Im Lande des Simón.....ein emotionaler Höllenritt!

Reisebericht 61 Antworten · 12,5k Aufrufe · gestartet 28. Sept. 2020 von busko
Themenstarter807 Beiträge · seit 201801. Okt. 2020 · #21
Wir fahren in westliche Richtung zum Grenzübergang nach Peru bei Desaguadero wo wir wieder einmal "Südamerika zum schmunzeln" erleben. Der Grenzübergang ähnelt eher Jahrmarkt als ernste, internationale Grenze. Auf der einen Seite ganz locker, auf der anderen wird sogar unser Wagen, insbesondere die Reifen aufwendig desinfiziert! Der "Grenzzaun" ist auch ganz süss und besteht schlichtweg aus eine Rolle "NATO"-Rollstacheldraht!
An Hand der angepflockten, friedlich vor der Grenzbehörde weidender Llamas, sind die Grenzer entweder als Nebenjob Grenzer, oder eben als Nebenjob Campesinos!?
[busko-pedia.....Das Wort "Llama" wird nicht "Lama" ausgesprochen, sondern eher wie "Jamma"]
Es ist trubelig unübersichtlich, alles wuselt durcheinander, die Desinfektion lenkt von allem anderen ab and so machen wir hier unseren zweiten, diesmal doch etwas schwerwiegenderen, Fehler der Reise!

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Wir fahren zunächst nach Nordosten, Richtung Pomata, dann östlich, um den Cerro Khapia herum nach Yunguyo wo wir wieder in Bolivien einreisen wollen.
Langsam nähern wir uns den Grenzposten, halten und.....

[.....ihr habt sicherlich alle schon mal folgendes erlebt: Ich bin im Ausland unterwegs, fasse in die Jackentasche, merke, dass meine Börse mit Geld, Kreditkarten, Führerschein, Personalausweiss, Reisepass, ja, eigentlich alles was "ich bin" mit einmal nicht mehr dort ist!.....es läuft einem eiskalt über den Rücken.....eigentlich mehr wie ein Stromschlag durch sämtliche Glieder! Alles was man jetzt machen muss.....Banken anrufen, Konten stilllegen, neuen Pass anfordern usw., usw. schiesst einem in Sekundenbruchteile durch den Kopf......]

.....Papiere weg?.....nein.....wir merken, dass wir im ganzen Gewirr von Auto desinfizieren usw. ganz vergessen haben offiziell (Pass-Stempel-mässig!) aus Bolivien aus- und in Peru einzureisen!!!.....Es ist ein solch unübersichtliches Durcheinander, dass es offensichtlich auch keinem Grenzer auffällt!
Es ist mittlerweile ca. 2,5 Stunden vor Grenzschliessung, aber es hilft nichts, wir müssen die 58 km zurück nach Desaguadero, Stempel holen und wieder zurück nach Yunguyo! Die Strasse ist eine gravel pad, aber eigentlich in ganz gutem Zustand so, dass ich etwas über die zulässigen 60 kmh fahre und hoffe, dass nicht gerade Heute ein gelangweilter peruanischer Verkehrspolizist nichts besseres zu tun hat als gerade auf dieser Strecke die Staats- (bzw. die eigene!) Kasse aufbessern zu wollen!
Wir kommen gut durch, die Grenzformalitäten gehen sehr zügig und so haben wir auf dem Rückweg nach Yunguyo sogar noch etwas Zeit die ganz besondere Stimmung vorm Sonnenuntergang einzufangen.....das ganz besondere Licht in dieser Höhe (über 4000 m ü.n.N.) zeigt sich bereits ansatzweise.....

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Wir queren die Grenze, lassen uns, ganz bewusst!, aus- und wieder einstempeln, der Adrenalinspiegel fällt langsam wieder ab und es entfaltet sich eine wohlig warme Zufriedenheit auf der kurzen Strecke nach Copacabana am südlichen Ufer des Lago Titicaca gelegen.....Copacabana???, ja, hat aber, glaubt es mir ruhig, ansonsten nichts, aber gar nichts mit dem berühmten Namensvetter in Rio zu tun! Wir kommen im Dunkeln an und essen ein wenig.
[hierbei können wir nur wärmstens die riesigen, pinkfarbenen "Truchas" (Forellen) aus dem Titicacasee empfehlen!]
Wir teilen uns (zu zweit) eine Flasche Casillero del Diablo und merken, dass diese wegen der Höhe mindestens die doppelte Wirkung entfaltet!....wenn ihr euch also billig berauschen wollt.....Copacabana ist hierzu ideal!
[busko-pedia: Der Titicacasee ist ca. 16 mal so gross wie der Bodensee und liegt auf 3800 m ü.n.N.]
Am nächsten Tag unternehmen wir einen Ausflug auf die vorgelagerte Isla del Sol, ein Heiligtum der Inka....

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Es ziehen im Laufe des Tages Wolken auf.....

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.....die sich am Nachmittag dann überm See "entladen".

