Welche Fotokamera könnt ihr empfehlen?

129 Antworten · 21,7k Aufrufe · gestartet 13. Apr. 2021 von Schumo
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178 Beiträge · seit 202013. Apr. 2021 · #21
JP K schrieb:Bridge Nikon Coolpix 950: 1 / 2,3“ Sensor, bis 2.000mm Brennweite, 1kg schwer, Euro 789 (seit 2020)
Ich möchte mich da gerne mit einer Detailfrage hineinschwindeln, weil ich vor einer ähnlichen Frage stehe.
Die Nikon Coolpix P950 besticht ja durch das extreme Zoom bis 2.000 mm, das schon sehr verlockend ist. Die meisten anderen Super-Zoom Kameras gehen meist so in den Bereich von 400-600 mm. Wie wichtig oder wünschenswert würdet ihr die 2.000 mm bei einer üblichen Safari in Namibia einschätzen? Nachteil dieses extremen Zooms dürfte ja die relative Schwäche bei weniger Licht sein, aber wie sehr spielt das in der Praxis eine Rolle, außer in den eher kurzen Dämmerungszeiten?

Danke für eure Einschätzung!
Viele Grüße,
Christian
Mit meinen Mädels in Namibia
1'737 Beiträge · seit 201013. Apr. 2021 · #22
Christian, auch bei gutem Licht kannst Du den 2000er Zoom nicht in der Hand halten. Da sehe ich das Problem. Auflegen ist ein muss und da kannst Du schon beim Auslösen verwackeln.
www.botswanadreams.de "Alles, was ich jetzt wollte, war nach Afrika zurückzukommen. Ich hatte es noch nicht einmal verlassen, aber wenn ich nachts aufwachte, lag ich lauschend da, bereits voller Heimweh danach." Ernest Hemingway
7'296 Beiträge · seit 200613. Apr. 2021 · #23
chrischris schrieb:
JP K schrieb:Bridge Nikon Coolpix 950: 1 / 2,3“ Sensor, bis 2.000mm Brennweite, 1kg schwer, Euro 789 (seit 2020)
Ich möchte mich da gerne mit einer Detailfrage hineinschwindeln, weil ich vor einer ähnlichen Frage stehe.
Die Nikon Coolpix P950 besticht ja durch das extreme Zoom bis 2.000 mm, das schon sehr verlockend ist. Die meisten anderen Super-Zoom Kameras gehen meist so in den Bereich von 400-600 mm. Wie wichtig oder wünschenswert würdet ihr die 2.000 mm bei einer üblichen Safari in Namibia einschätzen?

Ich habe das Vorgängermodell P900, bei dem das Zoom auch bis zu einer Brennweite von 2.000 mm reicht. Wie schon gesagt wurde, verwackelt man das leicht, aber ich habe einige Fotos damit gemacht. Mir ist es im Regelfall lieber, das Foto ist etwas unscharf als dass man das Tier, das man fotografieren wollte, überhaupt nicht erkennt.
Außerdem eignet es sich gleichzeitig als Fernglas.

Es ist aber problematisch, wenn mehrere Personen im Auto sitzen. Du musst mit kleinerer Brennweite beginnen und dann langsam näher zoomen. Wenn sich dann jemand im Auto bewegt und Du das Motiv aus dem Sucher verlierst, findest Du es bei 2.000 mm nicht mehr. Dann wieder größeren Ausschnitt wählen und nächsten Versuch starten ...

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
807 Beiträge · seit 201813. Apr. 2021 · #24
Guten Tag!

@Shumo & chrischris:

Investiert doch ein wenig mehr (ca. 1000 €) und nehmt die Sony RX 10 mk III.
Die hat einen deutlich größeren Sensor (1 Zoll), Zoom bis 600 mm (KB äquivalent), dabei ausgezeichnete Offenblende von 2,8-4 und macht somit schon (fast) professionelle Bilder!
Die noch leicht verbesserte RX 10 mk IV ist meiner Meinung nach die beste Bridge Kamera die es zurzeit gibt; kostet aber unverhältnismäßig deutlich mehr.

