........and now, for something completly different............
Yeah....dass die Insel nicht mehr dem "Verein" angehört sollte diesem "Verein" zu
denken geben.....nicht nur wegen den Stones und den Beatles ................
😄 😄 😄
Danke für Deine Einschätzung...............
LG.....................BMW
buskoThemenstarter807 Beiträge · seit 201816. Apr. 2020 · #42
Bootsmesse, Düsseldorf, 2006; die "Deutschlandfarben" sind rein zufällig!
Mitte 2007 geht es also los. Wir fliegen mit KLM nach Amsterdam, dann weiter nach Sankt Martin; von dort mit einer klitzekleinen Propellermaschine (8 Sitze; keine Abtrennung zwischen Piloten und Passagieren) in der man noch richtig das Gefühl des Fliegens Hautnah mitbekommt, nach Tortola (Beef island). Wir werden von einer Taxi abgeholt, die uns zunächst etwas merkwürdig vorkommt, dann merken wir, dass der Wagen Linkssteuer hat und Linksverkehr herscht. Wir sehen uns um und merken, dass fast alle Wagen Linkssteuer haben! Später erfahren wir, dass dies daran liegt, dass fast alle Autos aus den USA stammen. Weiterhin merkwürdig ist, dass die offizielle Währung US$ ist, obwohl die Inselgruppe ja noch eine Übersee-Dependence Grossbritanniens ist! Es herscht absolute Karibik Atmosphäre, überall „Bob Marleys“ in allen möglichen Alters- und „Leibesumfangs“ –klassen, fröhlich farbenfroh. Alles irgendwie sympathisch, attraktiv leicht modrig, schummerig, vernachlässigt! Jetzt mal Hand aufs Herz – das ist doch mit ein Hauptgrund weswegen wir alle in solche Gegenden fahren! Es ist eben NICHT alles mit Braas XYZ, genau abgestimmtes Einheistschwarz bedeckt, schön verputzt und mit Hellweiss ABC auf Hochglanz gestrichen!
Britische Jungferninseln mit den Hauptinseln; Tortola, Virgin Gorda, Anegada und Jost van Dyke
Jumbies (mehr dazu später) Bar im Flughafen von Sint Martin
Diese Maschine zu "hijacken" wäre kein Problem gewesen.....allerdings wäre die nicht nach Manhattan gekommen, sondern bereits, wahrscheinlich nach 3 Tagen Flug, schon vor Florida ohne Sprit abgestürzt!
Die Landepiste auf Beef Island, eine kleine Insel, die mittlerweile per Brücke mit Tortola verbunden ist
Wir kommen im Moorings-Stützpunkt an, werden freundlich empfangen und zum Boot geführt (32 Fuss Beneteau; ca. 5 Tonnen „Lebendgewicht“). Mit einer oberflächlichen Einführung und einem freundlichen „hier sind die Schlüssel“ und „wir sehen uns dann in 2 Wochen wieder“ sitzen wir nun da! Keine Ahnung von nichts! Wie geht noch mal der Motor an? Wie bekommt man das Grosssegel vom Baum an die Mastspitze?.....und überhaupt, wo ist hier die Handbremse?.....im Kopfkino kommt die Kaimauer auf einem zu und wie bitte jetzt anhalten? Wir verdrängen diese Gedanken erst einmal indem wir einkaufen gehen. Der Supermarkt ist gut bestückt, wir wundern uns, dass es eine grosse Auswahl (durchaus guter) südafrikanischer Weine gibt? Auch Trockenobst und andere, nicht verderbliche Waren aus SA sind zu haben? Später erfahren wir, dass diese Güter als „Ballast“ bei der Überführung der sehr populären Robertson & Caine Katamarane, die in Kapstadt gebaut werden, quasi als „Kostenverdünnungsmassnahme“ mitgebracht werden!
Die "Moorings Marina" im Hafen von Roadtown auf Tortola…..alles sehr gut in Schuss!
…..und, was machen wir jetzt mit diesen 5 Tonnen ohne Bremse.....? So sieht ein ängstlicher, ahnungsloser "Skipper" aus!
Am nächsten Morgen hilft alle Prokrastination nicht mehr; wir müssen los! Wir werfen den Motor an und versuchen rückwärts vom Liegeplatz in den Kanal „auszuparken“. [Dabei merken wir erstmals, dass das Steuerruder fast nutzlos ist und, dass ein Segelboot, zumindest bei niedriger Geschwindigkeit, nicht gerade nach hinten fährt, sondern sich eher, fast Krebsmässig seitlich nach hinten bewegt! Wie wir mittlerweile wissen, steht dieses Phänomen als „prop-walk“ bekannt und rührt daher, dass der Propeller, drehrichtungsbedingt entweder links oder rechts der Mitte des Rumpfes Wasser nach oben drückt. Durch die keilförmige Form des Rumpfes wird das Boot dadurch nach links oder nach rechts bewegt.] Irgendwann schaffen wir es dann doch, kommen mehr schlecht als recht aus dem Hafen, denken drann, dass in diesen (amerikanischen) Gewässern - „Red, Right, Returning“ - herscht, also die rote Tonne an Steuerbord, die grüne zu Backbord wenn man in den Hafen einläuft, also genau anders herum wenn man ausläuft!
Beiboot viel zu eng angebunden.....aber das lernen wir schnell!
Rote Tonne an Backbord, grüne an Steuerbord beim Verlassen des Hafens
Der Übergang vom Affen zum Menschen sind wir! - Konrad Lorenz
buskoThemenstarter807 Beiträge · seit 201818. Apr. 2020 · #43
Da wir nicht mal sicher sind wie man die Segel hisst und die heutige Etappe auch relativ kurz, ans Ostende von Tortola in die Trellis Bay, Beef Island führt, fahren wir mit dem Motor weiter. Wir erreichen ohne Problem die Bucht und schaffen es tatsächlich eine Boje aufzunehmen und uns daran zu befestigen…..Hurra, unser erstes Mal…..Wir sind irgendwie froh und auch erleichtert, dass wir das Schiff noch nicht versenkt haben!
