RMrik m.Themenstarter608 Beiträge · seit 202015. Apr. 2021 · #1
Schon lange war Namibia als Wunschziel meiner Wüstenträume im Hinterkopf, doch vorerst galten meine großen Reisen den "näheren" Wüsten Sahara und Rub al Khali. Nie als Selbstfahrer, immer mit einem Guide unterwegs, aber doch stets im Zelt und Tage und Woche nur im Sand meine ich, doch einigermaßen Erfahrung mit Wüstenreisen zu haben:
Eines vorweg: Die große Freiheit, die Wüstenfahrer in der Sahara oder auch in der Rub al Khali genießen, gibt es in Namibias Südteil nicht. Zäune, Privatbesitz und Naturparks verhindern das freie Fahren und Campen. Das wusste ich und entsprechend anders habe ich diese Reise geplant: keine Zeltübernachtung, sondern stets feste Unterkünfte. Wir, d.h. neben mir zwei Reisefreundinnen, leisteten uns trotzdem einen Fahrerguide, einfach, weil sich keine von uns zugetraut hätte, bei einer Panne den Reifen zu wechseln etc. Geplant habe ich die Route selbst, gebucht wurde dann alles bei und durch Abendsonne Afrika - noch vor Corona. Es war wie bei vielen eine bange Zeit, ob die Reise stattfinden konnte, ein stetes Auf und Ab und Umbuchen und Umplanen. Aber letztendlich konnten wir vor Weihnachten losfliegen und hatten eine wunderbare Zeit mit wunderbaren Erlebnissen. In Form von Bildern und einigen Berichten möchte ich euch daran teilhaben lassen, wenn Interesse besteht.
Gabi-Muc2'191 Beiträge · seit 201615. Apr. 2021 · #2
Hallo,
immer wieder gerne. Und wenn ich mir Deine Fotos ansehe, dann wird das ein Augenschmaus.
LG
Gabi
10.2023 Gardenroute // 03.2023 Namibia // 03.2022 Swakop, Etosha und Damaraland // 08:2021 Uganda // 01.2021: Caprivi // 10.2020: Etosha pur // 04.2019: KTP, Tok Tokkie Trail und Sossusvlei // 06.2018: Swakopmund und Etosha // 08.2017: Kalahari, KTP, Fish River, Soussusvlei, Swakopmund // 04.2016: Gardenroute
Old Women1'543 Beiträge · seit 201315. Apr. 2021 · #3
Gabi-Muc schrieb:Hallo,
immer wieder gerne. Und wenn ich mir Deine Fotos ansehe, dann wird das ein Augenschmaus.
LG
Gabi
Den Worten von Gabi ist nichts hinzuzufügen. Ich freue mich auf deinen Bericht und die sensationellen Fotos!
RMrik m.Themenstarter608 Beiträge · seit 202015. Apr. 2021 · #4
Haha, ich schließe mich der heißen Diskussion über gute Bilder und noch bessere Kameras nicht an. 😄
Starten wir also unsere Namibia-Tour! Den letzten Schrecken vor der Reise gab es am Check-In-Schalter in MUC, als die Dame zu mir sagte, dass ich in Namibia in Quarantäne müsste. Ich war völlig vor den Kopf gestoßen, weil ich die Geschehnisse ja ständig verfolgte und nichts dergleichen hier bekannt gemacht worden war. Meine beiden Freundinnen wurden an einem anderen Schalter bedient um bekamen nicht diese Info. Ich musste auch schon im MUC Krankenversicherung und Test vorzeigen, meine beiden Begleiterinnen nicht. Auch bei der Rückreise haben wir festgestellt, dass die Umsetzung von Bestimmung sehr verschieden gehandhabt wird. Aber wie auch immer, wir kamen nach einem ruhigen Flug letztendlich gut an und zügig durch alle Kontrollen und standen schließlich unserem Guide gegenüber. Wir hatten ein großen Toyota Landcruiser, umgebaut mit Kabine für eigentlich 7 Passagiere, so hatte jede von uns viel Platz. Über Windhoek und die B1 ging es nach Süden. Je südlicher wir kamen, umso heftiger klatschten Insekten an die WIndschutzscheibe. Letzlich war die Scheibe so verklebt, dass ich nichts mehr gesehen hätte. Bei Kalkrand bogen wir auf die C21 und dann auf die D1268, die uns an einem "See" vorbeiführte. Einige Tage vor unserer Ankunft hatte es in der Gegend heftig geregnet, und das Wasser stand noch in dieser "Pfanne". Mit den Wolken sah das toll aus. Auch wuchsen schon kleine Pflänzchen.
