Verhalten bei Notfall

81 Antworten · 8'436 Aufrufe · gestartet 01. Mai 2021 von Bluesbrother928
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Themenstarter123 Beiträge · seit 201903. Mai 2021 · #21
So, Hier das Ergebnis von 2 Stunden telefonieren.
(Ich hoffe es stört sich niemand an den Nennung der Unternehmen, aber sonst macht das keinen Sinn - und ich habe sonst nichts mit Versicherungen zu tun)

Allianz Classic
Deckt im Wesentlichen die Unterstützung ab dem nächsten öffentlichen (im Notfall auch privaten) Spital oder Arzt ab.
Die Notrufnummer kann keine Rettungseinsätze auslösen!
- Kostendeckung für Behandlungskosten
- Einfliegen eines Arztes
- Ausfliegen mit adaptierten Linienflug
- Ausfliegen mit Ambulanz Jet
Das Ganze auch bei Covid Fällen und auch bei aufrechter Reisewarnung sofern die Erweiterung dazu genommen wurde.

GEOS SAR 50/100
Habe nochmal mit Expeditionstechnik.de über GEOS gesprochen. Die verkaufen das Produkt nicht, aber deren Erfahrung ist gut. SOS Button via SAT Telephon und Rückruf setzt die Koordination der Rettungskette in Gang.
Details dazu habe ich leider keine, da die Hotline in den USA ist.
Ein nicht zu unterschätzender Nachteil davon ist allerdings, dass die Hotline vermutlich in Englisch ist. Und im Notfall kann das schon mal schwierig werden, selbst wenn man des Englischen unter Normalumständen recht gut mächtig ist.

ÖAMTC Schutzbrief und Weltkrankenschutz Erweiterung via Uniqua
Habe hier sehr umfassend Auskunft erhalten. (Vermutlich wird das bei ADAC so ähnlich sein)
Die Notruf Nummer leitet den Transport zur Erstversorgung von so gut wie jedem möglichen Punkt in Namibia ein. (!) Der lokale Partner ist AIMS (ZA), der entscheidet ob Boden oder Lufteinsatz. Bei Luft kommen die Flying Doctors zum Einsatz. Generell gibt es dabei keine Bezahldiskussionen wer jetzt den Piloten, das Flugzeug, das Auto den Sprit etc. zahlt.

Da der ÖAMTC Weltreiseschutz aber wiederum keine Covid Fälle abdeckt, ist die Kombi von Allianz und ÖAMTC/Uniqua dann für mich the way to go.
Mehr brauche ich nicht, da ich - als Optimist - davon ausgehe das ich das alles sowieso nicht brauchen werde. Aber es beruhigt mich auf meine Notfall Checkliste vorne drauf die internationale Notruf Nummer vom ÖAMTC zu schreiben und gut ist. Dazu habe ich auch noch die drei Seiten an lokalen Nummer von Ärzten/Spitälern/Mechanikern von Bwana.

Ansonsten vertrauen wir auf unser gutes Karma.
PS: Und ich gelobe spätestens vor dem nächsten ähnlichen Trip meine ErsteHilfe Kenntnisse wieder aufzufrischen.
letzte Reise: Roadtrip Uganda https://youtu.be/wTiSncdAhKQ
zuletzt bearbeitet 03. Mai 2021
274 Beiträge · seit 201703. Mai 2021 · #22
Moin,
auch meine Krankenversicherung hat nach meinem Unfall alles bezahlt. Transport, Untersuchung im Krankenhaus, Unterbringung im Hotel für 2 Nächte, Weitertransport.
Wichtig zu wissen ist allerdings, dass man zuerst mal alles selber zahlen muss. Bevor der Rettungshubschrauber startet, muss die Kreditkartennr. durchgegeben werden, diese wird vor dem Start des Hubschraubers oder des Krankenwagens. erst einmal geprüft.
224 Beiträge · seit 201303. Mai 2021 · #23
Moin,

M.E. ist es wichtig, so viele Personen, wie möglich über einen bedrohlichen medizinischen Notfall zu unterrichten. Im Fall des Hartmanntales wären das z.B.

