Uganda - von Affen und Vögeln

Reisebericht 73 Antworten · 13,3k Aufrufe · gestartet 06. Apr. 2020 von fidel
Themenstarter925 Beiträge · seit 201620. Apr. 2020 · #41
Tag 08 01.03. Kibale NP Kibale Forest Camp
Gefahrene KM: 239

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Heute stand der größere Abschnitt unserer "Überführungsetappe" vom Murchison Falls NP zum Kibale NP an. Es hatte nachts ein wenig geregnet und über uns sahen die Wolken nach verdammt viel neuem Regen aus. Wir hofften das beste.

Letzlich war die Fahrt so unspektakulär wie unterhaltsam. Immer wieder waren längere Abschnitte bereits geteert, dann gab es wieder lehmige Abschnitte, zum Teil etwas rutschiger. Alles in allem aber gut machbar. Die dunklen Regenwolken blieben stets brav in unserem Rücken. Wir fuhren durch Dörfer und durch schöne Landschaften, Fotos entstanden leider keine.

Plötzlich sahen wir ein paar Blue Crested Turacos über die Straße fliegen – diese Vögel wollte ich ebenfalls unbedingt sehen.. Sie setzten sich in einem hohen Baum, leider etwas sehr weit entfernt für Fotos..

Je näher wir Fort Portal kamen, desto mehr Teefelder tauchten rechts und links der Straße auf. Ab Fort Portal war die Straße durchgehend perfekt geteert, jedoch gab es unendlich viele Speedbumps..

Schließlich kamen wir irgendwann Nachmittags wohlbehalten (nach einem weiteren Tankstop) im Kibale Forest an. Wir machen noch einen kurzen Abstecher zur Rezeption des Parks, um zu checken, ob unsere Permits tatsächlich in Ordnung sind und ob um die Uhrzeit des morgendlichen Beginns unserer Chimp Habituation Experience in Erfahrung zu bringen. Anschließend geht es ins Kibale Forest Camp. Das Camp ist ein absoluter Traum. Fest installierte Zelte mit gemauertem Bad stehen mitten im Regenwald. Überall turnen Affen und Vögel herum.

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Hier war es wesentlich grüner als im Budongo Forest. Wir aßen ein verspätetes Mittagessen aus wunderbar riesigen und frischen Avocados, Mangos und Passionsfrucht, die wir an der Straße erstanden hatten. Am frühen Abend gingen wir noch ein wenig auf einem kleinen Beobachtungspfad auf dem Gelände der Lodge spazieren.
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Ernneut konnten wir die faszinierenden Safari-Ameisen beobachten, die einen lebendigen Tunnel über den Weg gebaut hatten.

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Wir machten auch Bekanntschaft mit der unangenehmen Eigenschaft dieser Ameisen – sie krabbelten sofort Schuhe und Beine hoch, sobald man irgendwo länger als 10 Sekunden stehen blieb – gut dass wir Gamaschen für unser Tracking mitgenommen hatten.
Wir sahen jede Menge Schmetterlinge

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Wir sehen – und hören – einige Blue Crested Turacos. Leider verhalten sie sich nicht sehr kooperativ, was Fotos anbelangt und hüpfen rasch von Ast zu Ast.

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Das Abendessen ist gut. Anschließend packen wir unsere Rucksäcke für den morgigen Tag, holen Regenjacke, Wandersocken und Gamaschen aus den Taschen und legen uns früh zu Bett – am morgigen Tag soll es früh losgehen 🙂
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zuletzt bearbeitet 20. Apr. 2020
105 Beiträge · seit 201621. Apr. 2020 · #42
Hallo Fidel,

auch wir haben in Hoima zwischenübernachten und den Tag dazu genutzt die Rhinos zu besuchen und waren trotzdem recht zeitig an unserer Unterkunft, so das wir am Nachmittag noch Zeit hatten in der Stadt herumzuschlendern und durch Zufall die Schule mit Internat entdeckt haben. Mitte Januar waren keine Kinder da, weil Sommerferien, aber ein sehr netter Lehrer, der uns erlaubt hat uns auf dem Schulgelände und im Internat umzuschauen, leider hatte ich weder Kamera noch Handy dabei, so das es keine Fotos gibt. Es gab einen !!! Jungen- und einen !!! Mädchenschlafraum mit dicht nebeneinanderstehenden Doppelstockbetten, dass war schon ein sehr beklemmendes Gefühl. Seit dem weis ich auch wofür die farbigen Blechkisten mit unterschiedlichen Symbolen sind, welche in Uganda überall am Straßenrand verkauft werden, da kommt ein Vorhängeschloss dran und darin haben die Kinder im Internat ihre Sachen.
Ansonsten war der Bummel durch Hoima sehr interessant, wir haben ein paar Läden angeschaut und ein bischen Obst gekauft, u.a. die besten Ananas die ich je gegessen habe. Als es langsam dunkel wurde, haben überall am Straßenrand kleine Grills usw. aufgemacht, es gab Omletts, Fladenbrot, gegrillten Mais, Fleisch usw. und die lokale Bevölkerung hat sich zum Abendessen auf der Straße getroffen.

Viele Grüße Cora
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Themenstarter925 Beiträge · seit 201623. Apr. 2020 · #43
Tag 09 02.03. Kibale NP Kibale Forest Camp – Chimp Habituation Experience Teil 1

Nachts sind Affen und Vögel still. Irgendwann am frühen Morgen beginnt es zu Regnen.. und es hört einfach nicht mehr auf. Es ist zwar kein starker Regen, aber sehr beständig. Irgendwann klingelt der Wecker und wir stapfen mit Wanderstiefeln im Dunkeln zum Frühstück. Anschließend geht es, immer noch im Dunkeln und bei weiterhin anhaltendem Regen zum Startpunk unseres Schimpansen-Trackings.

Wir hatten uns aufgrund der Beschreibung des UWA und verschiedener Berichte im Netz gegen einen normalen, einstündigen Besuch bei den Schimpansen und für die ganztätige Habituation Experience entschieden. Auf der Homepage des UWA las und liest es sich auch weiterhin so:

"Chimpanzee Habituation Experience (CHEX) is available on a full or half day basis starting and  advance booking for this activity is required.   Early visitors can watch chimps leaving their overnight nests between 6:00 - 6:30am before feeding, copulating, hunting, breastfeeding, resting, patrolling and displaying until it is time to build new nests around 7pm."

Nach sämtlichen Berichten, die man im Vorfeld lesen konnte, wurde dabei letztlich dieselbe große (ca. 60 Tiere) Schimpansengruppe besucht, die auch im Zuge der normalen Tour besucht wird. Einige Wochen vorher las ich auf Tripadvisor, dass nun offenbar eine neue Gruppe habituiert werden soll, um die Besuchermassen etwas zu entzerren. Da dort jedoch gerade erst mit der Habituierung begonnen wurde, seien die Chancen, überhaupt Schimpansen zu sehen, eher gering. Ich bat daraufhin Douglas, beim UWA nachzufragen, welche Gruppe bei der Habituation Experience von nun an getrackt werden würde um ggf. auf ein normales Tracking umbuchen zu können. Habituation und die spannende Erfahrung, nicht an Menschen gewöhnte Schimpansen zu erleben in allen Ehren – aber wenn ich 220 USD dafür zahle, möchte ich auch gern ein paar Bilder mit nach Hause nehmen.. Der UWA teilte mit, dass wie immer die bekannte, große Gruppe besucht würde.

Wir kamen in nunmehr leichtem Nieselregen am Headquater an und wurden gemeinsam mit einigen anderen Gästen gebrieft. Neben uns hatte nur eine Amerikanerin noch die Habituation Experience gebucht, wir waren also ingesamt zu fünft plus Guide. Mit diesem ging es nun in den Wald auf die Suche nach Schimpansen (es war nun bereits gegen 08:00 Uhr). Wir laufen in leichtem Nieselregen durch wunderschönen Wald. Nach ca. einer Stunde zeigte unser Guide auf einige weit entfernte Bäume und meinte, da seien gerade zwei Schimpansen von Baum zu Baum geklettert. Gesehen hatte niemand von uns irgendwas. Irgendwann stellte sich dann heraus, dass wir nicht die bereits habituierte Gruppe, sondern eine neue Gruppe von Schimpansen suchen würden (entgegen der zuvor extra erfragten Auskunft). Er teilte auch mit, dass die Wahrscheinlichkeit, dass wir sie wesentlich besser sehen würden, gegen Null gehe.

Wir liefen weiter durch den Wald, die Hoffnung stirbt ja zuletzt und zudem sollen die Tiere ja an die Anwesenheit von Menschen gewöhnt werden. Irgendwann stießen wir auf zwei Ranger, die unter einem Baum saßen und die durchgehende Aufgabe der Habituierung wahnahmen. Dafür setzten sie sich einfach den ganzen Tag in den Wald, wo sie die Schimpansen vermuteten. Gesehen hatten sie sie heute noch nicht, nur kurz gehört..