Wir kommen mit der Crew eines „Moorings Lead Boot“ ins Gespräch, der Mechaniker bietet uns Hilfe an, kommt zu uns und bringt uns, in einem ca. 30 minütigen „Crashkurs“ die Basics des Segelhissens und –streichens bei!
Keine gute Karte, hilft aber, zusammen mit der vorherigen Übersichtskarte sich ein wenig zu orientieren
Unser Weg wird wie folgt aussehen:
Road Town – Tortola Leverick Bay – Beef Island Saba Rock – North Sound, Virgin Gorda (Tagestouren (Beiboot) im North Sound nach Bitter End, Biras Creek und Leverick Bay) Anegada – Setting point (Tagestouren nach Loblolly Bay und Cow Wreck Bay) Marina Cay – Nördlich von Totola Sandy Cay – zwischen Tortola und Jost van Dyke Sydneys – Ostende von Jost van Dyke Cane Garden Bay – Bucht an der Nordwestseite von Tortola Great Harbour – Südseite von Jost van Dyke (Tagestour mit Beiboot nach White Bay im Südwesten von Jost van Dyke) The Bight - Norman Island Road Town – Tortola.
Geschafft! Wir liegen an einer Boje mit ca. 1 Tonne Beton am anderen Seilende. Das "Last Ressort" Restaurant liegt rechts hinten im Bild, auf einer kleinen Insel. Dieser Tag war mindestens so stressig und nervenaufreibend wie alles was wir am Kibo erlebt haben.....
Ein erstes Bad in der kristallklaren Karibik! Wer Frau busko ein wenig kennt und diesen Gesichtsausdruck sieht, wird wissen, dass sie was im Schilde führt.....
Freude bei der Einen.....oder.....Wie versenke ich dass Walross.....?
Die Möwen drehen ihre letzten Runden im lauen Abendwind
Das "Last Ressort" liegt auf einer kleinen Insel in der Trellis Bay; Gutes Restaurant mit live musik
So sehen zufriedene "Seefahrer" aus!
Unser Boot - Der Salon (Küche, Sitzecke)
Unser Boot - Die Achter Kajüte (1 Person.....bei 2 muss man schon sehr verliebt sein!)
Unser Boot - Die Vorder Kajüte (2 Personen.....die auf "Fusskuscheln" stehen!)
Der Übergang vom Affen zum Menschen sind wir! - Konrad Lorenz
buskoThemenstarter807 Beiträge · seit 201819. Apr. 2020 · #44
Abends fahren wir mit bem Beiboot ins Last Ressort, geniessen ein gutes Essen (Seafood, natürlich!), die durchaus passable Live Musik und kommen mit anderen Seglern ins Gespräch. Hierbei lernen wir eine sehr sympathische, Englische Gruppe, die auf 2 grossen Katamaranen unterwegs sind, kennen und, da sie einen ähnlichen Törn wie wir machen kommen wir auch immer wieder an den verschiedenen Stationen unserer Reise zusammen…..es entwickelt sich eine Freundschaft und wir unternehmen viele gemeinsame Segeltouren, machen sogar unsere Segel- und Funkscheine zusammen auf La Gomera bzw. in Southampton.
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buskoThemenstarter807 Beiträge · seit 201819. Apr. 2020 · #45
Am nächsten Tag verlassen wir Trellis Bay ohne Probleme und hissen die Segel sowie wir im freien Wasser sind. Wir haben eine lange Tour richtung Nordost vor und zwar in die North Sound von Virgin Gorda (so benannt, weil die Insel aus nordwestlicher Richtung tatsächlich einer korpulenten, auf dem Rücken liegenden Person ähnelt), zum Saba Rock. Das Saba Rock Ressort liegt auf einer sehr kleinen Insel, idyllisch von Korallenriffen umgeben, zwischen einer im Nordwesten von Virgin Gorda nach Norden herausragenden Halbinsel und Prickly Pear Island. Die Insel besteht aus ein Restaurant, kleinen Laden, Tankstelle (für Wasser und Sprit) und einen sehr schönen, gepflegten Garten.
Wir liegen an einer Boje am Saba Rock Ressort; das Wasser ist warm und kristallklar. Wir baden ausgiebig im herrlich temperierten Wasser, erkunden die kleine Insel ein wenig und nehmen an Bord einen ruhigen Sundowner (G&T natürlich!)
Abends am Landesteg des Saba Rock Ressorts. Die unterwasser Lichter zaubern einen unwirklichen blau-grünen Schimmer in die Karibik
Im Licht sehen wir wie ca. 1-1,5 m grosse Tarpone auf Jagd nach Quallen gehen; ein beeindruckendes Spektakel
Am nächsten Morgen ver- und entsorgen wir das Boot; Müll raus.....Sprit und Wasser rein! Danach starten wir eine Erkundungstour der Umgebung mit dem Beiboot. Wir fahren zum nahe gelegenen Bitter End Yacht Club, sehen uns dort die Gärten und das Umfeld ein wenig an und kaufen das dringlichste ein.....hauptsächlich Getränke (es ist erstaunlich wie viel an so einem Tag weg geht!). Beim Bier hat man die Auswahl zwischen Carib, Red Stripe und Corona.....alles nicht das was man in D als Bier trinken würde, aber es ist ein, sagen wir mal kaltes, ca. 3-5%-iges, bierähnliches, alkoholisches Getränk und man gewöhnt sich erstaunlich schnell daran! Es gibt auch in den grösseren Supermärkten importierte Biere, aber wir sind eigentlich ganz gut mit dem lokalen Angebot klargekommen.
Das erste Mal den Sprit- sowie Wassertank auffüllen.....gut drauf achten, dass man diese nicht verwechselt!
Die Beiboot-Kapitänin "entleert" das Beiboot auf einfacher, angenehmer Weise vor der Losfahrt, indem sie einfach den Stöpsel hinten im Boden des Beibootes zieht und ein Paar Runden unter voller Fahrt dreht! (Durch den sogenannten Bernoulli-Effekt übt das vorbeiströmende Wasser eine Sogwirkung aus, das das durch die Schleppfahrt des Vortages aufgenommene Wasser aus dem Beiboot saugt)
Das Gebäude des Bitter End Yacht Clubs (BEYC)
Botanik in Hülle und Fülle!