Alternative:
Canon m50 mit 15-45 (Kitobjektiv) und 55-200 zoom (24-320 KB äquivalent); für ca. 700 €.
Vorteile:
- kleine, leichte Kamera;
- großer APS-C Sensor mit ca. 24 mp Auflösung;
- kompatibel mit allen Canon (und "für" Canon) Objektiven so, dass Aufrüsten mit weiteren, guten Objektiven jederzeit möglich ist; (z.B. mit dem 22 mm (f2) Objektiv ist die Kamera perfekt pocket ("street foto") tauglich und das 32 mm (f1,4) ist ein erstklassiges all-round Objektiv!)

Nachteile:
- mindestens 2 Objektive - 15-45 kit Objektiv (kommt mit der Kamera) und 55-200.

Ich wollte auch nicht mehr die richtig schwere Ausrüstung mit schleppen und habe mich für obige Alternative entschlossen.
Mit dem lichtstarken 22 mm pancake Objektiv hat man eine richtig gute, leichte, "immer dabei" Kamera die in die Jackentasche passt.
Der APS-C Sensor mit 24 mp und die Flexibilität alle Canon Objektive nutzen zu können hat mich dann endgültig überzeugt!

Liebe Grüße,
busko
Der Übergang vom Affen zum Menschen sind wir! - Konrad Lorenz
zuletzt bearbeitet 14. Apr. 2021
387 Beiträge · seit 202113. Apr. 2021 · #25
chrischris schrieb:
JP K schrieb:Bridge Nikon Coolpix 950: 1 / 2,3“ Sensor, bis 2.000mm Brennweite, 1kg schwer, Euro 789 (seit 2020)
Ich möchte mich da gerne mit einer Detailfrage hineinschwindeln, weil ich vor einer ähnlichen Frage stehe.
Die Nikon Coolpix P950 besticht ja durch das extreme Zoom bis 2.000 mm, das schon sehr verlockend ist. Die meisten anderen Super-Zoom Kameras gehen meist so in den Bereich von 400-600 mm. Wie wichtig oder wünschenswert würdet ihr die 2.000 mm bei einer üblichen Safari in Namibia einschätzen? Nachteil dieses extremen Zooms dürfte ja die relative Schwäche bei weniger Licht sein, aber wie sehr spielt das in der Praxis eine Rolle, außer in den eher kurzen Dämmerungszeiten?

Danke für eure Einschätzung!
Viele Grüße,
Christian
Ich selber habe eine solche Brennweite nicht, meine Brennweite hört bei 840mm auf. Ich denke auch, dass diese Brennweite nicht aus der Hand ordentlich bedienbar sein wird. Allerdings: es wird auf Safari durchaus Gelegenheit geben, auch ohne Stativ mit solchen Brennweiten hantieren zu können. Fahrzeugmotor aus, Kameraobjektiv auf Fensterrahmen auflegen, oder auf Balustraden in Beobachtungs-Unterständen auflegen etc. Improvisieren kann man auch lernen.

Zu meinen anderen Beispielen: ich habe letztens bei meinem Nachbar Vogel-Bilder aus Costa Rica auf seinem Fernseher angesehen, er hat mit Pana FZ1000 fotografiert - die waren teilweise sehr scharf auch bei widrigen Lichtverhältnissen im Wald. Vorteil: größerer Sensor. Ich war sehr beeindruckt. Er hatte allerdings auch hohen Ausschuss.

Mein Bilder-Ausschuss wird immer weniger, liegt sicherlich auch mit der fortschreitenden Technologie der Kameras, ich fotogrfiere selbst mit Olympus, nochmal 80% größerer Sensor als 1 Zoll.
1'115 Beiträge · seit 201013. Apr. 2021 · #26
@Schumo
Du hast 2-3 Sekunden Zeit, wenn das Tier Dich sichtet, bevor es entweder die Flucht ergreift oder Dir den Hintern zukehrt. Geschwindigkeit ist alles, je näher am Tier umsomehr. Darum eine Kamera die in die Hemdtasche passt oder auch jederzeit umgehängt beim Fahrer des FZ ist. Wie andere schon erwähnt, die TZ81. Willst Du bessere Bilder, brauchst einen grösseren Sensor, dann die TZ202 (hat zwar kleinere Brennweite) - beide Kameras den gleichen Akku. Videos werden mind. so gut wie Fotos.