Wir schauen uns noch ein wenig in und um Copacabana um.....
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Copacabana "an" Titicacasee.....

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Am Sonntag bringt man die Autos zur Kirche! Diese werden vom Priester gesegnet!.....offensichtlich auch in Einzelteile, wenn man die offene Motorhaube betrachtet.....

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Weiter geht es in östliche Richtung, nach San Pedro de Tiquina, zur Fähre über die Strasse von Tiquina, eine See-Enge die Süd- und Nordteile des Sees miteinander verbindet.

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"Tankstelle" a la Tiquina!

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.....und die sind, mit Thor Heyerdahl, bis in die Südsee gesegelt!
Der Übergang vom Affen zum Menschen sind wir! - Konrad Lorenz
zuletzt bearbeitet 01. Okt. 2020
358 Beiträge · seit 201301. Okt. 2020 · #22
Hallo Ulli,

warum habt ihr den Umweg über Desaguadero gemacht, um dann doch nach Copacabana zu fahren? Ist Cerro Khapia eine besondere Sehenswürdigkeit? (Du hast kein Foto davon gepostet, deswegen nehme ich an, dass dort nichts Besonderes zu sehen ist, oder?)

Noch eine Anmerkung. Dass Copacabana aus Brasilien nichts mit Copacabana aus Bolivien zu tun hat, soll nicht ganz richtig sein. Angeblich wurde der berühmte Strand in Rio nach der "Virgen de Copacabana" genannt, einer heiligen Statue, die in der Basilika in Copacabana-Bolivien steht und von der eine Kopie nach Rio kam.

(Wir haben tatsächlig verpasst, diese berühmte Statue zu sehen, weil uns Copacabana etwas zu turistisch vorkam und keine Lust mehr auf Besichtigungen hatten...)

Lass dich aber von meinen Anmerkungen nicht irritieren und zeig uns weiterhin Bolivien! 🙂

LG, Adriana
2018: Uganda, Ruanda, DR Kongo
Themenstarter807 Beiträge · seit 201801. Okt. 2020 · #23
Hallo Adriana!

Wir sind über Desaguadero gefahren, weil es uns damals aufwendiger erschien, aus Tiahuanaco kommend östlich um den südlichen Teil des Sees zu fahren.....vor allem auch wegen der Fähre in Tiquina.

Hinsichtlich deiner Bemerkungen zu Copacabana hast du natürlich Recht.....danke für die Ergänzung!
Aber.....ich meinte natürlich eher geografisch/gefühlsmässig.
Die karge Höhe und doch eher gedämpfte Stimmung im (damals) winzigen Ort am Titicacasee hat so gar nichts mit der bunten, tropischen Lebensfreude am Strand von Copacabana, mit der riesigen Grossstadt, Rio, im Hintergrund zu tun.

Liebe Grüsse,
busko
Der Übergang vom Affen zum Menschen sind wir! - Konrad Lorenz
zuletzt bearbeitet 01. Okt. 2020
661 Beiträge · seit 201501. Okt. 2020 · #24
Hallo Busko
BOLIVIEN!! Ich freue mich auf deinen Bericht Busko.
Wir bereisten Bolivien im Jahr 2006 als Selbstfahrer. Das Auto mieteten wir bei Aldo Rezzonico (Petita Rent a Car)
Ein wunderschönes Land! Vamonos!
Liebs Grüessli
Malbec
661 Beiträge · seit 201501. Okt. 2020 · #25
Hallo Schoggi

Und nu, nu muss ich auch noch die für Januar gebuchte Reise nach Argentinien u. Chile stornieren, dabei läuft uns die Lebenszeit weg!!

Das kann ich nachvollziehen! Wir mussten schon in diesem Jahr auf eine tolle Reise nach Peru/ Chile verzichten....dabei läuft uns die Lebenszeit weg.
Grüessli
Malbec
661 Beiträge · seit 201501. Okt. 2020 · #26
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Hallo Busko
In Huatajuato besuchten wir die Erbauer von Thor Heyerdahls Schilfbooten, nachdem wir auf der Isla del Sol 2 Nächte verbrachten.
Mir Crillon Tours starteten wir in Puno über Copacabana (inkl schwarzer Madonna) mit dem Hydroboot zur Isla del Sol und im Anschluss zur Isla de la Luna und zum Schluss über Huatajuato nach La Paz zu gelangen.
Mich packt das Fernweh!!$Grüesli
Malbec
zuletzt bearbeitet 01. Okt. 2020
Themenstarter807 Beiträge · seit 201801. Okt. 2020 · #27
Hallo Malbec!

Gut zu sehen, dass du auch dabei bist!
Ja, die Seuche verstärkt die Eile ungemein.....wie ich schon woanders in diesem Forum schrieb.....die meisten von uns sind nicht mehr 23, kugelsicher und unsterblich.....

Die "Heyerdahl-Bootsbauer" haben wir nicht gesehen, die schwarze Madonna wohl.

