TOtoumtoum319 Beiträge · seit 201215. Apr. 2021 · #41
Marianne hat im Endeffekt Recht. 2017 wurde eine Fatwa ausgesprochen, wo Radfahren für Frauen in der Öffentlichkeit nicht erwünscht ist - ist aber eine Fatwa und kein Gesetz. Per Gesetz ist es im Prinzip nicht verboten. Aber als Frau (iranische) muß man schon etwas abschätzen, wo man Radfahren kann und wo es wahrscheinlich ein Ärgernis werden könnte. Bei meiner Radtour 2019 habe ich sogar radfahrende iranische Frauen gesehen. Aber wie gesagt, in manchen Gegenden ist es nicht ratsam - so könnte ich mir vorstellen, daß man in Qom in der Nähe vom Schrein der Fatima Masuma es nicht probieren sollte. Verglichen mit 2014, wo ich das erste Mal durch Iran geradelt bin, war es 2019 viel relaxter. In Isfahan mit Frauen Volleyball gespielt und wenn das Kopftuch runtergerutscht ist, hat man erst einmal weiter gespielt, bevor man es wieder aufgesetzt hat - wäre 2014 nicht so vorstellbar gewesen. Man ist auch 2019 Hand in Hand durch die Straßen geschlendert - habe ich 2014 so nicht gesehen. Aber wie gesagt, daß ist auch von Gegend zu Gegend unterschiedlich.
MAmarianne2014Themenstarter210 Beiträge · seit 201715. Apr. 2021 · #42
Später am Nachmittag gehen wir zum Basar. Er ist sehr schön und es ist so wohltuend hier ruhig bummeln zu können, niemand will uns etwas aufdringen, man nickt uns freundlich zu. Was für eine Wohltat. Das haben wir in anderen Ländern ganz anders erlebt.
Der Basar besteht schon seit 800 Jahren, die Hauptgebäude sind aus dem 19. Jh. Wir betrachten eine ehemalige Karawanserei mit einer schönen Kuppel, das Badehaus tut nun Dienst als Teestube.
Hier gibt es keinen Touristenkitsch, Kashan ist keine Stadt in der viele Touristen bleiben. Das ist schade, denn die Stadt hat viel zu bieten. Die meisten Touristen reisen durch und schauen nur schnell in eines der Bürgerhäuser und den Hamam.
Der Basar hat viele schöne Nebengebäude, wie auch eine Gewürzmühle mit riesigen Mühlsteinen. Der Müller lädt uns ein sie zu betrachten.
Leider dürfen wir nicht mehr auf das Dach, aber später spricht ein junger Mann uns an, während wir uns eines der Nebengebäude des Basars ansehen und bieten uns eine Tour auf dem Dach an. Natürlich gehen wir mit! Es macht Spaß um all diese Kuppeln mit den Licht- und Luftlöchern zu sehen, wir sehen unter uns die Menschen durch den Basar laufen. Wir sehen auch die Moscheen und Minarette, im Hintergrund (leider ist es diesig) die Berge.
Er erzählt, dass er im Teppichhandel beschäftigt ist. Seine Eltern haben 35 kg Safran nach China geschickt, aber noch kein Geld erhalten ... das Tolle ist, dass er das ohne Hintergedanken erzählt. Er will uns weder einen Teppich verkaufen noch Geld für Safran von uns. Für die Tour müssen wir natürlich eine Kleinigkeit zahlen.
Unser nächstes Ziel ist das Mausoleum von Habab Ibn Musa.
Auf dem Weg machen wir ein Foto vom Laden eines Kamelfleischers, er lädt uns sofort zum Tee ein. Er spricht nur Farsi, lädt uns aber ein, bei ihm zu schlafen. Aber ja, wir haben schon ein Hotel! Wir machen ein Foto mit ihm und seinem Sohn und er schreiben seine Adresse auf. Was heißt aufschreiben: er schreibt einen Bogen voller Farsi! Ich mache ein Foto eines Briefumschlags, den er aus Deutschland mit der Adresse darauf erhalten hat. Das ist einfacher! So können wir ihm später das Foto schicken.
Das Mausoleum hat eine schöne Kuppel. Überall sitzen Gruppen von Menschen auf dem Boden, manchmal mit Blumen und laufen mit einer Schüssel Baklava herum. Wir bekommen natürlich auch etwas angeboten. Warum sie hier sitzen bleibt ein Geheimnis für uns und wir wollen auch nicht fragen.
Dann zurück zum Hotel, wir haben ein Restaurant auf dem Weg entdeckt, aber der Koch ist noch nicht wach und wir haben keine Lust, später zurück zu kommen. Also dann essen wir wieder im Hotel. Es ist wieder lecker (heute wählen wir Hühnchen). Wir haben nur wenige Restaurants in Kashan gesehen.
Später verdunkelt sich der Himmel und fallen einige Regentropfen. Wir hören später von einem Schweizer Ehepaar, dass ein Sandsturm in der Wüste in der Nähe tobte. Sie waren dort und auch ihre Kamera war nicht begeistert und hat das nicht überlebt. Sie waren auf dem Weg zu einem grossen Salzsee in der Nähe von Kashan. Da wir im Jahr vorher den phantastische Salzsee in Bolivia bei Uyuni besucht hatten stand dieser Ausflug hier nicht auf dem Programm.