…..und das ist eine sehr,.....
…..sehr gute Idee.....!
Varandah des BEYC mit Blick ins innere des North Sound
Die "alt ehrenwürdige" Frage bleibt (fast) gleich: ".....und was wollte der Leopard dort oben?"
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buskoThemenstarter807 Beiträge · seit 201819. Apr. 2020 · #46
Wir machen eine weitere Tour mit dem Beiboot am Nachmittag nach Leverick Bay, eine ruhige Ecke an der Westseite des North Sound, erkunden den kleinen Ort und den Hafen. Zurück am Boot vorm Saba Rock Ressort geniessen wir wieder das Wasser, schnorcheln ein wenig und runden einen weiteren perfekten Tag mit einem Abendessen im Restaurant ab.
In Leverick Bay sind Bühnen aufgebaut; es geht um eine Feier wobei die "Jumbies", übergrosse Menschen, die von Personen auf Stelzen dargestellt werden, wilde Tänze ausführen.....es hat wohl mit Rituale zu tun, die mit den afrikanischen Sklaven mitgekommen sind.
Der kleine, schmucke Hafen von Leverick Bay
Unser Boot schaukelt sanft an einer Boje vor Leverick Bay
Wilde Tiere in Leverick Bay!
Das sehr schöne Leverick Bay Hotel von der Hafenmole aus gesehen. Das Restaurant ist durchaus empfehlenswert
"Rote Eicheln" auf der Insel von Saba Rock!
Das offene Restaurant auf dem Saba Rock
Die "Hotelfähre" von Saba Rock, die Gäste bei bedarf zwischen SR und andere Orte im North Sound schippert. Wir hatten unsere eigene "Fähre".....das Beiboot
Am nächsten Morgen starten wir früh. Wir fahren mit dem Beiboot in die hinterste Ecke des North Sound zum mondänen Biras Creek Ressort, nicht um dieses zu besuchen, sondern als Startpunkt für eine Tour auf den höchsten Berg Virgin Gordas, den Gorda Peak, nicht ganz so hoch wie der Kibo, aber immerhin ca. 450 m und in der Witterung ganz schön schweisstreibend!
Der Blick nach Nordwesten vom unteren Ende des North Sound, bei Biras Creek
Die Pflanzenwelt ist überwältigend, überall wo etwas Erde und genug Wasser vorhanden ist spriesst es.....
…..in allen Farben.....
…..Komplexitäten.....
…..weisser Krake.....oder doch Blume?.....
"Bitte sätzen sä säch…..!
Der Übergang vom Affen zum Menschen sind wir! - Konrad Lorenz
buskoThemenstarter807 Beiträge · seit 201819. Apr. 2020 · #47
Dann geht die Tour erst richtig los. Es geht steil bergauf, die Sicht wird immer besser, der North Sound liegt vor uns ausgebreitet, vir sehen Biras Creek, Bitter End, können sogar unser Boot an der Boje vorm Saba Rock sehen.
Super Sicht über den North Sound mit dem BEYC und Saba Rock im Mittelgrund
Detail Bitter End und Saba Rock
Wir kommen höher und höher, der Blick wird immer besser - der ganze North Sound liegt uns zu Füssen!
Bitter End (rechts) und Saba Rock (in der Mitte), mit gutem Blick auf die Korallenriffe die Saba Rock nach Nordosten vom offenen Meer abschirmen
Die weissen Gebäude, mittig im Hintergrund ist das Anwesen von Sir Richard Branson (ja, der vom "Virgin" Konzern - ob er den wohl nach Virgin Gorda benannt hat?), die Insel, Necker Island ist sein Eigentum
Geschafft! Wir sind oben.....die Temperatur ist ca. 50 Grad höher als auf dem Gipfel des Kibo! Auch hier wachsen wunderschöne Pflanzen und Blumen
Blick den Gipfelgrad hinunter nach Biras Creek, Rechts ist ein sehr schöner Strand
Wir gehen nochmal auf Pirsch im Garten des Restaurants, finden das eine oder andere Kleintier, erleben noch einen wunderbaren Sonnenuntergang, diesmal mit einem „Painkiller“…..das Rezept dieses durchaus leckeren, tropischen Getränks wird später mitgeteilt…..
Dieses putzige Kerlchen war kaum grösser als eine Garnele
Sonnenuntergang in der Karibik wie wir ihn schätzen gelernt haben
Der berühmte "Painkiller", ein rumhaltiges Tropengetränk.....aber später mehr dazu.....
