trail, zur Lodge geht.

Namib’s Valley
Oben angekommen durften wir uns an der grandiosen Aussicht erfreuen. Elisa die Verwalterin begrüßte uns und wies uns den Bungalow Nr. 4 zu. Der Bungalow war sauber und sehr geschmackvoll im Still einer Berghütte eingerichtet. Eine Terrasse mit herrlichem Blick ins Guab-Tal wurde sofort genutzt, um unser eigenen Welcome Drink zu genießen. Nur gut, dass wir einen Kühlschrank mitführten.

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Namib’s Valley -unser Bungalow
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Namib’s Valley -Blick vom Bungalow
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Namib’s Valley -Blick in den Bungalow

Die Lodge Namib’s Valley of a Thousand Hills hatte uns mit ihrer Beschreibung im Web angelockt. Die Lage im Hochland der Namib mit Panoramablick auf das Guab-Tal, wollten wir für zwei Tage nutzen, um einfach nur abzuhängen. Wir wollten die Kulisse genießen und ausspannen.
Die Lapa befindet sich etwa 300 m oberhalb der Bungalows. In der Lapa gibt es einen geschmackvoll eingerichteten Aufenthaltsraum, Bar, das Restaurant und davor eine sehr schöne Terrasse. Zur Energieversorgung der Anlage wird Fotovoltaik, Windkraft und Vakuumröhren zur Warmwasserbereitung verwendet, dass Laden von Geräten ist deshalb nur an einer Steckdose im Hauptgebäude möglich.
Von der Terrasse hat man einen fantastischen Ausblick auf das Valley, stündlich ändern sich die Farben der Landschaft und der Sonnenuntergang ist gigantisch.
Vor dem Gebäude liegt ein kleiner Infinity-Pool mit Blick in die Unendlichkeit. Leider war das Wasser in einer Qualität, welche uns und auch alle anderen Gäste abschreckte. Die Liegen ohne Auflagen und Schatten waren brauchbar und nicht mehr. Handtücher müssen vom 300 m entfernten Bungalow geholt werden.

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Hauptgebäude Namib’s Valley
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Namib’s Valley -Terrasse Hauptgebäude
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Pool!! Namib’s Valley

Total enttäuscht waren wir vom Essen und dem Service. Zerkochtes Gemüse und eine Miniportion Rindersteak mit Salat wurde am ersten Abend serviert. Eine Kinderportion, aber nichts für einen erwachsenen Menschen. Der Wein wurde erst serviert als das Essen bereits den Weg in den Magen gefunden hatte. Zum Frühstück ging es im gleichen Still weiter. Butter, Toast und ein Omelett, das war’s. Auf die Frage nach Wurst und Käse gab es den Kommentar: Im Omelett ist doch alles enthalten!

Am zweiten Abend wurde, da alle Zimmer ausgebucht waren (14 Gäste), ein Buffet angeboten. Ein ungenießbarer Gemüseauflauf und furztrockenes Lamm und Hähnchen in so geringer Menge das war eine Frechheit. Nur die schnellsten am Buffet hatten die Chance satt zu werden. Alle Schüssel wurden ausgekratzt, Nachschub gab es keinen. Unsere Tischnachbarn, ein Ehepaar mit zwei Kindern, versuchte vergebens etwas nachzubestellen. Wir waren uns einig, das war das schlechteste Essen in Namibia. Die Kartoffeln waren das Beste am Buffet. Unverständlich für uns ist die gute Bewertung bezüglich Essen und Service im Internet.

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Guab-Tal
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Namib’s Valley -Blick auf die Bungalows
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Namib’s Valley

Eine Aussage auf der Webseite „Es gibt eine reiche Tierwelt, außerdem können Sie die reichhaltige Vogelwelt genießen“ können wir leider nicht bestätigen. Klippschliefer, Ratten und einige wenige Vögel waren das einzige, was wir zu Gesicht bekamen. Dies könnte jedoch mit der extremen Dürre der letzten Jahre zusammen hängen.

Resümee: Top-Lage, sehr geschmackvolle Einrichtung mit miserablem Essen und unengagiertem Service.

Den zweiten Tag unseres Aufenthalts nutzen wir zu Wanderungen in der näheren Umgebung und zum 4×4 Training auf einem ausgeschilderten Trail.

Himmelstreppe
Nicht weit von der Lodge entfernt gibt es die Himmelstreppe, dies ist eine mit Auswaschungen versehene Terrassierung ins Tal, wo über Jahrtausende das abfließende Wasser in Kaskaden seine Spuren hinterlassen hat. Kaum zu glauben bei der vorherrschenden Trockenheit. Die Treppe wird auch als natürliche Grundlage für die Wasser-Pipeline aus dem Tal genutzt. Das Gaub-Tal verfügt nur über sehr begrenztes Grundwasser. Daher muss das Wasser 5 km weit über eine Pipeline mit Solarwasserpumpen auf eine Höhe von 250 m gepumpt werden. Die gesamte Energie stammt aus Photovoltaikmodulen, Windkraftanlagen und Vakuumröhren zur Warmwasserbereitung.

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Himmelstreppe der Potholes

Vegetation auf Namib’s Valley
Die Vegetation auf dem Lodge Gelände überraschte uns mit einigen Besonderheiten. In dem extrem trockenen Klima wächst nur wenig, dafür sind dies aber Spezialisten, welche wir teilweise noch nie gesehen hatten.