Irgendwann wird es uns (und auch der Amerikanerin) zu blöd. Wir konfrontieren den Guide damit, dass sowohl UWA als auch sämtliche bewerbenden Safari-Unternehmen diese Aktivität vollkommen anders darstellen und es offensichtlich keinen Sinn macht, den ganzen Tag im Wald herumzulaufen (inzwischen war es früher Mittag), ohne die realistische Chance einen Schimpansen für mehr als eine halbe Sekunde in 100 Meter Entfernung zu sehen. Ihm ist das Problem wohl durchaus bewusst und er rückt damit raus, dass es als "Notlösung" für Touristen, die bei der Habituation keine Schimpansen sehen, die Möglichkeit gäbe, kurz zu den anderen Schimpansen zu gehen, wenn dort keine andere Besuchergruppe ist. Da wir aber schon eine Sichtung hatten, gälte das für uns eigentlich nicht mehr.

Er erkennt aber offenbar unser Enttäuschung bzw. unseren langsam deutlicher vorgetragenen Unmut und sichert zu, sich trotzdem um einen Slot für uns zu bemühen. Die folgenden Stunden verbringen wir damit, planlos für 20-30 Minuten in irgendeine Richtung zu gehen, dort dann 20 Minuten auf neue Infos zu warten und dann wieder irgendwo hin zu gehen. Wieder und wieder werden wir vertröstet. Irgendwann langt es uns erneut. Wir wollen eine klare Ansage, wann wir die Schimpansen besuchen können und nicht Stunde um Stunde sinnlos im Kreis laufen bzw. rumhocken. Mittlerweile ist es früher Nachmittag und wir haben den Tag damit verbracht, abwechselnd ein paar Kilometer zu gehen und dann wieder eine halbe Stunde zu warten..

Entweder hat er irgendwann auch keine Lust mehr oder irgendjemand ist uns irgendwann doch gnädig. Er meint, wir können nun kurz hin, weil weniger los sei. Wir überqueren die Straße und nach nicht einmal fünf Minuten sehen wir einige Gruppen Touristen im Wald stehen und nach oben starren.

Tatsächlich. Da sind Schimpansen. Wow. Einfach nur Wow. Was für ein Geschenk, so etwas in der Wildnis sehen zu können. Die Schimpansen befinden sich in einem kleinen Tal, in dessen Mitte ein riesiger Feigenbaum mit reifen Früchten steht. In lichter Höhe, ca. 20-30 Meter über uns hocken sie auf den Ästen, essen Feigen, schlafen oder pflegen sich das Fell. Auch wenn man ein Fernglas braucht, um Details zu erkennen und Bilder wegen der Entfernung und dem Gegenlicht des bewölkten Himmels schwierig sind, sind wir unglaublich dankbar, sie hier beobachten zu können.


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Unser Guide erklärt, dass Schimpansen keinen Regen mögen (welch Überraschung), und deshalb bei Regen häufig auf den Bäumen sitzen bleiben. Es hat zwar bereits seit einiger Zeit aufgehört, scheinbar ist es aber entweder zu nass oder zu gemütlich auf den Bäumen.


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Nach und nach entdecken wir einige Schimpansen, die etwas niedriger sind und/oder eine etwas bessere Fotoperspektive erlauben.

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Man muss unglaublich vorsichtig sein, wenn man Schimpansen über sich hat. Ständig fällt etwas aus sämtlichen Körperöffnungen herunter. Das Angenehme sind noch die Feigenreste, leckerer wird es, wenn – wie alle paar Minuten – ein kleiner goldener Schauer von oben runterkommt 🙂 Es trifft fast jeden von uns mehrfach und unsere Kameras, Ferngläser, Rucksäcke und Regenjacken sind nun offiziell schimpansen-getauft.

Manch ein kleiner Schimpanse scheint dabei einen teuflischen Spass zu haben.

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Neben Schimpansen sind auch weitere Affen in den Bäumen um uns zugegen, vor allem Grey-Cheeked Mangabeys / Grauwangenmangaben, die leider keinen Schönheitspreis gewinnen können..

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(Bald gehts weiter mit Teil 2 – es bleibt spannend!)
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zuletzt bearbeitet 23. Apr. 2020
Themenstarter925 Beiträge · seit 201623. Apr. 2020 · #44
Tag 09 02.03. Kibale NP Kibale Forest Camp – Chimp Habituation Experience Teil 2

Nach und nach kommen die Schimpansen etwas tiefer und werden aktiver. Vielleicht ist auch nur der Mittagsschlaf vorbei. Wir bekommen immer bessere Sichtmöglichkeiten.

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Oftmals sind sie nun nur wenige Meter über unseren Köpfen unterwegs und schwingen sich von Ast zu Ast.

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Man muss schnell sein und aufpassen, da der Boden recht rutschig ist und zudem teilweise dicht bewachsen. Inzwischen sind andere Gruppen da, unser Guide und auch andere Guides versuchen immer wieder ihre Gäste auf möglichst gute Fotooptionen hinzuweisen, wir können aber auch so herumlaufen.

Sehr gefreut haben wir uns, auch einige Mütter mit kleineren Kindern sehen zu können.

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Es wirkt so unglaublich friedlich und wundervoll menschlich..

Irgendwann meint unser Guide, dass wir nun eigentlich schon zu lange da gewesen wären und bald weiter müssten. Da sich abzeichnet, dass die Schimpansen nunmehr jedoch doch langsam auf den Boden kommen, dürfen wir noch ein paar Minuten warten. Eine Gruppe weiblicher Schimpansen klettert auf den Boden, verzieht sich jedoch schnell ins Unterholz. Unser Guide erklärt, dass Weibchen scheuer seien und man sich ihnen nur nähern sollte, wenn es sie offensichtlich nicht stört.

Immer wieder herrscht lautes Geschrei und/oder WooWooWoo-Laute schallen durch den Wald. Kurz darauf beschließt auch der Anführer mit lautem Geschrei und Männlichkeitsgehabe die Bäume zu verlassen. Dem Vorbild des Bosses folgen immer mehr Schimpansen.

Es ist geradezu unwirklich. Wir stehen da und um uns herum kommen immer mehr Schimpansen von den Bäumen. Sie scheren sich überhaupt nicht um uns und behandeln uns wie Luft. Zum Teil setzen sie sich nur 1-2 Meter von uns oder anderen Touristen entfernt zu Boden. Ein einmaliges Erlebnis.
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Wir machen einige Bilder, dann kommt wieder Geschrei auf. Der Boss muss offenbar klarmachen, wer hier der Stärkste ist. Er schreit ein wenig herum, rennt auf und ab, schüttelt Bäume und zeigt seine Zähne. Dann setzt er sich sich ganz still und brav nur weniger Meter neben uns hin.
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Man ist das aufregend.. Einige Touristen werden sichtlich nervös, nachdem sie Kraft und Impulsität der Tiere gesehen haben und nun mitten zwischen ihnen stehen. Kurz darauf bricht das Chaos aus. Irgendetwas hat den Ärger des Bosses auf sich gezogen und nun rennen ca. fünf ausgewachsene Schimpansen auf einer Fläche von vielleicht 20x20 Metern laut schreiend hintereinander her, dazwischen und daneben ca. 20 Touristen mit ihren Guides, die immer wieder zwischen "look, look!", "Take a foto here!", "stay still!" "move back!" schwanken.

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Irgendwann sind wir offenbar voll in der Laufbahn des Bosses. Ausweichen geht nicht, da im Rücken eine Gestrüpp ist. Ich lehne mich zurück und halte mich an einem kleinen Baum fest, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren. Meine Mutter, die neben mir steht, wir schlicht aus dem Weg geschubst, an mir streift er nur vorbei. Na wenn das kein Erlebnis ist 🙂 Auch wenn meine Mutter nun davon ausgeht, dass ich mich, anstatt sie vor einem wildgewordenen Schimpansen zu retten, lieber an einem kleinen Bäumchen festgeklammert habe..

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Wir können noch ein paar weitere Fotos von auf dem Boden sitzenden Schimpansen machen, während unser Guide wiederholt zum Aufbruch drängt. Schließlich denken wir, dass dieses Erlebnis schwer zu toppen ist und folgen ihm zurück zum Headquater. Insgesamt waren wir nun doch fast drei Stunden direkt bei den Schimpansen gewesen, das entschädigte für vieles. Ob das die Regel bei einer Habituation ist, wage ich aber zu bezweifeln.. wir waren nur vielleicht etwas renitenter (obwohl das definitiv nicht mein Naturell ist – außer ich fühle mich wirklich verarscht).
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Was für ein nervenaufreibender Tag, in negativer und positiver Hinsicht..

Mir ist klar, dass Habituation Habituation heißt. Eine derartige Habituierung ist somit sicher grundsätzlich auch eine spannende Angelegenheit, jedoch nicht das, was (a) von UWA und Safarianbietern beworben wird, (b) nicht das, was von den Touristen erwartet und (c) auch nicht das, was tatsächlich durchgeführt wird.. Wir waren erst relativ spät unterwegs und haben nach der ersten "Sichtung" das tatsächliche Suchen aufgegeben und nur darauf gewartet, zu den anderen Schimpansen gehen zu dürfen. Tatsächlich bis zum Sonnenuntergang Schimpansen suchen stand nie zur Debatte. Aus Berichten anderer Reisender nach uns erfuhren wir, dass die wohl die zum damaligen Zeitpunkt neue Masche war. Ich habe absolut nichts dagegen, dass es normales Tracking und Habituation gibt, dann soll es aber auch korrekt beworben und durchgeführt werden..

