Reisebericht

Der kürzeste Weg vom Kilimanjaro nach Tortola

von busko · begonnen 10. Apr. 2020 · 20 Teile

Teil 110. Apr. 2020
Es gibt wirklich nur einen adäquaten Anfang für diesen Bericht und der lässt sich wunderbar im folgenden Zitat der bislang immer noch unübertroffenen „Kommödientruppe“ Monty Python zusammenfassen:

„…..and now, for something completely different!“

Als ich Heute Morgen aus dem Fenster schaute und den Gedanken freien Lauf liess, fielen mir die Eichhörnchen auf die sich, typisch für die Jahreszeit, an der grossen Kiefer wilde Duelle und haarsträubende Wettrennen in schwindelerregender Höhe lieferten. Bei aller Geschicklichkeit müsste das doch ab und zu zum Absturz führen! Warum aber sieht man nur selten Eichhörnchen mit gebrochenem Bein, oder schlimmer?
Die Antwort liegt natürlich, zumindest teilweise in der relativen Grösse eines Eichhörnchens begründet! Wenn ein Mensch aus einer Höhe von 2 Meter fällt, überlebt er dies in der Regel, oftmals sogar unbeschadet. Fällt er aus 3 Meter Höhe, sieht dies bereits anders aus und ein unglücklicher Sturz aus 5 Meter Höhe auf harten Untergrund geht oftmals sogar tödlich aus!
Eine Ameise könnte hingegen ohne grössere Probleme vom Burj Khalifa fallen, sich umdrehen, abstauben und friedlich ungeschoren mit dem Leben weiter machen. Das Eichhörnchen liegt nun grössenmässig irgendwo dazwischen und, mit dem buschigen Schwanz, gespreizten Extremitäten und gesträubten Haaren ist ein Fall, auch aus grösserer Höhe durchaus kein Todesurteil.
Vermutlich haben Ameise und sogar Eichhörnchen keine Höhenangst, ganz einfach weil diese zum Überleben nicht gross beitragen würde! Beim Menschen sieht dies ganz anders aus so, dass eine ausgeprägte Höhenangst eigentlich eine normale, gesunde und lebenserhaltende Reaktion ist.

Manch ein Leser fragt sich bestimmt bereits: „Was hat dies nun bitte mit dem Thema zu tun?“
Ganz einfach…..ALLES!

Wir, als begeisterte Bergsteiger in der Jugend, während der Studienzeit und noch danach hatten unsere Liebe zu den Bergen in vollen Zügen ausgelebt, schwierige Routen in den Magaliesbergen (Bergkette zwischen Pretoria und Rustenberg), Drakensbergen und anderswo begangen…..ja, richtig mit Seil, Karabiner, Haken usw. Irgendwann kam dann die Familie, der Bauch und die grauen Haare und man hat sich bewusst (vom Eichhörnchen zum Menschen mutiert und) von diesem Extremsport distanziert. Geblieben ist jedoch die Liebe zur Natur und zu den Bergen!

Bei einem lauschigen braai mit besten südafrikanischen Freunden im sonnigen Süden schwelgten wir in Erinnerungen und, überkommen von der „Midlife crisis“ (alle damals mittlerweile um die 50 und…..das kanns doch noch nicht gewesen sein?!), sinnierten wir über Möglichkeiten dem Ganzen noch das Sahnehäubchen aufzusetzen. Was machen? Nochmal eine Drakensberge-Extremtour im Winter? Vielleicht doch lieber erneut in den Himalaya? Alles schön, aber irgendwie nicht der Reisser! Dann, aus den tänzelnden Flammen und, sicherlich nicht unwesentlich, aus den „Prozenten“ des Sedgwicks Old brown Sherry, keimte irgendwie der Gedanke auf, doch mal auf den höchsten Berg Afrikas, dem Kilimanjaro (Kibo) zu gehen! Der Gedanke war geboren, lies uns nicht mehr los und, nach ein Jahr Training und Vorbereitungen war es dann soweit.

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Wir hatten uns aus 2 Gründen für die Machame-Route entschieden:

1. Es ist eine lange Route, die sich um den halben Berg windet, in der Regel in 5-7 Tagen begangen wird und somit eine möglichst lange Akklimatisierung erlaubt - der Uhuru Gipfel ist immerhin 5895 m hoch!
2. Man hat viel Zeit um die wunderbare Welt ums sich herum, die Klimazonen, Pflanzen und (besonders für mich) die Geologie dieses gewaltigen Vulkans (der höchste weltweit von der umgebenden Ebene aus gemessen) zu geniessen.

In der Woche vor Weihnachten 2005 starten wir - Flug mit KLM nach Amsterdam; weiter nach Nairobi, dann mit einer alten „Propellermöhre“ zum Kilimanjaro international airport südlich von Arusha mit anschliessender weiterfahrt nach Moshi. Es folgt ein sehr herzliches Wiedersehen mit unseren Freunden die aus Südafrika dazukommen sind. Wir akklimatisieren, unternehmen Streifzüge durch das quirlige Moshi, saugen die Gerüche, Farben, Geräusche und Eindrücke durstig in uns auf, uns überkommt ein unbeschreibliches Heimatsgefühl…..ja…..einfach wieder „back to Africa!“


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Kilimanjaro.....und das aus der Dose!

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"The first time, ever I saw your face...."

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Geheimnisvoll, unnahbar und fast unendlich hoch!

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Kanalisierung im "downtown" Moshi

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Quirlig bunt.....wie eigentlich überall in Afrika

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Lekker!!!

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.....und ihr dachtet MIT ist in Boston!

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DAS ist Afrika!
Teil 211. Apr. 2020
Wir denken viel an Hemingway und Blixen, einige lesen „Snows of Kilimanjaro“ bzw. „Out of Africa“. Andere (auch busko) lesen Leakey, da unser Weg auch noch nach Olduvai führen wird, Wir diskutieren das Gelesene angeregt im Zusammenhang mit den Ansätzen von Darwin und der Neo-Darwinisten, insbesondere auch Dawkins, der (in Kenya geboren wurde und) die Darwinistischen Ideen hinsichtlich der neuesten Erkenntnisse (Genetik usw.) konsequent weiter entwickelt hat. Immer wieder zeigt sich der Kili, mal klar und deutlich, mal teilweise in Wolken verhüllt, immer geheimnisvoll, unnahbar, unglaublich hoch und sehr weit entfernt.

Dann wird’s ernst; wir packen und fahren mit einem Kleinbus zum Machame gate, auf etwa 1800 m Höhe und etwas südwestlich vom Kibo gelegen. Wir schultern unsere Rucksäcke die eigentlich nur Foto-Equipment, eine Windjacke, Notkleidung, persönliche Gegenstände, viel Wasser und ein Lunchpaket enthalten. Alle anderen Dinge wie Lebensmittel, Kleidung, Zelte, Schlafsäcke usw. werden von den zwangsläufig vorgeschriebenen (man darf nicht ohne!) Trägern getragen. [Eigentlich ein sehr eleganter Ausweg, denn so kann man ja immer sagen: „Ich wollte ja, durfte aber nicht!“]


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Die Träger organisieren die Lasten, die in Plastiksäcke verpackt sind und einfach geschultert werden!

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Das tägliche Lunchpaket; eigentlich ganz gut zu essen, wird aber nach 5 Tagen schon langweilig

Es geht auf gutem Pfad durch dichten tropischen Bilderbuch-Urwald mit Urwaldriesen, Farnen, Blumen, Vögel und viele Moose und Flechten. Wir lassen uns Zeit, gehen es langsam an; immerhin kommen wir ja vom Niederrhein auf ganze 50 m oder so ü.n.N! Nach einigen Stunden sind wir dann an unserer ersten Übernachtungsstelle, dem Machame-Hütten Camp, auf ca. 3000 m. Wir geniessen die kurze Dämmerung mit teilweise sehr schöner Abendstimmung am Kili.


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Träger mit ihren "Rucksäcken"!

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Das erste Camp ist geschafft! Der Kili zeigt sich im Abendlicht

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Geschafft!.....und wie!

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Was aussieht wie Chaos.....ist auch Chaos! Es braucht etwas Routine bis, dass das besser funktioniert!

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Das Machame Camp liegt an der Baumgrenze so, dass der Weg nun durch Savanne führt. Wir sehen erste Lobelien und andere „gigantomane“ Pflanzen, allerdings noch vereinzelt.
Der Weg wird schmaler und deutlich schroffer, es geht auf und ab über schwarzem, teilweise scharfkantigem Vulkangestein. Die Temperatur fällt, es wird richtig kalt und wir sind nicht gut darauf vorbereitet; wir haben zu wenig warme Kleidung im Tagesrucksack und die Träger sind nicht in der Nähe. Einige in unserer Gruppe bekommen Unterkühlungserscheinungen, müssen in Thermaldecken eingewickelt und gewärmt werden. Irgendwann geht es wieder und wir kommen zum zweiten Camp auf dem Shira Plateau auf etwas über 3800 m. Die Luft ist dünn, Anstrengungen werden umgehend mit Atemnot bestraft, leichte Kopfschmerzen stellen sich ein, aber wir zwingen uns zu essen und, vor allem, viel zu trinken. Die erhoffte Sicht auf den Meru zerschlägt sich in Wolken und diesigem Gegenlicht, ansonsten zaubert die kurze Dämmerung, vor allem auch wegen der Höhe eine magische Atmosphäre hervor.