Köcherbäume sind in Namibia immer wieder, zumeist an felsigen Hängen vorzufinden. In voller Blüte mit ihren riesigen gelben Blütenständen waren sie jedoch fantastische Fotomotive. Bekannter ist der Köcherbaumwald nordöstlich von Keetmanshoop, einem späteren Ziel unserer Reise. Wir haben deshalb Mesosaurus Fossil Camp eingeplant und waren gespannt, ob wir dort auch blühende Bäume vorfinden werden.

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Köcherbaum

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Blütenstand der Köcherbäume

Ohne die Hilfe der Fomis des Namibia Forums wären wir bei der Bestimmung der folgenden Bäume überfordert gewesen.
Afrikanische Sternkastanie Sterculia africana
Kleiner knorriger und laubabwerfender Baum mit einer Wuchshöhe von 10 – 14 Meter und einem ziemlich starken Stamm, der einen Durchmesser von über 100 cm erreichen kann. Die fast herzförmigen und kräftiggrünen Blätter haben lange Stiele.
Commiphora myrrha ist eine Pflanzenart innerhalb der Familie der Balsambaumgewächse. Aus ihrem Harz wird die Myrrhe gewonnen.
Myrrhe-Baum -Commiphora myrrha ist eine Pflanzenart innerhalb der Familie der Balsambaumgewächse
Myrrhe-Baum, eine Pflanzenart innerhalb der Familie der Balsambaumgewächse
Commiphora myrrha wächst als laubabwerfender, stämmiger, dorniger Strauch oder kleiner Baum mit knorrigen Ästen, meist mit nur einem kurzen Stamm und erreicht Wuchshöhen von bis zu 4 Meter. Die äußere silbrige, weißliche oder bläulich-graue, glatte Borke schält sich in großen pergamentartigen Stücken ab und die grünere untere, glatte Borke wird sichtbar. Aus den flüssigen, kaum duftenden Exsudaten entsteht ein hartes, durchscheinendes, gelbliches Gummiharz
4×4 Trail Namib’s Valley
Der Trail war für Lada ein ideales Gelände um Erfahrung in dem felsigen Gelände zu sammeln. Auf dem Trail von der Hochebene ins Tal wurden wir mit immer neuen Perspektiven belohnt.

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Namib’s Valley 4×4 Trail

Die zwei Tage hätten wir gerne besser in Erinnerung behalten, die Grundlage bezüglich Lage und Lodge ist zwar gegeben, das Essen und der Service hat aber reichlich Luft nach oben.
Unserem nächsten Ziel „Fest im Fels in den Tirasbergen“ steuerten wir nach den Erlebnissen deshalb voller Erwartung entgegen.
Carpe diem Hier findest Du mehr zu meinen Aktivitäten: www.kk4you.de - In dem Blog berichte ich zu den Themen: Reisen, mit dem Schwerpunkt Griechenland, Segeln, Outdoor Aktivitäten und den Dingen die mich sonst bewegen.
zuletzt bearbeitet 07. Juni 2021
8'691 Beiträge · seit 201007. Juni 2021 · #27
elotse schrieb: Leider konnten wir die Geier, welche an den Flügeln markiert waren, nicht fotografieren. Eventuell kennt jemand den Grund für diese Markierung?
Hallo Klaus,

zunächst mal zu deiner Frage: hier findest du die entsprechenden Informationen (man kann dort die Sichtungen melden)

http://www.vultures-namibia.com/

Matthias hat dazu auch mal einen Beitrag geschrieben, siehe hier:

https://www.namibia-forum.ch/forum/12-tiere-und-pflanzen/294906-ohrengeier-in-namibia.html

DANN: vielen Dank für deinen bzw. euren Bericht mit den tollen Ausblicken in die Weiten der namibischen Landschaft 😘 ! Ich sitze gerade am Schreibtisch und blicke in eine feuchte grüne Hölle da draußen 🤢 .

Irgendwann ist bei mir auch mal der Süden Namibias fällig - aber nicht, solange ich im August in Urlaub muss, da ist es mir dort zu kalt 😣 . Auf jeden Fall machen eure Fotos sehr große Lust darauf!

Liebe Grüße auch an Lada von Bele
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
zuletzt bearbeitet 07. Juni 2021
Themenstarter191 Beiträge · seit 201607. Juni 2021 · #28
Hallo Bele,
herzlichen Dank für Deine Information bezüglich der Geier

Wir hatten zwar an verschiedenen Stellen Geier Sichtungen, leider aber immer in der Ferne. Mit dem Fernglas wäre aber sicherlich die eine oder andere Kennung möglich gewesen. Sicherlich werden wir mit dem Wissen in Zukunft besser darauf achten.