Schließlich kamen wir in der Bagatelle Lodge an und bezogen unsere Savanna-Chalets. Für meine Ansprüche war die Unterkunft wirklich total in Ordnung und von der landschaftlichen Umgebung bin ich immer noch begeistert.
Gabi-Muc2'191 Beiträge · seit 201615. Apr. 2021 · #5
Hallo,
wann seit Ihr denn geflogen und wie lange wart Ihr in Namibia?
Mit welcher Kamara hast Du denn fotografiert?
LG
Gabi
10.2023 Gardenroute // 03.2023 Namibia // 03.2022 Swakop, Etosha und Damaraland // 08:2021 Uganda // 01.2021: Caprivi // 10.2020: Etosha pur // 04.2019: KTP, Tok Tokkie Trail und Sossusvlei // 06.2018: Swakopmund und Etosha // 08.2017: Kalahari, KTP, Fish River, Soussusvlei, Swakopmund // 04.2016: Gardenroute
RMrik m.Themenstarter608 Beiträge · seit 202016. Apr. 2021 · #6
Reisezeit war 18.12.-10.1., beim Abflug galt Namibia noch nicht als Risikogebiet, das war unser Glück, sonst hätten wir beruflich bedingt nicht reisen dürfen. Dass es während unseres Aufenthalts dann auf die "Liste" kam, war egal.
Ich habe eine uralte, gebrauchte Nikon D 3 und hatte nur ein Objektiv mit, ein 28-300mm. Tieraufnahmen in großer Entfernung werden nicht gut, wie man an diesem Vogel mit augebreiteten Flügeln sieht, erstens reichts das Objektiv nicht und zweitens ist die Auflösung der D3 nicht so hoch, dass ich kleine Ausschnitte aus dem Bild in gestochen scharfer Qualität machen könnte.
Zurück zur Tour: Ich streifte zunächst ein wenig zu Fuß am Gelände herum. Besonders fasziniert haben mich die erdigen Gesellen. Und während ich so zuschaute und phtographierte, bekam ich einen Rempler von hinten. Ich dachte, eine meiner Freundinnen wäre herangetreten und würde mich anstupsen. Ich drehte mich um, noch mit dem Fotoapparat im Anschlag. Da stand ein Oryx hinter mir und wackelte mit dem Kopf auf und nieder. Und wumms krachte das Horn auf mein Objektiv - wer die Lodge kennt, weiß, dass diese halbzahmen Oryx Gummirohre über die Hörner gestülpt bekamen, welch ein Glück! Dennoch war der Schrecken groß und meine Angst, dass schon am ersten Nachmittag mein Fotoapparat Schaden genommen haben könnte, hoch. Aber ich glaube, es ist alles glimpflich ausgegangen. Die Oryx sind jedenfalls ziemlich frech und wenig kontaktscheu. Wir konnten beobachten, wie sie im Pool-Bereich herumspazierten und die Handtücher von den Liegen zerrten. 🙂
Nun begann unsere Ausfahrt mit Guide Felix übers Gelände. Ein netter Bursch, der viel erklärt hat und sich sehr bemüht hat. Wir sahen jede Menge unterschiedl. Wild, Giraffen und N**hö***** (ich weiß nicht, ob ich davon Bilder zeigen darf? In Südafrika bekam ich gesagt, dass ich von den N**hö***** keine Bilder zeigen dürfe).
Danach schloss sich die Fahrt ins Geparden-Gehege an incl. Lauftraining und Fütterung; dazu kam noch eine weitere Famile ins Auto.
Und dann gab es noch die Sundownerfahrt auf die Dünen. Alles in allem waren wir begeistert, ein wunderbarer Start der Reise und für mich, die zum ersten Mal im Land war, ein wunderbares Kennenlernen!
Hallo rik m. ganz gleich welche Kamera, sehr schöne Fotos, das Auge macht das Bild, nicht die Kamera. Freue mich auf Weiteres, auch wenn das Fernweh damit immer weiter zunimmt...... Beste Grüße
Enilorac65768 Beiträge · seit 201716. Apr. 2021 · #8
Hallo, auch ich bin begeistert von den Fotos! Herzlichen Dank für‘s Teilen! LG Caroline
2016: Südafrika mit Gardenroute
2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius
2020: Kapstadt und Gardenroute
2022: Namibia
2024: Namibia und Südafrika
2026: Namibia und Botswana in Planung :-)
RMrik m.Themenstarter608 Beiträge · seit 202016. Apr. 2021 · #9
Freut mich, wenn euch die Bilder gefallen!