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Über der Baumzone.....die Sicht auf die Ebene ist berauschend

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Alpin anmutende Stäucher

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Nicht gut vorbereitet! Wir haben nicht genug warme Kleidung dabei, einige sind ziemlich unterkühlt!

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Passt zur heutigen Diskussion.....so sieht Klopapier aus wenn es in der Tasche nass geworden ist!

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Dämmerung am Shira Plateau.....wunderbare Stimmung!

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Sonnenaufgang am Shira Plateau; das Wetter ist deutlich besser geworden

Nach einer zweiten Nacht in der wir nicht gut schlafen geht es weiter, über die auf ca. 4600 m hoch gelegener Lava Tower, an der berühmten (berüchtigten) Barranco Wand entlang und wieder runter zu den Barranco Hütten auf ca. 4000 m. Dieses „hoch aufsteigen und wieder runter gehen“ hilft wirklich! Wir verbringen, nicht zuletzt deswegen, eine deutlich ruhigere Nacht und erleben einen spektakulären Sonnenunter- sowie -aufgang. An diesem Tag erleben wir den berühmten Pflanzengigantismus am Kili hautnah…..es geht immer wieder durch wundersame Landschaften, teilweise mit zauberhaften Nebelschwaden durchzogen. Irgendwer meint: „Eine tolle Kulisse für eine Neuverfilmung von „Herr der Ringe“ oder gruselklassiker wie „The Fog“!“


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Trägerkarawane mehrerer Treckinggruppen

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Sehr ungemütliches Mittagessen! Nebelschwaden ziehen immer wieder auf, es trieft richtig, alles ist permanent matschig, dann hat man wieder Sicht!.....es muss ein Grund geben weswegen die Lobelien so gut und groooooss wachsen!
Teil 312. Apr. 2020
Wir diskutieren viel über die Evolution, sind erstaunt über den weitestgehend identischen Bauplan grösserer Lebewesen im Tierreich; nehmen wir mal eine Eidechse, einen Vogel, ein Mensch, ein Delphin und eine Fledermaus. Spezies die stellvertretend alle Lebensräume, Land, Luft und Wasser abdecken. Solch diverse Tierarten! Doch, sieht man sich die Skelette dieser Spezies mal genauer an, so muss einem auffallen, dass sie, abgesehen von „verlängertes dies, oder verkürztes das“, ziemlich baugleich sind! Weiterhin interessant erscheint uns die konvergente Evolution von z.B. Vogel und Fledermaus – beide haben sich auf den gleichen Lebensraum spezialisiert, aber, auf so grund unterschiedlicher Weise! Während die Vögel aus Ur-Reptilien vor Urzeiten hervorgegangen sind, ist die Entwicklung der Fledermaus relativ rezent aus kleine, mausähnliche Säugetiere hervor gegangen. Wir mutmassen weiterhin, dass die Ur-Fledermäuse den Konkurrenzkampf mit den damals schon sehr effektiven Vögeln mit denen sie die „Evolutionäre-Nische“ teilen, vielleicht nur überleben konnten, indem sie nachtaktiv geworden sind?


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Pflanzengigantismus in allen Formen!

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Wundersame, übermannsgrosse Geschöpfe

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Die Entdeckertruppe - allesamt warm eingemummelt!

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Die berüchtigte Barranco-Wand an der manch ein (auch sehr guter) Bergsteiger gescheitert ist

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Wie aus einem dunkleren Kapitel der Herr der Ringe.....Bilbo und die Lobelien-Ents!

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.....das Gleiche in "freundlicher"!


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Am hellichten Tag!.....am Äquator!!!

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Abendstimmung im Barranco Camp

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Aufbruch in einen schweren Tag

Wir sind nun gut eingelaufen und dies ist auch gut so, denn der nächste Tag hat es schon etwas in sich! Es wird deutlich steiler und schroffer, an einigen Stellen muss man sich durchaus auch mit den Händen weiterhelfen, aber (und diejenigen die dies öfter gemacht haben werden es wissen), irgendwann geht man in ein Modus über in dem eine gewisse „Automatik“ übernimmt und die Beine ohne nachzudenken einen nach vorne bringen. Das Ziel, das Barafu Hütten Camp, liegt auf über 4600 m auf einem Bergrücken, mit wunderbarer Sicht auf die unendliche Ebene im Süden, Mawenzi im Osten und dem wunderbar (damals noch!) mit Gletschern durchzogenen Kibo im Nordwesten. Was für eine Sicht! Schade nur, dass inzwischen die Kopfschmerzen deutlich zugenommen haben und man bei jeder Bewegung überlegt; muss ich das wirklich jetzt tun?! Wir hängen rum, fotografieren, trinken viel und versuchen uns geistig auf das vorzubereiten was Morgen kommen wird!


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Es geht gleich am Camp los.....rauf und runter über Stock (aber nur sprichwörtlich!) und Stein (sehr viel davon!)

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Wieder mal "so eine" Passage!

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Der Kili, Nachmittags vom Barafu-Camp aus

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Wo gehts lang?.....gibts denn oben auch ne Pommesbude?

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Wunderbare Abendstimmung im Barafu-Camp.....die Wolken Branden aus der Ebene an den Kili an; der wehrt sich.....noch! Im Hintergrund links, der 5148 m hohe Mawenzi, eine anspruchsvolle Kletterpartie!

Es wird sehr früh gegessen und direkt nach Sonnenuntergang ab in die Zelte. Es ist nämlich so, dass wir um 23.00 los müssen!!!
Teil 413. Apr. 2020
Nach einer durch vieles, nur nicht Schlaf, geprägten (Halb)Nacht werden wir geweckt! Nein, eigentlich nur aufgefordert aufzustehen. Ich glaube nicht, dass irgendeiner von uns wirklich geschlafen hat. Wir ziehen alles an was wir haben, es ist klirrend kalt, schalten die Stirnlampen an und gehen, stumm, mechanisch die Geröllhalde hoch. Fast wie bei der Düne 45 - 2 Schritte nach vorne, einen zurück! Die Kopfschmerzen nehmen zu, die ersten kehren um, wir beissen die Zähne zusammen und gehen weiter, immer weiter, bis schliesslich der Kraterrand bei Gilmans (Stella) point erreicht ist. Zunächst Euphorie, dann die Erkenntniss, dass es noch gut 130 Höhenmeter und ganze 6 km zum „Freiheitsgipfel“ sind! Die nächsten streichen die Segel und gehen, mit tränen überströmten Wangen wieder nach unten!
Wir fragen uns: „Ja, was in Himmels Namen wollte der Leopard hier oben???
Weiter geht’s, die Sonne geht auf und erleuchtet die Gletscher mit einem, auch durch die Höhe bedingtem, nicht von dieser Welt erscheinendem Licht. Es ist einfach überwältigend, wir können nicht anders, uns kommen die Tränen; eine Mischung von Bewegung und Freude. Wir haben die Kälte (gemessene -18 Grad, und das ziemlich genau am Äquator!!), die Kopfschmerzen und die Müdigkeit vergessen und gehen, fast im Laufschritt auf den Gipfel zu. Es ist Weihnachtstag (25.12) und was für ein Geschenk! Wir wollen gar nicht mehr weg von hier, verbringen eine, vielleicht zwei Stunden dort oben; können uns nicht satt sehen, fühlen, spüren!


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Magische Stimmung kurz vor Sonnenaufgang in der Nähe von Gilmans point; uns fällt hier bereits auf, dass die Gletscher abrupt, mit einer hohen Wand enden, nicht almählich auslaufen, wie wir uns das vorgestellt hatten!

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Die Kolonne der müden "Übriggebliebenen"!

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Die Sonne steht am Horizont, die teilweise über 30 m hohen Gletscherwände werden von der tropischen, afrikanischen Sonne wunderbar in Szene gesetzt!

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Gletscher, Wolken und Ebene.....filigran und, ach so prekär! Wir wissen, dass dies nur "auf Zeit" ist, saugen es in uns auf!