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buskoThemenstarter807 Beiträge · seit 201820. Apr. 2020 · #48
Am nächsten Morgen kommt dann die seglerische „Feuertaufe!“ Wir fallen relativ früh aus den sanft schaukelnden Kojen…..eine gewöhnungsbedürftige Sache, aber man gewöhnt sich eben doch daran und wir fanden es hinterher sehr schade wieder in einem langweilig, „einfach dastehendem“ Bett schlafen zu müssen! Die Heutige Tour ist der Hammer; 15 Seemeilen (ca. 28 km) übers offene Meer. Das scheint ja nicht so schlimm zu sein, aber man muss wissen, dass das Ziel die nördlich vom North Sound gelegene Insel „Anegada“ ist. Diese ist im Gegensatz zu den anderen BVIs nicht vulkanischen Ursprungs, zumindest nicht an der Oberfläche! [Möglicherweise war Anegada in Urzeiten auch eine Vulkaninsel, die aber im Laufe der Jahrmillionen erosionstechnisch abgetragen wurde oder durch Anstieg des Meeresspiegels untergegangen ist. Dann geschieht was man überall in den tropischen Weltmeeren sieht, nämlich, dass der Untergang durch Aufbau von Korallen kompensiert wird, d.h. in dem Masse wie die Insel absackt, wachsen die Korallenbänke in die Höhe…..so ergibt sich eine typische Koralleninsel, die im Bereich von +/- 3m über bzw unter dem Meeresspiegel liegt.] So kommt es, dass der höchste Punkt auf dieser doch flächenmässig sehr beachtlichen Insel bei ca. 3 m ünN liegt! Damit bekommt die Navigation zu dieser Insel eine ganz andere Dimension! Wobei man bei allen anderen Zielen in den BVIs einfach auf Sicht navigieren kann, fährt man bei Anegada erstmal ins Nichts! Erst wenn man sich auf ca. 5 km genähert hat steigen die erste Palmenwipfel aus dem Meer. Man muss also die ersten 20 km mit Hilfe von Seekarten und dem Chartplotter (Navi in der Grösse eines Laptops!) navigieren…..für ansolute Anfänger wie wir ein sehr beängstigendes Gefühl! Auf der positiven Seite; der Wind weht in diesem Segelrevier eigentlich immer aus dem südöstlichen Quadranten,d.h. man hat den Wind eigentlich optimal aus Steuerbord achtern und kann durchaus an die 8-10 Knoten herankommen. Wir segeln also los, der Wind hat 15-20 Knoten und so machen wir gut Strecke. Nach ca. 3 nervenaufreibenden Stunden tauchen die ersten Palmen dann direkt vor uns auf…..wir hatten Glück, sind genau den richtigen Kurs gefahren…..Erleichterung, aber nur sehr kurzfristig, denn die Bucht in der das Bojen- und Ankerfeld liegt ist in sehr flachem Wasser (nur ca. 2-3,5 m tief!). Unser Kiel liegt ca. 2 m tief so, dass man u.U. nur wenig „Wasser unterm Kiel“ hat! Zudem ist die Rinne über der eingefahren wird auch sehr flach, dazu noch schmal und „zick-zack“! Zugute kommt uns hier, dass der Tidehub in diesen Breiten unter 30 cm beträgt so, dass man dies beim Ankern nicht in Betracht ziehen muss.
Wir werfen einen letzten Blick in den doch so idyllischen North Sound bevor wir die Leinen los machen und zunächst mit dem Motor losfahren. Sowie offenes Wasser erreicht ist, hissen wir die Segel und.....
…..ab geht's!
Wir haben guten, kräftigen Wind aus Südost.....an der Neigung des Bootes gut zu erkennen
Das Beiboot mittlerweile optimal, auf ca. 15 m Abstand angebunden
Die Insel Anegada aus ca. 1-2 Seemeilen Entfernung
Es ist ein weiterer, sehr schöner Tag im Paradies; das Meer ist unglaublich klar und blau!
Erst Gebäude sind zu sehen.....grössere gibt es auch nicht!
"Red Right Returning".....also die grüne Tonne an Backbord.....diese Einfahrt verzeiht keine Fehler!
Wir schaffen auch dies, sehen aber, dass leider alle Bojen belegt sind so, dass wir gezwungen sind den Anker zu werfen. Wir hatten uns gemerkt, dass man beim Ankern mindestens eine Kettenlänge von 10-15 mal Wassertiefe auslegen muss, also in diesem Fall ca. 30 m Kette. Wir ankern also, gegen den Wind, lassen das Boot mit dem Wind nach hinten driften, lassen ca. 30 m Kette aus und tauchen die Kette und den Anker nochmal ab um zu bestätigen, dass der Anker gut eingebuddelt ist und die Kette gerade liegt und auch keine Korallenbänke beschädigen kann.
Ein gefiederter Begleiter gesellt sich dazu.....vielleicht gibt es ja noch Frühstücksreste?!
Erstmal das Beiboot "entwässern"!
Einfach nur traumhaft!
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buskoThemenstarter807 Beiträge · seit 201820. Apr. 2020 · #49
Wir entspannen, baden ergiebig, erkunden die kleine Siedlung ein wenig und nehmen anschliessend einen „Painkiller Sundowner“, und einen ersten, „direkt aus dem Meer“ frischen Hummer! Hammer!
Das unscheinbare "Ettablissement", Potters by the sea, überzeugt durch schlichte, aber sehr frische Zutaten die einfach aber sehr schmackhaft zubereitet werden
Ankunft am Landesteg von Potters.....Beiboot fachmännisch, natürlich mit Palstek befestigt
Selbst der kleine Landesteg ist traumhaft schön!
Am nächsten Morgen fahren wir mit einem Taxi nach Loblolly Bay, eines der absoluten Highlights Anegadas, nein, des gesammten BVI! Das „Taxi“ ist mehr ein alter, fertiger LKW mit 4 Sitzbänken auf die Ladefläche aufgeschraubt und ein offenes Segeltuch-Dach als Sonnenschutz. Loblolly Bay ist einfach perfekt…..genau wie man das Paradies bilderbuchmässig darstellen würde; langer, perfekter, weisser Korallensand Strand, vorgelagerte Korallenriffe und absolut kristallklares, „schwimmbad-blaues“, seichtes Badebecken zwischen Strand und Riff…..abgerundet durch eine sehr urige Strandbar hinter den Dünen! Es ist mir, auch bei längerem Nachdenken, und obwohl ich dem Denkprozess mehrfach durch Einnahme des einen oder anderen Caribs nachschub geleistet habe, keine Möglichkeit zur Verbesserung dieses Paradieses eingefallen!
Der (perfekte!) Strand von Loblolly Bay.....
…..mehr Strand.....
Durchgang vom Strand, über die bewachsene Düne zur Strandbar
Hmmmm…..Miami liegt ca. 300 km entfernt.....fliegen oder nicht fliegen, das ist die Frage.....?
Die "Strandbar", typisch für die Karibik, etwas schmuddelig heruntergekommen, aber trotz(oder wegen)dem irgendwie passend und sympathisch
2 Painkiller bitte.....bei dem Gesichtsausdruck auch nicht die ersten des Tages!
Der "Tunnel" ins Paradies
Strandbotanik.....