Schleppte über 20 Jahre OM1 und OM2 mit div. Objektiven durch die Gegend - never again.

Gruss Rajang
178 Beiträge · seit 202013. Apr. 2021 · #27
Herzlichen Dank an alle für die Rückmeldungen und sorry Schumo, aber vielleicht ist die Zoom-Frage für dich ja auch ein Thema.
Botswanadreams schrieb:Christian, auch bei gutem Licht kannst Du den 2000er Zoom nicht in der Hand halten. Da sehe ich das Problem. Auflegen ist ein muss und da kannst Du schon beim Auslösen verwackeln.
BikeAfrica schrieb:Ich habe das Vorgängermodell P900, bei dem das Zoom auch bis zu einer Brennweite von 2.000 mm reicht. Wie schon gesagt wurde, verwackelt man das leicht, aber ich habe einige Fotos damit gemacht. Mir ist es im Regelfall lieber, das Foto ist etwas unscharf als dass man das Tier, das man fotografieren wollte, überhaupt nicht erkennt.
Außerdem eignet es sich gleichzeitig als Fernglas.
JP K schrieb:Ich selber habe eine solche Brennweite nicht, meine Brennweite hört bei 840mm auf. Ich denke auch, dass diese Brennweite nicht aus der Hand ordentlich bedienbar sein wird. Allerdings: es wird auf Safari durchaus Gelegenheit geben, auch ohne Stativ mit solchen Brennweiten hantieren zu können. Fahrzeugmotor aus, Kameraobjektiv auf Fensterrahmen auflegen, oder auf Balustraden in Beobachtungs-Unterständen auflegen etc. Improvisieren kann man auch lernen.
Das Verwackeln ist sicher kritisch. Diesbezüglich hätte ich an einen Bohnensack für das Autofenster gedacht, das sollte zumindest bei den Wasserlöchern funktionieren, oder?
BikeAfrica schrieb:Es ist aber problematisch, wenn mehrere Personen im Auto sitzen. Du musst mit kleinerer Brennweite beginnen und dann langsam näher zoomen. Wenn sich dann jemand im Auto bewegt und Du das Motiv aus dem Sucher verlierst, findest Du es bei 2.000 mm
Das ist bei 4 Personen im Auto tatsächlich ein Aspekt, an den ich noch nicht gedacht habe.
Grundsätzlich bist du mit der P900 hinsichtlich Brauchbarkeit bei Safaris und Bildqualität zufrieden?
busko schrieb:Investiert doch ein wenig mehr (ca. 1000 €) und nehmt die Sony RX 10 mk iii.
Die hat einen deutlich grösseren Sensor (1 Zoll), Zoom bis 600 mm (KB äquivalent) und dabei ausgezeichnete Offenblende von 2,8-4.
Die macht schon fast professionelle Bilder!
Der Preisunterschied wäre für mich kein Ausschlusskriterium, aber der Zoomunterschied ist schon groß. Aber diese Kamera habe ich eh durchaus auch im Auge.
Vielleicht sollte ich dazu sagen, dass ich schon eine Kamera (Canons EOS 760D) mit Wechselobjektiv bis 250 mm habe und eine zusätzliche mit mehr Zoom und auch zum Filmen haben möchte.

Danke und viele Grüße,
Christian
Mit meinen Mädels in Namibia
Themenstarter18 Beiträge · seit 202013. Apr. 2021 · #28
Hallo ihr Lieben
Echt cool was da alles zusammengekommen ist. Vielen Dank allen die geantwortet haben 😄 echt toll. Und auch wie aufmerksam die einen hier sind 😉 nein ernsthaft vielen lieben Dank. Ich werde mich wohl für die PANASONIC Lumix DMC-TZ81 entscheiden.
Danke euch und bleibt gesund 🙂
387 Beiträge · seit 202113. Apr. 2021 · #29
chrischris schrieb:
Das Verwackeln ist sicher kritisch. Diesbezüglich hätte ich an einen Bohnensack für das Autofenster gedacht, das sollte zumindest bei den Wasserlöchern funktionieren, oder?