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Die letzten Bastionen des Gletschers trotzen der afrikanischen Sonne

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Schemenhaft im Hintergrund, der 4560 m hohe Meru. Der Arusha Nationalpark liegt am Hang des Berges, wunderbar, idyllisch auf dem Hügelrücken zwischen Meru und Kilimanjaro

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Der Blick in den Krater ist atemberaubend.....überall sind noch zeichen der vulkanischen Aktivität zu sehen.....kleine Dampf- und Gaswolken entweichen der Erde. Durch die sehr intensive Sonneneinstrahlung, vor allem bei dieser Höhe sind die Kontraste zwischen dem weissen Eis und der schwarzen Lava besonders extrem

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Das Gipfel"kreuz" mit einigen mehr oder weniger interessanten Angaben

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Es ist geschafft! Wir stehen auf dem höchsten Punkt Afrikas!


[An dieser Stelle muss ich einfach mal folgende Anmerkung zu einer der (vor Corona) aktuellen Diskussionen in DE loswerden: Wir haben am 25.12.2005 vom Gipfel des Kibo mit dem Mobiltelefon einwandfrei mit unseren Kindern in DE, inklusive Fotos verschicken, kommunizieren können!!! Wo ist nun die „dritte Welt“? Im ach so „primitiven“ Afrika, oder vielleicht doch genau hier, bei uns, wo obiges auch Heute noch, nach mittlerweile 15 Jahren mancherorts nicht gelingt?!]

Der Guide drängt, wir haben noch einen langen Weg vor uns. Es geht zurück; die „Düne-45-ähnliche Verhältnisse“ sind hierbei durchaus hilfreich! Zunächst zurück zum Barafu Camp wo wir deftig essen, uns 2 Stunden ausruhen und dann eine weitere Höllentour, immer den elend langen Grad hinunter, bis zum Mweka Hütten Camp auf 3100 m! Die gesammte Tagestour ist also 1300 m hoch und dann 2800 m runter und das bei der Meereshöhe - das ist ein Wort! Wir sind euphorisch, atmen kräftig durch, Kopfschmerzen sind weg und (fast) vergessen; es bleibt pure Freude am Erlebten!


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Die gleiche Gletscherzunge wie beim Aufstieg, nur 2 Stunden später im grellen Sonnenschein.....welch ein Unterschied!

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Unser Lager in Mweka.....Todmüde, aber was für eine Freude am erlebten!

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Der Kili verabschiedet sich in Stil.....zarter Wolkenschleier bei Sonnenuntergang.....wir staunen mit offenem Mund und feuchten Augen!

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Wir fahren zurück nach Moshi, geniessen die Stadt noch ein wenig und fahren anschliessend noch 3 Wochen auf Safari, wobei wir die Nationalparks; Lake Manyara, Ngorongoro, Serengeti, Arusha und Tarangire besuchen. Dies ist aber ein anderes Kapitel und hat nur wenig mit dieser Geschichte zu tun, daher werde ich hier auch nicht zu diesem Abschnitt berichten.
Abschliessend hierzu vielleicht noch die Bemerkung, dass diese Gesamttour in die top 3 unserer „Allzeit-Bestenliste“ gehört!


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Katalysator? Staubfilter? Was ist das?.....auch die "Handbremse" war richtig gut!

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.....und TSCHÜSS, AFRIKA!
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So, wie kommt man also nun vom Kilimanjaro nach Tortola?
Teil 515. Apr. 2020
In midestens zwei Hinsichten ist die Insel, ja, die die demnächst nicht mehr „dem Verein“ angehört, uns meilenweit überlegen. Nein, nicht die Esskultur! Obwohl diese bei weitem nicht so schlecht ist wie oftmals, vor allem von denen die weiterhin im Verein verbleiben, behauptet wird! Hierbei denke ich z.B. an Beef Wellington, die riesige Auswahl an teilweise sehr guten „Pies“ und, nicht zuletzt, gibt es vielerorts durchaus auch sehr schmackhafte „Fish & Chips“, vor allem wenn ordentlich mit gutem Essig beträufelt!
Die Insel ist hinsichtlich der populären (pop) Musik weit, weit vorne; hierbei denke ich z.B. an Beatles, Stones, Deep Purple, Black Sabbath, Who, Led Zeppelin, Cream, Yes, Genesis, Pink Floyd, Queen….usw……usw…..usw…. Die Liste liesse sich fast unendlich weiterführen.
Weiterhin wäre da die Kommödie…..Rowan Atkinson (z.B. Blackadder), Peter Sellers (Pink Panther), Douglas Adams (Hitchhikers Guide, Dirk Gentlys Holistic Detective Agency.....)…..und natürlich die bereits erwähnten „Könige der Kommödie“…..Monty Python, dessen Zitat ich jetzt, an dieser Stelle, weil genau hier so gut passend, nochmal bemühen werde…..

„…..and now, for something completely different“

So, wie kommt man also nun vom Kilimanjaro nach Tortola?
Das ist eine einfache, fast logische Geschichte. Wir waren von der Tanzania-Reise, insbesondere von der Kili-Expedition, so „high“, dass wir in eine Art Leere gefallen sind und verzweifelt nach weitere Abenteuer gesucht haben. So kam es, dass wir im folgenden Februar auf der Bootsmesse in Düsseldorf auf einem Mal die verrückte Idee bekamen ein hochseetaugliches Segelboot zu chartern und einen Segeltörn zu unternehmen! Pech nur, dass keiner von uns irgendwelche Erfahrung, geschweige denn einen Segelschein hatte! Was tun? Klar doch, wir suchen einfach eine Charterfirma die (blöd genug ist!) solche Boote auch an Amateure wie uns zu vermieten. Gesagt, getan. Es war nicht einfach und wir haben viele Versuche gestartet, aber letztendlich hat sich „The Moorings“ auf meine Aussage, dass ich als 10 jähriger mal eine Jolle gesegelt hätte, bereit erklärt uns ein Boot im Stützpunkt Roadtown auf der Insel Tortola in den Britischen Jungferninseln zu überlassen…..
und so kommt man, fast zwangsläfig, auf kürzestem Wege vom Kili nach Tortola!
Teil 616. Apr. 2020
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Bootsmesse, Düsseldorf, 2006; die "Deutschlandfarben" sind rein zufällig!

Mitte 2007 geht es also los. Wir fliegen mit KLM nach Amsterdam, dann weiter nach Sankt Martin; von dort mit einer klitzekleinen Propellermaschine (8 Sitze; keine Abtrennung zwischen Piloten und Passagieren) in der man noch richtig das Gefühl des Fliegens Hautnah mitbekommt, nach Tortola (Beef island). Wir werden von einer Taxi abgeholt, die uns zunächst etwas merkwürdig vorkommt, dann merken wir, dass der Wagen Linkssteuer hat und Linksverkehr herscht. Wir sehen uns um und merken, dass fast alle Wagen Linkssteuer haben! Später erfahren wir, dass dies daran liegt, dass fast alle Autos aus den USA stammen. Weiterhin merkwürdig ist, dass die offizielle Währung US$ ist, obwohl die Inselgruppe ja noch eine Übersee-Dependence Grossbritanniens ist!
Es herscht absolute Karibik Atmosphäre, überall „Bob Marleys“ in allen möglichen Alters- und „Leibesumfangs“ –klassen, fröhlich farbenfroh. Alles irgendwie sympathisch, attraktiv leicht modrig, schummerig, vernachlässigt! Jetzt mal Hand aufs Herz – das ist doch mit ein Hauptgrund weswegen wir alle in solche Gegenden fahren! Es ist eben NICHT alles mit Braas XYZ, genau abgestimmtes Einheistschwarz bedeckt, schön verputzt und mit Hellweiss ABC auf Hochglanz gestrichen!

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Britische Jungferninseln mit den Hauptinseln; Tortola, Virgin Gorda, Anegada und Jost van Dyke

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Jumbies (mehr dazu später) Bar im Flughafen von Sint Martin

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Diese Maschine zu "hijacken" wäre kein Problem gewesen.....allerdings wäre die nicht nach Manhattan gekommen, sondern bereits, wahrscheinlich nach 3 Tagen Flug, schon vor Florida ohne Sprit abgestürzt!

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Die Landepiste auf Beef Island, eine kleine Insel, die mittlerweile per Brücke mit Tortola verbunden ist

Wir kommen im Moorings-Stützpunkt an, werden freundlich empfangen und zum Boot geführt (32 Fuss Beneteau; ca. 5 Tonnen „Lebendgewicht“). Mit einer oberflächlichen Einführung und einem freundlichen „hier sind die Schlüssel“ und „wir sehen uns dann in 2 Wochen wieder“ sitzen wir nun da! Keine Ahnung von nichts! Wie geht noch mal der Motor an? Wie bekommt man das Grosssegel vom Baum an die Mastspitze?.....und überhaupt, wo ist hier die Handbremse?.....im Kopfkino kommt die Kaimauer auf einem zu und wie bitte jetzt anhalten? Wir verdrängen diese Gedanken erst einmal indem wir einkaufen gehen. Der Supermarkt ist gut bestückt, wir wundern uns, dass es eine grosse Auswahl (durchaus guter) südafrikanischer Weine gibt? Auch Trockenobst und andere, nicht verderbliche Waren aus SA sind zu haben? Später erfahren wir, dass diese Güter als „Ballast“ bei der Überführung der sehr populären Robertson & Caine Katamarane, die in Kapstadt gebaut werden, quasi als „Kostenverdünnungsmassnahme“ mitgebracht werden!