Was somit extrem stört sind einfach die Begleitumstände, d.h. die nicht vorhandene Kommunikation was wann warum gemacht wird und das leichte Gefühl der Verarsche. Es kann ruhig weiterhin Chimp Habituation Experience geben, dann sollte jedoch (a) klar kommuniziert werden, dass die Sichtungschancen nahe Null sind. (b) auch tatsächlich den ganzen Tag nach Schimpasen gesucht werden und (c) der Preis im Verhältnis zum normalen Tracking angepasst werden. So wie es zu unserer Zeit (und scheinbar weiterhin) offenbar praktiziert wird, sucht man für ca. 1 Stunde erst tatsächlich Schimpansen, um dann den halben Tag im Wald zu warten, bis man gnädigerweise einen Slot für den Besuch der alten Gruppe bekommt, danach geht es nach Hause. Tatsächlich "tracken" oder "habituieren" tut man, anstatt den ganzen Tag, ne Stunde lang..

Zurück im Kibale Forest Camp sind wir platt aber glücklich. Nachdem wir uns Schlamm, Schweiss und diverse Schimpansenkörperflüssigkeiten vom Körper geduscht haben, stoßen wir mit einem Nile Special auf das Erlebte an.
Eine Grupe Anubispaviane können wir dabei von unserer Zeltterasse aus beobachten. Irgendwann machen wir uns kurz auf, sie noch genauer zu fotografieren, da sie zum Teil sehr fotogen sitzen.

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Besonders amüsant fanden wir einen Pavian, der es sich auf der Treppe vor einem anderen Zelt bequem gemacht hatte – passenderweise das Zelt mit dem Namen "Baboon".
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Irgendwann kam der Bewohner des Zelts und war alles andere als erfreut, einen Pavian auf seiner Zugangstreppe sitzen zu sehen. Meine Bemerkung, dass das sein Zelt sei, schließlich stünde "Baboon" drauf, fand er irgendwie nicht witzig. Wir stellten fest, dass es einer der Stuttgarter war, die wir in Entebbe getroffen hatten, der jedoch noch etwas sehr viel Respekt vor der afrikanischen Umwelt hatte.. Auf die Information hin, dass der Pavian sofort fliehen würde, sobald er sich näherte, wollte er nicht so recht glauben und ging lieber wieder zurück zur Rezeption. Dem Pavian war der ganze Auflauf irgendwann zu viel geworden und er verzog sich freiwillig.. 🙂
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zuletzt bearbeitet 23. Apr. 2020
105 Beiträge · seit 201623. Apr. 2020 · #45
Hallo Fidel,

was für wunderschöne Schimpansenfotos, da hattet ihr wirklich Glück, auch wenn der Weg dahin nicht wie geplant verlief. Wir waren in der Kyambura-Schlucht auf der Suche nach den Schimpansen. Wir sind in einer Gruppe von 10 Touristen (eigenlich hieß es maximal 8 Personen) einem Guide hinterher gelaufen bzw. gerannt. Für mich nicht so das Problem, aber es waren auch 4 ältere Personen dabei, von denen 2 zwischenzeitlich verloren gingen, weil sie nicht mithalten konnten ... Das hat der Guide nichtmal mitbekommen, dann hatte wir einen Scheinangriff von einem Waldelefanten, bei dem wir zurück mußten und erst da ist aufgefallen, dass ein älteres Ehepaar fehlt. Die haben wir dann erstmal gesucht und entsprechend auch laut gerufen, als die wiedergefunden waren, haben wir wieder versucht die Schimpansen zu finden. Bis wir welche gefunden hatten, waren wir mehr als 3 Stunden hangaufwärts und hangabwärts in der Schlucht unterwegs. Da wir sehr spät bei den Tieren waren, waren sie auf den Bäumen in ihren Schlafnestern und man konnte sie kaum erkennen. Wir waren keine 5 Minuten bei den Tieren und haben gehofft, dass sich die Tiere mal richtig zeigen, als sich der Guide auf seine Waffe gestützt hat und sich ein Schluß, aus der beim Scheinangriff entsicherten Waffe, gelöst hat. Zum Glück hatte er den Lauf Richtung Boden, so das nur Dreck durch die Gegend flog, aber sonst nichts passiert ist. Die Schimpansen waren natürlich weg und wir haben den Rückweg angetreten. Für mehr als ein paar Fotos von Fell in einem hohen Baum mit Schlafnest hat es nicht gereicht.
Die Beschreibung der Tour sollte dringend überarbeitet werden, damit die Leute vorher wissen worauf sie sich einlassen. Die beiden älteren Ehepaare haben hinterher gesagt, wenn sie nur ansatzweise geahnt hätten wie anstrengend das Ganze ist, hätten sie die Tour niemals gebucht.
Vielleicht versöhnt dich meine Erfahrung ein bischen mit deiner Tour.

Viele Grüße Cora
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Themenstarter925 Beiträge · seit 201624. Apr. 2020 · #46
Hallo Cora,
vielen Dank für dein Feedback. Wir hatten überlegt, in der Kyambura - Schlucht ein weiteres Tracking zu machen, auch wenn die Chancen dort nicht vergleichbar gut sind. Es läuft halt nicht immer alles wie geplant.. Da für uns die Schimpansen schon sehr wichtig waren, wollten wir da halt auf Nummer sicher gehen. Eigentlich hätte ich ja gerne auch im Budongo Forest ein Tracking gemacht (das hätte etwas Druck von Kibale Forest genommen), aber da wollten die Mitreisenden ja nicht 😛
Viele Grüße
fidel
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Themenstarter925 Beiträge · seit 201626. Apr. 2020 · #47
Tag 10 03.03. Queen Elizabeth NP Queen Elizabeth Bush Lodge
Gefahrene KM: 155

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Heute hatten wir nur eine verhältnismäßig kurze Entfernung zum Queen Elizabeth NP zurückzulegen. Aus diesem Grund entschieden wir uns dazu, nach dem Frühstück den Bigodi Swamp aufzusuchen und dirt eine Tour zu buchen. Das Bigodi Wetland Sanctuary ist ein kleines geschütztes Sumpfgebiet, ca. 5 Kilometer vom Kibale Forest NP entfernt. Es handelt sich um eine Community Tourism Initiative, bei der einheimische Guides Walks durch und um den Sumpf anbieten. Zu erwarten sind primär Vögel, Schmetterlinge und vielleicht de rein oder ander Affe.

Wir fuhren zum Visitor Center (direkt an der Hauptstraße zum Kibale NP) und konnten sogleich mit einer sehr netten und kompetenten Führerin loslegen.

Der Weg ist größtenteil flach und schön angelegt. Es geht primär um den Sumpf herum, teilweise auf Stegen etwas hindurch.
Da wir aufgrund ausgedehnterem Frühstücks etwas später losgekommen waren, hatten wir zwar nicht mehr die optimale Zeit für Vögelbeobachtung, sahen jedoch dennoch jede Menge. Leider war es wieder bedeckt, jedoch regnete es nicht.

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(Black-and-White-Casqued Hornbill / Grauwangen-Hornvogel)

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(Brown-Eared Woodpecker / Braunohrenspecht)

Sehr gefreut haben wir uns über die Sichtung eines Ross Turoco (mal wieder einer dieser Vögel, die man zuerst im Führer sieht und hofft, sie einmal live zu sehen). Leider war er zu schnell für die schlechten Lichtverhältnisse im dunklen Geäst – es gibt also nicht mehr als ein Nachweisfoto..

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Auf der anderen Seite des Weges befinden sich teilweise Felder, auf denen Leute arbeiten und u.a. Kaffee in kleinem Stil angebaut wird.

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Wir sehen einige Red-Tailed Monkeys / Rotschwanzmeerkatzen, leider sind sie recht scheu und flink 🙂
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Nach einem Brillenweber..

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.. sehen wir ein paar "gewöhnliche" Grünmeerkatzen. Mit so schöner Szenerie findet man sie jedoch im südlichen Afrika eher selten.

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Auf einer Palme futtern ein paar leider ebenfalls recht scheue Grauwangenmangaben.

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Kurz darauf stoßen wir auf einige Red Colobus Monkeys.

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Auch Vögel gibt es weiterhin in größerer Anzahl.

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(Grey-throated Flycatcher / Graukehlschnäpper)

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(Woodland Kingfisher)

Wir sehen einen weiteren Trupp Rotschwanzmeerkatzen.

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Ein Heer von Safariameisen befindet sich offenbar gerade im Umzugsstress.

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Dafür zeigen sich nochmals weitere Vögel.