Vielleicht sollte ich dazu sagen, dass ich schon eine Kamera (Canons EOS 760D) mit Wechselobjektiv bis 250 mm habe und eine zusätzliche mit mehr Zoom und auch zum Filmen haben möchte.
Bohnensack sollte funktionieren. Ich selber habe keinen, sondern lege direkt auf.
Ich bin kein Video-Cineast, aber ist es nicht so dass der visuelle Eindruck bei Videos sowieso mehr Rauschen im Filmmaterial toleriert iVz Fotos? Es wird ja nicht so stark reingezoomt wie bei Fotos und keine Bildausschnitte angefertigt. Dann sollte ein kleinerer Sensor nicht das Problem sein.
7'296 Beiträge · seit 200613. Apr. 2021 · #30
chrischris schrieb:
Das Verwackeln ist sicher kritisch. Diesbezüglich hätte ich an einen Bohnensack für das Autofenster gedacht, das sollte zumindest bei den Wasserlöchern funktionieren, oder?


Irgendwo auflegen oder abstützen ist natürlich immer besser. Und man kann ja auch Fotos mit verschiedenen Brennweiten machen.

BikeAfrica schrieb:Es ist aber problematisch, wenn mehrere Personen im Auto sitzen. Du musst mit kleinerer Brennweite beginnen und dann langsam näher zoomen. Wenn sich dann jemand im Auto bewegt und Du das Motiv aus dem Sucher verlierst, findest Du es bei 2.000 mm
Das ist bei 4 Personen im Auto tatsächlich ein Aspekt, an den ich noch nicht gedacht habe.
Grundsätzlich bist du mit der P900 hinsichtlich Brauchbarkeit bei Safaris und Bildqualität zufrieden?

Für meine Ansprüche reicht es. Ich suche in Kürze mal ein paar unbearbeitete Fotos raus mit verschiedenen Brennweiten und stelle die ein. Dann kannst Du schauen, ob das für Dich auch ausreichen würde. Ich bin ja meist mit dem Rad unterwegs und hatte früher zu Analogzeiten immer zwei Spiegelreflexkameras und drei Objektive dabei. Jetzt ist die P900 am Start und als Reserve eine ältere Fuji, falls die Nikon kaputt gehen sollte. Auf dem Fahrrad über Wellblech oder hoher Luftfeuchtigkeit wird die Kamera ja doch deutlich mehr beansprucht als im Auto. Meine analogen Kameras hatten damals alle Schrammen und Dellen im Gehäuse.

Die Kamera hat auch ein klappbares und drehbares Display,was ganz gut Fotos aus Bodennähe ermöglicht, ohne dass man sich in den Dreck legen muss. Das fand ich auch hilfreich, haben aber natürlich auch etliche andere Kameras.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
zuletzt bearbeitet 13. Apr. 2021
178 Beiträge · seit 202014. Apr. 2021 · #31
@JP K: Danke!

@BikeAfrica:
Danke für deinen Bericht, das klingt ja ganz gut! Ich nähere mich wohl der P950 ... 😎