Zur Temperatur habe ich volles Verständnis. Im Mai waren die Temperaturen sehr angenehm, je mehr wir uns in den Juni hinein bewegten wurde es im Süden (KTP) Nachts doch sehr schattig. Noch später werden selbst Lodge Übernachtungen nur etwas für "Eisbären" 😉 Da ist selbst die zurzeit herrschende Temperatur im Ländle angenehm.
Eine Wärmflasche wie zu Omas Zeiten wäre dann etwas für Dich? 😛
Liebe Grüße
Klaus
Carpe diem Hier findest Du mehr zu meinen Aktivitäten: www.kk4you.de - In dem Blog berichte ich zu den Themen: Reisen, mit dem Schwerpunkt Griechenland, Segeln, Outdoor Aktivitäten und den Dingen die mich sonst bewegen.
8'691 Beiträge · seit 201007. Juni 2021 · #29
elotse schrieb:
Eine Wärmflasche wie zu Omas Zeiten wäre dann etwas für Dich? 😛
Liebe Grüße
Klaus
Ne Klaus, das hilft mir überhaupt nicht! Das Problem ist nämlich bei mir nicht die Nacht, bzw. der Schlaf, ich habe einen sehr guten Schlafsack und friere beim Schlafen eigentlich nie. Das AUFSTEHEN ist die große Herausforderung für mich bei niedrigen Temperaturen! Ich bräuchte dann schon einen Heizpilz o.ä. 🤪 .

LG Bele
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
Themenstarter191 Beiträge · seit 201608. Juni 2021 · #30
Hallo Bele, da habe ich volles Verständnis 😎
Das Bild zeigt, dass ich im Juni schon meine Probleme hatte.

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In der Hoffnung auf Sonne
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Themenstarter191 Beiträge · seit 201610. Juni 2021 · #31
Fest Inn Fels in den Tirasbergen, ein Paradies im Nirgendwo

Die Fest Inn Fels Farm Lodge in den Tirasbergen ist unser nächstes Ziel auf dem Weg nach Lüderitz. Für unsere Verhältnisse eine große Strecke von 410 km galt es zu bewältigen. Um auf der langen Gravel Road nicht unter Zeitdruck zu geraten, starteten wir bereits um 8:00 Uhr auf der Lodge Namib’s Valley. Über die C26 und C14 ging es über den Gaub Pass bis Solitär. Die Pad in dieser Gegend war leider in desolatem Zustand, die letzte Glättung durch einen Pad Schrapper lag wohl schon einige Zeit zurück. Da diese Strecke auf der C14 eine der Hauptrouten aller Touris ist waren wir laufend in große Staubwolken eingehüllt. Safari-Fahrzeuge aller Couleur waren zwischen den Zwei Top-Attraktionen Swakopmund und Sossusvlei unterwegs.
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C14 Gaub Pass

Solitär
An Solitär kommt wahrscheinlich keiner vorbei, ohne einen Stopp einzulegen. Der obligatorische berühmte Apfelkuchen in der Bäckerei, neben der Tankstelle mit ihren Schrottautos, muss einfach sein. Das Geschäft lief bestens, die Busladungen mit Besuchern sorgten laufend für neue Kunden. Noch schnell ein Foto von den alten Karren und weiter gehts nach Sesriem.

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Solitaire, tausendfach fotografiert!
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Apfelkuchen
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Schrottautos in Solitaire

Sesriem
In Sesriem musste mal wieder der Tank gefüllt werden und der gut bestückte Laden zum Auffüllen von Wurst, Käse, Tomaten und Wein herhalten. Ab dort wird es einsam, der Tross der Besucher will die Dünen von Sossusvlei besuchen. Für uns ist dies kein Thema, man kann halt nicht alles wahrnehmen, auch 5 Wochen reichen dafür nicht. 2017 hatten wir im Park zwei Nächte verbracht und haben die Bilder noch sehr prägnant in unserer Erinnerung.
Die C27 war zwar in schlechten Zustand, dafür werden wir aber mit einer Farbenpracht von Steppe, Wüste und Felsen belohnt. Einige Hügel sind übersät mit Köcherbäumen, teilweise in voller Blütenpracht, leider aber auch viele Bäume welche am Absterben sind. Später haben wir erfahren, dass in ganz Namibia viele der Köcherbäume davon betroffen sind. Der Grund dafür soll der Befall von Parasiten sein. Ob dies stimmt oder etwas anderes dahinter steht, kann eventuell ein erfahrener Botaniker klären!

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Köcherbaumwald in den Tirasbergen
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Sandpiste D707 zu den Tirasbergen

Fest Inn Fels Farm Lodge
Nach langer Fahrt sahen erreichten wir die Zufahrt nach Kanaan, diese war jedoch mit dem Hinweis keine Durchfahrt nach Koiimasis versehen. Geplant war dort auf den Farmweg abzubiegen. Das Verhältnis zwischen den Nachbar ist wohl nicht das Beste, weshalb die Durchfahrt gesperrt ist! Das Gatter nach Koiimasis liegt rund 12 km weiter südlich. Auf der Strecke sind teilweise sehr sandige Bereiche zu bewältigen, welche ohne 4×4 nicht zu schaffen sind. Von dem Gatter geht es dann noch 25 km über das Farmgelände bis zur Lodge.

Zu beachten ist, dass auf der „Ranch Koiimasis“ zwei unterschiedliche Betriebe, mit unterschiedlichen Eigentümern angesiedelt sind. Da beide Betriebe auch eine gemeinsame Webseite betreiben waren wir bereits bei unserer Planung und den Bewertungen von Tripadvisor darüber gestolpert. Zwischen den unterschiedlichen Parteien gibt es vor Ort wohl „unterschiedliche Meinungen“. Beim Recherchieren stellt man dann fest: Nur Fest Inn Fels hat Top-Bewertungen.