2018 Erfahrungen unserer Reise nach Namibia
2017 Stippvisite im Iran
MAmarianne2014Themenstarter210 Beiträge · seit 201716. Apr. 2021 · #43
Mit der Bahn nach Yazd
Der Wecker klingelt um 7 Uhr morgens, wir nehmen unser Frühstück mit und fahren im Taxi zum Bahnhof. Man muss eine halbe Stunde vor Abfahrt des Zuges da sein, keine Ahnung warum. Der Zug kommt etwas verspätet an, halb 9 geht es los. Wir haben nummerierte Sitzplätze, aber ich setze mich auf einen anderen Platz in Fahrtrichtung. Ich sehe mehrere Passagiere frei mit der Nummerierung umgehen, die andere Passagiere passen sich an. Genau wie im Bus bekommen wir etwas zu trinken (eine Flasche Wasser) und einen Snack (trockene Kekse). Man kann auch Kaffee, Tee oder Chips kaufen. Der Zug ist voll.
Die Landschaft ist ziemlich langweilig, am Anfang sehen wir noch ein Bergmassiv und einige grüne Felder, später nur noch Wüste, an manchen Stellen hat man Bäume gepflanzt. Auch ist das Weiß eines Salzmeeres in der Ferne zu sehen. Obwohl wir etwas später abfuhren, kommen wir pünktlich nach 4 Stunden in der Wüstenstad Yazd an. Yazd liegt an einem alten Handelsweg nach Indien und war berühmt für die Seidenproduktion. Die Bahnlinie hat wieder Leben in die Bude gebracht, Yazd fristete Jahrzehnte lang ein Dornröschendasein.
Am Bahnhof gibt es einen Taxi-Schalter. Man gibt die Adresse an, bezahlt und erhält ein Kärtchen mit dem Foto des Fahrers, der an der Reihe ist. Die Fahrten werden so fair verteilt und gibt es keine Schwarztaxis. Unser Fahrer kennt unser Hostel nicht, aber ich habe einen Ausdruck von Google Maps dabei und er kann tatsächlich Karte lesen! In der Nähe des Hostels muss er jemanden fragen und ich verstehe das, weil es sehr viele enge Straßen gibt ohne Namensangabe.
Glücklicherweise hat das Hostel seinen Namen mit Pfeilen einfach auf die Lehmwände geschrieben, sodass wir es leicht finden können. Die letzte Strecke müssen wir zu Fuss gehen, die Gasse ist zu schmal für das Taxi. Auch hier begleitet uns der Fahrer bis hinein. Nett!
Es ist ein Haus mit einem kleinem Innenhof mit schönen (Feigen-) Bäumen um den sich die Zimmer gruppieren. Leider ist etwas schief gelaufen mit unserer Reservierung, weil ein Gast eine Nacht verlängert hat fehlt ein Zimmer. Man bietet uns eine Nacht in einem Schlafsaal mit 6 Betten im Souterrain an (wovon 4 belegt sind). Ich bin nicht begeistert aber es ist eben nicht anders. Wir haben keine Lust ein anderes Hotel zu suchen und die Atmosphäre hier gefällt uns. Heute abend wird es auf dem Dach ein kleines Barbecue geben an dem wir gern teilnehmen können. (Später stellt sich heraus, dass wir die erste Nacht und auch das Barbecue nicht zu zahlen brauchen). Wir stellen unsere Sachen in den Keller neben unsere Betten – es sind Matratzen auf dem Boden - und gehen die Altstadt erkunden.
Überall schöne enge Gassen und Lehmhäuser, wir sehen viele Windtürme, schöne Kuppeln mit blauen und gelben Mosaiken. Yazd ist eine der am längsten ununterbrochen bewohnten Städte der Welt. Wir sind begeistert. Es geht zu weit alle Sehenswürdigkeiten zu beschreiben, es soll ja hier kein Reiseführer sein!
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2017 Stippvisite im Iran
MAmarianne2014Themenstarter210 Beiträge · seit 201716. Apr. 2021 · #44
Wir bewundern die Reste der Stadtmauer aus dem 14. Jahrhundert und eine schöne Moschee.
Kaffee auf einer Dachterrasse mit Blick auf die vielen kleinen Lehmkuppeln, die Minarette und große farbige Kuppeln, vor allem das Türkis fällt uns auf. Wir besuchen auch eine unterirdische Wassermühle in einer Tiefe von 22 m, die bereits 1500 Jahre alt ist. Das Gebiet hier ist bekannt für die vielen Wasserkanäle (Qanats), die die Menschen seit 2000 Jahren graben, um Städte und Land mit Wasser aus den Bergen zu versorgen. Diese Kanäle sind mit Entlüftungstürmen versehen.
Der Kanal, der unter der Freitagsmoschee läuft ist 90 km lang! Auch das Lari-Haus sehen wir uns an, es ist ganz nett, aber die Häuser in Kashan waren viel schöner. Lustig der Spiegelsaal mit vielen Fotos von Frauen ohne Kopftuch (!!) an der Decke gespiegelt gruppiert. (Man beachte die Elektrizitätsleitung zur Mittellampe…)
Wunderschön ist die Freitagsmoschee aus dem 14. Jahrhundert mit Doppel-Minarett, vielen schönen Muqarnas über den Eingängen, schöne Farben (besonders blau). Diese Moschee hat einen langgestreckten Innenhof mit Arkaden an den Seiten. Im hohen Mihrab betet eine schwarz gekleidete Frau, eine andere wartet geduldig darauf, dass sie an die Reihe kommt. Oben direkt unter der Kuppel ist ein Band mit 99 verschiedenen Bezeichnungen von "Allah".