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Die "Moorings Marina" im Hafen von Roadtown auf Tortola…..alles sehr gut in Schuss!

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…..und, was machen wir jetzt mit diesen 5 Tonnen ohne Bremse.....?
So sieht ein ängstlicher, ahnungsloser "Skipper" aus!

Am nächsten Morgen hilft alle Prokrastination nicht mehr; wir müssen los! Wir werfen den Motor an und versuchen rückwärts vom Liegeplatz in den Kanal „auszuparken“. [Dabei merken wir erstmals, dass das Steuerruder fast nutzlos ist und, dass ein Segelboot, zumindest bei niedriger Geschwindigkeit, nicht gerade nach hinten fährt, sondern sich eher, fast Krebsmässig seitlich nach hinten bewegt! Wie wir mittlerweile wissen, steht dieses Phänomen als „prop-walk“ bekannt und rührt daher, dass der Propeller, drehrichtungsbedingt entweder links oder rechts der Mitte des Rumpfes Wasser nach oben drückt. Durch die keilförmige Form des Rumpfes wird das Boot dadurch nach links oder nach rechts bewegt.]
Irgendwann schaffen wir es dann doch, kommen mehr schlecht als recht aus dem Hafen, denken drann, dass in diesen (amerikanischen) Gewässern - „Red, Right, Returning“ - herscht, also die rote Tonne an Steuerbord, die grüne zu Backbord wenn man in den Hafen einläuft, also genau anders herum wenn man ausläuft!

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Beiboot viel zu eng angebunden.....aber das lernen wir schnell!

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Rote Tonne an Backbord, grüne an Steuerbord beim Verlassen des Hafens
Teil 718. Apr. 2020
Da wir nicht mal sicher sind wie man die Segel hisst und die heutige Etappe auch relativ kurz, ans Ostende von Tortola in die Trellis Bay, Beef Island führt, fahren wir mit dem Motor weiter. Wir erreichen ohne Problem die Bucht und schaffen es tatsächlich eine Boje aufzunehmen und uns daran zu befestigen…..Hurra, unser erstes Mal…..Wir sind irgendwie froh und auch erleichtert, dass wir das Schiff noch nicht versenkt haben!

Wir kommen mit der Crew eines „Moorings Lead Boot“ ins Gespräch, der Mechaniker bietet uns Hilfe an, kommt zu uns und bringt uns, in einem ca. 30 minütigen „Crashkurs“ die Basics des Segelhissens und –streichens bei!


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Keine gute Karte, hilft aber, zusammen mit der vorherigen Übersichtskarte sich ein wenig zu orientieren

Unser Weg wird wie folgt aussehen:

Road Town – Tortola
Leverick Bay – Beef Island
Saba Rock – North Sound, Virgin Gorda
(Tagestouren (Beiboot) im North Sound nach Bitter End, Biras Creek und Leverick Bay)
Anegada – Setting point
(Tagestouren nach Loblolly Bay und Cow Wreck Bay)
Marina Cay – Nördlich von Totola
Sandy Cay – zwischen Tortola und Jost van Dyke
Sydneys – Ostende von Jost van Dyke
Cane Garden Bay – Bucht an der Nordwestseite von Tortola
Great Harbour – Südseite von Jost van Dyke
(Tagestour mit Beiboot nach White Bay im Südwesten von Jost van Dyke)
The Bight - Norman Island
Road Town – Tortola.


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Geschafft! Wir liegen an einer Boje mit ca. 1 Tonne Beton am anderen Seilende.
Das "Last Ressort" Restaurant liegt rechts hinten im Bild, auf einer kleinen Insel.
Dieser Tag war mindestens so stressig und nervenaufreibend wie alles was wir am Kibo erlebt haben.....

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Ein erstes Bad in der kristallklaren Karibik!
Wer Frau busko ein wenig kennt und diesen Gesichtsausdruck sieht, wird wissen, dass sie was im Schilde führt.....

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Freude bei der Einen.....oder.....Wie versenke ich dass Walross.....?

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Die Möwen drehen ihre letzten Runden im lauen Abendwind

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Das "Last Ressort" liegt auf einer kleinen Insel in der Trellis Bay; Gutes Restaurant mit live musik

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So sehen zufriedene "Seefahrer" aus!

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Unser Boot - Der Salon (Küche, Sitzecke)

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Unser Boot - Die Achter Kajüte (1 Person.....bei 2 muss man schon sehr verliebt sein!)

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Unser Boot - Die Vorder Kajüte (2 Personen.....die auf "Fusskuscheln" stehen!)
Teil 819. Apr. 2020
Abends fahren wir mit bem Beiboot ins Last Ressort, geniessen ein gutes Essen (Seafood, natürlich!), die durchaus passable Live Musik und kommen mit anderen Seglern ins Gespräch. Hierbei lernen wir eine sehr sympathische, Englische Gruppe, die auf 2 grossen Katamaranen unterwegs sind, kennen und, da sie einen ähnlichen Törn wie wir machen kommen wir auch immer wieder an den verschiedenen Stationen unserer Reise zusammen…..es entwickelt sich eine Freundschaft und wir unternehmen viele gemeinsame Segeltouren, machen sogar unsere Segel- und Funkscheine zusammen auf La Gomera bzw. in Southampton.
Teil 919. Apr. 2020
Am nächsten Tag verlassen wir Trellis Bay ohne Probleme und hissen die Segel sowie wir im freien Wasser sind. Wir haben eine lange Tour richtung Nordost vor und zwar in die North Sound von Virgin Gorda (so benannt, weil die Insel aus nordwestlicher Richtung tatsächlich einer korpulenten, auf dem Rücken liegenden Person ähnelt), zum Saba Rock. Das Saba Rock Ressort liegt auf einer sehr kleinen Insel, idyllisch von Korallenriffen umgeben, zwischen einer im Nordwesten von Virgin Gorda nach Norden herausragenden Halbinsel und Prickly Pear Island. Die Insel besteht aus ein Restaurant, kleinen Laden, Tankstelle (für Wasser und Sprit) und einen sehr schönen, gepflegten Garten.


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Wir liegen an einer Boje am Saba Rock Ressort; das Wasser ist warm und kristallklar. Wir baden ausgiebig im herrlich temperierten Wasser, erkunden die kleine Insel ein wenig und nehmen an Bord einen ruhigen Sundowner (G&T natürlich!)

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Abends am Landesteg des Saba Rock Ressorts. Die unterwasser Lichter zaubern einen unwirklichen blau-grünen Schimmer in die Karibik

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Im Licht sehen wir wie ca. 1-1,5 m grosse Tarpone auf Jagd nach Quallen gehen; ein beeindruckendes Spektakel

Am nächsten Morgen ver- und entsorgen wir das Boot; Müll raus.....Sprit und Wasser rein!
Danach starten wir eine Erkundungstour der Umgebung mit dem Beiboot. Wir fahren zum nahe gelegenen Bitter End Yacht Club, sehen uns dort die Gärten und das Umfeld ein wenig an und kaufen das dringlichste ein.....hauptsächlich Getränke (es ist erstaunlich wie viel an so einem Tag weg geht!). Beim Bier hat man die Auswahl zwischen Carib, Red Stripe und Corona.....alles nicht das was man in D als Bier trinken würde, aber es ist ein, sagen wir mal kaltes, ca. 3-5%-iges, bierähnliches, alkoholisches Getränk und man gewöhnt sich erstaunlich schnell daran! Es gibt auch in den grösseren Supermärkten importierte Biere, aber wir sind eigentlich ganz gut mit dem lokalen Angebot klargekommen.

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Das erste Mal den Sprit- sowie Wassertank auffüllen.....gut drauf achten, dass man diese nicht verwechselt!


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Die Beiboot-Kapitänin "entleert" das Beiboot auf einfacher, angenehmer Weise vor der Losfahrt, indem sie einfach den Stöpsel hinten im Boden des Beibootes zieht und ein Paar Runden unter voller Fahrt dreht! (Durch den sogenannten Bernoulli-Effekt übt das vorbeiströmende Wasser eine Sogwirkung aus, das das durch die Schleppfahrt des Vortages aufgenommene Wasser aus dem Beiboot saugt)

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Das Gebäude des Bitter End Yacht Clubs (BEYC)

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Botanik in Hülle und Fülle!

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…..und das ist eine sehr,.....

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…..sehr gute Idee.....!