1. Emed24 Recue
2. ADAC etc
3. das entsprechende Konsulat
4. die Autovermietung
5. die nächste Polizeistation (Orupembe)
6. die nächste Lodge (Sierra cafema)
7. einen guten Freund vor Ort

Die nächsten Flugfelder sind in Orupembe und in der Nähe der Lodge.

Deine Position ist 800km von Windhoek entfernt. Eine medizinische Hilfe aus der Luft, wird (wenn überhaupt durchführbar) Stunden benötigen.
Weiterhin ist es hilfreich, wenn die Reisebegleitung den Wagen sicher aus dem Gebiet rausfahren kann, wo du ihn hereingefahren hast. Und wenn sie weiß, wo ihr auf der Karte (und in der Realität) seid, wie ihr dorthin gekommen seid und wie man das Navi bedient.

Lg und viel Spaß im Kaokoveld, RB
6'369 Beiträge · seit 201103. Mai 2021 · #24
Hoi zämä

Kleine Erfahrung meinerseits zum Thema, auch wenn es in Nepal und nicht in Namibia war.
Mt. Everest Base Camp 2012, früher Vormittag.
Ich hatte einen Tag, an dem ich mich zwar gut, aber etwas müde fühlte.
Ich sass im Gemeinschaftszelt, rund um mich herum einige Ärztinnen aus Australien und meine Reisebegleitung, die plötzlich sagte 'Du atmest plötzlich so anders'.
Kurz darauf setzte Husten ein, der nicht mehr aufhören wollte.
Eine der Australierinnen ist sofort losgespurtet und hat eine Kunststoffschüssel gebracht, genau rechtzeitig als ich mir mein Essen plötzlich wieder durch den Kopf gehen liess war sie damit da.
Keine Sekunde zu früh...
Währenddessen hat meine Reisebegleitung den Expeditionsleiter und die Expeditionsärztin gerufen.
Sofort wurde Fieber gemessen und das war bei 40,irgendwas°C.
Dann begannen die Innereien unüberhörbar zu grummeln, so dass mich der anwesende Chef-Sherpa zum Klo getragen hat wo ich dies und jenes Kilo verlor.
Danach ging es ins Lazaretzelt zu weiteren Untersuchungen und in der Höhe von 5350müM. natürlich an den Sauerstoff.
In der Zwischenzeit hat unser Expeditionsleiter meiner Notfallbergungsversicherung angerufen und versucht eine Hubschrauberrettung nach Katmandu zu organisieren, aber, so unglaublich wie es klingt, er hat niemanden erreicht der/die auch englisch konnte oder sich zumindest zuständig fühlte!
Als ich wieder einigermassen beisammen war hat er mir das SAT-Telefon in die Hand gedrückt und mich gebeten selbst da anzurufen, da er sich nicht auf deutsch verständigen konnte.
Und auch ich habe als Erstes zu hören bekommen 'Bitte rufen Sie morgen nochmals an, aktuell ist niemand hier der zuständig ist'...
Und das auf einer als 24h-Notfallnummer einer Notfallbergungsversicherung, die mit weltweiter Deckung und der Bergungsorganisation wirbt!
Gegen Sonnenuntergang hab ich endlich, nach unzähligen Versuchen, jemanden dran gehabt die als Erste nicht gesagt hat dass ich doch morgen nochmals anrufen solle...
Und die Frau hat endlich als Erste der Versicherung realisiert dass es sich um einen Notfall handelt und jemand ins Spital geflogen werden muss!
Obwohl bei allen vorherigen Telefonaten klar gesagt wurde dass es gemäss der anwesenden Ärzte um Leben und Tod gehe!
Sie hat dann endlich einen Fax mit der Kostenübernamebestätigung an den Helikopterunternehmer gefaxt und kurz darauf hat der uns angerufen und mitgeteilt dass er jetzt nicht mehr fliegen könne weils schon zu dunkel wäre.
Also hiess es für mich in aufrechter Lage mit Sauerstoffmaske und 40°C Fieber die Nacht auf 5350müM zu verbringen...toll!