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(Black-Crowned Waxbill / Nonnenastrild)

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(Black-and-whited-casqued Hornbill / Grauwangen-Hornvogel)

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(Collared Sunbird / Waldnektarvogel)

Nach knappen drei Stunden sind wir wieder zurück am Auto. Wir erstehen ein paar Souvenirs, die von den Frauen der Umgebung hergestellt wurden und im Headquater der Community verkauft werden, dann geht es auf den Weg über Fort Portal Richtung Süden.
Die Straße ist zunächst gut, der Verkehr Richtung Kasese ist jedoch relativ stark. Je näher wir Kasese kommen, desto schlechter wird die Straße. Bald besteht sie aus mehr Schlaglöchern als Teer. Dieser Umstand und der Verkehr lassen nur ein langsames Vorankommen zu.

Erst als wir Kasese weit hinter uns gelassen haben, wir es langsam besser. Wir durchqueren einen Teil des Parks, überqueren den Kanzinga Channel und biegen schließlich zu unserer Unterkunft, der Queen Elizabeth Bush Lodge ab. Wir hatten dort zunächst ein einfaches Zelt gebucht (aus Kostengründen), meine Eltern ein besseres (aus Bequemlichkeitsgründen). Wir fragten nach einem möglichen Upgrade und erhielten zu einem fairen Aufpreis zwei tolle Zelte direkt nebeneinander, auf einer Plattform verbunden. Vom Zelt aus sah man in eine kleine Bucht des Kazinga Channels. Die Lodge ist oberhalb des Channels angesiedelt und liegt ca. 50 Meter oberhalb des Ufers. Wir wurden gebeten, uns nachts nicht alleine vom Zelt wegzubewegen, da oft Hippos zwischen den Zelten grasen würden.

Da es nunmehr bereits späterer Nachmittag war, beschlossen wir, auf einen Game Drive zu verzichten und lieber immer drängender werdendes Problem mit unserem Auto in Ruhe anzugehen. Ich hatte bereits erzählt, dass der Verbrauch mit ca. 16-17 Litern extrem hoch war. Dies hatten wir zwischenzeitlich immer exakter versucht zu verifizieren und mögliche Ursachen herauszufinden. Da das erfolglos war, kontaktierten wir schließlich Douglas und schilderten unser Problem. Er sicherte zu, nachzuforschen und sich um das Problem zu kümmern und sich nochmal zu melden.

Den weiteren Nachmittag verbrachten wir entspannend auf unserer Terasse. Das Abendessen wurde auf einer großen Wiesen eingenommen, sämtliche Tische waren angenehm weit auseinander platziert, so dass man ein angenehmes Wildnisgefühl dabei hatte. Zurück zum Zelt ging es dann nur nach vorheriger Anmeldung und unter Aufsicht – für uns etwas ungewohnt.
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zuletzt bearbeitet 26. Apr. 2020
547 Beiträge · seit 201426. Apr. 2020 · #48
Hallo Fidel

Ganz toll eure Vogelausbeute im Bigodi Wetland Sanctuary! Das macht Lust auf mehr 🙂

Danke fürs regelmässige Weiterschreiben deines Berichtes.

Lg
Stefanie
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Themenstarter925 Beiträge · seit 201602. Mai 2020 · #49
Tag 11 04.03. Queen Elizabeth NP Queen Elizabeth Bush Lodge Teil 1
Gefahrene KM: 106

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Die Nacht war erholsam, jedoch ging es auch heute bereits vor Sonnenaufgang wieder zum Frühstück, um so früh wie möglich den Park erkunden zu können. Um den Park erkunden zu können, mussten wir jedoch zunächst zum Headquater fahren, um unsere Permits zu lösen. Dieses befand sich einige Kilometer südlich der Lodge, die besten Game Drive Gebiete jedoch Richtung Nordosten.
Wir fuhren daher zunächst zum Headquater, wo ich die Aufgabe übernahm, uns Permits im Gebäude des UWA zu besorgen. Dies war leichter gesagt als getan, da immer wieder Guides von geführten Touren versuchten, sich vorzudrängen bzw. offenbar das Gefühl hatten, hier Sonderrechte zu haben. Dieses Verhalten konnten wir während der Tour mehrfach beobachten. Guides nahmen sich hier regelmäßig Sonderrechte aus, nicht nur an Gates etc.. Irgendwann hatten wir jedoch auch unsere Permits und noch dazu eine hübsch gemachte Karte des Parks erstanden und konnten uns wieder auf den Rückweg nach Norden, über den Kazinga Channel und zu den Kasenyi Plains machen.

Dabei handelt es sich um eine große grasbewachsene Ebene, die mit einzelnen Bäumen und mehreren Meter großen Euphorbien bestanden war.

Als wir dort ankamen, war es inzwischen hell geworden, jedoch verbarg sich die Sonne hinter dichten Wolken.
Wir sahen zunächst vor allem einige Vögel.

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(Pin-tailed Whydah / Dominikanerwitwe)

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(White-browed Coucal / Weißbrauenkuckuck)

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(Red-Necked Francolin / Rotkehlfrankolin)

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(Palm Nut Vulture / Palmgeier (juv.)? Ich hatte den Vogel bisher als "unidentifiziert" getaggt, da fiel mir gerade die Ähnlichkeit mit einem Palmgeier auf.. Wäre für uns demnach eine neue Erstsichtung 🙂 ).

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(irgendeine Lerche?)

Nach circa einer Stunde sahen wir dann auch die ersten Säugetiere des Tages in Form von Wasserböcken.

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Kurz darauf ging es mit Vögeln weiter. Auf einer großen Euphorbie hielt ein weiterer Greifvogel Ausschau. Bisher ebenfalls (vermutlich aus Faulheit beim erstmaligen taggen) als "unidentifiziert" getaggt, dürfte es sich m.E. dabei wahrscheinlich um einen Brown Snake Eagle handeln (?).

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Im Gras erspähen wir eine/n Yellow-throated Longclaw / Gelbkehlpieper.

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Wir kurven weiterhin auf verschiedenen Loops in der Gegend herum. Die Wege sind hier teilweise in einem katastrophal schlechtem Zustand und unglaublich ausgewaschen / ausgefahren. Es gilt ständig tiere Gräben oder Löcherr zu überwinden. Glücklicherweise hat es bisher nur leicht geregnet, so dass der zugrundeliegende Black Cotton Soil noch bretthart ist. Gleichwohl kommt man nur sehr langsam vorwärts.

In der Ferne sehen wir ein paar Warzenschweine, schließlich treffen wir noch auf eine Handvoll Büffel.

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Hier zeigte sich sogar für einige Sekunden die Sonne! Leider verzieht sie sich recht bald wieder, dafür treffen wir nun auf eine Herde Uganda Kobs und einen Kronenkiebitz.

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Irgendwann wird es Mittag und wir haben keine Lust mehr, uns auf den schlechten Wegen durchs Nichts zu schaukeln. Wir fahren zurück zur Hauptstraße und nehmen den Weg Richtung Mweya Halbinsel unter die Räder. So wirklich überzeugt sind wir bisher vom Park nicht.

Auf dem Weg nach Westen kommen wir einige Blicke in ein paar interessante Krater werfen, ganz unten sehen wir einige Büffel.

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Wir überlegen kurz, den Crater Drive zu fahren, brechen dieses vorhaben jedoch nach wenigen Metern ab, da der Weg ebenfalls in extrem schlechtem Zustand ist und wir schlicht keine Lust mehr auf viele weitere Kilometer anspruchsvolle Strecke mehr haben. Wir fahren stattdessen bis zur Mweya Lodge um eine Bootstour auf dem Kazinga Channel zu buchen und uns nach einem Mittagsessen umzusehen.

Auf dem Weg dorthin erblicken wir unseren ersten Crested Eagle / Schopfadler und einen Zwergspint.

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An der Mweya-Lodge lösen wir einmal mehr unser Benzinverbrauchsproblem, können eine Bootstour für den Nachmittag buchen und uns zum Lunch auf die Terasse begeben und dort mit Blick auf den Channel und einige Elefanten ein annehmbares Mal einnehmen.
Reiseberichte: SA-KTP-NAM 2017 - Uganda 2018 - Elternzeit 2 M. Südafrika 2022 - Elternzeit 3 M. SA/NAM 2024 Teil I, Teil II, Teil III - SA KNP + KZN 2025
zuletzt bearbeitet 02. Mai 2020
Themenstarter925 Beiträge · seit 201602. Mai 2020 · #50
Tag 11 04.03. Queen Elizabeth NP Queen Elizabeth Bush Lodge Teil 2

Während des Essens treffen die unsere amerikanische Chimp Habituation Bekanntschaft wieder und beobachten zwei jüngere Franzosen, die allein während unseres Lunches mehrere Biere runterstürzen. Insgesamt hinterlässt das Publikum zahlreicher geführter Touren bei uns ein etwas gespaltetenes Gefühl was Auftreten und Verhalten anbelangt. Obs am Geld liegt oder was auch immer, insgesamt kommen wir in Uganda für uns erstmals mit dieser Art von Reisenden in Berührung. Gefühlt gilt: je teurer die Unterkunft oder exklusiver die Agentur, desto mehr unmögliche Kunden. Mein Beileid für die Guides.. Ich gehe davon aus, dass wir das in Tansania noch viel stärker hätten erleben dürfen, wenn uns Corona nicht einen Strich durch die Rechnung gemacht hätte. Es bestärkt uns auf jeden Fall darin, dass die Entscheidung, selbst zu fahren, richtig war.