Viele Grüße,
Christian
Mit meinen Mädels in Namibia
1'014 Beiträge · seit 201614. Apr. 2021 · #32
Ich würde keinen Fokus auf einen Super Brennweitenbereich legen. 2000 Millimeter Brennweite (umgerechnet auf Kleinbildformat angegeben) klingt erst mal klasse. Aber gute Qualität ist da nicht zu erwarten, weil bei einem Wettbewerb Physik gegen Marketing in der Praxis die Physik gewinnt (ein Blick auf Preise und Gewicht für Objektive mit z.B. 600 mm Brennweite verdeutlicht, was ich meine). Bei einer Bridge würde ich eine Kamera wählen mit einem Brennweitenbereich von leichtem Weitwinkel bis maximal mittlerem Tele. Jedenfalls wenn Wert auf Qualität bei den Fotos gelegt wird und nicht ein farbiger Klecks als Vogel identifizierbar ausreicht. Ein Sucher wäre mir auch wichtig, notfalls als Zubehör zum aufstecken. Bei Sonnenlicht ist es schwierig, über das Display was zu sehen und gerade bei längeren Brennweiten und längerer Belichtungszeit ist es leichter die Kamera ruhig zu halten, wenn man sie am Auge hat und nicht mit ausgestreckten Armen herumwackelt. Und die Möglichkeit, manuell zu fokussieren wäre für mich ein Kaufargument. Die Kamerautomatik fokussiert auf das Objekt, das der Kamera am nähesten ist. Und das ist oft halt nicht der Löwe sondern das Grasbüschel vor dem Löwen. Also scharfer Grasbüschel, unscharfer Löwe. Oder scharfes Gestrüpp, unscharfer Vogel.

Yanjep
zuletzt bearbeitet 14. Apr. 2021
7'296 Beiträge · seit 200614. Apr. 2021 · #33
yanjep schrieb:
Ich würde keinen Fokus auf einen Super Brennweitenbereich legen. 2000 Millimeter Brennweite (umgerechnet auf Kleinbildformat angegeben) klingt erst mal klasse. Aber gute Qualität ist da nicht zu erwarten, weil bei einem Wettbewerb Physik gegen Marketing in der Praxis die Physik gewinnt (ein Blick auf Preise und Gewicht für Objektive mit z.B. 600 mm Brennweite verdeutlicht, was ich meine).

… bei einem begrenzten Budget muss man halt irgendwo Abstriche machen. Irgendwas ist immer nicht optimal, sonst wäre die Kamera ja auch teurer. Meine Objektive für die damaligen Analogkameras waren z.T. jeweils so teuer wie jetzt für die Kamera mit dem gesamten Brennweitenbereich und die Gehäuse alleine haben jeweils das Doppelte gekostet. Und auf meinen Radreisen gingen unterwegs mehrere kaputt. Irgendwann setzt man die Prioritäten anders.

Bei einer Bridge würde ich eine Kamera wählen mit einem Brennweitenbereich von leichtem Weitwinkel bis maximal mittlerem Tele. Jedenfalls wenn Wert auf Qualität bei den Fotos gelegt wird und nicht ein farbiger Klecks als Vogel identifizierbar ausreicht.

Wenn der Vogel am Ende nur winzig klein ist und man ihn auch nicht erkennen kann, wählt man zwischen Pest und Cholera. Mit einem größeren Brennweitenbereich kann ich aber einen mittleren und einen großen wählen.
Ich war mal während einer Radtour auf geführter Tagestour im Kruger und der Guide hat Löwen gesehen, die ich als Erdhaufen identifiziert hätte. Er wollte mir sein Fernglas reichen und ich habe ihm auf dem Display ein Foto von meiner Kamera gezeigt. Da hat er sein Fernglas wieder weggepackt. So groß hatte er den Löwen nämlich nicht sehen können. Natürlich war das Foto nicht richtig scharf, weil sich im Auto dauernd jemand stärker bewegt hat, aber die Bewegung hat man ja im Fernglas auch. Allerdings konnte im Fahrzeug ansonsten überhaupt niemand Fotos von den Löwen machen, auf denen sie erkennbar waren. Sie konnten sie nur im Fernglas beobachten und das kleiner als mit meiner Kamera. Ich stelle das unscharfe Foto demnächst auch hier rein, um das Problem zu zeigen. Wenn in einem Safarifahrzeug sich jeder bewegt, weil natürlich alle ein Foto von den Tieren machen wollen, dann kommt kein scharfes Fotos dabei raus. Aber es kommt -anders als aus dem Fernglas- wenigstens überhaupt ein Foto raus. Sitzt man alleine im Auto oder es halten mal alle still, dann wird es zumindest einigermaßen, wenn man die Kamera z.B. auf der Seitenscheibe abstützt.