Am nächsten Morgen flog mich dann der Helikopter aus, direkt in ein Privatkrankenhaus in Katmandu.
Nach 2 Litern Infusion wurde ich gewogen und hatte noch knapp 70kg.
Gestartet bin ich 13 Tage vorher mit 93kg.
Schlussendlich wars nicht wie vermutet ein Hirnödem aufgrund der Höhe sondern ein entglittener Salzhaushalt 'dank' bis dahin nicht bekannter Histamin- und Lactoseunverträglichkeit und der Tatsache dass wir während der 13 Tage nur stark Histamin- und Lactosehaltiges Essen hatten.

Was ich damit sagen will: Egal wie gut man sich abgesichert fühlt, es steht und fällt mit der Person am anderen Ende der Leitung...wenn die unfähig ist kann man gemütlich verrecken ohne das irgendwas passiert.

Natürlich hab ich die Versicherung sofort gekündigt und einen Riesenradau gemacht...das konnt ich aber nur weil ichs überlebt habe.
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
51 Beiträge · seit 201703. Mai 2021 · #25
Hallo,
ich glaube du mußt unterscheiden was / wer dir wirklich hilft und wer das ev. bezahlt( Versicherung...)
Im Kaokoveld kann ich die Falkenberg Garage empfehlen. Sie könnten dein Auto bergen oder vor Ort reparieren. Die kommen aber mit 2 Unimog und 4 Personen.
Für absoluter medizinische Ernstfälle hatte die Cheffin versprochen uns mit dem Flieger holen zu können.
Grüße Ralf
zuletzt bearbeitet 03. Mai 2021
Themenstarter123 Beiträge · seit 201904. Mai 2021 · #26
@Ralf
Ja, das ist es ja was ich herausfinden will. Aber wenn ich dann eh wieder alles selbst organisieren muss, dann brauche ich die Versicherungen erst ab dem Punkt wo ich wieder an irgendeiner Asphalt Strasse bin. (Danke für den Tip mit Falkenberg, alleine schon für technische Notfälle)

@Picco
Sehr eindrucksvolle Schilderung wie es dann real ablaufen kann. Hast Du dann die "ultimative" Lösung für die Zukunft für Dich gefunden?

@RB
Die Liste ist natürlich auch wichtig, aber alle gleichzeitig verständigen wird nicht sinnvoll sein. Emed24 habe ich gegoogelt, ich bezweifle aber das die mit den Autos bzw. den Twin Prop Fliegern die sie auf der HomePage haben ins Kaokoveld kommen.

@Hartmut
Damit wir daraus etwas lernen können, wäre interessant ob der Vorfall in Namibia war, und welche Krankenversicherung das war.
Das widerspricht ja auch den Aussagen von zB ÖAMTC das die das direkt mit den Partner abwickeln.

Aber mittlerweile bin ich eh wieder zurück am Start:
Entgegen der telefonischen Aussage von Allianz steht in der Polizze sehr wohl die Position Such und Bergung drinnen.
Und die Aussage von ÖAMTC in Bezug auf AIMS aus South Africa (finde ich nicht als Medizinischer Notfall Service) und Flying Doctors (fliegen nur in East Africa) kann so auch nicht stimmen.
Habe jetzt bei beiden nochmal schriftlich nachgefragt.