Das Abendessen in der Lodge war gut, wir konnten es im Freien einnehmen; von den Kerzen bzw. Lampen angezogen kamen allerdings viele Fliegen und Mücken, was weniger angenehm war.
Am nächsten Morgen ging es vor dem Frühstück zu Fuß los; ein Guide machte uns mit den 3 jungen "Buschmännern" bekannt und die berichteten uns dann auf einem Spaziergang durch die tolle Landschaft von den Traditionen der San: Herstellung von Waffen und Werkzeugen, Tarnung und Jagd, Heilpflanzen, Wasserspeicher durch Straußeneier etc. waren Themen. Bei einem provisorischen Lager incl. Feuer saßen einige Frauen und boten Schmuck an. Dann ging es wieder zurück. Nun ja, ich war und bin immer noch etwas hin und her gerissen. Sicher war es interessant, aus erster Hand vom früheren Leben der San zu erfahren oder diese Klicksprache zu lauschen. Aber irgendwie hatte ich bei der ganzen Aktion ein komisches Gefühl... Ich glaube, jeder, der so etwas schon gebucht hat, weiß, was ich meine...
Bevor wir aufbrachen, streife ich noch ein wenig herum. DIe Strauße beim Trinken fand ich ganz spannend, weniger schön fand ich einen Esel, der so lange Hufe hatte, dass sie wirklich unendlich weit nach hinten gebogen waren und er wie auf Stelzen da stand. Der arme konnte gar nicht mehr richtig gehen; ich fürchtete, dass der das baldige Futter für die Geparden sein würde...
Hi Rik, wie bzw wo könnte ich einen Fahrerguide für (Nord) Namibia engagieren ? Bin euch für Infos sehr dankbar !
RMrik m.Themenstarter608 Beiträge · seit 202016. Apr. 2021 · #12
Da kann ich Dir leider nicht viel weiterhelfen. Wir waren im Süden. Und gebucht habe ich, wie geschrieben, über Abendsonne Afrika. Die haben die Fahrerguide organisiert. Das Programm mit der Route, den Punkten, die ich sehen will, und den gewünschten Unterkünften hatte ich vorgegeben.
RMrik m.Themenstarter608 Beiträge · seit 202016. Apr. 2021 · #13
Der Strauß ist unscharf... Aber egal. Brechen wir auf!
Die Fahrt auf der B1 nach Keetmanshoop war eher eintönig. In Mariental waren wir einkaufen (Wein für heute Abend) und ein paar Vorräte für unterwegs - brav mit Maske. Spannend dann die Ansicht des Brukkaros rechter Hand und links diese Stufe im Gelände... Ziel war das Quivertree Forest Rest Camp, wo wir feste Unterkünfte gemietet hatten. Es war Weihnachten, 24.12. Gekocht wurde an diesem Tag nicht, das sollte unser Guide übernehmen, so war es vereinbart. Und das gleich vorweg: Er hat für uns gegrillt und das nicht schlecht! Wir kamen am frühen Nachmittag an, ich machte gleich bei großer Hitze einen Spaziergang zu den Köcherbäumen und habe trotz hartem Licht viel fotographiert. Und am Abend war ich zum Sonnenuntergang natürlich nochmals dort. Wie könnte es anders sein, von dieser Gegend waren wir total fasziniert! Die Unterkunft gefiel mir zwar von allen Unterkünften der Reise am wenigsten - aber das war mir schon bei der Buchung bewusst und eigentlich egal. Mir ging es um einen guten Standort für das, was ich sehen wollte.
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200616. Apr. 2021 · #14
rik m. schrieb:Sicher war es interessant, aus erster Hand vom früheren Leben der San zu erfahren oder diese Klicksprache zu lauschen.