Nach dem Essen geht es eine steile Abfahrt hinunter zum Anlegesteg. Dort gibt es zwei Boote, ein gewöhnliches und ein etwas schickeres mit Sesseln etc. das offenbar für die Gäste der Lodge ist. Geschwindigkeit, Route und Zeiten sind aber absolut identisch. Vor dem Ablegen beobachten wir, wie die beiden Franzosen vom Mittagsessen das andere Boot besteigen und feststellen, dass es an Bord offenbar kein Bier gibt. Der Guide wird herbeigerufen, das Problem erörtert und der Guide macht sich auf den Weg, um für seine Gäste noch mehr Bier für die Bootstour zu besorgen..

Schließlich geht es für alle los auf den Kazinga Channel. Der Channel ist eine ca. 32km lange, natürliche Verbindung zwischen den beiden Seen Lake George und Lake Edward und verfügt zum Teil über recht steile Ufer, lediglich an einigen Stellen sind sie etwas flacher. Bereits von Oben konnten wir während des Essens beobachten, dass einige Elefanten im und am Wasser zugegen waren.

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Leider ist es weiterhin bedeckt und das Licht eher subotopimal. Unsere Hoffnung, etwas Wasser-Action zu erleben erfüllt sich leider nicht, die Elefanten stehen nur rum um sich ihre Füße abzukühlen. Den kühlenden Effekt des Wassers sowie seine atemberaubende Wirkung auf Zecken nutzen auch zahlreiche Büffel, die im Wasser liegen.

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Zudem wimmelt es am Ufer von verschiedensten Vögeln.

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Besonders freuen wir uns darüber, Scherenschnäbel erstmalig in Natur zu sehen und bei ihren Flugmanövern beobachten zu können.

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Auf einem Baum am Ufer sitz ein Fish Eagle Paar, am Ufer selbst ein Hammerkopf.

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Selbstverständlich zeigen sich auch wieder jede Menge Hippos.

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Schließlich nähern wir uns einem Dorf am Ende des Kanals zum Lake Edward hin.

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Der gesamte Park kann wohl als eine Art Blaupause für das Miteinander von Wildlife und einheimischer Bevölkerung angesehen werden. Er ist umgeben von Orten und Dörfen, auch innerhalb des Parks gibt es Dörfer. Zäune gibt es keine. Die Probleme sind daher, vor allem aufgrund Bevölkerungswachstums, naturgemäß vielfältig. Gleichwohl dürfte dieser Ansatz eines "Miteinanders" auf Dauer wohl der einzig sinnvolle sein.

Hinter dem Dorf warten erneut Unmengen von Vögeln auf bessere Zeiten.

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Sehr erfreut sind wir darüber, zum ersten Mal Pelikane in freier Wildbahn vorzufinden (ja ich weiß, die gibts durchaus öfters mal irgendwo).

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Es zeigen sich weitere Hippos und schließlich einige mächtige Krookodile.

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Schließlich geht es mit Volldampf voraus zurück zum Anleger. Unterwegs zeigen sich noch einige Vögel über dem Wasser.

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Zurück an der Mweya Lodge finden wir dort eine Gruppe Streifenmangusten umherwuseln, einige besendert. Dabei scheint es sich um die "Hausherde" zu handeln.

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Auf dem Weg zurück zur Hauptstraße wählen wir den Weg direkt oberhalb des Channels. Wir verbringen einige Zeit bei einer Gruppe Anubispavianen.

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Auch vogeltechnisch gehen wir nicht leer aus. Wir sehen einen Speckled Mousebird..

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.. und einen White-fronted Bee-Eater.

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Eine Grünmeeratze zeigt sich etwas scheu.

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Kurz vor der Straße treffen wir schließlich noch auf eine kleinere Elefantenherde, die wir einige Zeit beobachten können.

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An einigen Stellen hat die Wolkendecke aufgerissen und so können wir einen freien Blick auf die Gipfel der Ruwenzori-Berge werfen. Sie sind recht nah am Park, stehen aber leider aus Zeitgründen nicht auf unserer Route. Ein längerer Besuch dort steht jedoch auf der Afrika-To-Do-Liste weit oben.

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Es ist schließlich fast 18:00 Uhr, als wir wieder in der Lodge ankommen. Kurz darauf erhalten wir die Mitteilung von Douglas, das etwas mit unserem Auto definitiv nicht in Ordnung sei, wahrscheinlich liege ein Motorproblem vor. Wir sollen ein Austauschfahrzeug erhalten. Dafür wird ein Mitarbeiter sich am nächsten Morgen in Kampala auf den Weg machen, um uns das Fahrzeug vorbeizubringen.
Reiseberichte: SA-KTP-NAM 2017 - Uganda 2018 - Elternzeit 2 M. Südafrika 2022 - Elternzeit 3 M. SA/NAM 2024 Teil I, Teil II, Teil III - SA KNP + KZN 2025
zuletzt bearbeitet 02. Mai 2020
1'835 Beiträge · seit 201503. Mai 2020 · #51
Hallo Fidel,
Ich muss sagen, dass ich mich an deinen tollen Chimp Fotos sehr erfreut habe. Kaum zu glauben wie sehr ihr euch gelitten habt um dann zu guter Letzt doch noch so schöne Affen Begegnungen zu erleben. Es würde mich auch nerven so zwiespältige Info zu diesem Besuch zu erhalten und du hast doch speziell gefragt welche Gruppe für euch auf dem Programm ist. Bin sehr froh für dass am Schluss doch Ende gut alles gut war.
Der Bigodi swamp walk war auch auf meinem Plan und scheint sich zu lohnen.
In Tanzania war ich oft mit Guides im Büro um die Permits zu bezahlen und habe das Gegenteil erlebt. Viele waren hilfsbereit und drängten mich nach vorn in der Schlange! Nächstes Mal schicke deine Frau, denn dies ist wahrscheinlich der einzige Unterschied. Haha
Und das mit dem Verhalten der andern Touris? Andere Länder andere Sitten. Und ja, zum Glück müssen wir nicht mit diesen Idioten im Wagen sitzen! Ich könnte auch ein Lied singen vom nervigen Verhalten einiger Europäer. Ich glaube in der heutigen Lage wäre mancher Guide froh auch nervige Touris zu chauffieren als überhaupt keine.
Wenn du Pelikane magst und Alligatoren dazu, gibt es hier in Florida eine ganze Menge! Ein Alligator schwimmt gerade in unserem Teich und ich sehe ihn von der Küche aus!
(Die ansässigen Amis sind viel netter als die welche nach Afrika auf Safari fahren!)
Der QENP scheint außer dem Kazinga Channel nicht so sehenswert zu sein.
Nun auf zu den Gorillas! Ich freue mich und danke fürs Zeigen.
LG Katrin
If life is a journey be sure to take the scenic road! Expedition Antarktis: https://www.namibia-forum.ch/forum/weiterelaender/299327-expedition-antarktis-mit-falklands-und-s-georgia.html Island In Herbstfarben https://www.namibia-forum.ch/forum/weiterelaender/299288-island-in-herbstfarben-september-2018.html Nordamerikanische Safari und Landschaften May Till October 2019 https://www.namibia-forum.ch/forum/index/weitere-laender/299141-nordamerikanische-safari-und-landschaft-2019.html Zweite Selbst Fahrer Tour in Tansania. Same same but different. Juni 2018 https://www.namibia-forum.ch/forum/index/tansania/295665-zweite-selbst-fahrer-tour-in-tansania-same-same-but-different.html Trip reports in English: Namibia and KTP 2016 http://safaritalk.net/topic/16959-self-drive-safari-tr-nam-sa-bots-nam/ Botswana 2016: http://safaritalk.net/topic/16985-self-drive-safari-tr-bots-nam-sa/ Tanzania 2015: http://safaritalk.net/topic/15256-self-drive-safari-through-northern-tz-parks-of-mara-crossings-and-lions-in-camp/ Nam-SA-Bots 2014: http://safaritalk.net/topic/14669-self-drive-safari-in-botswana-south-africa-and-namibiab/page
6'369 Beiträge · seit 201103. Mai 2020 · #52
Hoi Fidel
fidel schrieb:Es bestärkt uns auf jeden Fall darin, dass die Entscheidung, selbst zu fahren, richtig war.
Kleiner Tipp: Es gibt nicht nur geführte Touren, die man mit fremden Leuten im Auto macht.
Man kann auch eine Privattour buchen oder wie ich es mach selbst eine Privattour zusammenstellen.
Dann hat man genausoviele oder -wenige Probleme mit irgendwelchen nervigen, sich daneben benehmenden Touris wie wenn man selbst fährt.
Nur hat man dann noch einen Guide oder zumindest einen Fahrer dabei, was durchaus Vorteilhaft sein kann.
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
Themenstarter925 Beiträge · seit 201603. Mai 2020 · #53
Hallo Katrin,

ich würde beim Bigodi Swamp Walk allerdings darauf achten, früher als wir zu starten. Morgens hat man noch weitaus bessere Beobachtungschancen als nach Ausschlafen und gemütlichen Frühstück 🙂

Interessant, dass es so unterschiedliche Erfahrungen gibt - vielleicht macht in der Tat das Geschlecht einen Unterschied oder ich hatte einfach nur das Pech, an ein paar schlecht erzogene Personen zu geraten. Und du hast natürlich recht - Idioten gibt es überall, da spielt die Nationalität überhaupt keine Rolle und man bedient nur Stereotype.