Beim Googlen bin ich noch auf folgenden Thread aus 2014 gestossen:
https://www.namibia-forum.ch/forum/34-diverses/283228-flying-doctors-in-suedlichen-laendern-afrikas.html#343364
Dummerweise habe ich den nicht über die interne Forum Suche gefunden, dann hätte ich den wieder aufgemacht.
letzte Reise: Roadtrip Uganda https://youtu.be/wTiSncdAhKQ
6'369 Beiträge · seit 201104. Mai 2021 · #27
Hoi zämä
Bluesbrother928 schrieb:Hast Du dann die "ultimative" Lösung für die Zukunft für Dich gefunden?
Nein, wenn ich im Bereich der Flying Doctors bin kauf ich mir da eine entsprechende Mitgliedschaft. Ansonsten hatte ich damals auf dem Papier eine Top-Versicherung...aber eben nur auf dem Papier.
Obs funktioniert kann man im Vorneherein nicht wirklich wissen.
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
Themenstarter123 Beiträge · seit 201904. Mai 2021 · #28
ok, sorry das alles so häppchenweise kommt 🙂
ÖAMTC reagiert wenigstens sehr prompt und ich konnte nun folgendes klären:
- Der Partner ist in der Tat https://www.aims.org.za/ darüber wird der Einsatz koordiniert
- die Flying Doctors wurden von ÖAMTC nur als Beispiel genannt - sind in dem Fall (Namibia) nicht zutreffend.
- die Bergekosten sind bis 290.000€ gedeckt, das umfasst im Extremfall sowohl das organisieren einer Rescue Operation bis ins Kaokoveld, Ausfliegen von dort, Spitalsbehandlung, Ausfliegen nach Hause, je nachdem was sinnvoll und möglich ist.
- Es ist aber auch möglich, die Erstbergung zB von CampSyncro bis Orupembe selbst zu organisieren, und dann dort mit den von ÖAMTC /AIMs organisierten Rettern zusammenzutreffen. In dem Fall würde man vermutlich die Kosten für den Ersttransport selbst bezahlen, würde diese aber dann refundiert bekommen. Alles allerdings immer nach Rück und Absprache mit der Notfall Hotline.

Das ist aber eh genau das was ich mir erwartet bzw. erhofft habe. Nicht mehr und auch nicht weniger. Eine Stelle bei der ich das Problem melde. Wenn das dann zulange dauert, kann ich immer noch selbst aktiv werden und bleibe trotzdem nicht auf den Kosten sitzen..
Aber soviel ist klar: Es hängt immer auch von den Menschen ab, die in der Kette sind. Wenn man Pech hat @Picco, dann hilft die beste Versicherung nichts.
Und wie schon gesagt wurde, einen Schlaganfall werde ich dort vermutlich nicht überleben, aber zumindestens war die Zeit bis dahin eine schöne 😉
letzte Reise: Roadtrip Uganda https://youtu.be/wTiSncdAhKQ
274 Beiträge · seit 201704. Mai 2021 · #29
@Hartmut
Damit wir daraus etwas lernen können, wäre interessant ob der Vorfall in Namibia war, und welche Krankenversicherung das war.

Ja, das war Namibia. Bei mir war es der Krankentransport nach Swakopmund. Als ich dann in der Klinik angekommen war, war es schon 22Uhr. Wo kann man dann noch etwas klären. Ich habeaber das ganze Geld zurückbekommen, wie bereits geschrieben. Bei 2 Verunfallten während anderen Touren, wollten sie auch sofort die Kredietkarte haben und überprüfen. Das geht dann allerdings wohl auch deutlich schneller, als auch die 1. Hilfe schon über die Versicherung abzuwickeln. Das kann man dann wohl auch noch an den nächsten Tagen regeln. So habe ich es jedenfalls erlebt.
1'394 Beiträge · seit 200904. Mai 2021 · #30
Leider hatten wir auch bereits schon zwei Notfälle, einmal in Chile und einmal in Namibia.
… und ich kann die folgende Anekdote aus Namibia beitragen: Obwohl bei mir die Diagnose „accute perforate appendix“ gestellt war, wurde vor der Aufnahme erst einmal in aller Seelenruhe gecheckt, ob die Kreditkarte ausreichend gedeckt ist, bevor der Chirurg ein Zeichen bekam, dass okay und ich aufgenommen wurde. Eine Auslandskrankenversicherung hatten wir selbstverständlich, hat da aber in diesem Moment nicht interessiert, die KK war die gefragte Währung.