Kleiner Krebs im seichten, glasklaren Wasser
Abends fahren wir, von der Sonne, Wind und Meer müde, zurück zur Siedlung und gehen, weil es so unglaublich gut war wieder zu Potters Langusten essen….einfach längs halbiert, auf Kohle gegrillt, mit Buttersosse, gekochten Kartoffeln und einem Salat…..gefühlt, die beste Languste die wir je gegessen haben! [Die Hummer müssen mindestens 6 Stunden im voraus bestellt werden, da lediglich die bestellte Anzahl entnommen wird.....einfach einfallen und bestellen ist nicht!]
Absolut frisch aus dem Wasser!
Antwort auf die blöde Frage: "Wird man von so einem Hummer satt?"
So kamen uns sehr viele der "Locals" vor!
"Potters by the sea" im schönen Abendlicht
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buskoThemenstarter807 Beiträge · seit 201820. Apr. 2020 · #50
Am nächsten Morgen geht es los, und zwar nach….. …..Cow Wreck Bay liegt an der Nordwest Küste von Anegada und ist noch verschlafener als Loblolly Bay, steht der aber ansonsten, oder gerade deswegen, in nichts nach…..es ist wieder mal eine perfekte Bucht, mit Sandstrand, Riff und seichtes, geschütztes Wasser dazwischen. Der Name soll entstanden sein, nachdem ein Viehtransporter hier auf ein Riff aufgelaufen ist.
Der minuziös ausgetüftelte "Hurricane evacuation plan" gefällt uns ausserorentlich…..das nennt man Priorisierung!
Nach Loblolly Bay hatten wir nicht geglaubt, dass es einen zweiten solchen Strand geben kann, aber.....
Idylle pur
Der nächste "Versenkungsversuch"! Diesmal, im seichten Wasser, nicht erfolgreich
Keine Worte.….
Wir fahren zurück. Der Wind kommt auf, die Wolken sehen recht ominös aus, aber es ist nicht von Dauer und wir verbringen einen schönen Abend an Bord, feiern den sehr beeindruckenden Sonnenuntergang gebührend und gehen relativ früh in die Kojen, da wir am Morgen ein gutes Stück Strecke vor uns haben.
Der Fregattvogel; mein Lieblingsvogel neben Zaunkönig und Kiwi! Der Fregattvogel ist mehrfach rekordverdächtig.....fest steht, dass er bei einer Spannweite von 2,4 m und dabei ein Gewicht von 1,5 kg das niedrigste Verhältnis von Körpergewicht zu Flügeloberfläche in der gesamten Vogelwelt aufweist. Einen derartigen Flugkünstler haben wir noch nie gesehen.....Man kann staunend zusehen wie er mühelos anderen Vögeln die Beute in der Luft abjagt.....daher der Name
Sieht recht gefährlich aus, dazu kommt noch ordentlich Wind auf
Mangroven am Rande der Bucht
Saumriff bei Ebbe
2 mal volle Zufriedenheit! Was für ein Urlaub!
Das Unwetter hat sich schnell verzogen, es geht nur noch eine laue Brise
Die untergehende Sonne und die dekorativen Wolken geben sich noch mal richtig Mühe uns unseren letzten Abend in Anagada zu versüssen
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buskoThemenstarter807 Beiträge · seit 201821. Apr. 2020 · #51
Wir verabschieden uns schweren Herzens von Anegada; es war traumhaft schön und viel zu kurz!.....aber, wir kommen wieder! Die Segel werden gehisst, die Flagen die die Kinder (unter hefigem Protest von Frau busko!) aufgezogen hatten wabern fröhlich im Ostwind und wir fahren direkt vorm Wind nach West-Südwest zu unserer heutigen Destination, Marina Cay. Das kleine Eiland, idyllisch zwischen Beef Island und Scrub Island gelegen, umgeben von einem Korallenriff und mit einem Restaurant, eine Strandbar und ein „Pussers“ Shop am Anlegesteg. Wir finden eine Boje, vertauen uns (das geht mittlerweile bereits fast wie das „Mäuse Melken“!), fahren mit dem Beiboot zum Anlegesteg und erkunden die Insel ein wenig; hierbei erfahren wir, dass es in der kleinen Bar an der Spitze der Insel am Abend live Musik gibt…..Reggae natürlich! Bei unserer Entdeckungsreise sehen wir dann zufällig am Ende der kleinen Mole eine alte englische Telefonzelle?! Bei näherer Untersuchung stellt sich heraus, dass hier eine Livecam installiert ist…..wir bringen uns also in Stellung, merken uns Datum und Uhrzeit und finden dann tatsächlich bei unserer Rückkehr die Bilder im Netz!
Die Segel werden wieder gehisst.....
…..die Flaggen fliegen im stetigen Wind.....
.....die Segel sind nun, da wir vor dem Winde segeln, je eines nach Steuerbord und Backbord ausgerichtet. Da wir keinen Bullenstander haben ist dieses Manöver ein wenig kniffelig denn, wenn der Wind, durch das in dieser Lage vorprogrammierte Schaukeln, hinter das Grosssegel kommt, dann geht der Baum um ca. 120 Grad rüber und man reisst sämtliche Taue vom Baum ab!.....also dauernd aufpassen und bereit sein, den Baum blitzschnell festzuzurren, wenn nötig!
…..und das Beiboot folgt uns brav!
Im Pussers Store auf Marina Cay. Pussers ist eine uralte, englische, maritime Handelsgesellschaft, die auch den hervorragenden Pussers Rum (hell, dunkel und in verschiedenen Altersklassen) destilliert und an die englische Marine verkauft hat.....es gab damals für jeden Seemann, sage und schreibe 2 Pint, d.h. fast einen Liter Tagesration! Wie die danach noch irgendwo hingefunden haben ist mir ein Rätsel?
"Zerfledderling"!
Auch hier wieder unser alter Freund, der Einsiedlerkrebs
Krokodil oder doch nur Eidechse?
Das Beweisfoto der Livecam aus dem Netz runtergeladen, mit Datum, Uhrzeit und sogar Aussentemperatur.....man denke sich nahezu 100% Luftfeuchtigkeit dazu!