Von einem so naturnahen Haus träume ich ja - wir sind hier gegenwärtig etwas in der Stadt gefangen. Florida selbst würde mich durchaus auch reizen, wahrscheinlich aber andere Ecken der USA noch mehr - dafür bräuchte ich irgendwann mal ein paar Monate Zeit.

Ich denke auch, dass der QUENP nicht so wirklich viel Zeit und Aufmerksamkeit verdient, wie er oft erhält. Die Bootstour ist ganz nett und der Ishasha-Sektor landschaftlich toll, aber ansonsten gibt es weniger namhafte aber interessantere Ecken in Uganda. Und für die Bootstour würde ich vielleicht auch eine bessere Uhrzeit wählen.

Zu den Gorillas ist es nun nicht mehr allzu weit 🙂

Hallo Picco,
mir ist bewusst, dass das Problem nicht am Gegensatz Selbstfahren/geführte Tour liegt, sondern eher an der Mentalität mancher Gäste. Selbst wenn man eine private Tour hat, wage ich zu behaupten, dass man (je nach Budgetlevel der Unterkünfte etc) trotzdem mit mehr Gästen mit fragwürdiger Mentalität in Berührung kommt als wenn man selbst fährt. Zum Thema Selbstfahren vs. geführte Tour werde ich aber am Ende noch ein paar Ausführungen machen, da wir v.a. auch aufgrund unserer Erfahrungen in Uganda für unsere Tour diesen Juni nach Tansania eine selbst zusammengestellte Privattour bei Basecamp Tanzania (u.a. aufgrund deiner beständigen Werbung 🙂 ) gebucht hatten. Ob das die richtige Entscheidung war, werden wir dank Corona frühestens nächstes Jahr erfahren..

Viele Grüße
fidel
Reiseberichte: SA-KTP-NAM 2017 - Uganda 2018 - Elternzeit 2 M. Südafrika 2022 - Elternzeit 3 M. SA/NAM 2024 Teil I, Teil II, Teil III - SA KNP + KZN 2025
zuletzt bearbeitet 03. Mai 2020
Themenstarter925 Beiträge · seit 201606. Mai 2020 · #55
Tag 12. 05.03. Queen Elizabeth NP Queen Elizabeth Bush Lodge
Gefahrene KM: 48

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Da unser Austauschwagen erst morgens in Kampala losfuhr und somit frühestens am frühen Nachmittag zu erwarten war, versuchten wir heute Morgen erneut unser Glück in den Kasenyi Plains östlich der Durchfahrtsstraße.
Wie bereits am Tag zuvor, war es eher bedeckt und grau, jedoch sah man nun mehr von den Ruwenzori-Bergen im Hintergrund. Diese waren nahezu komplett wolkenfrei – offenbar auch ein eher seltener Anblick.

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Auf der Basis unserer Erfahrungen von Gestern versuchen wir diesmal die Loops zu erwischen, wo wir mehr Tiere vermuteten.
Dieser Plan schein auch aufzugehen. Bereits kurz nach dem Start können wir eine größere Herde Uganda Kobs in der Nähe beobachten.

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Kurz darauf treffen wir auf einen Wasserbock..

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... und eine Fakir-Grünmeerkatze.

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Es dauert nicht lange, da stoßen wir auf die nächste Gruppe Uganda Kobs.

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Es ist schon faszinierend, dass es je nach Region immer wieder Antilopenpopulationen in Massen gibt, die es anderswo fast nicht gibt (Springböcke, Kobs, Grant's, Thomson..), während andere Tiere überall in afrikanischen Savannengebieten vorzukommen scheinen.
Eine dieser überall vorkommenden Gestalten dürfen wir kurz darauf beim Abschälen von Rinden beobachten. Es ist faszinierend zu sehen, mit welche Filigranität Äste abgebrochen werden und dann peu à peu drehend durch den Mund geschoben werden um die Rinde mit den Zähnen zu entfernen.

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Wie man sieht, versucht die Sonne teilweise, die Wolkendecke zu durchdringen, wenn auch nur mäßig erfolgreich.

Nach einem Rotkehlfrankolin...

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... sehen wir in einiger Entfernung 2 oder 3 Autos stehen. Insgesamt kamen uns an den beiden Tagen jeweils nur eine Handvoll Autos entgegen, meistens hatte man die Wege für sich. Entweder weil wir die falschen Wege fuhren, oder weil nicht so viel los war.. (Das werden wir wohl nie herausfinden) Da musste eine derart große Ansammlung von Fahrzeugen doch etwas bedeuten.

Tatsächlich liegen nahezu direkt neben dem Weg zwei Löwinnen im hohen Gras – unglaublich gut getarnt. Wenn die Fahrzeuge nicht dort stehen würden, hätte man ohne Bewegungen wohl keine Chance, sie alleine zu finden.

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Man sieht sie (jedenfalls aus unserer Sitzhöhe) auch fast nur, wenn man unmittelbar daneben steht. Die anderen Fahrzeuge mit Hubdach haben da zweifellos einen nicht unerheblichen Vorteil. Da wir nur unmittelbar davor etwas sehen können, dann aber allen anderen die Sicht versperren und nun einige weitere Fahrzeuge nahen, lassen wir die Löwinnen in Ruhe und fahren ohne weitere besondere Sichtungen langsam wieder zurück Richtung Lodge. Immerhin hatten wir das Thema "Löwen" nun für diesen Urlaub abgehakt. Für meine Eltern war die Sichtung allein aufgrund der geringen Entfernung als Erstsichtung eindrücklich genug 🙂

Zurück in der Lodge räumen wir das Auto leer und warten auf unser neues Auto, welches sich irgendwann per SMS ankündigt. Wir erhalten einen neueren Toyota Forerunner mit offenbar besserem Motor und Automatik – beides nicht verkehrt. Leider stellte sich bei diesem Fahrzeug recht bald heraus, dass das Schloss der Heckklappe so gut wie nicht funktioniert.. Das war allerdings auch beim vorherigen Fahrzeug schon immer wieder problematisch, so dass wir auch dort immer wieder Sachen von Innen aus dem Kofferraum holen mussten. Die Mechanik des Forerunners ist leider überhaupt nicht für den staubigen afrikanischen Alltag ausgelegt.

Nach Angaben des Fahrers, der seit dem Morgengrauen unterwegs war und nunmehr alles wieder zurückfahren musste, sei der neue Wagen anonsten einwandfrei. Mit Blick auf die vor uns liegenden schwierigen Etappen über möglicherweise schlammige Pisten im Bwindi NP blieb uns nichts übrig, als zu hoffen, dass wir dem Fahrzeug vertrauen können.

Da der Nachmittag bereits angebrochen war, das Licht weiterhin nicht optimal war und unsere bisherigen Sichtungen eher mau waren, verzichteten wir auf einen Abend Game Drive und entspannten stattdessen in der Hängematte und versuchten Vögeln nachzustellen. Aus irgendeinem Grund sind sie alle nicht getaggt bei mir – diesmal also leider ohne Namen.

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Reiseberichte: SA-KTP-NAM 2017 - Uganda 2018 - Elternzeit 2 M. Südafrika 2022 - Elternzeit 3 M. SA/NAM 2024 Teil I, Teil II, Teil III - SA KNP + KZN 2025
zuletzt bearbeitet 06. Mai 2020
Themenstarter925 Beiträge · seit 201607. Mai 2020 · #56
Tag 13 06.03. Bwindi NP Buhoma Community Rest Camp
Gefahrene KM: 137

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Der Plan für den heutigen Tag sah vor, dass wir gemütlich durch den Ishasha Sektor des Parks fahren um von dort bis nach Buhoma vordringen zu können, dem Start-Ort unseres Gorilla-Trekkings. Da wir nicht wussten, was uns unterwegs erwarten würde und auch das Wetter wie die letzten Tage eher unbeständig aussah, wollten wir nichts riskieren und entschieden uns gegen ein Ausschlafen (aber dennoch deutlich später als die Tage vorher). Nach dem Frühstück gingen wir zurück zu unseren Zelten, um uns für die Abreise fertig zu machen.

Kaum waren wir angekommen, sahen wir direkt vor dem Zelt ein Hippo den Weg entlang marschieren – da waren die Warnungen zu Beginn unseres Aufenthalts wohl nicht so ganz übertrieben gewesen.. Was uns überraschte, war der extreme Geruch der von dem Tier ausging – es war über 20 Meter weit gut erriechbar 🙂

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Schließlich machten wir uns auf Richtung Südwesten. Die Strecke ist wunderschön, die Piste in gutem Zustand. Es war hier eindeutig grüner als in anderen Ecken des Parks.

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Immer wieder sahen wir – noch vor dem offiziellen Beginn des Ishasha Sektors – Tiere von der Straße aus.