Hier hat man sich auf Touristen eigestellt, es gibt viele Touristengeschäften voller Keramik und Teppiche. Wir treffen zufällig den Besitzer unseres Hostels gleich 2 Mal, einmal auf einer Baustelle (er will ein zweites Hostel eröffnen) und später in einem Café in der Nähe seines Teppichladens. Dort fragen wir, ob er einen Fahrer kennt der morgen mit uns eine Tour zu 3 Dörfern machen kann. Kein Problem, er kennt jemanden und so ist dies auch geregelt. Später suchen wir nach “Baltic beer“ und treffen auf ein Ehepaar, die auch im Ehsan-Haus und im Zug waren. Wir sprechen kurz miteinander und wir fragen spontan, ob sie Lust haben morgen die Tour mit uns machen. Sie hatten diese Tour nicht eingeplant, finden es aber eine gute Idee. Ich denke dass sie etwas älter als wir sind, sie sind mit einem Rucksack unterwegs und das passt zu unserer Art des Reisens.
Hier sieht man die Lautsprecher, sodass niemand den Gebetsaufruf verpassen kann.
Zurück im Hostel relaxen wir auf dem Dach, auch hier gibt es die breiten Sofas, anscheinend schlafen auch einige der jungen Leute hier oben. Auch hier hohe Stufen, muss man im Iran wirklich gut zu Fuss sein! Später gibt es in der Tat ein kleines leckeres Barbecue, jeder bekommt ein paar Stücke Hühnchen und Fladenbrot. Wir unterhalten uns ein bisschen mit einem Australier, das Publikum hier ist wesentlich jünger als wir. Es gefällt uns gut hier oben und wir entschliessen uns auf dem Dach schlafen. Ein Angestellter holt Bettzeug und Decken für uns und richtet unser Bett her. Wir haben uns eine ruhige Ecke ausgesucht, an verschiedenen Stellen liegen Matratzen. Besser hier als in dem Schlafsaal halb unter der Erde. Es ist nicht kalt, wir haben eine extra warme Decke, nur 6 Uhr morgens ist es ein bisschen kalt. Wir sehen ein paar Sterne über uns, aber es gibt zu viel Licht für einen schönen Sternenhimmel. Es ist einfach schön hier oben!
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2017 Stippvisite im Iran
ANNICK8'054 Beiträge · seit 200817. Apr. 2021 · #45
Hallo Marianne,
Echt ein tolles Land! Etwas für Leute die sich auch an die Kultur interessieren. 😎
Ich kann mir aber vorstellen dass es nicht einfach sein wird für eine Dame allein Iran zu bereisen..... In Kashmir hatte ich da schon meine Probleme.... Das Land bleibt aber auf meinem Wunschzettel. 🙂
MAmarianne2014Themenstarter210 Beiträge · seit 201717. Apr. 2021 · #46
Hallo Annick, es ist sicher ein interessantes Land! Als Frau allein - dazu kann ich nicht sehr viel sagen. Ich denke nicht, dass dies ein Problem ist in touristischen Gebieten, ich bin in den drei Städten die wir besucht haben auch allein durch die Strassen gelaufen und hatte damit keine Probleme. Aber ich weiss nicht wie es ausserhalb der Städte aussieht. Aber eine Reise lohnt sich wirklich! Trau Dich - wenn es dann wieder geht. Grts Marianne
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2017 Stippvisite im Iran
Sabine261'394 Beiträge · seit 200918. Apr. 2021 · #47
Hallo Marianne,
ich wollte Dir nur schon mal zwischendurch danken für den hochinteressanten Einblick in dieses Land.
Viele Grüße Sabine
Schneewie725 Beiträge · seit 201718. Apr. 2021 · #48
MAmarianne2014Themenstarter210 Beiträge · seit 201718. Apr. 2021 · #49
Hallo Sabine und Schneewie 🙂
Danke für Euer Interesse, morgen geht es weiter.
Heute haben wir das schöne Wetter in Amsterdam genossen.
Grts Marianne
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MAmarianne2014Themenstarter210 Beiträge · seit 201719. Apr. 2021 · #50
Ausflug in die Umgebung von Yazd
Um 8 Uhr stehen wir auf, die Sonne scheint uns ins Gesicht. Wir haben sehr gut geschlafen. Früh hören wir von allen Seiten den Ruf zum Gebet aber auch die Vögel. Frühstück unten unter den Bäumen, kurz nach 9 kommt der Fahrer, der kein Wort Englisch spricht. Mit Mühe wir machen ihm klar, dass er zuerst zur Chaqmaq Moschee fahren muss, wo wir die 2 Schweizer aufgabeln. Wir fahren in ca. 1 Stunde durch die Wüste nach Kharanaq. Unterwegs holt unser Fahrer Tee für uns bei einem Laden.
Rechts und links kommen Gebirgszüge in Sicht, ein 4000 m hoher Berg, den unsere Mitfahrer morgen besteigen wollen (Start ist auf 2600m). Nun, man ist Schweizer oder nicht! Wir Holländer bleiben im Flachland. Sie hoffen auf klares Wetter, jetzt ist es bewölkt.
Unterwegs sehen wir ab und zu Entlüftungstürme für die unterirdischen Kanäle die hier laufen. Diese alten Kanäle sind trotz moderner Formen der Irrigation noch immer wichtig auch für die Städte.
Kharanaq ist ein ziemlich verlassenes Dorf mit Lehmhäusern, einem restauriertes Minarett und dito Karawanserei. Es liegt an einem Hang, man schaut auf grüne Felder, eine Kuppel und einen alten Aquädukt.
Man kann hier herrlich durch die Gassen schlendern, an einigen Häusern kann man schöne Dekorationen sehen. Man macht hier gerade Filmaufnahmen, die Kulisse eignet sich gut dazu. Die Schweizer sind begeistert und freuen sich, dass sie mitgefahren sind.
Es wächst hier auch was, keine Ahnung was!
Dann weiter nach Chak Chak, dem wichtigsten Pilgerort für Zarathustrier, der oben an eine Bergwand geklebt ist (man sollte es Pilgern nicht zu leicht machen). Die Höhle (Ziel der Pilger) ist nichts Besonderes, der Blick auf das Tal mit den Bergen (trocken !!) ist schön.