Liebe Grüsse, und.....bleib dran, das beste kommt noch!
busko
Der Übergang vom Affen zum Menschen sind wir! - Konrad Lorenz
Themenstarter807 Beiträge · seit 201802. Okt. 2020 · #28
Wir fahren von Tiquina in östliche Richtung mit Tagesziel Sorata weiter, über die (namenlose) Passhöhe (4270 m ü.n.N.) und schauen erstmals auf dieser Reise nach Osten vom Haupt Andenkamm (Cordillera Real) in das endlose Amazonasbecken. Es ist ein schier atemstockendes Erlebnis. Die Täler sind enorm gross, wie nichts was wir sonst irgendwo jemals gesehen haben.....nicht einmal aus dem Himalaya sind uns solche Dimensionen bekannt!

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Waschtag auf bolivianisch! Kurz vor der Überquerung des Andenkammes Richtung Sorata.

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Erstmal ein Päuschen machen.....man kann ja auch im Sitzen der Wäsche beim trocknen zuschauen!

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Im Hintergrund einer der Bergriesen der Anden.....Ancohuma!
[busko-pedia:.....Mit 6425 m, der dritthöchste Berg in Bolivien.]

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Unglaublich grosse Landschaften erwarten uns an der östlichen Flanke der Cordillera Real.

Es geht auf einer ausserordentlich kurvigen Strasse weiter Richtung Sorata, wo die Strasse auch prompt endet. Das Dorf liegt in einem schmalen Tal so, dass die Sicht nicht besonders gut ist, Wir werden dafür von der tropischen Grüne schlichtweg umgehauen, vor allem auch wegen des Kontrastes zum kargen, kalten Altiplano!

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Zwei "Turtel"-Caracaras. (Leider etwas unscharf!)

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Sorata, ein eher armes, schmuddeliges "cul de sac" Dorf!

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Muss wohl eine Bank sein?! Erweckt bei uns zumindest nicht ein übertriebenes Gefühl von Sicherheit!

Wir fahren die Passstrasse wieder hoch und weiter in Richtung La Paz.
Etwas Zivilisation tanken und dann machen wir noch einen Tagesausflug auf der Ruta Chacaltaya. Die Strasse windet sich immer höher hinauf, wird schlechter und schmaler und endet in einem Ruinendorf.....

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.....Ruinendorf.....?

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Als auf einem Mal Kinder, wie durch Geisterhand, auftauchen wird uns mit Schrecken und nicht wenig Erstaunen klar, dass das Dorf durchaus bewohnt ist!!!

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"Pampa" an Lago Milluni.

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"nur" Pampa!

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.....immer wieder, von fast überall gut zu sehen thront der Illimani - Hausberg von La Paz, weissglänzend, erhaben über alles!
[busko-pedia:.....Der Illimani ist mit seinen 6440 m der zweithöchste Berg Boliviens.]

Noch etwas Kulturhistorie und lokal couleur in La Paz.....

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Der Übergang vom Affen zum Menschen sind wir! - Konrad Lorenz
zuletzt bearbeitet 03. Okt. 2020
Themenstarter807 Beiträge · seit 201803. Okt. 2020 · #29
Wir verlassen La Paz erneut und fahren Richtung Osten. Die Strasse gewinnt ständig an Höhe und erreicht seinen Höhepunkt im La Cumbre (der Gipfel) Pass, mit seinen 4670 m einer der höchsten Pässe überhaupt über die Cordillera Real ins Amazonasbecken. Die Höhe macht sich bei Mensch und Maschine bemerkt, beide bekommen entscheidend zu wenig Luft! Das macht sich einerseits als Atemlosigkeit, andererseits als deutliche Leistungsabnahme bemerklich. Jetzt bräuchte man einen guten Superlader (Kompressor) um Luft in die Kolben zu pressen!

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Nach Überschreitung des Passes, öffnet sich die Unendlichkeit des Amazonasbeckens vor uns.....zunächst noch Wolken verhangen, dann immer grandioser und gewaltiger. Wenn mir eins aus dieser Gegend im Gedächtnis eingebrannt ist, dann ist es die enorme Grösse dieser Landschaft!
[Die tropischen Hänge in dieser Region östlich der Cordillera Real stehen als "die Jungas" bekannt]

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Von der Passhöhe Richtung Osten.

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Wir fahren in teilweise engen Serpentinen steil runter, alles ist auf einem Mal tropisch grün, überall wächst und gedeiht es; kleine Felder sind mit tropischen Pflanzen bepflanzt, zwischendrin immer wieder Coca-Plantagen und naturbelassene Urwald-"Enklaven". Es geht nach Südosten zur kleinen Stadt Chulimani wo wir eine Nacht verbringen und uns an dem üppigen Grün kaum satt sehen können.

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Ja, richtig gesehen.....Cocablätter trocknen in der Sonne!

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Die kleine Stadt Chulumani auf einem Bergrücken in den Jungas.