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Varandah des BEYC mit Blick ins innere des North Sound

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Die "alt ehrenwürdige" Frage bleibt (fast) gleich: ".....und was wollte der Leopard dort oben?"
Teil 1019. Apr. 2020
Wir machen eine weitere Tour mit dem Beiboot am Nachmittag nach Leverick Bay, eine ruhige Ecke an der Westseite des North Sound, erkunden den kleinen Ort und den Hafen. Zurück am Boot vorm Saba Rock Ressort geniessen wir wieder das Wasser, schnorcheln ein wenig und runden einen weiteren perfekten Tag mit einem Abendessen im Restaurant ab.


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In Leverick Bay sind Bühnen aufgebaut; es geht um eine Feier wobei die "Jumbies", übergrosse Menschen, die von Personen auf Stelzen dargestellt werden, wilde Tänze ausführen.....es hat wohl mit Rituale zu tun, die mit den afrikanischen Sklaven mitgekommen sind.

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Der kleine, schmucke Hafen von Leverick Bay

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Unser Boot schaukelt sanft an einer Boje vor Leverick Bay

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Wilde Tiere in Leverick Bay!

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Das sehr schöne Leverick Bay Hotel von der Hafenmole aus gesehen.
Das Restaurant ist durchaus empfehlenswert

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"Rote Eicheln" auf der Insel von Saba Rock!

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Das offene Restaurant auf dem Saba Rock

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Die "Hotelfähre" von Saba Rock, die Gäste bei bedarf zwischen SR und andere Orte im North Sound schippert.
Wir hatten unsere eigene "Fähre".....das Beiboot

Am nächsten Morgen starten wir früh. Wir fahren mit dem Beiboot in die hinterste Ecke des North Sound zum mondänen Biras Creek Ressort, nicht um dieses zu besuchen, sondern als Startpunkt für eine Tour auf den höchsten Berg Virgin Gordas, den Gorda Peak, nicht ganz so hoch wie der Kibo, aber immerhin ca. 450 m und in der Witterung ganz schön schweisstreibend!


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Der Blick nach Nordwesten vom unteren Ende des North Sound, bei Biras Creek

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Die Pflanzenwelt ist überwältigend, überall wo etwas Erde und genug Wasser vorhanden ist spriesst es.....

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…..in allen Farben.....

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…..Komplexitäten.....

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…..weisser Krake.....oder doch Blume?.....

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"Bitte sätzen sä säch…..!

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Teil 1119. Apr. 2020
Dann geht die Tour erst richtig los. Es geht steil bergauf, die Sicht wird immer besser, der North Sound liegt vor uns ausgebreitet, vir sehen Biras Creek, Bitter End, können sogar unser Boot an der Boje vorm Saba Rock sehen.


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Super Sicht über den North Sound mit dem BEYC und Saba Rock im Mittelgrund

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Detail Bitter End und Saba Rock

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Wir kommen höher und höher, der Blick wird immer besser - der ganze North Sound liegt uns zu Füssen!

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Bitter End (rechts) und Saba Rock (in der Mitte), mit gutem Blick auf die Korallenriffe die Saba Rock nach Nordosten vom offenen Meer abschirmen

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Die weissen Gebäude, mittig im Hintergrund ist das Anwesen von Sir Richard Branson (ja, der vom "Virgin" Konzern - ob er den wohl nach Virgin Gorda benannt hat?), die Insel, Necker Island ist sein Eigentum

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Geschafft! Wir sind oben.....die Temperatur ist ca. 50 Grad höher als auf dem Gipfel des Kibo!
Auch hier wachsen wunderschöne Pflanzen und Blumen

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Blick den Gipfelgrad hinunter nach Biras Creek, Rechts ist ein sehr schöner Strand

Wir gehen nochmal auf Pirsch im Garten des Restaurants, finden das eine oder andere Kleintier, erleben noch einen wunderbaren Sonnenuntergang, diesmal mit einem „Painkiller“…..das Rezept dieses durchaus leckeren, tropischen Getränks wird später mitgeteilt…..


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Dieses putzige Kerlchen war kaum grösser als eine Garnele

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Sonnenuntergang in der Karibik wie wir ihn schätzen gelernt haben

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Der berühmte "Painkiller", ein rumhaltiges Tropengetränk.....aber später mehr dazu.....
Teil 1220. Apr. 2020
Am nächsten Morgen kommt dann die seglerische „Feuertaufe!“
Wir fallen relativ früh aus den sanft schaukelnden Kojen…..eine gewöhnungsbedürftige Sache, aber man gewöhnt sich eben doch daran und wir fanden es hinterher sehr schade wieder in einem langweilig, „einfach dastehendem“ Bett schlafen zu müssen!
Die Heutige Tour ist der Hammer; 15 Seemeilen (ca. 28 km) übers offene Meer. Das scheint ja nicht so schlimm zu sein, aber man muss wissen, dass das Ziel die nördlich vom North Sound gelegene Insel „Anegada“ ist. Diese ist im Gegensatz zu den anderen BVIs nicht vulkanischen Ursprungs, zumindest nicht an der Oberfläche!
[Möglicherweise war Anegada in Urzeiten auch eine Vulkaninsel, die aber im Laufe der Jahrmillionen erosionstechnisch abgetragen wurde oder durch Anstieg des Meeresspiegels untergegangen ist. Dann geschieht was man überall in den tropischen Weltmeeren sieht, nämlich, dass der Untergang durch Aufbau von Korallen kompensiert wird, d.h. in dem Masse wie die Insel absackt, wachsen die Korallenbänke in die Höhe…..so ergibt sich eine typische Koralleninsel, die im Bereich von +/- 3m über bzw unter dem Meeresspiegel liegt.]
So kommt es, dass der höchste Punkt auf dieser doch flächenmässig sehr beachtlichen Insel bei ca. 3 m ünN liegt!
Damit bekommt die Navigation zu dieser Insel eine ganz andere Dimension! Wobei man bei allen anderen Zielen in den BVIs einfach auf Sicht navigieren kann, fährt man bei Anegada erstmal ins Nichts! Erst wenn man sich auf ca. 5 km genähert hat steigen die erste Palmenwipfel aus dem Meer. Man muss also die ersten 20 km mit Hilfe von Seekarten und dem Chartplotter (Navi in der Grösse eines Laptops!) navigieren…..für ansolute Anfänger wie wir ein sehr beängstigendes Gefühl!
Auf der positiven Seite; der Wind weht in diesem Segelrevier eigentlich immer aus dem südöstlichen Quadranten,d.h. man hat den Wind eigentlich optimal aus Steuerbord achtern und kann durchaus an die 8-10 Knoten herankommen.
Wir segeln also los, der Wind hat 15-20 Knoten und so machen wir gut Strecke. Nach ca. 3 nervenaufreibenden Stunden tauchen die ersten Palmen dann direkt vor uns auf…..wir hatten Glück, sind genau den richtigen Kurs gefahren…..Erleichterung, aber nur sehr kurzfristig, denn die Bucht in der das Bojen- und Ankerfeld liegt ist in sehr flachem Wasser (nur ca. 2-3,5 m tief!). Unser Kiel liegt ca. 2 m tief so, dass man u.U. nur wenig „Wasser unterm Kiel“ hat! Zudem ist die Rinne über der eingefahren wird auch sehr flach, dazu noch schmal und „zick-zack“!
Zugute kommt uns hier, dass der Tidehub in diesen Breiten unter 30 cm beträgt so, dass man dies beim Ankern nicht in Betracht ziehen muss.

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Wir werfen einen letzten Blick in den doch so idyllischen North Sound bevor wir die Leinen los machen und zunächst mit dem Motor losfahren. Sowie offenes Wasser erreicht ist, hissen wir die Segel und.....

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…..ab geht's!

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Wir haben guten, kräftigen Wind aus Südost.....an der Neigung des Bootes gut zu erkennen

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Das Beiboot mittlerweile optimal, auf ca. 15 m Abstand angebunden

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Die Insel Anegada aus ca. 1-2 Seemeilen Entfernung

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Es ist ein weiterer, sehr schöner Tag im Paradies; das Meer ist unglaublich klar und blau!

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Erst Gebäude sind zu sehen.....grössere gibt es auch nicht!

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"Red Right Returning".....also die grüne Tonne an Backbord.....diese Einfahrt verzeiht keine Fehler!

Wir schaffen auch dies, sehen aber, dass leider alle Bojen belegt sind so, dass wir gezwungen sind den Anker zu werfen. Wir hatten uns gemerkt, dass man beim Ankern mindestens eine Kettenlänge von 10-15 mal Wassertiefe auslegen muss, also in diesem Fall ca. 30 m Kette. Wir ankern also, gegen den Wind, lassen das Boot mit dem Wind nach hinten driften, lassen ca. 30 m Kette aus und tauchen die Kette und den Anker nochmal ab um zu bestätigen, dass der Anker gut eingebuddelt ist und die Kette gerade liegt und auch keine Korallenbänke beschädigen kann.

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Ein gefiederter Begleiter gesellt sich dazu.....vielleicht gibt es ja noch Frühstücksreste?!