Auf dem Rückweg von der Höhle treffe ich eine Gruppe modern gekleideter junger Frauen (natürlich mit Kopftuch), die oben ein Picknick machen wollen. Sie bieten mir sofort leckeres Gebäck an, wie nett!
Wir fahren weiter nach Meybod, wo wir uns eine wunderschöne Lehmburg - die ihren Ursprung im antiken Persien hat - ansehen. Schön die Türme und das Eingangstor.
Es gibt auch eine renovierte Karawanserei wo wir einem Weber bei der Arbeit sehen können.
Das Eishaus ist beeindruckend, es hat eine enorme 26 m tiefe Grube (13 m Durchmesser) mit großer Kuppel mit Lichtloch à la Pantheon.
Dann fahren wir zurück. Es hat uns gut gefallen, Chak Chak hätte nicht sein müssen, aber es lag am Weg. Wir sehen unterwegs an der Strasse Bilder von im Krieg gegen Irak umgekommene Soldaten.
Die Schweizer erzählen, dass sie in der Wechselstube in Kashan im Basar ihre Brieftasche mit dem gesamten Geld für 3 Wochen Urlaub und die Pässe haben liegenlassen. Eine halbe Stunde später merkten sie es und gingen gleich zurück. Alles war noch da, der Mann hatte sogar bereits seine Leute losgeschickt, um nach ihnen zu suchen. Wie schön ist das! Abgesehen von dem finanziellen Verlust hätte es ziemliche Probleme gegeben. In diesen 10 Tagen haben wir nur sehr ehrliche Leute getroffen, die einen nicht übers Ohr hauen wollen, immer haben wir das richtige Wechselgeld bekommen, wenn wir uns in einer Null geïrrt haben. So sollte es immer sein, aber ja ...
Nachdem wir uns im Hostel etwas ausgeruht haben (hier ist jetzt sehr viel los), gehen wir zum großen Platz mit der Chaqmaq-Moschee und besuchen das Wassermuseum dort in der Nähe.
Es ist in einem schönen alten Haus, aber die Erklärung ist leider nur auf Farsi. Schöne Wasserkrüge, Zeichnungen und Fotos. Unter dem Haus gibt es 2 Qanats, die Bewohner mussten mehrere Treppen hinunter laufen, um die Lebensmittel zu kühlen oder die Wäsche zu waschen.
Wir kaufen Bustickets für übermorgen, beim ersten Reisebüro gelingt das nicht, weil das Internet nicht funktioniert.
Später essen wir um die Ecke im Orient Hotel auf der Dachterrasse mit einer schönen Aussicht zu Abend. Es ist ziemlich windig! Das Essen ist gut, aber es dauert ewig. Glücklicherweise kommt eine große Gruppe Italiener erst nach uns. Ich bestelle Dizi, das in einem Metalltopf serviert wird, man muss das Gemüse mit einem Stößel zerkleinern. Es schmeckt sehr gut!
Es ist jetzt viel los in unserem Hostel, das Dach ist auch gut belegt, aber wir haben ja unser Zimmer.
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2017 Stippvisite im Iran
MAmarianne2014Themenstarter210 Beiträge · seit 201721. Apr. 2021 · #51
In Yazd
Wir schlafen gut in unserem Zimmer. Nach dem Frühstück gehen wir wieder in das kleine Café Venezia in der Nähe der Freitagsmoschee wo man einen prima Kaffee serviert. Aanschliessend fahren wir mit dem Taxi zu den „Türmen des Schweigens“. Es sind die Begräbnistürme der Zarathustrier und liegen am Rande der Stadt.
Auf dem Berg legten sie nach einigen Zeremonien ihre Toten hinter einer Ringmauer für die Geier nieder. Die Menschen durften nicht mit der Erde in Kontakt kommen um sie nicht zu verunreinigen. Die abgeweideten Knochen wurden dann später in Särgen begraben. Niemand durfte das sehen, nur ein Geistlicher (wenn man den dann so nennt…)
Ab den 60er Jahren ist dies nicht mehr erlaubt und jetzt gibt es einen Friedhof am Fuße des Berges. Die Gräber werden aber zuerst mit Zement bekleidet, um einen Kontakt mit der Erde zu verhindern. Beeindruckend aber auch gruselig!
Leider etwas unscharf...
Dann laufen wir zu einer Wechselstube gegenüber dem zarathrustischen Feuertempel, der weiter nicht sehenswert ist. In der Wechselstube ist viel los, der Kurs steht nur in Farsi an der Tafel, aber es stellt sich heraus, dass er sehr gut ist!
Wir gehen als Millionäre in Richtung Chaqmaq-Moschee. Es ist interessant, die Menschen und Geschäfte auf dem Weg zu sehen. Schuhmacher, eine Wand mit Zeitungen die vor allem von Männer gelesen werden, Plakate auf Farsi. Viele Leute sprechen uns an, begrüssen uns, "welcome to Iran" ist der meistgehörte Satz.
Alles klar!