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Die doch sehr gut sichtbaren und offensichtlich nicht "heimlichen" Coca-Plantagen interessieren uns und wir kommen darüber mit Einheimische ins Gespräch. Wir meinen, dass doch vor wenigen Jahren Bolivien sich unter internationalem Druck dazu bereit erklärt hätte eine Obergrenze des Coca-Anbaus festzulegen, die alljährlich um einen gewissen Prozentsatz dann reduziert werden sollte!? Unser Gesprächspartner lachte nur laut und sagte, dass die damals festgelegte Obergrenze (die eigentlich den damaligen "Ist"-Zustand hätte abbilden sollen) so hoch gewählt worden wäre, dass sie auch Heute (Jahr 2000), trotz Degression noch lange nicht erreicht sei! Ja, auch so kann man "mitspielen", Sanktionen vermeiden und gleichzeitig die Campesinos zufrieden stellen!

Wir sind mit einer Engländerin verabredet, die vor vielen Jahren in diese Region gekommen war, sich in Land und Leute verliebt hatte und geblieben war. Sie betreibt einen kleinen Hof und bietet auch botanische Führungen in diese sehr artenreiche Gegend an. Mit ihr machen wir eine Tour die über ca. 500 Höhenmeter an einer Bergflanke geht und somit durch einige botanische Zonen führt. Es ist hoch interessant, es sind aber, wegen der schlechten Lichtverhältnisse und vor allem des schlammigen Untergrunds, wenige Bilder entstanden. Am Anfang der Tour sagte uns die Dame dann noch, mit typischem englischen "Understatement": "You may want to watch for the chiggers!" Diese Information geht, nicht zuletzt wegen der beiläufigen Art, bei uns unter, aber einige Stunden später, auf dem Weg nach Coroico fängt es bei einigen von uns an zu pieken und zu jucken....."Welcome to the world of chiggers!!!" Chiggers sind winzig kleine Milben, die wiederholt beissen und einen starken Juckreiz auslösen. In Coroico angekommen baden wir alle erst einmal und waschen sämtliche Kleidung die wir an dem Tag getragen haben.....so beschränkt sich die Pest auf wenige Tage!

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Coca Feld.

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Der Übergang vom Affen zum Menschen sind wir! - Konrad Lorenz
zuletzt bearbeitet 03. Okt. 2020
Themenstarter807 Beiträge · seit 201803. Okt. 2020 · #30
Coroico liegt in einem riesigen Amphitheater, von Südwesten bis Nordwesten von den Osthängen der Cordillera umgeben, im Osten hügelig bis in den Amazonas leicht abfallend. Die gewaltigen Ausmasse dieser Landschaft lassen uns immer wieder sprachlos staunend und ganz klein.
Wir geniessen einen Tag der Entspannung, denn die Fahrt von Chulumani nach Coroico hat es in sich. Meiner Erfahrung nach eigentlich nicht weniger anstrengend als das was am nächsten Tag kommen sollte.

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Der Blick ins Amazonas Becken.

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Die schmucke kleine Stadt Coroico.....ganz anders als das eher schmuddelige Chulumani!
Unsere (empfehlenswerte) Unterkunft ist links am Bildrand zu sehen.....Schwimmbad, richtige Bettwäsche, gutes Essen, viel Bier und Wein.....was mehr kann man wollen?

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Das nationale Bier Boliviens!

Die Reise geht auf dem "Camino del Muerte" (Todesstrasse) zurück nach La Cumbre und La Paz.
Die Strasse, die Heute aus gutem Grund eine Einbahnstrasse (gewisse Zeit von unten nach oben, dann wieder von oben nach unten zu befahren) ist, war damals in beiden Richtungen gleichzeitig befahrbar! Es war schon eine besondere nervliche Anstrengung, insbesondere wenn man alle Paar km im Abgrund wieder ein LKW- oder Bus-Wrack sieht!

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Immer wieder Wasserfälle die auch teilweise aufs bzw. sogar übers Auto hinweg gehen!

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Der Übergang vom Affen zum Menschen sind wir! - Konrad Lorenz
zuletzt bearbeitet 04. Okt. 2020
Themenstarter807 Beiträge · seit 201804. Okt. 2020 · #31
Alles was wir bisher gesehen haben, und das ist sehr viel, ist nur Beiwerk zum eigentlichen Grund für unsere Reise nach Bolivien! Wir waren bereits mehrfach im Nordwesten von Argentinien und im Norden von Chile unterwegs gewesen und das hat riesig Lust auf mehr gemacht! Nun brechen wir auf in die Region südlich und westlich von La Paz, gekennzeichnet durch die Lage auf dem Altiplano, zwischen den Bergriesen der Cordillera Real und der Cordillera occidental, auf ca. 4000-4500 m, karg, trocken, flache, teilweise trockene Salzseen.

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Zunächst geht es Richtung Südwesten zu dem vielleicht schönsten und höchsten Berg Boliviens.....den Sajama!