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Eine Gruppe Paviane nahm die gesamte Straße in Beschlag, räumte sie jedoch nach einiger Wartezeit (und dem Vorbeipreschen eines anderen Fahrzeugs).

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Wir sehen einen Crested und einen Snake Eagle.

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Im Ishasha-Sektor angekommen, hoffen wir auf etwas Glück mit Baumlöwen.
Wir sehen eine Herde Uganda Kobs.

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Auch die Vogelwelt zeigt sich ergiebig.

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Leider ist ein Pavian das einzige, was wir in einem Baum liegend finden.

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An einer Kuppe sehen wir zwei LKW stehen. Beim Näherkommen sehen wir, dass hier zwei LKWs offenbar eine Frontalkollission hatten und jeweils in den Graben an der Seite gerutscht waren. Da haben sich zwei Fahrer offenbar genau den richtigen Punkt für das Passieren ausgesucht.. Einer der Fahrer ist vor Ort und passt auf seinen Wagen auf. Der Unfall war bereits vor einigen Tagen, jetzt warten sie auf einen Traktor, der sie aus dem Graben zieht. Wir können leider nur mit einer Flasche Wasser und ein paar Keksen aushelfen.

Kurz darauf verlassen wir den Park ohne weitere Löwensichtung. Wir fahren in die Stadt Kihihi, tanken (man weiß ja nie) und stocken unseren Vorrat an Snacks und Getränken auf. Anschließend geht es auf roter Lehmpiste immer weiter Richtung Süden und bergauf. Die Straße ist zum Teil relativ schlecht und steinig, aber glücklicherweise ist alles trocken.

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(schlechtes Beispielfoto - hier ist sie noch in Ordnung)

Irgendwann werden wir von ein paar Kindern aufgehalten, die uns ein Dreihornchamäleon vor die Nase halten und verlangen, dass wir es fotografieren und ihnen Geld dafür geben. So gerne wir ein derartiges Tier zu sehen bekommen wollten, so wenig wollen wir derartige Tätigkeiten - vor allem von Kindern - unterstützen. Wir schaffen es schließlich, sie abzuwimmeln und fahren weiter bergauf.

Schließlich kommen wir in Buhoma an. An der Hauptstraße reihen sich Souvenirshops aneinander. Wir fahren durch denn gesamten Ort, unser Ziel ist das Community Rest Camp nahezu direkt neben dem Headquater. Buhoma ist mit Sicherheit der touristischste aller Tracking-Orte. Hier gab es die ersten Möglichkeiten des Trackings und gegenwärtig die meisten Gruppen. Er ist aber relativ gut an Teerstraßen angebunden und vom QENP relativ schnell erreichbar. Hinzu kommt, dass es eine größere Auswahl an bezahlbaren Unterkünften gibt. Da wir wussten, dass wir zu Beginn der Regenzeit unterwegs sein würden, wollten wir hier Risiken minimieren und haben daher Buhoma als Startort ausgewählt – insgesamt keine verkehrte Wahl würde ich sagen.

Am Community Rest Camp lässt sich unser Kofferraum nicht öffen und wir mühen uns ab, unsere Taschen über die Rückbank aus dem Auto zu holen. Das Rest Camp besteht aus Hütten und Zelten, die an einem steilen Hang gelegen sind. Der Blick geht auf den gegenüberliegenden Urwald-Hang. Von hier sieht der Wald unglaublich beeindruckend und undurchdringlich aus. Wir sind definitiv nachhaltig beeindruckt. Genau so waren unsere Vorstellung von einem Bergnebelwald.

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Obwohl wir meiner Erinnerung nach ein einfaches Zelt gebucht hatten, erhalten wir ein Upgrade für feste Hütten mit kleiner Terasse. Dort machen wir es uns gemütlich, erledigen Backups und beobachten die Vogelwelt.

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Immer wieder sieht man in einiger Entfernung Affen, die sich jedoch nur mit dem Fernglas erkennen lassen. Ein L'Hoest-Monkey läuft direkt an unseren Hütten vorbei, jedoch leider zu schnell für ein Foto. Schade, von dieser interessant aussehen Art hätte ich gerne ein Foto gehabt.

Das Essen wir in einem zum Hang in offenen großen Raum eingenommen, der tolle Blicke auf den Wald bietet.

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Unser Gastgeber ist sehr um seine wenigen Gäste bemüht, lässt sich von uns unsere Permits zeigen und lässt sich nicht davon abbringen, uns morgen früh zum Headquater zu begleiten und bei den Formalia zu unterstützen. Da die Frage, welche Gruppe die beste zum Tracken ist, ja immer wieder diskutiert wird und von vielen verschiedenen subjektiven Faktoren abhängt, ist uns eigentlich egal, welche Gruppe wir bekommen. Wir bekommen mit, dass heute eine Gruppe insgesamt über 10 Stunden unterwegs war und hoffen, dass es bei uns nicht ganz so schlimm wird. Wir sind zwar relativ fit, aber beim Anblick der steilen Hänge und des dichten Bewuchses braucht man jetzt nicht unbedingt eine 10-Stunden-Tour..

Schließlich wird der Rucksack für Morgen präpariert und die Frage, was an Kameraausrüstung mitgenommen werden soll, entschieden. Die Überlegung, dass 100-400mm im Camp zu lassen wurde verworfen – rückblickend betrachtet zum Glück 🙂
Schließlich ist es irgendwann Zeit zu schlafen. Obwohl das Tracking für uns anfangs nicht ausschlaggebend war für ein Tour nach Uganda und wir sogar überlegten, es auszulassen, ist jetzt Vorfreude und Aufregung doch ziemlich hoch.
Reiseberichte: SA-KTP-NAM 2017 - Uganda 2018 - Elternzeit 2 M. Südafrika 2022 - Elternzeit 3 M. SA/NAM 2024 Teil I, Teil II, Teil III - SA KNP + KZN 2025
zuletzt bearbeitet 07. Mai 2020
1'835 Beiträge · seit 201508. Mai 2020 · #57
Die Vorfreude deine Gorillas zu sehen steigt auch bei mir.
Uganda scheint landschaftlich ein sehr schönes Land zu sein, das würde mich auch reizen. Mit den Baumlöwen ist das ja so eine Glückssache.
Ich glaube du wirst bei Seronera und Lake Manyara mehr Glück und mehr Gelegenheiten haben sie zu sehen.

Gut, dass ihr den Kindern kein Geld gegeben habt, bin ich auch dagegen solche Abzockereien zu fördern. Es ist ja nur eine Stufe höher als betteln.

Nimmt mich Wunder wie euer Gorilla Besuch vor sich gehen wird. 10 Stunden Suche?? Hoffentlich nicht.
Liebe Grüsse Katrin
If life is a journey be sure to take the scenic road! Expedition Antarktis: https://www.namibia-forum.ch/forum/weiterelaender/299327-expedition-antarktis-mit-falklands-und-s-georgia.html Island In Herbstfarben https://www.namibia-forum.ch/forum/weiterelaender/299288-island-in-herbstfarben-september-2018.html Nordamerikanische Safari und Landschaften May Till October 2019 https://www.namibia-forum.ch/forum/index/weitere-laender/299141-nordamerikanische-safari-und-landschaft-2019.html Zweite Selbst Fahrer Tour in Tansania. Same same but different. Juni 2018 https://www.namibia-forum.ch/forum/index/tansania/295665-zweite-selbst-fahrer-tour-in-tansania-same-same-but-different.html Trip reports in English: Namibia and KTP 2016 http://safaritalk.net/topic/16959-self-drive-safari-tr-nam-sa-bots-nam/ Botswana 2016: http://safaritalk.net/topic/16985-self-drive-safari-tr-bots-nam-sa/ Tanzania 2015: http://safaritalk.net/topic/15256-self-drive-safari-through-northern-tz-parks-of-mara-crossings-and-lions-in-camp/ Nam-SA-Bots 2014: http://safaritalk.net/topic/14669-self-drive-safari-in-botswana-south-africa-and-namibiab/page
Themenstarter925 Beiträge · seit 201618. Mai 2020 · #59
Tag 14 07.03. Bwindi NP Buhoma Community Rest Camp – Gorilla Trekking Teil 1/3
Gefahrene KM: 51

In der Nacht wachen wir wieder einmal von prasselndem Regen auf. Bei jedem Blick auf die Uhr und dem trotz sich nähernder Aufstehzeit anhaltenden Regen kommen schon schlimmste Befürchtungen auf. Ein Tracking im strömenden Regen ist naturgemäß nicht das, was man sich erhofft. Als wir schließlich aufstehen und zum Frühstück schreiten, regnet es nur noch leicht. Kurz darauf fahren wir zum Headquater, da wir nicht wissen, ob wir unser Auto benötigen oder nicht. Unser Gastgeber erwartet uns dort bereits und zeigt uns, wo wir uns eintragen müssen.