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MAmarianne2014Themenstarter210 Beiträge · seit 201722. Apr. 2021 · #52
Entlang der breiten Boulevards gibt es einige schöne Bäume. Wir werfen einen Blick in den Raum der "Workouts" (Zurkhaneh), heute Abend um 5 Uhr gibt es eine "Aufführung", mal sehen, ob sie in unser Programm passt (es passt nicht). Es ist ein traditioneller Sport, eine Art bodybuilding. In einem kleinen Laden kaufen wir 2 kleine Keramikschalen. Wenn irgend möglich kaufen wir Gebrauchskeramik auf unseren Reisen. Wir verwenden diese häufig und erinnern uns dann immer gern an den Moment des Kaufes und die betreffende Reise. Unser Schrank ist ziemlich voll 🙂
Auch hier in Yazd gibt es einen Paradiesgarten und den wollen wir uns nicht entgehen lassen. Weil wir unterwegs zweifeln ob wir in die richtige Richtung laufen fragen wir jemanden nach dem Weg. Dieser Mann bedeutet uns einen Moment zu warten, denn er will in einem Laden etwas abholen und uns danach mit den Auto hinbringen. Wir steigen ohne zu Zögern bei ihm ein und das zeigt auch, wie sicher wir uns hier im Iran fühlen. Er ist Amerikaner (!) und wohnt seit 2 Jahren hier. Im Auto sitzt auch ein Iraner, beide waren noch nie in diesem Doulat Abad Garten! Mit etwas Mühe finden wir den Eingang, sie steigen aus, um zu sehen, ob alles gut läuft und wollen unsere Eintrittskarten bezahlen. Das können wir erfolgreich ablehnen.
Da kann ich doch gleich noch etwas sagen zu Ta‘rof: Es gibt hier eine (Un)Sitte um eine Zahlung abzulehnen obwohl man sie doch akzeptieren will: ein Taxifahrer oder ein Ladenbesitzer lehnt die Zahlung ab, was allerdings nicht bedeutet, dass man dies als Käufer/Kunde akzeptieren sollte. Es gibt dann ein hin und her und beim dritten Mal wird die Zahlung akzeptiert. Pfff…. Es ist vorgekommen dass Touristen das falsch eingeschätzt haben und ihr Benzin nicht bezahlt haben. Da wird der Tankwart schon etwas bedeppert geschaut haben. Also bitte nicht zu früh aufgeben!
Es ist ein schön angelegter Garten aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts mit dem höchsten (33m) Windturm, Pavillon mit schöner Decke, Kuppel und farbigen Fenstern. Wir machen eine Pause auf den reichlich verteilten breiten Bänken, man kann sich hier schön ausruhen. Wasserspiele, Weinstöcke, Feigenbäume, blühende Granatapfelbäume. Mauer rund um den Garten mit vielen schönen Türmen. Es ist wirklich eine schöne grüne Oase in dieser Wüstenstadt.
Wir gehen zurück in die Altstadt, entlang der alten Stadtmauer und wandern durch die schmale Gassen. Sie sind manchmal sehr eng und werden deshalb "Freundschaftsgassen" genannt, weil man beim passieren fast miteinander reden muss.
Noch einmal zur Freitagsmoschee, sie ist auch wirklich zu schön. Dieses Mal sehen wir uns in einem Nebengebäude im Keller den Qanat an, der wie schon gesagt von einer 90km entfernten Quelle Wasser bringt. Wir Holländer sind immer stolz auf unsere Wasserwerke, aber das hier ist auch sehr erstaunlich. Als diese Kanäle hier gegraben wurden sassen wir in Europa noch faul herum. Seit 2000 Jahren gräbt man hier schon herum, es gibt 50000 Qanats im Iran!
Der Basar ist heute Nachmittag geschlossen, aber das ist nicht so schlimm, denn wir haben den in Isfahan ja noch vor uns.
Wir bitten ein Reisebüro unsere Hostel in Isfahan anzurufen, man hatte mir per mail einen Code geschickt, den ich telefonisch bestätigen muss. Umständlich, aber es funktioniert dank hilfsbereiter Iraner.
Vor dem Abendessen wandere ich allein durch die Gassen, sehe eine Ikat-Weberei
und klettere auf das Dach der Touristenbibliothek. Von dort aus hat man einen schönen Blick auf die Dächer von Yazd.
Leider ist der Himmel jetzt wirklich dunkel! Ich hoffe es bleibt trocken, denn wir wollen auf einer Dachterrasse mit schöner Aussicht essen, aber leider beginnt es zu tröpfeln und wir müssen drin essen. Übrigens gibt es hier viele Holländer! Es gibt hier Kamelfleisch an einem Spiess, lecker! Frischer Orangensaft rundet das Essen ab.
Auf dem Nachhauseweg sehen wir eine blau angestrahlte Freitagsmoschee. Mein Photoapparat ist auch sehr gerührt von diesem schönen Anblick und wackelt deshalb etwas 🙂
Später am Abend haben wir in unserem Hostelgarten ein interessantes Gespräch mit einem französischen Spezialisten für islamische Architektur, der jetzt im Ruhestand ist und allein reist. Er war schon vor 40 Jahren im Iran, und kann Farsi lesen und auch ein wenig sprechen. Morgen geht es weiter nach Isfahan.
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2017 Stippvisite im Iran
MAmarianne2014Themenstarter210 Beiträge · seit 201723. Apr. 2021 · #53
Auf nach Isfahan! Nach dem Frühstück laufen wir zu unserem Café Venezia. Ein junger Mann aus dem Hotel rennt uns mit einem kleinen Geschenk hinterher. Wir hatten ihm ein kleines Mitbringsel aus Holland gegeben weil er sich sehr nett um uns gekümmert hatte und er will sich revanchieren. Nett! Nach dem leckeren Kaffee nehmen wir Abschied von der Moschee und suchen uns ein Taxi zur neuen Bushaltestelle in Flughafennähe. Die Lage des neuen Busbahnhofes ist ziemlich unpraktisch, der befindet sich nicht in der Nähe der Ankunftshalle, sondern auf der anderen Seite des Flughafens! Es dauert lange ehe wir wirklich abfahren, denn gleich nach Abreise halten wir an und werden ein Haufen Säcke erst ein- aber gleich wieder ausgeladen. Wurde man sich nicht einig über Preis für diesen Transport? In Indonesien hatten wir erlebt, dass der Mittelgang im Bus mit Säcken vollgestopft war sodass man über diese zum Sitzplatz laufen/kriechen musste. Bei unserer Länge mussten wir ganz schön die Köpfe einziehen. Dies hier war ganz harmlos.