[busko-pedia:.....Nevado Sajama ist gleich aus mehreren Gründen etwas ganz besonderes; Mit 6542 m Boliviens höchster Berg; Freistehend - er steigt, symmetrisch und unnahbar direkt aus der darum liegenden Hochebene (die auf etwa 4200-4500 m liegt) auf und befindet sich etwas östlich des Kauptkammes der Cordillera occidental; Der Sajama ist ein Schildvulkan, dadurch gekennzeichnet, dass er keinen Krater besitzt]

Wir nähern uns langsam den Berg, der bereits aus über 50 km gut zu sehen ist, halten immer wieder und staunen.

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Selbst hier gibt es immer wieder Flora und Fauna die diese unwirtliche evolutionäre Nische besetzen!

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Wir beabsichtigen im kleinen Dorf Sajama (4260 m) eine Unterkunft zu suchen, fahren dann aber weiter, weil wir uns schnell einig sind, dass eine Übernachtung in unserem Zelt zwar sehr kalt werden wird, es aber garantiert ohne Läuse, Milben und sonst welche Kriech- und Krabbeltiere von statten gehen wird!!! Ja, Sajama machte (damals) einen sehr unangenehmen Eindruck!
Wir fahren also weiter, Richtung Nordosten, also um den Sajama herum. Der Weg ist schlecht und geht stetig nach oben. Irgendwann finden wir einen gut übersichtlichen, flachen Lagerplatz, bauen unsere Zelte auf (u.a. Robbens Sikkens) und geniessen den späten Nachmittag und den Sonnenuntergang in vollen Zügen. Wir kochen etwas auf unserem Trangia, Nudeln & irgendwas und viel Tee und Kaffee, denn es wird bei Sonnenuntergang sehr plötzlich, sehr kalt!!! Die Höhe und trockene, klare Luft bewirken, dass die Temperatur innerhalb von kurzer Zeit von noch angenehmen ca. 15 Grad auf (geschätzt) etwa -15 Grad abfällt!
Wir essen und trinken schnell, lassen alles liegen und stehen, verschwinden in unsere Schlafsäcke und verbringen die unangenehmste Nacht der gesamten Reise.....an Schlaf ist nur zu denken.....sporadisch nicken wir wohl ein, aber die Höhe und Kälte verhindern einen längeren, tieferen Schlaf.

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Eine wunderschöne Abendstimmung.....wenn es nur nicht so kalt wäre!

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So kalt.....aber soooo schön!

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Der treue Trangia ist gut zu erkennen.

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Am nächsten Morgen entdecken wir in der unmittelbaren Nähe unseres Lagers warme Quellen! Das ist herrlich; die tiefgefrorene Glieder in das warme Wasser zu hängen, auch wenn man vorher eine dünne Eisschicht über das darunter fliessende Wasser aufbrechen muss.
Wir machen noch ein Paar Fotos, vollenden unsere Umfahrung des Berges und machen uns dann, über Ururo auf nach Uyuni.

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Der Sajama steht ganz klar und unschuldig da.....als wäre nichts gewesen!

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Ich steige auf eine kleine Anhöhe (bei der Höhe ist jeder Schritt nach oben schon anstrengend) und sehe das "Zwillingspärchen", nein.....nicht Kastor & Pollux, sondern Parinacota & Pomerape.
Parinacota ist ein Bilderbuch-Vulkan! Perfekt symmetrisch, steil und mit Krater inklusive Kratersee versehen.
[busko-pedia:.....P&P sind die fünft und sechst höchsten Berge in Bolivien, mit 6370 bzw. 6280 m]

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Parinacota mit kleinem Bergsee und den, in dieser Gegend obligatorischen Anden-Flamingos.

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Eine kleine (aber typische) Kirche im nirgendwo kommt pituresk daher und lässt sich auf verschiedener Weise mit dem Sajama auf ein Bild bugsieren.....
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Der Übergang vom Affen zum Menschen sind wir! - Konrad Lorenz
zuletzt bearbeitet 06. Okt. 2020
661 Beiträge · seit 201504. Okt. 2020 · #32
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Oh Busko...auch wir haben gefroren obwohl wir im Albergue Tomarapi übernachteten!! Das wunderschöne Licht am frühen Morgen entschädigte für alles Frieren....es war im Mai.
In der Ferne die Zwillinge Pomarapi und Parinacota auf der Seite von Chile !
Ich freue mich auf die Fortsetztung!
Grüessli
Malbec
zuletzt bearbeitet 04. Okt. 2020
Themenstarter807 Beiträge · seit 201805. Okt. 2020 · #33
Es geht weiter nach Oruro und somit zurück auf die Hauptstrasse (Schotterpiste in einigermassen gutem Zustand) zwischen La Paz und Uyuni.

[Das Dreiländereck; Argentinien/Bolivien/Chile (alphabetisch - ohne Wertung!), ist für mich [b]der Brennpunkt des südamerikanischen Kontinents schlechthin. Diese länderübergreifende Region ist durch Höhe, Kargheit, Trockenheit, hohe Vulkane, Salzseen und eine durch genau diese Bedingungen hervorgerufene sehr gute und klare Sicht gekennzeichnet.]