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Erstmal das Beiboot "entwässern"!

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Einfach nur traumhaft!
Teil 1320. Apr. 2020
Wir entspannen, baden ergiebig, erkunden die kleine Siedlung ein wenig und nehmen anschliessend einen „Painkiller Sundowner“, und einen ersten, „direkt aus dem Meer“ frischen Hummer! Hammer!

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Das unscheinbare "Ettablissement", Potters by the sea, überzeugt durch schlichte, aber sehr frische Zutaten die einfach aber sehr schmackhaft zubereitet werden

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Ankunft am Landesteg von Potters.....Beiboot fachmännisch, natürlich mit Palstek befestigt

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Selbst der kleine Landesteg ist traumhaft schön!

Am nächsten Morgen fahren wir mit einem Taxi nach Loblolly Bay, eines der absoluten Highlights Anegadas, nein, des gesammten BVI! Das „Taxi“ ist mehr ein alter, fertiger LKW mit 4 Sitzbänken auf die Ladefläche aufgeschraubt und ein offenes Segeltuch-Dach als Sonnenschutz.
Loblolly Bay ist einfach perfekt…..genau wie man das Paradies bilderbuchmässig darstellen würde; langer, perfekter, weisser Korallensand Strand, vorgelagerte Korallenriffe und absolut kristallklares, „schwimmbad-blaues“, seichtes Badebecken zwischen Strand und Riff…..abgerundet durch eine sehr urige Strandbar hinter den Dünen! Es ist mir, auch bei längerem Nachdenken, und obwohl ich dem Denkprozess mehrfach durch Einnahme des einen oder anderen Caribs nachschub geleistet habe, keine Möglichkeit zur Verbesserung dieses Paradieses eingefallen!

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Der (perfekte!) Strand von Loblolly Bay.....

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…..mehr Strand.....

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Durchgang vom Strand, über die bewachsene Düne zur Strandbar

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Hmmmm…..Miami liegt ca. 300 km entfernt.....fliegen oder nicht fliegen, das ist die Frage.....?

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Die "Strandbar", typisch für die Karibik, etwas schmuddelig heruntergekommen, aber trotz(oder wegen)dem irgendwie passend und sympathisch

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2 Painkiller bitte.....bei dem Gesichtsausdruck auch nicht die ersten des Tages!

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Der "Tunnel" ins Paradies

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Strandbotanik.....

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Kleiner Krebs im seichten, glasklaren Wasser

Abends fahren wir, von der Sonne, Wind und Meer müde, zurück zur Siedlung und gehen, weil es so unglaublich gut war wieder zu Potters Langusten essen….einfach längs halbiert, auf Kohle gegrillt, mit Buttersosse, gekochten Kartoffeln und einem Salat…..gefühlt, die beste Languste die wir je gegessen haben!
[Die Hummer müssen mindestens 6 Stunden im voraus bestellt werden, da lediglich die bestellte Anzahl entnommen wird.....einfach einfallen und bestellen ist nicht!]

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Absolut frisch aus dem Wasser!

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Antwort auf die blöde Frage: "Wird man von so einem Hummer satt?"

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So kamen uns sehr viele der "Locals" vor!

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"Potters by the sea" im schönen Abendlicht
Teil 1420. Apr. 2020
Am nächsten Morgen geht es los, und zwar nach…..
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…..Cow Wreck Bay liegt an der Nordwest Küste von Anegada und ist noch verschlafener als Loblolly Bay, steht der aber ansonsten, oder gerade deswegen, in nichts nach…..es ist wieder mal eine perfekte Bucht, mit Sandstrand, Riff und seichtes, geschütztes Wasser dazwischen. Der Name soll entstanden sein, nachdem ein Viehtransporter hier auf ein Riff aufgelaufen ist.

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Der minuziös ausgetüftelte "Hurricane evacuation plan" gefällt uns ausserorentlich…..das nennt man Priorisierung!

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Nach Loblolly Bay hatten wir nicht geglaubt, dass es einen zweiten solchen Strand geben kann, aber.....

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Idylle pur

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Der nächste "Versenkungsversuch"! Diesmal, im seichten Wasser, nicht erfolgreich

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Keine Worte.….

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Wir fahren zurück. Der Wind kommt auf, die Wolken sehen recht ominös aus, aber es ist nicht von Dauer und wir verbringen einen schönen Abend an Bord, feiern den sehr beeindruckenden Sonnenuntergang gebührend und gehen relativ früh in die Kojen, da wir am Morgen ein gutes Stück Strecke vor uns haben.

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Der Fregattvogel; mein Lieblingsvogel neben Zaunkönig und Kiwi!
Der Fregattvogel ist mehrfach rekordverdächtig.....fest steht, dass er bei einer Spannweite von 2,4 m und dabei ein Gewicht von 1,5 kg das niedrigste Verhältnis von Körpergewicht zu Flügeloberfläche in der gesamten Vogelwelt aufweist. Einen derartigen Flugkünstler haben wir noch nie gesehen.....Man kann staunend zusehen wie er mühelos anderen Vögeln die Beute in der Luft abjagt.....daher der Name

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Sieht recht gefährlich aus, dazu kommt noch ordentlich Wind auf

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Mangroven am Rande der Bucht

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Saumriff bei Ebbe

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2 mal volle Zufriedenheit! Was für ein Urlaub!

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Das Unwetter hat sich schnell verzogen, es geht nur noch eine laue Brise

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Die untergehende Sonne und die dekorativen Wolken geben sich noch mal richtig Mühe uns unseren letzten Abend in Anagada zu versüssen
Teil 1521. Apr. 2020
Wir verabschieden uns schweren Herzens von Anegada; es war traumhaft schön und viel zu kurz!.....aber, wir kommen wieder!
Die Segel werden gehisst, die Flagen die die Kinder (unter hefigem Protest von Frau busko!) aufgezogen hatten wabern fröhlich im Ostwind und wir fahren direkt vorm Wind nach West-Südwest zu unserer heutigen Destination, Marina Cay. Das kleine Eiland, idyllisch zwischen Beef Island und Scrub Island gelegen, umgeben von einem Korallenriff und mit einem Restaurant, eine Strandbar und ein „Pussers“ Shop am Anlegesteg.
Wir finden eine Boje, vertauen uns (das geht mittlerweile bereits fast wie das „Mäuse Melken“!), fahren mit dem Beiboot zum Anlegesteg und erkunden die Insel ein wenig; hierbei erfahren wir, dass es in der kleinen Bar an der Spitze der Insel am Abend live Musik gibt…..Reggae natürlich! Bei unserer Entdeckungsreise sehen wir dann zufällig am Ende der kleinen Mole eine alte englische Telefonzelle?! Bei näherer Untersuchung stellt sich heraus, dass hier eine Livecam installiert ist…..wir bringen uns also in Stellung, merken uns Datum und Uhrzeit und finden dann tatsächlich bei unserer Rückkehr die Bilder im Netz!

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Die Segel werden wieder gehisst.....

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…..die Flaggen fliegen im stetigen Wind.....

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.....die Segel sind nun, da wir vor dem Winde segeln, je eines nach Steuerbord und Backbord ausgerichtet. Da wir keinen Bullenstander haben ist dieses Manöver ein wenig kniffelig denn, wenn der Wind, durch das in dieser Lage vorprogrammierte Schaukeln, hinter das Grosssegel kommt, dann geht der Baum um ca. 120 Grad rüber und man reisst sämtliche Taue vom Baum ab!.....also dauernd aufpassen und bereit sein, den Baum blitzschnell festzuzurren, wenn nötig!

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…..und das Beiboot folgt uns brav!

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Im Pussers Store auf Marina Cay.
Pussers ist eine uralte, englische, maritime Handelsgesellschaft, die auch den hervorragenden Pussers Rum (hell, dunkel und in verschiedenen Altersklassen) destilliert und an die englische Marine verkauft hat.....es gab damals für jeden Seemann, sage und schreibe 2 Pint, d.h. fast einen Liter Tagesration! Wie die danach noch irgendwo hingefunden haben ist mir ein Rätsel?

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"Zerfledderling"!

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Auch hier wieder unser alter Freund, der Einsiedlerkrebs

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Krokodil oder doch nur Eidechse?

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Das Beweisfoto der Livecam aus dem Netz runtergeladen, mit Datum, Uhrzeit und sogar Aussentemperatur.....man denke sich nahezu 100% Luftfeuchtigkeit dazu!
Teil 1621. Apr. 2020
Am nächsten Tag geht’s weiter, durch die Meeresenge zwischen Tortola und Guana Island.
Unser Ziel ist eigentlich Sydneys in einer kleinen Bucht am Ostende von Jost van Dyk (JvD), wir machen aber kurz vor Sydneys noch einen langen Stop an der winzigen Insel, Sandy Cay. Diese besteht wirklich nur aus herrlichem, leicht pinken Sand der fast ausschliesslich aus zerriebenen Muscheln besteht - daher die Farbe. Dazu einen kleinen Tupfer Grün ganz oben drauf und 2 Palmen…..Ja, erinnert ein wenig an: „eine Insel mit 2 Bergen…..“. Wir verbringen einen Grossteil des Tages mit faul-im-Wasser-herumliegen, schnorcheln, die Insel erkunden (5 Minuten!) und ausgiebiger Mittagspause mit anschliessenden Nachmittagsdrinks.