Unser Fahrer hat keine Minute hintereinander zwei Hände am Lenkrad: oder er ruft an (manchmal mit zwei Telefonen, er lenkt mit seinen Unterarmen), oder er isst irgendwelche Nüsse und muss die Schalen kontinuierlich aus seinem Mund entfernen. Unterwegs halten wir kurz an mindestens 3 Polizeiposten. Bei einer Tankstelle halten wir, damit der Fahrer Tee und Kekse kaufen kann, die er an alle Fahrgäste verteilt. Die Strecke durch die Berge ist ganz schön, aber auch sonst hier viel Wüste.
Nach 4 Stunden sind wir in Isfahan und nehmen ein Taxi zum Hotel. Unsere Reservierung ist gelungen, wir können wählen zwischen einem Zimmer am Innenhof oder ein dunkles und billigeres Loch im 1. Stock. Ich wähle das größere Zimmer im Innenhof, aber zum niedrigeren Preis. Der Mann muss lachen, weil ich handle und stimmt zu.
Vor dem Hotel ist eine Bushaltestelle und wir fahren mit dem Bus zur Brücke. Im Bus werden wir plötzlich von einer jungen Frau begeistert begrüßt, als ob wir uns schon lange kennen! Männer müssen übrigens vorn einsteigen und vorne sitzen, Frauen hinten. Wir dürfen uns aber in der Mitte treffen, die junge Frau erzählt viel über Isfahan und freut sich, dass wir uns die Mühe gemacht haben, nach Iran zu kommen. Wir steigen an der Brücke aus, es ist Wasser im Fluss!! Da haben wir Glück, denn das ist hier nicht oft der Fall, da das Wasser gestaut wird. Dieses Si-o-se-Pol (33-Bogenbrücke) ist eine doppelte 14 m breite (Fußgänger-) Brücke aus dem frühen 17. Jahrhundert mit an beiden Seiten 33 Bögen. Sehr schön!
Weil es Freitag ist, machen viele Leute ein Picknick am Ufer, die junge Frau will uns morgen durch die Stadt führen, aber wir haben nicht so viel Lust darauf. Gut gemeint! Wir laufen durch den Park am Fluss und betrachten das Treiben. Ein junger modern gekleideter Mann mit einer gut verhüllten Frau und Sohn spricht uns an. Er ist Englischlehrer und will wissen, wie wir den Iran sehen, ob wir Angst davor hatten. Wir halten den Ball flach, denn wir wollen weder uns noch ihn in Probleme bringen. Er sagt dann auf meine Frage ob seine Frau auch Englisch spricht, dass sie das nicht braucht, da sie nicht arbeitet und besser zu Hause bleiben kann um für ihn kochen und den Sohn zu erziehen. Sie steht auch nicht neben, sondern hinter ihm. So wird das hier auch nichts mit der Emanzipation! Es muss doch von den jungen Leuten ausgehen!
Wir essen einen leckeren Kebab, der in Brot gerollt ist, und gehen dann durch das wunderschöne Abasi Hotel und den Garten vom Behesjt Palast in dem viele Männer Schach und Domino spielen, zum grossen Platz. Schöner Park mit schönen Bäume!
Dann erreichen wir den großen Platz Meydam-e Imam und haben ein WOW-Moment: einfach phantastisch. Unbeschreiblich schön! Mit Palast und 2 Moscheen, komplett umgeben von 2-stöckigen Arkaden. Shah Abbas der Große ließ diesen Platz im frühen 17. Jahrhundert errichten, als Isfahan die Hauptstadt wurde.
Hier picknicken viele Leute im Gras. Kinder spielen in den Brunnen. Man bietet uns Schokoladenkuchen und Tee an. Ein Junge spricht uns an und lädt uns ein, heute Abend bei ihm zu Hause zu essen (was wir ablehnen). Man wird oft eingeladen zum Essen oder zur Übernachtung. Wenn man das annimmt bringt man unter Umständen den ganzen Haushalt durcheinander, denn die Menschen wohnen beengt und dann 2 Ausländer! Dann müssen die Frauen auch zu Hause verhüllt gekleidet sein wie macht man das mit der Sitzordnung und den Schlafplätzen? Als allein reisender Mann ist das vielleicht machbar, aber wir haben die vielen Einladungen abgelehnt. Ausserdem ist die Verständigung schwierig, aber gastfreundlich ist es schon! Eine der Moscheen war die private Moschee des Schahs, für das Volk war die Moschee auf der anderen Seite. Morgen werden wir diese Pracht genauer ansehen.
Auf dem Rückweg zum Hotel machen wir ein paar Einkäufe und dann giesst es plötzlich! Wir sind gerade noch rechtzeitig im Hotel zurück. Es dauert auch nicht lange.
9 Uhr gehen wir ins Bett! Ich merke, dass ich das iPad-Ladegerät in Yazd vergessen habe und schickte schnell eine Mail an den Australier, der will morgen auch hier schlafen (wir haben eine Reservierung für ihn gemacht). Ein nachreisender Kurier ist doch sehr praktisch!