Wir fahren an einige mehr oder weniger trockene Salzseen vorbei, unter anderem auch den Lago Poopó.....und.....ja, es stimmt, dies ist auch das "Hinter"-Ende der Welt!
Weiter geht`s nach Uyuní, wo wir eine ganz nette, wenn auch etwas "alternative" Herberge finden, bei einem leicht abgewrackt wirkenden Schweizer Aussteiger. Die Innenausstattung des Etablissements ist freundlich, grün und wie gesagt auch "unüberriechbar alternativ".....es gefällt uns auf Anhieb!
Uyuní selbst war damals keine Prachtstadt, eher ein kleines Dorf mit einer Eisenbahnstation, etwas Salzgewinnung, etwas Landwirtschaft (Kakteen und Llamas) und der damals noch kleine, aber bereits aufkeimende Tourismus.
Der Eigentümer der Herberge rät emphatisch von eine Selbstfahrer-Weiterfahrt ab. Wir hadern noch ein wenig, entscheiden uns dann aber doch das Auto stehen zu lassen und einen Fahrer mit Fahrzeug für die Schleife von Uyuní über die Lagunas, chilenischer Grenze und zurück zu engagieren. Im Nachhinein war das auch die richtige Entscheidung.
Wir fahren also mit unserem Fahrer in den Salar de Uyuní, zunächst zum Salzhotel welches wir staunend besichtigen aber nicht verbleiben, dann zur Isla del Pescado, ein inzwischen gut bekanntes "Muss"-Ziel in dieser Region.

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Immer wieder "Löcher" in der Salzkruste aus denen Wasser aufquillt.....von den Einheimischen treffend "Ojos" genannt!

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Man kann kreuz und quer übers Salz fahren, sollte sich aber etwas auskennen um nicht in so einem "Ojo" eine Achse zu "hinterlassen"!

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Das Salzhotel.....grösstenteils aus Salz gefertigt!

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Selbst Tische, Stühle und Betten sind aus dicke "Salzsteine" gefertigt.
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Isla del Pescado mit Kakteenpracht!

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Die "Insel" hebt sich durch das dunkle, vukanische Gestein, insbesondere aber durch den wahnsinnigen Kontrast zwischen Gestein und Salz ab.
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.....und so sieht ein Radkasten nach ca. 100 km Salzsee aus!.....wir verstehen plötzlich warum unser Landcruiser so angegammelt aussieht!.....gut, dass es nicht mein Fahrzeug ist!

[busko-pedia:.....Der auf ca. 3700 m in einem riesigen, von Vulkanen umgebenen Talkessel gelegene Salar de Uyuní ist mit seinen 11600 km², 140 km Länge, 110 km Breite, bis 250 m Tiefe der mit Abstand grösste Salzsee der Welt]

[Damals war die Elektromobilität noch nicht mal in die Nähe des Horizonts gerückt so, dass die Salzgewinnung im Salzsee eine sehr kleine, von Familien, mehr oder weniger per Hand betriebene Sache war die mehr oder weniger unauffällig am Rande des Salars, an der Oberfläche stattfand und lediglich zur Gewinnung von Speisesalz diente. Mit dem kometenhaften Aufkommen der Elektromobilität wird nun industriell, mit grössten Maschinen, tief im Salz des Salars das Lithium für die Akkumulatoren der Elektro-Autos gewonnen!.....[b]eine schreiende Schande wie dieses Kleinod der Menschheit verschandelt wird! Leider befinden sich im Salz des Sees ein wesentlicher Anteil des leicht zugänglichen Lithiums unseres Planeten!.....damit ist die Todesglocke wohl eingeleutet!]

Die Fahrt geht in südliche Richtung weiter. Wir sehen einen Militärposten der uns laut lachen lässt; Das Gebäude hat die Form einer mittelalterlichen Burg, mit Zinnen und Türmchen, wobei letztere allerdings eine merkwürdige, eierförmige Form haben?! Die "Burg" ist vollständig in Tarnfarbe gestrichen, die sich allerdings genau wegen des "Tarnanstriches" wunderbar von der eintönigen Umgebung abhebt und so erst richtig sichtbar wird!.....wir lachen herzlich und taufen das merkwürdige Bauwerk kurzerhand "Die Eierburg"!

Wir fahren weiter, sehen einige Andenbewohner.....
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.....sowie "ehemalige" Andenbewohner!
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Wir sehen erstmals den Volcán Ollagüe, ein sehr imposanter, aktiver Vulkan.
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.....wir kommen näher und fahren östlich vorbei.....
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Die oben bereits andeutungsweise links oben am Berg zu sehende "solfaterra" war bei einer unserer vorherigen Reisen in 1997 durch u.a. den chilenischen Norden von der anderen Seite gut zu sehen.....
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"A room with(out) a view!"