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Wir haben vor Sandy Cay Anker geworfen.....alles wird nochmal überprüft.....wir legen Wert darauf, dass das Boot auch noch bei unserer Rückkehr dort ist!

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In der Mitte des Bildes, hinter dem Katamaran, liegt das idyllische Inselchen

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Beide Palmen sind gut zu sehen!

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Papageifisch am Werk.....

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Meeresjungfrau.....na ja, 50% ist auch nicht so schlecht!

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Welche ist wohl die vorherrschende Windrichtung.....?

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Auf der windabgelegenen Seite sieht es schon ganz anders aus.....hier sind die Beiboote mit Sandanker sicher

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Höchste Zeit sich ein grösseres "Haus" anzuschaffen.....

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Oh nein! Eine Jumbie!

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Seele baumeln.....

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.....lassen!

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Ich denke Picasso und Braque worden hier zu ihren verzerrten, entgliederten Figuren inspiriert!
Teil 1722. Apr. 2020
Irgendwann werden die Schatten dann länger und wir haben uns von der Sonne ordentlich durchgrillen lassen – Nachteil des klitzekleinen Inselchens ist nämlich, dass es kaum Schatten gibt! Weil es so nahe liegt, werfen wir den Motor an und fahren die kurze Strecke zu Sydneys in der Garner Bucht, ganz am Südostende von JvD. Wir finden eine Boje, fahren mit dem Beiboot an Land, erkunden die Umgebung des Restaurants (viel mehr ist auch nicht!), nehmen einen schönen Sundowner am Strand vor dem Restaurant und essen ein wenig. Wir geniessen die urige Atmosphäre des Restaurants – von der Decke des Restaurants hängen hunderte T-shirts und BHs, die von irgendwelchen ausgeflippten touris hinterlassen worden sind! Man könnte sich stundenlang hier durch die Weltgeschichte hangeln!
[Wie wir mittlerweile wissen, wurde die ganze „Sammlung“ im letzten Hurricane davongespült!]

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Der kleine Sandstrand vor Sydneys in der Garner Bay

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Spektakulärer Sonnen.....

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…..untergang!

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Sydneys bei Nacht

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Gängige Praxis in manchen BVI Bars.....man mischt die Drinks selbst, schreibt sie auf und zahlt dann später die Zeche!

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Am nächsten Tag segeln wir die relativ kurze Strecke rüber zur Cane Garden Bay die an der Nordwestseite von Tortola liegt. Cane Garden Bay ist ein grösserer Ort in einer grossen Bucht mit Hafen. Es gibt ein grosses Bojenfeld und das Aufnehmen einer Boje ist für uns mittlerweile Routine. Die Wolken ziehen herein, es gibt einen kurzen Platzregen und das wars denn auch schon wieder! Wir erkunden den Ort, der durchaus pittoresk daher kommt, geniessen einen Sundowner an Deck und machen uns dann auf den Weg in das Restaurant, Banana Keet, welches uns von anderen Seglern wärmstens empfohlen worden ist. Wir fahren mit dem Beiboot zum Landesteg, denken, dass wir zu Fuss ins Restaurant kommen. Die Locals lachen herzlich und meinen, dass man eine Dusche bräuchte wenn man dort zu Fuss angekommen ist – wir sollten eine Taxi nehmen. Wir sind zunächst skeptisch. Dann fährt die Taxi eine unglaublich steile, schlecht asphaltierte Piste hinauf, weiter und weiter. Als wir ankommen sind wir uns absolut einig; das war eine GUTE Idee!
Das Restaurant entpuppt sich als eines der Besten die wir während der ganzen Reise besucht haben, es ist ein klarer Fall von „Lage, lage und abermals Lage“ – das Haus liegt auf einem steilen Grat der einige hundert Meter unten direkt ins Meer geht. Man hat von der Terasse eine 270 Grad Sicht, die Bedienung und das Essen sind super!
[Wir haben dieses Restaurant bei jedem Törn in den BVIs besucht!]
Auf dem Weg zurück zum Boot sehen wir wie die „Jet-set“ so lebt und wir sind uns sofort einig…..wir würden niemals tauschen wollen!

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Ankunft in Cane Garden Bay

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Wir dümpeln sanft an einer Boje

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Ein Gewitter zieht auf, ist aber nur von kurzer Dauer

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Lokal Couleur in Cane Garden Bay

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Die Sicht vom Restaurant Banana Keet nach Westen, entlang der Nordküste von Tortola

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Die Terasse von Banana Keet!

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Banana Keet - Abendstimmung mit "Regengüsschen"

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So lebt der Jet-set!
Teil 1823. Apr. 2020
Ein Besuch in Cane Garden Bay ist ganz nett, man kann dort gut die Vorräte aufstocken und allein wegen des Restaurants, Banana Keet, sind eine, vielleicht sogar 2 Nächte empfehlenswert.

Wir nabeln uns von der Boje ab, hissen die Segel und segeln wieder Richtung JvD, diesmal zum Great Harbour, etwa mittig an der Südseite gelegen. Es ist eine relativ kurze Strecke, daher kommen wir schon früh an, nehmen eine Boje auf und machen uns dann mit dem Beiboot in Richtung White Bay auf, der direkt westlich benachbarten Bucht. Diese Bucht beherbergt den schönsten Strand der BVI, nach Loblolly und Cow Wreck Bay auf Anegada. Wir entspannen in der sogenannten „Soggy Dollar Bar“, so benannt weil ein Anlanden in dieser Bucht immer nur über den „Wasserweg“ geht….soll heissen, man wird nass! Somit waren die Geldscheine auch oft nass und einige hängen noch bis Heute (eher dekorativ) mit Wäscheklammern befestigt an einer Wäscheleine hinter der Theke.
Die Bar ist aber vor allem dafür berühmt, dass hier der Painkiller erfunden wurde! Hier (mindestens) einen Painkiller trinken ist also Pflicht! Die schmecken aber so teuflisch lecker, dass es selten bei einem bleibt!

So, hier jetzt das Rezept für dieses köstliche, an sehr warmen Tagen äusserst erfrischende Getränk:

130 ml Pussers dark Rum,
250 ml Ananas Saft,
60 ml Orangen Saft,
60 ml Kokosmilch.

Alles gut durchmischen und in ein grosses Glas (immerhin 500 ml!) über viel Eis füllen und mit etwas geriebene Muskatnuss leicht überstreuen. An einen schattigen Ort setzen, zurücklehnen, mit einem Strohhalm trinken, die Augen schliessen und sich in die Karibik träumen.....oder trinken!

Den Painkiller gibt es in Abstufungen von Nummer 1 bis 5 (aufsteigende „Umdrehungen“).
Man muss wissen, dass in den BVI Rum oftmals billiger ist als Fruchtsaft! Daher muss man schon aufpassen, dass die Bars nicht ihre Kosten verdünnen indem sie den Painkiller mit Rum verdünnen!.....welch erfrischender Unterschied zu mancherorts in anderen Gefilden!

Wir verbringen einen herrlichen Tag und fahren Abends müde aber zufrieden in die Great Bay zurück, wo wir das (für manche) Hightlight der BVI schlechthin, nämlich Foxys, besuchen. Es ist, entsprechend der Berühmtheit, sehr touristisch, sollen wir mal sagen, erschlossen!

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Wir liegen, fachmännisch mit der Boje vertaut, im Great Harbour

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Der Strand von White Bay

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Wegen der Nähe zu Tortola und den US Jungferninseln ist hier viel mehr Betrieb als auf z.B. Anegada

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Der Strand geht direkt in einen offenen, einladenden Palmenhain über, der Schatten spendet und zum Verweilen einlädt

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Voller, aber noch lange nicht italienische Riviera!

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Typische Dareichungsform des Painkiller

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Wir finden es Abends im "Foxys" heruntergekommen und schummerig, überall lungern Leute herum die man nicht unbedingt im Dunkeln an einer abgelegenen Ecke begegnen möchte! Das Essen ist OK, aber etwas lieblos, der Duft „verbotener Substanzen“ ist klar und deutlich in der Luft. Wir sind etwas enttäuscht, kommen aber am nächsten Tag wieder und finden es im freundlichen Tageslicht durchaus angenehm!
Wir sehen dabei an einer Toilettentür ein Spruch den wir oft in den BVI gesehen haben und der geht so:

„In these Isles of sun and fun,
we don‘t flush for Number one!“

Ja, frisches Wasser ist, zumindest auf den kleineren Inseln ein Luxusgut!