Zum Glück haben wir bei zwei Notfällen immer wieder Menschen getroffen, die sehr hilfsbereit waren.

Viele Grüße
Sabine
1'425 Beiträge · seit 201304. Mai 2021 · #31
Hi,
Auch mit der besten Versicherung kann eine Rettung ziemlich lange dauern. Da hilft keine noch so gute Versicherung wenn die Zeit rennt.
Ist zwar nicht Namibia sondern Australien, aber ein sehr eindrucksvolles Ablaufprotokoll einer Rettung

14.04.201008.32.47KarijiniNP.JPG


LG
Claudia
Unsere Reisen findet man unter: http://clamat.de/
Themenstarter123 Beiträge · seit 201905. Mai 2021 · #32
Für mich habe ich aus dem Thread - und dank Eurer Rückmeldungen - gelernt, dass man
a) eine Versicherung mit entsprechender Deckung braucht.
b) im besten Fall die Versicherung so auf Zack ist, dass sie die Massnahmen entsprechend direkt in die Wege leiten kann.
c) im nicht so guten Fall - und das scheint eher die Regel zu sein - man eben mehr Eigeninitiative und Vorleistung braucht um zu Hilfe/Leistung zu kommen.
Ich für meinen Teil hätte mir gewünscht das mehr Namen von Versicherungen mit denen Ihr Erfahrungen gemacht habt, genannt werden. Bis jetzt sind die Namen nur von mir gekommen. Möglicherweise ist das aber nicht im Sinne des Forums?.
Aber es könnte eben auch für andere in Zukunft hilfreich sein.

Noch kurz eine Antwort die ich von GEOS auf meine konkrete Anfrage was sie bei einem Notfall an den GPS Koordinaten machen würden: Serra Cafema (hatte auf die Schnelle die Coords von Google Maps genommen, aber die stimmen mit Basecamp überein),
Based off of the coordinates you provided, we would contact the Rescue Coordination Center in Angola. However, in Namibia we would contact the Namibian Search and Rescue Organization. We would relay all known information to the agency and they would follow their own standard operating procedure as to how to respond to the incident. We are unable to tell you if you would have to move or not. Each incident is different and there are many factors that are taken into account, such as weather, urgency, resources available, etc. My team will continue to stay in contact with the responding agency until the person has been rescued and a final update is received.

Wenn man danach sucht findet man:
Namibian Search and Rescue (NAMSAR) co-ordinates all Search and Rescue efforts in Namibia and works in close co-operation with the South Africian Search and Rescue organisation(SASAR)

Was wiederum etwas anderes zu sein scheint wie das von ÖAMTC genannte AIMS.
letzte Reise: Roadtrip Uganda https://youtu.be/wTiSncdAhKQ
zuletzt bearbeitet 05. Mai 2021
4'528 Beiträge · seit 200705. Mai 2021 · #33
Hallo,

aus eigenen Erfahrungen kann ich wie die Vorschreiber bestätigen, dass eine Kombination aus guter Reiseversicherung und ein, besser zwei Kreditkarten mit ausreichend hohem Kreditrahmen wichtig sind. Wir waren im Caprivi, als es meiner Frau plötzlich richtig schlecht ging. Sie dachte, sie habe akute Herzprobleme. Die Auslandskrankenversicherung hat uns dann erklärt (übereinstimmend mit der Auskunft des Lodge-Eigentümers, dass das nächste Krankenhaus mit gutem Notfallstandart die Medi Clinic in Windhoek sei. 1.000 Kilometer weg ! Als wir dort ankamen, wollten sie nur die Kreditkarte haben. Mit Krankenversicherungen würden sie nicht abrechnen. Das sollten wir machen. Gott sei Dank war es nur eine Magen-Darm Geschichte mit heftigen Auswirkungen auf den Kreislauf.