[Als wir in 1997 im kleinen, chilenischen Grenzort an der Nordseite des Volkán Ollagüe an kamen, war es bereits spät am Nachmittag und wir sahen uns gezwungen eine Unterkunft für die Nacht zu suchen. In unserer Not sind wir im "Inka Wasi" gelandet, ein nicht nur "nicht sehr vertauenserweckendes", sondern ein "sehr nicht-vertrauenserweckendes" Etablissement! Es hatte so gut wie keine Fenster, wie auch aus der "kuscheligen" Bar zu erahnen. Die Zimmer hatten einen Lehm-Boden, ein Bett, 4 Wände, keine Fenster, eine Glühlampe die an einem Draht aus der Decke hing und, um alles schnuckelig abzurunden, eine Bar-ähnliche Tür, mit oben und unten einen Spalt von guten 20-30 cm!]

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Schlagzeile....."Dinosaurier verschlingt den Ollagüe!"

[busko-pedia:....."Ollagüe" wird eher wie "Ojag-u-e" ausgesprochen, wobei das "o" wie das in "osten", das "j" wie im französischen "je t`aime" ausgesprochen wird. Das Umlaut auf dem "u" verändert nicht die Aussprache des "u", sondern deutet an, dass "u" und "e" selbständig ausgesprochen werden sollen.
Der Volcán Ollagüe ist 5870 m hoch und liegt genau auf der Grenze nach Chile]
Der Übergang vom Affen zum Menschen sind wir! - Konrad Lorenz
zuletzt bearbeitet 05. Okt. 2020
275 Beiträge · seit 201405. Okt. 2020 · #34
Hallo busko, ich bin erst jetzt in diesen RB eingestiegen und kann nur sagen WOW! was für eine Landschaft! Ich habe schon Teile der Anden zwischen Argentinien und Chile und in Peru kennengelernt, aber die bolivianische Seite hat nochmal ihren ganz eigenen Charakter. Da bekommt man sofort Lust loszufahren. Danke für den Bericht und die eindrucksvollen Fotos.
Grüße
Gu-Ko
Guko Reiseberichte: Reisebericht: Bilder einer Äthiopienreise Reisebericht: Mit Bus, Matatu und Liemba durch Ostafrika Reisebericht: Mit Öffis durch Ostafrika u. Ost-Kongo Reisebericht: Mit-Fahrrad Bus-und Zug durch-Cuba
Themenstarter807 Beiträge · seit 201805. Okt. 2020 · #35
Hallo Gu-ko!

.....und.....willkommen auf unserer Reise!

Wir haben diese Region bereits aus alle 3 Länder sehen dürfen und, ich muss sagen, die bolivianische Seite ist am extremsten.
Alle 3 haben ihre eigenen Reize; die Gegend um San Pedro de Atacama in Chile, mit Salzsee, Flamingos und Valle de la Luna ist "anders" einmalig und die Quebradas im argentinischen Nordwesten sowie die Berglandschaft um den Ojos del Salado sind ebenso wunderschön. Die bolivianische Seite zeichnet sich durch die besondere Höhe des dortigen Altiplanos und die hiermit einher gehenden Eigenschaften der Landschaft und des Lichtes aus.

Wenn du dich zu solchen Landschaften hingezogen fühlst, dann erstmal "willkommen im Klub!" und zweitens,.....bleib dran, denn das beste kommt noch und zwar im nächsten Kapitel!

Liebe Grüsse,
busko
Der Übergang vom Affen zum Menschen sind wir! - Konrad Lorenz
zuletzt bearbeitet 05. Okt. 2020
661 Beiträge · seit 201505. Okt. 2020 · #36
Mit dem kometenhaften Aufkommen der Elektromobilität wird nun industriell, mit grössten Maschinen, tief im Salz des Salars das Lithium für die Akkumulatoren der Elektro-Autos gewonnen!.....eine schreiende Schande wie dieses Kleinod der Menschheit verschandelt wird! Leider befinden sich im Salz des Sees ein wesentlicher Anteil des leicht zugänglichen Lithiums unseres Planeten!.....damit ist die Todesglocke wohl eingeleutet!]
DESHALB KAUFEN WIR KEIN E-AUTO!!!!
Malbec
1'425 Beiträge · seit 201305. Okt. 2020 · #37
Hi Busko,
Gerade habe ich deinen Reisebericht gefunden und reise sehr gerne mit, ist die Ecke Peru, Bolivien, Chile, Argentinien doch eine meiner Lieblingsdestinationen. An den meisten der von dir bereisten Orten war ich auch schon und es ist soooo schön in Erinnerungen zu schwelgen.
Der Lauca NP ist für mich einer der schönsten Orte der Welt