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Gatter -Fest in Fels
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Wegweiser Fest in Fels

Wegweiser der besonderen Art, von einem Künstler entworfene Metallfiguren, zeigen uns den Weg zum Hauptgebäude der Lodge wo wir sehr freundlich empfangen wurden. Die kleine, aber feine Farm-Lodge „Fest Inn Fels“, besteht aus 4 exklusiv eingerichteten und großzügig angelegten Chalet’s mit Außenterrassen, einem originellen Felsen-Restaurant, einer Pool-Anlage mit Sonnendeck und der Sky-Bar. Die ganze Anlage ist harmonisch in die Landschaft integriert, jedes Gebäude ist individuell. Unser Bungalow Nr. 1 war ein Glücksgriff, der größte Bungalow mit 4 Betten und extrem geschmackvoll eingerichtet. Von der Terrasse schweift der Blick über die kontrastreiche Landschaft zwischen Wüste und Felsengarten, ein wahres Paradies für alle Naturliebhaber.

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Hautgebäude Fest Inn Fels
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Fest in Fels Bungalow Nr. 1
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Pool der Lodge Fest Inn Fels
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Restaurant -Fest Inn Fels

Frühstück und Dinner wird im Felsenrestaurant serviert. Die einzelnen Tische sind in schön gestalteten Nischen, mit teilweise gigantischem Blick in die Ferne angeordnet. Das Essen selber war absolute Spitze. Der Eigentümer Rolf kommt immer wieder vorbei, um sicherzustellen, dass es wirklich an nichts fehlt, das war Service par excellence. Nach dem Reinfall auf unserer letzten Lodge waren wir hin und weg.

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Einsamer Baum in den Tirasbergen
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Panoramablick zur Namib
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Klippspringer

Fest Inn Fels Farm-Rundfahrt mit Rolf
Für den Spätnachmittag hatten wir mit Rolf eine Farm-Besichtigung mit Sundowner vereinbart. Die Tour ist empfehlenswert, da Rolf ein exzellenter Führer, Fahrer und Erzähler ist. Dabei erfuhren wir, dass er Baumeister und Architekt der Anlage ist und alles sehr individuell gestaltete. 2005 hat er mit dem Bau begonnen und sich damit einen Lebenstraum erfüllt. Am 29.9.07 war nach harter Handarbeit Richtfest. Ein Blick ins Fotoalbum gab uns einen Eindruck, mit welchen Schwierigkeiten in einer solchen Gegend zu kämpfen ist. Selbst einen Sturzregen gab es während der Bauphase, welcher im Nachhinein von Rolf als Glücksfall bezeichnet wurde. Die natürlichen Wasserläufe führten dazu, dass die Bauten umgeplant werden mussten, um auch für solche Situationen gewappnet zu sein. Ohne dies hätte die Gefahr bestanden, dass die Wassermassen Schäden an den Gebäuden verursachen.

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Blütenstände des Köcherbaums
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Farmrundfahrt
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Sundowner

Unmengen von Details erfuhren wir bei der Tour. Ein Beispiel war die Wasserversorgung. Das Wasser wird aus 60m Tiefe per solarbetriebener Tauchpumpe hoch gepumpt. Bei dieser Tiefe reicht wie sonst oft verwendet die Windkraft nicht aus. Bei Reparaturarbeiten war ein Bohrgestänge in den Brunnen gefallen und blockiert deshalb dieses Loch. Eine echte Aufgabe, ob dies wieder repariert werden kann, stand zu der Zeit in den Sternen. Ein neuer Brunnen würde eine Investition von rund 5000 Euro erfordern.
Früher wurden auf der Farm ständig Löffelhunde gesichtet, durch die Trockenheit sind diese jedoch abgewandert. Zum Abschluss ging es dann hoch hinaus auf die Spitze des Hausbergs. Köcherbäume säumten den Weg und oben angekommen konnten wir bei untergehender Sonne mit einem Gin Tonic den grandiosen Ausblick über Felsen und Dünnenlandschaft auskosten.

Resümee: Ein herrlicher Fleck Erde zum Relaxen, Wandern und Genießen. Essen und Service vom feisten, wir werden sicherlich wieder kommen.

Weiter geht es nach Lüderitz….
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16,9k Beiträge · seit 201210. Juni 2021 · #32
elotse schrieb:
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Auf diesem Foto ist noch die Durchfahrt zur Farm Landsberg aufgeführt. Das ist mittlerweile, seitens der Eigentümer der Farm Koiimasis, auch nicht mehr erwünscht. 😎

Da kann man mal sehen: selbst in den unendlichen Weiten Namibias ist es mit dem nachbarschaftlichen Verhältnis auch nicht besser bestellt als in einer Reihenhaussiedlung bei uns. 😗