2018 Erfahrungen unserer Reise nach Namibia
2017 Stippvisite im Iran
Hallo Marianne, ach, wie schön, was für eine Freude über den geliebten Iran von dir zu lesen. Ich war 2014 alleine dort und bin alleine mit öffentlichen Verkehrsmitteln gereist. Es war überhaupt kein Problem. Das Land war für mich eine riesengroße freudige Entdeckung. Besonders begeistert haben mich die Offenheit der Menschen, die fantastischen Bauten und die sagenhafte Pünktlichkeit der Busse. Seitdem habe ich einen jungen Freund, der mich immer wieder auf dem Laufenden hält. 2015 war ich wieder dort, aber in Begleitung mit meiner Mutter im Rollstuhl. Alles wurde von meinem Freund hierzu organisiert und vorab bezahlt. Hier haben wir uns nur in Isfahan aufgehalten, unglaublich der Basar und vor allem der Platz. Gleich ums Eck haben wir gewohnt. Wir wurden von seinen Eltern zu Hause zum Dinner eingeladen. Es sind vermögende Iraner mit eigenem großen Haus. Ich erinnere mich an das köstliche Safraneis, für mich das beste der Welt! Ich erinnere mich noch an eine weitere unvergessliche Episode. Nach einem letzten Restaurantbesuch hatte ich mich beim Bestellen des Essens und unserem restlichen Geld vertan. Als ich an der Theke dann bezahlen wollte, stellte sich heraus, dass das Geld nicht reichte. Lachend sagte man mir, das es in Ordnung ist und bedankte sich für den Besuch. Das hat mich fast umgehauen, denn ich hätte durchaus noch einmal tauschen können! Schwierig war es, wenn ich alleine mit meinem Freund etwas unternommen habe. Wir kletterten heimlich auf eine Moschee und schauten in den Innenhof, wenn wir da erwischt worden wären! Wir fuhren abends mit dem Auto hoch auf den Berg und wir schlenderten abends an den beleuchteten Brücken, prompt gab es einen Spitzel, wo mein Freund Rede und Antwort stehen musste! Nicht ganz ohne, kurz beschlich mich die Angst. Wie Toum Toum bereits schrieb, können Frauen mit dem Rad fahren, aber die Fanatiker sind nicht zu unterschätzen. In Quom würde ich es sicherlich unterlassen. Viele Grüße Marion
Alexander von Humboldt
"Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung der Leute, die die Welt nie angeschaut haben."
MAmarianne2014Themenstarter210 Beiträge · seit 201725. Apr. 2021 · #55
Hallo Marion, schön zu hören dass der Bericht Dir Freude macht! Auch wir waren begeistert von Land und Leuten und immer wieder angenehm überrascht. Isfahan hat uns begeistert, Quom hatten wir mit Absicht ausgelassen für einen ersten Besuch, das erschien uns etwas fanatisch... Ganz besonders schön finde ich es immer, wenn man im Land Bekannte hat, da bekommt man doch einen anderen Blick auf das Land. Hier haben wir durch viele Gespräche auf der Strasse einen Schimmer vom Leben im Iran mitbekommen. Das war für Euch sicher ein Erlebnis um mit einem Einheimischen unterwegs zu sein!
Grts Marianne
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2017 Stippvisite im Iran
Hallo Marianne, Dein informativer und beeindruckend bebilderter Bericht hat endlich dazu geführt, daß wir uns die Dias anschauen wollen, die mein Mann - damals war er es noch nicht, sonst wäre ich dabei gewesen - auf seiner Iranreise in den 70er Jahren aufgenommen hat. Sie können bestimmt mit der Farbigkeit Deiner Fotos nicht mithalten, aber ich freue mich - wer hätte das gedacht! - auf einen Dia-Abend und den Vergleich zwischen Damals und Jetzt. Vielen Dank für Deine Mühe und die Anregung. Herzliche Grüße Friederike
MAmarianne2014Themenstarter210 Beiträge · seit 201725. Apr. 2021 · #57
Hallo Friederike, da will ich mal schnell weitermachen, damit Ihr richtig vergleichen könnt. Für was so eine Corona-Zeit nicht alles gut ist! Reiseberichte, Dia-Abende... 🙂 Grts Marianne
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MAmarianne2014Themenstarter210 Beiträge · seit 201725. Apr. 2021 · #58
In Isfahan Beim Frühstück stellt sich heraus, dass der gestern gekaufte Joghurt mit Zwiebeln gewürzt ist, nicht so unser Ding zum Frühstück. Das hat man davon wenn man Farsi nicht lesen kann! Wir beschränken uns also auf das Angebot hier, was völlig OK ist. In der Sonne laufen wir zum Meydam-e Imam, an der Stirnseite ist der Eingang zum Basar und da gibt es guten Kaffee.
Unter den Arkaden gibt es viele Läden und Kaffeestuben.
Zuerst besuchen wir die Lotfallah Moschee. Das war die Privatmoschee des Schahs, sie liegt gegenüber dem Palast und ist durch einen unterirdischen Gang mit ihm verbunden.
Was für eine Pracht schon von aussen! Sie ist kleiner als die für jedermann zugängigen Moscheen, ohne Hof und Minarett. Auch innen schöne Mosaike, die Kuppel ist wunderschön.
Weiter geht es zur großen Moschee aus 1630: der Eingang mit 2 Minaretten ist auf den Platz ausgerichtet, aber dahinter musste man den Haupt-Iwan (Qibla) 45Grad drehen, damit die Richtung nach Mekka stimmt.
Dieses Moschee hat einen großen Hof mit 4 Iwanen, weitere 2 Minarette und ist wunderschön mit Mosaiken dekoriert und mit religiösen Texten versehen, die wir natürlich nicht lesen können. Und auch hier schöne Farben. Eine Koranschule ist ebenfalls da.
Im Moment renoviert man die grosse Kuppel, das ist ein mehrere Jahre dauernder Auftrag für die besten Restaurateure.
Sie nehmen das Mosaik ab, bringen es hinunter und schauen Stein für Stein nach, was repariert werden muss. Vor Ort werden notfalls neue Steinchen gehakt. Dann wird alles wieder nach oben gebracht.