Vor vielen Jahren berichtete hier im Forum jemand über einen Touristen, der im Bodenzelt von einem Elefanten schwer verletzt wurde. Der Rettungsflieger wollte erst dann starten, wenn die Bezahlung sichergestellt wäre.

Also. Auf jeden Fall liquide sein und stets im Kopf haben, dass unser europäisches Vollkaskodenken dort nicht funktioniert und man ein erhöhtes Risiko in Kauf nehmen muss. 😕

Viele Grüße
Casimodo
Profilseite mit 28 Reiseberichten südliches Afrika sowie Kenia, Bangkok Kambodscha, Marokko und Lofoten Vesteralen
zuletzt bearbeitet 05. Mai 2021
896 Beiträge · seit 201705. Mai 2021 · #34
casimodo schrieb:
Die Auslandskrankenversicherung hat uns dann erklärt (übereinstimmend mit der Auskunft des Lodge-Eigentümers, dass das nächste Krankenhaus mit gutem Notfallstandart die Medi Clinic in Windhoek sei. 1.000 Kilometer weg !
Wie seid ihr nach Windhoek gekommen ?
Liebe Grüße Makra
2'391 Beiträge · seit 201605. Mai 2021 · #35
So wie Casimodo es beschreibt handhaben wir es auch. Mindestens eine unbelastete KK ohne Limit, dazu ACAC plus und Auslandskrankenversicherung.
Übrigens gilt das nicht nur für Namibia, daß nur die KK interessiert. In USA gilt das genauso.
Dazu buche ich immer die ein oder andere Lodge über deutschen Veranstalter und das Auto über einen lokalen Veranstalter. Dadurch habe ich 2 weitere Notrufnummern, die helfen könnten.
Viele Grüße
Sasa
Die Freiheit des Einzelnen endet da, wo seine Faust die Nase eines anderen trifft. 3 Generationen zum ersten Mal auf Pad, Namibia 2016: http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/291659-3-generationen-auf-grosser-namibia-erstlingstour.html
Gast05. Mai 2021 · #37
Sicherlich gibt es hier Mitlesende mit einschlägigen (professionellen) Kenntnissen in der Reiseversicherungsbranche. Schade dass sie sich bedeckt halten.

Vielleicht wurde Folgendes schon erwähnt. Für teure Behandlungen, wie OP, Hospitalisierung, teure Transporte udgl. muss man in der Regel bei einer "normalen" Reiseversicherung (also nicht für Abenteuertourismus) sowieso umgehend Kontakt aufnehmen. Das bleibt einem nicht erspart, auch wenn vor Ort schon alles organisiert und mit KK vorab abgesichert wurde. Man muss das trotzdem der Reiseversicherung auf „schnellst möglichen“ Weg (an)melden und Einverständnis einholen. In einem Notfall sollte es kein Problem sein, wenn zuerst Transport, Versorgung und Behandlung organisiert wird, aber dann will die Versicherung „zeitnah“ wissen und einverstanden sein, was sie refundieren wird müssen. In meinen Versicherungsprodukten ist das jedenfalls so, in anderen vielleicht nicht. Wie genau das genommen wird, weiß man aber erst hinterher, was mir bisher erspart geblieben ist.