LG
Logi
Themenstarter191 Beiträge · seit 201611. Juni 2021 · #33
Erfolg hat immer seine Neider. Statt sich mal zu fragen, warum der Nachbar Erfolg hat. Selber etwas daran zu arbeiten und Verbesserungen vorzunehmen ist doch so schwer 😎
VG
Klaus
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311 Beiträge · seit 201704. Juli 2021 · #34
Hallo Klaus,
spät bin ich zugestiegen, habe aber dann Euren bisherigen Bericht mit Begeisterung gelesen. Super Photos (finde ich)! Auch einige nette Unterkunfts-Anregungen für unsere nächsten Touren, einige der von Dir beschriebenen haben wir auf unseren ersten drei Touren auch schon besucht.
Einen Hinweis möchte ich aber loswerden (wundert mich ein wenig, dass sonst niemand das bisher kommentiert hatte ...): Auf Seite 2 berichtest Du von Deiner Erstsichtung in Okonjima, der Säbel-Antilope. Der Fehler wird oft gemacht, da diese Antilope im englischen den Namen Sable-Antilope trägt. Die deutschsprachige Bezeichnung lautet allerdings Rappen-Antilope. Die Säbel-Antilope hingegen gibt es auch, jedoch nicht in Namibia, sondern in der Sahara und ist eine dort vorkommende Verwandte der Oryx. Ich freue mich auf die Fortsetzung!
Viele Grüße Robert
Themenstarter191 Beiträge · seit 201605. Juli 2021 · #35
Sangwali schrieb:
Einen Hinweis möchte ich aber loswerden (wundert mich ein wenig, dass sonst niemand das bisher kommentiert hatte ...): Auf Seite 2 berichtest Du von Deiner Erstsichtung in Okonjima, der Säbel-Antilope. Der Fehler wird oft gemacht, da diese Antilope im englischen den Namen Sable-Antilope trägt. Die deutschsprachige Bezeichnung lautet allerdings Rappen-Antilope. Die Säbel-Antilope hingegen gibt es auch, jedoch nicht in Namibia, sondern in der Sahara und ist eine dort vorkommende Verwandte der Oryx. Ich freue mich auf die Fortsetzung!
Hallo Robert, vielen Dank für Deinen Hinweis. Es ist mir exakt so gegangen wie von Dir beschrieben "Sable-Antilope" wurde einfach als Säbelantilope übernommen 😊
Es freut mich, dass Dir der Bericht und die Bilder gefallen. Ein Grund an der Fortsetzung zu arbeiten, das Wetter ist ja zurzeit nicht geeignet für Outdoor Aktivitäten, also Zeit für die Tastatur 🙂
VG
Klaus
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Themenstarter191 Beiträge · seit 201605. Juli 2021 · #36
Aus -Verkehrsknotenpunkt auf dem Weg nach Lüderitz

Nach zwei relaxten Tagen auf der Lodge Fest Inn Fels geht unsere Namibia Rundreise weiter über Aus nach Lüderitz, dem Hafenstädtchen an die Atlantikküste. 280 km stehen auf dem Programm, Zeit genug um Aus den Verkehrsknotenpunkt am Rande der Route zu besuchen.
Die 25 km sandiger Farm-Pad bis zur D707 wollte ich rasch hinter mich lassen. Lada war zwar der Meinung ich sei zu schnell unterwegs und wollte meinen Einwand, dass Rolf der Farmer am Vorabend deutlich schneller gefahren sei nicht so recht akzeptieren. Das Unheil nahm seinen Lauf, ein Schlag und schon war ein Reifen geschrotet. Im Sand hatte sich ein hinterhältiger Stein versteckt und unserem Reifen den Rest gegeben. Eine mittlere Ehekrise stand ungeplant auf dem Programm, Details lasse ich besser weg….
45 Min Arbeit waren meine Bestrafung, immer begleitet von freundlichen Kommentaren. Klar, danach durfte ich nicht mehr ans Steuer und meine bessere Hälfte übernahm das Kommando.
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Reifenpanne auf Fest Inn Fels

Auf eintöniger Strecke ging es dann weiter nach Aus wo wir einen Stopp eingeplant hatten.

Soldatenfriedhof Aus
Kurz vor Aus lohnt sich ein kleiner Abstecher zu dem dortigen Soldatenfriedhof. Dort sind über 60 Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg begraben, von denen viele jedoch nicht durch den Feind, sondern durch den Ausbruch der Spanischen Grippe starben. Es ist beeindruckend, dass Soldaten beider Seiten – deutsche und südafrikanische – Seite an Seite dort begraben liegen. Ich denke hinsichtlich der momentanen Pandemie ist dies ein Ort, welcher zum Denken anregt.

Vor über 100 Jahren, wurde im damaligen Südwestafrika das erste Opfer der Spanischen Grippe gemeldet. Die verheerende Epidemie, die sich wie ein Lauffeuer über die ganze Welt ausgebreitet hatte, hatte nach kurzer Zeit auch das heutige Namibia erreicht.
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Soldatenfriedhof in Aus

Aus
Pünktlich zur Mittagszeit kamen wir im kleinen Ort Aus an, ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt in der Region. Uns lockte die Terrasse des Bahnhof-Hotels, wo man wunderschön im Freien mit Blick auf den Bahnhof sitzen kann. Die Kuchenauswahl ist sehr gut, es wird täglich frisch gebacken, da konnten wir nicht widerstehen. Auch die sonstigen Speisen machten einen guten Eindruck. Salate und riesige Burger konnten wir auf den Nachbartischen bestaunen. Das Hotel hat ein tolles Ambiente und der Service war aufmerksam und der Andrang entsprechen groß.