Wir wollen Fahrräder mieten und das ist nicht so einfach. Es gibt einen Vermieter in der Nähe der Brücke, der aber nicht an Frauen vermieten will! Glücklicherweise hatte ich über Tripadvisor einen Vermieter gefunden der das kein Problem findet, aber er ist ganz schön teuer: für 24 Stunden 19 € !! Das sind selbst in Holland Wucherpreise, aber was solls. Wir haben keine Wahl. Wir fahren am Fluss entlang durch eine schöne Parkanlage und bewundern die wunderschöne Khadjoub-Brücke. Viele Menschen sitzen da und genießen das Wasser im Fluss.
Es gibt mehrere alte Brücken in Isfahan, die älteste stammt aus dem 10. Jahrhundert, diese hier stammt aus dem Jahr 1630 und kann auch als Damm dienen. Es kommen dunkle Wolken auf und wir beschließen, in der Nähe zu bleiben und zur gestrigen Brücke zurückzuradeln. Es gewittert, wir holen uns eine Tasse Tee und warten eine Weile. Ein pensionierter Offizier (Hubschrauberpilot) spricht uns an, später kommt noch ein junger Mann dazu. Der junge Mann ist Ingenieur, kann aber keine Arbeit finden. Die Tochter des Offiziers hat gerade ihr Studium beendet und ist ebenfalls arbeitslos. Es ist ein Problem für die gut ausgebildeten jungen Leute um Arbeit zu finden. Eine junge Frau möchte wissen, wie die niederländische Presse über den Iran schreibt und was die Leute über das Land denken. Sie lebt jetzt in Yazd, ihr Mann ist Polizist (er steht daneben, spricht aber kein Englisch). Dann wollen sie wissen, was wir von Khamenei halten und wir bleiben etwas vage in den Antworten.
2018 Erfahrungen unserer Reise nach Namibia
2017 Stippvisite im Iran
MAmarianne2014Themenstarter210 Beiträge · seit 201725. Apr. 2021 · #59
Nach dem Regen radeln wir ins armenische Viertel, aber schauen nicht in die Vanz-Kirche, es ist eine orthodoxe Kirche und die Bilder in der Buchhandlung von der Kirche sehen nicht so besonders aus. Wir radeln entlang des Flusses flussaufwärts zu einer weiteren weniger interessanten Brücke und dann vom Fluss ab etwas bergauf zu einem der Tauben-Türme im Süden der Stadt. Der Turm stammt aus dem 16. Jahrhundert, die Tauben wurden im Inneren gehalten und der Taubenkot wurde gesammelt und in der Landwirtschaft verwendet. Interessant!
Quer durch die Stadt geht es dann zum Hotel.
Der Australier hat den Stecker für uns hinterlegt, sich aber für ein anderes Hotel entschieden. Später radeln wir im Dunkeln in Richtung Fluss und essen ein leckeres Steak mit Pilzsauce im Restaurant Sharzad. Viele Gruppen essen hier, aber das stört uns nicht weiter. Es ist ein schön eingerichtetes Restaurant mit einer ausgezeichnet organisierten Küche, es geht sehr schnell. In Isfahan sind viele Gruppenreisen unterwegs, wir sehen viele Holländer, Deutsche und auch Franzosen. Später radeln wir zur Brücke, die beleuchtet ist und sich wunderschön im Wasser spiegelt. Hier trifft sich die Jugend, wir bleiben lange sitzen.
Dann zurück zum Meydam-e Imam, mit dem Fahrrad ist das ja alles kein Problem. Auch hier ist alles schön beleuchtet und sieht märchenhaft aus.
Wir sind um halb elf wieder zu Hause, die Räder können wir im Hof abstellen. Radfahren ist nicht wirklich entspannt: jeder macht, was er will, besonders Mopeds sind Piraten, stehende Autos sind gefährlich, weil sie plötzlich die Tür aufmachen. Ampeln sind auch nicht wirklich verbindlich, nur wenige halten sich daran. Man ist Radfahrer nicht wirklich gewohnt. Und dann sind da noch die Löcher in der Straße. Gelegentlich gibt es sogar Radwege mitten auf den etwas breiteren Straßen zwischen dem Grün, aber sie hören dann plötzlich an einer hohen Kante auf und dann muss man sehen wieder auf die Straße zu kommen!
Wir sind ja an viel Verkehr gewöhnt und es geht alles gut. Was wir nicht tun ist vorsortieren zum Linksabbiegen, wir ziehen es vor, auf der rechten Seite anzuhalten und die Strasse dann zu überqueren. Das ist viel sicherer. Übrigens ist es im Iran nicht so einfach für einen Fußgänger. Niemand nimmt Rücksicht, sicherlich die Mopeds nicht. Ein bisschen Mut ist nötig ...
2018 Erfahrungen unserer Reise nach Namibia
2017 Stippvisite im Iran
mika1606663 Beiträge · seit 201625. Apr. 2021 · #60
Hallo Marianne,
Nun muss ich doch mal aus der Deckung kommen und Dank sagen für Deinen interessanten RB und die beeindruckenden Fotos.
2017 und 2018 hatte ich beruflich viel mit meinen Kollegen unserer Niederlassung in Teheran zu tun. Wegen der US-Sanktionen war eine Reise aber leider nie möglich für mich. 2019 habe ich dann ganz zufällig eine Kollegin aus dem Iran im Oman wieder getroffen. Sie war sehr froh und dankbar die "frische Luft" im Oman geniessen zu können.
LG, Gerhard
Namibia 1998/2002/2005/12-2020 & 05+06/2021
Namibia/Botswana/Vic-Falls 1987/1995/2017
Namibia 1980 (u. a. 2 Monate auf einer Rinderfarm nördl. Okahandja)