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LG
Claudia
Unsere Reisen findet man unter: http://clamat.de/
zuletzt bearbeitet 05. Okt. 2020
1'624 Beiträge · seit 201505. Okt. 2020 · #38
Lieber busko
ganz besonders gefallen mir natürlich die Fotos mit Eurem treuen Trangia 😉
Zum Sajama kann man noch hinzufügen, dass dort oben bereits Fußballspiele stattgefunden haben. Schon erstaunlich, oder?
Was ich etwas vermisse, sind Funbilder auf dem Salar Uyuni. Oder fandet Ihr die zu doof?
Ich freue mich ganz doll auf die Fortsetzung, lass uns bitte nicht zu lange warten. Ich träume mich Dank Deinem Bericht gerade in diese Gegend, spüre die intensiven Sonnenstrahlen und die kühle so unglaublich klare Luft und sehe Viscachas herumflitzen……
Viele Grüße
Elisabeth
Reiseberichte/ Fotos im Namibiaforum: Namibia, 2x Kenia, Äthiopien/Djibouti, Südafrika, Marokko, Ecuador Festland Reiseberichte/Fotos in Ingrids Forum: Baja California, Delta und Krüger, Simbabwe, Réunion, Ecuador/Galapagos, 2x Indien, Milos/Santorini, Kanada "Viele sagen, man soll gehen, wenn es am schönsten ist, aber ich finde, man soll lieber dahin gehen, wo´s am schönsten ist." Das Känguruh
zuletzt bearbeitet 05. Okt. 2020
Themenstarter807 Beiträge · seit 201806. Okt. 2020 · #39
@Malbec:
.....auch deswegen fahren wir unseren Euro 6 Diesel bis dass wir einen vernünftigen, Wasserstoff-Verbrenner mit vernünftiger Infrastruktur bekommen. Wasserstoff natürlich aus Elektrolyse von Wasser mittels erneuerbarer elektrischer Energie hergestellt! Als Chemiker könnte ich dir auch erklären warum ich diese Lösung doch für die beste halte, dies wäre aber definitiv die falsche Zeit und der Falsche Ort dies zu tun. Ein wichtiger Punkt der hier aber wirklich in diese Diskussion passt ist, dass es unendlich viel Wasser gibt, im Gegensatz zu Lithium (Uyuni) und Kobalt (ausbeuter-Minen im Kongo)!

@Clamat:
Danke für deine wirklich tollen Bilder! Ich finde sie bestätigen meine Meinung, dass diese Gegend die vielleicht schönste überhaupt ist.....kann ich nicht mit Sicherheit sagen, da ich noch lange nicht alle durch habe!

@Sphinx:
Ja, den Trangia habe ich nur "eingebaut" um zu prüfen, ob du auch wirklich mit ließt!?
Das mit dem Fußballspiel habe ich auch schon gelesen.....also, "Balljunge" möchte ich dabei nicht sein!.....ich denke da gehen schon ein Paar Bälle auf ewig verloren!
Ich sag nur eins: ..... Die Viscachas kommen noch, und zwar sehr bald.....!

Liebe Grüsse,
Busko
Der Übergang vom Affen zum Menschen sind wir! - Konrad Lorenz
zuletzt bearbeitet 06. Okt. 2020
Themenstarter807 Beiträge · seit 201806. Okt. 2020 · #40
Weiter geht es nach Süden, immer parallel zur an dieser Stelle Nord-Süd verlaufenden bolivianisch/chilenischen Grenze.
Die Landschaft wird immer schöner, karger und pastellfarben-extremer. Es geht vorbei an einige Lagunas, u.a. der Laguna Q´ara, die, fast künstlerisch mit Enten und Andenflamingos dekoriert daher kommt.
Vorbei auch an den direkt auf der Grenze liegenden, längsgestreckten Sairecabur (5980 m). Der Berg sieht eher wie eine farbenfrohe Schutthalde aus; die Farben, meist in Oker und Creme gehalten würden in ihre Vielfalt die Dachsteine von Siena vor Neid erblassen lassen!

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Gerade als wir denken es könnte nicht mehr extremer werden, fahren wir über einen Bergrücken und sehen vor uns ausgebreitet die sogenannte "Desierto Dalí". Der Name ist sehr gut gewählt, denn die Landschaft sieht tatsächlich einigen der großen Gemälde des Meisters (den ich persönlich übrigens sehr schätze!) erstaunlich ähnlich. Wir schauen uns einige der verworrenen "Skulpturen" an, die so genial von Wind und Wetter über Jahrtausende geschaffen worden sind und stoßen dabei auf die wirklich merkwürdigen Viscachas.....sieht aus wie Hase, aber mit langem Schwanz?!
Diese leben in den Felseninseln in der Wüste, teilweise auch sicherlich von dem so einladend wie saftiges Gras aussehenden, grünen Felsen-"Überzug".....aber aufgepasst!.....beim Sitzversuch hat sich einer von uns mehrere zig Dornen in den Hintern gezogen.....Das Zeug ist unerwartet hart und sehr fein-stachelig!

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Desierto Dalí.

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Bitte "sätzen sä säch!".....NICHT!

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Hase mit langem Schwanz.....oder doch Murmeltier mit langen Ohren?

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Der älteste, noch lebende Baum der Welt!.....oder doch ein riesen Pfifferling?.....genau so standen wir, rätzelnd davor.

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Dann kommen wir zu meinem absoluten Sehnsuchtsort überhaupt auf diesem Planeten.....die Laguna Colorada!
Der Übergang vom Affen zum Menschen sind wir! - Konrad Lorenz
zuletzt bearbeitet 06. Okt. 2020