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Bahnhof Hotel Aus

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Bahnübergang Aus

Wildpferde von Aus
Gestärkt ging es dann weiter bis ca. 22 km hinter Aus, dort zweigt eine Straße zu einem Aussichtspunkt mit Blick auf ein Wasserloch ab wo Wildpferde leben. Die Wildpferde von Namibia sind verwilderte Hauspferde, die am Rande der Namib leben. In der Mittagszeit war jedoch kein Pferd an der Tränke zu sichten, es ist wahrscheinlich besser am frühen Morgen oder am späten Abend den Unterstand zu besuchen. Wir planen deshalb bei der Rückfahrt von Lüderitz nochmals unser Glück zu versuchen.
Zu dem Pech mit den Pferden kam dann die nächste böse Überraschung. Ein zweiter Reifen hatte uns die Begegnung mit dem Stein am Morgen übel genommen. Es war zwar kein Plattfuß, aber eine handtellergroße Beule an der Seite der Karkasse. Nach einiger Beratung und einer erneuten mittleren Ehekrise entschieden wir uns, vorsichtig mit reduzierter Geschwindigkeit, weiter bis Lüderitz zu fahren und dort eine Werkstatt aufzusuchen. Wir hatten zwar zwei Ersatzreifen an Board (oder besser nur noch einen) wollten aber nicht unter dem Wagen herumkriechen, um den dort verstauten zweiten Reifen zu montieren.

Zurück auf der B4 Richtung Lüderitz hatten wir dann doch noch etwas Glück und eine kleine Gruppe der Wildpferde kreuzte direkt vor uns die Fahrbahn.
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Wildpferde kreuzen die Straße bei Aus

Durch die Namib nach Lüderitz
Parallel zu der neu gebauten Bahnstrecke geht es nun nach Lüderitz. Sandfahnen treiben über die Straße, Steine und Geröll säumen die Route, eine Einöde in Schwarz und Grau, als wären hier die Abraumhalden der Schöpfung aufgeschichtet worden. Die Straße und auch die Bahnstrecke sind immer wieder vom Sand bedeckt, wie unter solchen Bedingungen der Bahnverkehr funktioniert ist mir ein Rätsel.
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B4 zwischen Aus und Lüderitz

Nach langer Fahrt durch die Wüste taucht die Stadt im Dunst des Atlantiks auf. Die Stadt selber, mit ihrem unverkennbar deutschen Charakter, wirkt wie „aus der Zeit gefallen“. Fachwerkhäuser und Jugendstilbauten, wilhelminische Architektur bunt gemischt, dazwischen sandige, menschenleere Straßen. Eine Geisterstadt oder vielleicht eine Filmkulisse? Wie sich später herausstellte, ist die Stadt ab Samstagmittag kaum besucht. Es ist Wochenende und alle haben sich in ihre Wohnungen, oft am Rande der Stadt zurückgezogen.

Cormorant House
Als Unterkunft hatten wir uns für das Cormorant House entschieden, es liegt mit Blick auf die Lüderitz Bucht, auf der nördlichen Landzunge. Der Empfang war herzlich und auch der Security Eddy am Eingang war sehr freundlich und hilfsbereit.

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Lüderitz -Cormorant House

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Küche des Cormorant House

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Blick vom Bett auf die Lüderitz Bucht

Reifenwechsel -Super Service
Ja, Hilfsbereitschaft die brauchten wir, eine Werkstatt um die Reifen am Wochenende zu reparieren und dies um 16:00 Uhr. Eddy war eine Perle, kurz nach unserer Ankunft hatte er es geschafft und zwei Mitarbeiter einer Werkstatt aufgetrieben. Die erste Analyse war jedoch ernüchternd. Beide Reifen sind Schrott und können nicht mehr repariert werden. Da half nichts, ich musste mit in die Werkstatt. Nachdem ich mit dem Autovermieter Kontakt aufgenommen hatte, war der Tag gerettet und der Ehefrieden wieder hergestellt. Unsere Versicherung deckte bis zu zwei neue Reifen ab und die Reifenwerkstatt und der Autovermieter regelten alles untereinander. Glück gehabt!
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Super Service, zwei neue Reifen

Die ganze Angelegenheit war innerhalb einer Stunde erledigt. Einen solchen Service würde ich mir zu Hause auch wünschen. Das Trinkgeld fiel entsprechend üppig aus.

Zurück im Zimmer wären wir am liebsten den ganzen Tag auf dem Balkon sitzen geblieben und hätten den Vögeln und Delfinen zugesehen. Das Zimmer war sehr großzügig, schön ein gerichtet und tipptopp gepflegt. Die Küche war gut ausgestattet, es fehlte an nichts. Einziger Wermutstropfen in dieser perfekten Unterkunft ist, dass es kein Frühstück gab. Man kann aber nach einem kleinen Spaziergang in die nahe gelegenen Stadt dort gut frühstücken, dazu später mehr.

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Sonnenuntergang auf der Terrasse des Cormorant House

Weiter geht es mit Ausflügen in der Umgebung von Lüderitz
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6'152 Beiträge · seit 200606. Juli 2021 · #37
hallo Klaus,
schön , dass es endlich wieder weitergeht. Hatte das garnicht mehr im Gedächtnis mit den 2 Reifenpannen, zum Glück schnell das Problem gelöst und Ladas gute Laune kam zurück.
Keine schreibfaule Woche wünscht Dir
Hanne
Grüsse an Lada
8 x Südafrika,1x Zimbabwe, 22x Namibia, 4x Botswana, 1x Lesotho, 1 x Swasiland
Themenstarter191 Beiträge · seit 201606. Juli 2021 · #38
Hallo Hanne,
es waren nicht nur 2 Reifen...
weiteres kommt später.
VG
Klaus
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Themenstarter191 Beiträge · seit 201607. Juli 2021 · #39
Lüderitz, Kolmannskuppe und Diaz Point

Auf unserer Rundreise durch Namibia hatten wir zwei Nächte in Lüderitz eingeplant um die Stadt und ihre Umgebung zu erkunden. Nach mehr als zwei Wochen Dürre und Wüste freuten wir uns endlich auf Wasser.