Ein Sucher wäre mir auch wichtig, notfalls als Zubehör zum aufstecken. Bei Sonnenlicht ist es schwierig, über das Display was zu sehen und gerade bei längeren Brennweiten und längerer Belichtungszeit ist es leichter die Kamera ruhig zu halten, wenn man sie am Auge hat und nicht mit ausgestreckten Armen herumwackelt. Und die Möglichkeit, manuell zu fokussieren wäre für mich ein Kaufargument. Die Kamerautomatik fokussiert auf das Objekt, das der Kamera am nähesten ist. Und das ist oft halt nicht der Löwe sondern das Grasbüschel vor dem Löwen. Also scharfer Grasbüschel, unscharfer Löwe. Oder scharfes Gestrüpp, unscharfer Vogel.

Ein Sucher ist natürlich wichtig. Das drehbare Display verwende ich nur, wen ich in Bodennähe oder über Kopf Fotos machen will, die sonst nicht möglich wären oder wenn die Kamera mit ausgeklappten Display auf einem Tisch steht und ich unauffällig kurze Filmsequenzen aufnehmen will.
Auf welche Stelle die Kamera fokussiert, ist bei den verschiedenen Kameras unterschiedlich. Das betrifft auch die Belichtung. Zur Not fokussiert man drei Meter neben dem Löwen auf ein Objekt, das genauso weit entfernt ist wie dieser und richtet die Kamera bei halb gedrücktem Auslöser wieder auf den Löwen. Dann bleibt der Schärfebereich erhalten und plötzlich ist der Löwe scharf und nicht mehr der Grasbüschel. Das funktioniert aber nur, wenn man umschalten kann zwischen der Art der Fokussierung. Das funktioniert bei der P900, aber ich gehe davon aus, das kann inzwischen jede Kamera.

Ein Nachteil der P900 ist aber der elektronische Sucher. Der funktioniert nicht so gut wie der optische.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
260 Beiträge · seit 200714. Apr. 2021 · #34
Abgesehen davon dass die Fotografie sowas wie eine Religion für gewisse Leute ist (ich schliesse mich hier mit ein), ist es am Ende doch pure Physik und man braucht ein gutes Auge und muss seine Kamera beherrschen.

Für 500 Euro gibt es leider Gottes nicht annähernd etwas, was wirklich erstklassige Fotos in Botswana machen könnte = PUNKT!
Selbst wenn der Anwender bestens weiss was er macht, es hat nun Mal Limitierungen.

Die Nikon P950 ist Quatsch, dass ist pures Marketing mit dem 2000mm Zoom. Dies funktioniert NUR dann wenn das Wetter, Luftverhältnisse, Stabilität (aus dem Safarifahrzeug 🤩 😛 ) sowie das Motiv sich nicht 1mm bewegt und man den Frame gut füllt und nicht reincroppen muss. Sorry, dass ist ein Spielzeug aber nicht im Ansatz eine halbwegs vernünftige Kamera, sowas kaufen sich nur Leute die vom fotografieren NULL Ahnung haben und sich von den 2000mm Brennweite "blenden" lassen 😗

Ich halte mich aber zurück mit Empfehlungen für eine Kamera bis circa 500 Euro, denn dieses winzige Budget überschreiten bei mir bereits zwei meiner CFExpress Typ A Karten mit je 160GB 🙄

Die normalen NIKON Coolpix sind für Schnappschüsse super und auch Sony hat tolle APSC Systeme im Angebot, aber erwarte davon einfach keine Wunder. Gut ist aber wenn du kein geübter Hobbyfotograf bist, dann kannst du auch ein System für 10k Euro mitnehmen und kommst dennoch nicht mit besseren Fotos nachhause. So gesehen reicht dein Budget von 500 Euro locker, den Rest investierst du besser in das Erlebnis selber.