Ich wurde vor etwa 20 Jahren mal beim Verlassen des Etosha NP am Gate gefragt, ob ich zwei San mitnehmen könne. Offenbar wurden die dort als Spurenleser benötigt. Der eine konnte ein paar Brocken Englisch, der andere kein Wort. Die haben sich dann während der zwei Stunden Fahrt in ihrer Sprache unterhalten. Das war besser als Kino. Diese Laute kann ein erwachsener Mitteleuropäer gar nicht mehr lernen …
Gruß Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
RMrik m.Themenstarter608 Beiträge · seit 202017. Apr. 2021 · #15
BikeAfrica schrieb:Ich wurde vor etwa 20 Jahren mal beim Verlassen des Etosha NP am Gate gefragt, ob ich zwei San mitnehmen könne. Offenbar wurden die dort als Spurenleser benötigt. Der eine konnte ein paar Brocken Englisch, der andere kein Wort. Die haben sich dann während der zwei Stunden Fahrt in ihrer Sprache unterhalten. Das war besser als Kino. Diese Laute kann ein erwachsener Mitteleuropäer gar nicht mehr lernen …
ja, das kann ich mir vorstellen! 😄
RMrik m.Themenstarter608 Beiträge · seit 202017. Apr. 2021 · #16
Am nächsten Morgen sind wir schon sehr früh aufgestanden, haben im Dunkeln gefrühstückt und gepackt und waren dann pünktlich zum Sonnenaufgang am Spielplatz der Riesen. Dort bin ich ausführlich herumgestreift und fand diese Bauklötzchen einfach toll! 😉
Hallo rik m, als ausgesprochener Wüstenfan komme ich gerne mit: DANKE für die wunderbaren Bilder! Wie sehr vermisse ich diesen blauen Himmel, die Kälte am frühen Morgen, die trockene Hitze, den Geruch, die blaue Stunde... LG Adina
RMrik m.Themenstarter608 Beiträge · seit 202017. Apr. 2021 · #18
Adina13 schrieb:Wie sehr vermisse ich ... die Kälte am frühen Morgen.
Kalt war es am Morgen eigentlich nicht - höchstens manchmal nicht ganz so warm. 🙂 Aber Jacke etc. war nie nötig.
RMrik m.Themenstarter608 Beiträge · seit 202018. Apr. 2021 · #19
Wir brachen weiter nach Süden auf, passierten den Naute-Dam und die Holoog Bridge. Unterwegs gab es ab und an Wild und einmal eine Giraffe zu beobachten.
Aber ansonsten war die Fahrt v.a. durch die wachsende Spannung auf den Fish-River-Canyon geprägt. Kaum vorstellbar, dass sich hier ein Canyon solchen Ausmaßes durchs Land gefräst hat! Wir lösten in Hobas quasi de Ticket und fuhren in den Park ein bis zum ersten Aussichtspunkt. Ich war echt überwältigt. Natürlich war das Licht nicht ideal zum Fotographieren und es war sehr, sehr heiß, wohl 45 Grad, aber wir machten uns trotzdem zu Fuß auf den Weg und gingen bis zum anderen Aussichtspunkt an der Kante entlang.
RMrik m.Themenstarter608 Beiträge · seit 202024. Apr. 2021 · #20
Auf dem vorletzten Bild kann man bei guter Auflösung auf der anderen Seite des Canyons die Fish-River-Lodge erkennen. Was Luftlinie nicht mal 30km ist, erwies sich als lange Anfahrt, musst man ja wieder nach Norden, dann an der über die Brücke und auf der anderen Seite wieder zurück. Wir machten zwar einen Stopp am Roadhouse, aber insgesamt war das schon eine lange Fahrerei. Die Stück der Piste vor Seehiem (es müsste die C12 gewesen sein, wenn ich jetzt so die Karte ansehe - wenn man nicht selbst fährt, kümmert man sich weniger um die Straßenbezeichnungen... ) war in schlechtem Zustand - aber das war auch wirklich die einzige Passagse auf der ganzen Tour, ansonsten waren die Straßenverhältnisse eigentlich top!
WIr kamen am späten Nachmittag an, checkten ein und ich machte mich gleich auf zu einem kleinen Erkundungsspaziergang. Von der Lage der Lodge war ich überwältig. Irre!
Gegen 20Uhr gab es das Abendessen - leider Hähnchen; das war so gar nicht nach unserem Geschmack; wir hätten lieber Wild gehabt. Unser Guide hatte für sich umbestellt und uns nicht mitbedacht. Naja... Die Nacht war laut. Ich hatte schon gelesen, dass dort immer Wind geht, aber dass der derart heulen kann, hat mich dann doch überrascht. Ich habe trotzdem gut geschlafen, die Temperatur war für mich angenehm.