Lüderitz
Lüderitz liegt an einer natürlichen Bucht, geschützt durch die Lüderitz Halbinsel und durch die Haifisch-Insel. Neben dem Tourismus und Diamantenabbau leben die rund 12.000 Menschen (bis 20.000 je nach Quelle) hauptsächlich von der Fischerei, der Austernzucht und dem Hummerfang. Der Name Lüderitz basiert auf dem Kaufmann Adolf Lüderitz, welcher dem Nama-Häuptling Joseph Fredericks 1983 das Gebiet in der Hoffnung auf Bodenschätze abkaufte. Er hatte damit den Grundstein für Deutsch-Südwestafrika gelegt. Lüderitz wird deshalb auch als Keimzelle der deutschen Kolonialherrschaft bezeichnet. Der deutsche Einfluss ist an allen Ecken der Stadt deutlich zu erkennen.
Bei unserer Ankunft wurden wir mit kühlen 20 Grad und leichtem Wind empfangen. Es war der erste Tag wo wir wärmere Sachen brauchten. In Lüderitz herrscht ein Klima mit wenigen Niederschlägen bei Tagestemperaturen, je nach Jahreszeit, zwischen 10 und 30 Grad. Küstennebel und stürmische Atlantikwinde sind zusätzlich Teil des harschen Klimas.
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Blick von Shark Island auf Lüderitz
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Lüderitz -Shark Island

Wie schon im letzten Bericht erwähnt, war es Samstag 16:00 Uhr und die Stadt lag wie ausgestorben vor uns. Der gewünschte Tourismus zur Belebung der Wirtschaft findet in der Realität wohl nicht statt. Wir hatten eher den Eindruck in einer Filmkulisse gelandet zu sein.
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Lüderitz -Felsenkirche
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Lüderitz Waterfront im morgendlichen Dunst
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Lüderitz, gepflegte Anwesen

Restaurants in Lüderitz
Es gibt in Lüderitz zwar einige Restaurants mit vielversprechenden Bewertungen, wir wurden aber in unserem Tatendrang ausgebremst. Samstag und Sonntag Abend sind fast alle Lokale geschlossen.
Nach einiger Recherche fanden wir das Portuguese Fishermann. Der Besitzer, ein ausgewanderter Portugiese, kümmerte sich proaktiv und dennoch unaufdringlich um uns, seine Empfehlungen sollte man nutzen. Der fangfrischer Thunfisch war köstlich. Das Personal ist sehr engagiert und nett. Alles in allem eine erfrischende Begegnung in einem sehr authentischen kühl und nüchtern gehaltenen Ambiente. Uns hatte allerdings die Geschwindigkeit des Service gestört. Die Vorspeise war noch nicht vertilgt und schon wurde die Hauptspeise serviert, alles in Rekordzeit, trotzdem können wir das Lokal bezüglich seiner Qualität empfehlen.

Am zweiten Abend hatten wir vorsorglich im Penguin Restaurant im Nest Hotel reserviert. Das Ambiente eines Hotels ist zwar nicht unser Favorit, dafür überzeugte uns aber die Qualität und der Service. Austern und Salat mit scharfen Hähnchenstreifen als Vorspeise gefolgt von King klipp à la Nest und indischen Meeresfrüchte, da gab es nichts zu meckern. Der Preis ist zwar am oberen Ende angesiedelt, die Qualität und der Service rechtfertigen es aber.
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Dinner im Nest Hotel -Austern
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Dinner im Nest Hotel -Indische Meeresfrüchte

Kolmannskuppe / Kolmanskop
Die „goldenen Jahre“ der nach dem Kaufmann Lüderitz benannten Stadt begannen 1908 mit dem Fund von Diamanten. Der einstige Prunk lässt sich in der Geisterstadt Kolmannskuppe, in afrikaans Kolmanskop vor den Toren von Lüderitz erahnen, wo der Wind den Wüstensand durch die Häuser bläst. Mit der Verlagerung des Diamantenabbaus in den Süden nach Oranje war es ca. 1960 schnell mit dem Prunk vorbei.
Gleich für den frühen Morgen hatte ich den Besuch von Kolmannskuppe geplant. Da am Sonntag nur eine Führung um 10:00 Uhr angeboten wird, konnte ich es langsam angehen lassen. Das Wetter tat sein übriges, nass und kalt zog der Nebel vom Meer herein, 12 Grad bei angesagten maximal 16 Grad waren nicht gerade einladend. Nach einem kräftigen Kaffee und ausgiebigen Frühstück war zwar mein Body auf Touren gekommen, der Nebel wollte aber nicht weichen. Lada beschloss deshalb, dies sei ein Ausflug nur für mich.

Dick verpackt kam ich kurz vor 10:00 Uhr am Gate an, zahlte den Eintritt und parkte auf dem Parkplatz vor dem Hauptgebäude, in dem sich Café, Souvenirshop, Festhalle und Kegelbahn befinden. Es waren noch nicht viele Leute vor Ort, als aber eine größere deutsche Reisegruppe ankam, ahnte ich schlimmes. Die in deutsch angebotene Führung war deshalb mit rund 40 Teilnehmern nicht zu gebrauchen, weshalb ich mich der englischen Führung mit etwa 10 Personen anschloss.