Alle Formalia sind schnell erledigt, dann werden wir nach Namen aufgerufen und verschiedenen Gruppen zugeteilt. Wir dürfen die Mubare Gruppe besuchen, die älteste bereits habituierte Gruppe, die sich dem Vernehmen nach meistens eher in der Nähe von Buhoma aufhält. Die Gruppe war einst bis zu 18 Mann stark, nach dem Tod des ehemaligen Silberrückens Ruhondeza und Auseinandersetzungen mit anderen Gruppen befanden sich zwischenzeitlich nur noch 5 Tiere in der Gruppe. Der Sohn des ehemaligen Silberrückens, Kanyonyi, hatte es jedoch geschafft, die Gruppe wieder auf 11 Mitglieder anwachsen zu lassen, darunter drei Jungtiere. Leider war Kanyoniyi wenige Monate zuvor bei einer Auseinandersetzung mit einem anderen Silberrücken, Malaya, immer stärker verletzt, so dass er schließlich verstarb. Kurz vor unserer Reise bestand die Gruppe nur noch aus wenigen Tieren, die von einem Weibchen angeführt wurden, während der Angreifer Malaya sich einige Weibchen „gesichert“ hatte. Zwischenzeitlich ist er offenbar als Silberrücken der Mubare Gruppe etabliert. Diese Informationen erhielten wir leider nicht vor Ort bzw. während des Trackings, sondern erst im Nachhinein übers Internet.

Ein Blick zu den verschiedenen anderen Gruppen und Teilnehmern zeigt eine sehr große Bandbreite an Alter, äußerlich einschätzbarer Fitness und Ausrüstung. Auch einige Gäste mit Turnschuhen und Jeans sind zu sehen. Zu unserer Gruppe gehört noch ein israelisches Ehepaar um die 40 sowie ein amerikanisches Ehepaar um die 60. Die erste Einschätzung ergibt, dass wir vermutlich wenigstens nicht das schwächste Glied der Kette sein dürften.

Jede Gorillagruppe wird vorab von einer Gruppe Trackern gesucht, die ausgehend von der letzten bekannten Position am Tag zuvor möglichst früh am Tag die Gruppe zu finden und die Gäste samt Guide dorthin zu lotsen. Wir erfahren von unserem Guide, einem noch recht jungen aber sehr sympathischen Kerl, dass wir zunächst einige Kilometer bis zum optimalen Startpunkt fahren müssen. Als er nach den jeweiligen Fahrern unserer Gruppe frägt, stellt sich heraus, dass nur das amerikanische Ehepaar über einen Fahrer verfügt. Das israelische Ehepaar hatte sich lediglich in Buhoma absetzen lassen. Ein leichter Anflug von Panik überkommt unseren armen Guide, bis wir ihm klarmachen können, dass wir auch ohne Fahrer über einen fahrbaren Untersatz verfügen.

So landen Guide und die beiden anderen Ehepaare im ausreichend dimensionierten Landcruiser der Amerikaner, während wir den Auftrag erhalten, ihnen zu folgen.

Was nun folgt, ist eher als Rallye denn als normale Fahrt zu einem Startpunkt zu bezeichnen. Unser Vordermann heizt derart über die schlechte, kurvige und steile Piste, dass wir große Mühe haben, ihn nicht aus den Augen zu verlieren. Es geht zunächst talabwärts und schließlich nach Osten in Richtung Ruhija. Aufgrund des nächtlichen Regens ist die Straße ziemlich nass, aufgrund zahlreicher großer Steine aber weiterhin griffig. Es ist wirklich verdammt anstrengend und erfordert höchste Konzentration, in dieser Geschwindigkeit über die Piste zu heizen.. Auch wenn ich nicht leugnen kann, dass es durchaus Spaß macht, wäre hier etwas mehr Rücksicht auf Seiten des anderen Fahrers vielleicht besser gewesen, zudem zieht sich die Strecke ganz schön.

Am Ende sind wir fast 25 Kilometer weit gefahren, dann zeigt ein Arm aus dem vorderen Auto auf eine extrem steile, extrem ausgewaschene Auffahrt rechter Hand.

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Dieses Bild ist am nächsten Tag entstanden und zeigt leider die Steilheit nur bedingt. Hinzu kam noch eine nicht unerhebliche Stufe, die links gut zu sehen ist. Eine Anfahrt mit Schwung war nicht wirklich möglich, da sich die Abfahrt in einer Kurve befindet, so dass man etwas rangieren muss, um sie überhaupt zu treffen.. Es war somit Zeit, die Untersetzung zum ersten Mal zuzuschalten. Wir schafften die Auffahrt ohne größere Probleme im ersten Anlauf. Anschließend ging es noch ein paar Kilometer über einen kleineren Feldweg bis zu einer Lichtung im Wald, der hier eher europäischen Kiefernwäldern ähnelte.

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Die Aussicht war jedoch überragend. Wie man sieht, hatte sich der Regen inzwischen vollkommen verzogen und es versprach ein sonniger Tag zu werden.

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Vor Ort wartete bereits ein Soldat, welcher uns wegen der Nähe zum Kongo beschützen sollte und ein Haufen Träger. Meine Fahrkünste wurden sowohl vom Guide der Amerikaner als auch unserem heutigen Guide bewundernd gelobt.. So schön es zwar ist, im Ansehen zu steigen, so lieber wäre es mir ehrlich gesagt gewesen, die Strecke in "normalem" Tempo ohne unglaubliche Anspannung zurückzulegen..

Wir engagieren jeder einen Träger, weniger aus Notwendigkeit denn als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme und um niemanden zurücklassen zu müssen. Auch wenn man sich als eigentlich fitter Mensch westlicher Prägung etwas komisch dabei vorkommt, dass jemand einem seine Sachen hinterher trägt, erscheint das Programm doch verdammt sinnvoll zur Einbindung der lokalen Bevölkerung. Das Geld landet schließlich direkt in den Taschen der Träger und damit vor Ort, was bei den vielen Geldern für Permits eher fraglich ist..

Nun geht es auf einem kleinen Pfad in den Wald, der zunehmend dichter wird. Irgendwann gibt es keinerlei Weg mehr und wir schlagen uns talauf, talab durchs Gestrüpp.
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Leider entpuppen sich unsere amerikanischen Begleiter nur als mäßig fit. Sie schnaufen wie die Walrösser und die Erschöpfung ist ihnen bereits nach wenigen Minuten sichtlich anzusehen. Wir machen viele Pausen und warten, während die Träger sie so gut wie möglich unterstützen. Insgesamt warten wir sicher mindestens so lang, wie wir gehen. Irgendwann kommt die Meldung per Funk, dass die Tracker die Gorillas gefunden hätten, jedoch an etwas anderer Stelle als zunächst vermutet. Wir müssen also nochmal ein gutes Stück weiter als gedacht.

Doch irgendwann haben auch das alle geschafft und wir sehen die Tracker im Wald vor uns. Insgesamt hatte unsere Suche keine zwei Stunden gedauert – nicht auszudenken, wie schwer sich unsere Begleiter bei einer größeren Entfernung getan hätten..
Reiseberichte: SA-KTP-NAM 2017 - Uganda 2018 - Elternzeit 2 M. Südafrika 2022 - Elternzeit 3 M. SA/NAM 2024 Teil I, Teil II, Teil III - SA KNP + KZN 2025
Themenstarter925 Beiträge · seit 201618. Mai 2020 · #60
Tag 14 07.03. Bwindi NP Buhoma Community Rest Camp – Gorilla Trekking Teil 2/3

Wir müssen nun unsere Rucksäcke zurücklassen, bepacken uns mit Kameras und gehen die letzten Meter zu einem Gestrüpp. Wir sehen zunächst überhaupt nichts, erst als sich etwas bewegt erkennen wir knappe 10 Meter entfernt einige schwarze Gestalten im Gebüsch. Wir können sie ganz gut beobachten, das Fotografieren gestaltet sich jedoch aufgrund der vielen Äste und Zweige und des wenigen Lichts ganz unten im Gebüsch als nochmals wesentlich herausfordernder und frustrierender als erwartet. Ein scharfes Foto will anfangs irgendwie überhaupt nicht gelingen..

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Wie jedermann hatten wir gehofft, die Gorillas in etwas offenerem Gelände zu sehen, dass sie so sehr versteckt waren, war wohl etwas Pech. Dafür hatten wir Glück, dass die Familie über reichlich Nachwuchs verfügte. Es gab zwei Kleinkinder und ein noch verdammt kleines Baby. Während das Baby stets von der Mutter gut versteckt wurde, boten uns die beiden Kleinkinder eine Show, die die schlechten Sichtverhältnisse fast wieder komplett relativierten.

Sie machten sich einen großen Spaß daraus, gemeinsam einen Baum hochzuklettern, um anschließend sofort wieder am Stamm entlang runterzurutschen.
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Hierbei fielen sie regelmäßig auf eines der am Boden liegenden Familienmitglieder, die das Ganze entweder stoisch ertrugen oder sie kurz packten, bis sich das Kind wieder entwinden konnte.

Alle hatten ihren sichtlichen Spaß und wirkten rundherum zufrieden. Wir genossen das Privileg, diese großen und so menschlichen Tiere aus derart naher Entfernung in ihrem natürlichen Leben und Habitat beobachten zu können, sehr.

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Hier mal ein kleines Behind-the-Scenes-Bild zu den Sichtmöglichkeiten.

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zuletzt bearbeitet 18. Mai 2020