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Sonnenuntergang im Great Harbour

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Am nächsten Tag Segeln wir eine lange Strecke, um die Westspitze von Tortola, durch die schmale Meeresenge zwischen Tortola und Little Thatch Island, machen einen Zwischenstop in Sopers Hole, eine kleine aber sehr sichere Bucht (schmaler Eingang im Westen, daher bei Sturm, also Ost- oder Südostwind, sehr gut geschützt). Wir geniessen ein leichtes Mittagessen in der schönen Marina und segeln anschliessend die lange aber segeltechnisch sehr anspruchsvolle und daher interessante Strecke nach „The Bight“, eine sehr schöne und ebenfalls sturmgeschützte Bucht auf Norman Island.
Wir nehmen eine Boje auf und geniessen unseren letzten Abend in der Karibik…..mindestens für diese Reise!

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Zum Abschied aufgereiht.....!

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Vulkanausbruch!.....oder vielleicht doch nur Sonnenuntergang?

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Wir sind uns einig.....das war ein super Urlaub und wir kommen definitiv wieder!
Teil 1923. Apr. 2020
Unser letzter (Halb)Tag führt dann von Norman Island quer über die „Drake Channel“ nach Roadtown wo wir das Boot abgeben, richtig duschen und „grundreinigen“ und den Rückflug antreten über sint Maarten und Amsterdam nach Düsseldorf.

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Wir lösen uns zum letzten Mal in diesem Törn von der Boje und segeln Richtung Roadtown

Wir schauen sehnsüchtig aus dem Fenster des kleinen Fliegers, sehen hunderte von Inseln, gross und klein, denken wieder einmal an Hemingway, diesmal allerdings an: „Islands in the stream“.

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Die Insel Marina Cay in ihrer vollen Pracht, samt Saumriff - links oberhalb der Insel das Bojenfeld

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Westlich der Westspitze von Virgin Gorda, rechts im Bild, die kleine Insel mit dem bewegend poetischen Namen,
"Fallen Jerusalem"

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Unbewohnte Trauminsel "an Turboprop"

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Fallen Jerusalem und Virgin Gorda mit dem Gorda Peak in den Wolken

Ich habe die Kopfhörer auf, es läuft auf meinem Ipod (Ja, ich hab noch sowas!) das geniale Album, „4-way Street“, von Crosby, Stills, Nash & Young, davon gerade der Song „The Lee shore“ wo es heisst:

„From here to Venezuela,
theres nothing more to see,
than a hundred thousand Islands,
thrown like jewels upon the sea!“

Welch genialer, wenn auch etwas melancholischer Abklang einer solchen Reise!

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Südseite von Virgin Gorda mit dem North Sound im Mittelgrund links

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Die Inseln verschwimmen, verschmelzen sanft mit Meer und Wolken

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Anflug auf die Ostseite von Sint Maarten

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Hotelklötze auf Sint Maarten

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Anflug auf den Flughafen von Sint Maarten - unten DER Strand wo die Maschinen keine 20 m über den im Sand liegenden Badegäste rüberdüsen

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Ein letzter Blick auf die Karibik.....und.....

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…..wir fliegen, voller Erinnerungen von wunderbaren Erlebnissen Richtung Realität!

Zuhause angekommen geniessen wir Abends einen Painkiller, der ausgezeichnet mundet, aber uns fällt wieder einmal auf, dass die empfundene Qualität von Getränken, wie auch Speisen und anderen Dingen sehr orts-, umgebungs- und Situationsspezifisch sind! Wir sind total zufrieden, auch ein wenig stolz ob der gemeisterten „Challenges“ und sind uns absolut sicher! - das war die erste von weiteren Segeltörns! Wir machen in der Folgezeit die notwendigen Segelscheine und unternehmen noch einige weitere Touren, vor allem in der Karibik, aber auch auf La Gomera, Kanaren; Fetiye, Mittelmeer (Türkei) und Whitsunday Islands, Great Barrier Reef in Australien.

ENDE…..aber….

Ich werde noch ein Fazit einstellen, das vielleicht anderen ein wenig bei der Priorisierung der Route und die Planung einer ähnlichen Tour behilflich sein könnte!
Teil 2025. Apr. 2020
Fazit:

Zu Tanzania:
Der Alleingang auf den Kili ist nicht erlaubt, man muss Träger und einen Guide anheuern. Das bedeutet, dass man entweder in Moshi oder Arusha versucht sich eine Gruppe auf eigene Faust zusammenzustellen oder aber man arbeitet durch ein Reisebüro in DE. Der Alpenverein ist dazu auch ein guter Startpunkt.
Wir haben die Reise damals durch ein Reisebüro buchen lassen welches es Heute nicht mehr gibt, daher kann ich dazu leider keine weiteren Infos geben.

Sehr gelungen fanden wir die Kombination von Zuerst Kili, dann Safari…..nach der Anstrengung des Kili-Abenteuers kann man dann gut gelaunt und entspannt auf Safari gehen. Was Nationalparks betrifft wäre unsere Reihenfolge:

Serengeti, Ngorongoro, Arusha, Tarangire, Lake Manyara.

Die Serengeti, vor allem zur Tierwanderung ist natürlich einmalig;
im Ngorongoro sind viele Tierarten auf relativ kleinem Raum vertreten; wir fanden es gerade an der Grenze zu „Zoo-artig“ aber noch vertretbar;
Arusha lebt von der Lage – wunderbare Landschaften mit gutem Blick auf Kili und Meru;
Tarangire ist was für Elefantenliebhaber – wir haben noch nie so viele Elefanten in so kurzer Zeit gesehen!;
Lake Manyara ist auch schön und wäre in fast jedem anderen Land der Highlight, aber Tanzania ist so gut mit weltklasse Parks gesegnet, dass es unserer Meinung nach halt noch bessere gibt.

Zu BVI:
1. Segelschein machen – Es gibt sehr viele Segelschulen an den deutschen Küsten. Ein guter Startpunkt ist auch eine Bootsmesse wovon es diverse in DE gibt.
2. Boot chartern bei einem seriösen Vermieter wie z.B. Moorings oder Sunsail. Auch hierbei ist der Gang auf eine Bootsmesse zu empfehlen.
3. Einfaches Segelrevier als Einstieg wählen, dabei auf:
a. Temperatur achten (kalt ist schlecht),
b. Verfügbarkeit von Stützpunkten,
c. Niedrigen Tidehub - Nordeuropa ist schlecht, da mit erheblichem Tidehub zu rechnen ist), z.B. Karibik ist gut, da fast kein Tidehub vorhanden.
d. Stetige Windrichtung (z.B. Karibik) und –stärke.
4. Auf Grosswetter achten, z.B. ist die Karibik nach August nicht zu empfehlen, da dies die Hurricane Zeit ist!
5. Was sollte man mitnehmen:
a. Kurze Hosen, T-Shirts, Hut, Sonnenbrille, Badezeug, Flip-flops
b. Unterwassergehäuse für (kompakt)Kamera
c. Schnorchel und Flossen werden in der Regel vom Vermieter zur Verfügung gestellt.
6. In der Karibik sollte man nicht zu viele Lebensmittel am Anfang kaufen, da es überall einigermassen preiswerte und ansonsten akzeptable Restaurants gibt. Kochen unter Deck in einem schaukelnden Schiff ist nichts für „Landrattenmägen“! Getränke und irgendwas zum Frühstück ist das einzige was wir noch mitnehmen.

BVI Reiseroute Vorschlag:
Roadtown (Tortola) – 1 Nacht (Ankunftstag); essen im Moorings Stützpunkt – das Restaurant ist durchaus empfehlenswert.
Marina Cay (Tortola) – 1 Nacht; essen im Pussers Restaurant; ein Besuch bei "the baths" an der Norwestseite von Virgin Gorda auf dem Weg zur North Sound ist sehr empfehlenswert - sehr schöne Bademöglichkeit in riesigen Granitkugeln (a la Seyschellen)
Saba Rock (Virgin Gorda) – 2-3 Nächte und Erkundung des North Sound; essen im Saba Rock Restaurant und/oder Bitter End Yacht Club und/oder im Leverick Bay Restaurant
Anegada – 2 Nächte, Loblolly und Cow Wreck Buchten empfehlenswert; essen bei Potters
Great Harbour (JvD) – 1 Nacht mit White Bay; essen bei Foxy, Drinks in der Soggy Dollar Bar
Cane Garden Bay (Tortola) – 1 Nacht; essen im Banana Keet
The Bight (Norman Island) – 1 Nacht; essen im Willy-T (Bootrestaurant) oder unsere Empfehlung wäre das Pirates Bight Restaurant.

Ich möchte mich nochmal zu aller Letzt bei den Mitleserinnen und Mitlesern ganz hrzlich bedanken und mit den folgenden beiben Sehnsuchtsbildern verabschieden!

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