Der Übergang vom Affen zum Menschen sind wir! - Konrad Lorenz
buskoThemenstarter807 Beiträge · seit 201821. Apr. 2020 · #52
Am nächsten Tag geht’s weiter, durch die Meeresenge zwischen Tortola und Guana Island. Unser Ziel ist eigentlich Sydneys in einer kleinen Bucht am Ostende von Jost van Dyk (JvD), wir machen aber kurz vor Sydneys noch einen langen Stop an der winzigen Insel, Sandy Cay. Diese besteht wirklich nur aus herrlichem, leicht pinken Sand der fast ausschliesslich aus zerriebenen Muscheln besteht - daher die Farbe. Dazu einen kleinen Tupfer Grün ganz oben drauf und 2 Palmen…..Ja, erinnert ein wenig an: „eine Insel mit 2 Bergen…..“. Wir verbringen einen Grossteil des Tages mit faul-im-Wasser-herumliegen, schnorcheln, die Insel erkunden (5 Minuten!) und ausgiebiger Mittagspause mit anschliessenden Nachmittagsdrinks.
Wir haben vor Sandy Cay Anker geworfen.....alles wird nochmal überprüft.....wir legen Wert darauf, dass das Boot auch noch bei unserer Rückkehr dort ist!
In der Mitte des Bildes, hinter dem Katamaran, liegt das idyllische Inselchen
Beide Palmen sind gut zu sehen!
Papageifisch am Werk.....
Meeresjungfrau.....na ja, 50% ist auch nicht so schlecht!
Welche ist wohl die vorherrschende Windrichtung.....?
Auf der windabgelegenen Seite sieht es schon ganz anders aus.....hier sind die Beiboote mit Sandanker sicher
Höchste Zeit sich ein grösseres "Haus" anzuschaffen.....
Oh nein! Eine Jumbie!
Seele baumeln.....
.....lassen!
Ich denke Picasso und Braque worden hier zu ihren verzerrten, entgliederten Figuren inspiriert!
Der Übergang vom Affen zum Menschen sind wir! - Konrad Lorenz
Zuerst herzlichen Glückwunsch zur Killi Bezwingung.....das werde ich nicht mehr schaffen. Zufällig lese ich momentan das Buch über Joan und Alan Root, das in Kenia spielt. Die beiden überquerten als 1. den Killi im Heissluftballon. Ich gab mein Herz für Afrika!!! Heisst das Buch, falls sich jemand dafür interessiert. Grüessli Malbec
Du kannst segeln und hast schon Ahnung......wer "vor dem Wind" segelt ,weiss ziemlich genau
was er tut.....so ganz fremd ist Dir das Metier nicht..... 😄 😄 😄
der Fisch ist allerdings kein "Drücker"....weil diese Spezies (Riesendrücker ... olivegrün) kenne ich
als ziemlich unangenehme Zeitgenossen und mache sowohl beim Tauchen wie auch beim
Schnorcheln einen grossen Bogen.......meine Flossen zeigen noch heute die Bissspuren dieser "Mistkerle" !!!!!!!!!!!!!
denke das ist eine Unterart der Papageienfische.....
LG......................BMW
buskoThemenstarter807 Beiträge · seit 201821. Apr. 2020 · #55
@Malbec: auch dir, danke für die Blumen.....war aber in 2005/2006.....ich müsste mich schon heftig vorbereiten um das Heute noch zu schaffen! Danke auch für den Büchertip.....ich denke die Tips die bereits in diesem Thread gegeben wurden, werden mir (und hiffentlich auch anderen) zumindest durch die Seuche bringen!
@BMW: Ich denke du hast Recht mit dem Fisch.....ich hatte das wohl vertauscht. Mittlerweile können wir einigermassen segeln.....wir haben seit 2007 einige törns, auch die nötigen Segel- und Funkscheine gemacht. In 2007 waren wir allerdings blutige Amateure; die Reise ist tatsächlich so verlaufen wie geschildert.....wir hatten absolut keine Ahnung von nichts! Ohne Kili wäre diese Reise sicherlich nicht zustande gekommen; will sagen, die verknüpfung die ich hier zwischen Kili und BVI mache ist absolut nicht an den Haaren herbei gezogen.
Liebe Grüsse, busko
Der Übergang vom Affen zum Menschen sind wir! - Konrad Lorenz
buskoThemenstarter807 Beiträge · seit 201822. Apr. 2020 · #56
Irgendwann werden die Schatten dann länger und wir haben uns von der Sonne ordentlich durchgrillen lassen – Nachteil des klitzekleinen Inselchens ist nämlich, dass es kaum Schatten gibt! Weil es so nahe liegt, werfen wir den Motor an und fahren die kurze Strecke zu Sydneys in der Garner Bucht, ganz am Südostende von JvD. Wir finden eine Boje, fahren mit dem Beiboot an Land, erkunden die Umgebung des Restaurants (viel mehr ist auch nicht!), nehmen einen schönen Sundowner am Strand vor dem Restaurant und essen ein wenig. Wir geniessen die urige Atmosphäre des Restaurants – von der Decke des Restaurants hängen hunderte T-shirts und BHs, die von irgendwelchen ausgeflippten touris hinterlassen worden sind! Man könnte sich stundenlang hier durch die Weltgeschichte hangeln! [Wie wir mittlerweile wissen, wurde die ganze „Sammlung“ im letzten Hurricane davongespült!]
Der kleine Sandstrand vor Sydneys in der Garner Bay
Spektakulärer Sonnen.....
…..untergang!
Sydneys bei Nacht
Gängige Praxis in manchen BVI Bars.....man mischt die Drinks selbst, schreibt sie auf und zahlt dann später die Zeche!