Noch besser, nutz einfach das Handy. Wenn du ein gutes Handy hast, dann machst du damit auch 75% von dem was deine 500 Euro Kamera könnte und sparst noch mehr Geld.

Meine Meinung ist, wenn man es Ernst meint, gerade mit Wildlife, dann wird man in der Regel über kurz oder lang mehrere Tausend Euros investieren müssen. Wie viel genau, hängt am Ende von deinen Ansprüchen an die Fotos ab, nach oben gibt's kaum Limits.

Viel Spass in Botswana, mit egal was auch immer du dann zum fotografieren nutzt!
Ich bin ein Wildlife-Fotograf & Photo-Coach aus der ländlichen Ostschweiz im Dreiländereck CH/AT/DE. Mein Fokus liegt auf Wildtieren aus Afrika & dem südwesten der USA, mit dem Spezialgebiet Schlangen bzw. Reptilien
zuletzt bearbeitet 14. Apr. 2021
7'296 Beiträge · seit 200614. Apr. 2021 · #35
Monokelkobra schrieb:
Die Nikon P950 ist Quatsch, dass ist pures Marketing mit dem 2000mm Zoom. Dies funktioniert NUR dann wenn das Wetter, Luftverhältnisse, Stabilität (aus dem Safarifahrzeug 🤩 😛 ) sowie das Motiv sich nicht 1mm bewegt und man den Frame gut füllt und nicht reincroppen muss. Sorry, dass ist ein Spielzeug aber nicht im Ansatz eine halbwegs vernünftige Kamera, sowas kaufen sich nur Leute die vom fotografieren NULL Ahnung haben und sich von den 2000mm Brennweite "blenden" lassen 😗

Danke für Deine Einschätzung von meinen Fähigkeiten. Ich habe Anfang der 80er Jahre mit voll mechanischen analogen Spiegelreflexkameras angefangen, kenne also logischerweise die Auswirkungen und Wechselbeziehungen zwischen Belichtungszeit, Blende, Brennweite und Tiefenschärfe (Schärfentiefe - die Begriffe sind ja auch Religion).

Während meiner Reisen per Rad gingen mehrere Kameras kaputt. Ich kaufe keine Gehäuse oder Kameras mehr für Radreisen, die über 1.000 Euro oder mehr kosten.

Die 2.000 mm werden sich auch nur selten nutzen lassen, aber früher waren 200 mm schon sehr viel. Heute ist so eine Kamera besser als ein Fernglas. Ich schleppe auf Radtouren auch bestimmt nicht beides mit und die ursprüngliche Frage kommt von einem absoluten Anfänger (nach seiner Aussage) und da wäre diese Kamera (oder vergleichbare) sicherlich besser als alles, was er bisher in der Hand hatte. Dass man eine solche Kamera nicht mit einem SLR-Gehäuse für 2.500 Euro plus Objektive vergleichen kann, ist ja wohl klar. Wenn jemand aber max.500 Euro ausgeben möchte, sollte man das respektieren. Und der wird sich keine gebrauchte Leica mit einer Festbrennweite von 35 mm zum gleichen Preis kaufen, wenn er Tiere fotografieren möchte.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
96 Beiträge · seit 201914. Apr. 2021 · #36
Moin!

Ich werf hier mal die Canon SX620 HS ins Rennen, denn so wie ich es verstehe, ist eine Kamera zum Knipsen vom schönen Erinnerungen gefragt.
Die 620 habe ich für meine beiden Kinder besorgt, zwar schon vorletztes Weihnachten, aber ich hoffe, sie kommen in diesem Sommer endlich zum Einsatz.
Der Zoom ist am Tage hier so gut, dass ich in 20m Entfernung ein aufgeregt flatterndes Wintergoldhähnchen in den Fichten im Garten schön abbilden kann. Ansonsten üben meine Jungs grade fleißig Vögel fotografieren am Futterplatz.
Gruß!