Der Führer war zwar informativ, aber leider unengagiert und die Sonne war wohl der Meinung, sie müsse sich ihm anschließen und kämpfte weiter mit dem Nebel. Beeindruckt war ich von dem Lebensstil unsere Landsleute. 30 deutsche Familien mit ihren 44 Kindern lebten dort in Saus und Braus. Die rund 800 einheimischen Arbeiter lebten dagegen 300 m entfernt in einfachen Baracken. Die Gebäude zeugen noch heute vom Prunk der damaligen Tage. Nun leben nur noch Schlangen, Skorpione und sonstiges Getier in den Ruinen, welche speziell bei Fotografen als Lost Places beliebt sind.
Um 11:00 Uhr hatte ich Glück, ein frischer Wind greift in den Kampf zwischen Sonne und Nebel ein und vertreibt das kühle Nass. Auch die große Reisetruppe, von ihrem Führer zum Aufbruch angetrieben, verschwindet und es kehrt Ruhe ein. Fotos ohne störende Elemente waren dann möglich.
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Kolmannskuppe, Bahnverbindung war einmal
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Alte Bahn von Kolmannskuppe nach Lüderitz
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Kolmannskuppe – Geisterhäuser

Lüderitz Halbinsel
Nach einer kurzen Stadtrundfahrt durch menschenleere Straßen waren wir uns einig, ohne Leben fehlt jegliche Attraktivität, dann doch lieber in die Einsamkeit zu der Lüderitz Halbinsel. Sie ist ein Naturschutzgebiet mit kleinen Buchten, unberührten Stränden und schönen Lagunen, an denen es u.a. Flamingos zu sehen gibt. Es sind zwar nur knapp 22 Kilometern bis zu dem stets windumtosten Diaz Point, für den Ausflug hatten wir reichlich Zeit eingeplant. Die Piste ist ruppig, lohnt aber wegen ihrer spektakulären Ausblicke und der Vielzahl von einsamen Buchten.
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Fahrt zur Stormvogelbucht
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Flamingos in der Lüderitz Bay

Picknick an der Messemb Bay
Die einsamen östlich gelegenen Buchten sind herrliche Plätze und laden zum Verweilen ein. Bei unserem Besuch am späten Mittag waren wir die einzigen Besucher und konnten die Landschaft, das Meer und die Vögel genießen. Bei einem Gläschen kühlen Rose und Leckereien aus unserem Vorrat war die Messemb Bay der ideale Picknickplatz. Unser Vorhaben ein frisches Bad zu nehmen gaben wir aber schnell auf. Durch den kalten Benguelastrom liegen die Wassertemperaturen nur zwischen 10 und 16 Grad, nichts für Warmduscher. Fische lieben jedoch das kühle nährstoffreiche Wasser und sorgen für eine gute Einnahmequelle der Fischer.
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Fischerhütte in der Messemb Bay
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Picknick in der Messemb Bay

Diaz Point
Der Diaz Point an der Spitze der Halbinsel erinnert an den portugiesischen Seefahrer Bartolomeu Diaz welcher hier 1487, als erster Europäer an Land ging und eines seiner mitgebrachten steinernen Kreuze für die portugiesische Krone errichtete. Eine Nachbildung ist heute dort zu sehen. Laut Reiseführer erreicht man die Spitze über einen Holzsteg, leider stehen davon nur noch Fragmente. Der Wind und die Wellen haben den größten Teil mitgenommen. Zu unserem Glück war Ebbe und der Wellengang mäßig und wir konnten trockenen Fußes den Aussichtspunkt erklimmen.
Tipp: Wer einen Besuch plant sollte sich unbedingt den Gezeiten-Kalender anschauen, ob die Brücke je wieder errichtet wird steht in den Sternen!
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Reproduktion des alten Kreuzes am Diaz-Point
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Ausblick vom Diaz-Point
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Reste der Holzbrücke zum Diaz-Point
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Möven am Diaz-Point

Abschied von Lüderitz im Garden Cafe
Vor unserer Weiterreise am Montag Richtung Fish River Canyon statteten wir noch dem Garden-Café einen Besuch ab. Wir wollten das Frühstück in dieser einzigartigen Atmosphäre genießen. Als wir um 8:00 Uhr dort eintrafen hatten wir Glück, es wurde gerade geöffnet. Das Garden-Café ist von außen eher unscheinbar aber von innen ein wunderschönes Café, es ist der Hit! Im sonst eher kargen Lüderitz eine echte Oase. Man kommt rein und will nie wieder raus. Diese ruhige & gemütliche Atmosphäre inmitten von tropischen Pflanzen und Tieren, in Kombination mit dem sensationellen Kaffee & Kuchen, nimmt jeden in seinen Bann. Ein schöner Abschied von Lüderitz und jedem zu empfehlen.
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Lüderitz -Garden Cafe

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Carpe diem Hier findest Du mehr zu meinen Aktivitäten: www.kk4you.de - In dem Blog berichte ich zu den Themen: Reisen, mit dem Schwerpunkt Griechenland, Segeln, Outdoor Aktivitäten und den Dingen die mich sonst bewegen.
zuletzt bearbeitet 07. Juli 2021
2'319 Beiträge · seit 201107. Juli 2021 · #40
Oh ja, das Garden-Café in Lüderitz.
Die gemütlichste Location an der Küste.

LG Alm