Am nächsten Tag segeln wir die relativ kurze Strecke rüber zur Cane Garden Bay die an der Nordwestseite von Tortola liegt. Cane Garden Bay ist ein grösserer Ort in einer grossen Bucht mit Hafen. Es gibt ein grosses Bojenfeld und das Aufnehmen einer Boje ist für uns mittlerweile Routine. Die Wolken ziehen herein, es gibt einen kurzen Platzregen und das wars denn auch schon wieder! Wir erkunden den Ort, der durchaus pittoresk daher kommt, geniessen einen Sundowner an Deck und machen uns dann auf den Weg in das Restaurant, Banana Keet, welches uns von anderen Seglern wärmstens empfohlen worden ist. Wir fahren mit dem Beiboot zum Landesteg, denken, dass wir zu Fuss ins Restaurant kommen. Die Locals lachen herzlich und meinen, dass man eine Dusche bräuchte wenn man dort zu Fuss angekommen ist – wir sollten eine Taxi nehmen. Wir sind zunächst skeptisch. Dann fährt die Taxi eine unglaublich steile, schlecht asphaltierte Piste hinauf, weiter und weiter. Als wir ankommen sind wir uns absolut einig; das war eine GUTE Idee! Das Restaurant entpuppt sich als eines der Besten die wir während der ganzen Reise besucht haben, es ist ein klarer Fall von „Lage, lage und abermals Lage“ – das Haus liegt auf einem steilen Grat der einige hundert Meter unten direkt ins Meer geht. Man hat von der Terasse eine 270 Grad Sicht, die Bedienung und das Essen sind super! [Wir haben dieses Restaurant bei jedem Törn in den BVIs besucht!] Auf dem Weg zurück zum Boot sehen wir wie die „Jet-set“ so lebt und wir sind uns sofort einig…..wir würden niemals tauschen wollen!
Ankunft in Cane Garden Bay
Wir dümpeln sanft an einer Boje
Ein Gewitter zieht auf, ist aber nur von kurzer Dauer
Lokal Couleur in Cane Garden Bay
Die Sicht vom Restaurant Banana Keet nach Westen, entlang der Nordküste von Tortola
Die Terasse von Banana Keet!
Banana Keet - Abendstimmung mit "Regengüsschen"
So lebt der Jet-set!
Der Übergang vom Affen zum Menschen sind wir! - Konrad Lorenz
buskoThemenstarter807 Beiträge · seit 201823. Apr. 2020 · #57
Ein Besuch in Cane Garden Bay ist ganz nett, man kann dort gut die Vorräte aufstocken und allein wegen des Restaurants, Banana Keet, sind eine, vielleicht sogar 2 Nächte empfehlenswert.
Wir nabeln uns von der Boje ab, hissen die Segel und segeln wieder Richtung JvD, diesmal zum Great Harbour, etwa mittig an der Südseite gelegen. Es ist eine relativ kurze Strecke, daher kommen wir schon früh an, nehmen eine Boje auf und machen uns dann mit dem Beiboot in Richtung White Bay auf, der direkt westlich benachbarten Bucht. Diese Bucht beherbergt den schönsten Strand der BVI, nach Loblolly und Cow Wreck Bay auf Anegada. Wir entspannen in der sogenannten „Soggy Dollar Bar“, so benannt weil ein Anlanden in dieser Bucht immer nur über den „Wasserweg“ geht….soll heissen, man wird nass! Somit waren die Geldscheine auch oft nass und einige hängen noch bis Heute (eher dekorativ) mit Wäscheklammern befestigt an einer Wäscheleine hinter der Theke. Die Bar ist aber vor allem dafür berühmt, dass hier der Painkiller erfunden wurde! Hier (mindestens) einen Painkiller trinken ist also Pflicht! Die schmecken aber so teuflisch lecker, dass es selten bei einem bleibt!
So, hier jetzt das Rezept für dieses köstliche, an sehr warmen Tagen äusserst erfrischende Getränk:
130 ml Pussers dark Rum, 250 ml Ananas Saft, 60 ml Orangen Saft, 60 ml Kokosmilch.
Alles gut durchmischen und in ein grosses Glas (immerhin 500 ml!) über viel Eis füllen und mit etwas geriebene Muskatnuss leicht überstreuen. An einen schattigen Ort setzen, zurücklehnen, mit einem Strohhalm trinken, die Augen schliessen und sich in die Karibik träumen.....oder trinken!
Den Painkiller gibt es in Abstufungen von Nummer 1 bis 5 (aufsteigende „Umdrehungen“). Man muss wissen, dass in den BVI Rum oftmals billiger ist als Fruchtsaft! Daher muss man schon aufpassen, dass die Bars nicht ihre Kosten verdünnen indem sie den Painkiller mit Rum verdünnen!.....welch erfrischender Unterschied zu mancherorts in anderen Gefilden!
Wir verbringen einen herrlichen Tag und fahren Abends müde aber zufrieden in die Great Bay zurück, wo wir das (für manche) Hightlight der BVI schlechthin, nämlich Foxys, besuchen. Es ist, entsprechend der Berühmtheit, sehr touristisch, sollen wir mal sagen, erschlossen!
Wir liegen, fachmännisch mit der Boje vertaut, im Great Harbour
Der Strand von White Bay
Wegen der Nähe zu Tortola und den US Jungferninseln ist hier viel mehr Betrieb als auf z.B. Anegada
Der Strand geht direkt in einen offenen, einladenden Palmenhain über, der Schatten spendet und zum Verweilen einlädt
Voller, aber noch lange nicht italienische Riviera!
Typische Dareichungsform des Painkiller
Wir finden es Abends im "Foxys" heruntergekommen und schummerig, überall lungern Leute herum die man nicht unbedingt im Dunkeln an einer abgelegenen Ecke begegnen möchte! Das Essen ist OK, aber etwas lieblos, der Duft „verbotener Substanzen“ ist klar und deutlich in der Luft. Wir sind etwas enttäuscht, kommen aber am nächsten Tag wieder und finden es im freundlichen Tageslicht durchaus angenehm! Wir sehen dabei an einer Toilettentür ein Spruch den wir oft in den BVI gesehen haben und der geht so:
„In these Isles of sun and fun, we don‘t flush for Number one!“
Ja, frisches Wasser ist, zumindest auf den kleineren Inseln ein Luxusgut!