Ulrich
6'369 Beiträge · seit 201114. Apr. 2021 · #37
Monokelkobra schrieb:Die Nikon P950 ist Quatsch, dass ist pures Marketing mit dem 2000mm Zoom. Dies funktioniert NUR dann wenn das Wetter, Luftverhältnisse, Stabilität (aus dem Safarifahrzeug 🤩 😛 ) sowie das Motiv sich nicht 1mm bewegt und man den Frame gut füllt und nicht reincroppen muss. Sorry, dass ist ein Spielzeug aber nicht im Ansatz eine halbwegs vernünftige Kamera, sowas kaufen sich nur Leute die vom fotografieren NULL Ahnung haben und sich von den 2000mm Brennweite "blenden" lassen 😗

Ich halte mich aber zurück mit Empfehlungen für eine Kamera bis circa 500 Euro, denn dieses winzige Budget überschreiten bei mir bereits zwei meiner CFExpress Typ A Karten mit je 160GB 🙄
Thema nicht begriffen, setzen... 😎
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
1'737 Beiträge · seit 201014. Apr. 2021 · #38
Picco die Argumente von Monokelkobra sind nicht von der Hand zu weisen.
Hier mal 2 Fotos von der P900, es sind Fotos unserer Mitreisenden. Sicher könnte man mit manueller Einstellung/ RAW/ Stativ usw. mehr raus holen, aber da scheitert doch der Anfänger oder Urlaubsknipser.

Ich würde mir diese Kamera nicht kaufen.

Das erste als Beweisfoto nachbearbeitet sicher tauglich.
Nicon P900 Automatic Modus/ JPG unbearbeitet/ Brennweite 1100/ aufgelegt Bohnensack/ F5.6/ 1/500 Sek./ Iso 160
DSCN0833.JPG


Hier geht gar nichts mehr.
Nicon P900 Automatic Modus/ JPG unbearbeitet/ Brennweite 2000/ aufgelegt Bohnensack/ F6.5/ 1/500 Sek./ Iso 140
DSCN0834.JPG
www.botswanadreams.de "Alles, was ich jetzt wollte, war nach Afrika zurückzukommen. Ich hatte es noch nicht einmal verlassen, aber wenn ich nachts aufwachte, lag ich lauschend da, bereits voller Heimweh danach." Ernest Hemingway
240 Beiträge · seit 201914. Apr. 2021 · #39
Ob man die 2000m wirklich braucht oder nicht, muss jeder für sich selbst entscheiden. Aber egal ob ich das "günstige" 2000mm Zoom oder das mehrere tausend Euro teure Festbrennweiten Tele benutze, auf große Entfernung macht dir das Hitzeflimmern (was in Afrika leider nun mal unvermeidbar ist ) immer unscharfe Bilder,
Um das zu verhindern, sind natürlich vor allem die Morgenstunden sehr gut geeignet, und dann hat man halt das Problem das es noch nicht unbedingt so hell ist, womit die günstigen Kameras wiederum schlecht zurechtkommen, Der Zeitraum, in dem ich auf sehr große Entfernung mit 2000mm also halbwegs brauchbare Bilder erzeugen kann (ich beziehe mich hier auf Afrika), ist überschaubar.
Namibia 2013 | Mosamik,Südafrika 2016 | Botswana, Namibia 2019 | 5 Tage Etosha Dez. 2020 | USA 2024 Wale, Vulkane, Geysire | Kruger Dez 2025 | Honduras/Roatan März 2026 Tipps Fotografie
zuletzt bearbeitet 14. Apr. 2021
7'296 Beiträge · seit 200614. Apr. 2021 · #40
Botswanadreams schrieb:Picco die Argumente von Monokelkobra sind nicht von der Hand zu weisen.

… nun … es ging um ein Budget von 500 Euro.
Das ist so, als wenn ich 3.000 Euro für einen gebrauchten Kleinwagen wie Ford Fiesta ausgeben will und dann den Rat bekomme, mir lieber einen neuen Aston Martin zu kaufen, weil der besser ist. Dass der Aston Martin besser, schneller und komfortabler ist als der Ford Fiesta, ist klar. Den wird es aber neu nicht für 3.000 Euro geben. Und bei den Kameras ist das halt ähnlich …

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...