Folgend betr. (KK)-Vorausbezahlung bei Arzt oder KH ist zwar OT, weil nicht @Afrika.
Das ist auch in Europa ziemlich üblich, und das seit langer Zeit. Erinnert sich noch wer an die „Urlaubskrankenscheine“ für Vertragsstaaten in der EG und hatte schon Jemand versucht eine ärztliche Leistung in Italien damit zu begleichen? Wenn ja, ist das Ergebnis ja bekannt. Später kam der Versuch in der EU für bilaterale Leistungsverrechnung für Sozial/KK-Versicherte (Lissabon-Verträge?). Es wurde in der Praxis nie richtig umgesetzt. Nur Österreich war so deppert und bald saßen unsere Sozialversicherungen/Krankenkassen auf einem dreistelligen Millionenbetrag unbezahlter Rechnungen für Leistungen für Reisende aus EU-Staaten. Ich glaube dass sie es jetzt auch nicht mehr machen und kassieren, genauso wie anderswo: Wenn man in Frankreich einen Unfall hat und in die Ambulanz eines öffentlichen KHs geht, ist auch die KK gefragt und man kann die Rechnung dann zu Hause einreichen, einen Selbstbehalt hat man immer. Medizinische Notfälle mit Lebensgefahr sind eine andere Sache, aber wenn man sich "nur" ein Bein bricht……
zuletzt bearbeitet 05. Mai 2021
2'191 Beiträge · seit 201605. Mai 2021 · #38
So wie Casimodo es beschreibt handhaben wir es auch. Mindestens eine unbelastete KK ohne Limit, dazu ACAC plus und Auslandskrankenversicherung.
Sasa, wo bekommt man denn eine KK ohne Limit? Ich habe eine Mastercard über die Unicredit und die hat ein Limit. Ich kann inzwischen auch über einen relativ hohen Betrag verfügen, das musste ich aber schon diskutieren. Auch wenn ich finde, dass das Limit relativ hoch ist (zumindest im normalen Fall) würde es wahrscheinlich einen Hubschrauber-Flug nicht abdecken.

Grundsätzlich bin ich auch der Meinung, es erstmal selbst vorzustrecken und sich danach darum zu kümmern, das Geld wiederzubekommen. Gesundheit geht vor. Und da kann man dann keinen Bürokratismus brauchen.

LG

Gabi
10.2023 Gardenroute // 03.2023 Namibia // 03.2022 Swakop, Etosha und Damaraland // 08:2021 Uganda // 01.2021: Caprivi // 10.2020: Etosha pur // 04.2019: KTP, Tok Tokkie Trail und Sossusvlei // 06.2018: Swakopmund und Etosha // 08.2017: Kalahari, KTP, Fish River, Soussusvlei, Swakopmund // 04.2016: Gardenroute
zuletzt bearbeitet 05. Mai 2021
7'296 Beiträge · seit 200605. Mai 2021 · #39
Gabi-Muc schrieb:
Grundsätzlich bin ich auch der Meinung, es erstmal selbst vorzustrecken und sich danach darum zu kümmern, das Geld wiederzubekommen. Gesundheit geht vor. Und da kann man dann keinen Bürokratismus brauchen.

Vor etwa 15 Jahren kostete ein Rückflug mit medizinischer Betreuung aus Windhoek bis Frankfurt schon ca. 65.000 Euro. Da sind Bergungs- und Behandlungskosten vor Ort noch nicht enthalten. Dass die Organisationen, die so etwas durchführen, erst einmal die Kostendeckung sichern wollen, kann ich nachvollziehen. Ansonsten rennen die jahrelang ihrer Kostendeckung hinterher und könnten das im jeweiligen Heimatland der Touristen einklagen. Es gäbe solche Organisationen für Flugrettung schlicht nicht mehr.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
582 Beiträge · seit 202105. Mai 2021 · #40
@Gabi,
Du kannst deiner KK schon ein hohes bis sehr hohes Limit verschafften.
Du hast eine KK mit 10.000€ Rahmen, zahlst 100.000€ auf die KK,macht ein Limit von 110,000€ .
Sowas bräuchte man ungefähr, um das ein Rettungsflugzeug abhebt, plus Behandlung .
Zumal wenn die Lage so ist, das es in Namibia nicht behandelbar ist und das Flugzeug aus Johannesburg oder Kapstadt kommen muss.....