Sonnenuntergang im Great Harbour
Am nächsten Tag Segeln wir eine lange Strecke, um die Westspitze von Tortola, durch die schmale Meeresenge zwischen Tortola und Little Thatch Island, machen einen Zwischenstop in Sopers Hole, eine kleine aber sehr sichere Bucht (schmaler Eingang im Westen, daher bei Sturm, also Ost- oder Südostwind, sehr gut geschützt). Wir geniessen ein leichtes Mittagessen in der schönen Marina und segeln anschliessend die lange aber segeltechnisch sehr anspruchsvolle und daher interessante Strecke nach „The Bight“, eine sehr schöne und ebenfalls sturmgeschützte Bucht auf Norman Island. Wir nehmen eine Boje auf und geniessen unseren letzten Abend in der Karibik…..mindestens für diese Reise!
Zum Abschied aufgereiht.....!
Vulkanausbruch!.....oder vielleicht doch nur Sonnenuntergang?
Wir sind uns einig.....das war ein super Urlaub und wir kommen definitiv wieder!
Der Übergang vom Affen zum Menschen sind wir! - Konrad Lorenz
buskoThemenstarter807 Beiträge · seit 201823. Apr. 2020 · #58
Unser letzter (Halb)Tag führt dann von Norman Island quer über die „Drake Channel“ nach Roadtown wo wir das Boot abgeben, richtig duschen und „grundreinigen“ und den Rückflug antreten über sint Maarten und Amsterdam nach Düsseldorf.
Wir lösen uns zum letzten Mal in diesem Törn von der Boje und segeln Richtung Roadtown
Wir schauen sehnsüchtig aus dem Fenster des kleinen Fliegers, sehen hunderte von Inseln, gross und klein, denken wieder einmal an Hemingway, diesmal allerdings an: „Islands in the stream“.
Die Insel Marina Cay in ihrer vollen Pracht, samt Saumriff - links oberhalb der Insel das Bojenfeld
Westlich der Westspitze von Virgin Gorda, rechts im Bild, die kleine Insel mit dem bewegend poetischen Namen, "Fallen Jerusalem"
Unbewohnte Trauminsel "an Turboprop"
Fallen Jerusalem und Virgin Gorda mit dem Gorda Peak in den Wolken
Ich habe die Kopfhörer auf, es läuft auf meinem Ipod (Ja, ich hab noch sowas!) das geniale Album, „4-way Street“, von Crosby, Stills, Nash & Young, davon gerade der Song „The Lee shore“ wo es heisst:
„From here to Venezuela, theres nothing more to see, than a hundred thousand Islands, thrown like jewels upon the sea!“
Welch genialer, wenn auch etwas melancholischer Abklang einer solchen Reise!
Südseite von Virgin Gorda mit dem North Sound im Mittelgrund links
Die Inseln verschwimmen, verschmelzen sanft mit Meer und Wolken
Anflug auf die Ostseite von Sint Maarten
Hotelklötze auf Sint Maarten
Anflug auf den Flughafen von Sint Maarten - unten DER Strand wo die Maschinen keine 20 m über den im Sand liegenden Badegäste rüberdüsen
Ein letzter Blick auf die Karibik.....und.....
…..wir fliegen, voller Erinnerungen von wunderbaren Erlebnissen Richtung Realität!
Zuhause angekommen geniessen wir Abends einen Painkiller, der ausgezeichnet mundet, aber uns fällt wieder einmal auf, dass die empfundene Qualität von Getränken, wie auch Speisen und anderen Dingen sehr orts-, umgebungs- und Situationsspezifisch sind! Wir sind total zufrieden, auch ein wenig stolz ob der gemeisterten „Challenges“ und sind uns absolut sicher! - das war die erste von weiteren Segeltörns! Wir machen in der Folgezeit die notwendigen Segelscheine und unternehmen noch einige weitere Touren, vor allem in der Karibik, aber auch auf La Gomera, Kanaren; Fetiye, Mittelmeer (Türkei) und Whitsunday Islands, Great Barrier Reef in Australien.
ENDE…..aber….
Ich werde noch ein Fazit einstellen, das vielleicht anderen ein wenig bei der Priorisierung der Route und die Planung einer ähnlichen Tour behilflich sein könnte!
Der Übergang vom Affen zum Menschen sind wir! - Konrad Lorenz
Topobär5'479 Beiträge · seit 200924. Apr. 2020 · #59
Moin,
ein wirklich sehr schöner Reisebericht. Während ich die Besteigung des Kilimanscharo aus eigener Erfahrung kenne, habe ich leider noch nie einen Segeltörn gemacht. Wäre sicher eine sehr schöne Erfahrung, die aber an den nicht vorhandenen Segelkenntnissen scheitert. Die größten Bedenken hätte ich bei solch einem Törn in der Karibik allerdings bezüglich meiner Leberwerte.
buskoThemenstarter807 Beiträge · seit 201824. Apr. 2020 · #60
@Topobär: Danke Dir Thomas, dass du es bis zuletzt "ausgehalten" hast! Wo du Recht hast, hast du Recht!.....bei den Temperaturen und Verfügbarkeit von, vor allem alkoholischer Getränke, "bleibt keine Leber trocken"! Zu deine Bedenken hinsichtlich fehlender Segelerfahrung kann ich dir nur beipflichten.....wir haben es zwar gemacht, aber ganz verantwortlich war es wohl nicht! Wenn ihr sowas machen wolltet, würde ich euch raten zunächst einen Segelschein zu machen; das kannst du eigentlich überall an den deutschen Küsten. Wir haben einen RYA (Royal Yachting Association) Schein in San Sebastian (La Gomera) gemacht weil wir 1) absolut zweisprachig (D und GB) sind; 2) weil unsere englischen Freunde NICHT zweisprachig sind!; 3) weil der RYA Schein sehr gut weltweit einsetzbar ist.....ich weiss nicht wie es mit den Deutschen Scheinen ist, denke aber, dass die wahrscheinlich auch gut angenommen werden. Wir haben den Schein bei Canary Sail gemacht und können diese Schule sehr empfehlen.....alle Lehrer sind RYA geprüft und zertifiziert und machten einen sehr souveränen Eindruck.
Liebe Grüsse, busko
Der Übergang vom Affen zum Menschen sind wir! - Konrad Lorenz